TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!
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Mittwoch, 4. Januar 2023

Der Christ des Tages - Teil LIII

Bischof Heinz Josef Algermissen, seit 2001 Diözesanbischof von Fulda und damit Nachfolger des in der ultrarechten Szene legendären Erzbischofs Johannes Dyba (1983–2000) gilt in der Fundi-Szene als Rückschritt. Obwohl er durchaus konservativ ist, fehlt es ihm an Frauenverachtung, wie sie die Ratzinger-inspirierten FSSPX’ler verlangen. Voller Entsetzen wurde beobachtet, daß eine Frau als Seelsorgerin unter Algermissen arbeiten darf. Skandal! Im Rahmen des ‘Engagiertentreffens 2010’ des Kolpingwerkes Deutschland zog Ursula Hüllen – sogenannte Diözesanseelsorgerin für das Kolpingwerk im Bistum Münster -am Sonntag, dem 3. Oktober um 11.30 Uhr, inmitten der konzelebrierenden Priester in die Hohe Domkirche zu Fulda ein. Anschließend zelebriert der Bischof von Fulda, Mons. Heinz-Josef Algermissen, ein neugläubiges Pontifikalamt. Die selbsterklärte Seelsorgerin nahm dazu ganz selbstverständlich in der ersten Bank Platz – eingerahmt von zwei Priestern im Meßgewand. Den Gläubigen des Kirchenvolkes, die dieses Schauspiel beobachteten, stand das Grauen ins Gesicht geschrieben. (Brechmittelnet 22.10.10) Wenigstens ist mit Pfarrer Werner Gutheil der Diözesan-Seelsorger für Trauernde im Bistum Fulda ein Mann. Aber seit des plötzlichen Todes Dybas im Jahr 2000 stellt das Bistum Fulda nicht mehr den Militärbischof der Bundeswehr und schon geht alles den Bach runter. Zwar sind dessen Nachfolger, Prügelbischof Mixa (2000-2010) und Homo-Schreck Overbeck (seit 2011) auch erzreaktionäre Oberhirten, aber die Bundeswehrsoldaten geben sich in verstärktem Maße lieber gleich selbst die Kugel. Genau wie in der Armee des großen Bruders USA sterben auch deutschen Soldaten häufiger durch „friendly fire“ oder Suizide, als durch Gefechte. Von den seit 1992 in die Auslandseinsätze entsandten Bundeswehrangehörigen starben 99 – 36 Soldaten fielen durch Fremdeinwirkung, 63 kamen durch sonstige Umstände ums Leben. Insgesamt 19 Angehörige der Bundeswehr nahmen sich in Auslandseinsätzen das Leben. (Bundeswehr.de) Wie viele Soldaten sich nach ihrer Rückkehr von den Einsätzen in Folge posttraumatischen Stresses selbst umbringen, ist unbekannt. Nach wie vor spart die Bundeswehrführung ebenso wie die US-Army bei der medizinischen und psychologischen Betreuung ihrer Soldaten. Dabei sollen bis zu 40% von ihnen an Post Traumatic Stress Disorder / PTSD (einer Posttraumatischen Belastungsstörung) leiden. Gegenwärtig begehen TÄGLICH mindestens 18 US-Soldaten nach ihrer Rückkehr aus dem Irak und Afghanistan Selbstmord. Aber auch die Zahlen der Selbstmorde während des aktiven Dienstes im Ausland sind grotesk; 432 waren es allein nach offiziellen Angaben im Jahr 2010. Rep. Vicky Hartzler, R-Mo., a member of the subcommittee, offered the sobering numbers for 2010 – 37 Marines committed suicide, 39 sailors, 56 members of the Air Force and 300 in the Army. (HuffPo) Die Zahlen sind hoch, aber alles andere als verwunderlich. Was würde man anderes erwarten, wenn man Hunderttausende blutjunge, schlecht ausgebildete, vorwiegend aus der Unterschicht stammende Amerikaner aus ihren Familien reißt und sie in sinnlose Kriege steckt? Dort hocken sie dann isoliert und waffenstarrend in einer Umgebung, in der sie gehasst werden, in der sie niemand will, in der sie nicht sein wollen und in der es nur Gewalt gibt. Kombiniert mit einer streng hierarchischen Atmosphäre, in der sich keiner erlauben darf Schwäche zu zeigen, in der nur Härte, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen gefragt sind, wundert mich kein einziger Selbstmord. Nur der Spezialist zum Thema, der Diözesantrauerfachmann Pfarrer Gutheil, kann das nicht begreifen. Dieser Tage ging diese Pressemeldung durch die Zeitungen. Diese Selbstmordrate, oder besser Suizid genannt, ist erschreckend. Sind doch die Soldaten mit dem Tod konfrontiert, ob es der von anderen oder der eigene ist. In diesem Kontext dann aber die Möglichkeit der Selbsttötung zu wählen, stellt viele Fragen: wie kann es kommen, dass die Menschen sich so etwas antun, wo sie doch „geschult sind“ und der Tod oder die Tötung anderer eine der Möglichkeiten in dieser Tätigkeit als Soldaten besteht? Die Belastungen müssen so groß sein, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Warum wählen sie diesen Weg? Was fehlt in diesem System, dass sie diesen Schritt gehen müssen? (Gutheil, 13.09.2011) Der Hanauer Pfarrer versteht es nicht und tritt lieber noch mal nach; denn Selbstmord findet er egoistisch: Aber denken sie auch an die Hinterbliebenen, die die zurückbleiben? Auch wenn zu sagen ist: sie können es in dem Moment nicht, so wäre es ein Warnzeichen, ein Anker, der sie vielleicht doch am Leben halten würde, halten könnte. Es geht nicht um Vorwürfe, wenn ein Mensch durch Selbsttötung aus dem Leben tritt, sondern es geht darum jene, die mit dem Gedanken spielen, dem eigenen Druck ein Ende zu setzen, einmal diese Überlegung mitzugeben: Denk auch mal an die anderen. (Gutheil, 13.09.2011) Man fühlt sich an die Zeiten erinnert, als die Kirchen Selbstmördern ein christliches Begräbnis verweigerten und die Menschen, die in so fürchterliche seelische Not gerieten, daß sie sich nur noch das Leben nehmen konnten, a posteriori noch mal im Stich ließen, indem sie ihre Überreste lieber außerhalb der Stadtmauern anonym verscharren ließen. Aber warum sich eigentlich groß aufregen? Es ist ja auch nicht weiter schlimm, wenn demokratische Staaten ihre Armeeangehörigen in den Suizid treiben. Gott ist das sowieso Wurscht: „Eines mag aber jeden trösten, dass es dem Schöpfer egal ist, warum jemand vor ihn tritt!" (Gutheil, 13.09.2011) Pfarrer Gutheil ist der Christ des Tages Nr 53.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Abschaum - IV


Zum Einstieg noch einmal in etwas ausführlicherer Version Michael Schmidt-Salomon über „religiöse Idiotie.“
 In seinem neuen, äußerst empfehlenswerten Buch „Keine Macht den Doofen“ räumt MSS ein,  der Begriff möge verletzend klingen, beschreibe aber andererseits eins der zentralen Probleme treffend:

Solange nämlich Religioten das Sagen auf unserem Planeten haben - und das haben sie leider, Mensch sei’s geklagt, in vielen Teilen der Welt -, sind alle Versuche, das Zusammenleben der Menschen vernünftiger, freier, gerechter zu gestalten, notwendigerweise zum Scheitern verurteilt. (Denken Sie nur an die muslimischen Extremisten in Somalia, die 2011 dringend benötigte internationale Hilfe für die hungernde Bevölkerung nicht zuließen.) Versuchen wir also angesichts der Bedeutung dieses Phänomens eine kurze Definition des religiotischen Syndroms:
Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht. Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind). Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen.

