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Sonntag, 18. Dezember 2011
Der Real-Guido.
Zum Glück gibt es das Internet.
Da bekommt man Informationen, die auf anderen Wegen niemals ins Hirn gelangten.
Das www beantwortet jede Frage. Zum Beispiel die zugegebenermaßen etwas abwegige Frage, welche Außenpolitik eigentlich Guido Westerwelle betreibt.
Der Minus-Minister misst der Abrüstung und dem Frieden besondere Bedeutung zu!
Deutschland gestaltet seine Sicherheitspolitik vor allem multilateral und sieht sich einem Ansatz vernetzter Sicherheit und präventiver Politik verpflichtet. In dem neuen Strategischen Konzept der Nato wurden auch Abrüstung und Nichtverbreitung als wichtige Aufgaben verankert.
(Auswaertiges-amt.de)
Insbesondere der Konventionellen Rüstungskontrolle wird auf den Seiten des Auswärtigen Amtes viel Aufmerksamkeit gewidmet.
Es geht um Kleinwaffen. Ächtung von Streumunition und Landminen, das UNO-Waffenübereinkommen CCW (=bestimmte konventionelle Waffen, die übermäßiges Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können), konventionelle Rüstungskontrolle im Rahmen der OSZE und Transparenz.
Kleinwaffen verursachen mehr Opfer als jede andere Waffenart, verschärfen Konflikte, destabilisieren Gesellschaften, hemmen Entwicklung. Deutsche Sicherheitsinteressen sind vielfältig berührt. Die Kontrolle von Kleinwaffen und leichten Waffen einschließlich ihrer Munition als wesentliches Element von Krisenprävention und Friedenskonsolidierung ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung im Bereich der konventionellen Rüstungskontrolle.
(Auswaertiges-amt.de)
Klingt doch alles echt gut!
Aber Westerwelle ist langjähriger FDP-Chef und als solcher gewohnt das Gegenteil von dem zu tun, was öffentlich behauptet wird.
Die „größtmögliche Transparenz“ ist natürlich insbesondere in Deutschland ein Witz.
Hier wird in Hinterzimmerdeals des hochgeheimen Bundessicherheitsrates von den Politikern über Waffenexportgenehmigungen entschieden, die vorher dicke „Parteispenden“ von beispielsweise Heckler & Koch angenommen haben.
Die Ergebnisse sind grotesk - während Guido sich auf dem Tahir-Platz in Kairo für die Revolutionäre stark machte, liefert Deutschland mit seiner ausdrücklichen Billigung (der Außenminister ist immer Mitglied des Bundessicherheitsrates) 200 Panzer an die radikal-islamische Golf-Monarchie Saudi-Arabien.
Dort herrscht der Wahabismus, eine ultrakonservative Form des poilitischen Islams.
Hunderte Millionen Dollar überwiesen die Saudis, um die Salafisten-Partei in Ägypten zu fördern. Für Salafisten sind Demokratie und Menschrechte Teufelszeug. Sie setzen auf Scharia, Hände-Abhacken, Steinigungen, Schwule an Baukränen und Frauenverteufelung.
Wo sich das Volk dagegen erhebt, wie in Bahrain, rollen schon mal Saudische Panzer, um der Demokratie und dem Frieden den Garaus zu machen.
Guido macht‘s möglich.
223 Panzerhaubitzen vom Typ M109 hat Griechenland im Jahr 2010 aus der Bundesrepublik importiert und damit mehr als jedes andere Mitglied der Vereinten Nationen.
812 Millionen Euro hat Portugal im Jahr 2010 für allgemeines Kriegsgerät aus der Bundesrepublik bezahlt und damit mehr als jedes andere Land der Welt.
Um 200 Prozent stieg der Wert der jährlichen Ausfuhren von Kriegswaffen aus Deutschland zwischen 1997 und 2010.
Platz drei belegte Deutschland im Jahr 2010 mit Waffenausfuhren im Wert von 2,6 Milliarden US-Dollar, hinter den USA und Russland.
35 Milliarden Dollar betrug das weltweite Gesamtvolumen im Jahr 2010 bei exportierten Waffen.
(DER SPIEGEL 12.12.11)
Um Demokratiebewegungen niederzuschlagen, die sich über soziale Netzwerke organisieren, bedarf es außer Waffen aber auch noch spezieller Spy-Software, um die aufbegehrenden Demokraten zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen.
Syrien, Turkmenistan, Jemen und Iran lassen grüßen.
Die ultraautoritären Golf-Regime importieren diese Überwachungs-Software im großen Stil - aus Deutschland.
Dank Guido und Angie können die Autokraten wie Assad und Achmadinedschad Oppositionelle niedermetzeln.
Der arabische Frühling, der Aufstand gegen die Mubaraks, Gaddafis oder Ben Alis wurde im Internet organisiert. Das Internet als liberaler Raum, nicht zu kontrollieren von den Diktatoren dieser Welt. Was klingt das schön. Leider wurde genau dieses Internet vielen Oppositionellen zum Verhängnis. Und zwar dank deutscher Unternehmen. Sie haben offenbar ausgeklügelte Spionagesoftware an die arabischen Diktatorenstaaten geliefert. ZAPP hat in Kooperation mit Wikileaks recherchiert, wie zerstörerisch die Produkte dieser deutschen Firmen sind.
(Anja Reschke 07.12.11)
Mit den offiziellen Bekundungen der Bundesregierung und des Auswärtigen Amtes hat die Realität nichts zu tun.
Da bekommt man Informationen, die auf anderen Wegen niemals ins Hirn gelangten.
Das www beantwortet jede Frage. Zum Beispiel die zugegebenermaßen etwas abwegige Frage, welche Außenpolitik eigentlich Guido Westerwelle betreibt.
Der Minus-Minister misst der Abrüstung und dem Frieden besondere Bedeutung zu!
Deutschland gestaltet seine Sicherheitspolitik vor allem multilateral und sieht sich einem Ansatz vernetzter Sicherheit und präventiver Politik verpflichtet. In dem neuen Strategischen Konzept der Nato wurden auch Abrüstung und Nichtverbreitung als wichtige Aufgaben verankert.
(Auswaertiges-amt.de)
Insbesondere der Konventionellen Rüstungskontrolle wird auf den Seiten des Auswärtigen Amtes viel Aufmerksamkeit gewidmet.
Es geht um Kleinwaffen. Ächtung von Streumunition und Landminen, das UNO-Waffenübereinkommen CCW (=bestimmte konventionelle Waffen, die übermäßiges Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können), konventionelle Rüstungskontrolle im Rahmen der OSZE und Transparenz.
Kleinwaffen verursachen mehr Opfer als jede andere Waffenart, verschärfen Konflikte, destabilisieren Gesellschaften, hemmen Entwicklung. Deutsche Sicherheitsinteressen sind vielfältig berührt. Die Kontrolle von Kleinwaffen und leichten Waffen einschließlich ihrer Munition als wesentliches Element von Krisenprävention und Friedenskonsolidierung ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung im Bereich der konventionellen Rüstungskontrolle.
(Auswaertiges-amt.de)
Klingt doch alles echt gut!
Aber Westerwelle ist langjähriger FDP-Chef und als solcher gewohnt das Gegenteil von dem zu tun, was öffentlich behauptet wird.
Die „größtmögliche Transparenz“ ist natürlich insbesondere in Deutschland ein Witz.
Hier wird in Hinterzimmerdeals des hochgeheimen Bundessicherheitsrates von den Politikern über Waffenexportgenehmigungen entschieden, die vorher dicke „Parteispenden“ von beispielsweise Heckler & Koch angenommen haben.
Die Ergebnisse sind grotesk - während Guido sich auf dem Tahir-Platz in Kairo für die Revolutionäre stark machte, liefert Deutschland mit seiner ausdrücklichen Billigung (der Außenminister ist immer Mitglied des Bundessicherheitsrates) 200 Panzer an die radikal-islamische Golf-Monarchie Saudi-Arabien.
Dort herrscht der Wahabismus, eine ultrakonservative Form des poilitischen Islams.
Hunderte Millionen Dollar überwiesen die Saudis, um die Salafisten-Partei in Ägypten zu fördern. Für Salafisten sind Demokratie und Menschrechte Teufelszeug. Sie setzen auf Scharia, Hände-Abhacken, Steinigungen, Schwule an Baukränen und Frauenverteufelung.
Wo sich das Volk dagegen erhebt, wie in Bahrain, rollen schon mal Saudische Panzer, um der Demokratie und dem Frieden den Garaus zu machen.
Guido macht‘s möglich.
223 Panzerhaubitzen vom Typ M109 hat Griechenland im Jahr 2010 aus der Bundesrepublik importiert und damit mehr als jedes andere Mitglied der Vereinten Nationen.
812 Millionen Euro hat Portugal im Jahr 2010 für allgemeines Kriegsgerät aus der Bundesrepublik bezahlt und damit mehr als jedes andere Land der Welt.
Um 200 Prozent stieg der Wert der jährlichen Ausfuhren von Kriegswaffen aus Deutschland zwischen 1997 und 2010.
Platz drei belegte Deutschland im Jahr 2010 mit Waffenausfuhren im Wert von 2,6 Milliarden US-Dollar, hinter den USA und Russland.
35 Milliarden Dollar betrug das weltweite Gesamtvolumen im Jahr 2010 bei exportierten Waffen.
(DER SPIEGEL 12.12.11)
Um Demokratiebewegungen niederzuschlagen, die sich über soziale Netzwerke organisieren, bedarf es außer Waffen aber auch noch spezieller Spy-Software, um die aufbegehrenden Demokraten zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen.
Syrien, Turkmenistan, Jemen und Iran lassen grüßen.
Die ultraautoritären Golf-Regime importieren diese Überwachungs-Software im großen Stil - aus Deutschland.
Dank Guido und Angie können die Autokraten wie Assad und Achmadinedschad Oppositionelle niedermetzeln.
Der arabische Frühling, der Aufstand gegen die Mubaraks, Gaddafis oder Ben Alis wurde im Internet organisiert. Das Internet als liberaler Raum, nicht zu kontrollieren von den Diktatoren dieser Welt. Was klingt das schön. Leider wurde genau dieses Internet vielen Oppositionellen zum Verhängnis. Und zwar dank deutscher Unternehmen. Sie haben offenbar ausgeklügelte Spionagesoftware an die arabischen Diktatorenstaaten geliefert. ZAPP hat in Kooperation mit Wikileaks recherchiert, wie zerstörerisch die Produkte dieser deutschen Firmen sind.
(Anja Reschke 07.12.11)
Mit den offiziellen Bekundungen der Bundesregierung und des Auswärtigen Amtes hat die Realität nichts zu tun.
Montag, 5. Dezember 2011
Nasenstubser für Bibi
Die Ansicht, daß Deutschland immer noch aufgrund seiner Geschichte eine besondere Stellung in Europa hat und unbedingt sensibel mit den Interessen Israels umgehen muß, teile ich nach wie vor uneingeschränkt.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man erst einmal nachdenkt, bevor man seine Klappe zum Nahostproblem aufreißt.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man nicht wie FDP-Möllemann oder CDU-Hohmann versucht antisemitische Töne anzuschlagen, um davon parteipolitisch zu profitieren.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man nicht bei jeder unpassenden Gelegenheit wie Herr Wulff, Herr Koch, Herr Sinn und reihenweise katholische Bischöfe Nazi- und Holocaustvergleiche anstellt.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man als deutsche Bundesregierung das Kanzlerflugzeug nicht ausgerechnet an Israels „Todfeind“ Achmadinedschad verkauft.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man jüdische Deutsche nicht für „ihre Regierung“ haftbar macht, wenn Israels Regierung gemeint ist.
Vor Jahren habe ein Abgeordneter zum Beispiel nach einer Rede des israelischen Präsidenten Ezer Weizmann vor dem Bundestag zu Ignaz Bubis gesagt: „Ihr Präsident hat heute eine wunderbare Rede gehalten!“ Bubis’ Antwort: „Ist das so? Ich wusste gar nicht, dass Roman Herzog heute vor dem Bundestag eine Rede gehalten hat.“
(Kathrin Hessling 2007)
Sensibel zu sein, bedeutet aber natürlich nicht, daß man nicht über die Politik der Israelischen Regierung diskutieren dürfte, oder daß man nicht widersprechen dürfte, wenn in Israel Dinge beschlossen werden (beispielsweise Siedlungsausbau, Grenzzäune), die der Sicherheit und dem Frieden in der Region eher abträglich sind.
Schon seit Jahrzehnten haben auch deutsche Regierungen Israel immer wieder mal scharf kritisiert - wer da von "Tabus" redet, lügt, oder weiß es nicht besser.
Man soll Israel nicht verdammen und zum Alleinschuldigen aller Probleme im Nahen Osten erklären.
Ich glaube aber man tut Israel insgesamt absolut keinen Gefallen damit, wenn man wie die enthirnten Christenfanatiker von den US-Republikanern mit geschlossenen Augen Israel immer nur bejubelt und bedingungslos fördert.
Die meisten der acht GOPer Präsidentenkandidaten-Kandidaten-Schwachköpfe schwören schon ihre erste Amtsreise führe sie nach Jerusalem und einen Krieg gegen den Iran würden sie auch unterstützen.
Die Radikalsten und Dümmsten der amerikanischen religiösen Rechten geben sich in Israel die Klinke in die Hand. Sarah Palin und Glen Beck irrlichterten beispielsweise von einem riesigen Kamerapulk verfolgt durch das Heilige Land.
Die Israelische Bevölkerung muß einem leidtun - bei solchen Freunden braucht es keine Feinde mehr.
Ohnehin ist der Beitrag zur Stabilität in Israel der Becks und Bachmanns unter Null. Ihnen geht es nur darum sich vor dem heimischen Publikum zu profilieren.
Der Judenstaat muss als Staffage herhalten.
Hätte Deutschland die weltgrößte Supermacht als ständigen und blinden Unterstützer auf seiner Seite und würde stetig mit Militärhilfe und Dollarmilliarden überschüttet, sowie im UN-Sicherheitsrat automatisch mit Vetos gedeckt werden, möchte ich mir nicht vorstellen, was für Großmannssüchte hier sprössen.
Die Mischung aus Existenzangst und Glauben an die extreme militärische Übermacht ist nicht gesund für Israel.
Militärische Übermacht ist ohnehin heutzutage so ein Gummibegriff geworden.
Wer würde ernsthaft der Ansicht widersprechen, daß die US-Armee Saddams abgehalfterten Truppen haushoch überlegen war, daß die Taliban auch nicht annähernd mit der Bewaffnung der Amis mithalten können?
Auf dem Papier sieht das so eindeutig aus, wie ein Elefant einer Ameise überlegen ist.
Die USA hat mehr, bessere und modernere Waffen.
Nur, was nützt es?
Sie haben dennoch weder Vietnam, noch den Irak noch Afghanistan unter Kontrolle bekommen.
Sie haben das nur - im Gegensatz zu Osama bin Laden - vorher nicht begriffen und rannten wie ein hirnloses Riesenbaby in Al-Kaidas Falle.
Nach zehn Jahren ist Amerika geschwächt wie nie, hängt ökonomisch am Tropf Chinas und Japans und Al Kaida selbst wurde eine beispiellose Rekrutierungskampagne zuteil.
Das gleiche Bild in Palästina. Die Israelische Armee ist selbstverständlich dem Libanon oder dem Gaza-Streifen unendlich weit überlegen.
So wie beim Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948), dem Sechstagekrieg (Juni 1967) oder dem Jom-Kippur-Krieg (1973) läuft das aber heutzutage nicht mehr.
Der Verlust von Menschenleben, die Reaktion der Weltöffentlichkeit und die simultane Berichterstattung in den interaktiven Medien machen es unmöglich solche Kriege unter Kontrolle zu halten.
Beim „zweiten Libanonkrieg“ (2006) hatten Olmert und Peres zwar die uneingeschränkte Unterstützung Amerikas und Englands, sowie eine allmächtige Luftwaffe - aber genützt hat es nichts.
Nun ist der Libanon ganz kaputt, knapp 2000 Zivilisten starben, Israel ist einige Milliarden Dollar ärmer und der Frieden ist ferner denn je. Was für eine sinnlose Aktion.
Daß Olmert sich in so eine Lage brachte, kann man nur mit Hilfe der Psychologie erklären - wobei ich die eher irrationalen Beweggründe nicht kleinreden will.
Israel hat schließlich Gründe zur Hysterie zu neigen.
Aber nun noch den Iran anzugreifen, wie es immer wieder aus Jerusalem kolportiert wird?
Das muß doch böse enden.
Gegen mögliche israelische Angriffe auf Teheraner Atomanlagen bildet sich (erfreulicherweise) Widerstand aus zwei unerwarteten Ecken:
1.)
Der Ex-Mossad-Chef Meir Dagan, bekannt als harter Hund und Planer von Attacken aller Art, macht der Israelischen Regierung das Leben schwer, indem er penetrant deutlich warnt.
Der Spion, der aus der Stille kam, hält Israel in Atem mit seinen donnernden Warnungen vor einem Angriff auf Iran.
[…] Seit seiner Pensionierung im Januar aber kämpft er beredt gegen israelische Bombardierungspläne. Erst tat er das in Hinterzimmern, dann auf diversen Podien. Nun hat sich Dagan auf seinem Feldzug gegen den Krieg erstmals ins Fernsehen vorgewagt mit einem Interview zur besten Sendezeit. Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak, die immer wieder die 'militärischen Optionen' beschwören, ist damit im eigenen Land ein Widersacher erwachsen, den sie ernst nehmen müssen. […] Frontal greift Dagan [….] die Kriegsszenarien an, mit denen Verteidigungsminister Barak hausieren geht. Nicht einmal 500 Tote, so hatte Barak getönt, werde Israel eine Konfrontation mit Iran kosten. 'Es werden mehr sein', konterte Dagan nun kühl im Interview auf Channel 2. Eindringlich warnte er davor, 'mit weit offenen Augen einen regionalen Krieg' zu provozieren. Er rechnet nicht nur mit einem iranischen Gegenschlag, sondern auch mit Raketenfeuer der Hamas aus dem Gaza-Streifen und der Hisbollah aus dem Libanon. Überdies hält er ein Eingreifen Syriens für wahrscheinlich, weil der bedrängte Despot Baschar al-Assad so auch vom inneren Aufruhr ablenken könne. Angesichts all dieser Gefahren hat Dagan einen Angriff auf Iran zum 'dümmsten Einfall' erklärt, von dem er je gehört habe.
(Süddeutsche Zeitung 03. Dezember 2011)
2.)
Und, es geschehen noch Zeichen und Wunder, aus Washington dröhnen Warnungen in das heilige Land.
Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta hat Washingtons engen Verbündeten Israel in ungewöhnlich deutlichen Worten zu besserer Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten in Nahost aufgerufen. Sicherheit sei zwar von einem starken Militär abhängig, aber "ebenso von starker Diplomatie", sagte Panetta bei einer Diskussion im Saban-Center für Nahost-Politik, wie die "New York Times" berichtete. "Und leider haben wir im vergangenen Jahr beobachtet, wie Israel zunehmend von seinen traditionellen Sicherheitspartnern in der Region isoliert wird, während die Suche nach einer einvernehmlichen Friedenslösung für Nahost praktisch zum Stillstand gekommen ist." Panetta sagte weiter: "Letzten Endes kann der Traum eines sicheren, fortschrittlichen jüdischen und demokratischen Israel nur durch zwei Staaten, die friedlich beisammenleben, erreicht werden." Der Verteidigungsminister mahnte die Wiederaufnahme der Friedensgespräche an: Der erste Schritt Israels sollte sein, "an den verdammten Tisch zurückzukehren".
(HHAbla 05.12.11)
Auf irgendeinen substanziellen Beitrag aus Berlin wird man natürlich vergeblich warten - zumal wir bedauerlicherweise das Amt des Außenministers nicht besetzt haben.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man erst einmal nachdenkt, bevor man seine Klappe zum Nahostproblem aufreißt.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man nicht wie FDP-Möllemann oder CDU-Hohmann versucht antisemitische Töne anzuschlagen, um davon parteipolitisch zu profitieren.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man nicht bei jeder unpassenden Gelegenheit wie Herr Wulff, Herr Koch, Herr Sinn und reihenweise katholische Bischöfe Nazi- und Holocaustvergleiche anstellt.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man als deutsche Bundesregierung das Kanzlerflugzeug nicht ausgerechnet an Israels „Todfeind“ Achmadinedschad verkauft.
Sensibel zu sein, bedeutet dabei, daß man jüdische Deutsche nicht für „ihre Regierung“ haftbar macht, wenn Israels Regierung gemeint ist.
Vor Jahren habe ein Abgeordneter zum Beispiel nach einer Rede des israelischen Präsidenten Ezer Weizmann vor dem Bundestag zu Ignaz Bubis gesagt: „Ihr Präsident hat heute eine wunderbare Rede gehalten!“ Bubis’ Antwort: „Ist das so? Ich wusste gar nicht, dass Roman Herzog heute vor dem Bundestag eine Rede gehalten hat.“
(Kathrin Hessling 2007)
Sensibel zu sein, bedeutet aber natürlich nicht, daß man nicht über die Politik der Israelischen Regierung diskutieren dürfte, oder daß man nicht widersprechen dürfte, wenn in Israel Dinge beschlossen werden (beispielsweise Siedlungsausbau, Grenzzäune), die der Sicherheit und dem Frieden in der Region eher abträglich sind.
Schon seit Jahrzehnten haben auch deutsche Regierungen Israel immer wieder mal scharf kritisiert - wer da von "Tabus" redet, lügt, oder weiß es nicht besser.
Man soll Israel nicht verdammen und zum Alleinschuldigen aller Probleme im Nahen Osten erklären.
Ich glaube aber man tut Israel insgesamt absolut keinen Gefallen damit, wenn man wie die enthirnten Christenfanatiker von den US-Republikanern mit geschlossenen Augen Israel immer nur bejubelt und bedingungslos fördert.
Die meisten der acht GOPer Präsidentenkandidaten-Kandidaten-Schwachköpfe schwören schon ihre erste Amtsreise führe sie nach Jerusalem und einen Krieg gegen den Iran würden sie auch unterstützen.
