TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Samstag, 26. Juni 2010

Staatliche Regeln

In diesem schönen Land haben wir Bürger allerlei Freiheiten.
Das ist nett.
Alle Freiheiten gibt es natürlich nicht.
Keine Freiheit darf so weit gehen, daß sie beliebig andere Wesen oder die Umwelt beeinträchtigt.

Wo genau die Trennlinie zwischen akzeptablen Freiheiten und gefährlichen Freiheiten liegt, bestimmt der Staat. Das ist zunächst einmal zu begrüßen - welche übergeordnete Instanz käme sonst dafür in Frage?
Der Verlauf der Trennline ist in einigen Bereichen unumstritten.

Ich darf mir zuhause mit dem Hammer auf den Fuß hauen, kann aber nicht raus gehen und einem beliebigen Passanten auf den Kopf schlagen.

Ich darf Kastenweise häßliche Geranien in den Garten stellen; ich darf aber kein Faß mit Giftmüll auskippen.

Das Prinzip klingt einfach und notwendig.

Unglücklicherweise ist die notwendige Neutralität, auf die der Staat beim Setzen der Grenzen fußt, nicht immer gegeben.

Manchmal mäandert der Grat zwischen Legal und Illegal im Nebel umher.

Ich darf unbehelligt eine Stange Zigaretten und ein Fass Rum konsumieren. Bei anderen Genußmitteln, die womöglich sogar harmloser sind, sieht das schon anders aus.
Nehme ich statt Rum einen Joint, gibt es Ärger mit der Polizei.
Dabei hängt der Umfang des Ärgers auch noch davon ab, wo ich mich zufällig befinde.
Berlin hat eine Haschisch-Eigenkonsum-Grenze von 15 g - so viel kann man dabei haben, ohne in den Knast zu müssen. In Bayern werden 15 g schon streng verfolgt.

Besonders eigenartig wird die Differenzierung zwischen Erlaubten und Unerlaubten, wenn es ausschließlich um die Gefährdung der eigenen Person geht.

Das Leben ist eine ausschließlich auf sexuellem Wege
übertragene Krankheit, die in 100% der Fälle tödlich endet.


So viel steht unverrückbar fest. In grotesker Weise setzt nun der Staat Standards, ob und wie man dieses tödliche Ende vorverlegen darf.

Viele todbringende, oder zumindest stark gesundheitsschädigende Aktivitäten sind völlig akzeptiert und werden massenhaft praktiziert.

Dazu zählen Reiten, Boxen, Wein trinken, Zigarre rauchen, Extrembergsteigen, Sonnen, Schlaftabletten nehmen, Fastfood-Ernährung, Skiurlaub, Motorradfahren oder Haare-färben (steigert das Blasenkrebsrisiko).

Andere Methoden sind streng verboten, wie zum Beispiel: Magensonde verweigern, Beatmungsmaschine abstellen, Kokain schnupfen oder Zyankali essen.

Was für den einen objektiv die Gesundheit beeinträchtigt, kann darüber hinaus für den anderen gerade "die Rettung" sein:

Man darf sich nicht ein gesundes Bein abhacken lassen. Basta. Auch nicht in dem Fall, daß man MIT dem Bein so unglücklich ist, daß einem nur der Suizid als Ausweg bleibt.

Unter dem Begriff „Apotemnophilie“ machte spätestens die berühmte BBC-Doku von 2000 dieses Leiden bekannt.
Zwei Fälle in Schottland haben eine Diskussion darüber ausgelöst, wie weit Selbstbestimmung gehen darf. Der Arzt Robert Smith aus Filkirk hatte 1997 und 1999 zwei Männern ihre gesunden Beine amputiert, einer der beiden war Deutscher.

Inzwischen wird statt des Begriffs „Apotemnophilie“, Body Integrity Identity Disorder, Kurzform BIID gesagt.
Menschen mit BIID haben den überwältigenden Wunsch sich Gliedmaßen zu amputieren, oder einen der Sinne, bzw die Beweglichkeit (Durchtrennung der Rückgrats) zu verlieren.
Offensichtlich empfinden sie sich selbst als so deutlich erblindet, querschnittsgelähmt, oder einbeinig, daß sie den tatsächlichen (vollständigen) Körper nicht ertragen können.


Einige gar nicht gesundheitsgefährdende Praktiken sind willkürlich verboten.

So dürfen zum Beispiel zwei (über 18-Jährige) Brüder, genauso wie zwei Schwestern miteinander Sex haben.
Nicht erlaubt ist aber Sex zwischen Schwester und Bruder.

Dahinter steckt neben altmodischen Moralvorstellungen die Sorge um den Nachwuchs, der ein höheres Erbkrankheitsrisiko hat.
Aber was ist mit einem Geschwisterpaar jenseits der Menopause? Oder mit einer sterilisierten Person, oder einem Hetero-Geschwisterpaar, das ausschließlich Analverkehr betreiben möchte?

Sie sind tatsächlich in ihren Freiheiten in Relation zu den homosexuellen Geschwistern benachteiligt.

Bei den offensichtlich willkürlichen genehmigten Methoden und Praktiken verwirrt darüber hinaus, daß sich diese Grenzen gelegentlich verschieben.

Sex zwischen zwei Männern ist jetzt straffrei; wurde einst schwer bestraft.