Die weit überwiegende Anzahl der Bischöfe und Priester, die mir in TV und Internet begegnen, sind auf den ersten Blick schon extrem unsympathisch.
 Es ist für mich auch schwer vorstellbar, daß irgendjemand Kanaillen wie Krenn, Groer, Laun, TVE, Overbeck, Meisner, Mixa, Ratzinger, Wölki und Co nicht persönlich abstoßend findet.

Da stimmt das atheistische Weltbild, wenn diese Typen ihre menschenverachtenden Botschaften unter das Volk bringen.

Aber was ist mit Geistlichen, die eigentlich ganz nett wirken und von denen man auch annehmen kann, daß sie einigermaßen intelligent sind?
Selbst ausgewiesene Kirchenkritiker, die ich bewundere - Hans Küng oder Uta Ranke-Heinemann - sind Mitglied der RKK und glauben an Gott. Bischof Gaillot und Eugen Drewermann sind Geistliche der RKK. Und wie landet ein selbstbewußter, hochgebildeter Schwuler wie David Berger zwischen hochgradig homophoben konservativen Klerikern?
Es gab im 20.Jahrhundert sogar zwei Päpste, nämlich Giovanni XXIII und JP-I, die ich ausgesprochen nett finde. 
Und Altbischof Franz Kamphaus ist doch ein absolut altruistischer, ehrenwerter Mann!
Andere hochrangige Katholen, wie Zollitsch oder Lehmann wirken auf ihre jovial-gemütliche Art auch nicht übermäßig abstoßend.
Wieso kommen Berger und Küng nicht zu der schlichten Erkenntnis, daß das ganze Gott-Konzept Humbug ist, um die Menschen abhängig und fügsam zu machen?
Wieso sparen sie sich nicht die Kirchensteuern?

Zur Klärung dieser Frage bin ich MSS außerordentlich dankbar für die Einführung des Begriffs „Inselverarmung“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).

Mein Lieblings-Religiot ist aber immer noch Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig Müller, der durch und durch und in jeder Hinsicht abstoßend ist. 
Er hat eine unangenehme Visage, hasserfüllte Augen, sorgte persönlich dafür, daß Kinderficker-Priestern neue Kindern zum Ficken vorgesetzt wurden und diffamierte und drangsalierte anschließend auch noch die Opfer!

Nicht ohne Grund habe ich dem Abschaum-Bischof als einzigem bisher eine eigene Posting-Reihe gewidmet, in der ich viele seiner widerlichen Aussagen, Taten und Charakterzüge darstellte.




Während andere Katholen-Fürsten ernsthaft ein bißchen beschämt darüber sind, wie viele Kinder in Heimen, Sakristeien, Beichtstühlen und Schlafsälen von Priestern missbraucht wurden, gehört Müller zu der hardcore-Fraktion à la Kreuznet, die von einer „Hoax“ sprechen, von Jagd auf die Kirche.
Der Regensburger Oberhirte ist aber nicht nur in seinem Bistum und bei seinen Pfarrern regelrecht verhasst - nein sogar seine Brüder im Amte gruseln sich vor dem polternden Zweimeter-Mann der Bösartigkeit.

Gerhard Ludwig Müller ist in vielerlei Hinsicht in Regensburg vollkommen unübersehbar - nicht nur weil er zwei Meter groß ist.
Er ist der vermutlich autokratischste unter den deutschen Bischöfen, der mit Leidenschaft seine Mitarbeiter desavouiert, die er für nicht absolut folg – und fügsam hält.
Die SZ schrieb jüngst über ihn:
Viele Bischöfe verdrehen regelrecht die Augen, wenn die Rede auf den Amtsbruder aus Regensburg kommt.
Harsch und grob beharrt er stets so unnachgiebig auf seiner Autorität, daß nicht nur fast alle seine Untergebenen entsetzt sind, sondern inzwischen auch nicht gerade als liberal bekannte Gestalten wie Kardinal Wetter öffentlich auf eine Distanzierung bestehen.

 Stefan Aigner erinnerte letzte Woche noch einmal daran wie außerordentlich schäbig sich Bischof Müller gegenüber den traumatisierten Opfern priesterlicher Gewalt äußert.

„Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle – die schauen jetzt aus wie ein monolithischer Block.“
Es bemerkenswert, dass gerade Müller so etwas sagt. Was sind „Einzelfälle“? Und wie viele „Einzelfälle“ braucht es, um von einem Komplex sprechen zu dürfen? Es wäre schön, diese Frage anhand genauer Fakten diskutieren zu können.
Doch just in der Diözese Regensburg ist das nicht möglich. Hier geizt man mit Informationen zu diesen „Einzelfällen“. Beispiellos. Keine Diözese ist so verschwiegen.
Nach wie vor gibt es keine konkreten Zahlen zu Tätern und Opfern. Man hört nichts über Entschädigungsanträge oder eventuelle Auszahlungen.
Der „Zwischenbericht“, den Müllers Sprecher Clemens Neck (einigen ausgewählten Journalisten) vor etwa einem Jahr vorgestellt hat, ist eine Frechheit. Ein knapp gehaltenes Dokument voller Allgemeinplätze, ohne jede Offenheit. Ganz anders handelt beispielsweise die Erzdiözese München.
Nicht, dass Priester Kinder und Jugendliche vergewaltigt, geprügelt und gedemütigt haben, ist dessen Kern, sondern das bewusste Verschweigen dieser Straftaten. Das Versetzen der Täter.
In der Diözese Regensburg wurden allein zwischen dem Jahr 2000 und 2007 drei Fälle öffentlich, in denen die Diözese nicht durch übermäßigen Eifer beim Schutz von Kindern aufgefallen ist. 
[…] Hier wurden mehrfach kriminelle Priester erneut auf Kinder und Jugendliche losgelassen. Auch unter Müllers Verantwortung.

Bischof Müller ist der Bodensatz des deutschen Episkopats - gegen ihn wirken sogar Prügel-Mixa und Homohetzer Overbeck wie freundliche Gesellen.

Selbst ein Papst mit lediglich winzigen, rudimentären Resten von Anstand würde so einen Oberhirten wie Müller aus dem Verkehr ziehen und ihn exkommunizieren.
 Allerdings sucht man Anstand sicher vergeblich in der römischen Kurie und so kommt es passend zur Närrischen Zeit in Bayern zu einem vorgezogenen Aprilscherz der Extraklasse:

Bischof Müller scheint tatsächlich beste Chancen zu haben demnächst den zweitwichtigsten Posten in der 1,2 Milliarden Mitglieder zählenden RKK zu bekommen. 
Chef der heiligen Inquisitionsbehörde! 
Den Posten also, der heute euphemistisch „Präfekt der Glaubenskongregation“ genannt wird und den Joseph Ratzinger selbst 25 Jahre innehatte.