Die Radikalsten und Dümmsten der amerikanischen religiösen Rechten geben sich in Israel die Klinke in die Hand. Sarah Palin und Glen Beck irrlichterten beispielsweise von einem riesigen Kamerapulk verfolgt durch das Heilige Land.
Die Israelische Bevölkerung muß einem leidtun - bei solchen Freunden braucht es keine Feinde mehr.
Ohnehin ist der Beitrag zur Stabilität in Israel der Becks und Bachmanns unter Null. Ihnen geht es nur darum sich vor dem heimischen Publikum zu profilieren.
Der Judenstaat muss als Staffage herhalten.
Hätte Deutschland die weltgrößte Supermacht als ständigen und blinden Unterstützer auf seiner Seite und würde stetig mit Militärhilfe und Dollarmilliarden überschüttet, sowie im UN-Sicherheitsrat automatisch mit Vetos gedeckt werden, möchte ich mir nicht vorstellen, was für Großmannssüchte hier sprössen.
Die Mischung aus Existenzangst und Glauben an die extreme militärische Übermacht ist nicht gesund für Israel.
Militärische Übermacht ist ohnehin heutzutage so ein Gummibegriff geworden.
Wer würde ernsthaft der Ansicht widersprechen, daß die US-Armee Saddams abgehalfterten Truppen haushoch überlegen war, daß die Taliban auch nicht annähernd mit der Bewaffnung der Amis mithalten können?
Auf dem Papier sieht das so eindeutig aus, wie ein Elefant einer Ameise überlegen ist.
Die USA hat mehr, bessere und modernere Waffen.
Nur, was nützt es?
Sie haben dennoch weder Vietnam, noch den Irak noch Afghanistan unter Kontrolle bekommen.
Sie haben das nur - im Gegensatz zu Osama bin Laden - vorher nicht begriffen und rannten wie ein hirnloses Riesenbaby in Al-Kaidas Falle.
Nach zehn Jahren ist Amerika geschwächt wie nie, hängt ökonomisch am Tropf Chinas und Japans und Al Kaida selbst wurde eine beispiellose Rekrutierungskampagne zuteil.
Das gleiche Bild in Palästina. Die Israelische Armee ist selbstverständlich dem Libanon oder dem Gaza-Streifen unendlich weit überlegen.
So wie beim Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948), dem Sechstagekrieg (Juni 1967) oder dem Jom-Kippur-Krieg (1973) läuft das aber heutzutage nicht mehr.
Der Verlust von Menschenleben, die Reaktion der Weltöffentlichkeit und die simultane Berichterstattung in den interaktiven Medien machen es unmöglich solche Kriege unter Kontrolle zu halten.
Beim „zweiten Libanonkrieg“ (2006) hatten Olmert und Peres zwar die uneingeschränkte Unterstützung Amerikas und Englands, sowie eine allmächtige Luftwaffe - aber genützt hat es nichts.
Nun ist der Libanon ganz kaputt, knapp 2000 Zivilisten starben, Israel ist einige Milliarden Dollar ärmer und der Frieden ist ferner denn je. Was für eine sinnlose Aktion.
Daß Olmert sich in so eine Lage brachte, kann man nur mit Hilfe der Psychologie erklären - wobei ich die eher irrationalen Beweggründe nicht kleinreden will.
Israel hat schließlich Gründe zur Hysterie zu neigen.
Aber nun noch den Iran anzugreifen, wie es immer wieder aus Jerusalem kolportiert wird?
Das muß doch böse enden.
Gegen mögliche israelische Angriffe auf Teheraner Atomanlagen bildet sich (erfreulicherweise) Widerstand aus zwei unerwarteten Ecken:
1.)
Der Ex-Mossad-Chef Meir Dagan, bekannt als harter Hund und Planer von Attacken aller Art, macht der Israelischen Regierung das Leben schwer, indem er penetrant deutlich warnt.
Der Spion, der aus der Stille kam, hält Israel in Atem mit seinen donnernden Warnungen vor einem Angriff auf Iran.
[…] Seit seiner Pensionierung im Januar aber kämpft er beredt gegen israelische Bombardierungspläne. Erst tat er das in Hinterzimmern, dann auf diversen Podien. Nun hat sich Dagan auf seinem Feldzug gegen den Krieg erstmals ins Fernsehen vorgewagt mit einem Interview zur besten Sendezeit. Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak, die immer wieder die 'militärischen Optionen' beschwören, ist damit im eigenen Land ein Widersacher erwachsen, den sie ernst nehmen müssen. […] Frontal greift Dagan [….] die Kriegsszenarien an, mit denen Verteidigungsminister Barak hausieren geht. Nicht einmal 500 Tote, so hatte Barak getönt, werde Israel eine Konfrontation mit Iran kosten. 'Es werden mehr sein', konterte Dagan nun kühl im Interview auf Channel 2. Eindringlich warnte er davor, 'mit weit offenen Augen einen regionalen Krieg' zu provozieren. Er rechnet nicht nur mit einem iranischen Gegenschlag, sondern auch mit Raketenfeuer der Hamas aus dem Gaza-Streifen und der Hisbollah aus dem Libanon. Überdies hält er ein Eingreifen Syriens für wahrscheinlich, weil der bedrängte Despot Baschar al-Assad so auch vom inneren Aufruhr ablenken könne. Angesichts all dieser Gefahren hat Dagan einen Angriff auf Iran zum 'dümmsten Einfall' erklärt, von dem er je gehört habe.
(Süddeutsche Zeitung 03. Dezember 2011)
2.)
Und, es geschehen noch Zeichen und Wunder, aus Washington dröhnen Warnungen in das heilige Land.
Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta hat Washingtons engen Verbündeten Israel in ungewöhnlich deutlichen Worten zu besserer Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten in Nahost aufgerufen. Sicherheit sei zwar von einem starken Militär abhängig, aber "ebenso von starker Diplomatie", sagte Panetta bei einer Diskussion im Saban-Center für Nahost-Politik, wie die "New York Times" berichtete. "Und leider haben wir im vergangenen Jahr beobachtet, wie Israel zunehmend von seinen traditionellen Sicherheitspartnern in der Region isoliert wird, während die Suche nach einer einvernehmlichen Friedenslösung für Nahost praktisch zum Stillstand gekommen ist." Panetta sagte weiter: "Letzten Endes kann der Traum eines sicheren, fortschrittlichen jüdischen und demokratischen Israel nur durch zwei Staaten, die friedlich beisammenleben, erreicht werden." Der Verteidigungsminister mahnte die Wiederaufnahme der Friedensgespräche an: Der erste Schritt Israels sollte sein, "an den verdammten Tisch zurückzukehren".
(HHAbla 05.12.11)
Auf irgendeinen substanziellen Beitrag aus Berlin wird man natürlich vergeblich warten - zumal wir bedauerlicherweise das Amt des Außenministers nicht besetzt haben.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Stopp
Das Internet.
Ewiger Quell des Irrsinns, der Informationen und Meinungen.
Das Internet ist eine Zeitklaumaschine, die unglücklicherweise inzwischen unverzichtbar geworden ist. Und ja, das Internet macht abhängig.
Obwohl ich ¾ meines Lebens sehr gut ohne Computer und Internet ausgekommen bin, bekomme ich heutzutage schon nach Minuten leichte Panikattacken und Beklemmungen, wenn der Zugang ins Netz nicht klappt, oder der Computer rumspinnt.
Blöderweise wird man auch nie fertig mit dem Internet. Man erreicht nie den Zeitpunkt, an dem man alles gesehen hat, oder es nichts Neues mehr zu entdecken gäbe.
Im Gegenteil, die täglich durch das Web geraubten Zeitkontingente werden immer größer, weil man immer mehr Inhalte bookmarkt, die man regelmäßig konsumiert.
Dabei kenne ich mich irgendwie noch gar nicht richtig aus im Internet.
Da sind noch viele Ecken, die für mich Terra Incognita sind.
Von der rechten Szene zum Beispiel habe ich sehr wenig Ahnung.
Wenn ich mich nicht ganz furchtbar irre, sind die drei abartigsten deutschen big player Altermedia, PI und Kreuznet.
Die ersten beiden haben immerhin rudimentäre Testikel und sind gewissermaßen „greifbar“.
Das hat beispielsweise zur Folge, daß die Nazi-Website „Altermedia“, die unter anderem auch die „Kopp-Nachrichten“ verbreitet (gesprochen von der braunen Eva Herman) durchaus Ärger mit der Justiz bekommen kann.
Das geschah diese Woche.
Zwei Betreiber der Nazi-Website "Altermedia" wurden verurteilt.
Die Plattform galt als eine der wichtigsten der Szene. Die Betreiber zeigen keine Reue, im Gegenteil: sie sind stolz. "Ich bereue nichts", war seine Botschaft. Im Landgericht Rostock inszenierte sich der zentrale Betreiber des rechtsextremen Internetportals Altermedia, Axel Möller, als "politischer Überzeugungstäter". Eine Verurteilung, sagte Möller, sehe er weniger "als Strafe an, sondern eher als eine Art von etwas anderem Pulitzer-Preis". Diesen bekam er nun auch: Gestern wurden Rupprecht Polenz und Axel Möller - beide Betreiber der Nazi-Website - verurteilt. Möller bekam 2 Jahre und 6 Monate Haft, sein Gesinnungsgenosse Rupprecht 2 Jahre und 3 Monate. Beide wurden wegen Volksverhetzung, Aufruf zu Straftaten, Beleidigung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Parolen verurteilt. Mit dem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
(taz 26.10.11)
Wer im Moment der Eigentümer des 2004 von Stefan Herre gegründeten „Politically Incorrect“ (PI) ist; welches stramm rechtsextrem, homophob, klerikal, antimuslimisch, aber pro-amerikanisch und pro-Israelisch ausgerichtet agiert, weiß man nicht so genau.
Das „Hassblog“ mit rund 60.000 Hits pro Tag ist schon einige Jahre als DER Versammlungsort des rechtsextremen Mobs bekannt.
Stefan Niggemeier beurteilte den braunen Sumpf schon vor vier Jahren vernichtend.
In der Welt von PI ist man als kleiner, hasserfüllter Deutscher im Zweifel der bessere Amerikaner als Al Gore und der aufrechtere Israeli als Amos Oz. Selbst der Kampf gegen den Klimawandel und die Liebe zu Eisbären gelten in diesen Kreisen als antiamerikanische und protoislamische Verirrung: Usama Bin Knut!
[…] Der oft erschütternd schlichte Hass auf die Muslime und ihre vermeintlichen und tatsächlichen Unterstützer hat so etwas wie einen intellektuellen Überbau. Es ist das, was Henryk M. Broder die „Untugend der Toleranz“ genannt hat: „Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will“, sagte er in seiner Dankesrede zum Ludwig-Börne-Preis, „der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden.“
[…] „Politically Incorrect“ ist so etwas wie der unautorisierte, über die Stränge schlagende Fanklub von Broder und seinen Kollegen aus dem Netzwerk „Die Achse des Guten“, nur dass bei PI aus dem provokativen Gedanken „Intoleranz ist die neue Toleranz“ eine Legitimation zum undifferenzierten Hass wird, der den Döner-Händler an der Ecke mit ähnlicher Härte trifft wie den islamischen Selbstmordattentäter, den türkischen Kleinkriminellen, der nicht einmal religiös sein muss, ebenso wie den Brückenbauer zwischen den Kulturen. […] Es ist ein unverhohlen rassistischer Mob, der sich im Kommentarbereich von „Politically Incorrect“ täglich versammelt. Die meisten von ihnen haben gelernt, nicht mehr „Kanake“ zu sagen, sondern „Musel“. Manche malen sich genüsslich aus, H-Bomben über Mekka und Medina abzuwerfen, nachdem sie „jeden Moslem, der sich anmaßt, ehemals christlichen Boden mit seiner Existenz zu beflecken“, niedergemacht haben.
(FAZ 25.10.2007)
Zuletzt geriet das rechtsextreme Blog aber in Bedrängnis als bekannt wurde, daß Anders Breivik sich rhetorisch ausführlich bei PI bedient hatte, um seinen Massenmord zu begründen.
Von den drei genannten Plattformen dürfte Kreuznet die allerextremste sein.
Feige verstecken sich die Autoren in der völligen Anonymität.
Bis heute kennt man keine Namen der Betreiber, der Inhaber, der Urheber.
Der Server steht außerhalb der EU und die vielfach von Juristen und Staatsanwälten attestierte Volksverhetzung nach §130 kann nicht verfolgt werden, da Vorladungen unzustellbar sind.
Die „Artikel" sind derartig unseriös zusammengelogen und triefend vor Hass, daß die meisten Menschen, die zufällig auf die pseudokatholischen Seiten treffen, annehmen es handele sich um Satire.
Da ich selbst schon sehr oft über Hakenkreuznet berichtet habe, zitiere ich an dieser Stelle zwecks Definition nur kurz Wikipedia.
kreuz.net ist ein deutschsprachiges, anonymes Onlinemagazin mit rechtsextremen, antisemitischen und homosexuellenfeindlichen Inhalten sowie religions- und kirchenbezogenen Texten, das sich im Untertitel als Plattform für „katholische Nachrichten“ beschreibt. Das Portal ist kein Angebot der römisch-katholischen Kirche; sowohl die deutsche und österreichische Bischofskonferenz wie auch die Redaktion von Radio Vatikan (als offizielles Medium des Heiligen Stuhls) distanzierten sich von kreuz.net. kreuz.net bezeichnet sich selbst als eine „Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee“ unter dem Vereinsnamen Sodalitium for Religion and Information mit Sitz in El Segundo (Kalifornien). Die als Blog gestaltete Internetplattform ist seit Oktober 2004 in Betrieb und erlaubt anonym eingereichte Beiträge.
(Wiki)
Die Hetzartikel sind entweder nicht gekennzeichnet, stammen von Autoren mit Phantasienamen oder aber bekannten extremistischen Personen - auch Verstorbenen.
Zuletzt erschienen regelmäßig Texte Muammar Gaddafis. Aber wenn genügend gegen den „dekadenten Westen" und die Juden gepoltert wird, übernehmen die Macher der Hassportals auch Schriften von Mahmud Ahmadinedschad, „Pornojäger Martin Humer“, des verurteilten und flüchtigen Holocaustleugner Johannes Lerle, Edgar Julius Jung, Joseph Goebbels, Heinrich Himmler und des geisteskranken vielfach verurteilten „Sedivakantisten-Paters“ Hermann Lingen, für dessen Spinnereien Kreuznet ein fürsorgliches Herz hat.
Sedi-Pater Rolf Hermann Lingen wird heute operiert!
Der bekannte deutsche Sedisvakantisten-Pater Rolf Hermann Lingen wird heute früh wegen Netzhautablösung unter Vollnarkose operiert. Es besteht die Gefahr einer Erblindung. Nach eigenen Angaben ließ sich Lingen gestern nachmittag wegen akuter Sehbeschwerden untersuchen. Er rechnet im günstigsten Falle damit, den gewohnten Tagesablauf erst wieder in ungefähr vier Wochen aufnehmen zu können. Ein gegen ihn am 10. November angesetzter Gerichtstermin wegen Titelmißbrauchs wurde abgesagt.
(Hakenkreuznet 26.10.2011)
Gestern gelang es meines Wissens DAS ERSTE MAL dem zu Hass und Gewalt aufstachelndem Kreuznet eins auszuwischen und zwar wurde der Zugang zu den Nazi-Seiten in NRW teilweise unterbunden.
Der Ex-Franziskaner-Priester Christian Schultze erklärt:
In Nordrhein-Westfalen wurde kreuz.net auf allen Schulservern gesperrt.
Wie die Seite selbst mitteilt, erscheint beim Aufruf ein Warnhinweis. Was in ganz Deutschland nicht möglich scheint, das wurde jetzt von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen durchgesetzt. Nach einer Meldung der umstrittenen Internetseite selbst kann kreuz.net von allen staatlichen Schulservern aus nicht mehr angeklickt werden. Die Seite ist bereits in der Vergangenheit durch ihre Hetze gegen Politiker, Muslime und Schwule aufgefallen. Wer jetzt versucht, die Seite von einem Schulserver in Nordrhein-Westfalen aus aufzurufen, der bekommt den Hinweis, dass der Zugriff auf die angeforderte URL nicht gestattet ist. Als Erklärung für die Sperrung wird angegeben, dass die Seite politisch extrem und diskriminierend sei sowie zu Gewalt aufrufe. Wer die Seite, die sich selbst als Europas größte katholische Informationsplattform bezeichnet, schon einmal angeschaut hat, wird dies bestätigen können.
(christian-schultze.suite101.de 25.10.2011)
Da kann ich nur sagen: ENDLICH!
Chapeau NRW-Regierung, Chapeau Frau Kraft; wie auch immer das gelungen sein mag.
Kreuznet mag zwar für aufgeklärte erwachsene Menschen ein Witz sein, aber ich halte es für lebensgefährlich Kindern und unreifen Menschen diese fortdauernde Hetze gegen Frauen, Schwule Protestanten, Muslims, Juden, Freimaurer, Sozis, Linke, Grüne etc zugänglich zu machen.
Anders Breivik hat gezeigt, was daraus werden kann.
Hakenkreuznet selbst hatte schon in der Vergangenheit kübelweise Dreck für Hannelore Kraft ausgeschüttet, weil sie sich gegen Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen engagiert.
Gomorrhismus!
Die H[omo]S[exuellen]-Genossen brauchen sexuelle Aufklärung.
Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen kroch einem H[omo]S[exuellen]-Magazin in den Hintern – und steckte plötzlich tiefer im Enddarm als geplant. Heute mußte die deutsche HS-Postille ‘Bild’ der Ministerpräsidentin des deutschen Landes Nordrhein-Westfalen, Genosse Hannelore Kraft (49), Erste Hilfe leisten.
Der Grund: Genosse Kraft hat einem deutschen Ferkel-Magazin homo-unzüchtiger Ausrichtung auf Seite 36 ein Interview gegeben. [...]Die HS-Genossen wissen nicht, wovon sie reden, wenn sie die Greuel des Sodomismus verherrlichen.
(KN, 06.01.11)
Heute tobt und zetert man aus der Anonymität vor Wut.
Sie unterstellen der SPD-Politikerin, die sie „Sperma-Ministerpräsidentin“ nennen, Rache:
Das europaweit größte katholische Portal ‘kreuz.net’ wird von deutschen Maulkorb-Linken zensuriert.
Die Deutschen sind ein mitteleuropäisches Tätervolk, das kollektiv für die Ermordung von mindestens sechs Millionen Juden verantwortlich ist. Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist ‘kreuz.net’ von den staatlichen Schulservern nicht mehr erreichbar. Selbst Rektoren wird der Zugriff auf die unabhängige Informationen des Portals verweigert.
Eine abgefallene Katholikin
Die Zensur-Maßnahme überrascht nicht. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen wird von freiheitsfeindlichen, linken Parteibonzen unter Genossin Hannelore Kraft (50) regiert. Genossin Kraft ist eine abgefallene Katholikin, die aus der weltumfassenden Kirche ausgetreten ist. Sie gehört jetzt zu einer deutschnational organisierten protestantischen Lokalgemeinschaft.
Die Linke ist extremistisch, diskriminierend und gewaltbereit.
(KN, Dienstag, 25. Oktober 2011)
Getroffene Hunde bellen.
Mögen die anderen Bundesländer dem Beispiel NRWs möglichst schnell folgen.
Wir begrüßen das Urteil als Bekenntnis gegen jegliche Nazi-Hetze - nicht nur im Internet. Mit antidemokratischen Auslassungen stabilisiert "Altermedia" nicht nur die Nazi-Szene, sondern beeinflusst in negativer Weise auch jene Jugendlichen, die zufällig auf diese Seite geraten und dort scheinbar simple Lösungen für die komplexen Fragen unserer Zeit vorfinden. Einer der Verurteilten beschreibt sich selbst noch immer als politischen Überzeugungstäter, der stolz auf seine Texte und Kommentare auf der rechtsextremen Online-Plattform ist.
Auch wenn das Gericht heute Einzeltäter mit der nötigen Klarheit verurteilt hat, lässt sich der Kampf gegen rechtsextreme Propaganda nicht allein mithilfe der Justiz gewinnen. Dies ist aufgrund der Fülle der einschlägigen Online-Aktivitäten unmöglich. Jugendschutz.net dokumentierte im Laufe des Jahres 2010 mehr als 1.700 Websites, 20 Onlineradios und etwa 6.000 Profile, Videos und Userkommentare in Web-2.0-Angeboten mit rechtsextremem Inhalt. In wechselnder Verpackung präsentieren Nazis an unzähligen Stellen ihre immer gleichen menschenverachtenden Parolen, oft knapp unterhalb der Grenze zum Strafbaren. Erst wenn diese Grauzone verlassen wird, wie im Falle der Verurteilten, lohnen repressive Maßnahmen. Hinzu kommt die Internationalität des Internets, durch die eine nationale Strafverfolgung häufig nicht zum Ziel führen kann.
Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre Kürzungspläne für 2012 gegenüber der Bundeszentrale für politische Bildung und im Bereich der Programme gegen Rechtsextremismus vollständig zurückzunehmen. Es müssen wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu stärken. Internet-Nutzer und -Nutzerinnen müssen insgesamt stärker für die Problematik sensibilisiert und in Verdachtsfällen auch zur Anzeige ermutigt werden. Eine intensivere internationale Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung ist notwendig, damit der Mix aus Repression und Prävention erfolgreich greifen kann.
(PRESSEMITTEILUNG NR. 0952 der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 26. Oktober 2011)
Ewiger Quell des Irrsinns, der Informationen und Meinungen.
Das Internet ist eine Zeitklaumaschine, die unglücklicherweise inzwischen unverzichtbar geworden ist. Und ja, das Internet macht abhängig.
Obwohl ich ¾ meines Lebens sehr gut ohne Computer und Internet ausgekommen bin, bekomme ich heutzutage schon nach Minuten leichte Panikattacken und Beklemmungen, wenn der Zugang ins Netz nicht klappt, oder der Computer rumspinnt.
