TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Freitag, 10. Februar 2012

Demokratie-Verteidigung


Als ein nicht ganz unbekannter deutscher Politiker den damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin als „lupenreinen Demokraten“ titulierte, gab es mächtig Ärger.
Insbesondere Oppositionsführerin Angela Merkel empörte sich und versprach im Falle ihrer Wahl zur Kanzlerin die Beziehungen zu Moskau zu vereisen.
Stattdessen wollte sie ihren Lieblingspolitiker George W. Bush hofieren, dem sie schon als Oppositionsfrau öffentlich immer wieder Bewunderung für seinen grandios-intelligenten Irak-Kurs aussprach.

In einer durchaus angebrachten Tu-quoque-artigen Replik wandte Merkels Amtsvorgänger ein, wenn ihr die Menschenrechte so wichtig wären, solle sie doch mal ihren Busenfreund GWB auf die Todesstrafe ansprechen, die international geächtet ist, in Russland seit 1996 nicht mehr durchgeführt wird und überhaupt nur noch in fünf Staaten regelmäßig jedes Jahr praktiziert wird. 
Die fünf verbrecherischen Nationen sind China, Iran, Irak, Saudi-Arabien und die USA!

Bush hat als Gouverneur von Texas persönlich mindestens 135 Todesurteile unterzeichnet und in keinem einzigen ihm vorgelegten Fall davon davon abgesehen den Henker einzuschalten.

Über die Demokratie in den Vereinigten Staaten ließe sich trefflich streiten.

Kann ein Land diesbezüglich als vorbildlich gelten, wenn nur Millionäre Präsident werden können, wenn Folter angeordnet wird, wenn Rechtsstaatlichkeit bewußt sabotiert wird (Guantanamo, Baghram, Nichtanerkennung des Internationalen Gerichtshofes, Ablehnung des Kyoto-Protokolls, PATRIOT-Act,..) und wenn die Wahlkreise nach dem Belieben der Amtsinhaber so zurechtgeschnitten werden, daß über 90% der Abgeordneten automatisch immer wieder-“gewählt“ werden?

Ich denke, daß sich der rotgrüne Kanzler aufgrund seiner Intelligenz sehr gut ausdrücken konnte und selten mal einen unsinnigen Satz rausgehauen hat.
Zweimal hat er ein drastisches Adjektiv eingeführt, das ich a posteriori betrachtet für unangemessen halte. 
Die Solidarität mit Amerika hätte nicht „uneingeschränkt“ sein müssen und Putin ist vielleicht demokratisch, aber nicht gerade „lupenrein“.
Aber das sind nur zwei fragwürdige Formulierungen in sieben Jahren, in denen er praktisch jeden Tag öffentlich gesprochen hat.

Die Charakterisierung Putins als „lupenreiner Demokrat“ habe ich damals aus zwei Gründen nicht kritisiert.

Erstens bin ich generell der Meinung, daß gerade die Deutschen, die in ihrer Geschichte mehrfach Diktaturen einrichteten und denen die Demokratie mit Gewalt von außen und sehr verspätet gebracht werden mußte, sich zurückhalten sollten Riesennationen wie China und Russland zu belehren.

Wer über 5000 Jahre Kulturgeschichte verfügt, über eine Milliarde Einwohner zählt und im Gegensatz zu den parasitären und zerstörerischen Europäern nicht die ganze Welt kolonialisiert und ausgebeutet hat, muß sich nicht von einer Neo-Demokratie im 60. Jahr ihres Bestehens den erhobenen Moral-Zeigefinger zeigen lassen.

Viel angemessener wäre es, wenn wir erst mal vor unserer eigenen Haustür kehrten. Und unserer Haustürbereich sind unsere Freunde, unsere engen NATO- und EU-Verbündeten. 
Wir bilden uns doch so viel auf unsere „Wertegemeinschaft“ ein.
Es ist also absolut überfällig Washington wegen Gitmo und Todesstrafe die Daumenschrauben anzusetzen. 
Es ist erbärmlich, wie die EU achselzuckend das Einrichten einer Diktatur in Ungarn hinnimmt und tatenlos zusieht, wie als erstes die freie Meinungsäußerung abgeschafft wird.

Das geht uns etwas an, weil Merkel in allerhand elitären Clubs zusammen mit Orban und Obama sitzt.

Der andere Grund weswegen ich mich nicht öffentlich über das „lupenrein“ empörte, besteht darin, daß ich es für demokratiefördernd halte, wenn Russland und Deutschland sehr enge Beziehungen eingehen. 
Ich habe die engen persönlichen Kontakte der beiden first-couples mit großem Wohlwollen gesehen.
Daß damit auch Deutschland sehr genutzt wurde, wird wohl auch die derzeitige Kanzlerin nicht abstreiten. Sie kritisierte deswegen so scharf, weil sie ihren Wahl-Konkurrenten persönlich desavouieren wollte.

Denn wie sich inzwischen eindeutig herausgestellt hat, sind Merkel Menschenrechte und Demokratie völlig egal. 
Sie kungelt begeistert mit den übelsten Diktatoren, versorgt die ganze Welt mit Waffen, wertet sogar extrem zwielichtige Gestalten wie Kasachstans Diktator Nasarbajew auf und kümmert sich einen Dreck darum, wenn Partner wie Russland, China, Ungarn vor ihren Augen auf den Menschenrechten rumtrampeln.

Was war das letzte Woche für ein Desaster in China!

Merkel sprach allgemein vom Nutzen der Meinungsfreiheit und befand Pekings Umgang mit Kritikern als zu "hart". Nur wenige Stunden später bekam die Kanzlerin selbst zu spüren, wie ihre Gastgeber mit kritischen Köpfen umspringen. Der bekannte Anwalt Mo Shaoping, der sich einen Namen als Verteidiger vieler Bürgerrechtler gemacht hat, wurde von der Polizei daran gehindert, zu ihrem Empfang in der deutschen Botschaft zu gehen.  Dies zeigt: Pekings Funktionäre stoßen ungerührt die mächtigste Politikerin Europas vor den Kopf.

Die CDU-Chefin zeigte deutlich, daß sie sich gerne alles gefallen läßt.
Sie protestierte nicht und signalisierte den Chinesen, daß Demokratie-Beschwörungen nur etwas für das heimische Publikum wären, für ihre Politik aber keine Bedeutung hätten.

Auf politischen Druck war zuvor bereits ein Besuch Merkels bei einer kritischen Zeitung in der südchinesischen Metropole Guangzhou geplatzt. Auf der zweiten Station ihrer China-Reise hatte Merkel eigentlich die "Nanfang"-Zeitungsgruppe besuchen wollen. 
[…]  Chinesische Quellen deuteten an, es habe politischen Druck gegeben.

Daß Putin alles andere als ein „lupenreiner“ Demokrat ist, sehen wir ziemlich deutlich seit seine Partei „Einiges Russland“ (ER) bei der Wahl zur Staatsduma am 04.12.2011 überraschend „nur“ auf 49,3% kam und die Opposition Morgenluft wittert.

Ein paar vereinzelte Oppositionelle kann Putin ganz gut aushalten - solange er ungefährdet regiert und die ER stets eine Zweidrittel-Mehrheit bekommt.
Aufmüpfigkeit hingegen, die seine im März 2012 geplante Re-Installierung als Präsident gefährden, duldet Putin nicht und geht scharf gegen Proteste vor.

Ich unterstütze natürlich diese Proteste und wünsche mir, daß die Russen selbst ein bißchen mehr Demokratie gegen den de facto Diktator Putin durchsetzen können.
Sicherlich ist es auch irgendwie möglich, daß aus Deutschland oppositionelle Bürger logistisch unterstützt werden.

Daß aber nach vielen Jahrhunderten Diktatur demokratische Spielregeln nicht gerade eingeübt sind, ist nur zu verständlich.

Und es gibt viele Beharrungskräfte, die keine Demokratie wollen - zu ihnen gehört der orthodoxe Patriarch Kyrill I.

"Sie persönlich, Wladimir Wladimirowitsch, haben eine großartige Rolle bei der Korrektur des Laufs unserer Geschichte gespielt. Ich möchte mich bei Ihnen dafür bedanken", sagte der Patriarch nach Kirchenangaben. In der Vorwoche hatte Kyrill I. orthodoxen Christen abgeraten, an der dritten großen Protestkundgebung gegen Putin in Moskau teilzunehmen. Sie sollten lieber zu Hause beten, als Sprechchöre zu rufen. 

(Kathweb 09.02.2012)
 

Wie überall wollen die steinreichen Oligarchen, die in Wirklichkeit die Fäden ziehen, nicht gerne erleben, daß irgendwelche unabhängigen und unbeeinflussbaren Parlamentarier über ihre Köpfe hinweg regieren.

Und es gibt noch eine große, immer stärker werdende antidemokratische Beharrungskraft in Russland, die gerade mal wieder ob der homophoben ER-Agenda putinophil tönt:
Die Kirche, die Christen.

Allen Ernstes wird nun sogar erwogen berittene Kosaken-Aufgreiftrupps als Sittenpolizei gegen Homosexuelle einzusetzen! 
Diese Freiwilligentrupps will der ER-Abgeordnete Vitalij Milonow zur Jagd auf Schwule und Lesben zusammentrommeln.

Die Kosaken sollen helfen, das "Gesetz gegen Schwulenpropaganda" umzusetzen, das im Petersburger Stadtparlament diese Woche in zweiter und vorletzter Lesung verabschiedet wurde. Die Abgeordneten haben zwar nicht definiert, was genau als "Schwulenpropaganda" gelten soll, aber sie haben bereits Geldstrafen von bis zu 500.000 Rubel (12.800 Euro) festgelegt.
Ihre Initiative begründen Milonow und Co. mit einem ebenfalls nicht näher definierten "Kinderschutz". Petersburgs ehemalige Bürgermeisterin Walentina Matwijenko, die neuerdings der oberen Kammer des föderalen Parlaments in Moskau vorsteht, möchte das Gesetz auf das ganze Land ausdehnen.
Damit avancieren Homosexuelle - neben Juden und "Kaukasiern" - endgültig zu einer Minderheit, die hauptsächlich einem Zweck dient: der Abgrenzung jenes schwammigen Gebildes, das populistische Machthaber "die russische Seele" nennen.

Mit Menschenrechten haben diese neuen Umtriebe der Kreml-Partei nun wirklich gar nichts mehr zu tun.