Die Regensburger sind hin und her gerissen - einerseits würden sie alles dafür geben Müller loszuwerden, andererseits würde er als Quasi-Vizepapst über eine enorme Macht verfügen.

Der konservative Kirchenmann gilt als Hardliner unter den deutschen Bischöfen. Bei der Kirchenbasis wird er teilweise sehr kritisch gesehen.
„In Rom richtet er womöglich noch mehr Schaden an als in Regensburg“, sagt die Regensburger Vorsitzende der Vereinigung „Wir sind Kirche“, Sigrid Grabmeier. Sie befürchtet, die katholische Kirche werde mit steigendem Einfluss Müllers restriktiver und rückwärtsgewandter werden.
Theologisch liege Müller ganz auf der Linie des Papstes, meint „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner. Es sei aber die Frage, ob dieses sehr traditionelle Kirchenverständnis in die heutige Zeit der katholischen Weltkirche passe und zukunftsfähig sei.

Ist Ratzinger nicht großartig?

Keiner hat bisher vermocht die Katholiken schneller aus der Kirche zu treiben als er. 
Benedikt ist der größte Garant des atheistischen Erfolges.
 Mit der Megabeförderung eines Kinderfickerschützers mit Fußpilz-artigen Sympathiewerten, könnte der Papst weitere Millionen entsetzte Gläubige aus der RKK treiben.

Die Süddeutsche Zeitung rät dem Regensburger Rabulisten allerdings noch nicht die Möbelwagen zu bestellen; es gäbe im Vatikan auch Widerstände gegen die Personalie Müller.
Hautgrund: Der ultrakonservative Rechtsaußen des deutschen Episkopats ist der Kurie noch zu liberal!

Bishop Alvarez said that there are children who want to be abused:

Den Holocaustleugnern um Richard Williamson wird im Vatikan der rote Teppich ausgerollt und falls irgendwelche Opfergruppen um Gehör bitten, ist das auch nur Blabla. 
Papst Benedikt XVI. hatte bei den Osterfeiern 2010 in Rom zu den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche geschwiegen. 
Der Dekan des Kardinalskollegs, Angelo Sodano, betonte zu Beginn der Ostermesse 2010  das "Volk Gottes" lasse sich nicht vom "Geschwätz des Augenblicks" beeindrucken.

Zwischen solchen Typen wirkt selbst Müller ein bißchen lasch.

In Deutschland mag er der Krawallbischof sein, der sich ständig mit den Reformern von 'Wir sind Kirche' oder mit den katholischen Verbänden streitet, die Medien beschimpft, Konflikte auf die Spitze treibt. In Rom gilt so etwas schlimmstenfalls als lässliche Sünde. […]
Müller [hat] mächtige Gegner in der Kurie: die Konservativen. 
[…] Sie misstrauen seiner Universitätstheologie und seinem Eintreten für das deutsche Kirchensteuersystem. Sie ärgert die Härte, mit der Müller gegen die traditionalistische Piusbruderschaft vorgegangen ist, die in Zaitzkofen in seinem Bistum ein Priesterseminar unterhält. Und so tauchen in den italienischen Medien Berichte auf, die Müller als gefährlichen Linken darstellen.
(Matthias Drobinski 15.02.12)

Bei Kreuznet und in der Römischen Kurie sieht man offenbar alles, was nicht voll auf NPD- und Piusbruderschaftlinie ist, als linksextremistisch an.

Sonntag, 12. Februar 2012

Althergebrachtes


Die heutige Jugend nennt Dämonen, Vampire und Geister in einem Atemzug.
Sie sind vertraut aus Film und Fernsehen. Buffy, Angel, True Blood, Bella & Edward: Draculas bis zum Abwinken.
Die etwas ältere Generation kann das nicht verstehen. 
Was ist das mit diesem Dämonen- und Phantasy-Wahn heutzutage? Können sich diese modernen Drehbuchautoren nicht mal was anderes ausdenken? Ist nicht mal langsam gut mit dem neumodischen Kram?

Nö.

Der Kram ist nämlich nicht neu, sondern uralt.
„Die Lehre der katholischen Kirche zum Bösen ist seit Jahrhunderten unverändert“, erläuterte der Theologieprofessor Barrajón.

Barrajón kennt ihr nicht? Macht nichts, erkläre ich euch:

Pedro Barrajón, Exorzistenausbilder ist Professor für Bioethik, Rektor des Päpstlichen Athenäums Regina Apostolorum, korrespondierendes Mitglied der Päpstlichen Theologischen Akademie und Leiter eines vatikanischen Kurses für angehende Exorzisten.

Gott schuf nicht nur Menschen, Schlangen, den Hirschhornkäfer und die Runkelrübe, sondern auch Geister.
Die Geister unterteilen sich wiederum in Engel, Dämonen und Teufel.

Und um auch das vorweg zu nehmen: Gott schuf das Böse, weil er so gut ist und uns die Wahl lassen wollte.
So ein Altruist!

Barrajón: Er hat alles geschaffen. Nach christlicher Tradition sind Dämonen und Teufel gefallene Engel. Es sind Engel, die gegen Gott revoltiert haben und weiter rebellieren seit Beginn der Schöpfung.

Welt Online: Wie konnte Gott das Böse dann überhaupt je zulassen?

Barrajón: Unserer Freiheit zuliebe! Das Böse ist notwendig an das Geschenk der Freiheit geknüpft. Gott hat den Menschen frei geschaffen. In der Abwägung zwischen der Zulassung des Bösen und der Gabe der Freiheit hat er sich für die Freiheit entschieden. Ohne die Möglichkeit der freien Wahl zum Guten oder Bösen gibt es keine Freiheit.
Das heißt: Gott schätzt die Freiheit höher als all unsere Sünden. Tiere sind nie böse - sie sind aber auch nie frei. Mit der Freiheit hat Gott uns über die Tiere erhoben.

Welt Online: Wie müssen wir uns die reinen Geister vorstellen?

Barrajón: Sie haben Willen. Sie haben Intelligenz. Aber sie haben keine Sinne. Sie haben keinen Körper.

Der Exorzismus ist ebenfalls keine etwas überdramatisierte Horror-Vorstellung aus Splatterfilmen, sondern seit Jahrhunderten Realität. 
Kein Geringerer als Jesus selbst verlangte Dämonen auszutreiben.
Der Exorzismus ist Befreiungsdienst vom Einfluss des Bösen, den Jesus Christus ausgeübt und mit dem Er seine Jünger mit diesen Worten betraut hat: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ (Mt 10:8).

 Papst Ratzinger findet es super und hat während seines Pontifikats selbst ein bißchen exorziert.

Das berichtet der Vatikanische Chef-Exorzist Gabriele Amorth in seinem neuen Buch „Der letzte Exorzist“, aus dem ein italienisches Magazin Auszüge veröffentlichte.
Zwei von Dämonen und Teufeln Besessene rasteten während der Generalaudienz 2009 in Rom regelrecht aus.

Den Auszügen zufolge wurden die beiden Männer, die nur mit ihrem Vornamen Giovanni und Marco genannt wurden, immer erregter, während sie bei der Audienz auf die Ankunft des Papstes warteten. Zwei Helferinnen hatten die Männer auf den Petersplatz gebracht, wo sie sich auf den Plätzen für Behinderte einrichteten, berichtete Amorth.
Der Schilderung des katholischen Priesters zufolge, warfen sich die Männer auf den Boden, schlugen die Köpfe auf die Erde und begannen zu brüllen, als Benedikt XVI. sich in seinem Jeep näherte. Als der Papst seinen Arm zum Segen erhob, habe die Männer ein Schlag getroffen, der sie drei Meter zurückgeschleudert habe. Anschließend hätten sie sich beruhigt.