Blöderweise wird man auch nie fertig mit dem Internet. Man erreicht nie den Zeitpunkt, an dem man alles gesehen hat, oder es nichts Neues mehr zu entdecken gäbe.
Im Gegenteil, die täglich durch das Web geraubten Zeitkontingente werden immer größer, weil man immer mehr Inhalte bookmarkt, die man regelmäßig konsumiert.
Dabei kenne ich mich irgendwie noch gar nicht richtig aus im Internet.
Da sind noch viele Ecken, die für mich Terra Incognita sind.
Von der rechten Szene zum Beispiel habe ich sehr wenig Ahnung.
Wenn ich mich nicht ganz furchtbar irre, sind die drei abartigsten deutschen big player Altermedia, PI und Kreuznet.
Die ersten beiden haben immerhin rudimentäre Testikel und sind gewissermaßen „greifbar“.
Das hat beispielsweise zur Folge, daß die Nazi-Website „Altermedia“, die unter anderem auch die „Kopp-Nachrichten“ verbreitet (gesprochen von der braunen Eva Herman) durchaus Ärger mit der Justiz bekommen kann.
Das geschah diese Woche.
Zwei Betreiber der Nazi-Website "Altermedia" wurden verurteilt.
Die Plattform galt als eine der wichtigsten der Szene. Die Betreiber zeigen keine Reue, im Gegenteil: sie sind stolz. "Ich bereue nichts", war seine Botschaft. Im Landgericht Rostock inszenierte sich der zentrale Betreiber des rechtsextremen Internetportals Altermedia, Axel Möller, als "politischer Überzeugungstäter". Eine Verurteilung, sagte Möller, sehe er weniger "als Strafe an, sondern eher als eine Art von etwas anderem Pulitzer-Preis". Diesen bekam er nun auch: Gestern wurden Rupprecht Polenz und Axel Möller - beide Betreiber der Nazi-Website - verurteilt. Möller bekam 2 Jahre und 6 Monate Haft, sein Gesinnungsgenosse Rupprecht 2 Jahre und 3 Monate. Beide wurden wegen Volksverhetzung, Aufruf zu Straftaten, Beleidigung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Parolen verurteilt. Mit dem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
(taz 26.10.11)
Wer im Moment der Eigentümer des 2004 von Stefan Herre gegründeten „Politically Incorrect“ (PI) ist; welches stramm rechtsextrem, homophob, klerikal, antimuslimisch, aber pro-amerikanisch und pro-Israelisch ausgerichtet agiert, weiß man nicht so genau.
Das „Hassblog“ mit rund 60.000 Hits pro Tag ist schon einige Jahre als DER Versammlungsort des rechtsextremen Mobs bekannt.
Stefan Niggemeier beurteilte den braunen Sumpf schon vor vier Jahren vernichtend.
In der Welt von PI ist man als kleiner, hasserfüllter Deutscher im Zweifel der bessere Amerikaner als Al Gore und der aufrechtere Israeli als Amos Oz. Selbst der Kampf gegen den Klimawandel und die Liebe zu Eisbären gelten in diesen Kreisen als antiamerikanische und protoislamische Verirrung: Usama Bin Knut!
[…] Der oft erschütternd schlichte Hass auf die Muslime und ihre vermeintlichen und tatsächlichen Unterstützer hat so etwas wie einen intellektuellen Überbau. Es ist das, was Henryk M. Broder die „Untugend der Toleranz“ genannt hat: „Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will“, sagte er in seiner Dankesrede zum Ludwig-Börne-Preis, „der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden.“
[…] „Politically Incorrect“ ist so etwas wie der unautorisierte, über die Stränge schlagende Fanklub von Broder und seinen Kollegen aus dem Netzwerk „Die Achse des Guten“, nur dass bei PI aus dem provokativen Gedanken „Intoleranz ist die neue Toleranz“ eine Legitimation zum undifferenzierten Hass wird, der den Döner-Händler an der Ecke mit ähnlicher Härte trifft wie den islamischen Selbstmordattentäter, den türkischen Kleinkriminellen, der nicht einmal religiös sein muss, ebenso wie den Brückenbauer zwischen den Kulturen. […] Es ist ein unverhohlen rassistischer Mob, der sich im Kommentarbereich von „Politically Incorrect“ täglich versammelt. Die meisten von ihnen haben gelernt, nicht mehr „Kanake“ zu sagen, sondern „Musel“. Manche malen sich genüsslich aus, H-Bomben über Mekka und Medina abzuwerfen, nachdem sie „jeden Moslem, der sich anmaßt, ehemals christlichen Boden mit seiner Existenz zu beflecken“, niedergemacht haben.
(FAZ 25.10.2007)
Zuletzt geriet das rechtsextreme Blog aber in Bedrängnis als bekannt wurde, daß Anders Breivik sich rhetorisch ausführlich bei PI bedient hatte, um seinen Massenmord zu begründen.
Von den drei genannten Plattformen dürfte Kreuznet die allerextremste sein.
Feige verstecken sich die Autoren in der völligen Anonymität.
Bis heute kennt man keine Namen der Betreiber, der Inhaber, der Urheber.
Der Server steht außerhalb der EU und die vielfach von Juristen und Staatsanwälten attestierte Volksverhetzung nach §130 kann nicht verfolgt werden, da Vorladungen unzustellbar sind.
Die „Artikel" sind derartig unseriös zusammengelogen und triefend vor Hass, daß die meisten Menschen, die zufällig auf die pseudokatholischen Seiten treffen, annehmen es handele sich um Satire.
Da ich selbst schon sehr oft über Hakenkreuznet berichtet habe, zitiere ich an dieser Stelle zwecks Definition nur kurz Wikipedia.
kreuz.net ist ein deutschsprachiges, anonymes Onlinemagazin mit rechtsextremen, antisemitischen und homosexuellenfeindlichen Inhalten sowie religions- und kirchenbezogenen Texten, das sich im Untertitel als Plattform für „katholische Nachrichten“ beschreibt. Das Portal ist kein Angebot der römisch-katholischen Kirche; sowohl die deutsche und österreichische Bischofskonferenz wie auch die Redaktion von Radio Vatikan (als offizielles Medium des Heiligen Stuhls) distanzierten sich von kreuz.net. kreuz.net bezeichnet sich selbst als eine „Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee“ unter dem Vereinsnamen Sodalitium for Religion and Information mit Sitz in El Segundo (Kalifornien). Die als Blog gestaltete Internetplattform ist seit Oktober 2004 in Betrieb und erlaubt anonym eingereichte Beiträge.
(Wiki)
Die Hetzartikel sind entweder nicht gekennzeichnet, stammen von Autoren mit Phantasienamen oder aber bekannten extremistischen Personen - auch Verstorbenen.
Zuletzt erschienen regelmäßig Texte Muammar Gaddafis. Aber wenn genügend gegen den „dekadenten Westen" und die Juden gepoltert wird, übernehmen die Macher der Hassportals auch Schriften von Mahmud Ahmadinedschad, „Pornojäger Martin Humer“, des verurteilten und flüchtigen Holocaustleugner Johannes Lerle, Edgar Julius Jung, Joseph Goebbels, Heinrich Himmler und des geisteskranken vielfach verurteilten „Sedivakantisten-Paters“ Hermann Lingen, für dessen Spinnereien Kreuznet ein fürsorgliches Herz hat.
Sedi-Pater Rolf Hermann Lingen wird heute operiert!
Der bekannte deutsche Sedisvakantisten-Pater Rolf Hermann Lingen wird heute früh wegen Netzhautablösung unter Vollnarkose operiert. Es besteht die Gefahr einer Erblindung. Nach eigenen Angaben ließ sich Lingen gestern nachmittag wegen akuter Sehbeschwerden untersuchen. Er rechnet im günstigsten Falle damit, den gewohnten Tagesablauf erst wieder in ungefähr vier Wochen aufnehmen zu können. Ein gegen ihn am 10. November angesetzter Gerichtstermin wegen Titelmißbrauchs wurde abgesagt.
(Hakenkreuznet 26.10.2011)
Gestern gelang es meines Wissens DAS ERSTE MAL dem zu Hass und Gewalt aufstachelndem Kreuznet eins auszuwischen und zwar wurde der Zugang zu den Nazi-Seiten in NRW teilweise unterbunden.
Der Ex-Franziskaner-Priester Christian Schultze erklärt:
In Nordrhein-Westfalen wurde kreuz.net auf allen Schulservern gesperrt.
Wie die Seite selbst mitteilt, erscheint beim Aufruf ein Warnhinweis. Was in ganz Deutschland nicht möglich scheint, das wurde jetzt von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen durchgesetzt. Nach einer Meldung der umstrittenen Internetseite selbst kann kreuz.net von allen staatlichen Schulservern aus nicht mehr angeklickt werden. Die Seite ist bereits in der Vergangenheit durch ihre Hetze gegen Politiker, Muslime und Schwule aufgefallen. Wer jetzt versucht, die Seite von einem Schulserver in Nordrhein-Westfalen aus aufzurufen, der bekommt den Hinweis, dass der Zugriff auf die angeforderte URL nicht gestattet ist. Als Erklärung für die Sperrung wird angegeben, dass die Seite politisch extrem und diskriminierend sei sowie zu Gewalt aufrufe. Wer die Seite, die sich selbst als Europas größte katholische Informationsplattform bezeichnet, schon einmal angeschaut hat, wird dies bestätigen können.
(christian-schultze.suite101.de 25.10.2011)
Da kann ich nur sagen: ENDLICH!
Chapeau NRW-Regierung, Chapeau Frau Kraft; wie auch immer das gelungen sein mag.
Kreuznet mag zwar für aufgeklärte erwachsene Menschen ein Witz sein, aber ich halte es für lebensgefährlich Kindern und unreifen Menschen diese fortdauernde Hetze gegen Frauen, Schwule Protestanten, Muslims, Juden, Freimaurer, Sozis, Linke, Grüne etc zugänglich zu machen.
Anders Breivik hat gezeigt, was daraus werden kann.
Hakenkreuznet selbst hatte schon in der Vergangenheit kübelweise Dreck für Hannelore Kraft ausgeschüttet, weil sie sich gegen Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen engagiert.
Gomorrhismus!
Die H[omo]S[exuellen]-Genossen brauchen sexuelle Aufklärung.
Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen kroch einem H[omo]S[exuellen]-Magazin in den Hintern – und steckte plötzlich tiefer im Enddarm als geplant. Heute mußte die deutsche HS-Postille ‘Bild’ der Ministerpräsidentin des deutschen Landes Nordrhein-Westfalen, Genosse Hannelore Kraft (49), Erste Hilfe leisten.
Der Grund: Genosse Kraft hat einem deutschen Ferkel-Magazin homo-unzüchtiger Ausrichtung auf Seite 36 ein Interview gegeben. [...]Die HS-Genossen wissen nicht, wovon sie reden, wenn sie die Greuel des Sodomismus verherrlichen.
(KN, 06.01.11)
Heute tobt und zetert man aus der Anonymität vor Wut.
Sie unterstellen der SPD-Politikerin, die sie „Sperma-Ministerpräsidentin“ nennen, Rache:
Das europaweit größte katholische Portal ‘kreuz.net’ wird von deutschen Maulkorb-Linken zensuriert.
Die Deutschen sind ein mitteleuropäisches Tätervolk, das kollektiv für die Ermordung von mindestens sechs Millionen Juden verantwortlich ist. Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist ‘kreuz.net’ von den staatlichen Schulservern nicht mehr erreichbar. Selbst Rektoren wird der Zugriff auf die unabhängige Informationen des Portals verweigert.
Eine abgefallene Katholikin
Die Zensur-Maßnahme überrascht nicht. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen wird von freiheitsfeindlichen, linken Parteibonzen unter Genossin Hannelore Kraft (50) regiert. Genossin Kraft ist eine abgefallene Katholikin, die aus der weltumfassenden Kirche ausgetreten ist. Sie gehört jetzt zu einer deutschnational organisierten protestantischen Lokalgemeinschaft.
Die Linke ist extremistisch, diskriminierend und gewaltbereit.
(KN, Dienstag, 25. Oktober 2011)
Getroffene Hunde bellen.
Mögen die anderen Bundesländer dem Beispiel NRWs möglichst schnell folgen.
Wir begrüßen das Urteil als Bekenntnis gegen jegliche Nazi-Hetze - nicht nur im Internet. Mit antidemokratischen Auslassungen stabilisiert "Altermedia" nicht nur die Nazi-Szene, sondern beeinflusst in negativer Weise auch jene Jugendlichen, die zufällig auf diese Seite geraten und dort scheinbar simple Lösungen für die komplexen Fragen unserer Zeit vorfinden. Einer der Verurteilten beschreibt sich selbst noch immer als politischen Überzeugungstäter, der stolz auf seine Texte und Kommentare auf der rechtsextremen Online-Plattform ist.
Auch wenn das Gericht heute Einzeltäter mit der nötigen Klarheit verurteilt hat, lässt sich der Kampf gegen rechtsextreme Propaganda nicht allein mithilfe der Justiz gewinnen. Dies ist aufgrund der Fülle der einschlägigen Online-Aktivitäten unmöglich. Jugendschutz.net dokumentierte im Laufe des Jahres 2010 mehr als 1.700 Websites, 20 Onlineradios und etwa 6.000 Profile, Videos und Userkommentare in Web-2.0-Angeboten mit rechtsextremem Inhalt. In wechselnder Verpackung präsentieren Nazis an unzähligen Stellen ihre immer gleichen menschenverachtenden Parolen, oft knapp unterhalb der Grenze zum Strafbaren. Erst wenn diese Grauzone verlassen wird, wie im Falle der Verurteilten, lohnen repressive Maßnahmen. Hinzu kommt die Internationalität des Internets, durch die eine nationale Strafverfolgung häufig nicht zum Ziel führen kann.
Wir fordern die Bundesregierung auf, ihre Kürzungspläne für 2012 gegenüber der Bundeszentrale für politische Bildung und im Bereich der Programme gegen Rechtsextremismus vollständig zurückzunehmen. Es müssen wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu stärken. Internet-Nutzer und -Nutzerinnen müssen insgesamt stärker für die Problematik sensibilisiert und in Verdachtsfällen auch zur Anzeige ermutigt werden. Eine intensivere internationale Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung ist notwendig, damit der Mix aus Repression und Prävention erfolgreich greifen kann.
(PRESSEMITTEILUNG NR. 0952 der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 26. Oktober 2011)
Dienstag, 2. August 2011
Es gibt nur eine Konstante.
Zu den ewigen Mysterien der internationalen Politik gehört die Frage wann und wieso „die Staatengemeinschaft“ gegen einzelne Länder militärisch vorgeht.
Genozide und Massenmorde sind mal eine Militärintervention wert - Beispiel Serbien.
Mal können aber Hunderttausende (Algerien) oder Millionen (Ruanda, Kongo) abgemurxt werden, ohne daß die UN das irgendwie erwähnenswert findet.
Bei humanitären Katastrophen, die nicht durch politische Gewalt ausgelöst wurden, ist das ganz ähnlich.
Als es in der russischen 5-Millionenstadt St. Petersburg 1990 und 1991 zu echten Hungerwintern kam, war die Partnerstadt Hamburg wie elektrisiert und jeder packte eifrig Care-Pakete. Diese privaten Lebensmittelhilfen wurden so selbstverständlich, daß man in den Supermärkten schon fertig gepackte und adressierte Pakete für 20, 30 oder 40 DM erstehen konnte.
Wenn in anderen Teilen der Welt - Eritrea oder Nordkorea zum Beispiel - Hunderttausende elendig verhungern, interessiert das hingegen wenig.
Auch die Spendenbereitschaft nach Naturkatastrophen ist höchst unterschiedlich.
Der Mega-Tsunami vor Sumatra an Weihnachten 2004 löste eine riesige internationale Spendenbereitschaft aus.
Allein Deutschlands Kanzler Schröder gab das OK zu Hilfen in Höhe von 500 Millionen Euro, die von den 503 Millionen Euro, die Deutsche privat spendeten sogar noch übertroffen wurde.
Als im Juli und August 2010 fast zwei Millionen Pakistanische Häuser durch eine gigantische Flut beschädigt wurden, hielt die Weltgemeinschaft demonstrativ die Portemonnaies zu.
Entstehen humanitär Katastrophen durch irre Diktatoren, ist die Reaktion der Weltgemeinschaft noch viel bizarrer.
Südamerikanische faschistische Diktatoren wurden geehrt, mit dem weißen Apartheitsregime trieb man Handel.

Saddam (hatte keine Massenvernichtungswaffen) und Gaddafi bekommen (bekamen) es mit NATO-Bomben zu tun.

Kim Yong Il (hat Massenvernichtungswaffen), König Abdullah Al Saud, Achmadinedschad und Assad hingegen bleiben sicher vor militärischen Aktionen.
Derzeit wird der Usbekische Diktator Islam Karimow sogar mit deutschen Steuergeldern aufgepäppelt.
Karimow, 73, der wegen erwiesener Korruption schon im Knast saß, putschte sich gegen Gorbatschow an die Macht in Taschkent und läßt sich seitdem immer mal wieder mit über 90% der Stimmen als Präsident „wählen“.
Mit den Usbeken, denen dieser Kurs nicht passt, macht Karimow kurzen Prozess.
Zuletzt ließ er im Jahr 2005 rund 600 „Aufständische“ von seinem Militär erschießen.
Wie soll man da noch durchblicken?
Zum Glück gibt es dazu eine Orientierungshilfe in Form des deutschen Außenministers Westerwelle.
Er gibt immer den Weg vor, wie man es NICHT macht.
Guido schocke die Weltgemeinschaft mit seiner Libyenhaltung und steht nun noch für Panzerexporte an die grausamste Unterdrücker-Regierung überhaupt - das Saudische Königshaus, welches den besonders extremistischen Wahabismus praktiziert.
Und nun also Syrien.

Diktator Assad läßt seit Monaten seine eigene Bevölkerung mit Panzern und Artillerie zusammenschießen. Tausende hat er schon ermorden lassen, täglich kommen Dutzende hinzu.
In der seit Wochen belagerten Rebellen-Hochburg Hama beschossen Panzer gestern Wohngebiete. Auch in anderen Städte griffen schwer bewaffnete Soldaten Demonstranten an. Trotz der Eskalation der Gewalt bekräftigten die USA jedoch, eine militärische Intervention wie in Libyen werde es nicht geben. Die EU verschärfte gestern ihre Sanktionen gegen das syrische Regime. In Deutschland hat das brutale Vorgehen des syrischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung zu innenpolitischen Auseinandersetzungen und Debatten geführt. Die Opposition in Deutschland warf der Bundesregierung vor, in der Syrien-Frage viel zu passiv vorzugehen. „Deutschland muss endlich seine guten Beziehungen zu Russland nutzen, um Assads Regime konsequent zu isolieren“, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin der Berliner Zeitung. „Assad hat schon lange die Legitimation verloren, für Syrien zu sprechen“, sagte Trittin. Die EU und Russland als Mitglieder des sogenannten Nahost-Quartetts „können kein Interesse an einer weiteren Destabilisierung der Region haben“, sagte Trittin weiter: „Hier aber zeigen Merkel und Westerwelle erschreckende Passivität.“
(FR 03.08.2011)
Wenige Medienleute kümmern sich um das Thema - es blieb mal wieder an PANORAMA hängen, die total gescheiterte Syrienpolitik der Bundesregierung aufzuzeigen.
Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl der vom Regime getöteten Zivilisten auf 2000, die Zahl der Inhaftierten auf 12.000. Damit steht die deutsche Syrien-Politik vor einem Scherbenhaufen. Als "reformorientierten Hoffnungsträger", als "modern und weltoffen", als "weltlichen Präsidenten in einer von religiösem Fanatismus geprägten Region" wurde Assad über Jahre von der Bundesregierung gepriesen. Kanzler und Minister hofierten ihn. Deutschland gab Assad Geld und schickte Experten.
Damit wollte die Bundesregierung ohne viel Aufsehen dem syrischen Machthaber helfen, seinen Staat und seine Wirtschaft zu modernisieren, nach dem Motto: eine stabile Diktatur mit Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen ist für Deutschland das Beste.
(daserste.ndr.de/panorama)
Entwicklungshilfe-Minister Niebel, der Syriens Terrorregime mit deutschen Geldern unterstützt, ist für den NDR nicht zu sprechen.
Auskünfte an lästige Reporter? Nicht mit der FDP!
Doch für ein Interview steht er nicht zur Verfügung. Syrien - ein peinliches Thema für Niebel und die Bundesregierung, denn sie hat bisher aus Angst vor Chaos und Flüchtlingen lieber auf den vermeintlich verlässlichen Diktator gesetzt.
(daserste.ndr.de/panorama)
Westerwelle wird noch nicht mal aktiv, als seine Hoheit Präsident Bashar al-Asad den deutschen Staatsbürger Ismail Abdi plötzlich verhaftet und in einem Folterknast verschwinden läßt.
Gleich nach seiner Festnahme in Syrien vor über einem Jahr hat die Tochter das Auswärtige Amt eingeschaltet, bislang ohne Erfolg.
(daserste.ndr.de/panorama)
Naja, zu Guidos Entschuldigung ist zu sagen, daß schließlich gerade Wagnerfestspiele sind, wo er sich endlich mal wieder ohne lästige Fragen im Gala-Dress knipsen lassen kann.

Das ist allemal wichtiger.

Bei DREI PROZENT steht die FDP - noch.
Genozide und Massenmorde sind mal eine Militärintervention wert - Beispiel Serbien.
Mal können aber Hunderttausende (Algerien) oder Millionen (Ruanda, Kongo) abgemurxt werden, ohne daß die UN das irgendwie erwähnenswert findet.
Bei humanitären Katastrophen, die nicht durch politische Gewalt ausgelöst wurden, ist das ganz ähnlich.
Als es in der russischen 5-Millionenstadt St. Petersburg 1990 und 1991 zu echten Hungerwintern kam, war die Partnerstadt Hamburg wie elektrisiert und jeder packte eifrig Care-Pakete. Diese privaten Lebensmittelhilfen wurden so selbstverständlich, daß man in den Supermärkten schon fertig gepackte und adressierte Pakete für 20, 30 oder 40 DM erstehen konnte.