Merkel und Westerwelle schweigen - die Christen sind entzückt:

Der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kyrill I., hat die Regierungszeit von Wladimir Putin einem Medienbericht zufolge als 'Wunder Gottes' bezeichnet. Auf einer Versammlung religiöser Führer in Moskau habe Kyrill die Gegner Putins kritisiert und für eine weitere Amtszeit im Kreml geworben, berichtete die Zeitung Kyiw Post. Putin habe für Stabilität und Zusammenhalt in Russland gesorgt.
(Dapd 10. Februar 2012)

Donnerstag, 9. Februar 2012

Lokalkolorit - Teil II



Einmal als Hamburg-Fan geouted, möchte ich noch anfügen, daß Hamburg Städtepartnerschaften zu sehr interessanten Metropolen unterhält:
Chicago, St. Petersburg/Leningrad, Osaka, Shanghai, Marseille, Prag, Dar Es Salaam (Tansania), Dresden (Ferner Osten),  Leon (Nicaragua).

Eine ganz gute Mischung.
Chicago, Osaka und Shanghai sind prosperierende Riesenstädte.
Leon (150.000 Einwohner, Partnerstadt seit 1998) und Dresden (500.000 Einwohner, Partner seit Vorwendezeiten, 1987) sind deutlich kleiner und schwächer als Hamburg und können daher besonders von der Hilfe der größten deutschen Hafenstadt profitieren. 
Auch Dar Es Salaam, welches mehr als doppelt so viele Einwohner wie Hamburg hat, profitiert sicherlich vom regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.

Ebenso scheint das finanzstarke Handelszentrum Osaka (2,6 Mio Einwohner im Stadtgebiet, 17,5 Millionen im Ballungsraum) prädestiniert als Partnerstadt. 
Hamburg hat eine sehr große Japanische Gemeinde, welche der Stadt eine besondere Note beschert.

Bereits seit 1968 veranstalten die in Hamburg ansässigen, japanischen Firmen über der Hamburger Alster ein Feuerwerk. Es soll die Menschen auf die Pflanzung von ca. 5.000 Kirschbäumen im Alsterpark, an der Kennedybrücke, der Alsterkrugchaussee und am Altonaer Balkon aufmerksam machen, die als Dank an den Senat und die Hamburger für ihre Gastfreundschaft von den Japanern gepflanzt wurden. 
(Hamburg.de)

Da ich selbst in einer Straße mit vielen Japanischen Kirschen wohne, schwelge ich jedes Jahr einmal im rosa Blütenmeer.
Ein wirklich herausragendes Geschenk der Japaner an Hamburg, das auf mehr als 250 Jahre intensive Handelsbeziehungen mit Japan zurück blickt.
2011 fiel das traditionelle Kirschblütenfeuerwerk über der Außenalster angesichts der Erdbebenkatastrophe in Japan aus. 
Stattdessen reiste Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, der im engen Kontakt mit Osakas Stadtoberhäuptern steht, nach Japan und bot Hamburgs Hilfe beim Wiederaufbau an.

Eine Hilfe, die leider schon Tradition ist.

Im Januar 1995 verursachte das schwerste Erdbeben seit 50 Jahren in der Region Kobe/Osaka verheerende Schäden und forderte zahlreiche Opfer. Noch am Tag der Katastrophe sprach der damalige Hamburger Bürgermeister Voscherau die Anteilnahme Hamburgs in Telegrammen an die japanischen Partner aus. Gleichzeitig bot der Senat seine Hilfe und Unterstützung an. Als Ausdruck dieser Unterstützung lud der Senat im August fünf Jungen und Mädchen, die bei dem Erdbeben ihr Zuhause verloren hatten, aus Osaka nach Hamburg ein.
Einen ersten Höhenpunkt erlebte die neue Partnerschaft bereits 1989 während der im Rahmen des 800. Hafengeburtstags stattfindenden "Japan-Woche", die neben Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen auch ein hochrangig besetztes deutsch-japanisches Wirtschaftssymposium mit der Beteiligung Osakas umfasste.
(Hamburg.de)

Am erstaunlichsten sind die engen Beziehungen, die Hamburg schon im Jahr 1957 zum damaligen Leningrad einging. 

Die schönste Stadt Russlands trägt wie Hamburg aufgrund der vielen Brücken, welche die Flüsse und Kanäle der Stadt umspannen, den Beinamen „Venedig des Nordens.“

(Venedig verfügt über 400 Brücken, St. Petersburg über 500 und Hamburg hat 2.500 Brücken)

St Petersburg (1914-1924: Petrograd, 1924-1991 Leningrad) erlebte im zweiten Weltkrieg eins der grausamsten Schicksale überhaupt. 
Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, also ganze 871 Tage lang, wurde Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt.
Hitler befahl keinen Angriff, sondern wollte die knapp vier Millionen Einwohner durch komplettes Abschneiden der Versorgung verhungern lassen.   
Es sollte ein regelrechter Genozid an der Stadtbevölkerung exekutiert werden.

Die Rationen sanken im Oktober auf 400 Gramm Brot für Arbeiter, 200 Gramm für Kinder und Frauen. Am 20. November 1941 wurden sie auf 250 Gramm, respektive 125 Gramm reduziert. Zudem herrschten Temperaturen von bis zu –40 Grad Celsius in einer Stadt, in der Heizmaterial äußerst knapp war. Allein im Dezember 1941 starben rund 53.000 Menschen. Viele von ihnen fielen einfach vor Entkräftung auf der Straße um. 
[…] Nach neueren Angaben des russischen Historikers Walentin Kowaltschuk starben in den drei Jahren der Belagerung etwa zwei Millionen Russen, davon mindestens 750.000 Zivilisten. Damit starben etwa 3–4 mal so viele Sowjetbürger, wie in der damals etwa 450.000 Einwohner umfassenden Wolga-Metropole Stalingrad.
(Wiki)

Wenn irgendjemand Grund gehabt hat nichts mehr mit den Deutschen zu tun zu haben, dann waren das die Bürger Leningrads.

Ich verbeuge mich vor den Russen, die schon 1957, gerade mal 12 Jahre nach Kriegssende Hamburg die Hand reichten.

Soweit ich es beurteilen kann, wird St. Petersburg allerdings auch besonders positiv konnotiert.

Hamburger lieben die russische Partnerin.

Als St. Petersburg nach den Umbrüchen in der damaligen UdSSR 1990 in arge wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet und wieder Petersburger im Winter verhungerten, installierte Hamburg die legendäre „Paketbrücke."
Ich kenne kaum einen Hamburger, der nicht 1991/1992 mindestens einmal ein Lebensmittelpaket hoch zu unser nordöstlichen Partnerstadt geschickt hätte.

In den Wintern 1990/91 und 1991/92 wurde das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Probleme in der Sowjetunion deutlich, von denen auch Leningrad, das seit 1991 wieder St. Petersburg heißt, nicht verschont blieb. Hamburg reagierte prompt auf die dramatische Verschlechterung der Versorgungslage in seiner Partnerstadt: Führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens riefen zu einer Spenden- und Solidaritätsaktion auf und lösten einen überwältigenden emotionalen Schub in der Bevölkerung aus. Der Senat stellte im Rahmen eines Sofortprogramms 2 Mio. DM (1990) und 2,5 Mio. DM (1991) bereit. Hamburger Institutionen, Organisationen, vor allem aber Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Kinderheime, Firmen, Kultureinrichtungen, Kirchengemeinden u.v.m. sammelten, spendeten, übernahmen Patenschaften und Partnerschaften, gründeten eine Vielzahl von Partnerschaftsinitiativen, die zum größten Teil heute noch bestehen. 
[…]   Die "Briefbrücke" wurde in dieser Zeit von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Hamburg ins Leben gerufen. Wie damals werden auch heute noch ca. einmal im Monat Briefe und Geldspenden zwischen Hamburger und Petersburger Familien hin- und hertransportiert. 
Aus diesen Mensch-zu-Mensch-Aktionen haben sich Tausende von langfristigen Bürgerkontakten entwickelt. Heuten gehen wir von mehr als 30.000 Freundschaften zwischen Hamburg und St. Petersburg aus. Aus jenen Jahren stammen auch die großen Städtepartnerschaftsprojekte wie die Gründung des ECAT (Environmental Centre for Administration and Technology), das Hamburger Praktikantenprogramm für angehende Fach- und Führungskräfte und die Partnerschaft des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit dem Kinderkrebszentrum und Knochenmarktransplantationszentrum der Staatlichen Pawlow-Universität St. Petersburg.
(Hamburg.de)

Im Jahr 2012 geht es St Petersburg erheblich besser.
Die zweitgrößte russische Stadt hat fast fünf Millionen Einwohner und prosperiert.

Sie schafft sich dafür aber auch künstliche Probleme, die mit dem zunehmenden Einfluss der Religion zusammenhängen und erstmals scharfe kritische Töne aus Hamburg erschallen lassen.

St. Petersburg beschließt Gesetz gegen "Homo-Propaganda"
Der Stadtrat von St. Petersburg hat am Mittwoch mit 31 gegen sechs Stimmen ein Gesetz verabschiedet, das "Werbung" oder "Propaganda" für Homosexualität unter Strafe stellt.
Das Gesetz verbietet "öffentliche Aktivitäten", die Werbung für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" sowie für Pädophilie machen. Es war von der Putin-Partei "Einiges Russland" ins Parlament eingebracht worden. Verstöße sollen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 12.000 Euro geahndet werden - noch im Dezember war eine Maximalstrafe von u
mgerechnet 1.200 Euro geplant. 
[…] Der Abgeordnete Alexander Kobrin erklärte nach Angaben der Tageszeitung "Moi Rajon", dass dann die Werke vieler bekannter russischer Autoren - wie von Nikolai Kljujew und Michail Kusmin - wegen homosexueller Inhalte in Schulen nicht mehr behandelt werden dürften. 
[…]   Ein solches "Homo-Propaganda"-Gesetz führt nicht nur dazu, dass CSDs generell verboten wären, auch die Arbeit von Coming-out-Gruppen oder HIV-Prävention wäre kaum mehr möglich. Unklar ist noch, ob das Gesetz auch Auswirkungen auf schwule oder lesbische Reisende nach St. Petersburg haben wird.
In Deutschland fordern nun die Grünen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) auf, in Russland zu protestieren: "Dieses Gesetz darf keinen Bestand haben. Das Auswärtige Amt und Außenminister Westerwelle müssen unverzüglich in Russland demarchieren, um eine Rücknahme dieses Gesetzes zu erreichen", erklärte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. Es bestehe die Gefahr, dass dieses Gesetz noch in weiteren Regionen Nachahmer findet.

Volker Beck ist auch lustig! 

Er erwartet ausgerechnet von Westerwelle etwas zu sagen? 
Guter Witz. 
Westerwelle und Menschenrechte? Westerwelle und politische Aktivität? Westerwelle und Moral?

Da ist es ja wahrscheinlicher, daß Ratzinger nach St. Petersburg geht und mit der Regenbogenfahne wedelt.