Ein Teufelskerl, dieser Ratzinger-Sepp! Was der alles vermag!

Deutsche wissen eben wie man den rechten Arm wirkungsvoll ausstreckt.

Dämonen loszuwerden ist in der Regel schwieriger und erfordert eine lange Ausbildung.

In der Piusbruderschaft, den von Ratzi umworbenen holocaustleugnerophilen Homophoben gehört die Weihe zum Exorzisten immer noch zu den normalen niederen Weihen auf dem Weg ins Priesteramt.
Folgerichtig hat der Leiter des Priesterseminars der Bruderschaft, Pater Stefan Frey letzten Donnerstag sechs Studenten zu Exorzisten geweiht.

Bei einem Exorzismus sollen nach katholischer Lehre Dämonen und Geister vertrieben oder ferngehalten werden. Die Kirche beruft sich dabei auf Jesus Christus selbst, der laut den Evangelisten auch Dämonen ausgetrieben hat. „Von ihm hat die Kirche Vollmacht und Auftrag, Exorzismen vorzunehmen“, heißt es im Katechismus der katholischen Kirche.

Wer führt Exorzismen aus? Was ist ein Exorzist?

Die Autorität der Sakramentalie und der Charakter des Exorzismus verlangen vom Exorzismusdienst, dass er so ausgeführt wird, wie Jesus seine Jünger belehrt hat: im Geist des Gehorsams und gemäß der Kirchenpraxis. Der Exorzist in der Kirche ist entweder Ortsbischof oder ein von ihm designierter Priester, der eine spezielle Genehmigung für die Exorzismenausführung bekommt.

Verlauf des Exorzismus

Die Sakramentalie des Exorzismus wird gemäß den Anordnungen vom Rituale Romanum gespendet. Die Exorzismen finden an einem abgeschiedenen Platz statt, z.B. in einer Kapelle oder in einem entsprechenden Raum, wo sich gewöhnlich Bilder von Gekreuzigtem Heiland, Unserer Lieben Frau und Engeln befinden. Außer dem Priester-Exorzist können am Exorzismus die Priester und Laien teilnehmen, die die Aufgabe haben, in Intention der besessenen Person zu beten und dem Priester – falls es nötig wird – zu helfen. Sie dürfen aber keine Exorzismusformel aussprechen.

Zum Glück haben die Guten die Jungfrau Maria auf ihrer Seite - denn noch nicht mal Geister oder Dämonen wagen es sie zu beleidigen.

Barrajón: Am Ende sagt der Priester zu dem Dämon: Geh weg! Verschwinde! Meistens antwortet der Dämon dann zuerst: Nein. Ich will nicht. Er rebelliert und revoltiert. Manchmal sagt er: Du hast keine Macht über mich. Du bist ein Nichts für mich. Nach und nach läßt dann sein Widerstand nach. Meistens geschieht dies nach Anrufungen der Gottesmutter, die dafür sehr wichtig ist. Kein Dämon wagt jemals, sie in einem Exorzismus zu beleidigen. Nie.

DIE WELT: Hat er vor Maria mehr Respekt als vor Gott selbst?

Barrajón: Offensichtlich. Sonst werden alle beleidigt: die Priester, alle, die zugegen sind, die Bischöfe, der Papst, sogar Jesus Christus, doch nie die Jungfrau Maria. Es ist ein Mysterium.

Rätsel über Rätsel.....

Da wir nun wissen, wie man das Böse loswird, bleibt noch die Frage woher das Böse überhaupt kommt.

Dazu komme ich noch einmal auf Professor Barrajón zurück, der als absoluter Experte erklären kann woher Geister und Dämonen stammen.

Im Interview mit dem einzigen noch schwerer religiotischen Journalisten als Matthias Matussek, nämlich Springers Vaticanisti Paul Badde, erhellte Barrajón meinen Geist.

Nach christlicher Tradition sind Dämonen und Teufel „Engel, die gegen Gott revoltiert haben und weiter rebellieren seit Beginn der Schöpfung“. Gott habe das Böse „unserer Freiheit zuliebe“ zugelassen, denn „ohne die Möglichkeit der freien Wahl zum Guten oder Bösen gibt es keine Freiheit“. Wurden die Engel geschaffen, dann wurden „folglich auch gefallene Engel“ geschaffen, „folglich auch die Hölle. Es ist keine Selbstschöpfung. Die Hölle ist auch kein Platz, es ist ein Zustand. Es ist der Zustand, in dem die Dämonen zu sich selbst finden: in ihrem Haß gegen Gott“.

Wie bemerkt man, daß ein echter Dämon am Werk ist, der nur von einem Katholischen Priester ausgetrieben werden kann?
Wenn ein Mensch verwirrt wirkt, könnte er ja auch ganz normal verrückt sein, oder eine schlechten Trip geschluckt haben.

Barrajón: Der neue Ritus des Exorzismus faßt die Kriterien für den Fall der Besessenheit sehr klar zusammen. Das Deutlichste ist für mich als Priester die tiefe Aversion gegen heilige Objekte, wie das Kreuz, der Rosenkranz oder Kreuzzeichen. Auch die Aversion gegen das Wort Gottes, bei deren Lektüre solche Personen ganz nervös werden. Weniger wichtige Kennzeichen sind übernatürliche Fähigkeiten, die diese Personen plötzlich entwickeln können. Daß sie Fremdsprachen sprechen, die sie nie gelernt haben. Daß sie sogar levitieren: daß sie schweben und die Schwerkraft überwinden können. Manchmal werden sie unerklärlich stark und gewalttätig.
(Welt 03.02.12)

Vielleicht sollten sich die konservativ-frommen Elterninitiativen, die für Verbote blasphemischer Werke wie „Harry Potter“ oder „Biss zum Abendbrot“ noch mal vergegenwärtigen, welche Splatterstories Kirche und Bibel lehren.

Samstag, 11. Februar 2012

Wo die Welt noch in Ordnung ist.


Königswinter ist ein nettes, zwischen Siegburg und Bonn gelegenes Fleckchen Erde.
Die 41.000 Einwohner leben glücklich und zufrieden um das touristische Wahrzeichen; die Burgruine auf dem Drachenfels herum.

Königswinter ist eine Stadt mit vielen Gesichtern, in der es sich lohnt zu leben, ob am Rhein, an den Hängen des Siebengebirges oder im Oberpleiser Hügelland. Überall besticht die landschaftliche Schönheit verbunden mit historischen Stätten und Bauwerken. Durch eine gut ausgebaute Infrastruktur sind Städte wie Bonn oder Köln mühelos und schnell zu erreichen.

Zur Stadt gehört auch der Petersberg, welcher als Standort des Bundesgästehauses vielfach Stätte von internationalen Konferenzen wurde.
Welcher andere 40.000-Seelen-Ort  kann schon von sich behaupten, daß Queen Elisabeth II., Leonid Breschnew, die Präsidenten Clinton und Jelzin, der japanische Kaiser Akihito und die dänische Königin Margarete II. zum Übernachten vorbei kamen?