Wenn in anderen Teilen der Welt - Eritrea oder Nordkorea zum Beispiel - Hunderttausende elendig verhungern, interessiert das hingegen wenig.
Auch die Spendenbereitschaft nach Naturkatastrophen ist höchst unterschiedlich.
Der Mega-Tsunami vor Sumatra an Weihnachten 2004 löste eine riesige internationale Spendenbereitschaft aus.
Allein Deutschlands Kanzler Schröder gab das OK zu Hilfen in Höhe von 500 Millionen Euro, die von den 503 Millionen Euro, die Deutsche privat spendeten sogar noch übertroffen wurde.
Als im Juli und August 2010 fast zwei Millionen Pakistanische Häuser durch eine gigantische Flut beschädigt wurden, hielt die Weltgemeinschaft demonstrativ die Portemonnaies zu.
Entstehen humanitär Katastrophen durch irre Diktatoren, ist die Reaktion der Weltgemeinschaft noch viel bizarrer.
Südamerikanische faschistische Diktatoren wurden geehrt, mit dem weißen Apartheitsregime trieb man Handel.
Saddam (hatte keine Massenvernichtungswaffen) und Gaddafi bekommen (bekamen) es mit NATO-Bomben zu tun.
Kim Yong Il (hat Massenvernichtungswaffen), König Abdullah Al Saud, Achmadinedschad und Assad hingegen bleiben sicher vor militärischen Aktionen.
Derzeit wird der Usbekische Diktator Islam Karimow sogar mit deutschen Steuergeldern aufgepäppelt.
Karimow, 73, der wegen erwiesener Korruption schon im Knast saß, putschte sich gegen Gorbatschow an die Macht in Taschkent und läßt sich seitdem immer mal wieder mit über 90% der Stimmen als Präsident „wählen“.
Mit den Usbeken, denen dieser Kurs nicht passt, macht Karimow kurzen Prozess.
Zuletzt ließ er im Jahr 2005 rund 600 „Aufständische“ von seinem Militär erschießen.
Wie soll man da noch durchblicken?
Zum Glück gibt es dazu eine Orientierungshilfe in Form des deutschen Außenministers Westerwelle.
Er gibt immer den Weg vor, wie man es NICHT macht.
Guido schocke die Weltgemeinschaft mit seiner Libyenhaltung und steht nun noch für Panzerexporte an die grausamste Unterdrücker-Regierung überhaupt - das Saudische Königshaus, welches den besonders extremistischen Wahabismus praktiziert.
Und nun also Syrien.
Diktator Assad läßt seit Monaten seine eigene Bevölkerung mit Panzern und Artillerie zusammenschießen. Tausende hat er schon ermorden lassen, täglich kommen Dutzende hinzu.
In der seit Wochen belagerten Rebellen-Hochburg Hama beschossen Panzer gestern Wohngebiete. Auch in anderen Städte griffen schwer bewaffnete Soldaten Demonstranten an. Trotz der Eskalation der Gewalt bekräftigten die USA jedoch, eine militärische Intervention wie in Libyen werde es nicht geben. Die EU verschärfte gestern ihre Sanktionen gegen das syrische Regime. In Deutschland hat das brutale Vorgehen des syrischen Regimes gegen die eigene Bevölkerung zu innenpolitischen Auseinandersetzungen und Debatten geführt. Die Opposition in Deutschland warf der Bundesregierung vor, in der Syrien-Frage viel zu passiv vorzugehen. „Deutschland muss endlich seine guten Beziehungen zu Russland nutzen, um Assads Regime konsequent zu isolieren“, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin der Berliner Zeitung. „Assad hat schon lange die Legitimation verloren, für Syrien zu sprechen“, sagte Trittin. Die EU und Russland als Mitglieder des sogenannten Nahost-Quartetts „können kein Interesse an einer weiteren Destabilisierung der Region haben“, sagte Trittin weiter: „Hier aber zeigen Merkel und Westerwelle erschreckende Passivität.“
(FR 03.08.2011)
Wenige Medienleute kümmern sich um das Thema - es blieb mal wieder an PANORAMA hängen, die total gescheiterte Syrienpolitik der Bundesregierung aufzuzeigen.
Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl der vom Regime getöteten Zivilisten auf 2000, die Zahl der Inhaftierten auf 12.000. Damit steht die deutsche Syrien-Politik vor einem Scherbenhaufen. Als "reformorientierten Hoffnungsträger", als "modern und weltoffen", als "weltlichen Präsidenten in einer von religiösem Fanatismus geprägten Region" wurde Assad über Jahre von der Bundesregierung gepriesen. Kanzler und Minister hofierten ihn. Deutschland gab Assad Geld und schickte Experten.
Damit wollte die Bundesregierung ohne viel Aufsehen dem syrischen Machthaber helfen, seinen Staat und seine Wirtschaft zu modernisieren, nach dem Motto: eine stabile Diktatur mit Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen ist für Deutschland das Beste.
(daserste.ndr.de/panorama)
Entwicklungshilfe-Minister Niebel, der Syriens Terrorregime mit deutschen Geldern unterstützt, ist für den NDR nicht zu sprechen.
Auskünfte an lästige Reporter? Nicht mit der FDP!
Doch für ein Interview steht er nicht zur Verfügung. Syrien - ein peinliches Thema für Niebel und die Bundesregierung, denn sie hat bisher aus Angst vor Chaos und Flüchtlingen lieber auf den vermeintlich verlässlichen Diktator gesetzt.
(daserste.ndr.de/panorama)
Westerwelle wird noch nicht mal aktiv, als seine Hoheit Präsident Bashar al-Asad den deutschen Staatsbürger Ismail Abdi plötzlich verhaftet und in einem Folterknast verschwinden läßt.
Gleich nach seiner Festnahme in Syrien vor über einem Jahr hat die Tochter das Auswärtige Amt eingeschaltet, bislang ohne Erfolg.
(daserste.ndr.de/panorama)
Naja, zu Guidos Entschuldigung ist zu sagen, daß schließlich gerade Wagnerfestspiele sind, wo er sich endlich mal wieder ohne lästige Fragen im Gala-Dress knipsen lassen kann.
Das ist allemal wichtiger.
Bei DREI PROZENT steht die FDP - noch.
Samstag, 14. August 2010
Guido ist `ne Tunte, Guido ist schwul!
Klickt man bei bekannten, linken Großbloggern wie Jens Berger oder Albrecht Müller auf die Label „Kotzbrocken“ oder „Unsympathen“, tauchen unweigerlich die Namen Clement, Sarrazin und Henryk M. Broder auf.
Niemand hasst vermeidlich Linke so sehr wie andere Linke.
Es gibt eine ganze Schublade des Schreckens, in der Figuren aus dem realpolitischem rot-grünen Spektrum mit festen Hass-Konnotationen verknüpft liegen.
Gerhard Schröder alias Gasprom-Gerd, Joschka Fischer alias Kriegstreiber, Heinz Buschkowsky alias Lummer der SPD, Sarrazin alias mindestens Nazi, Broder alias rechtsradikaler Durchgeknallter, Clement alias Stromlobbyhure, Klaus von Dohnanyi alias FDP-Freund, etc.
Eindeutig werde ich sehr viel mehr von den „richtigen“ Rechten getriggert - zum Beispiel CDUCSUFDP-Bundesminister oder Bischöfen.
Einige der linken Feindbildfiguren finde ich gar nicht schlimm, bzw sogar sehr gut - Joschka Fischer, Gerd Schröder oder Heinz Buschkowsky.
Sarrazin ist ein durchaus kluger Mensch, der in dem berühmten, ewig langen „Lettre International 86“-Interview seitenweise sehr kluge analytische Dinge von sich gab, bevor das „Kopftuchmädel produzieren“ kam.
Offensichtlich hat er eine kleine Macke, die ihn dazu zwingt immer einen deutlich zu extremen Satz mit einzuflechten. Deswegen redet er aber dennoch zu 95% hinhörungswürdige Sätze.
Zu Clement fällt mir nichts Positives ein, aber der ist raus aus der SPD und hängt nun zusammen mit Kumpel F. Merz („Mehr Kapitalismus wagen!“) ab.
Henryk M. Broder ist ein Sonderfall.
Ich habe bisher leider erst zwei seiner Bücher durchgelesen.
Die Irren von Zion. Hoffmann und Campe, Hamburg 1998 ist brillant. Kann ich nur empfehlen.
Kein Krieg, nirgends. Berlin Verlag, 2002 ist auch brillant formuliert. Kann ich aber nicht empfehlen. Inhaltlich ist das eine echte Pest. Dabei habe ich mich fast schwarzgeärgert.
So scheint es mir immer bei Broder zu sein - er ist so extrem polemisch und provokant, daß man es kaum aushält, wenn er zufällig anderer Meinung als man selbst ist.
Einfach gruselig was er beispielsweise über die Erderwärmung denkt.
Hat man ihn allerdings zufällig auf seiner Seite, sind seine Formulierungen ein absoluter Genuß.
Wenn er in seiner ruhigen Art in einer Talkshow sitzt und anwesenden Bischöfe zur Weißglut bringt, gefällt mir das natürlich.
Unvergessen, als er im Februar 2009 in Illners Schwatzrunde die „affirmative Schleimerei“ des Papst-Bewunderers Nathanael Liminski (23) von der "Generation Benedikt" beklagte.
Der anwesende Bischof (ich glaube es war Jaschke) warf ihm vor den „interreligiösen Dialog“ zu sabotieren, worauf Broder entgegnete er müsse sich diesbezüglich keine Vorhaltungen machen lassen, er führe den „interreligiösen Dialog“ jeden Tag, da er mit einer Katholikin verheiratet sei - das solle der Bischof ihm erst einmal nachmachen.
Gestern pupte Herr Broder in seiner Eigenschaft als SPIEGEL-Kolumnist Guido Westerwelle an.
Natürlich ist das auch kein Artikel ohne zweifelhafte Sätze, die ganz offensichtlich nur untergebracht sind, um ein paar seiner Kritiker auf die Palme zu bringen.
Im Großen und Ganzen hat er aber völlig Recht.
Es gibt einiges, worauf man als Deutscher stolz sein kann. Zum Beispiel die Tatsache, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin ein bekennender Schwuler ist. Ebenso der derzeitige Außenminister. Wer sich noch an den Muff der fünfziger und sechziger Jahre erinnern kann, an das Geraune um den damaligen CDU-Außenminister Heinrich von Brentano, der als "unverheirateter Katholik bei seiner Mutter" lebte (Wikipedia), oder an den Satz von Franz Josef Strauß "Ich will lieber ein kalter Krieger sein als ein warmer Bruder" aus dem Jahre 1970, der weiß, dass die Einstellung gegenüber Homosexuellen ein Maßstab für den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft ist.
Dabei geht es nicht um Toleranz, denn Toleranz ist ein Gnadenakt, der ebenso schnell widerrufen werden kann, wie er gewährt wurde. Den meisten Deutschen ist es egal, ob ein Politiker Homo, Hetero, Vegetarier oder Radfahrer ist; Guido Westerwelle wurde nicht zum Außenminister gewählt, weil er schwul ist, auch nicht, obwohl er schwul ist. Seine sexuelle Disposition war den Wählern einfach wurscht. Und daran wird sich - hoffentlich - nichts ändern, bis er eines Tages aus seinem Amt wieder rausgewählt wird.
(H.M. Broder am Freitag, den 13. August)
Geradezu ätzend polemisch wird Broder bei der Bewertung von Guidos Entschluß künftig seinen Herrn Mronz nicht mehr in Länder mitzunehmen, die homophobe Gesetze haben.
Denn:
"Wir wollen den Gedanken der Toleranz in der Welt befördern. Aber wir wollen auch nicht das Gegenteil erreichen, indem wir uns unüberlegt verhalten." Man muss diesen Satz nicht zweimal lesen, um zu begreifen, was in ihm steckt: Toleranz ist eine feine Sache, aber wir sollten es mit ihr nicht zu weit treiben. Das ist mehr als eine der üblichen Politiker-Sprechblasen, es ist moralisches Harakiri in Zeitlupe, eine Schande.
(H.M. Broder am Freitag, den 13. August)
Recht hat er, der Broder.
Das Schlimme an Guido Westerwelle ist nämlich nicht nur seine Politik, seine Arroganz, sein beständiges Mäandern zwischen beleidigen und beleidigt sein.
Nein, ganz übel ist es auch, daß er eine Sache, die glücklicherweise KEIN Thema ist, nämlich ob er lieber mit Männlein oder Weiblein unter der Bettdeckle liegt, mutwillig wieder zum Popanz aufbaut.
Broder hat Recht - wieso nimmt Guido auf einmal übergroße Rücksicht auf Leute, die Homosexuelle gerne an Baukränen aufhängen?
Auch das Thema Homo-Toleranz, das man in einem einigermaßen liberalen Umfeld eigentlich klar bewerten können sollte, verhunzt Guido.
Westerwelle war es selbst der die „Homophobie-Keule“ rausholte, als er ZU RECHT dafür kritisiert wurde, daß er auf Dienstreisen ständig seine engsten Geschäftsfreunde und Familie mitnahm.
Vorbehalte gegen Schwule hatten mit der Kritik an Guidos Nepotismus-Eskapaden gar nichts zu tun.
Also sollte der Mövenpickmann das auch nicht da hinein mischen.
Das ist so wie eine Frau, die fälschlich einen Mann der Vergewaltigung bezichtigt, echten Vergewaltigungsopfern ins Gesicht schlägt, weil sie potentiell dafür sorgt, daß ihnen nicht geglaubt wird.
Es war immerhin Guido selbst, der 2008 (!) damit herausplatzte, wie er das Thema Homophobie auf die Agenda als AA-Chef setzen würde:
"Wenn ich mir ein solches Amt nicht zutrauen würde, hätte ich nicht Vorsitzender der FDP werden dürfen," sagte er in einem Gespräch mit dem stern. Westerwelle wäre der erste bekennende Schwule, der das Außenamt leiten würde. Ein Hindernis sieht der FDP-Chef darin nicht: "Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hat überhaupt kein Problem mit meinem Privatleben. Es würde unserer Außenpolitik übrigens gut anstehen, wenn sie diesen Geist der deutschen Toleranz in andere Länder tragen würde".
Im stern-Interview sprach Westerwelle sich explizit dafür aus, jenen Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen, die Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelten "oder wo Männer und Frauen hingerichtet werden, nur weil sie homosexuell sind". Deutsche Außen- und Entwicklungspolitik müsse "immer auch die Vermittlung von freiheitlichen Werten sein".
(STERN-Interview 9. Dezember 2008)
Tja, selbst Schuld Herr Außenminister - nun müssen Sie sich auch mal an den Worten messen lassen.
Wie eigentlich alle FDP-Versprechen, außer der Milliarden-Beglückung des Barons von Fincks und reicher Erben, ist auch die homophile AA-Politik nur Makulatur.
Das ist eben nur Guido Westerwelle, ein zufällig schwuler Typ, der fast immer lügt, wenn er seinen Mund aufmacht und eine geradezu abstoßende Persönlichkeit hat.
Wenn Guido Homophobie wittert, sollte er sich vielleicht erst einmal an seine Wunschkoalitionspartner von CDU und CSU wenden.
Westerwelle gibt vor für Schwulenrechte einzutreten, dabei hat er im Bundestag gegen das rot/grüne Lebenspartnerschaftsgesetz gestimmt.
Nun sitzt er als Vizekanzler an der Seite einer Kanzlerin, die seinerzeit vor das Bundesverfassungsgericht zog, um gegen die sogenannte „Homoehe“ (rot/grüne Lebenspartnerschaftsgesetz) zu klagen.
Noch heute sperrt Merkel sich gegen die „Homo-Adoption“.
Guido sitzt also im Kabinett mit Leuten zusammen, die ihm nicht die gleichen Rechte zugestehen, wie ihnen selbst.
Anders als in Riad oder Teheran, müßte er aber in Berlin nicht fürchten gehängt zu werden, wenn er dagegen protestierte.
Am 23. Oktober 2009 erklärte die bayerische Justizministerin Beate Merk voller Empörung, daß es auch Grenzen geben müsse!
"Es kann nicht sein, dass eine homosexuelles Paar ein Kind adoptiert.
Da ist der Rubikon überschritten!"
Das bizarre Alpenvolk hat nämlich noch im Jahr 2009 eine Regierung, die ein Normenkontrollverfahren beim Bundesverfassungsgericht anzettelte, um die böse Homoehe zu verhindern.
"Insbesondere eine Volladoption durch Lebenspartner wird es mit mir nicht geben", kündigte Merk an.
Homos sind nämlich bähbäh weiß die CSU.
In eine Koalition mit der FDP gezwungen, mußte Justizchefin Merk die in Karlsruhe anhängige Klage zwar widerstrebend zurückziehen, aber die Christsozialen vergaßen nicht klarzustellen, wie sie die Causa sehen:
“Ich glaube, dass die Ehe zwischen Vater und Mutter, dass die Familie mit Vater und Mutter die Zukunft ist, nicht etwas anderes, das ist die Moderne, und nicht eine Fehlentwicklung, die sich hoffentlich bald wieder legen wird.”
(Unions-Bundestags-Fraktionsjustizexperte Norbert Geis)
Schwule und Lesben sind eine „Fehlentwicklung“, also unnatürlich - soweit der K.O.alitionspartner von Guido Westerwelle.
Kein Problem für den obersten Diplomaten Deutschlands, der nun auch im Ausland nicht mehr „provozieren“ will.
Niemand hasst vermeidlich Linke so sehr wie andere Linke.
Es gibt eine ganze Schublade des Schreckens, in der Figuren aus dem realpolitischem rot-grünen Spektrum mit festen Hass-Konnotationen verknüpft liegen.
Gerhard Schröder alias Gasprom-Gerd, Joschka Fischer alias Kriegstreiber, Heinz Buschkowsky alias Lummer der SPD, Sarrazin alias mindestens Nazi, Broder alias rechtsradikaler Durchgeknallter, Clement alias Stromlobbyhure, Klaus von Dohnanyi alias FDP-Freund, etc.
Eindeutig werde ich sehr viel mehr von den „richtigen“ Rechten getriggert - zum Beispiel CDUCSUFDP-Bundesminister oder Bischöfen.
Einige der linken Feindbildfiguren finde ich gar nicht schlimm, bzw sogar sehr gut - Joschka Fischer, Gerd Schröder oder Heinz Buschkowsky.
Sarrazin ist ein durchaus kluger Mensch, der in dem berühmten, ewig langen „Lettre International 86“-Interview seitenweise sehr kluge analytische Dinge von sich gab, bevor das „Kopftuchmädel produzieren“ kam.
Offensichtlich hat er eine kleine Macke, die ihn dazu zwingt immer einen deutlich zu extremen Satz mit einzuflechten. Deswegen redet er aber dennoch zu 95% hinhörungswürdige Sätze.
Zu Clement fällt mir nichts Positives ein, aber der ist raus aus der SPD und hängt nun zusammen mit Kumpel F. Merz („Mehr Kapitalismus wagen!“) ab.
Henryk M. Broder ist ein Sonderfall.
Ich habe bisher leider erst zwei seiner Bücher durchgelesen.
Die Irren von Zion. Hoffmann und Campe, Hamburg 1998 ist brillant. Kann ich nur empfehlen.
Kein Krieg, nirgends. Berlin Verlag, 2002 ist auch brillant formuliert. Kann ich aber nicht empfehlen. Inhaltlich ist das eine echte Pest. Dabei habe ich mich fast schwarzgeärgert.
So scheint es mir immer bei Broder zu sein - er ist so extrem polemisch und provokant, daß man es kaum aushält, wenn er zufällig anderer Meinung als man selbst ist.
Einfach gruselig was er beispielsweise über die Erderwärmung denkt.
Hat man ihn allerdings zufällig auf seiner Seite, sind seine Formulierungen ein absoluter Genuß.
Wenn er in seiner ruhigen Art in einer Talkshow sitzt und anwesenden Bischöfe zur Weißglut bringt, gefällt mir das natürlich.
Unvergessen, als er im Februar 2009 in Illners Schwatzrunde die „affirmative Schleimerei“ des Papst-Bewunderers Nathanael Liminski (23) von der "Generation Benedikt" beklagte.
Der anwesende Bischof (ich glaube es war Jaschke) warf ihm vor den „interreligiösen Dialog“ zu sabotieren, worauf Broder entgegnete er müsse sich diesbezüglich keine Vorhaltungen machen lassen, er führe den „interreligiösen Dialog“ jeden Tag, da er mit einer Katholikin verheiratet sei - das solle der Bischof ihm erst einmal nachmachen.
Gestern pupte Herr Broder in seiner Eigenschaft als SPIEGEL-Kolumnist Guido Westerwelle an.
Natürlich ist das auch kein Artikel ohne zweifelhafte Sätze, die ganz offensichtlich nur untergebracht sind, um ein paar seiner Kritiker auf die Palme zu bringen.
Im Großen und Ganzen hat er aber völlig Recht.
Es gibt einiges, worauf man als Deutscher stolz sein kann. Zum Beispiel die Tatsache, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin ein bekennender Schwuler ist. Ebenso der derzeitige Außenminister. Wer sich noch an den Muff der fünfziger und sechziger Jahre erinnern kann, an das Geraune um den damaligen CDU-Außenminister Heinrich von Brentano, der als "unverheirateter Katholik bei seiner Mutter" lebte (Wikipedia), oder an den Satz von Franz Josef Strauß "Ich will lieber ein kalter Krieger sein als ein warmer Bruder" aus dem Jahre 1970, der weiß, dass die Einstellung gegenüber Homosexuellen ein Maßstab für den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft ist.
Dabei geht es nicht um Toleranz, denn Toleranz ist ein Gnadenakt, der ebenso schnell widerrufen werden kann, wie er gewährt wurde. Den meisten Deutschen ist es egal, ob ein Politiker Homo, Hetero, Vegetarier oder Radfahrer ist; Guido Westerwelle wurde nicht zum Außenminister gewählt, weil er schwul ist, auch nicht, obwohl er schwul ist. Seine sexuelle Disposition war den Wählern einfach wurscht. Und daran wird sich - hoffentlich - nichts ändern, bis er eines Tages aus seinem Amt wieder rausgewählt wird.