Bis gestern war passive Sterbehilfe nicht erlaubt.
Die Patientenverfügung hat nicht die juristische Durchschlagskraft, daß ein sterbewilliger Komapateint an der Beatmungsmaschine erlöst werden konnte.
Kein Arzt durfte das legal tun.
(Natürlich „tut man“ das dennoch im Krankenhaus - es gibt genügend verschleiernde Methoden. Ein „aus Versehen“ in einer kalten Nacht offen gelassenes Fenster neben einem Intensivpatienten kann schnell eine Lungenentzündung auslösen, die dann den letzten Rest gibt.)

Das BGH ist gestern bei seiner Grundsatzentscheidung weiter gegangen als man dachte - hat sich aber natürlich nicht getraut Sterbehilfe einfach zu erlauben.
„Aktiv“ ist gar nichts möglich und „passiv“ gibt es auch Grauzonen.

Wer nur noch von der Magensonde ernährt wird und dies aber vorher schriftlich ausdrücklich abgelehnt hatte, darf darauf hoffen, daß man ihm die Sonde entfernt.
Der Tod kommt dann durch Verhungern und ist erlaubt.
Nicht erlaubt ist der humanere Weg - beispielsweise Morphium letal zu dosieren.
Ein bißchen Quälerei hätten die Richter schon gerne noch.

Wenn man eine sehr schwere Krankheit hat; das eigene Leben nur noch an lebenserhaltenen Maßnahmen hängt, dürfen diese nur aufgrund einer Patientenverfügung eingestellt werden, wenn die Krankheit irreversibel ist.
Wenn man also ohnehin sterben würde, kann das Leiden verkürzt werden.
Bei nicht tödlichen Krankheiten muß man sich allerdings gefallen lassen gegen den eigenen Willen an der Beatmungsmaschine zu hängen.

Die BGH-Richter setzen also voraus, daß eine medizinische Unterscheidung zwischen irreversibel tödlich verlaufender Krankheit und möglicherweise reversibel verlaufender Krankheit zu treffen ist.

In der Praxis mit all den multimorbiden Patienten ist das natürlich großer Unfug, wie ich leider aus eigener bitterer Erfahrung weiß.


„Staatlich erlaubt“ bedeutet nicht - um das Chaos perfekt zu machen - „für jeden erlaubt“.

Ich darf beispielsweise nicht aus niederen Motiven ein Wirbeltier töten.
Hühnerzüchter dürfen das aber schon.
Es lohnt sich für sie aus rein finanziellen Erwägungen nicht männliche Küken groß zu ziehen; es ist sogar zu teuer frühzeitig das Geschlecht zu bestimmen.
Also werden jedes Jahr Millionen Hahn-Küken „geschreddert“.
Unfassbare 40 Millionen Hahn-Küken werden pro Jahr in Deutschland „vernichtet“ – insgesamt sind es in Europa jährlich sogar 300 Millionen.
Und weil es so häßlich klingt, haben wir dafür einen ganz besonders perfiden Euphemismus; Hähne kommen lebendig in den »Homogenisator«, einer Maschine mit rotierenden Messern, die sie zu Brei zermatscht. Die Hahnenküken sind für die Brütereien schlicht Abfall – diejenigen, die dem „Homogenisator“ entgehen, werden mit Kohlendioxid vergast.

Nach dem Tierschutzgesetz ist das illegal - aber da alle so gerne billiges Huhn fressen, werden alle Hühneraugen zugedrückt.

Ähnliche Grauzonen gibt es bei der Bewertung von tierischem Leben in der Pharma- und Kosmetikforschung.

Wie eingangs gesagt, darf ich keine Eimer mit Giftmüll rauswerfen.
Ich darf auch nicht runter zum Fleet gehen und da Chemikalien einleiten.

Andere dürfen das schon.
Die RWE, EnBW, E.on und Vattenfall-Herren beispielsweise haben nicht den geringsten Schimmer wo sie mit ihrem Myriaden Jahre tödlich strahlendem Müll abbleiben sollen.
Aber ihre Freundin Merkel läßt sie dennoch machen.

Atomkraftwerke dürfen auch Flüsse mit ihrem Kühlwasser soweit aufheizen, daß die Fauna abstirbt, während ich keinesfalls die Alster aufkochen darf, um zu sehen, wie die Schwäne verenden.

Die besten Sonderregelungen haben aber die sogenannten „Tendenzbetriebe“ wie die CDU, oder die Römisch-Katholische Kirche.
Sie unterliegen nicht normalem Arbeitsrecht und können sich allerlei rausnehmen.

Verkündungsnah arbeiten, menschenfeindlich bezahlen.

Das ist die Zauberregel. Wenn ein Kindergarten katholisch ist, kann man die Kindergärtnerin untertariflich bezahlen und sogar feuern, weil sie sich scheiden läßt, konvertiert, oder womöglich lesbisch wird.

Diese kirchlichen Extrawürste zuungunsten der Beschäftigten sind keineswegs nur gewohnheitsmäßig akzeptiert sondern immer wieder juristisch determiniert:

Kindergärtner und Sozialarbeiter im Dienst der Kirche haben außerdem weitreichende Loyalitätspflichten: Sie müssen die christlichen Glaubensgrundsätze auch in ihrem Privatleben beachten. Andernfalls droht ihnen die Entlassung. "Ein Kirchenaustritt zum Beispiel ist ein Kündigungsgrund", sagt Prof. Ulrich Hammer, Arbeitsrechtler aus Hildesheim. Er verweist auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz in Mainz (Az.: 7 Sa 250/08).
Darin erklärten die Richter es für zulässig, dass ein kirchliches Altenheim eine Pflegerin entlassen darf, wenn sie aus der Kirche austritt. Dies stehe weder im Widerspruch zur Glaubensfreiheit, noch verstoße es gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Die Kirchen hätten vielmehr das Recht, von Mitarbeitern "ein loyales und aufrichtiges Verhalten" im Sinne ihres eigenen Selbstverständnisses zu verlangen. Ärzte in einem Krankenhaus der Caritas oder der Diakonie riskierten außerdem ihren Job, wenn sie sich öffentlich für Abtreibungen aussprechen, ergänzt Kirchenrechtsexperte Hammer. Im Streit um dieses Thema hatte das Bundesverfassungsgericht 1985 im Sinne der Kirche entschieden (Az.: 2 BvR 1703/83).
Seitdem folgen auch die Arbeitsgerichte dieser Linie. "Das wäre also auch heute noch ein Grund für eine Entlassung", sagt Hammer. Denn Ärzte seien als Autoritätspersonen zu den "verkündungsnahen" Personen zu zählen. Letztlich müsse sich aber selbst der Pförtner oder Archivar einer kirchlichen Einrichtung mit solchen Äußerungen vorsehen. "Er kann sich zumindest nicht sicher sein, dass es ihm keinen Ärger bringt." Auch erneut zu heiraten, kann kirchlich Beschäftigten den Job kosten, wie das Bundesarbeitsgericht 2004 entschieden hat. In dem Fall war die zweite Ehe eines katholischen Kirchenmusikers erst nach seiner Einstellung bekanntgeworden. Prompt wurde ihm gekündigt - zu Recht, wie die Richter urteilten. Denn nach den Regeln der Kirche sei es ein schwerwiegender Verstoß, eine Ehe einzugehen, die nach dem Verständnis der Kirche ungültig ist (Az.: 2 AZR 447/03).
(SZ)

Es gibt also kein gleiches Recht für alle und es gibt auch kein vernünftiges Recht.

Sonntag, 9. August 2009

Ministerliches Genie Teil I.

Franz-Josef Jung hat drei Probleme:

1.) Er sitzt auf einem Posten, für den er keine Qualifikation besitzt, der ihn hoffnungslos überfordert und den er nur ausübt, um im Kabinett als Kochs U-Boot die verhasste Kanzlerin auszuspähen.

2.) Die Giga-Aufgabe seines Hauses, nämlich die Leben-, Geld- und Ressourcen-verschlingenden Kriegseinsätze, darf es offiziell gar nicht gegen und müssen aus wahlkampftaktischen Erwägungen strikt aus der politischen Berichterstattung heraus gehalten werden.

3.) Wegen der absurd rückwärtsgewandten CDU-Ideologie muß er an der Wehrpflicht festhalten, die zutiefst ungerecht und überholt ist.
Nach und nach haben die anderen Nato-Partner auf eine professionalisierte Berufsarmee umgestellt, so zum Beispiel die USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien, Niederlande und Dänemark.

Aber bei Punkt 3 wird nun der Minister aktiv und wendet sich aktiv gegen FDP-Betrebungen die Kriegsdienstpflicht auszusetzen.
Man fragt sich wieso der Grövaz das Thema aufgreift, das er allerdings bewußt so vage fasst (die FDP wolle in einer K.O.alition anregen...), daß es genauso gut auch MIT Wehrpflicht weitergehen kann.
Vielleicht, weil er selbst einst nicht mitmachen durfte?

Westerwelle verriet zudem, dass er selbst von der Bundeswehr einst wegen seiner Homosexualität nicht genommen worden sei. "1979 wurden gleichgeschlechtlich orientierte Männer ausgemustert. So war das damals", sagte der FDP-Vorsitzende.

Da nun auch noch der schrille Guido nach einer Aussetzung der Zwangsrekrutierung schreit, schließen sich die ewig-gestrigen Unionsreihen austerlich.

Sogar die vage, sich nie festlegende Kanzlerin erteilte der Forderung ihres Gaga-Wunschpartners eine Absage.
[Als Frau verlangt sich so etwas auch leichter…]

Jung zog in der FAZ sofort nach:

Es wäre sehr klug, wenn wir an der Struktur der Wehrpflicht festhalten…..Noch heute gilt: Die Wehrpflicht ist die intelligentere Wehrform. Viele junge Leute, die die Wehrpflicht leisten, verpflichten sich weiter. 40 Prozent unserer Zeit- und Berufssoldaten waren Wehrpflichtige…..In unserem Gesamtkonzept muss die Wehrpflicht weiterentwickelt, aber in der Grundstruktur erhalten bleiben…..Übrigens wollen 62 Prozent der Bevölkerung nach den neuesten Umfragen, die mir vorliegen, dass wir an der Wehrpflicht festhalten.

Jungs „intelligentere Wehrform“ sieht allerdings in der Praxis so aus, daß sage und schreibe 85% der jungen Männer NICHT zur Bundeswehr gehen.
Die 15 %, die tatsächlich noch in den Kasernen antreten, sind DDR - der dumme Rest.
Wer schlau ist, tut sich das nicht an und sorgt dafür ausgemustert zu werden, oder zumindest Ersatzdienst zu machen.

So attraktiv wirkt denn auch die soldatische Praxis der Ausbildung nicht, wie beispielsweise der berüchtigte „Felching“-Fall belegt:

Die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, die frisch ernannten Unteroffiziere hätten sich bei dem im pfälzischen Zweibrücken praktizierten Ritual nackt ausziehen müssen und seien anschließend von Kameraden in perverser Weise traktiert worden. So solle einem Soldaten Dörrobst ins Gesäß geschoben und dann mit einem Paddel darauf geschlagen worden sein. Auch soll ein anderer Soldat die Früchte heraus geleckt haben.