Politisch ticken die Königswinterer konservativ; das zeigt auch die Fraktionsstärke der im Stadtrat vertretenen Parteien:
CDU-Fraktion 59, SPD-Fraktion 23, FDP-Fraktion 14, Bündnis 90/DIE GRÜNEN 9, LINKE 8.

Man ist fromm im Rheinland.

Kulturdenkmäler und gleichzeitig Hauptdokumente der historischen Entwicklung der Stadt sind die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die alten Kirchen, Kapellen und Klosterbauten. Zu ihnen zählt die romanische Propsteikirche in Oberpleis mit Krypta und Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert. Überregionale Bedeutung hat Heisterbach. Hier gründeten um das Jahr 1200 Zisterziensermönche eine Abtei, deren kulturelles und wirtschaftliches Wirken allen umliegenden Ortschaften zu Gute kam.

Zwischen all den Kirchen verwundert es wenig, daß schon die Kleinsten in der Regel christlich erzogen werden.
CDU-Bürgermeister Peter Wirtz hat in der Internetpräsenz seines Herrschaftsgebietes einiges vorzuweisen:


Kath. Kindergarten "St. Remigius" Königswinter (Träger: Kath. Kirchengemeindeverband Königswinter-Tal)

Kath. Kindergarten "St. Michael" Niederdollendorf (Träger: Kath. Kirchengemeindeverband Königswinter-Tal)

Kath. Kindergarten "St. Laurentius" Oberdollendorf (Träger: Kath. Kirchengemeindeverband Königswinter-Tal)

Kath. Kindergarten "St. Margareta" Stieldorf (Träger:  Kath. Kirchengemeinde "St. Margarete" Stieldorf)

Kindergarten "Menschenkinder" (Träger: Christliche Kindertagesstätte e.V. (ChrisTa))

Kath. Kindergarten St. Lukas Ittenbach (Träger: Kath. Kirchengemeinde "Zur schmerzreichen Mutter")

Kath. Kindergarten "St. Pankratius" Oberpleis (Träger: Kath. Kirchengemeinde "St. Pankratius" Oberpleis)

Ev. Kindergarten Oberpleis (Träger: Ev. Kirchengemeinde Oberpleis)

Ev. Kindertagesstätte Dollendorf GmbH (Träger: Ev. Förderverein Probsthof e.V.)

Alles fein in katholischer Hand - bis auf ein paar Protestantische Ausreißer.

Nur auf einen Ort ist ein dunkler Schatten gefallen.  
 Der Kath. Kindergarten "St.Margareta" (Rauschendorfer Straße 81, 53639 Königswinter-Rauschendorf) unter der Leitung von Frau Bernadette Knecht ist leider zu einem Sodom und Gomorrha mutiert. Und das ausgerechnet im Reich des gestrengen Kardinals Meisner, dem Erzbistum Köln!

Der Träger, die Kath. Kirchengemeinde „St. Margareta “ Stieldorf (An der Passionshalle 6, 53639 Königswinter) hat aber glücklicherweise rechtzeitig den moralische Abfall des Nachwuchses erkannt und sofort gehandelt. 

Zum 30. Juni 2012 wird die liederliche Kindergärtnerin Bernadette Knecht gefeuert. 

Anders als bei kleinen irrelevanten Fehlern, wie dem sexuellen Missbrauch durch Pfarrer, denen die Katholische Kirche hilft und verzeiht, hat sich die 47 Jahre alte Pädagogin Knecht einer unverzeihlichen Megasünde schuldig gemacht, die die Pfarreiengemeinschaft Königswinter - Am Oelberg mit aller Härte strafen muß.

Pfarrer Udo Maria Schiffers schlackern immer noch die Ohren ob dieser Schande, die er in seinem Kindergarten miterleben mußte:
Knecht, seit neun Jahren Chefin bei "St. Margareta"  hatte sich letztes Jahr von ihrem Mann getrennt (Scheidung!!!!!! Todsünde!!!!) und wagte es nun auch noch sich ZU VERLIEBEN und mit einem anderen Mann zusammen zu ziehen!!! 

So geht es ja nun nicht!
Es gibt ja einiges, bei dem die katholische Kirche auch mal die Augen zudrückt; zum Beispiel bei Hitler, der Unterstützung der Nazi-Verbrecher oder der Kumpanei mit der Mafia. 
Ja, man segnet auch gerne Waffen und hat Myriaden Kinderschänder protegiert..
Aber eine Frau, die sich in einen zweiten Mann verliebt und mit dem in wilder Ehe leben will - das schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus! 

Ein Mitglied des Kirchenvorstandes sprach von einer "Verletzung der Loyalitätspflicht gegenüber den Grundsätzen der katholischen Kirche" und einem "Bruch des Arbeitsvertrages".    Bei der Kirche handle es sich um einen "Tendenzbetrieb mit eigener Rechtsordnung". Bernadette Knecht hätte mit ihrer Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag diese Ordnung anerkannt. "Ihr Einzug bei ihrem neuen Partner ist ein öffentliches Ärgernis", so der Kirchenvorstand.

Schlimm ist es mit anzusehen, wie sehr durch die Kebse Knecht inzwischen alle Eltern moralisch verlottert sind.
Sie wollen die Ehebrecherin als Leiterin behalten (grusel!) und beschlossen inzwischen einstimmig (sic!) den Kindergarten unter einem anderen Träger als der RKK weiter zu führen, damit Knecht nicht in Schimpf und Schande verjagt werden muß.

Aber das wäre ja noch schöner, wenn die Eltern und die Angestellten allein entscheiden könnten!

"Wenn die Kirche bei ihrer Haltung bleibt, werden wir wohl die Idee eines Trägerwechsels vorantreiben", sagte Peer Jung. Er bestätigte, dass alle Eltern einem solchen Wechsel bereits schriftlich zugestimmt hätten. "Der aktuelle Träger muss einem solchen Wechsel zustimmen. Die Kirche hat abgelehnt.

Danke an dieser Stelle auch an Frau Nahles, Herrn Thierse und Herrn Steinmeier, die so eifrig die Katholische Kirche umwerben. 
Gäbe es diese Spezialdemokraten nicht, käme es womöglich noch soweit, daß eines Tages unschuldige Kinderchen mit satanischen Geschiedenen in Kontakt kommen. 

Pfui Teufel!

Freitag, 10. Februar 2012

Demokratie-Verteidigung


Als ein nicht ganz unbekannter deutscher Politiker den damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin als „lupenreinen Demokraten“ titulierte, gab es mächtig Ärger.
Insbesondere Oppositionsführerin Angela Merkel empörte sich und versprach im Falle ihrer Wahl zur Kanzlerin die Beziehungen zu Moskau zu vereisen.
Stattdessen wollte sie ihren Lieblingspolitiker George W. Bush hofieren, dem sie schon als Oppositionsfrau öffentlich immer wieder Bewunderung für seinen grandios-intelligenten Irak-Kurs aussprach.

In einer durchaus angebrachten Tu-quoque-artigen Replik wandte Merkels Amtsvorgänger ein, wenn ihr die Menschenrechte so wichtig wären, solle sie doch mal ihren Busenfreund GWB auf die Todesstrafe ansprechen, die international geächtet ist, in Russland seit 1996 nicht mehr durchgeführt wird und überhaupt nur noch in fünf Staaten regelmäßig jedes Jahr praktiziert wird. 
Die fünf verbrecherischen Nationen sind China, Iran, Irak, Saudi-Arabien und die USA!