Der Merkel-Regierung sind Menschenrechte herzlich egal, wie ihr Kungeln diese Woche mit Kasachstans Diktator Nasarbajew beweist.
Soeben hat sie den Präsidenten, der foltern und morden läßt, mit einer „Rohstoff-Kooperation“ aufgewertet und dabei die scharfen Proteste von Amnesty International und Human Rights Watch ignoriert. 
Menschenleben sind der begeisterten Waffenhändlerin keinen einzigen Euro wert.

Anders als die blamable schwarzgelbe Regierung haben sich übrigens Englands konservativer Premier Cameron und US-Außenministerin Clinton scharf gegen das Anti-Homo-Gesetz in St Petersburg ausgesprochen.

Und eben Hamburg.

Einstimmig ächtete die Bürgerschaft ein Gesetz, das gestern in Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg beschlossen wurde. Demnach wird die "Propaganda von männlicher und weiblicher Homosexualität" sowie Bisexualität in der russischen Metropole unter Strafe gestellt. Urheber ist die Partei Vereintes Russland von Ministerpräsident Wladimir Putin. Die Bürgerschaft drückte "ihre tiefe Besorgnis über die aktuelle Entwicklung in St. Petersburg" aus und erinnerte die Partnerstadt an das russische Bekenntnis zu den Menschenrechten. Hamburg und St. Petersburg (damals: Leningrad) gingen 1957 die erste deutsch-russische Städte-Partnerschaft ein.

Freitag, 20. Januar 2012

Brainwashing.

Heute war ich beim Augenarzt und steckte im Wartezimmer mit zweien dieser Klischee-Kinder fest, die von Monika Gruber als „Pablo-Herodes“ charakterisiert, die von taz-Redakteurin Anja Maier in „Lassen sie mich durch, ich bin Mutter!“ portraitiert werden.
Unangenehm und nervtötend, diese kleinen halslosen Ungeheuer mit den schrillen Stimmen in Achterdeck-Phonstärke.

Allerdings hatte ich auch Gelegenheit den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu erkunden, da beide Blagen von ihren Erzeugerinnen begleitet wurden.

Es handelte sich um den Typ Mutter, der eine professionelle Indolenz gegenüber den eigenen Leibesfrüchten entwickelt hat. Da können die Ableger mit ihren klebrigen Fingern die größten Verwüstungen* anstellen, ohne daß der Aufmerksamkeitshorizont ihrer dauertelefonierenden Mütter erreicht würde.

* (Das Wartezimmer verfügte über ein Tablett mit Getränken in offenen (!) Karaffen und verschiedenen Gläsern aus echtem Glas! - Böser Fehler!)

Mütter der Sorte blondhaarig, streng mit einer großen goldenen Spange zurück gebunden, Louis Vuitton-Tasche, am Ohr festgewachsenes Smartphone, Schlangenlederstiefeletten, Goldrolex, nicht Guten-Tag-sagend, nicht Türen-schließend, nicht-Rücksicht-nehmend, zehn Zentimeter weiß lackierte Fingernägel; Mütter dieser Klasse verziehen ihre Brut auf absehbare Weise.

Kinder kommen in den seltensten Fällen als Arschlöcher auf die Welt, aber das Problem mit ihnen ist, daß sie ungeheuer beeinflussbar sind und ihre Umwelt extrem auf sie abfärbt.

Ich finde es nicht gut, daß einfach so, jeder Kinder machen darf, ohne daß er über die elementarsten Erziehungsqualifikationen verfügt.
Es hat sich doch offensichtlich noch nicht genug herumgesprochen, daß Säuglinge kaputt gehen können, wenn man sie über den Balkon wirft, daß sie beschädigt werden, wenn man sie in Plastiktüten in der Tiefkühltruhe lagert.

So ein Kindergehirn ist noch polypotent und vielfach formbar.

Religiotische Eltern versuchen mit beachtlichem Erfolg ihre Brut ebenfalls zu religiösisieren.
Die Prägung auf Priester kann nach so einer Gehirnwäsche erstaunliche Ausmaße annehmen.

Wir erfahren das soeben wieder in dem Prozeß gegen Pfarrer Andreas L., der aus dem Problem-Bistum Hildesheim der wahrheitsantagonistischen Bischöfe Trelle und Bongartz stammt.
Die Fakten sind schnell erklärt, da sie weder von Täter noch Opfern bestritten werden.

Andreas L. hat zugegeben, sich zwischen 2004 und 2011 in 280 Fällen an drei Jungen vergangen zu haben, zwei von ihnen waren zu Beginn des Missbrauchs neun Jahre alt. In 223 Fällen soll es sich um schweren Missbrauch gehandelt haben. Er verging sich an ihnen am Tag und am Abend - und manchmal auch morgens vor der Messe.
(Julia Jüttner 19.01.2012)

Man könnte als Atheist auf die Idee verfallen, daß die Eltern von zwei der drei Jungen nun nicht mehr so begeistert von der katholischen Kirche wären, daß vor allem die Jungs selbst nach einem sieben Jahre währenden penetrativen Verhältnis zum Pfarrer, also kontinuierlichen Kopulationen mit dem Gottesmann, beginnend im Alter von neun bis zu 16 Jahren, ein klein wenig missgünstig gegenüber der Kirche wären.

Aber weit gefehlt.

Insbesondere die Mutter der beiden ist besonders fromm und beklagt sich noch heute, daß andere in ihrer Gemeinde schlecht über den Pfarrer geredet hätten. Ihr jüngster Sohn möchte wieder Messdiener werden.

Die Nähe ihrer Söhne, besonders des einen, zum Pfarrer, nein, die sei ihr nicht eigenartig vorgekommen, sagt die Frau im Zeugenstand.
[….] Dass Andreas L. zu diesem Zeitpunkt längst ein Kontaktverbot gegen einen weiteren Jungen einhalten muss, davon habe sie gehört, sich aber nicht weiter darum gekümmert. "Ich beteilige mich nicht an Klatsch und Tratsch in der Gemeinde" [….] "Ich habe es nicht so empfunden, dass er über uns Kontakt zu den Kindern wollte", sagt sie bestimmt. Der Pfarrer habe sich mit ihr anfreunden wollen. Und sie sich ganz offensichtlich mit ihm. Vor Gericht scheint es, als fühle sie sich noch immer auf irgendeine Art mit ihm verbunden. Vielleicht ist es das, was Andreas L. den Missbrauch leicht gemacht hat: Die Hochachtung, die ihm als Pfarrer entgegengebracht wurde.
(Julia Jüttner 19.01.2012)

Die Spon-Autorin Jüttner spricht von „homopädophilen Neigungen des Pfarrers“ für deren Befriedigung die „Jungen herhalten mussten.“

Sie benutzt dabei die Begriffe nicht korrekt und verquickt (zur Freude von Kreuznet und Co) die Begriffe Homosexualität und Pädophilie.

Pädophilie ist aber das sexuelle Interesse an vorpubertären Kindern - unabhängig vom Geschlecht. Es gibt homo-, hetero- und bisexuelle Pädophile; letztere sind aber deutlich seltener als die ersten beiden.
Bezieht sich der Sexualtrieb auf vorpubertäre Jungs spricht man von Androphilie; sind Mädchen vor der Geschlechtsreife Objekt der Begierde, handelt es sich um Gynäkophilie.

Tatsächlich sind übergriffige Sexpastoren aber meistens ephebophil - also sexuell an männlichen Pubertierenden und Heranwachsenden interessiert.
Seltener kommt bei Priestern Parthenophilie vor, also sexuelles Interesse an weiblichen Jugendlichen.

Der Begriff pädophil wird sehr häufig falsch verwendet und ist zudem den Opfern gegenüber beleidigend, da das Wort „Philos“, also Liebe, den falschen Eindruck einer positiven, gegenseitigen Angelegenheit erweckt.
Der angebrachtere Oberbegriff lautet also „Pädosexualität“.

Pädosexualität ist in der Regel nicht der ausschließliche Aspekt der Sexualität eines Mannes.

In mehreren phallometrischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein hoher Prozentsatz erwachsener Männer durch präpubertäre Stimuli sexuell erregt wurde. So kam Wolfgang Berner in entsprechenden Studien auf einen Anteil von 25 %.
Im Unterschied zu Pädophilen jedoch interessieren sie sich sexuell in erster Linie für Erwachsene. Ebenso sind Pädophile teils auch durch Erwachsene stimulierbar, interessieren sich aber in erster Linie für Kinder.

(Wolfgang Berner: Pedophilic Sexual Orientation: A Fuzzy Expression. Archivies of Sexual Behavior, 31)

Männliche Homosexualität ist also etwas ganz anderes als Androphilie (vulgo: Pädophilie) und auch etwas anderes als Ephebophilie - allerdings schließen sich diese Veranlagungen nicht gegenseitig aus.

Das gilt genau entsprechend bei Heterosexualität, die etwas anderes als Gynäkophilie und etwas anderes als Parthenophilie ist. Einige Heterosexuelle haben aber zusätzlich auch gynäkophile und/oder parenthophile Neigungen.

Die Häufung ephebophiler Sexualkontakte unter katholischen Priestern hat mehrere Ursachen.

Erstens werden durch die Politik des Vatikans grundsätzlich erheblich mehr homosexuell Fühlende Priester.
Zweitens haben schwule Priester ein grundsätzlich unnatürliches Verhältnis zu ihren Trieben (Zölibat, grundsätzliche Verteufelung von Sex und Homosexualität im besonderen), sie haben also nie gelernt mit ihren Gefühlen umzugehen und befinden sich entwicklungspsychologisch selbst auf dem Stand eines Pubertierenden, neigen also bei ephebophilen Kontakten aus ihrer Sicht zu „Gleichaltrigen“.
Drittens macht ihr Job Gelegenheit. Ihnen werden oft fremde Kinder anvertraut und durch ihre Stellung als Respektsperson können sie sich durch Drohungen vor dem Bekanntwerden ephebophiler Taten schützen.

Diese Zusammenhänge kann man wissen und sollte sie insbesondere als Katholik mit Kindern wissen.
Ich möchte nicht Religion verbieten.

Aber im speziellen Fall der katholischen Kirche, dessen Führer sich so sehr bemühten die Pädophilen unter ihnen vor Strafe zu schützen und ihnen immer wieder neue Kinder zuzuführen, wäre es mehr als angebracht eine Indizierung „FSK 18“ zu fordern.

Gegen den Führer der Katholischen Sekte, Papst Benedikt XVI, liegen beim internationalen Gerichtshof in Den Haag Klagen vor.