(H.M. Broder am Freitag, den 13. August)
Geradezu ätzend polemisch wird Broder bei der Bewertung von Guidos Entschluß künftig seinen Herrn Mronz nicht mehr in Länder mitzunehmen, die homophobe Gesetze haben.
Denn:
"Wir wollen den Gedanken der Toleranz in der Welt befördern. Aber wir wollen auch nicht das Gegenteil erreichen, indem wir uns unüberlegt verhalten." Man muss diesen Satz nicht zweimal lesen, um zu begreifen, was in ihm steckt: Toleranz ist eine feine Sache, aber wir sollten es mit ihr nicht zu weit treiben. Das ist mehr als eine der üblichen Politiker-Sprechblasen, es ist moralisches Harakiri in Zeitlupe, eine Schande.
(H.M. Broder am Freitag, den 13. August)
Recht hat er, der Broder.
Das Schlimme an Guido Westerwelle ist nämlich nicht nur seine Politik, seine Arroganz, sein beständiges Mäandern zwischen beleidigen und beleidigt sein.
Nein, ganz übel ist es auch, daß er eine Sache, die glücklicherweise KEIN Thema ist, nämlich ob er lieber mit Männlein oder Weiblein unter der Bettdeckle liegt, mutwillig wieder zum Popanz aufbaut.
Broder hat Recht - wieso nimmt Guido auf einmal übergroße Rücksicht auf Leute, die Homosexuelle gerne an Baukränen aufhängen?
Auch das Thema Homo-Toleranz, das man in einem einigermaßen liberalen Umfeld eigentlich klar bewerten können sollte, verhunzt Guido.
Westerwelle war es selbst der die „Homophobie-Keule“ rausholte, als er ZU RECHT dafür kritisiert wurde, daß er auf Dienstreisen ständig seine engsten Geschäftsfreunde und Familie mitnahm.
Vorbehalte gegen Schwule hatten mit der Kritik an Guidos Nepotismus-Eskapaden gar nichts zu tun.
Also sollte der Mövenpickmann das auch nicht da hinein mischen.
Das ist so wie eine Frau, die fälschlich einen Mann der Vergewaltigung bezichtigt, echten Vergewaltigungsopfern ins Gesicht schlägt, weil sie potentiell dafür sorgt, daß ihnen nicht geglaubt wird.
Es war immerhin Guido selbst, der 2008 (!) damit herausplatzte, wie er das Thema Homophobie auf die Agenda als AA-Chef setzen würde:
"Wenn ich mir ein solches Amt nicht zutrauen würde, hätte ich nicht Vorsitzender der FDP werden dürfen," sagte er in einem Gespräch mit dem stern. Westerwelle wäre der erste bekennende Schwule, der das Außenamt leiten würde. Ein Hindernis sieht der FDP-Chef darin nicht: "Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hat überhaupt kein Problem mit meinem Privatleben. Es würde unserer Außenpolitik übrigens gut anstehen, wenn sie diesen Geist der deutschen Toleranz in andere Länder tragen würde".
Im stern-Interview sprach Westerwelle sich explizit dafür aus, jenen Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen, die Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelten "oder wo Männer und Frauen hingerichtet werden, nur weil sie homosexuell sind". Deutsche Außen- und Entwicklungspolitik müsse "immer auch die Vermittlung von freiheitlichen Werten sein".
(STERN-Interview 9. Dezember 2008)
Tja, selbst Schuld Herr Außenminister - nun müssen Sie sich auch mal an den Worten messen lassen.
Wie eigentlich alle FDP-Versprechen, außer der Milliarden-Beglückung des Barons von Fincks und reicher Erben, ist auch die homophile AA-Politik nur Makulatur.
Das ist eben nur Guido Westerwelle, ein zufällig schwuler Typ, der fast immer lügt, wenn er seinen Mund aufmacht und eine geradezu abstoßende Persönlichkeit hat.
Wenn Guido Homophobie wittert, sollte er sich vielleicht erst einmal an seine Wunschkoalitionspartner von CDU und CSU wenden.
Westerwelle gibt vor für Schwulenrechte einzutreten, dabei hat er im Bundestag gegen das rot/grüne Lebenspartnerschaftsgesetz gestimmt.
Nun sitzt er als Vizekanzler an der Seite einer Kanzlerin, die seinerzeit vor das Bundesverfassungsgericht zog, um gegen die sogenannte „Homoehe“ (rot/grüne Lebenspartnerschaftsgesetz) zu klagen.
Noch heute sperrt Merkel sich gegen die „Homo-Adoption“.
Guido sitzt also im Kabinett mit Leuten zusammen, die ihm nicht die gleichen Rechte zugestehen, wie ihnen selbst.
Anders als in Riad oder Teheran, müßte er aber in Berlin nicht fürchten gehängt zu werden, wenn er dagegen protestierte.
Am 23. Oktober 2009 erklärte die bayerische Justizministerin Beate Merk voller Empörung, daß es auch Grenzen geben müsse!
"Es kann nicht sein, dass eine homosexuelles Paar ein Kind adoptiert.
Da ist der Rubikon überschritten!"
Das bizarre Alpenvolk hat nämlich noch im Jahr 2009 eine Regierung, die ein Normenkontrollverfahren beim Bundesverfassungsgericht anzettelte, um die böse Homoehe zu verhindern.
"Insbesondere eine Volladoption durch Lebenspartner wird es mit mir nicht geben", kündigte Merk an.
Homos sind nämlich bähbäh weiß die CSU.
In eine Koalition mit der FDP gezwungen, mußte Justizchefin Merk die in Karlsruhe anhängige Klage zwar widerstrebend zurückziehen, aber die Christsozialen vergaßen nicht klarzustellen, wie sie die Causa sehen:
“Ich glaube, dass die Ehe zwischen Vater und Mutter, dass die Familie mit Vater und Mutter die Zukunft ist, nicht etwas anderes, das ist die Moderne, und nicht eine Fehlentwicklung, die sich hoffentlich bald wieder legen wird.”
(Unions-Bundestags-Fraktionsjustizexperte Norbert Geis)
Schwule und Lesben sind eine „Fehlentwicklung“, also unnatürlich - soweit der K.O.alitionspartner von Guido Westerwelle.
Kein Problem für den obersten Diplomaten Deutschlands, der nun auch im Ausland nicht mehr „provozieren“ will.
Dienstag, 9. Februar 2010
Diese Woche in Berlin: Außenpolitik
Was ist denn neuerdings mit „Mutti“ los?
Zum zweiten mal innerhalb einer Woche hat sie eine politische Aussage getroffen!
Erst stellte sie sich im Atomstreit Röttgen-Brüderle auf die Seite des Umweltministers und nun bezieht sie auch noch bezüglich des Irans Position.
OK, die großen Baustellen - Hartz IV, Wirtschaftspolitik, Bildungsmisere, systematischer sexueller Missbrauch durch Katholische Priester an deutschen Schulen, etc umschifft sie wie bisher und verschweigt eisern, wie sie sich das Regieren zukünftig vorstellt - aber immerhin etwas.
Im ersten Fall darf man getrost davon ausgehen, daß es sich in Wahrheit um keine inhaltliche Positionierung handelt, sondern um eine Frage der Koalitionsarithmetik.
Westerwelle hatte sich am Wochenende ein bißchen sehr aufgeplustert und droht mit seinen Steuersenkungs-Phantastereien die CDU platt zu machen.
Da setzt sich die Kanzlerin zur Stabilisierung eben auf die andere Seite der Wippe.
In der Causa Iran handelt die Regierungschefin hingegen nach ihrem alten Motto „Wenn etwas NICHT funktioniert, machen wir das erst recht!“
Daher schloss sie sich nun der Gagaistik des US-Verteidigungsministers Gates an:
"Der einzige Weg, der uns bleibt, ist der des Drucks"
Die Deutsche Regierung geriert sich international als Musterknabe der Anti-Iranistik:
Außenminister Guido Westerwelle ging am Montag noch einen Schritt weiter und kündigte eine konkrete Reaktion der Völkergemeinschaft auf die iranischen Atompläne an. "Es gibt bislang keinerlei Einlenken Irans. Das bedeutet, dass wir jetzt in der Völkergemeinschaft über weitere Maßnahmen reden müssen", sagte er. "Wir müssen feststellen, dass Iran bei seiner Verweigerungshaltung bleibt." Das Land habe jedes Recht, die Atomkraft zu nutzen. "Es muss aber für Transparenz sorgen, weil eine atomare Bewaffnung Irans von der Völkergemeinschaft nicht akzeptiert werden kann", fügte Westerwelle hinzu.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich offen für eine härtere Gangart, Wirtschaftssanktionen inklusive. Die jüngsten Äußerungen aus Teheran zeugten davon, dass Iran auf das Angebot der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiterhin nicht eingehen wolle, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin. "Wir werden also jetzt sehr sorgfältig die Schritte der iranischen Führung in den nächsten Tagen beobachten und dann abhängig davon den Weg gehen, den Druck zu erhöhen."
Druck aus Deutschland also für den Frieden in Nahost.
Außer einer Verhärtung der Fronten wird das selbstverständlich nichts bringen.
So sehr sich auch die derzeitige Iranische Führung von ihrem Volk entfernt hat - daß das große Land ringsum von amerikanischen Truppen (die haben Atom-Waffen!) umstellt ist und dazu noch ein hochgerüstetes Israel (die haben auch Atom-Waffen!) in der Nähe weiß, führt dazu, daß in der Atom-Frage die 70 Millionen Iraner relativ einig sind.
Ob Westerwelle nun meint, daß die Perser keine Atomwaffen haben dürfen, wohl aber die NATO-Staaten und Israel, dürfte Teheran recht wenig interessieren.
So wenig der Mövenpickparteichef in der Lage ist, sich innenpolitisch von seinem unpassenden Primitiv-Mantra „Steuern runter“ zu verabschieden, so wenig ist die ganze Bundesregierung fähig sich auf die Realität im Nahen Osten einzustellen.
Sanktionen sind die Waffen derjenigen, die nicht ernsthaft verhandeln wollen, aber auch vor militärischen Mitteln zurück schrecken.
Sanktionen sind ein Mittel, um der heimischen Bevölkerung zu suggerieren, daß man aktiv gegen Unrecht vorginge; ein Mittel, das die UN in Resolutionen fassen kann, um ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren.
Wirksam sind sie nicht.
Im besten Fall haben sie gar keinen Effekt, weil sich das von Sanktionen betroffene Land die benötigten Güter woanders beschafft.
Im schlimmsten Fall führen Sanktionen zur Verelendung der Bevölkerung, während das Regime eher gestärkt wird.
Auf Druck der USA wurde der Irak nach 1991 regelrecht ausgehungert. Das einst fortschrittlichste und prosperiende Land der Region wurde von der UN systematisch ins Elend getrieben.
Saddam wurde man damit nicht los.
Das Ende der Geschichte war ein neuer Irak-Krieg im Jahr 2003.
Chamenei, Mahmūd Ahmadī-Nežād, Akbar Hāschemī Rafsandschānī und Co werden also ob der erneuten Drohungen aus Berlin müde mit den Achseln zucken.
Westliche Sanktionen gibt es seit 31 Jahren, als 1979 in der frischen Republik die US-Botschaft besetzt wurde.
1995 wurde gar ein umfassendes Wirtschaftsembargo gegen den Iran verhängt.
Wen also, außer einigen verblödeten FDP-Anhängern in Deutschland, sollen nun die schrillen Töne aus dem Berliner Außenministerium beeindrucken?
Natürlich weiß die Iranische Führung, daß Sanktionen absolut ineffektiv sind - sogar das Brookings-Institute in Washington weist nach, daß Sanktionen eine absolute Farce sind:
So habe Iran noch 2007 eine Wachstumsrate von sieben Prozent verzeichnet, in den vergangenen zehn Jahren gar das Pro-Kopf-Einkommen verdoppelt und die Grundversorgung mit Wasser und Strom auf 95 Prozent der Bevölkerung ausgeweitet. Eine solide Bildungs- und Gesundheitspolitik habe die Mittelschicht über diesen Zeitraum zahlenmäßig verdoppelt.
Nach 31 Jahren könnte die „Weltgemeinschaft“ endlich mal einsehen, daß ihr praktiziertes anti-iranisches Instrumentarium auf den Müll der Geschichte gehört.
Mahmūd Ahmadī-Nežād, der tatsächlich alles andere als ein vertrauenswürdiger Sympath ist, wirft in regelmäßigen Abständen Gesprächs- und Diskussionsangebote aus - er wollte sogar mehrfach live im TV mit George W. Bush diskutieren.
Statt das immer wieder empört abzulehnen, sollte man auch in Berlin endlich in den sauren Apfel beißen und auf solche Angebote eingehen und dann reden, reden, reden,..
Es gäbe sogar genügend Personen, die als Unterhändler von beiden Seiten akzeptabel wären - ich denke an Joschka Fischer oder Gerhard Schröder, die diesbezüglich in Teheran erfahren sind.
Wenn Berlin den Druck auf Mahmūd Ahmadī-Nežād maximieren wollte, könnte man ja immer noch Westerwelle schicken - eine schlimmere Strafe für die Iranische Führung dürfte es nicht geben.
Zum zweiten mal innerhalb einer Woche hat sie eine politische Aussage getroffen!
Erst stellte sie sich im Atomstreit Röttgen-Brüderle auf die Seite des Umweltministers und nun bezieht sie auch noch bezüglich des Irans Position.
OK, die großen Baustellen - Hartz IV, Wirtschaftspolitik, Bildungsmisere, systematischer sexueller Missbrauch durch Katholische Priester an deutschen Schulen, etc umschifft sie wie bisher und verschweigt eisern, wie sie sich das Regieren zukünftig vorstellt - aber immerhin etwas.
Im ersten Fall darf man getrost davon ausgehen, daß es sich in Wahrheit um keine inhaltliche Positionierung handelt, sondern um eine Frage der Koalitionsarithmetik.
Westerwelle hatte sich am Wochenende ein bißchen sehr aufgeplustert und droht mit seinen Steuersenkungs-Phantastereien die CDU platt zu machen.
Da setzt sich die Kanzlerin zur Stabilisierung eben auf die andere Seite der Wippe.
In der Causa Iran handelt die Regierungschefin hingegen nach ihrem alten Motto „Wenn etwas NICHT funktioniert, machen wir das erst recht!“
Daher schloss sie sich nun der Gagaistik des US-Verteidigungsministers Gates an:
"Der einzige Weg, der uns bleibt, ist der des Drucks"
Die Deutsche Regierung geriert sich international als Musterknabe der Anti-Iranistik:
Außenminister Guido Westerwelle ging am Montag noch einen Schritt weiter und kündigte eine konkrete Reaktion der Völkergemeinschaft auf die iranischen Atompläne an. "Es gibt bislang keinerlei Einlenken Irans. Das bedeutet, dass wir jetzt in der Völkergemeinschaft über weitere Maßnahmen reden müssen", sagte er. "Wir müssen feststellen, dass Iran bei seiner Verweigerungshaltung bleibt." Das Land habe jedes Recht, die Atomkraft zu nutzen. "Es muss aber für Transparenz sorgen, weil eine atomare Bewaffnung Irans von der Völkergemeinschaft nicht akzeptiert werden kann", fügte Westerwelle hinzu.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich offen für eine härtere Gangart, Wirtschaftssanktionen inklusive. Die jüngsten Äußerungen aus Teheran zeugten davon, dass Iran auf das Angebot der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) weiterhin nicht eingehen wolle, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin. "Wir werden also jetzt sehr sorgfältig die Schritte der iranischen Führung in den nächsten Tagen beobachten und dann abhängig davon den Weg gehen, den Druck zu erhöhen."
Druck aus Deutschland also für den Frieden in Nahost.
Außer einer Verhärtung der Fronten wird das selbstverständlich nichts bringen.
So sehr sich auch die derzeitige Iranische Führung von ihrem Volk entfernt hat - daß das große Land ringsum von amerikanischen Truppen (die haben Atom-Waffen!) umstellt ist und dazu noch ein hochgerüstetes Israel (die haben auch Atom-Waffen!) in der Nähe weiß, führt dazu, daß in der Atom-Frage die 70 Millionen Iraner relativ einig sind.
Ob Westerwelle nun meint, daß die Perser keine Atomwaffen haben dürfen, wohl aber die NATO-Staaten und Israel, dürfte Teheran recht wenig interessieren.
So wenig der Mövenpickparteichef in der Lage ist, sich innenpolitisch von seinem unpassenden Primitiv-Mantra „Steuern runter“ zu verabschieden, so wenig ist die ganze Bundesregierung fähig sich auf die Realität im Nahen Osten einzustellen.
Sanktionen sind die Waffen derjenigen, die nicht ernsthaft verhandeln wollen, aber auch vor militärischen Mitteln zurück schrecken.
Sanktionen sind ein Mittel, um der heimischen Bevölkerung zu suggerieren, daß man aktiv gegen Unrecht vorginge; ein Mittel, das die UN in Resolutionen fassen kann, um ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren.
Wirksam sind sie nicht.
Im besten Fall haben sie gar keinen Effekt, weil sich das von Sanktionen betroffene Land die benötigten Güter woanders beschafft.
Im schlimmsten Fall führen Sanktionen zur Verelendung der Bevölkerung, während das Regime eher gestärkt wird.
Auf Druck der USA wurde der Irak nach 1991 regelrecht ausgehungert. Das einst fortschrittlichste und prosperiende Land der Region wurde von der UN systematisch ins Elend getrieben.
Saddam wurde man damit nicht los.
Das Ende der Geschichte war ein neuer Irak-Krieg im Jahr 2003.
Chamenei, Mahmūd Ahmadī-Nežād, Akbar Hāschemī Rafsandschānī und Co werden also ob der erneuten Drohungen aus Berlin müde mit den Achseln zucken.
Westliche Sanktionen gibt es seit 31 Jahren, als 1979 in der frischen Republik die US-Botschaft besetzt wurde.
1995 wurde gar ein umfassendes Wirtschaftsembargo gegen den Iran verhängt.
Wen also, außer einigen verblödeten FDP-Anhängern in Deutschland, sollen nun die schrillen Töne aus dem Berliner Außenministerium beeindrucken?
Natürlich weiß die Iranische Führung, daß Sanktionen absolut ineffektiv sind - sogar das Brookings-Institute in Washington weist nach, daß Sanktionen eine absolute Farce sind:
So habe Iran noch 2007 eine Wachstumsrate von sieben Prozent verzeichnet, in den vergangenen zehn Jahren gar das Pro-Kopf-Einkommen verdoppelt und die Grundversorgung mit Wasser und Strom auf 95 Prozent der Bevölkerung ausgeweitet. Eine solide Bildungs- und Gesundheitspolitik habe die Mittelschicht über diesen Zeitraum zahlenmäßig verdoppelt.
Nach 31 Jahren könnte die „Weltgemeinschaft“ endlich mal einsehen, daß ihr praktiziertes anti-iranisches Instrumentarium auf den Müll der Geschichte gehört.
Mahmūd Ahmadī-Nežād, der tatsächlich alles andere als ein vertrauenswürdiger Sympath ist, wirft in regelmäßigen Abständen Gesprächs- und Diskussionsangebote aus - er wollte sogar mehrfach live im TV mit George W. Bush diskutieren.
Statt das immer wieder empört abzulehnen, sollte man auch in Berlin endlich in den sauren Apfel beißen und auf solche Angebote eingehen und dann reden, reden, reden,..
Es gäbe sogar genügend Personen, die als Unterhändler von beiden Seiten akzeptabel wären - ich denke an Joschka Fischer oder Gerhard Schröder, die diesbezüglich in Teheran erfahren sind.
Wenn Berlin den Druck auf Mahmūd Ahmadī-Nežād maximieren wollte, könnte man ja immer noch Westerwelle schicken - eine schlimmere Strafe für die Iranische Führung dürfte es nicht geben.
Sonntag, 7. Februar 2010
Atomarer Iran - muß das so kommen?
Heute kommt ein komplexeres Thema auf den Posting-Tisch, mit dem ich schon einige Tage schwanger gehe, das ich aber versuche soweit wie irgend möglich zu kürzen.
Die Münchner Sicherheitskonferenz wird seit gestern ein bißchen durch den Iranischen Außenminister Manutschehr Mottaki aufgemischt.
Die zuständigen deutschen Minister reagieren wie pupertierende Schuljungs mit ADHS und lassen die gewünschte Hysterie folgen.
Westerwelle:
"Ich habe Vertretern der deutschen Wirtschaft und Industrie bereits mitgeteilt, dass wir die Ausweitung von Sanktionen nicht ausschließen können", sagte Westerwelle der "Welt am Sonntag" und führte weiter aus: "Ich bekam dann die Frage gestellt, ob ich wisse, was das koste. Ja, das weiß ich. Aber eine atomare Bewaffnung des Irans käme die deutsche Wirtschaft und die ganze Welt deutlich teurer zu stehen."
Guttenberg:
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte angesichts der Ankündigung Ahmadinedschads: Dies zeige, dass die ausgestreckte Hand des Westens vom Iran "nicht nur nicht ergriffen, sondern weggeschlagen wird". Nun sei der UN-Sicherheitsrat gefragt, darauf zu reagieren, sagte Guttenberg am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Er appellierte an Russland und China, sich notwendigen Maßnahmen im UN-Gremium nicht zu verweigern. Dem Iran müsse "deutlich gemacht werde, dass die Geduld nun wirklich am Ende ist."
So bedauerlich es ist, daß wir in Deutschland unter den Auswirkungen der maroden schwarz-gelben Regierung zu leiden haben:
International betrachtet ist es noch wesentlich katastrophaler, daß wir von solchen Dilettanten vertreten werden, die eine ohnehin schon verfahrene Situation weiter in den Abgrund treiben.
Dazu ist festzuhalten:
Nach wie vor fixiert sich „der Westen“ manisch auf die Frage der atomaren Entwicklung im Iran und nach wie vor besteht er auf einer gescheiterten Strategie des Drucks, die aber offenbar das Regime eher stabilisiert und daher kontraproduktiv ist.