Bush hat als Gouverneur von Texas persönlich mindestens 135 Todesurteile unterzeichnet und in keinem einzigen ihm vorgelegten Fall davon davon abgesehen den Henker einzuschalten.

Über die Demokratie in den Vereinigten Staaten ließe sich trefflich streiten.

Kann ein Land diesbezüglich als vorbildlich gelten, wenn nur Millionäre Präsident werden können, wenn Folter angeordnet wird, wenn Rechtsstaatlichkeit bewußt sabotiert wird (Guantanamo, Baghram, Nichtanerkennung des Internationalen Gerichtshofes, Ablehnung des Kyoto-Protokolls, PATRIOT-Act,..) und wenn die Wahlkreise nach dem Belieben der Amtsinhaber so zurechtgeschnitten werden, daß über 90% der Abgeordneten automatisch immer wieder-“gewählt“ werden?

Ich denke, daß sich der rotgrüne Kanzler aufgrund seiner Intelligenz sehr gut ausdrücken konnte und selten mal einen unsinnigen Satz rausgehauen hat.
Zweimal hat er ein drastisches Adjektiv eingeführt, das ich a posteriori betrachtet für unangemessen halte. 
Die Solidarität mit Amerika hätte nicht „uneingeschränkt“ sein müssen und Putin ist vielleicht demokratisch, aber nicht gerade „lupenrein“.
Aber das sind nur zwei fragwürdige Formulierungen in sieben Jahren, in denen er praktisch jeden Tag öffentlich gesprochen hat.

Die Charakterisierung Putins als „lupenreiner Demokrat“ habe ich damals aus zwei Gründen nicht kritisiert.

Erstens bin ich generell der Meinung, daß gerade die Deutschen, die in ihrer Geschichte mehrfach Diktaturen einrichteten und denen die Demokratie mit Gewalt von außen und sehr verspätet gebracht werden mußte, sich zurückhalten sollten Riesennationen wie China und Russland zu belehren.

Wer über 5000 Jahre Kulturgeschichte verfügt, über eine Milliarde Einwohner zählt und im Gegensatz zu den parasitären und zerstörerischen Europäern nicht die ganze Welt kolonialisiert und ausgebeutet hat, muß sich nicht von einer Neo-Demokratie im 60. Jahr ihres Bestehens den erhobenen Moral-Zeigefinger zeigen lassen.

Viel angemessener wäre es, wenn wir erst mal vor unserer eigenen Haustür kehrten. Und unserer Haustürbereich sind unsere Freunde, unsere engen NATO- und EU-Verbündeten. 
Wir bilden uns doch so viel auf unsere „Wertegemeinschaft“ ein.
Es ist also absolut überfällig Washington wegen Gitmo und Todesstrafe die Daumenschrauben anzusetzen. 
Es ist erbärmlich, wie die EU achselzuckend das Einrichten einer Diktatur in Ungarn hinnimmt und tatenlos zusieht, wie als erstes die freie Meinungsäußerung abgeschafft wird.

Das geht uns etwas an, weil Merkel in allerhand elitären Clubs zusammen mit Orban und Obama sitzt.

Der andere Grund weswegen ich mich nicht öffentlich über das „lupenrein“ empörte, besteht darin, daß ich es für demokratiefördernd halte, wenn Russland und Deutschland sehr enge Beziehungen eingehen. 
Ich habe die engen persönlichen Kontakte der beiden first-couples mit großem Wohlwollen gesehen.
Daß damit auch Deutschland sehr genutzt wurde, wird wohl auch die derzeitige Kanzlerin nicht abstreiten. Sie kritisierte deswegen so scharf, weil sie ihren Wahl-Konkurrenten persönlich desavouieren wollte.

Denn wie sich inzwischen eindeutig herausgestellt hat, sind Merkel Menschenrechte und Demokratie völlig egal. 
Sie kungelt begeistert mit den übelsten Diktatoren, versorgt die ganze Welt mit Waffen, wertet sogar extrem zwielichtige Gestalten wie Kasachstans Diktator Nasarbajew auf und kümmert sich einen Dreck darum, wenn Partner wie Russland, China, Ungarn vor ihren Augen auf den Menschenrechten rumtrampeln.

Was war das letzte Woche für ein Desaster in China!

Merkel sprach allgemein vom Nutzen der Meinungsfreiheit und befand Pekings Umgang mit Kritikern als zu "hart". Nur wenige Stunden später bekam die Kanzlerin selbst zu spüren, wie ihre Gastgeber mit kritischen Köpfen umspringen. Der bekannte Anwalt Mo Shaoping, der sich einen Namen als Verteidiger vieler Bürgerrechtler gemacht hat, wurde von der Polizei daran gehindert, zu ihrem Empfang in der deutschen Botschaft zu gehen.  Dies zeigt: Pekings Funktionäre stoßen ungerührt die mächtigste Politikerin Europas vor den Kopf.

Die CDU-Chefin zeigte deutlich, daß sie sich gerne alles gefallen läßt.
Sie protestierte nicht und signalisierte den Chinesen, daß Demokratie-Beschwörungen nur etwas für das heimische Publikum wären, für ihre Politik aber keine Bedeutung hätten.

Auf politischen Druck war zuvor bereits ein Besuch Merkels bei einer kritischen Zeitung in der südchinesischen Metropole Guangzhou geplatzt. Auf der zweiten Station ihrer China-Reise hatte Merkel eigentlich die "Nanfang"-Zeitungsgruppe besuchen wollen. 
[…]  Chinesische Quellen deuteten an, es habe politischen Druck gegeben.

Daß Putin alles andere als ein „lupenreiner“ Demokrat ist, sehen wir ziemlich deutlich seit seine Partei „Einiges Russland“ (ER) bei der Wahl zur Staatsduma am 04.12.2011 überraschend „nur“ auf 49,3% kam und die Opposition Morgenluft wittert.

Ein paar vereinzelte Oppositionelle kann Putin ganz gut aushalten - solange er ungefährdet regiert und die ER stets eine Zweidrittel-Mehrheit bekommt.
Aufmüpfigkeit hingegen, die seine im März 2012 geplante Re-Installierung als Präsident gefährden, duldet Putin nicht und geht scharf gegen Proteste vor.

Ich unterstütze natürlich diese Proteste und wünsche mir, daß die Russen selbst ein bißchen mehr Demokratie gegen den de facto Diktator Putin durchsetzen können.
Sicherlich ist es auch irgendwie möglich, daß aus Deutschland oppositionelle Bürger logistisch unterstützt werden.

Daß aber nach vielen Jahrhunderten Diktatur demokratische Spielregeln nicht gerade eingeübt sind, ist nur zu verständlich.

Und es gibt viele Beharrungskräfte, die keine Demokratie wollen - zu ihnen gehört der orthodoxe Patriarch Kyrill I.

"Sie persönlich, Wladimir Wladimirowitsch, haben eine großartige Rolle bei der Korrektur des Laufs unserer Geschichte gespielt. Ich möchte mich bei Ihnen dafür bedanken", sagte der Patriarch nach Kirchenangaben. In der Vorwoche hatte Kyrill I. orthodoxen Christen abgeraten, an der dritten großen Protestkundgebung gegen Putin in Moskau teilzunehmen. Sie sollten lieber zu Hause beten, als Sprechchöre zu rufen. 