Einige Beobachter haben die Zahl der Opfer sexueller Gewalt durch Priester und den Klerus im Laufe der letzten drei Jahrzehnte auf nahezu 100.000 geschätzt; diese Zahl wird sich mit aller Wahrscheinlichkeit noch erhöhen, wenn sich mehr Überlebende melden und die zivilen Behörden ihre Untersuchungen in Lateinamerika, Afrika und Asien aufnehmen.
Die Tatsache, dass der Vatikan seit Langem auf der Grundlage seiner Richtlinien und Verfahren sexuelle Gewalt durch Priester auf eine Art und Weise behandelt, die quasi sicherstellt, dass diese Gewalt weitergehen kann, ist genauso schockierend und in höchstem Maße besorgniserregend wie das Ausmaß und die Schwere dieser Vergehen. Hochrangige Amtsträger im Vatikan, einschließlich Papst Benedikt XVI, hatten entweder Kenntnis von diesen Informationen, die belegten, dass
Untergebene diese Straftaten begingen oder im Begriff waren, sie zu begehen, oder sie haben diese Informationen in einigen Fällen wissentlich ignoriert und somit den übergreifenden Priestern ohne Warnung für die potentiellen Opfer Zugang zu Kindern und verwundbaren Erwachsenen ermöglicht oder sogar erleichtert.
(Aus der SNAP-Klageschrift)

Joseph Ratzinger’s Patronage of the Sexual Crimes of the Clergy Finally, there is the strong suspicion that Dr. Joseph Ratzinger, as Prefect of the Congregation for the Doctrine of the Faith of his church and as pope, has up to the present day systematically covered up the sexual abuse of children and youth and protected the perpetrators, thereby aiding and abetting further sexual violence toward young people in the meaning of Art. 7(1)(g) ICCSt. Meanwhile, it is known that during the last decades, thousands of Catholic priests have sexually abused and raped tens of thousands of children and youth. The following account is limited to the sexual crimes committed in the countries most affected and some examples of the cover-up by the church. It is mainly based on the compilation by Geoffrey Robertson QC, THE CASE OF THE POPE, 2010 (enclosed) and the reports of German and English media.
(Criminal Charges Against Dr. Joseph Ratzinger, Pope of the Roman Catholic Church on grounds of Crimes against Humanity According to Art. 7 ICC Statute: To the Prosecutor The International Criminal Court. Dr. Luis Moreno Ocampo, Maanweg, 174, NL-2516 AB Den Haag.)

Jedem über 18-Jährigen stünde es nach meinem Vorschlag frei in katholische Kirchen zu gehen und allein mit den Priestern zu sein.
Jeder möge dann als Messdiener so viel und ausführlich mit den Geistlichen kopulieren, wie er mag.
Was Erwachsene freiwillig miteinander tun, geht niemanden etwas an.

Einige Tätigkeiten sind aus gutem Grund für Kinder verboten.
Waffen, Glücksspiel, Alkohol, Sex, Autofahren, Wählen, Heiraten, etc.
Es obliegt den Eltern sie davon abzuhalten.

Unglücklicherweise versagen aber viele Eltern dabei ihre Kinder von den Krallen der Katholischen Kirche fernzuhalten.

Ein erschreckendes Beispiel für die Unverantwortlichkeit ist ein Bericht eines Schülers aus der neunten Klasse, der vorgestern im Hamburger Abendblatt veröffentlicht wurde.
Robert Skoruppa heißt der arme Junge, dem seine gewissenlosen Eltern erlaubten mit einem Priester zur Papstmesse nach Berlin zu fahren.
Unfassbar.
Es wäre wenig verwunderlich, wenn der kleine Robert zur Einschulung Zigarren bekommen hätte und an seinem zehnten Geburtstag eine Kiste seines Lieblings-Whiskys von Papa gereicht bekommen hätte.
Das Brainwashing hat groteske Züge angenommen.

Der Kleine fasst das erlebte Grauen in eigene Worte:

Die Sitzplätze waren so unterteilt, dass vorne der Altar war, wo der Papst, die Bischöfe und einige Priester saßen, auf dem Spielrasen in der Mitte befanden sich Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Wulff.
[…] Vor der heiligen Messe kam der Papst dann mit dem Papamobil an. Sofort sind alle Menschen aufgestanden, um ihn zu begrüßen und ein Foto zu schießen.
In diesen Augenblicken sah es von Weitem so aus, als würden Millionen von funkelnden Sternen das ganze Stadion erhellen.
[…] Bei der Kommunionausteilung bat mich ein Pfarrer, seinen großen Regenschirm zu halten. Der Schirm war für die Menschen, die die heilige Kommunion empfangen wollten, ein Zeichen, zu dem sie hinkommen konnten. Der Pfarrer war so nett, dass er mir den Schirm sogar als Andenken schenkte.
[…] Nach der heiligen Messe haben wir uns dann alle am Bus vor dem Stadion versammelt und fuhren glücklich und überwältigt nach Hause.
Dieser Tag hat mir wirklich sehr gefallen und ich werde so etwas vielleicht nicht noch mal erleben. Es war ein Tag voller wunderbarer Eindrücke.
(HH Abla 18.01.12)

Ich denke hier kann nur noch eine lange, intensive Psychotherapie helfen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Sonntag, 15. Januar 2012

Der Heuchler schrumpft den Lügner.

Die Republikaner haben schon was.
Statt den auf der Straße liegenden Wahlsieg gegen einen schwachen und unbeliebten Präsidenten einfach nur einzusammeln, zerlegen sie sich selbst.

Gemessen an den gewaltigen Erwartungen und des exorbitanten Vertrauensvorschusses, mit dem der Tiger Obama („YES; WE CAN!“) 2008 gestartet war, liegt er jetzt als passiver Bettvorleger da. Die Wirtschaftsdaten zeigen ein „No, I cannot“ und die erbärmliche Bilanz bei der Nahost-Politik oder den Menschenrechten (Guantanamo,..) will ich erst gar nicht ansprechen.

Es ließe sich trefflich darüber streiten, ob Obama 2007 und 2008 den Mund viel zu voll genommen hat und unrealistische Erwartungen schürte, oder ob er es ab 2009 gar nicht erst versucht hat.

Die Grand Old Party aber tut dem Demokraten im Weißen Haus den Gefallen ihn a posteriori zu erhöhen, indem sie solch peinliche Politzwerge aufstellt, daß neben ihnen auch ein Hydrant imposant wirkte.

Die grotesken Geiferer Santorum, Gingrich, Cain, Perry und Bachmann blockieren sich gegenseitig, indem sie einander mit immer schrilleren Hassparolen die Wähler abnehmen.
Neben dem Quintett der Qualen, gibt es die drei Solitäre Paul, Huntsman und Romney.
Der alte Texaner Ron Paul nimmt sich Narrenfreiheit und tanzt so sehr aus der Reihe, daß ihn die anderen gewähren lassen, weil er ohnehin keine Chance hat die Nominierung zu gewinnen.
Huntsman versucht es mit einer für Republikaner ganz neuen Strategie und bringt so was wie Vernunft und Realitätssinn in die Primaries.
Ein Selbstmordkommando, denn für derlei Abstrusitäten sind die Fox-Viewer und Teebeutler nun wirklich nicht zu haben.
Der Auch der Mormone John Huntsman wird bald aufgeben müssen.

Bleibt noch der zweite Mormone Mitt Romney, der mehrere Vorteile mitbringt.
Er ist nicht ganz so geistig umnachtet wie Bachmann oder Cain, deren Intellekt hart an der Grenze zum Schwachsinn liegt.
Er ist zudem ultraflexibel und ist dementsprechend bereit so ziemlich alles zu sagen, das den Leuten gefallen könnte und last but not least ist er Multimillionär, der im Zweifelsfall hunderte Millionen aus eigenen Mitteln in seine Kampagne stecken kann.

Nun erleidet der Mormone mit dem Hang zu verbalen Ausrutschern den Nachteil des Frontrunners; alle sind gegen ihn und sezieren seine Sätze.

„Ich mag es, wenn ich Menschen feuern kann, die mir Dienste leisten“, hatte Mitt Romney, der Kandidat für die Präsidentschaftskandidatur der amerikanischen Republikaner, in einer Wahlveranstaltung gesagt. Nun fallen nicht nur die Demokraten, sondern auch seine Konkurrenten um die Kandidatenkrone über ihn her. „Gouverneur Romney genießt es, Leute zu feuern. Ich genieße es, Stellen zu schaffen“, sagt John Huntsmann, der frühere Gouverneur von Utah. Newt Gingrich, der ehemalige Sprecher des Abgeordnetenhauses, zieht darüber her, dass Romney früher Unternehmen „ausgeplündert“ habe.
(FAZ 10.01.2012)

Es fällt leicht Romney anzugreifen, da er ohnehin als „Flipflopper“ gilt; also jemand, der ständig seine Meinungen wechselt.
Und das mögen GOPer gar nicht.


Schein bedeutet dabei mehr als Sein.
Newt ("Der Molch") Gingrich beispielsweise agiert gegen den Flipflopper-Verwurf nahezu immun, obwohl auch er alles andere als gradlinig ist.

Der Molch wird aber durch seine Vergangenheit zweifelsfrei rechtsaußen einsortiert.
Da schaden auch ein paar Lügen und Scheidungen nicht.
Romney hingegen muß der Parteibasis erst noch beweisen, daß er wirklich so stramm konservativ-fundamentalistisch denkt, wie er redet.

Noch nicht mal seine Homophobie wird ihm zu 100% abgenommen. Und nur wer Schwule wirklich glaubwürdig hasst und verdammt wird von der Parteibasis gemocht.

Immer noch schwirrt ein Flyer aus seiner Gouverneurszeit umher, auf dem er den Schwulen ein „great Pride Weekend“ wünscht.



Romneys Staat Massachusetts gilt insgesamt als Feindbild der Rechten - dürfen doch dort die verhassten Tunten heiraten.

Gingrich verhöhnt Romneys "Massachusetts-Kultur" (Codewort für "links") und ätzt: "Sie kandidieren doch seit den neunziger Jahren." Rick Santorum schimpft Romney einen Feigling, Rick Perry nennt ihn einen Insider. Und Jon Huntsman, für den es in dieser Woche um alles geht, echauffiert sich so über Romneys Tiefschlag vom Vorabend, dass seine breiten Lippen beben: "Deshalb ist diese Nation so gespalten - wegen so einer Attitüde".
(Mark Pitzke 09.01.2012)

Liberale Ansichten über Schwule sind echtes Urnengift!

Romney: Trust Me, I'm Homophobic!
Mitt Romney would like Republican base voters in Iowa to think he's as bigoted as they are. His record doesn't back up his assertions but he didn't get the nickname Flip Flop Mitt for naught and I'm willing to believe him on this one. His new radio ad-- for backward areas only (not something he's running in New Hampshire)-- is all about how homophobic he claims to be. According to a piece that went out over the AP this morning Romney "has come under criticism from conservatives for his past support of some gay rights issues. [He] says he is the only major GOP candidate backing a constitutional amendment to ban same-sex marriage."
(Howie Klein 2007)

Nächste Station auf dem GOPer-Vorwahlplan ist das weitgehend evangelikale South-Carolina, welches bereits von der geistig retardierten Teebeutlerin Gouverneurin Nikki Haley regiert wird.
Hohe Zeit für die Rechtsaußen sich gegen den davon stürmenden Romney zu vereinigen.