Nun mag es ja den ein oder anderen geben, dem diese Praktiken zusagen (Westerwelle ist aber doch gegen die Wehrpflicht, oder?), aber ich wage zu behaupten, daß es auch eine Anzahl 18-Jähriger gibt, die sich das nicht wünschen.

Ganz abgesehen davon, daß es nach der Grundausbildung noch erheblich ungemütlicher werden kann, wenn man zum Beispiel in Afghanistan landet. (Dann doch schon lieber die Dörrobst und Paddel-Variante)

Jungs Dilemma; einerseits öffentlich behaupten, daß er Bundeswehrpflicht FÜR ALLE wünscht und andererseits aber nur 15 % eines Jahrgangs „gebrauchen“ zu können, läßt sich nur über die Ausmusterungsquote lösen.

Die liegt schon heute bei fast 50%.
Jeder zweite 18-Jährige ist zu unsportlich, zu doof oder zu krank, um die Grundausbildung zu überstehen:

Von den 2008 gemusterten jungen Männern wurden laut dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin 53,2 Prozent als "wehrdienstfähig" eingestuft. Fast jeder Zweite war also nicht tauglich. "Deshalb kann man ruhig erstmal die Musterung abwarten, bevor man verweigert", rät Peter Tobiassen von der Zentralstelle KDV.

Zieht man von den 53 % Tauglichen noch die Zivis ab, bleiben immer noch mehr als die 15 % eines Jahrgangs übrig, die tatsächlich in Jungs Armee landen.

Sein Geniestreich ist nun der, einfach die Untauglichkeitsrate zu erhöhen.

Deutschland hat schon jetzt die fettesten Jugendlichen in ganz Europa (einer von mindestens 12 Europäischen Negativrekorden Deutschalnds) - noch ein paar Fastfood-Konsumenten mehr und man kann die Tauglichkeitsrate entsprechend des Bedarfs drücken.

Zu dem Zweck verteilte Jungs Ministerium McDonalds-Gutscheine im Wert von € 73.000 an Schulklassen!
Wäre doch gelacht, wenn das BMVG mit fettigen Fastfood die Adipositas-Rate nicht etwas pushen könnte!

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der grünen Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken hervor. Demnach hat das Haus von Minister Franz Josef Jung (CDU) in den vergangenen vier Jahren 30.833 Verzehrgutscheine für das Fastfoodrestaurant an Schülergruppen verteilt.
"Die Einnahme von Speisen und Getränken der Restaurantkette entspricht den Lebensgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler", beschied der parlamentarische Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) der grünen Verbraucherschutzexpertin.
Nach seinen Angaben entstanden dem Verteidigungsministerium durch die Einlösung der Gutscheine Ausgaben in Höhe von 73.282,84 Euro.

Wer hätte gedacht, daß Herr Jung so ein Fuchs ist!

Mittwoch, 26. November 2008

Es gibt noch Fleiß und Freude bei der Arbeit.

Bei McDoof zu essen, ist nicht gerade zu empfehlen, wie das eindrucksvolle Beispiel von Morgan Spurlock in seinem bewundernswerten Film „Supersize me zeigt.

Um aus den 31.000 Filialen einen schön fetten Gewinn von 3,5 MILLIARDEN Dollar rauszuholen, werden die Angestellten nicht gerade fürstlich bezahlt und mit Sozialleistungen überschüttet.
Hilftreich sind da allerdings auch, die großzügigen Steuergeschenke, die der deutsche Staat über dem Krankmacherkonzern ausschüttet.
Qualität ist auch nicht gerade erste Priorität, wie eine Untersuchung der Fachzeitschrift Restaurants and Institutions Magazine zeigt, bei der McDonald’s im Jahr 2002 in der Kategorie Qualität abgeschlagen den 15. Platz unter den Hamburger-Ketten erreichte.
Beeindruckend sind allerdings die Werbeerfolge - McDonalds ist bekannter als die meisten anderen internationalen Konzerne, die alle wesentlich größer sind. (McDoof-Umsatz: 22 Mrd Dollar - zum Vergleich: Exxon setzt über 400 Mrd Dollar um, General Motors 181 Mrd Dollar, Wal Mart 380 Mrd Dollar).
Schon in der frühesten Kindheit werden die Kunden ein für alle mal an den Fleischklopskonzern gebunden.
Da müssen die Angestellten schon ganz schön ranklotzen und dürfen sich nicht von Kleinigkeiten aufhalten lassen.
Wäre ja auch noch schöner, wenn sich die Fritteusen-Jongleure wie die Zimperlisen benähmen und ständig Pausen oder gar Urlaub haben wollten.

Vorbildlich engagierte sich zum Beispiel eine 28-Jährige Pommes-Macherin in einer McDonald’s-Filiale im ostfranzösischen Epinal.
Von einer Petitesse wie einer Geburt, ließ sie sich nicht unterbrechen, quetschte schnell die Leibesfrucht auf dem Klo raus, warf das Baby in den Müll und briet sofort weiter Chicken-McNuggets and Apfeltaschen.

So muß das sein - vorbildlicher Arbeitseinsatz!