(Kathweb 09.02.2012)
 

Wie überall wollen die steinreichen Oligarchen, die in Wirklichkeit die Fäden ziehen, nicht gerne erleben, daß irgendwelche unabhängigen und unbeeinflussbaren Parlamentarier über ihre Köpfe hinweg regieren.

Und es gibt noch eine große, immer stärker werdende antidemokratische Beharrungskraft in Russland, die gerade mal wieder ob der homophoben ER-Agenda putinophil tönt:
Die Kirche, die Christen.

Allen Ernstes wird nun sogar erwogen berittene Kosaken-Aufgreiftrupps als Sittenpolizei gegen Homosexuelle einzusetzen! 
Diese Freiwilligentrupps will der ER-Abgeordnete Vitalij Milonow zur Jagd auf Schwule und Lesben zusammentrommeln.

Die Kosaken sollen helfen, das "Gesetz gegen Schwulenpropaganda" umzusetzen, das im Petersburger Stadtparlament diese Woche in zweiter und vorletzter Lesung verabschiedet wurde. Die Abgeordneten haben zwar nicht definiert, was genau als "Schwulenpropaganda" gelten soll, aber sie haben bereits Geldstrafen von bis zu 500.000 Rubel (12.800 Euro) festgelegt.
Ihre Initiative begründen Milonow und Co. mit einem ebenfalls nicht näher definierten "Kinderschutz". Petersburgs ehemalige Bürgermeisterin Walentina Matwijenko, die neuerdings der oberen Kammer des föderalen Parlaments in Moskau vorsteht, möchte das Gesetz auf das ganze Land ausdehnen.
Damit avancieren Homosexuelle - neben Juden und "Kaukasiern" - endgültig zu einer Minderheit, die hauptsächlich einem Zweck dient: der Abgrenzung jenes schwammigen Gebildes, das populistische Machthaber "die russische Seele" nennen.

Mit Menschenrechten haben diese neuen Umtriebe der Kreml-Partei nun wirklich gar nichts mehr zu tun.

Merkel und Westerwelle schweigen - die Christen sind entzückt:

Der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kyrill I., hat die Regierungszeit von Wladimir Putin einem Medienbericht zufolge als 'Wunder Gottes' bezeichnet. Auf einer Versammlung religiöser Führer in Moskau habe Kyrill die Gegner Putins kritisiert und für eine weitere Amtszeit im Kreml geworben, berichtete die Zeitung Kyiw Post. Putin habe für Stabilität und Zusammenhalt in Russland gesorgt.
(Dapd 10. Februar 2012)

Donnerstag, 9. Februar 2012

Lokalkolorit - Teil II



Einmal als Hamburg-Fan geouted, möchte ich noch anfügen, daß Hamburg Städtepartnerschaften zu sehr interessanten Metropolen unterhält:
Chicago, St. Petersburg/Leningrad, Osaka, Shanghai, Marseille, Prag, Dar Es Salaam (Tansania), Dresden (Ferner Osten),  Leon (Nicaragua).

Eine ganz gute Mischung.
Chicago, Osaka und Shanghai sind prosperierende Riesenstädte.
Leon (150.000 Einwohner, Partnerstadt seit 1998) und Dresden (500.000 Einwohner, Partner seit Vorwendezeiten, 1987) sind deutlich kleiner und schwächer als Hamburg und können daher besonders von der Hilfe der größten deutschen Hafenstadt profitieren. 
Auch Dar Es Salaam, welches mehr als doppelt so viele Einwohner wie Hamburg hat, profitiert sicherlich vom regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.

Ebenso scheint das finanzstarke Handelszentrum Osaka (2,6 Mio Einwohner im Stadtgebiet, 17,5 Millionen im Ballungsraum) prädestiniert als Partnerstadt. 
Hamburg hat eine sehr große Japanische Gemeinde, welche der Stadt eine besondere Note beschert.

Bereits seit 1968 veranstalten die in Hamburg ansässigen, japanischen Firmen über der Hamburger Alster ein Feuerwerk. Es soll die Menschen auf die Pflanzung von ca. 5.000 Kirschbäumen im Alsterpark, an der Kennedybrücke, der Alsterkrugchaussee und am Altonaer Balkon aufmerksam machen, die als Dank an den Senat und die Hamburger für ihre Gastfreundschaft von den Japanern gepflanzt wurden. 
(Hamburg.de)

Da ich selbst in einer Straße mit vielen Japanischen Kirschen wohne, schwelge ich jedes Jahr einmal im rosa Blütenmeer.
Ein wirklich herausragendes Geschenk der Japaner an Hamburg, das auf mehr als 250 Jahre intensive Handelsbeziehungen mit Japan zurück blickt.
2011 fiel das traditionelle Kirschblütenfeuerwerk über der Außenalster angesichts der Erdbebenkatastrophe in Japan aus. 
Stattdessen reiste Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, der im engen Kontakt mit Osakas Stadtoberhäuptern steht, nach Japan und bot Hamburgs Hilfe beim Wiederaufbau an.

Eine Hilfe, die leider schon Tradition ist.

Im Januar 1995 verursachte das schwerste Erdbeben seit 50 Jahren in der Region Kobe/Osaka verheerende Schäden und forderte zahlreiche Opfer. Noch am Tag der Katastrophe sprach der damalige Hamburger Bürgermeister Voscherau die Anteilnahme Hamburgs in Telegrammen an die japanischen Partner aus. Gleichzeitig bot der Senat seine Hilfe und Unterstützung an. Als Ausdruck dieser Unterstützung lud der Senat im August fünf Jungen und Mädchen, die bei dem Erdbeben ihr Zuhause verloren hatten, aus Osaka nach Hamburg ein.
Einen ersten Höhenpunkt erlebte die neue Partnerschaft bereits 1989 während der im Rahmen des 800. Hafengeburtstags stattfindenden "Japan-Woche", die neben Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen auch ein hochrangig besetztes deutsch-japanisches Wirtschaftssymposium mit der Beteiligung Osakas umfasste.
(Hamburg.de)

Am erstaunlichsten sind die engen Beziehungen, die Hamburg schon im Jahr 1957 zum damaligen Leningrad einging. 

Die schönste Stadt Russlands trägt wie Hamburg aufgrund der vielen Brücken, welche die Flüsse und Kanäle der Stadt umspannen, den Beinamen „Venedig des Nordens.“

(Venedig verfügt über 400 Brücken, St. Petersburg über 500 und Hamburg hat 2.500 Brücken)

St Petersburg (1914-1924: Petrograd, 1924-1991 Leningrad) erlebte im zweiten Weltkrieg eins der grausamsten Schicksale überhaupt. 
Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, also ganze 871 Tage lang, wurde Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt.
Hitler befahl keinen Angriff, sondern wollte die knapp vier Millionen Einwohner durch komplettes Abschneiden der Versorgung verhungern lassen.   
Es sollte ein regelrechter Genozid an der Stadtbevölkerung exekutiert werden.