Traditionell wird es in dem konservativen Staat besonders schmutzig.
Hier hatte einst GWB den Mitbewerber John McCain mit einer bis dahin nie gesehenen Schmutzkampagne aus dem Rennen geschubst.
Die Ultrarechten rotten sich nun zusammen.

Es ist die Stunde der Super-PACs (Political Action Committee, politisches Aktionskomitee), jener berüchtigten, unregulierten Spendengruppen, die ohne irgendwelche Regeln die Gegner killen wollen

Allein Gingrichs Super-PAC „Winning Our future“ gibt in South-Carolina fast vier Millionen Dollar für Anti-Romney-Werbung aus.
Ziel sind dessen Behauptungen er habe als CEO der „Bain Capital“ 100.000 Jobs geschaffen. Eine Zahl, die außer ihm kaum jemand ernst nimmt.

Die Zeitung Wall Street Journal kam in einer Untersuchung zum Schluss, dass 22 Prozent von 77 Unternehmen, in die Bain Capital während der Romney-Jahre investierte, acht Jahre später sich im Konkurs sanierten oder pleite waren.
Vor diesem Hintergrund zündet die Empörung über die Zitate des Herrn Romney. Schon im vergangenen August erregte er in einer hitzigen Debatte auf der Iowa State Fair Aufsehen mit dem Satz „Unternehmen sind Menschen“. Auch das hört sich bizarr an, aber es trifft den Kern: Alle Einkommen, die Unternehmen erwirtschaften, flössen letztlich Menschen zu, argumentierte Romney.
(FAZ 10.01.2012)

Oberheuchler Gingrich, der selbst Millionen aus bailout-Steuermitteln* abgegriffen hatte, macht jetzt auf „Occupy-Newt“ und bezichtigt den Mormonischen Millionär eine üble Heuschrecke zu sein.

*Newt Gingrich made between $1.6 million and $1.8 million in consulting fees from two contracts with mortgage company Freddie Mac, according to two people familiar with the arrangement.
(Bloomberg.com 16.11.2011)

Ein PR-Film soll nun Romney töten.


(Kurzversion)

Der Film erinnert in seiner Machart an den linken Regisseur Michael Moore: Unidentifizierte Männer und Frauen schildern ihr Schicksal, Arbeitslosigkeit und Armut, und sie behaupten dann: 'Ich habe begriffen, dass dieser Mann unser Leben zerstört hat.' Man sieht Koffer voller Hundert-Dollar-Noten und hört den Kommentar: 'Man weiß nicht, was größer war, seine Gier oder die Bereitschaft, alles für einen hohen Gewinn zu tun.'
Das 20-Minuten-Video 'When Mitt Romney Came to Town', zu deutsch: Als Mitt Romney in unsere Stadt kam, auf der Internetplattform Youtube ist Wahlkampf vom Feinsten: Romney, der Favorit im Wettbewerb um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, wird darin ob seiner Karriere beim Finanzinvestor Bain Capital regelrecht hingerichtet - als Mann, der 'an der größten Vernichtung von Jobs in Amerika seit dem Zweiten Weltkrieg' teilgenommen hat. Die Macher des Filmchens allerdings sind weder Michael Moore, noch die amerikanischen Gewerkschaften, noch die Demokratische Partei; sie kommen aus dem Umfeld des konservativen Kandidaten Newt Gingrich.
Es ist eine der erstaunlichsten Phänomene dieses Vorwahlkampfs: Die weit nach rechts gerückte Republikanische Partei streitet sich über die guten und schlimmen Seiten des Kapitalismus. Wobei der nicht ganz so konservative Romney vom äußerst rechten Newt Gingrich des Raubtierkapitalismus bezichtigt wird.
(Nikolaus Piper 14.01.12)


(Langversion)

Montag, 9. Januar 2012

Wenn alte Männer (sich) hassen.

Jetzt bin ich aber echt langsam genervt!

Ich fühle mich ernsthaft homosexuell belästigt. Dauernd muß man sich mit dem Thema rumärgern. Dabei interessiert es mich gar nicht besonders - so wie mich generell nicht interessiert, was die Leute in ihren Schlafzimmern treiben.

Neulich hat mal ein Kathole in einer Talkshow empört von einem „Dammbruch“ (eine in dem Zusammenhang etwas verunglückte Metapher) gesprochen, den die „Homo-Ehe“ darstelle. Was komme dann als Nächstes? Die Ehe zu dritt? Dann könne man wohl auch bald seinen Schäferhund heiraten oder seinen Bruder!

Lassen wir mal den Schäferhund weg, weil ich meine, eine Ehe darf nur freiwillig eingegangen werden (und wer weiß schon genau was ein Schäferhund insgeheim denkt), aber ansonsten: Why not?
Ich kann prinzipiell kein moralisches Problem dabei erkennen, wenn drei, vier oder sieben Leute miteinander verheiratet wären.

Mit dem Statement möchte ich eigentlich die Diskussion abschließen.

Aber diese homomanischen Kleriker können es ja einfach nicht lassen. Dauernd hauen die wieder solche Klopper raus, die man einfach nicht unkommentiert lassen kann.
Jetzt war es wieder mal der Pontifex Maximus, den man unglücklicherweise nicht ignorieren kann, weil er für 1,2 Milliarden Katholiken spricht.

"Papst Benedikt XVI. hat vor dem Untergang der Menschheit gewarnt, sollten Regierungen Schwule und Lesben gesetzlich gleichstellen.
Schwule und Lesben könnten die Welt in den Abgrund reißen, warnte der Papst."


ABSOLUT ÜBERZEUGEND, Herr Ratz!

Da bin ich noch a posteriori stolz auf unsere wackeren Parlamentarier, die Ihren Weisheiten stehend applaudierten!

Das ist das Schlimme daran.
Spräche der Chefkathole in seinem bunten Kleid und den roten Schühchen nur zu seinen Schäfchen, die sich das freiwillig anhörten, hätte ich keinerlei Probleme mit solchen Äußerungen.

Aber solche Leute werden von Steuergeldern bezahlt, maßen sich an für die gesamte Menschheit zu sprechen und werden zu allem Übel auch noch so hofiert, daß kein Rundfunkrat, keine Schwangerenberatung, keine Talkshows und auch keine Ethikkommission ohne sie auskommt.

Kurioserweise hat man dabei durchaus mal leicht kritische Anmerkungen zur Qualifikation Kardinal Marx‘ für Angela Merkels Atom-Ethikkommission gelesen. Was wisse denn ein Theologe über Atomphysik?
Berechtigte Frage.
Aber eigentlich liegt doch die Frage, was eigentlich alte zölibatäre Männer, die nichts mit Frauen zu tun haben wollen und immer mal wieder mit Päderasten-Skandalen auffallen, eigentlich als Sexualmoralisten qualifiziert, viel näher.

Papst und Katholische Kirche mischen sich aber mehr und mehr massiv in die Gesetzgebung ein, um ihre homophoben Vorstellungen FÜR ALLE durchzudrücken.

Und nun also der nächste Ausfall des Hetzers aus Rom.
Heute legte er beim traditionellen nachweihnachtlichen Empfang vor Diplomaten im Vatikan noch mal eine ordentliche Schippe Hass nach; ich zitiere Radio Vatikan:

Die Ehe, schärft der Papst den Diplomaten aus 178 Ländern ein, ist eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Das sei nicht bloß gesellschaftliche Konvention, sondern „die Grundzelle der ganzen Gesellschaft“. Deshalb bedroht eine Politik, die die Familie gefährdet, letztlich „die Zukunft der Menschheit selbst“.
(RV.va 09.01.12)

Außer einem klaren Ziel wie dem, die Jugendlichen zu einer vollen Kenntnis der Realität und damit der Wahrheit zu führen, braucht die Erziehung auch Räume. Unter diesen steht die auf die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gegründete Familie an erster Stelle. Es handelt sich dabei nicht um eine bloße gesellschaftliche Konvention, sondern um die Grundzelle der ganzen Gesellschaft. Folglich bedroht eine Politik, welche die Familie gefährdet, die Würde des Menschen und die Zukunft der Menschheit selbst. Der familiäre Rahmen ist grundlegend auf dem Erziehungsweg und für die Entwicklung der Individuen und der Staaten; demnach ist eine Politik notwendig, die den Wert der Familie betont und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Dialog unterstützt. […]
Generell bin ich, vor allem mit Blick auf die westliche Welt, davon überzeugt, dass Gesetzesmaßnahmen, welche die Abtreibung aus persönlichen Motiven der Nützlichkeit oder aus zweifelhaften medizinischen Gründen nicht nur erlauben, sondern zuweilen sogar fördern, der Erziehung der Jugendlichen und damit der Zukunft der Menschheit entgegenstehen. [??]
(Papst Benedikt XVI am 09.01.12)

Gefährlich sind weniger die Schwulen. Gefährlich ist dieser Papst.

Die im Original auf Französisch gehaltene Rede forderte natürlich Widerspruch heraus.
Zum Beispiel:

Nun, das mag Benedikts Sicht auf die Welt sein. Ich kenne kaum Familien, die durch die Homosexualität eines Sohnes, einer Tochter, eines Kindes, eines Enkels in den Grundfesten erschüttert wurde. Höchstens durch Ablehnung und Festhalten an überalterten Vorstellungen, man könne „so etwas“ heilen. Daran zerbrechen übrigens noch immer viele junge Homosexuelle, die Selbstmordrate ist um ein Vielfaches höher als bei gleichaltrigen Heterosexuellen. Wenn der Papst so etwas sagt, dann gibt es junge, homosexuelle Menschen auf der ganzen Welt, die verängstigt sind, ja die sich fortan selbst hassen für das, was sie sind. Einer, der die Hand gegen sich selbst erhebt, weil der Papst solche Worte sagt – man mag den Gedanken nicht zu Ende denken. Doch was der Papst sagt, gefährdet andere. Gerade junge Menschen.
Der Papst müsste eigentlich auch besser wissen, dass Institutionen, die für andere da sind, die sich um eine bessere Gesellschaft bemühen, oftmals ohne Homosexuelle, die sich nicht um ihren Fortbestand, sondern um die Gemeinschaft kümmern, gar nicht mehr existieren könnten. Warum er das wissen müsste? Nun, es gibt den begründeten Verdacht, dass seine eigene eine solche ist.
(Christian Eckl 09.01.12)

Ich denke hier kommen wir zum psychologischen Kern des päpstlichen Widerstandes gegen die zunehmende Anerkennung von Homosexuellen-Rechten.
Akzeptierte, ganz normale Schwule gefährden den Fortbestand der Katholischen Kirche.
So hat vor einiger Zeit der Nollendorfblog argumentiert. (Leider offline im Moment)
Aus meinem Gedächtnis zusammengekratzt:

Die RKK fühlt sich bedroht, weil das über Jahrhunderte praktizierte Rekrutieren junger Männer für den Priesterberuf nicht mehr funktioniert, wenn Homosexualität so „normal“ ist und geduldet wird, daß jeder schwule Junge vom Dorf machen kann, was er will.
Früher „mussten“ sie eben Pfarrer werden, um nicht aufzufallen.
Der Zwang fällt jetzt mehr und mehr weg und die Konsequenz sehen wir ja auch an der rapide sinkenden Zahl der Priesterseminarkandidaten.