Donnerstag, 21. August 2008

Wie man austeilt

Denkt man an die amerikanischen Medien in der Nacht, ist man um den Schlaf gebracht.
Ob da die großen Blogger wirklich ein Gegengewicht schaffen können, wage ich doch zu bezweifeln angesichts der Tatsache wie blutrünstig und kriegslüstern auf die Georgien-Krise reagiert wird.
McShame hat seinen Rückstand auf Obama wett gemacht, weil weltpolitisches Zündeln immer noch geliebt wird.
McSame weiß zwar nicht so genau wo Georgien überhaupt liegt und bringt auch den Namen Saakaschwili nicht fehlerfrei über die Lippen - aber die Botschaft „Hauptsache draufhauen“ und „Russen zur Weißglut treiben“ bringt er doch unmißverständlich rüber.
Wie sollte der Ober-GOP auch Fakten kennen und differenziert antworten?
Das kollektive Hirn der US-Öffentlichkeit ist von den celebs zu 101 % erfüllt - was kümmert schon Wettrüsten oder Massensterben, wenn man sich doch mit den wichtigeren Dingen wie Paris Hiltons neuesten Tittenimplantaten und Britney Spears‘ letzten aus dem Minirock vorquellenden Slip beschäftigen muß?
Den absoluten Wahnsinn, den Condi und Radoslaw Sikorski gerade angezettelt haben, werde ich später noch behandeln.
Die amerikanische Öffentlichkeit ist entweder völlig verdummt oder böswillig ODER beides - anders kann man nicht erklären, daß sie ernsthaft diesen kriegstreiberischen Wackelkopp McInsane als POTUS in Betracht ziehen. Da beziehe ich doch schon mal Position:


Deutliche Worte kommen aber auch von jenseits des Atlantiks. Nur nicht daher, woher sie kommen sollten: Von Politikern, Intellektuellen, Parteien oder gar Kirchen.
Deutlich sind eigenartigerweise ausgerechnet einige der celebs.
Wer hätte gedacht, wie scharfzüngig und furchtlos zum Beispiel die gute alte fette white-trash-comedian-Frau Roseanne Barr ihre Klappe aufmacht?
In ihrem Blog liest man über den GOP-Kandidaten-Kandidaten:
„I cannot imagine a worse human being as president of our country. The guy is an idiot, a rageaholic, and an old fart who called his wife a "maureen dowd. Mccain still calls s.e. asian people "gooks" and doesn't apologize for it. White American Republicans like him because he is a racist and so are they. They want to continue their racial holy war against the poor, it pays such great dividends these days.”
Besonders begeistert bin ich davon, daß sie auch den beliebtesten aller Groß-celebs, nämlich Brad Pitt, Angelina Jolie (inkl. ihres Vaters Jon Voight) eins überzieht - und zwar nicht zu knapp. Dummelina kann sich nämlich McCainb als tollen Präsidenten vorstellen - was Roseanne anders sieht:
jon voight your evil spawn angelina jolie and her vacuous hubby brad pitt make about forty million dollars a year in violent psychopathic movies and give away three of it to starving children trying to look as if they give a crap about humanity as they spit out more dunces that will consume more than their fair share and wreck the earth even more. (just sayin').
Also miss jolie says she likes mccain too and hasn't decided who to endorse....huh? Aren't you supposed to be somewhat enlightened, or do you not know that the african daughter you hold in every picture had parents who suffered and died because of the republican party's worldwide economic assault on africa over the last few decades since reagan?

Richtig so - gib es ihnen!

Montag, 7. Juli 2008

Unerbetene Ratschläge zum Tod.