Die Rationen sanken im Oktober auf 400 Gramm Brot für Arbeiter, 200 Gramm für Kinder und Frauen. Am 20. November 1941 wurden sie auf 250 Gramm, respektive 125 Gramm reduziert. Zudem herrschten Temperaturen von bis zu –40 Grad Celsius in einer Stadt, in der Heizmaterial äußerst knapp war. Allein im Dezember 1941 starben rund 53.000 Menschen. Viele von ihnen fielen einfach vor Entkräftung auf der Straße um. 
[…] Nach neueren Angaben des russischen Historikers Walentin Kowaltschuk starben in den drei Jahren der Belagerung etwa zwei Millionen Russen, davon mindestens 750.000 Zivilisten. Damit starben etwa 3–4 mal so viele Sowjetbürger, wie in der damals etwa 450.000 Einwohner umfassenden Wolga-Metropole Stalingrad.
(Wiki)

Wenn irgendjemand Grund gehabt hat nichts mehr mit den Deutschen zu tun zu haben, dann waren das die Bürger Leningrads.

Ich verbeuge mich vor den Russen, die schon 1957, gerade mal 12 Jahre nach Kriegssende Hamburg die Hand reichten.

Soweit ich es beurteilen kann, wird St. Petersburg allerdings auch besonders positiv konnotiert.

Hamburger lieben die russische Partnerin.

Als St. Petersburg nach den Umbrüchen in der damaligen UdSSR 1990 in arge wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet und wieder Petersburger im Winter verhungerten, installierte Hamburg die legendäre „Paketbrücke."
Ich kenne kaum einen Hamburger, der nicht 1991/1992 mindestens einmal ein Lebensmittelpaket hoch zu unser nordöstlichen Partnerstadt geschickt hätte.

In den Wintern 1990/91 und 1991/92 wurde das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Probleme in der Sowjetunion deutlich, von denen auch Leningrad, das seit 1991 wieder St. Petersburg heißt, nicht verschont blieb. Hamburg reagierte prompt auf die dramatische Verschlechterung der Versorgungslage in seiner Partnerstadt: Führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens riefen zu einer Spenden- und Solidaritätsaktion auf und lösten einen überwältigenden emotionalen Schub in der Bevölkerung aus. Der Senat stellte im Rahmen eines Sofortprogramms 2 Mio. DM (1990) und 2,5 Mio. DM (1991) bereit. Hamburger Institutionen, Organisationen, vor allem aber Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Kinderheime, Firmen, Kultureinrichtungen, Kirchengemeinden u.v.m. sammelten, spendeten, übernahmen Patenschaften und Partnerschaften, gründeten eine Vielzahl von Partnerschaftsinitiativen, die zum größten Teil heute noch bestehen. 
[…]   Die "Briefbrücke" wurde in dieser Zeit von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Hamburg ins Leben gerufen. Wie damals werden auch heute noch ca. einmal im Monat Briefe und Geldspenden zwischen Hamburger und Petersburger Familien hin- und hertransportiert. 
Aus diesen Mensch-zu-Mensch-Aktionen haben sich Tausende von langfristigen Bürgerkontakten entwickelt. Heuten gehen wir von mehr als 30.000 Freundschaften zwischen Hamburg und St. Petersburg aus. Aus jenen Jahren stammen auch die großen Städtepartnerschaftsprojekte wie die Gründung des ECAT (Environmental Centre for Administration and Technology), das Hamburger Praktikantenprogramm für angehende Fach- und Führungskräfte und die Partnerschaft des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit dem Kinderkrebszentrum und Knochenmarktransplantationszentrum der Staatlichen Pawlow-Universität St. Petersburg.
(Hamburg.de)

Im Jahr 2012 geht es St Petersburg erheblich besser.
Die zweitgrößte russische Stadt hat fast fünf Millionen Einwohner und prosperiert.

Sie schafft sich dafür aber auch künstliche Probleme, die mit dem zunehmenden Einfluss der Religion zusammenhängen und erstmals scharfe kritische Töne aus Hamburg erschallen lassen.

St. Petersburg beschließt Gesetz gegen "Homo-Propaganda"
Der Stadtrat von St. Petersburg hat am Mittwoch mit 31 gegen sechs Stimmen ein Gesetz verabschiedet, das "Werbung" oder "Propaganda" für Homosexualität unter Strafe stellt.
Das Gesetz verbietet "öffentliche Aktivitäten", die Werbung für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" sowie für Pädophilie machen. Es war von der Putin-Partei "Einiges Russland" ins Parlament eingebracht worden. Verstöße sollen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 12.000 Euro geahndet werden - noch im Dezember war eine Maximalstrafe von u
mgerechnet 1.200 Euro geplant. 
[…] Der Abgeordnete Alexander Kobrin erklärte nach Angaben der Tageszeitung "Moi Rajon", dass dann die Werke vieler bekannter russischer Autoren - wie von Nikolai Kljujew und Michail Kusmin - wegen homosexueller Inhalte in Schulen nicht mehr behandelt werden dürften. 
[…]   Ein solches "Homo-Propaganda"-Gesetz führt nicht nur dazu, dass CSDs generell verboten wären, auch die Arbeit von Coming-out-Gruppen oder HIV-Prävention wäre kaum mehr möglich. Unklar ist noch, ob das Gesetz auch Auswirkungen auf schwule oder lesbische Reisende nach St. Petersburg haben wird.
In Deutschland fordern nun die Grünen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) auf, in Russland zu protestieren: "Dieses Gesetz darf keinen Bestand haben. Das Auswärtige Amt und Außenminister Westerwelle müssen unverzüglich in Russland demarchieren, um eine Rücknahme dieses Gesetzes zu erreichen", erklärte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. Es bestehe die Gefahr, dass dieses Gesetz noch in weiteren Regionen Nachahmer findet.

Volker Beck ist auch lustig! 

Er erwartet ausgerechnet von Westerwelle etwas zu sagen? 
Guter Witz. 
Westerwelle und Menschenrechte? Westerwelle und politische Aktivität? Westerwelle und Moral?

Da ist es ja wahrscheinlicher, daß Ratzinger nach St. Petersburg geht und mit der Regenbogenfahne wedelt.

Der Merkel-Regierung sind Menschenrechte herzlich egal, wie ihr Kungeln diese Woche mit Kasachstans Diktator Nasarbajew beweist.
Soeben hat sie den Präsidenten, der foltern und morden läßt, mit einer „Rohstoff-Kooperation“ aufgewertet und dabei die scharfen Proteste von Amnesty International und Human Rights Watch ignoriert. 
Menschenleben sind der begeisterten Waffenhändlerin keinen einzigen Euro wert.

Anders als die blamable schwarzgelbe Regierung haben sich übrigens Englands konservativer Premier Cameron und US-Außenministerin Clinton scharf gegen das Anti-Homo-Gesetz in St Petersburg ausgesprochen.

Und eben Hamburg.

Einstimmig ächtete die Bürgerschaft ein Gesetz, das gestern in Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg beschlossen wurde. Demnach wird die "Propaganda von männlicher und weiblicher Homosexualität" sowie Bisexualität in der russischen Metropole unter Strafe gestellt. Urheber ist die Partei Vereintes Russland von Ministerpräsident Wladimir Putin. Die Bürgerschaft drückte "ihre tiefe Besorgnis über die aktuelle Entwicklung in St. Petersburg" aus und erinnerte die Partnerstadt an das russische Bekenntnis zu den Menschenrechten. Hamburg und St. Petersburg (damals: Leningrad) gingen 1957 die erste deutsch-russische Städte-Partnerschaft ein.