Für die RKK als größte transnationale Schwulenorganisation der Welt ein echtes Problem.

Vereinfacht gesagt: Wenn die Tunten heutzutage Bürgermeister oder Außenminister werden, bleiben weniger für den Vatikan übrig.
Und da braucht es so einige.

In diese Richtung argumentiert auch Prof. Dr. Uta Ranke-Heinemann im Gespräch mit dem „weißen Pferd“.

Ranke-Heinemann:
Durch die Begünstigung der homosexuell Veranlagten verwechselt mancher junge Mann - in aller Unschuld - seine homosexuelle Veranlagung mit göttlicher Berufung. In keinem Beruf ist der Anteil der Homosexuellen so hoch wie im katholischen Klerus - und da wiederum: je höher in der Hierarchie, desto größer der Prozentsatz. 60 % des Vatikans sind homosexuell.

Redaktion:
Wieso werden die Homosexuellen begünstigt?


Ranke-Heinemann:
Das oberste Gebot der Priestererziehung lautet, besonders seit der Mönch Luther eine Nonne geheiratet und eine riesige Priesterheiratswelle ausgelöst hatte: »Kein Skandal mit Frauen.« Je höher man in der Kirchenhierarchie steigt, desto mehr wird man handverlesen. Da werden nur Leute genommen, bei denen man in diesem Punkt sicher ist. Bischöfe müssen eigens schwören: keine Frauenpriester, keine Priesterfrauen, keine Verhütung. Daran sieht man übrigens, zu welchem Zölibats-Credo das Christentum zusammengeschrumpft ist ...

Redaktion:
Warum will die Kirche den Zölibat nicht aufgeben?

Ranke-Heinemann:
Die Homosexuellen im Vatikan würden mit Abschaffung des Zölibats ihr ideales Biotop verlieren, darum halten sie mit Zähnen und Klauen an ihm fest. Wenn nämlich jetzt plötzlich die First Lady des Papstes den Kardinälen die Schau stehlen würde, dann käme dieses frauenlose, monosexuelle Terrarium durcheinander. Bisher ist es doch so: Alle Hirten sind Männer, alle Frauen sind Schafe. Dieses klare Oben und Unten wäre gefährdet.

Ratzinger steckt also in der Patsche, denn nur eine homophobe Gesellschaft liefert ihm genügend Nachwuchs.
Würde sich die Kirche selbst homofreundlicher geben, wie es die armen Verwirrten von der HUK wünschen, hülfe das auch nichts, denn eine offiziell schwule Geistlichkeit würde die Klemmschwestern abschrecken, die dann ihre Deckung verlören.

Es bleibt dem Papst also nur übrig weiterhin gegen viele Menschen zu hetzen.

In dem Zusammenhang möchte ich auf eine Facebook-Diskussion in der frommen Gruppe „SUPERSTAR FRANZ-PETER TEBARTZ-VAN ELST“ verweisen.

Ein echter Fan des Limburger Bischofs bat die Administratoren inständig seinen Oberhirten endlich zufrieden zu lassen.

Ich zitiere zwei Kernsätze seines Schreibens:

„….aber bitte lassen Sie doch einfach den Bischof in Ruhe. Er (ER...) vertritt lediglich den katholischen Glauben in einer Zeit, in der das vielen nicht (mehr) geläufig scheint.“

„aber bitte lassen Sie den Bischof in Ruhe. Er (ER....) tut niemand etwas zuleide und würde es auch nicht tun, wenn er (ER -...) "die Macht dazu" hätte.“
(FB 08.01.12)

Tja, genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Ich möchte ja gerne die Meisners und Müllers und Mixas und Overbecks und Wagners und Launs und Huoanders und Krenns und Woelkis und Tebartz-van-Elsts in Ruhe lassen.
Ich möchte auch gerne den Papst in Ruhe lassen. Spaß macht mir der 84-Jährige im Nachthemd schon lange nicht mehr.

Aber, wer über einen Funken Solidarität verfügt, kann eben nicht still daneben sitzen, wenn die homophoben Herren ihre Attacken gegen Minderheiten und Schwache loslassen.

Ich bin ein großer Verfechter des „leben und leben lassen“. Ich bin der letzte Mensch, der andere ihren Glauben nicht praktizieren lassen würde.

Und wenn es denn so wäre, daß Tebartz-van-Elst sich auch daran hielte, wäre ich der erste, der ihm applaudierte.

Leider ist TVE aber diesbezüglich ein echtes Negativbeispiel.
Was damit beginnt, daß wir als atheistische Steuerzahler sein Gehalt bezahlen.
TVE gibt das Geld mit vollen Händen aus, läßt sich einen Prunkbischofssitz erbauen, schafft sich eine BMW-Limousine an, etc pp.
Er ist damit ein echter Heuchler, der sich so lange er über Ungläubige herzieht, aber deren Geld nimmt, auch gefallen lassen muß, daß man ihn kritisiert.
Wie es auch anders geht, hat ja sein direkter Vorgänger, Bischof Kamphaus gezeigt, den auch ich sehr schätze.
TVE ist selbst derjenige, der Öl ins Feuer gießt, indem er beispielsweise den Wetzlarer Bezirksdekan Peter Kollas abberief, nur weil der zwei Homosexuelle gesegnet hatte. TVEs Homophobie, die im Übrigen klar grundgesetzwidrig ist, hat er immer wieder dokumentiert. Er ist damit derjenige, der Millionen Deutsche massiv und fortwährend beleidigt und diffamiert.
Nun darauf zu dringen, man solle den armen TVE doch „in Ruhe lassen“ ist unredlich. Wir leben hier immer noch in einer Demokratie. Da darf auch TVE andere Menschen düpieren und kränken, wie er es laufend tut.
Aber in einer Demokratie haben die Angegriffenen auch das Recht sich zu wehren.

TVE verhält sich auch in seiner hervorgehobenen Rolle als Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz so, daß er Millionen vor den Kopf stößt: Unbarmherzig und grausam:

„Ehe und Familie seien ein "unverwechselbarer Lebensentwurf, zu dem es keine Alternative gibt".
(TVE via KNA am 7.10.11)

Wenn Herr TVE „in Ruhe gelassen werden“ will, empfehle ich ihm dringend nicht mehr die Majorität der hier lebenden Menschen zu beleidigen und zu attackieren.

„Der katholische Familienbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kritisiert die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geplante stärkere Bezuschussung von künstlicher Befruchtung scharf. In der Zeitung "Die Welt" wandte er sich auch gegen die sogenannte Homo-Ehe. Zugleich sprach er sich für ein Betreuungsgeld aus. Ziel der Politik müsse eine Stärkung von Ehe und Familie sein, sagte der Limburger Bischof. Er widersprach der Auffassung, dass Familie dort sei, wo Kinder seien.“
(Kirchensite 07.12.11)

Er trampelt auf der Würde von Kindern herum, deren Eltern sich nicht nach den antiquierten Regeln der größten transnationalen Schwulenorganisation (=RKK) richten - als ob sich ein Kind aussuchen könnte, wo es geboren wird.

TVE ist damit zutiefst amoralisch.
Er kann diese Ansichten gerne unter Ausschluß der Öffentlichkeit vertreten, aber wenn er coram publico solche Gemeinheiten verkündet, kann ich nur hoffen, daß er dafür NICHT „in Ruhe gelassen wird“.

Ich bestreite, daß TVE „ein guter Mensch“ ist.
Ich bestreite, daß Joseph Ratzinger ein guter Mensch ist.

Samstag, 7. Januar 2012

Analsexsüchtige.

Nahezu jeder erwachsene Mensch auf der Erde dürfte schon von der ein oder anderen Sexpraktik „gehört“ haben, die ihm nicht unbedingt zusagt.
Bei einigen Dingen mag man skeptisch sein und sich möglicherweise überreden lassen. Bei anderen könnte eine Neugier auftreten, so daß man es vielleicht einmal versuchen möchte.

Und dann gibt es noch ganz viel, das einem definitiv nicht gefällt.

Glücklicherweise handelt es sich dabei um ein Nichtproblem. Denn man muß im Bett nichts tun, das man nicht will.
Viel schlimmer sind beispielsweise Modesünden.

Ich hasse beispielsweise Hawaii-Hemden, Baggyshorts und Männersandalen.
Natürlich bin ich froh, daß ich derlei ästhetischen Abschaum nicht anziehen muß. ABER unglücklicherweise komme ich nicht drum herum solche Auswüchse der Scheußlichkeit zu sehen!

Da ist es mit den Sexpraktiken wesentlich angenehmer - die ähnlich Perversen wie Baggyshorts werden nicht vor meinen Augen praktiziert.
Und was außerhalb der Öffentlichkeit passiert, kann mir egal sein.
Seien wir doch mal ehrlich: So ziemlich jeder Sex ist ekelig für den Zuschauer - zumindest wenn man die beteiligten Protagonisten unsympathisch findet.
Nehmen wir die Missionarsstellung, die sogar von katholischen Moraltheologen (für verheiratete Paare) gestattet wird.
So etwas ist doch absolut widerlich - WENN man sich beispielsweise Helmut Kohl und Maike Richter als handelnde Personen dabei vorstellt.

Daß ich dennoch nicht die Missionarsstellung in Grund und Boden verdamme, bzw nach einem Verbot für diese widerliche Körperflüssigkeitenausstauschaktion plädiere, liegt daran, daß ich üblicherweise eben nicht meine Phantasien damit belaste mir Helmut Kohl dabei vorzustellen.
Dabei gibt es diese Praktiken durchaus. Ich bin mir sicher, daß weltweit Paare in Missionarsstellung kopulieren und zwar nicht zu knapp, wenn man sich die explosionsartige Bevölkerungsvermehrung ansieht. Sieben Milliarden sind wir schon.

Und ganz sicher finde ich die allermeisten davon sexuell völlig unattraktiv.
Aber so what? Aus den Augen, aus dem Sinn.
Ich bin doch nicht die Kama-Sutra-Gestapo.