Sagenhaft, wirklich kaum zu glauben wie viel überheblichen Schwachsinn ich dieses Wochenende zur Causa Kusch und Sterbehilfe gelesen habe.
Natürlich sind da die Heuchler der Christenfraktion unübertrefflich - so sagte doch Bizarra Käßmann tatsächlich im Interview mit der „Neuen Presse“:
"Diese selbstherrliche Inszenierung finde ich einfach abstoßend. Er hätte der älteren Dame, die nicht krank war, sondern Angst vor dem Pflegeheim hatte, einfach sagen können, ich nehme sie bei mir auf, ich pflege und kümmere mich um sie."
Ach, wie realitätstauglich - alte Leute, die nicht mehr leben wollen, sollen alle privat in Kuschs Wohnung unterkommen. Und dann?
Was wenn jemand dennoch nicht mehr leben will (oder gerade deswegen?)
Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte, wenn ich all die selbsternannten Moralapostel über die Beweggründe eines Menschen, der den Suizid wählt, richten höre.
Die Dame hatte ja „NUR Angst vorm Pflegeheim“ und war doch noch „einigermaßen gesund“. NUR. Schande über sie! Das Weichei! Und immer feste druff!
Angst dürfte ja wohl IMMER eine zentrale Rolle spielen, wenn man sich das Leben nehmen möchte und ob die Angst in den Augen von irgendjemand anders begründet ist, oder nicht, ist irrelevant.
Ich persönlich finde den Grund „Angst vorm Pflegeheim“ übrigens extrem überzeugend - was daran liegen mag, daß ich schon sehr viele Pflegeheime von innen gesehen habe.
Ich habe sehr wohl den Urin-Geruch in der Nase, der dort üblicherweise auf den Fluren herrscht, weil die Leute eingenässt in ihren Windeln liegen gelassen werden.
Ich habe die vollkommen durchgelegen Körperteile gesehen, wo der Dekubitus nur noch rohes Fleisch hinterlässt, so daß die Menschen sich vor Schmerzen gar nicht mehr bewegen können.
Ich habe auch das Geschwafel von der Palliativmedizin gehört - als ob das ein neues Problem wäre - von dem netten schmerzfreien Tod wird schon lange viel geredet - aber Frau Käßmann, wie oft sind sie denn schon gestorben, um das beurteilen zu können?
In den Pflegeheimen ist größtenteils jedenfalls noch keine algesiologische Versorgung üblich.
Das würde ja auch Geld und Personal kosten - das brauchen wir aber für andere Dinge wie Steuergeschenke für Mc Donalds.
Wenn die CSU mal nur ein Prozent des Geschreis für Personalaufstockungen in staatlichen Pflegeheimen anstellen würde, das sie jetzt für die Pendlerpauschale veranstaltet!
Aber Demente und schwerst Pflegebedürftige gehen schließlich nicht wählen - da kann man sie auch buchstäblich in ihrer eigenen Scheiße verrotten lassen.
Bei der Suizidentscheidung ist moralisch betrachtet dabei die konkrete Versorgung im Pflegeheim ohnehin irrelevant - ich bin ausdrücklich der Meinung, daß JEDER das Recht haben sollte Selbstmord zu begehen und daß er die Hilfe bekommen kann, wenn er nicht weiß wie er es anstellen soll.
Und WENN man topgesund, in der Blüte seines Lebens und steinreich ist!
Das geht den Staat und erst Recht Frau Käßmann gar nichts an!
Wem die christliche Moral zu dem Thema wichtig ist, der kann sich ja gerne danach richten und braucht sich nie und nimmer umzubringen.
Aber lasst verdammt noch mal diejenigen in Ruhe, die sich nicht der Christenkeule unterwerfen wollen.
Wenn man Leserbriefe zum Thema liest, bemerkt man eine enorme Diskrepanz zur veröffentlichten politisch korrekten Allgemein-Meinung à la Merkel, die - ÜBERRASCHUNG - Sterbehilfe kategorisch ablehnt.
Nur sehr wenige Journalisten schreiben mit weniger Scheuklappen.
Sehr bedauerlich ist insbesondere, daß der große SZ-Leitartikel vom Samstag, der normalerweise immer ein Genuss ist, diesmal auch komplett missraten ist.
Nina von Hardenberg schreibt unter dem pompösen Titel „Die Kunst des Sterbens“ recht banal geratene pseudomoralische Allgemeinplätzchen, die davon zeugen, daß sie offenbar noch nicht persönlich in so einer Situation steckte.
Es ist geradezu ärgerlich abgehoben und wolkig, was dem Leser da zugemutet wird:
„Schmerz allein ist aber selten der Grund, warum ein Mensch den Lebensmut verliert. Schwerer wiegen die soziale Isolation und die Angst, im Alter abhängig und wehrlos zu werden. Es sind die gleichen Gründe, die auch Bettina S. genannt hat. Hier müsste die Kunst des Sterbens ansetzen. Nicht erst bei den Todkranken, sondern mitten im Leben.“
Frau Hardenberg kennt also die jeweils individuellen Gründe und kann sie auch noch in eine Moralskala von wichtig bis unwichtig einordnen ???????????????
Damit dann nie mehr irgendjemand Selbstmord begeht, fangen wir „Mitten im Leben an“ das zu ändern.
Ach ja? Wie? Wann? Womit?
„Die Länder wollen nun die organisierte Hilfe zum Suizid unter Strafe stellen.“ fährt Frau von H. fort und bezeichnet dies als „ehrenwert“.
EHRE - der Begriff fehlte gerade noch, wenn es darum geht Menschen ihren freien Willen zu verweigern.
Für nicht zielführend hält sie so ein hypothetisches Gesetz aber dennoch: „Wer beschlossen hat, seinem Leben ein Ende zu setzen, wird dafür einen Weg finden.“
Womit endgültig bewiesen wäre, daß von Hardenberg nicht weiß wovon sie spricht - denn das diametrale Gegenteil ist der Fall - genau DESWEGEN fürchten sich die Menschen ja so vorm Dahinvegetieren an Schläuchen, weil die meisten eben NICHT WISSEN, wie man sich sicher umbringt.
Den praktischen Giftcocktail kann man nun mal EBEN NICHT um die Ecke beim Bäcker bekommen.
In diesem Wolkenkuckucksheim-Stil geht es weiter: „Ansätze für eine neue Kunst des Sterbens gibt es schon heute. So hat es die Palliativmedizin geschafft, dass schwerkranke Menschen in der Regel keine unerträglichen Schmerzen aushalten müssen.“
Das palliativ-Wissen müsse nur noch den Sprung zu den Hausärzten schaffen, „denn die meisten Menschen wollen die letzten Tage zu Hause im Kreis der Familie verbringen.“