Ich empfehle einen weisen Rat Churchills:
„However beautiful the strategy, you should occasionally look at the results.“
Ein Grund für die westeuropäisch/amerikanische Hysterie im Umgang mit Teheran ist die Bedrohung, die Israel fühlt.
Hierzu möchte ich zwei Positionen skizzieren.
1)
Der Iran darf unter keinen Umständen jemals über eine Atombombe verfügen, da er mit einem Schlag das kleine Israel erledigen könnte. Das Holocaust-Trauma der Juden habe sich durch die rüden Attacken Ahmadinedschads in den letzten Jahren noch verstärkt.
Das Entsetzen darüber die Shoa gewissermaßen einmal „zugelassen“ zu haben, sei derart gigantisch, daß man unter allen Umständen und gegen alle Widerstände die Bedrohung Israels aus dem Weg räumen werde.
Es sei daher so gut wie sicher, daß das Israelische Militär auch um den Preis eines Flächenbrandes in der gesamten Region die Iranischen Atomanlagen bombardieren werde, bevor es „zu spät“ sei.
Diese Position vertritt unter anderem Dr. Ronen Bergman, der politische Kommentator der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth und Autor von "The Secret War With Iran".
In einem SZ-Gastbeitrag führt er unter anderem dazu aus, daß zwar allgemein nicht mit einem Erstschlag Israels gerechnet wird, da Bibi Netanjahu weniger denn je mit Rückendeckung aus Washington rechnen könne, doch bei dieser Sichtweise sei das psychologische Moment nicht berücksichtigt.
Tatsächlich aber liegt die Sache anders: Obwohl Washingtons Reaktion immer einen wichtigen Platz in den strategischen Abwägungen der israelischen Entscheidungsträger hatte, wären sie diesmal bereit, die Sache allein durchzuziehen und sich den Zorn der Amerikaner zuzuziehen oder sie gar außen vor zu lassen, wenn das Überleben des Landes auf dem Spiel steht. Das war auch der Fall, als die israelische Luftwaffe 1981 den irakischen Atomreaktor außerhalb von Bagdad zerstörte, sehr zum Ärger von Präsident Ronald Reagan. […] viele ausländische Beobachter unterschätzen [zutiefst], welche Bedeutung in Israel der Erinnerung an den Holocaust als treibender Kraft der politischen Entscheidungsfindung zukommt. […]
Der Satz, den man in diesem Zusammenhang am häufigsten hört, ist: "Nie wieder!" Er folgt dem Gedanken, dass die Juden es sich selbst schuldig sind, nie wieder in eine Situation zu geraten, in der ihnen Vernichtung droht und sie der Bedrohung nicht frontal entgegentreten. In der Debatte in Israel über Irans Atomprogramm obsiegt immer wieder das Argument, dass es eine moralische Verpflichtung gebe, "etwas zu tun" - egal ob am Kabinettstisch in Jerusalem oder in einem Café in Tel Aviv. Für die meisten Israelis steht die lange Liste politischer, strategischer und militärischer Überlegungen, die gegen einen Angriff auf Iran sprechen, zurück hinter den Lehren, die es aus dem Holocaust zu ziehen gilt.
Die verbalen Iranischen Drohungen hätten eine gewaltigen Einfluß auf Jerusalem; das sehe man schon allein daran, daß der Israelische Ministerpräsident Ahmadinedschad mehrfach mit Hitler verglichen habe.
Es sei kaum vorstellbar „dass Premierminister Netanjahu darauf verzichtet, den Weg zu gehen, der praktisch die einzig verbleibende Handlungsoption ist - falls Iran die Nuklearfähigkeit erreicht.“
2.)
Lasst doch ruhig den Iran die Bombe besitzen - so what? Es hat sich gezeigt, daß Atombewaffnung nur zur Abschreckung taugt; nie als Angriffswaffe.
Das sei die „Kernrealität des Atomzeitalters - Wer eine irgendwie geartete Atombombe abfeuert, riskiert seine Existenz. Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter“ (Christoph Bertram)
Im Falle Irans gelte ob der überlegenen israelischen Luftabwehr vermutlich für Teheran sogar, daß man zuerst sterbe.
Sehr unverblümt sprach Chirac diese Tatsache am 1. Februar 2007 im NYT-Interview aus:
„Die Gefahr liegt nicht in der Bombe, die Iran haben wird, denn er kann sie gar nicht einsetzen. […] Gegen wen will er sie einsetzen? Gegen Israel? Sie würde nicht mal 200 Meter in die Atmosphäre gelangen, bevor Teheran ausradiert wäre“.
So eine Atombombe verschafft einem aber Schutz.
Es dürfte kein Zufall sein, daß das Land der Bush’schen Achse des Bösen, das tatsächlich eine Atombome hat, nämlich Nordkorea, nicht von den USA angegriffen wurde und diesbezüglich auch keine Pläne bestehen.
Erwischt hat es das Land, den Irak, der wahrheitsgemäß erklärte keine Atomwaffen zu haben.
(Im Übrigen kann auch die „vom Westen“ hervorgebrachte Menschenrechtssituation nicht als Begründung herhalten - denn weder im Iran, noch im Irak wird oder wurde die eigene Bevölkerung so brutal drangsaliert, wie im Reich des Kim Jong Il.)
Als Kronzeugen für diese Position ziehe ich Martin van Creveld , 54, Militärhistoriker an der Hebräischen Universität Jerusalem heran.
Er gibt wie andere Experten - Egon Bahr oder Peter Scholl-Latour zum Beispiel - zu, daß er an der Stelle der Iranischen Regierung auch zusehen würde so schnell wie möglich an die Bombe zu gelangen.
Im einem Beitrag für die ZEIT Nr 11 / 2010 schreibt er:
Seit 2001 hat sich Irans strategische Situation radikal verschlechtert. Wo auch immer die Mullahs hinschauen, nach Westen in Richtung Irak, nach Nordosten in Richtung Zentralasien, nach Osten in Richtung Afghanistan oder nach Süden in Richtung Golfregion – überall sind sie umzingelt von den Soldaten der einzig übrig gebliebenen Weltmacht Amerika.
Die führenden Politiker Irans sind nicht dumm. Während Saddam Hussein es vorzog, den Kampf David gegen Goliath aufzunehmen, und dabei einfach überwältigt werden konnte, ist ihnen eines klar: Sollte einer der zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten mit Iran aus irgendeinem Grund das tun, was George W. Bush 2003 mit dem Irak getan hat, hätten Irans konventionelle Streitkräfte keinerlei Chance.
Es besteht daher kein Zweifel daran, dass die Mullahs ihre Bombe weiterbauen werden, ohne Rücksicht darauf, was der Westen unter Präsident Obamas Führung sagen oder tun wird. Um ehrlich zu sein: Ich würde an ihrer Stelle das Gleiche machen.
Die Iranische Regierung täte das, was sie könne, um ihr Land zu schützen:
Zu Ahmadineschads Repertoire gehören Vortäuschung und Verheimlichung, Schwindelei und Irreführung, Schmeichelei und Drohung. Heute behauptet er, Iran würde niemals auf seine Rechte verzichten, morgen offeriert er Verhandlungen. Sein Ziel ist die Spaltung seiner Gegner. Er verfolgt dieses Ziel wie ein Seiltänzer, der zwischen überzogener Provokation und Beschwichtigung hin und her balanciert. Natürlich dient dieses Spiel lediglich einem Zweck: Zeit zu gewinnen, bis Iran über genügend Bombenmaterial verfügt.
Aber auch ein Iran MIT Atombombe sei keine größere Bedrohung als andere Atomwaffenstaaten:
Während der vergangenen 60 Jahre haben die USA jedes Mal aufgeschrien, wenn es so aussah, als wollte eine Nation Atomwaffen erwerben. Man wollte ja schließlich so weit wie möglich das Monopol erhalten. Jedes Mal wurden eine Menge von Begründungen hervorgebracht, weshalb der mutmaßliche Neuling im Klub der Nuklearmächte eine größere Gefahr als seine Vorgänger darstellte. Im Laufe der Jahre dürfte Washington diesbezüglich Hunderte von Warnungen ausgesprochen haben, Gott sei Dank ist bisher keine davon Wirklichkeit geworden. Im Gegenteil: Wo atomare Waffen eingeführt wurden, haben keine Kriege zwischen Großmächten mehr stattgefunden.
Den Iran anzugreifen käme kaum in Frage.
Ob ein solcher Angriff die Nuklearpläne Teherans zerschlagen würde, ist zu bezweifeln. Dass es den Nahen Osten in Brand setzen würde, möglicherweise mit katastrophalen Folgen für einen großen Teil der Welt, das ist hingegen so gut wie sicher.
Wer hat nun Recht?
Um diese Frage zu ergründen, las ich letzte Nacht noch einmal den hervorragenden Essay „Partner, nicht Gegner. Für eine andere Iran-Politik“ von Christoph Bertram.
(Herausgegeben von Roger de Weck. 2008. Edition Körberstiftung. 10.00 Euro)
Dieser „unbequeme Standpunkt“ des früheren Direktors der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ und ZEIT-Autoren erschien vor fast genau zwei Jahren.
Drei wesentliche Spieler der Bertram’sche Betrachtung haben sich verändert.
Der republikanische Hardliner und informationsresistente GWB wurde durch den intelligenten Demokraten Obama abgelöst, der Japaner Yukiya Amano löste den langjährigen IAEO-Chef Mohammed el-Baradei ab und die Iranische Führung ist nachhaltig destabilisiert - wenn auch Ahmadinedschad noch im Amt ist.
Man kann aber getrost davon ausgehen, daß er nicht die volle Unterstützung seines Volkes hat.
Erschreckend ist, daß Bertrams Analyse nichts an Aktualität eingebüßt hat. Zwei weitere Jahre der anti-Iranischen Wirtschafstsanktionen und scharfer anti-Ahmadinedschad-Rhetorik waren kontraprodutiv wie zuvor.
Der Westen ist auf keinen seiner Vorschläge eingegangen, der Iran kommt der Bombe näher und aus Amerika, wo die stärkste Veränderung stattgefunden hatte, kommen keine Signale der Einsicht.
Im Gegenteil, die Außenministerin Clinton unterstreicht an diesem Münchner Sicherheitskonferenz-Wochenende noch einmal die Janusköpfigkeit der US-Position, indem sie via SZ mitteilt:
Menschen [haben] überall das Recht, ohne Furcht vor atomarer Zerstörung zu leben. [….] Und wir werden gemeinsam mit unseren europäischen Verbündeten unsere intensiven Versuche fortsetzen, um Iran davon abzuhalten, die Bombe zu erlangen.
Ergo: Anderes Recht für Teheran, als das was für Israel oder Pakistan gilt.
Wahre Sicherheit umfasst nicht nur friedliche Beziehungen zwischen Staaten, sondern auch Grundrechte und Chancen für ihre Bürger. Sichere Länder verteidigen die Menschenrechte, ermöglichen ihren Bürgern, ihre Führer frei zu wählen, ihre Meinung frei zu äußern und sich an der Zivilgesellschaft zu beteiligen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass ihre Bürger in einer gesunden Umwelt leben, Bildung erhalten, einen Beruf ausüben, eine Familie gründen können, wenn sie es wünschen, frei reisen und das Beste aus ihrer von Gott gegebenen Begabung herausholen. Entwicklung, Demokratie und Menschenrechte bilden einen sich selbst verstärkenden Kreislauf.
Stimmte das, dann müßten sich die USA zuerst beispielsweise gegen ihre Verbündeten in Saudi Arabien wenden.
Denn dort sieht es mit Bürgerrechten und Demokratie noch wesentlich schlechter aus.
Christoph Bertram weist auf eben diese Widersprüche hin.
Iran IST mit seinen 70 Millionen Einwohnern und den weltweit zweitgrößten Erdgasreserven ein wichtiger internationaler Player.
Wie bei China und Russland sollten wir das akzeptieren und sie nicht wegen ihres politischen Systems mit Sanktionen überziehen.
Nicht vergessen dürfe man:
Amerika ist wesentlicher Verursacher der Atomstrategie des Irans.
Auch van Greveld greift diesen Punkt auf und verweist auf die Anfänge:
Die Pläne, dafür Reaktoren zu bauen, stammen übrigens noch aus der Zeit des Schahs, und zwar aus den letzten Jahren seiner Amtszeit. Er war der Überzeugung, dass Öl unter der Erde eines Tages erheblich mehr wert sein würde als Dollar auf dem Bankkonto – mit Recht, wie sich später herausstellte. Zu jener Zeit waren der Schah und die USA enge Verbündete. Die Reaktoren sollten Milliarden in die Taschen von Industriellen aus Amerika und anderen westlichen Nationen spülen. Das ist ein Grund dafür, dass sich nur wenige Gegenstimmen erhoben.
Ein weiterer Grund war, dass man plante, einige Reaktoren in der Nähe des Kaspischen Meers aufzustellen, nur um die Sowjets zu provozieren.
Amerika verhielt sich hier wie Ernst Albrecht mit seiner Gorleben-Entscheidung:
Destruktiv - Hauptsache den „Feind“ ärgern.
Ayatollah Chomeini war es der 1979 das Atomprogramm als „unislamisch“ bewertete und stoppte.
Erst die durch Amerika geschürte Aggression durch den Irak, die in einem achtjährigen Krieg mit einer Million Iranischen Toten mündete, zwang den Iran gewissermaßen das Atomprogramm wieder aufzunehmen.
2001 ging der Iran weit auf die USA zu und unterstützte sie bei dem Angriff auf Afghanistan.
Die USA dankten es nicht und warfen Teheran 2002 in das „Achse des Bösen“-Boot mit Nordkorea und dem Irak.
Unter dem enormen militärischen Druck der USA ging die Iranische Führung Anfang 2003 noch einmal sehr weit auf „den Westen“ zu und bot über den Schweizer Botschafter direkte Verhandlungen, Lösung aller strittigen Punkte, vollständige Transparenz gegenüber der IAEO und sogar die Anerkennung Israels an.
Wäre Amerika damals auf die Offerte des liberaleren Präsidenten Chatami eingegangen, wären uns einige Probleme erspart geblieben.
Aber Washington gerierte sich mit maximaler Dummheit; das Angebot wurde barsch abgewiesen und die Schweiz wurde sogar dafür gerügt überhaupt das Angebot weitergeleitet zu haben!
Chatami war blamiert und in der Folge dessen gewannen die Ultrakonservativen erst die Iranische Parlamentswahl von 2004 und brachten 2005 Ahmadinedschad als Präsidenten durch.
Nun war das Fenster zu.
Bertram räumt mit weiteren Mythen auf.
Die atomare Atomwaffensperrvertrag-widrige Aufrüstung Israels habe gezeigt, daß das Entstehen einer neuen Atommacht in der Region eben NICHT zur allgemeinen Atomaufrüstung der Anliegerstaaten führe, wie das immer wieder behauptet werde.
Der Status Quo Irans werde durch eine Atombombe nicht wesentlich verändert.
EU und USA sind nach wie vor beratungsresistent und stellen dem Iran de facto unerfüllbare Bedingungen, wie den Verzicht auf einen eigenen nuklearen Brennstoffkreislauf, der ihnen laut Atomwaffensperrvertrag aber zweifellos zusteht.
Die Lösung des „Iran-Problems“ besteht laut Bertram nur in dem Aufbau einer strategischen Partnerschaft zwischen Iran und Westen.
Partner müsse man nicht lieben - so wie die USA sicherlich nicht das chinesische politische System lieben, oder so wie Westerwelle sicherlich nicht die Saudi-Arabische Menschenrechtspolitik liebt.
Aber man muß sie akzeptieren.
Das geht nicht, wenn man den regime-change voraussetzt.
Dabei wäre der Iran ein ungemein wertvoller Partner; nicht nur wegen seiner Bodenschätze und der strategischen Bedeutung - nein, das 70-Millionen-Volk bietet enorme Ressourcen.
Der Iran hat über 2 Millionen Studenten, davon 50% Frauen, fast die Hälfte der Iraner hat www-Zugang, es gibt an die 100.000 Internetblogger und über 8000 Nichtregierungsorganisationen.
Im gesamten Nahen Osten gibt es kein Land mit günstigeren Voraussetzungen als Partner des Westens - zumal sich 75 % der Bevölkerung(IRNA-Umfrage) bessere Beziehungen zur USA wünschen.
Die US-Politik hingegen, die immer noch Millionen im Kongress dafür locker macht, daß oppositionelle Gruppen im Iran gegen die Theokratie agitieren, fördert das Mistrauen der Regierung, die aufgrund des äußeren und inneren Druck langsam von einer parlamentarischen Theokratie zu einem autoritärem System ohne Wahlen übergehen könnte.
Wie man es trotz all der praktischen Schwierigkeiten erreichen könnte eine strategische friedliche Partnerschaft zum Iran einzugehen, legt Bertram frei von Blauäugigkeit dar.
Indes - wir, der Westen tun das Gegenteil.
Politplattköpfe wie Westerwelle und zu Guttenberg, die leider frei von jeglichem Hintergrundwissen sind, befördern die Misere noch.
(Vom Brandstifter Liebermann gar nicht erst zu reden)
Es ist ein Trauerspiel.
Statt mäßigend auf die Kontrahenten einzuwirken, wie wir es durch anerkannte Politiker des Schlages Fischer und Steinmeier konnten, haben wir nun weitere Brandstifter auf die internationale Bühne geschickt.
Die Münchner Sicherheitskonferenz wird seit gestern ein bißchen durch den Iranischen Außenminister Manutschehr Mottaki aufgemischt.
Die zuständigen deutschen Minister reagieren wie pupertierende Schuljungs mit ADHS und lassen die gewünschte Hysterie folgen.
Westerwelle:
"Ich habe Vertretern der deutschen Wirtschaft und Industrie bereits mitgeteilt, dass wir die Ausweitung von Sanktionen nicht ausschließen können", sagte Westerwelle der "Welt am Sonntag" und führte weiter aus: "Ich bekam dann die Frage gestellt, ob ich wisse, was das koste. Ja, das weiß ich. Aber eine atomare Bewaffnung des Irans käme die deutsche Wirtschaft und die ganze Welt deutlich teurer zu stehen."
Guttenberg:
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte angesichts der Ankündigung Ahmadinedschads: Dies zeige, dass die ausgestreckte Hand des Westens vom Iran "nicht nur nicht ergriffen, sondern weggeschlagen wird". Nun sei der UN-Sicherheitsrat gefragt, darauf zu reagieren, sagte Guttenberg am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Er appellierte an Russland und China, sich notwendigen Maßnahmen im UN-Gremium nicht zu verweigern. Dem Iran müsse "deutlich gemacht werde, dass die Geduld nun wirklich am Ende ist."
So bedauerlich es ist, daß wir in Deutschland unter den Auswirkungen der maroden schwarz-gelben Regierung zu leiden haben:
International betrachtet ist es noch wesentlich katastrophaler, daß wir von solchen Dilettanten vertreten werden, die eine ohnehin schon verfahrene Situation weiter in den Abgrund treiben.
Dazu ist festzuhalten:
Nach wie vor fixiert sich „der Westen“ manisch auf die Frage der atomaren Entwicklung im Iran und nach wie vor besteht er auf einer gescheiterten Strategie des Drucks, die aber offenbar das Regime eher stabilisiert und daher kontraproduktiv ist.
Ich empfehle einen weisen Rat Churchills:
„However beautiful the strategy, you should occasionally look at the results.“
Ein Grund für die westeuropäisch/amerikanische Hysterie im Umgang mit Teheran ist die Bedrohung, die Israel fühlt.
Hierzu möchte ich zwei Positionen skizzieren.
1)
Der Iran darf unter keinen Umständen jemals über eine Atombombe verfügen, da er mit einem Schlag das kleine Israel erledigen könnte. Das Holocaust-Trauma der Juden habe sich durch die rüden Attacken Ahmadinedschads in den letzten Jahren noch verstärkt.
Das Entsetzen darüber die Shoa gewissermaßen einmal „zugelassen“ zu haben, sei derart gigantisch, daß man unter allen Umständen und gegen alle Widerstände die Bedrohung Israels aus dem Weg räumen werde.
Es sei daher so gut wie sicher, daß das Israelische Militär auch um den Preis eines Flächenbrandes in der gesamten Region die Iranischen Atomanlagen bombardieren werde, bevor es „zu spät“ sei.
Diese Position vertritt unter anderem Dr. Ronen Bergman, der politische Kommentator der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth und Autor von "The Secret War With Iran".
In einem SZ-Gastbeitrag führt er unter anderem dazu aus, daß zwar allgemein nicht mit einem Erstschlag Israels gerechnet wird, da Bibi Netanjahu weniger denn je mit Rückendeckung aus Washington rechnen könne, doch bei dieser Sichtweise sei das psychologische Moment nicht berücksichtigt.
Tatsächlich aber liegt die Sache anders: Obwohl Washingtons Reaktion immer einen wichtigen Platz in den strategischen Abwägungen der israelischen Entscheidungsträger hatte, wären sie diesmal bereit, die Sache allein durchzuziehen und sich den Zorn der Amerikaner zuzuziehen oder sie gar außen vor zu lassen, wenn das Überleben des Landes auf dem Spiel steht. Das war auch der Fall, als die israelische Luftwaffe 1981 den irakischen Atomreaktor außerhalb von Bagdad zerstörte, sehr zum Ärger von Präsident Ronald Reagan. […] viele ausländische Beobachter unterschätzen [zutiefst], welche Bedeutung in Israel der Erinnerung an den Holocaust als treibender Kraft der politischen Entscheidungsfindung zukommt. […]
Der Satz, den man in diesem Zusammenhang am häufigsten hört, ist: "Nie wieder!" Er folgt dem Gedanken, dass die Juden es sich selbst schuldig sind, nie wieder in eine Situation zu geraten, in der ihnen Vernichtung droht und sie der Bedrohung nicht frontal entgegentreten. In der Debatte in Israel über Irans Atomprogramm obsiegt immer wieder das Argument, dass es eine moralische Verpflichtung gebe, "etwas zu tun" - egal ob am Kabinettstisch in Jerusalem oder in einem Café in Tel Aviv. Für die meisten Israelis steht die lange Liste politischer, strategischer und militärischer Überlegungen, die gegen einen Angriff auf Iran sprechen, zurück hinter den Lehren, die es aus dem Holocaust zu ziehen gilt.