Ob es die Leute auf dem Kopf stehen, schaukelnd oder mit Reißzwecken im Gesäß treiben, interessiert mich nicht.
Es würde mich erst dann interessieren, wenn ich mitmachen müßte und dazu kann mich - Dank des Grundgesetzes - niemand zwingen. Problem gelöst.

In die psychologischen Abgründe gelangen wir bei Menschen, welche das Glück haben ohnehin asexuell zu leben.
Katholische Geistliche brauchen sich Dank des Zölibats und Papstes niemals davor zu fürchten, daß ihnen im Bett jemals etwas abverlangt würde, das ihnen zuwider ist.

Eine schöne Sache.
Sie sind raus aus dem Spiel.
Eigentlich.

Uneigentlich hegen sie alle eine bizarre Vorliebe für Analsex, der ihnen gar nicht aus dem Kopf geht.
Sie grübeln scheinbar Tag und Nacht darüber nach und kommen zu den beiden Trugschlüssen, daß a) nur Homosexuelle Analsex betreiben und daß b) alle Homosexuelle pausenlos Analsex betreiben.

Wer ein bißchen die fundametalkatholischen deutschen Websites wie Kreuznet und Kathnet verfolgt, wer eine kleine Ahnung davon hat, was die amerikanischen Evangelikalen umtreibt, weiß was ich meine.
Dort werden ununterbrochen Warnungen vor dem Analverkehr publiziert, die sich aber so gut wie nie auf sachlich-notwendige Beschreibungen beschränken, sondern mit einer ganz offensichtlichen Faszination in die Details gehen.

Die Sodomisierung, wie sie bei Homo-Gestörten üblich ist, führt zur Erschlaffung des Analmuskels und zur Inkontinenz. Dann müssen die Homos Windeln tragen.
Bei dem von Homo-Gestörten praktizierten Analverkehr wird der Widerstand des zweifachen Analringes am Enddarm durchbrochen. Dieser Ring befähigt uns alle, den Stuhl zu halten. Die gewohnheitsmäßige Duldung eines solch devianten Verkehrs führt beim sodomisierten Unzüchtigen häufig zu Inkontinenz.
Mit anderen Worten: Er verliert die Fähigkeit, den Stuhl zu halten und ist auf Windeln angewiesen. Es werden auch sehr schmerzhafte Friktionsbewegungen im Mastdarm des sodomisierten Partners durchgeführt.
[…] Daß gesundheitliche Schäden bei diesem widernatürlichen Tun nicht ausbleiben, versteht sich von selber.
[…] In dem im Eichstätter ‘Franz Sales Verlag’ neu aufgelegten Buch „Homosexualität aus katholischer Sicht“ von Weihbischof Andreas Laun, kann man auf den Seiten auch Hilfsadressen in Österreich und der Schweiz nachlesen.
(Martin Humer 18.03.2011)

Das gesamte Kreuznet ist weniger ein religiöses Blog als eine Analverkehr-Diskussionsplattform.

Man könnte diese manische Beschäftigung mit dem maskulinem Rektum durchaus als typisch für konservative Christen beschreiben.

Immerhin widmet sich auch der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) in seiner neuesten Version ausführlich dem Analverkehr.
Analsex treibt den Papst so sehr um, daß er in dem berühmt-berüchtigten Interviewbuch mit Peter Seewald sogar Ausnahmen des Kondomverbots zuläßt.

Für Strichjungen.

Daß es auch HETEROSEXUELLE Prostitution gibt, kommt dem in klinisch frauenfreier Umgebung hausendem Heiligen Vater offensichtlich gar nicht in den Sinn.

2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet [Vgl. Gen 19, 1-29; Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10.], hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind" (CDF, Erkl. „Persona humana" 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.
(KKK)

Übrigens ist auch die Masturbation (pfui bäh) schon sehr schlimm:

2352 Masturbation ist die absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel, geschlechtliche Lust hervorzurufen. „Tatsache ist, daß sowohl das kirchliche Lehramt in seiner langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu brandmarken", weil „der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht". Der um ihrer selbst willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt „die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert"
(KKK. Zitiert nach vatican.va)

In Amerikas Vorwahlkampf der GOP könnte gerade der Haupt-Homosex-Fanatiker Rick Santorum auf den Schild gehoben werden.
Die Christen scharen sich aus Angst vor einem Durchmarsch des Mormonen Romney um ihn.

Führende Christkonservative wollen angeblich am Wochenende in Texas Kriegsrat halten, um sich zu verständigen. Es ist die Suche nach dem konservativen Einheitskandidaten. Könnte das Rick Santorum sein? Der erzkonservative Katholik, der in Iowa überraschend nur acht Stimmen hinter dem Erstplatzierten Romney mit seiner Multi-Millionen-Kampagnenkraft landete?
Im Wahlkampf von New Hampshire jedenfalls sind die neuen Fronten längst zu spüren. Gingrich lobt Santorum und attackiert Romney ("Lügner"). Durchaus möglich, dass sich Gingrich und Santorum noch zusammenschließen. Es sind vor allem diese beiden, die - anders als der texanische Gouverneur Perry - den Neuengland-Staat beackern, zig Auftritte absolvieren. Gelingt es ihnen, hier den Abstand auf Romney zu verkürzen, könnten sie seiner Kampagne den Schwung nehmen und dann im konservativeren South Carolina besser mobilisieren. Romney ist sich dieser Gefahr wohlbewusst: Umfragen, mahnt er im Internat von Tilton, "können sich über Nacht auflösen". Und fügt hinzu: "Bitte gebt mir einen größeren Vorsprung als acht Stimmen." Rick Santorum, der sich selbst einen "Jesus-Kandidaten" nennt, sagt: "Bei der letzten Umfrage lag ich 39 Prozentpunkte hinter Romney. Aber ich habe das Gefühl, dass es so nicht ausgehen wird."
(Sebastian Fischer 07.01.12)

Santorum hetzt nicht nur gewohnheitsmäßig gegen Analsex-Liebhaber, nein, es ist geradezu sein einziges Anliegen dem amerikanischen Volk davon zu berichten was in den Betten schwuler Männer passiert. Bekanntlich will ja Obama die gesamte Welt systematisch verschwulen - davor warnt Santorum.
Andere Interessen scheint er nicht zu haben.

Lieber einen Vater, der im Gefängnis sitzt, als zwei schwule Papas - mit solchen Aussagen will Rick Santorum Präsidentschaftskandidat für die US-Republikaner werden. Der konservative Hardliner lässt keine Gelegenheit aus, gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Homosexualität zu wettern.
(Hanna Beitzer 07.01.12)

So will Santorum auch unbedingt verhindern, daß Homosexuelle in der US-Army dienen. Man weiß ja, daß sie ihre Kollegen unter der Dusche belästigen und dadurch die Armee kampfunfähig wird.



Blöd nur für den 53-Jährigen Katholiken, daß die etwas liberaleren Kräfte sich die Hasstieraden des hässlichen Christen nicht einfach so gefallen lassen, sondern sich durchaus zu wehren wissen, indem sie beispielswiese eine „Google-Bombe“ zündeten.

Ein Suchbegriff, wie zum Beispiel eben "Santorum", wird dabei von möglichst vielen Nutzern gezielt mit einer bestimmten Webseite verlinkt - so dass diese weit oben bei Google erscheint, wenn nach dem Begriff gesucht wird.
(Hanna Beitzer 07.01.12)

Es funktioniert!

Der erste Treffer, den man bei der Suche „Santorum“ erhält lautet „Spreadingsantorum.com“.

Verantwortlich für spreadingsantorum.com ist der Schwulen-Aktivist Dan Savage. Er hatte die Domain 2003 angemeldet, nachdem der erzkonservative Santorum den Kindesmissbrauch katholischer Priester mit Homosexualität unter Männern gleichsetzte. Er habe grundsätzlich „ein Problem mit homosexuellen Handlungen“ sagte er damals auf die Missbrauchsfälle angesprochen. Santorum befürwortet, ausgelebte Homosexualität unter Strafe zu stellen.
Die Rache der Schwulen-Aktivisten folgte schnell:
Santorum, so behaupten sie auf der Website, sei eine Bezeichnung für eine bestimmte Nebenwirkung des Analsex.
Die Google-Bombe zündete, weil zahlreiche Mitglieder der Schwulenszene teilnahmen und auf ihren Websites und Blogs den Namen Santorum auf die Website spreadingsantorum.com verweisen ließen. Von 2006 datiert der erste Medienbericht, der über die hohe Google-Platzierung der Website berichtet.

(Stephan Dörner 06.01.2012)

Dan Savage ist nicht der größte Santorum-Fan:

Dienstag, 20. Dezember 2011

Hypokrit.

Wenn man sich in amerikanischen Online-Polit-Diskussionsforen rumtreibt und nicht so sicher in der Sprache ist, muß man als erstes das Wort „hypocrite“ lernen.
Heuchler/Heuchlerin. Heuchelei = hypocrisy.

Amerikaner scheinen einen großen Hang zur Heuchelei zu haben. Die prüde Nation der Puritaner, welche der mit Abstand größte Pornoproduzent der Erde ist.

Der Präsident, der immer von „Freedom“ redete und seinem Volk erklärte, Al Kaida möge Amerika nicht "because they hate freedom“ beschäftigte sich intensiv damit die Freiheit zu beschneiden möglichst abzuschaffen; Stichwort „PATRIOT act“.

Der Hauptankläger Clintons während der „Lewinsky-Affäre“ betrog selbst seine krebskranke Frau. Inzwischen ist Newt Gingrich das dritte Mal verheiratet und zum Katholizismus konvertiert.

Gingrich ist auch der hardcore-Republikaner, der ganz auf Parteilinie staatliche Hilfen für die Hypothekenbank Freddie Mac in Grund und Boden verdammt.
Off camera hat er aber 1,6 Millionen Dollar Beraterhonorar von Freddie Mac einkassiert, was selbst Konservative als Hochleistungsheuchelei brandmarken.

Newt Gingrich should donate ALL of his Freddie Mac profits to homeless vets, not spend it on his Tiffany's account. Ron Paul was absolutely right when he attacked Gingrich for serial hypocrisy. Newt should either give up the money or give up the campaign.
[…] Newt Gingrich should not keep one penny of his Freddie Mac profits. If he does, he should drop out of the race.
(Brent Budowsky - 12/16/11)

Auf demokratischer Seite machte sich 2004 und 2008 North Carolinas Senator John Edwards als Präsidentschaftskandidat stark.
Edwards war so ein hochmoralischer Mensch, daß er stets wie ein Methodisten-Prediger klang. Seine krebskranke Frau Elizabeth schloß Edwards Moral aber nicht ein, stattdessen schwängerte er 2008 eine „Schauspielerin“ namens Rielle Hunter.