Frau von Hardenberg !!!! - an dieser Stelle mußte ich laut aufschreien vor Ärger - es ist wirklich kaum auszuhalten, wie Sie als Blinde von der Farbe sprechen.
Es gibt zwei Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland - davon an die 700.000 Bettlägerige in rund 11.000 Pflegeheimen.
Ich weiß nicht genau wie viele Pflegeplätze es bundesweit gibt, aber wenn ich mal die Meldung aus dem größten Krankenhaus (6000 Mitarbeiter) der Stadt Hamburg (1, 75 Mio Einwohner) - dem UKE - ansehe, befürchte ich, daß da was nicht ganz hinkommt: Vier neue Plätze in Hamburger Palliativstation: Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat eine Palliativstation mit zunächst vier Plätzen eröffnet. Eine Erweiterung auf zwölf Plätze ist noch 2008 geplant.
Donnerschlach - ganze 12 Plätze sollen es also noch dieses Jahr werden - da ist ja dann sicher ganz schnell für alle 700.000 Patienten in Deutschland gesorgt!
Außerdem, Frau v. H., lebt in Ihnen offenbar auch noch eine idealisierte Familienvorstellung aus den 50er Jahren fort.
Vater, Mutter Kinder und dazu noch mehrere andere Generationen unter einem Dach.
Und in dieses Idyll wünscht sich die sterbende Oma - na klar, dort wird sie hingebungsvoll umsorgt, alle Enkel, Urenkel und Kinder hegen und pflegen sie liebevoll. Wenn der Tod da nicht ein wahres Vergnügen ist!
Möglicherweise wünscht sich das tatsächlich der ein oder andere Sterbenskranke - NUR LEIDER EXISTIEREN DIESE FAMILIEN MEISTENS NICHT!
Wir sind eine Singlegesellschaft geworden - in Hamburg sind schon über 50 % der Haushalte Singlewohnungen.
Frau H. - merken Sie noch was?
DAS ist ja gerade der Grund weshalb all die Leute in Heime abgeschoben werden und weswegen sie sich auch davor fürchten!
Wenn es das Hardenbergsche Traumfamilienidyll gäbe, hätten wir ja wohl kaum 2 Millionen Alte, die in Heime abgeschoben worden sind - Tendenz sehr stark steigend.
So mäandert von H. weiter durch ihre schöne, aber leider irreale Welt und empfiehlt uns zum Schluß gar Papst JP-II als Beispiel:
Er hat der Welt vorgelebt, dass man auch in schwerer Krankheit bis zuletzt würdevoll und selbstbestimmt leben kann. Man muss nicht religiös sein, um sich den Mann zum Beispiel zu nehmen.
Ach sooooo, die finanziellen Mittel und die medizinische Versorgung, die der Papst hatte, sind ja auch üblich bei den hunderttausenden in Pflegeheimen!
Und wie der gute Mann gelitten hat, finden wir auch alle so toll, daß wir das unbedingt durchmachen wollen!
Besonders ärgerlich ist, daß Hardenberg auch noch falsch informiert ist - denn Johannes Paul II wurde zum Schluß nicht mehr künstlich ernährt - selbst ihm reichte es irgendwann - obwohl er damit gegen seine eigenen Regeln verstieß.
Natürlich nehme ICH ihm das keineswegs übel - aber den verlogenen Kurienleuten dient das als Argument seine schnelle Heiligsprechung zu torpedieren.

(Das war also die schöne liberale SZ - für das Abo zahle ich übrigens 460 Euro im Jahr + 60 Euro Aufschlag für das E-Paper. Was soll’s - die SZ ist dennoch die beste überregionale Tageszeitung in Deutschland)

Abschließend kann ich nur jedem empfehlen sich nicht um die weisen publizierten Worte zur Sterberei zu kümmern und gleich bei der Gesellschaft für Humanes Sterben das Eintrittsformular auszufüllen.
Die kümmern sich um alles und helfen einem womöglich auch dabei das Admiraal-Buch zu bekommen, das uns Normalos verboten ist.

Freitag, 23. Mai 2008

Großzügig zu den Großen.

Deutschland hat eine Menge Gesetze, eine Menge Überflüssiger dazu.
Was seit Jahrzehnten bekannt und angemahnt wird, weil dieser juristische Wust, einer Hydra gleich, jeden erwürgt, der versucht den Unsinn zu verstehen, wird immer schlimmer.
Grund ist die ausgesprochen schwache Kanzlerin, die sich jeglicher Reformen verweigert, weil sie nur eins im Sinn hat – nämlich ihren Job zu behalten.
Sie fürchtet so sehr irgendwo anzuecken, daß sie ganz im Gegensatz zu ihrem Vorgänger vollkommen passiv den innenpolitischen Fehlentwicklungen zusieht.
Da gibt es zum Beispiel die größte Steuererhöhung, die je zu Beginn einer Legislatur gemacht wurde – das Anheben des Mehrwertsteuersatzes um 3 Prozentpunkte.
Typisch CDU – sie hat immer Steuern erhöht und ist die Mehrwertsteuerpartei – kein sozialdemokratischer Kanzler hat je an der Schraube gedreht.

Der Grund ist klar – die Großen werden geschont, der kleine Konsument hat die Hauptlast zu tragen.
Der kleine Konsument ist aber praktischerdings so enthirnt, daß er das sofort wieder vergisst und in allen Umfragen die CDU mit großem Abstand vor der SPD demoskopisch bewertet.
Das Verhältnis von Wahlvolk zu CDU-Landesverwesern, wie Kohl, Merkel und Köhler gleicht dem von Pat zu Patachon.

Ein Mehrwertsteuersatz von 19 % ist an sich vielleicht schon ärgerlich, aber noch nicht kompliziert genug für die deutsche Seele, daher gibt es Ausnahmen.
Historisch bedingt wollte man nach dem Krieg und den Hungererfahrungen Lebensmittel etwas günstiger halten und erschuf eine Liste von Mehrwertsteuerausnahmen, die nur nach dem ermäßigten Satz von 7 % besteuert werden.
Verstehen kann man diese Auflistung nicht – aber immerhin nachlesen, so müssen mit nur 7%, statt 19 % besteuert werden:

Pferde einschließlich reinrassiger Zuchttiere, ausgenommen Wildpferde, Bulben, Zwiebeln, Knollen, Wurzelknollen und Wurzelstöcke, ruhend, im Wachstum oder in Blüte; Zichorienpflanzen und -wurzeln Gurken und Cornichons, frisch oder gekühlt, getrocknete, ausgelöste Hülsenfrüchte, auch geschält oder zerkleinert, Zubereitungen von Fleisch, Fischen oder von Krebstieren, Weichtieren und anderen wirbellosen Wassertieren, ausgenommen Kaviar sowie zubereitete oder haltbar gemachte Langusten, Hummer, Austern und Schnecken Tierische oder pflanzliche Düngemittel mit Ausnahme von Guano, auch untereinander gemischt, jedoch nicht chemisch behandelt; durch Mischen von tierischen oder pflanzlichen Erzeugnissen gewonnene Düngemittel Körperersatzstücke, orthopädische Apparate und andere orthopädische Vorrichtungen sowie Vorrichtungen zum Beheben von Funktionsschäden oder Gebrechen, für Menschen, und zwar a) künstliche Gelenke, ausgenommen Teile und Zubehör, Schwerhörigengeräte, Herzschrittmacher und andere Vorrichtungen zum Beheben von Funktionsschäden oder Gebrechen, zum Tragen in der Hand oder am Körper oder zum Einpflanzen in den Organismus, ausgenommen a) Teile und Zubehör

Alles klar?
Eine Auswirkung der finanziell besonders interessanten Art erlebt man, wenn man so doof ist und sich zu McWürg begibt, um dort Fastfood-Dreck in sich zu stopfen:

Wenn man dort isst, gilt der Laden als Restaurant - kleiner Witz am Rande!!!
Es sind also 19% Mehrwertsteuer fällig. Wenn man das Essen mitnimmt, zählt McDonald´s zu den Lebensmittelhändlern, mit 7% MwSt. Die Hamburger sind aber gleich teuer. Also macht McDonald´s bei Außer-Haus-Verzehr jeweils zusätzlich 12% Gewinn.

Das sind bei einem durchschnittlichen sogenanntes „Menü“ rund 50 Cent, die aber nicht etwa dem Kunden zurück gegeben werden, sondern als nettes staatliches Steuergeschenk vom McDoof einkassiert werden.
Insgesamt soll der Junk-Konzert damit in Deutschland einen dreistelligen Millionenbetrag im Jahr vom Steuerzahler geschenkt bekommen.
Das sit natürlich keine Erkenntnis von mir und schon gar keine Neue – so berichtete der Hessische Rundfunk schon am 22. September 2005 zu den 16%-Mehrwertsteuerzeiten schon ausführlich von den Millionengeschenken des Staates an McDumpf.

Zuletzt wärmte auch Extra-Drei die Story mit einem schönen Video auf.

Genützt hat es freilich gar nichts – die Bundesregierung ist völlig untätig und verteilt weiterhin die Millionen großzügig an diese Vernichter der allgemeinen deutschen Gesundheit und Esskultur.

Danke Merkel!

Samstag, 6. Oktober 2007

Mea Culpa

Gestern war ich so schrecklich müde – da habe ich wohl etwas unbedacht geschrieben.
Möglicherweise suggerierte ich, daß Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) sich um nichts kümmert und gar keine Ahnung von den Zuständen in Hamburger Schulen hat. Letzteres stimmt sicherlich – aber den Vorwurf der Untätigkeit muß ich zurück nehmen.
Wie ich heute noch mal nachgelesen habe, ist die Golferin und Hobbysenatorin durchaus mit schulischen Problemen beschäftigt.
Sie sorgt sich um die Finanzen der Schulen. Zuerst war da ihre Richtlinie über Werbung, die sie Ende August 2007 verkündete:
Danach sollten sich die Schuldirektoren und Lehrer darum bemühen die Schüler in den Klassen mit Coca-Cola- und McDoof-Bannern zuzukleben und dadurch Sponsorengelder einzutreiben.
Bis Gummirücken Ole eingeknickt ist – wie so oft – dauerte es diesmal nur ein paar Tage. Das ist ihm zu danken: Andere bizarre Sinnlos-Ideen, wie die Verkündung des HHLA-Verkaufs, den Umzug der Bahn nach Hamburg und dem Glaspalast auf dem Domplatz, hielten sich hingegen über Wochen in den Schlagzeilen, bis endlich der CDU-Senat umfiel und alles wieder zurück nahm.
Da die Schulleiter also immer noch finanziell zu klamm sind, um ihre Schüler vernünftig auszustatten, wollte Alexandra Dingbums diese dazu verdonnern künftig als Manager zu agieren, statt sich auf Lehren zu konzentrieren.
Dies steht in dem neuen Schulgesetz, gegen das sich aber fast alle Schulen vehement wehren.
101 Direktoren haben sich sogar in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt, um die Ratifizierung dieses Ungetüms zu verhindern. Daß sich aber Lehrer eine eigene Meinung anmaßen über Schulen ging dann dem CDU-Senat doch deutlich zu weit! Ideologisches Kuschen und Gehorsam ist bei Alexadingsbumsdixa gefragt – nicht etwa konstruktive Diskussion oder Sachdienlichkeit.
Also wurden alle Direktoren von ihr abgemahnt.
Wo kämen wir denn auch hin, wenn jeder seine Meinung äußerte???
Die renitente Band ließ sich leider nicht wie in einer echten Diktatur aufhalten und so legten trotz der Schulbehördlichen Bannbulle 80 Schulleiter bei der Behörde Widerspruch ein.
Das bedeute Krieg – Dummbatzadösring überzog ab sofort alle mit Disziplinarverfahren. Davon sind inzwischen 60 Verfahren vor unabhängigen Richtern durchgeführt worden.
60 mal gewannen die Direktoren und
60 mal kassierte der CDU-Senat eine krachende Niederlage.
Bleiben also noch 20 Verfahren zu erledigen.
Man sieht also, daß die Schulsenatorein wirklich sehr viel zu tun hat!