Die verbalen Iranischen Drohungen hätten eine gewaltigen Einfluß auf Jerusalem; das sehe man schon allein daran, daß der Israelische Ministerpräsident Ahmadinedschad mehrfach mit Hitler verglichen habe.
Es sei kaum vorstellbar „dass Premierminister Netanjahu darauf verzichtet, den Weg zu gehen, der praktisch die einzig verbleibende Handlungsoption ist - falls Iran die Nuklearfähigkeit erreicht.“
2.)
Lasst doch ruhig den Iran die Bombe besitzen - so what? Es hat sich gezeigt, daß Atombewaffnung nur zur Abschreckung taugt; nie als Angriffswaffe.
Das sei die „Kernrealität des Atomzeitalters - Wer eine irgendwie geartete Atombombe abfeuert, riskiert seine Existenz. Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter“ (Christoph Bertram)
Im Falle Irans gelte ob der überlegenen israelischen Luftabwehr vermutlich für Teheran sogar, daß man zuerst sterbe.
Sehr unverblümt sprach Chirac diese Tatsache am 1. Februar 2007 im NYT-Interview aus:
„Die Gefahr liegt nicht in der Bombe, die Iran haben wird, denn er kann sie gar nicht einsetzen. […] Gegen wen will er sie einsetzen? Gegen Israel? Sie würde nicht mal 200 Meter in die Atmosphäre gelangen, bevor Teheran ausradiert wäre“.
So eine Atombombe verschafft einem aber Schutz.
Es dürfte kein Zufall sein, daß das Land der Bush’schen Achse des Bösen, das tatsächlich eine Atombome hat, nämlich Nordkorea, nicht von den USA angegriffen wurde und diesbezüglich auch keine Pläne bestehen.
Erwischt hat es das Land, den Irak, der wahrheitsgemäß erklärte keine Atomwaffen zu haben.
(Im Übrigen kann auch die „vom Westen“ hervorgebrachte Menschenrechtssituation nicht als Begründung herhalten - denn weder im Iran, noch im Irak wird oder wurde die eigene Bevölkerung so brutal drangsaliert, wie im Reich des Kim Jong Il.)
Als Kronzeugen für diese Position ziehe ich Martin van Creveld , 54, Militärhistoriker an der Hebräischen Universität Jerusalem heran.
Er gibt wie andere Experten - Egon Bahr oder Peter Scholl-Latour zum Beispiel - zu, daß er an der Stelle der Iranischen Regierung auch zusehen würde so schnell wie möglich an die Bombe zu gelangen.
Im einem Beitrag für die ZEIT Nr 11 / 2010 schreibt er:
Seit 2001 hat sich Irans strategische Situation radikal verschlechtert. Wo auch immer die Mullahs hinschauen, nach Westen in Richtung Irak, nach Nordosten in Richtung Zentralasien, nach Osten in Richtung Afghanistan oder nach Süden in Richtung Golfregion – überall sind sie umzingelt von den Soldaten der einzig übrig gebliebenen Weltmacht Amerika.
Die führenden Politiker Irans sind nicht dumm. Während Saddam Hussein es vorzog, den Kampf David gegen Goliath aufzunehmen, und dabei einfach überwältigt werden konnte, ist ihnen eines klar: Sollte einer der zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten mit Iran aus irgendeinem Grund das tun, was George W. Bush 2003 mit dem Irak getan hat, hätten Irans konventionelle Streitkräfte keinerlei Chance.
Es besteht daher kein Zweifel daran, dass die Mullahs ihre Bombe weiterbauen werden, ohne Rücksicht darauf, was der Westen unter Präsident Obamas Führung sagen oder tun wird. Um ehrlich zu sein: Ich würde an ihrer Stelle das Gleiche machen.
Die Iranische Regierung täte das, was sie könne, um ihr Land zu schützen:
Zu Ahmadineschads Repertoire gehören Vortäuschung und Verheimlichung, Schwindelei und Irreführung, Schmeichelei und Drohung. Heute behauptet er, Iran würde niemals auf seine Rechte verzichten, morgen offeriert er Verhandlungen. Sein Ziel ist die Spaltung seiner Gegner. Er verfolgt dieses Ziel wie ein Seiltänzer, der zwischen überzogener Provokation und Beschwichtigung hin und her balanciert. Natürlich dient dieses Spiel lediglich einem Zweck: Zeit zu gewinnen, bis Iran über genügend Bombenmaterial verfügt.
Aber auch ein Iran MIT Atombombe sei keine größere Bedrohung als andere Atomwaffenstaaten:
Während der vergangenen 60 Jahre haben die USA jedes Mal aufgeschrien, wenn es so aussah, als wollte eine Nation Atomwaffen erwerben. Man wollte ja schließlich so weit wie möglich das Monopol erhalten. Jedes Mal wurden eine Menge von Begründungen hervorgebracht, weshalb der mutmaßliche Neuling im Klub der Nuklearmächte eine größere Gefahr als seine Vorgänger darstellte. Im Laufe der Jahre dürfte Washington diesbezüglich Hunderte von Warnungen ausgesprochen haben, Gott sei Dank ist bisher keine davon Wirklichkeit geworden. Im Gegenteil: Wo atomare Waffen eingeführt wurden, haben keine Kriege zwischen Großmächten mehr stattgefunden.
Den Iran anzugreifen käme kaum in Frage.
Ob ein solcher Angriff die Nuklearpläne Teherans zerschlagen würde, ist zu bezweifeln. Dass es den Nahen Osten in Brand setzen würde, möglicherweise mit katastrophalen Folgen für einen großen Teil der Welt, das ist hingegen so gut wie sicher.
Wer hat nun Recht?
Um diese Frage zu ergründen, las ich letzte Nacht noch einmal den hervorragenden Essay „Partner, nicht Gegner. Für eine andere Iran-Politik“ von Christoph Bertram.
(Herausgegeben von Roger de Weck. 2008. Edition Körberstiftung. 10.00 Euro)
Dieser „unbequeme Standpunkt“ des früheren Direktors der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ und ZEIT-Autoren erschien vor fast genau zwei Jahren.
Drei wesentliche Spieler der Bertram’sche Betrachtung haben sich verändert.
Der republikanische Hardliner und informationsresistente GWB wurde durch den intelligenten Demokraten Obama abgelöst, der Japaner Yukiya Amano löste den langjährigen IAEO-Chef Mohammed el-Baradei ab und die Iranische Führung ist nachhaltig destabilisiert - wenn auch Ahmadinedschad noch im Amt ist.
Man kann aber getrost davon ausgehen, daß er nicht die volle Unterstützung seines Volkes hat.
Erschreckend ist, daß Bertrams Analyse nichts an Aktualität eingebüßt hat. Zwei weitere Jahre der anti-Iranischen Wirtschafstsanktionen und scharfer anti-Ahmadinedschad-Rhetorik waren kontraprodutiv wie zuvor.
Der Westen ist auf keinen seiner Vorschläge eingegangen, der Iran kommt der Bombe näher und aus Amerika, wo die stärkste Veränderung stattgefunden hatte, kommen keine Signale der Einsicht.
Im Gegenteil, die Außenministerin Clinton unterstreicht an diesem Münchner Sicherheitskonferenz-Wochenende noch einmal die Janusköpfigkeit der US-Position, indem sie via SZ mitteilt:
Menschen [haben] überall das Recht, ohne Furcht vor atomarer Zerstörung zu leben. [….] Und wir werden gemeinsam mit unseren europäischen Verbündeten unsere intensiven Versuche fortsetzen, um Iran davon abzuhalten, die Bombe zu erlangen.
Ergo: Anderes Recht für Teheran, als das was für Israel oder Pakistan gilt.
Wahre Sicherheit umfasst nicht nur friedliche Beziehungen zwischen Staaten, sondern auch Grundrechte und Chancen für ihre Bürger. Sichere Länder verteidigen die Menschenrechte, ermöglichen ihren Bürgern, ihre Führer frei zu wählen, ihre Meinung frei zu äußern und sich an der Zivilgesellschaft zu beteiligen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass ihre Bürger in einer gesunden Umwelt leben, Bildung erhalten, einen Beruf ausüben, eine Familie gründen können, wenn sie es wünschen, frei reisen und das Beste aus ihrer von Gott gegebenen Begabung herausholen. Entwicklung, Demokratie und Menschenrechte bilden einen sich selbst verstärkenden Kreislauf.
Stimmte das, dann müßten sich die USA zuerst beispielsweise gegen ihre Verbündeten in Saudi Arabien wenden.
Denn dort sieht es mit Bürgerrechten und Demokratie noch wesentlich schlechter aus.
Christoph Bertram weist auf eben diese Widersprüche hin.
Iran IST mit seinen 70 Millionen Einwohnern und den weltweit zweitgrößten Erdgasreserven ein wichtiger internationaler Player.
Wie bei China und Russland sollten wir das akzeptieren und sie nicht wegen ihres politischen Systems mit Sanktionen überziehen.
Nicht vergessen dürfe man:
Amerika ist wesentlicher Verursacher der Atomstrategie des Irans.
Auch van Greveld greift diesen Punkt auf und verweist auf die Anfänge:
Die Pläne, dafür Reaktoren zu bauen, stammen übrigens noch aus der Zeit des Schahs, und zwar aus den letzten Jahren seiner Amtszeit. Er war der Überzeugung, dass Öl unter der Erde eines Tages erheblich mehr wert sein würde als Dollar auf dem Bankkonto – mit Recht, wie sich später herausstellte. Zu jener Zeit waren der Schah und die USA enge Verbündete. Die Reaktoren sollten Milliarden in die Taschen von Industriellen aus Amerika und anderen westlichen Nationen spülen. Das ist ein Grund dafür, dass sich nur wenige Gegenstimmen erhoben.
Ein weiterer Grund war, dass man plante, einige Reaktoren in der Nähe des Kaspischen Meers aufzustellen, nur um die Sowjets zu provozieren.
Amerika verhielt sich hier wie Ernst Albrecht mit seiner Gorleben-Entscheidung:
Destruktiv - Hauptsache den „Feind“ ärgern.
Ayatollah Chomeini war es der 1979 das Atomprogramm als „unislamisch“ bewertete und stoppte.
Erst die durch Amerika geschürte Aggression durch den Irak, die in einem achtjährigen Krieg mit einer Million Iranischen Toten mündete, zwang den Iran gewissermaßen das Atomprogramm wieder aufzunehmen.
2001 ging der Iran weit auf die USA zu und unterstützte sie bei dem Angriff auf Afghanistan.
Die USA dankten es nicht und warfen Teheran 2002 in das „Achse des Bösen“-Boot mit Nordkorea und dem Irak.
Unter dem enormen militärischen Druck der USA ging die Iranische Führung Anfang 2003 noch einmal sehr weit auf „den Westen“ zu und bot über den Schweizer Botschafter direkte Verhandlungen, Lösung aller strittigen Punkte, vollständige Transparenz gegenüber der IAEO und sogar die Anerkennung Israels an.
Wäre Amerika damals auf die Offerte des liberaleren Präsidenten Chatami eingegangen, wären uns einige Probleme erspart geblieben.
Aber Washington gerierte sich mit maximaler Dummheit; das Angebot wurde barsch abgewiesen und die Schweiz wurde sogar dafür gerügt überhaupt das Angebot weitergeleitet zu haben!
Chatami war blamiert und in der Folge dessen gewannen die Ultrakonservativen erst die Iranische Parlamentswahl von 2004 und brachten 2005 Ahmadinedschad als Präsidenten durch.
Nun war das Fenster zu.
Bertram räumt mit weiteren Mythen auf.
Die atomare Atomwaffensperrvertrag-widrige Aufrüstung Israels habe gezeigt, daß das Entstehen einer neuen Atommacht in der Region eben NICHT zur allgemeinen Atomaufrüstung der Anliegerstaaten führe, wie das immer wieder behauptet werde.
Der Status Quo Irans werde durch eine Atombombe nicht wesentlich verändert.
EU und USA sind nach wie vor beratungsresistent und stellen dem Iran de facto unerfüllbare Bedingungen, wie den Verzicht auf einen eigenen nuklearen Brennstoffkreislauf, der ihnen laut Atomwaffensperrvertrag aber zweifellos zusteht.
Die Lösung des „Iran-Problems“ besteht laut Bertram nur in dem Aufbau einer strategischen Partnerschaft zwischen Iran und Westen.
Partner müsse man nicht lieben - so wie die USA sicherlich nicht das chinesische politische System lieben, oder so wie Westerwelle sicherlich nicht die Saudi-Arabische Menschenrechtspolitik liebt.
Aber man muß sie akzeptieren.
Das geht nicht, wenn man den regime-change voraussetzt.
Dabei wäre der Iran ein ungemein wertvoller Partner; nicht nur wegen seiner Bodenschätze und der strategischen Bedeutung - nein, das 70-Millionen-Volk bietet enorme Ressourcen.
Der Iran hat über 2 Millionen Studenten, davon 50% Frauen, fast die Hälfte der Iraner hat www-Zugang, es gibt an die 100.000 Internetblogger und über 8000 Nichtregierungsorganisationen.
Im gesamten Nahen Osten gibt es kein Land mit günstigeren Voraussetzungen als Partner des Westens - zumal sich 75 % der Bevölkerung(IRNA-Umfrage) bessere Beziehungen zur USA wünschen.
Die US-Politik hingegen, die immer noch Millionen im Kongress dafür locker macht, daß oppositionelle Gruppen im Iran gegen die Theokratie agitieren, fördert das Mistrauen der Regierung, die aufgrund des äußeren und inneren Druck langsam von einer parlamentarischen Theokratie zu einem autoritärem System ohne Wahlen übergehen könnte.
Wie man es trotz all der praktischen Schwierigkeiten erreichen könnte eine strategische friedliche Partnerschaft zum Iran einzugehen, legt Bertram frei von Blauäugigkeit dar.
Indes - wir, der Westen tun das Gegenteil.
Politplattköpfe wie Westerwelle und zu Guttenberg, die leider frei von jeglichem Hintergrundwissen sind, befördern die Misere noch.
(Vom Brandstifter Liebermann gar nicht erst zu reden)
Es ist ein Trauerspiel.
Statt mäßigend auf die Kontrahenten einzuwirken, wie wir es durch anerkannte Politiker des Schlages Fischer und Steinmeier konnten, haben wir nun weitere Brandstifter auf die internationale Bühne geschickt.
Dienstag, 29. Dezember 2009
Alternative Lebensformen.
Hamburg war stets eine Hochburg der Grünen.
Hier erlangten die Ökos schon zweistellige Wahlergebnisse, als noch niemand damit rechnete, daß Grüne jemals in eine Regierung gelangen könnten.
Man stellte die erste reine Frauenliste auf und war so links-alternativ, daß sich einige Ökosozialisten wie Thomas Ebermann im Hamburger Landesverband wohl fühlten.
Die Elb-Grünen heißen bis heute „GAL“ - Grüne Alternative Liste - um ihre linke Identität zu manifestieren.
Hamburgs Erster Bürgermeister Henning Voscherau, SPD (8. Juni 1988 – 8. Oktober 1997) befand nach der Bürgerschaftswahl vom Dezember 1993, daß die erstarkte GAL nicht regierungsfähig wäre und koalierte lieber mit der STATT-Partei-Truppe, da ihm die Gallier zu unverlässlich erschienen.
Inzwischen ist allerdings sehr viel Zeit vergangen.
Alles Alternative wurde von der Öko-Partei entsorgt.
Nun sitzt man Seite an Seite mit Lügenbürgermeister Ole von Beust auf der Senatsbank.
Den Atom- und Vattenfall-Epigonen hatte die GAL noch im letzten Wahlkampf als „Kohle von Beust“ verspottet - nur um dann wenig später in der ersten schwarz-grünen K.O.alition selbst die Drecksschleuder Moorburg abzunicken.
Gut, ein bißchen peinlich fanden die Ökos es schon, daß sie mit der schlimmsten denkbaren Klimasünde in die Legislatur starteten.
So ließ Parteichefin Katharina Fegebank im September 2008 zur Genehmigung des Kohlekraftwerks Moorburg durch die GAL-geführte Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt erklären:
„Da gibt es nichts schön zu reden: Dass unsere grüne Umweltsenatorin heute ein Kohlekraftwerk genehmigen musste, ist für uns alle eine krachende Niederlage. Wir haben bis zuletzt gegen das inakzeptable Klimamonster in Moorburg gekämpft und verloren – auch wenn die wasserrechtliche Erlaubnis teilweise verweigert wurde. Anja Hajduk war zu der heutigen Entscheidung rechtlich gezwungen, an unserer politischen Haltung zum Thema Kohlekraft ändert sich dadurch aber nichts. Wir engagieren uns weiterhin gegen Kohle und für eine nachhaltige Energieversorgung.“
„Inakzeptables Klimamonster“ also?
Die Formulierung ist sicherlich richtig.
Wieso man unbedingt mit der CDU koalieren wollte, die eben dieses „inakzeptable Klimamonster“ durchgedrückt hatte, ist mir allerdings nicht ersichtlich.
Ebenso schizophren erklärt GAL-Vize Anjes Tjarks:
„Vattenfall baut ein überdimensioniertes Kraftwerk, das von einer großen Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger abgelehnt wird. Das ist nicht nur eine schlechte Nachricht für das Klima, sondern auch für das Gemeinwohl."
Aber die GAL steht fest an der Seite der zuweilen recht bräunlichen Hamburger CDU.
Von Beust, der Swinger unter den Länderchefs (GAL, Schill-Partei, FDP - Ole geht mit jedem ins Senatsbett), hat bei einer Grünen Partei, die sich a priori einer Rückgrat-Ektomie unterzieht natürlich leichtes Spiel.
Hamburgs GAL macht jetzt alles mit.
Unter der Ägide von Schwarz-Grün werden Flüchtlinge auf unmenschlichste Art abgeschoben.
Die Christen-Partei und die Alternativen schrecken nicht davor zurück Familien brutal auseinander zu reißen:
Die fünfköpfige Familie Grigorjan lebt seit acht Jahren in Hamburg. Am Montag, den 31.03.2008, wurde der Vater, seine 14 jährige Tochter und 10 jähriger Sohn nach Armenien abgeschoben. Die 4-jährige Tochter, die in Hamburg geboren ist, und die Mutter sind zurzeit alleine in Hamburg.
Unter der Ägide von Schwarz-Grün werden Tausende Straßenbäume abgehackt - nur das Wiederaufforsten wurde bisher vergessen. Weg mit den lästigen Laub-Verursachern.
Unter der Ägide von Schwarz-Grün werden Millionenboni für HSH-Versagerbanker abgenickt.
Der GAL-Fraktionschef sagte dazu: „Diese Sache zu akzeptieren, fällt uns genauso schwer wie der Bevölkerung“ und stimmte dann für die Extra-Millionen für die Konkursbanker um Nonnenmacher.
Obwohl das "Risiko von zweistelligen Milliardenverlusten“, die Nonnenmacher verursachte und Hamburg zu tragen hätte „durchaus real“ wäre, findet der Chef-Grüne:
"Ohne Nonnenmacher wäre es vermutlich sehr schwierig, die HSH Nordbank noch zu retten."
Sogar dem CDU-Hausblatt „Hamburger Abendblatt“ fällt inzwischen auf, daß die schwarzgrüne Politik in Hamburg eher schwarz-schwarz ist und fragt besorgt den GAL-Fraktionschef:
Herr Kerstan, GAL steht für Grüne Alternative Liste. Wie alternativ ist der CDU-Partner GAL noch?
Der überrumpelte Jens Kerstan hält sich gar nicht erst mit der lästigen Realität auf und gibt wahrheitsfrei zu Protokoll:
"Wir Grüne setzen uns immer noch für die gleichen Ziele ein, mit denen wir damals gestartet sind. Nämlich, dass in dieser Stadt alternative Lebensentwürfe ihren Platz finden, dass Hamburg Vorreiterstadt in Sachen Klimaschutz wird und dass die Stadt lebenswerter und gerechter wird."
Kerstans Fähigkeit euphemistisch zu formulieren, muß man bewundern!
Das Verraten eines jeden grünen Ideals und die Unterstützung aller klimafeindlichen und illiberalen CDU-Positionen bringe nicht nur Applaus ein:
Ich nehme schon eine Tendenz wahr, dass die Bereitschaft, Kompromisse zu akzeptieren, geringer wird. Und dass der Kompromiss im politischen Geschäft häufig sogar einen negativen Beigeschmack bekommt.
Was die in Hamburg regierenden Politiker für „lebenswert, gerecht und alternativ“ halten, erlebt derzeit der Iranische Pilot und Regimekritiker Ali Foad Irantabar (37), der seit kurz vor Weihnachten in Hamburger Abschiebehaft sitzt.
Der seit neun Jahren in Hamburg-Rahlstedt lebende Mann hat ein Mullah-kritisches Buch ("Die Schreie meiner Feder") geschrieben und so ist es nur zu eindeutig, was Ali Foad Irantabar bei der Zwangsabschiebung ins Teheran des Jahres 2010 blüht.
Sein Anwalt Khisraw Hakimi ist sich sicher:
"Wenn er in den Iran ausgewiesen wird, ist das sein sicheres Todesurteil. [...] Wer einen solchen Regimekritiker abschiebt, treibt ihn in die Arme des Todes."
Wie Ahmadinedschad und Co mit Menschen wie Irantabar, die Demonstrationen gegen das Regime organisierten, umgehen dürfte auch den GAL-Größen Kerstan, Goetsch und Hajduk nicht verborgen geblieben sein.
Ali Foad Irantabar hat übrigens eine Arbeitserlaubnis, arbeitet für seinen Lebensunterhalt und pflegt zudem seine bettlägerige Mutter.
Die Grüne Zweite Bürgermeisterin Goetsch nimmt aber offenbar wie der Rest ihrer Partei die Abschiebung eines solchen Menschen in seinen sicheren Tod locker in Kauf.
Zitat des Tages:
GAL-Fraktionschef Jens Kerstan, der sich dafür einsetzt dass die Stadt lebenswerter und gerechter wird.
Was plant die GAL-Hamburg wohl für 2010?