Wenn eine Michele Bachmann mit irrem Blick gegen staatliche Subventionen wettert, die sofort abgeschafft gehörten, ist es schon fast sicher, daß ihre Familie (die elterliche Farm und die „pray-away-the-gay“-Klink ihres Mannes) ordentlich Subventionen kassieren.

Und dann die Anti-gay-Aktivisten.

In der Praxis halten sich die stramm rechten Prediger und US-Politiker nicht immer so ganz an diese Linie. Rechter Sex eben.

Da gab es den Abgeordneten Mark Foley, der männlichen Pagen schlüpfrige Pimmel-E-Mails sandte, Bob Allen, republikanischer Abgeordneter in Florida, der bei der Bitte nach Oralsex versehentlich an einen Polizisten geriet und James Guckert alias Jeff Gannon, der einen "Begleit-Service" für Männer betrieb und vom Weißen Haus einen Presseausweis bekam, weil er immer so nette Fragen an George W. Bush stellte. Glenn Murphy Jr., der Vorsitzende der GOP-Jugendorganisation Young Republicans, trat von allen Ämtern zurück, nachdem er einen 22-jährigen Mann sexuell genötigt hatte. Senator David Vitter aus Louisiana steht auf der Kundenliste der Washington Madam, des bekanntesten Bordells in Washington. In South Carolina musste der Staatspolitiker Thomas Ravenel als Wahlkampfleiter des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain zurücktreten, nachdem er offenbar Kokain geschnupft hatte. In North Carolina erwischte die Polizei im Juni den republikanischen Kirchenmann und Sittenwächter Coy Privette einer Prostituierten.
"Als die Nachricht von Senator Craig die Runde machte, forderten manche Republikaner seinen Rücktritt — andere wollten seine Telefonummer haben", spottete der Late-Night-Talker Dave Letterman.
Der einzige Republikaner, der wenigstens bloß gegenüber Frauen anzüglich wird, ist Arnold Schwarzenegger.

Auch da ist es an der Tagesordnung, daß diejenigen, die am lautesten die Homoperversion verdammen und durch die same-sex-marriage den Untergang des Abendlandes eingeleitet sehen, sofort nach Abschalten der Kameras ihre schwulen Callboys anrufen, um mit ihnen Koks-Sex-Orgien zu veranstalten (Ted Haggard) oder wie Senator Craig auf Flughafentoiletten andere Männer molestieren.

Hypocrisy all überall.
Dabei könnte man sich all den Ärger sparen, wenn man nicht immer von anderen genau das Gegenteil dessen verlangen würde, was man selbst tut.

Heuchelei ist der böse Bruder der Glaubwürdigkeit. Die geht dann nämlich flöten.

Was könnte die RKK für ein sympathischer Verein sein, wenn sie einfach offensiv das Offensichtliche vertreten würde.
Unsere Mönche sind alles warme Brüder und der Petersdom ist das gay paradise - man sieht es ja an den ganzen Transen in ihren bunten Kleidern.
Heute mag doch jeder Schwule und Dragqueens sind große Stars.
Man würde den Hut vor der RKK ziehen wollen.
Aber nun ausgerechnet die größte transnationale Schwulenvereinigung der Welt als „homofrei“ zu erklären und wie Ratzinger es angeordnet hat, grundsätzlich keine Schwulen zum Priesteramt zuzulassen, ist natürlich Gift für die Glaubwürdigkeit.

Übrigens, Prof Uta Ranke-Heinemann hielt ihren Kommilitonen Joseph Ratzinger, den sie 1953 kennengelernt hatte, früher immer für asexuell.
Diese Meinung hat sie aber offensichtlich geändert.

Wir mussten die fertige Doktorarbeit zusammenfassen in Thesen. Und die Thesen musste man ins Lateinische übersetzen. Und ich dachte, hm, das könnte ich mit einem Kommilitonen zusammen machen. Da war zum Beispiel ein Franziskaner, der grüßte mich morgens immer so freundlich. Nein dachte ich, für mich als Verlobte ist das nichts. Das war mir zu gefährlich, in diesen riesigen Hörsälen, die abends immer leer und dunkel waren. Und wenn wir dann zu zweit da sitzen, könnte er mir einen Kuss auf die Backe knallen. Also nein! Und so bin ich dann fündig geworden: Ratzinger. Er hatte schon immer die Aura eines Kardinals, hochbegabt, bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher Erotik. So war es dann auch. Er war das reine Latein. Wobei ich sagen muss, dass ich ihn für absolut asexuell gehalten habe. Jetzt habe ich Fotos von ihm gesammelt. Es gibt ein Foto mit Tarcisio Bertone, seinem neuen Staatssekretär, darauf überreicht er ihm irgendetwas. Und er blickt ihn so an, und ich dachte .... na, verstehen Sie, was ich dachte?
(U. R-H. 20.12.11)



Aber nun haben wir ja einen weiteren deutschen Meisterheuchler, Christian Wulff.

Der Mann, der es geschafft hat 50 Jahre alt zu werden, ohne die geringste politische Leistung oder Initiative erbracht zu haben.
Der sich hinter den Kulissen bei jedem über sein geringes Gehalt beklagt (derzeit gute € 200.000 im Jahr).
Der Mann, der geradezu manisch versucht aus seinen Verbindungen einen finanziellen Vorteil zu ziehen.

Als Lebemann à la Strauß in den 1970ern, der auch mal Fünfe gerade sein läßt, würde man ihm schon eher durchgehen lassen, sich jeden zweiten Urlaub von seinen steinreichen Freunden bezahlen zu lassen.

Aber nun fällt Wulff so einiges auf die Füße, was ER SELBST mit dem Pathos der Empörung von sich gegeben hatte, wenn Sozis sich kleine Fehltritte leisteten.

Schon als lediglich Gerüchte auftauchten MP Glogowski könnte einen kostenlosen Urlaub verbracht haben, nölte Wulff los. Er sprach von einer "Verflechtung und Verfilzung", die dringend aufgeklärt werden müsse.

"Mit dem Amt des Ministerpräsidenten nicht vereinbar"
Man erinnert sich nun wieder daran, dass Christian Wulff die Dinge einmal selbst ganz anders bewertet hat. 1999, Wulff war damals Oppositionsführer in Hannover, Niedersachsens Ministerpräsident hieß Gerhard Glogowski, ein SPD-Mann. Glogowski stand unter Druck. Medien hatten berichtet, Glogowski habe Urlaub auf Kosten des Reiseunternehmens TUI gemacht, das in der Landeshauptstadt ihren Firmensitz hat. Es war noch nichts bewiesen, da machte Wulff seinem Widersacher schon schwere Vorwürfe. Solch eine Vorteilsannahme sei „mit dem Amt des Ministerpräsidenten nicht vereinbar“. Glogowski verliere seine Unabhängigkeit und damit seine politische Handlungsfähigkeit. Wenig später musste Glogowski als Regierungschef zurücktreten.
(Welt.de 13.12.11)

Das reichte Wulff aber nicht, er wollte einen Untersuchungsausschuss, denn "der Schein von Abhängigkeiten" sei "ein Problem für die Würde des Amtes", erklärte Wulff damals laut "Hannoverscher Allgemeinen Zeitung".

Durch die Zuwendungen privater Firmen zur Hochzeitsfeier Glogowskis sei der "Schein von Abhängigkeit und der Eindruck entstanden, der Ministerpräsident sei ein Werbeträger", kritisierte der damalige niedersächsische CDU-Chef [Christian Wulff].
(Spon 20.12.11)

Jener Wulff, der 1988 seine erste Hochzeit von Millionär Geerkens in dessen Osnabrücker Luxus-Penthouse ausrichten ließ.

Noch heftiger zeterte Wulff gegen Amtsvorgänger Rau. Er „leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben."

Im Jahr 2000 ging Wulff den damaligen Bundespräsidenten an. Johannes Rau stand wegen einer Flugaffäre unter Druck. Nachdem erneut Vorwürfe gegen Rau bekannt geworden waren, forderte der CDU-Politiker dessen Rücktritt. Wulff erklärte damals im "Focus", die SPD solle "Johannes Rau zurückziehen". Damit attackierte er den Präsidenten weit schärfer als seine Parteifreunde, die sich eher zurückhielten, um das Amt nicht zu beschädigen. Wulff ruderte zurück, nachdem sich andere Unions-Politiker von seiner Rücktrittsforderung distanziert hatten.
[…] Zugleich betonte er aber, dass "wir gerade jetzt einen unbefangenen Bundespräsidenten" bräuchten und "ihn gegenwärtig nicht zur Verfügung haben".
(Tagesschau 20.12.11)

Mit der Wahrheit nimmt es Präsident Wulff nicht so genau, wie wir spätestens jetzt alle wissen.

Den Niedersächsischen Landtag hatte er angelogen.
Da passt es ja gut, daß sein Freund Maschmeyer im Jahr 2007 zur Landtagswahl das Wulff-Buch „Besser die Wahrheit“ mit einer 40.000-Euro-Anzeige bewarb.
Das findet Christian Wulff auch heute noch völlig kritikunwürdig.
Jeder darf doch Anzeigen für CDU-Politiker bezahlen!
Anders sieht es aus, wenn DERSELBE Maschmeyer eine Pro-SPD-Anzeige aufgibt.
Wulff verlor nämlich die Wahl von 1998 krachend und tobte nur einen Tag später im Niedersächsischem Landtag theatralisch klagend "Wer war das?", während er die Maschmeyerische Pro-Schröder-Anzeige in die Kameras hielt.

Christian Wulff, der Osnabrücker vom Stamme Nimm, rafft von Krediten, Werbenazeigen, sechs Luxusurlauben für lau bis hin zu kostenlosen Flug-upgrades alles an sich, das er kriegen kann.
Aber wehe ein anderer wagt Ähnliches!!!

Zu Gerhard Schröders Engagement bei Gazprom
2006 wurde bekannt, dass Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) einen Posten bei dem russischen Konzern Gazprom annehmen würde und eine Bürgschaft der Bundesregierung mit Gazprom noch während Schröders Amtszeit abgeschlossen wurde. Unter den besonders Empörten war auch der damalige niedersächsische Ministerpräsident Wulff. "Alle Umstände, die dazu geführt haben, müssen restlos aufgeklärt werden." Mitgliedern der Bundesregierung müsse es untersagt sein, kurz nach Amtsende eine Tätigkeit bei einem Unternehmen aufzunehmen, mit dem sie während ihrer Amtszeit zu tun hatten. Zu Schröders wirtschaftlichem Engagement sagte Wulff: "Es muss der Anschein vermieden werden, dass es Interessenkollisionen gibt."


Zu Ulla Schmidts Dienstwagen-Affäre.
Vor zwei Jahren musste sich die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wegen ihres Dienstwagengebrauchs an ihrem Ferienort rechtfertigen. Wulff brachte es damals auf die Formel: "Was privat ist, muss privat gezahlt werden."
(Spon 20.12.11)