Ich tippe auf eine Bundesratsinitiative zur Wiedereinführung des § 175, sowie Zwangs-Atomstromanteil von mindestens 80%.
Hier erlangten die Ökos schon zweistellige Wahlergebnisse, als noch niemand damit rechnete, daß Grüne jemals in eine Regierung gelangen könnten.
Man stellte die erste reine Frauenliste auf und war so links-alternativ, daß sich einige Ökosozialisten wie Thomas Ebermann im Hamburger Landesverband wohl fühlten.
Die Elb-Grünen heißen bis heute „GAL“ - Grüne Alternative Liste - um ihre linke Identität zu manifestieren.
Hamburgs Erster Bürgermeister Henning Voscherau, SPD (8. Juni 1988 – 8. Oktober 1997) befand nach der Bürgerschaftswahl vom Dezember 1993, daß die erstarkte GAL nicht regierungsfähig wäre und koalierte lieber mit der STATT-Partei-Truppe, da ihm die Gallier zu unverlässlich erschienen.
Inzwischen ist allerdings sehr viel Zeit vergangen.
Alles Alternative wurde von der Öko-Partei entsorgt.
Nun sitzt man Seite an Seite mit Lügenbürgermeister Ole von Beust auf der Senatsbank.
Den Atom- und Vattenfall-Epigonen hatte die GAL noch im letzten Wahlkampf als „Kohle von Beust“ verspottet - nur um dann wenig später in der ersten schwarz-grünen K.O.alition selbst die Drecksschleuder Moorburg abzunicken.
Gut, ein bißchen peinlich fanden die Ökos es schon, daß sie mit der schlimmsten denkbaren Klimasünde in die Legislatur starteten.
So ließ Parteichefin Katharina Fegebank im September 2008 zur Genehmigung des Kohlekraftwerks Moorburg durch die GAL-geführte Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt erklären:
„Da gibt es nichts schön zu reden: Dass unsere grüne Umweltsenatorin heute ein Kohlekraftwerk genehmigen musste, ist für uns alle eine krachende Niederlage. Wir haben bis zuletzt gegen das inakzeptable Klimamonster in Moorburg gekämpft und verloren – auch wenn die wasserrechtliche Erlaubnis teilweise verweigert wurde. Anja Hajduk war zu der heutigen Entscheidung rechtlich gezwungen, an unserer politischen Haltung zum Thema Kohlekraft ändert sich dadurch aber nichts. Wir engagieren uns weiterhin gegen Kohle und für eine nachhaltige Energieversorgung.“
„Inakzeptables Klimamonster“ also?
Die Formulierung ist sicherlich richtig.
Wieso man unbedingt mit der CDU koalieren wollte, die eben dieses „inakzeptable Klimamonster“ durchgedrückt hatte, ist mir allerdings nicht ersichtlich.
Ebenso schizophren erklärt GAL-Vize Anjes Tjarks:
„Vattenfall baut ein überdimensioniertes Kraftwerk, das von einer großen Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger abgelehnt wird. Das ist nicht nur eine schlechte Nachricht für das Klima, sondern auch für das Gemeinwohl."
Aber die GAL steht fest an der Seite der zuweilen recht bräunlichen Hamburger CDU.
Von Beust, der Swinger unter den Länderchefs (GAL, Schill-Partei, FDP - Ole geht mit jedem ins Senatsbett), hat bei einer Grünen Partei, die sich a priori einer Rückgrat-Ektomie unterzieht natürlich leichtes Spiel.
Hamburgs GAL macht jetzt alles mit.
Unter der Ägide von Schwarz-Grün werden Flüchtlinge auf unmenschlichste Art abgeschoben.
Die Christen-Partei und die Alternativen schrecken nicht davor zurück Familien brutal auseinander zu reißen:
Die fünfköpfige Familie Grigorjan lebt seit acht Jahren in Hamburg. Am Montag, den 31.03.2008, wurde der Vater, seine 14 jährige Tochter und 10 jähriger Sohn nach Armenien abgeschoben. Die 4-jährige Tochter, die in Hamburg geboren ist, und die Mutter sind zurzeit alleine in Hamburg.
Unter der Ägide von Schwarz-Grün werden Tausende Straßenbäume abgehackt - nur das Wiederaufforsten wurde bisher vergessen. Weg mit den lästigen Laub-Verursachern.
Unter der Ägide von Schwarz-Grün werden Millionenboni für HSH-Versagerbanker abgenickt.
Der GAL-Fraktionschef sagte dazu: „Diese Sache zu akzeptieren, fällt uns genauso schwer wie der Bevölkerung“ und stimmte dann für die Extra-Millionen für die Konkursbanker um Nonnenmacher.
Obwohl das "Risiko von zweistelligen Milliardenverlusten“, die Nonnenmacher verursachte und Hamburg zu tragen hätte „durchaus real“ wäre, findet der Chef-Grüne:
"Ohne Nonnenmacher wäre es vermutlich sehr schwierig, die HSH Nordbank noch zu retten."
Sogar dem CDU-Hausblatt „Hamburger Abendblatt“ fällt inzwischen auf, daß die schwarzgrüne Politik in Hamburg eher schwarz-schwarz ist und fragt besorgt den GAL-Fraktionschef:
Herr Kerstan, GAL steht für Grüne Alternative Liste. Wie alternativ ist der CDU-Partner GAL noch?
Der überrumpelte Jens Kerstan hält sich gar nicht erst mit der lästigen Realität auf und gibt wahrheitsfrei zu Protokoll:
"Wir Grüne setzen uns immer noch für die gleichen Ziele ein, mit denen wir damals gestartet sind. Nämlich, dass in dieser Stadt alternative Lebensentwürfe ihren Platz finden, dass Hamburg Vorreiterstadt in Sachen Klimaschutz wird und dass die Stadt lebenswerter und gerechter wird."
Kerstans Fähigkeit euphemistisch zu formulieren, muß man bewundern!
Das Verraten eines jeden grünen Ideals und die Unterstützung aller klimafeindlichen und illiberalen CDU-Positionen bringe nicht nur Applaus ein:
Ich nehme schon eine Tendenz wahr, dass die Bereitschaft, Kompromisse zu akzeptieren, geringer wird. Und dass der Kompromiss im politischen Geschäft häufig sogar einen negativen Beigeschmack bekommt.
Was die in Hamburg regierenden Politiker für „lebenswert, gerecht und alternativ“ halten, erlebt derzeit der Iranische Pilot und Regimekritiker Ali Foad Irantabar (37), der seit kurz vor Weihnachten in Hamburger Abschiebehaft sitzt.
Der seit neun Jahren in Hamburg-Rahlstedt lebende Mann hat ein Mullah-kritisches Buch ("Die Schreie meiner Feder") geschrieben und so ist es nur zu eindeutig, was Ali Foad Irantabar bei der Zwangsabschiebung ins Teheran des Jahres 2010 blüht.
Sein Anwalt Khisraw Hakimi ist sich sicher:
"Wenn er in den Iran ausgewiesen wird, ist das sein sicheres Todesurteil. [...] Wer einen solchen Regimekritiker abschiebt, treibt ihn in die Arme des Todes."
Wie Ahmadinedschad und Co mit Menschen wie Irantabar, die Demonstrationen gegen das Regime organisierten, umgehen dürfte auch den GAL-Größen Kerstan, Goetsch und Hajduk nicht verborgen geblieben sein.
Ali Foad Irantabar hat übrigens eine Arbeitserlaubnis, arbeitet für seinen Lebensunterhalt und pflegt zudem seine bettlägerige Mutter.
Die Grüne Zweite Bürgermeisterin Goetsch nimmt aber offenbar wie der Rest ihrer Partei die Abschiebung eines solchen Menschen in seinen sicheren Tod locker in Kauf.
Zitat des Tages:
GAL-Fraktionschef Jens Kerstan, der sich dafür einsetzt dass die Stadt lebenswerter und gerechter wird.
Was plant die GAL-Hamburg wohl für 2010?
Ich tippe auf eine Bundesratsinitiative zur Wiedereinführung des § 175, sowie Zwangs-Atomstromanteil von mindestens 80%.
Freitag, 9. Oktober 2009
Achtung schwule Füße!
Wie man es nicht macht führte der französische Amateurfußballclub Créteil Bébel vor.
Die Geschichte ist schnell erzählt.
Die überwiegend muslimischen Jungs von Créteil Bébel sollten in einem Freundschaftsspiel gegen das ausdrücklich schwulentolerante Team „Paris Foot Gay“, kurz PFG, antreten.
PFG, gegründet erst 2003, setzt sich explizit für Toleranz ein und so befinden sich unter ihren Spielen Schwarze und Weiße, Moslems und Christen, Schwule und Heteros.
Bekanntlich gibt es unter Fußballspielern gar keine Schwulen; auch in Deutschland ist die Fußballbundesliga eine derart todernste Sache, daß es bis heute keinen einzigen schwulen Spieler gibt.
Das ist eine feine Sache, insbesondere für die heroenhaften Mannen von Créteil Bébel, da Moslems prinzipiell auch niemals schwul sind.
Beweisen läßt sich diese Tatsache durch den bekannten Ehrenmann Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad, der die verblüffte deutsche Öffentlichkeit auch von der Nichtexistenz des Holokausts unterrichtete.
Der Oberiraner und Bischof Williamson - die wissen Bescheid.
A propos Williamson - bei den Piusbrüdern gibt es natürlich auch keine Schwulen - so wie im 70-Millionen Volk des Iran:
«Wir haben im Iran keine Homosexuellen wie ihr in eurem Land.» Nachdem einige im Publikum lachten, fügte er hinzu. «Wir haben im Iran nicht dieses Phänomen. Ich weiß nicht, wer Ihnen gesagt hat, wir hätten es.»
(Achmadinedschad 2007 in New York)
(Wieso man regelmäßig Schwule aufhängt, die er gar nicht gibt, erscheint mir nicht vollkommen logisch - aber als Atheist bin ich eben Glaubensdingen nicht voll zugänglich)
Es kann nicht sein, was nicht sein darf, sagte sich Créteil Bébel-Trainer Zair Bel Er, als das vorgesehene Spiel gegen die PFD absagte:
"Bitte entschuldigt, aber wegen eures Team-Namens können wir aufgrund der Prinzipien unserer Mannschaft, die aus gläubigen Muslimen besteht, nicht gegen euch spielen. Unsere Überzeugungen sind uns wichtiger als ein simples Fußballspiel. Tut mir Leid, dass wir euch so spät darüber informiert haben. Als Muslim habe ich das Recht, nicht gegen Homosexuelle zu spielen, denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute", sagte Zair Bel Er entschuldigte sich gleichzeitig dafür, "falls diese Entscheidung jemanden verletzt hat".
Der Team-Name also.
Wenn irgendwo schon „gay“ drauf steht, darf man seine Jungs natürlich keinesfalls mit denen in Kontakt kommen lassen.
Schön auch das hysterische „denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute“.
Da hat aber jemand richtig Angst und ist sich seiner eigenen Sexualität offenbar extrem unsicher.
Befürchtet er, daß diese „Ideen“ abfärbten, wenn man 90 Minuten mit denen auf einem Platz umher rast?
Fußball also sexuelle Orientierungsinfektion.
Da frage ich mich natürlich, ob bei PFG überhaupt noch Homos übrig sein können - so oft, wie die gegen Heteros spielen, müßten die doch ihrerseits alle heteroisiert sein!
Créteil Bébel hat es nun geschafft als Negativbeispiel weltweit bekannt zu werden.
Zair Bel Er hat dem Islam insgesamt im Alleingang mal wieder das Image des Inhumanen und Intoleranten verpasst.
Sein Selbstverständnis ist nicht nur rückwärtsgewand, sondern wie ich feststellen möchte, auch extrem zimperliesig. Wovor fürchten die sich eigentlich?
Was soll schon passieren während 90 Minuten Primitivsport?
Rudelbumsen gleich nach dem AnSTOSS?
Gangbang im Strafraum?
Ferner hat die Aktion des Vereins Créteil Bébel jede Menge Vorurteile gegen Einwanderer reaktiviert, bzw bestätigt.
Da liegt dann doch die Frage nahe - was wollen Hardcore-Muslims eigentlich in Frankreich?
Einem Land, das einen schwulen Kultusminister hat, der sogar einen semiautobiographischen Roman - «La mauvaise vie» (Das schlechte Leben) - über seine eigene Knabenliebe verfasst hat?
Mitterrand beschreibt in seinem Buch nicht nur, wie er seine homosexuellen Neigungen entdeckt hat, sondern auch die entsprechenden Erlebnisse mit jungen Knaben in Bordellen in Thailand: «All diese Rituale des Marktes für schöne Jünglinge, des Sklavenmarktes, erregen mich gewaltig. Die verschwenderische Fülle sofort verfügbarer Jungen versetzt mich in einen Zustand der Begierde, den ich nicht mehr bremsen oder verbergen muss.»
Da ich annehme, daß Zair Bel Er diese Ideen auch nicht teilt und er nur mit seinesgleichen spielen will, sollte er vielleicht schleunigst auswandern.
Die Geschichte ist schnell erzählt.
Die überwiegend muslimischen Jungs von Créteil Bébel sollten in einem Freundschaftsspiel gegen das ausdrücklich schwulentolerante Team „Paris Foot Gay“, kurz PFG, antreten.
PFG, gegründet erst 2003, setzt sich explizit für Toleranz ein und so befinden sich unter ihren Spielen Schwarze und Weiße, Moslems und Christen, Schwule und Heteros.
Das ist eine feine Sache, insbesondere für die heroenhaften Mannen von Créteil Bébel, da Moslems prinzipiell auch niemals schwul sind.
Beweisen läßt sich diese Tatsache durch den bekannten Ehrenmann Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad, der die verblüffte deutsche Öffentlichkeit auch von der Nichtexistenz des Holokausts unterrichtete.
Der Oberiraner und Bischof Williamson - die wissen Bescheid.
A propos Williamson - bei den Piusbrüdern gibt es natürlich auch keine Schwulen - so wie im 70-Millionen Volk des Iran:
«Wir haben im Iran keine Homosexuellen wie ihr in eurem Land.» Nachdem einige im Publikum lachten, fügte er hinzu. «Wir haben im Iran nicht dieses Phänomen. Ich weiß nicht, wer Ihnen gesagt hat, wir hätten es.»
(Achmadinedschad 2007 in New York)
(Wieso man regelmäßig Schwule aufhängt, die er gar nicht gibt, erscheint mir nicht vollkommen logisch - aber als Atheist bin ich eben Glaubensdingen nicht voll zugänglich)
Es kann nicht sein, was nicht sein darf, sagte sich Créteil Bébel-Trainer Zair Bel Er, als das vorgesehene Spiel gegen die PFD absagte:
"Bitte entschuldigt, aber wegen eures Team-Namens können wir aufgrund der Prinzipien unserer Mannschaft, die aus gläubigen Muslimen besteht, nicht gegen euch spielen. Unsere Überzeugungen sind uns wichtiger als ein simples Fußballspiel. Tut mir Leid, dass wir euch so spät darüber informiert haben. Als Muslim habe ich das Recht, nicht gegen Homosexuelle zu spielen, denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute", sagte Zair Bel Er entschuldigte sich gleichzeitig dafür, "falls diese Entscheidung jemanden verletzt hat".
Der Team-Name also.
Wenn irgendwo schon „gay“ drauf steht, darf man seine Jungs natürlich keinesfalls mit denen in Kontakt kommen lassen.
Schön auch das hysterische „denn ich teile nicht die Ideen dieser Leute“.
Da hat aber jemand richtig Angst und ist sich seiner eigenen Sexualität offenbar extrem unsicher.
Befürchtet er, daß diese „Ideen“ abfärbten, wenn man 90 Minuten mit denen auf einem Platz umher rast?
Fußball also sexuelle Orientierungsinfektion.
Da frage ich mich natürlich, ob bei PFG überhaupt noch Homos übrig sein können - so oft, wie die gegen Heteros spielen, müßten die doch ihrerseits alle heteroisiert sein!
Créteil Bébel hat es nun geschafft als Negativbeispiel weltweit bekannt zu werden.
Zair Bel Er hat dem Islam insgesamt im Alleingang mal wieder das Image des Inhumanen und Intoleranten verpasst.
Sein Selbstverständnis ist nicht nur rückwärtsgewand, sondern wie ich feststellen möchte, auch extrem zimperliesig. Wovor fürchten die sich eigentlich?
Was soll schon passieren während 90 Minuten Primitivsport?
Rudelbumsen gleich nach dem AnSTOSS?
Gangbang im Strafraum?
Ferner hat die Aktion des Vereins Créteil Bébel jede Menge Vorurteile gegen Einwanderer reaktiviert, bzw bestätigt.
Da liegt dann doch die Frage nahe - was wollen Hardcore-Muslims eigentlich in Frankreich?
Einem Land, das einen schwulen Kultusminister hat, der sogar einen semiautobiographischen Roman - «La mauvaise vie» (Das schlechte Leben) - über seine eigene Knabenliebe verfasst hat?
Mitterrand beschreibt in seinem Buch nicht nur, wie er seine homosexuellen Neigungen entdeckt hat, sondern auch die entsprechenden Erlebnisse mit jungen Knaben in Bordellen in Thailand: «All diese Rituale des Marktes für schöne Jünglinge, des Sklavenmarktes, erregen mich gewaltig. Die verschwenderische Fülle sofort verfügbarer Jungen versetzt mich in einen Zustand der Begierde, den ich nicht mehr bremsen oder verbergen muss.»
Da ich annehme, daß Zair Bel Er diese Ideen auch nicht teilt und er nur mit seinesgleichen spielen will, sollte er vielleicht schleunigst auswandern.
Mittwoch, 29. Juli 2009
Deutsche Spitzentechnik.
Toll Collect („Maut einziehen“) hieß das Megaprojekt, das ab 2002 von der Bundesregierung beauftragt neue Maßstäbe setzen sollte.
Verantwortlich waren zwei der größten und prestigeträchtigsten Konzerne hierzulande - Daimler und Telekom.
Ein schönes Geschäft hatten die beiden Großverdiener da mit der Regierung abgeschlossen; für zwölf Jahre sollten sie jährlich rund 650 Millionen Euro für den Betrieb des Systems erhalten - 7,8 Milliarden Euro und dazu noch die Aussicht das System in Dutzende andere Länder zu exportieren.
Losgehen sollte es 2003 - blöd nur, daß Telekom und Daimler im neoliberalen Sparwahn zwischenzeitlich derartig viele Mitarbeiter und Ingenieure rausgeworfen hatten, daß sie schlicht mehr in der Lage waren das Know How zu entwicklen.
Tarnen, tricksen und Täuschen hieß fortan das Motto von Toll Collect und so stümperte man über drei Jahre von einer technischen Panne zur nächsten.
(Die 650 Millionen hat man aber trotzdem schon mal kassiert)
Statt 2003 gab es die LKW-Maut dann erst ab 2006.
Einige Aufgaben sind offenbar zu schwierig für deutsche Ingenieurskunst.
Das gilt auch für die Königsdisziplin; den Autobau, auf den alle so stolz sind.
Hybridtechnik, Diesel-Rußfilter, Kraftstoffsparsysteme - all das konnten nichtdeutsche Hersteller längst, als man bei Daimler, BMW und VW noch mit Nasebohren, Geldzählen und Eierschaukeln beschäftigt war.
Glücklicherweise gibt es noch die Spitzentechnologie-Ikone Siemens - den größten Elektronikkonzert Europas.
Angela Merkel holte gleich den Oberboss von Pierer als ihren Berater in die Bundesregierung.
Blöd nur, daß sich anschließend herauskristallisierte, daß man im Siemens-Vorstand vor allem mit Schmiergeldzahlungen, Betrug und Bespitzelungen beschäftigt war.
Andererseits hat Merkel auch den Vattenfall-Chef zum Klimaberater der Bundesregierung ernannt - die beliebteste Politikerin Deutschlands weiß, wo man Rat bekommt!
Da kamen dann solch extrem hochkomplizierten Exoten-Technologien wie der Bau von Handys unter die Räder.
Ein mobiles Telefon können Deutsche scheinbar auch nicht bauen.
Ist vielleicht auch nur ein Nischenprodukt - wer benutzt schon sowas?
Da freut es einen doch zu hören, daß ausgerechnet der Siemens-Konzern, der seine Handysparte resigniert an BenQ verscherbeln mußte, inzwischen mit Mobilfunknetzen wieder ordentlich verdient.
Ganz allein haben sie es nicht geschafft - aber in Partnerschaft mit NOKIA - einem anderen insbesondere in Bochum sehr beliebten Elektronik-Konzern - schufen sie NSN - Nokia-Siemens-Networks.
Verdient hat man so richtig im Iran - jaja, auch 53 Millionen Iraner besitzen Handys.
Klar, die Handys selbst kann Siemens natürlich nicht liefern - aber was die Deutschen immer gut trainiert haben ist die Sparte bespitzeln, zensieren und überwachen und so half NSN dem persischen Mobilfunkmonopolisten TCI (Telecommunications Company of Iran) im Auftrag von Achmadinedschad Mobiltelefonate zu überwachen zu manipulieren und sogar Internetfilter zu installieren - nicht, daß die Opposition noch frei an Informationen kommt, die das Regime ihnen nicht zugestehen will.
Dank Siemens sitzen nun die Mullahs etwas fester im Sattel und können gezielter gegen die Opposition vorgehen, die da offenbar die ein oder anderen Zweifel an den Ergebnissen der letzten Präsidentschaftswahl hatte.
Blöd nur, daß jetzt rausgekommen ist, wer dem Regime die Zensur- und Bespitzelungstechnik liefert.
Nokia-Handys liegen seitdem wie Blei in den iranischen Läden.
Um 50 % soll der Umsatz laut eines Berichts des Guardians schon zurück gegangen sein.
Aber das dürfte ja wohl kein neues Problem sein - die Finnen wissen eben wie man sich beliebt macht!
Siemens wird wohl nicht boykottiert - Handys können die ohnehin nicht herstellen und Deutsche sind dann doch zu desinteressiert, um beim Kauf von Wasserkochern oder Staubsaugern zu einer anderen Marke zu greifen…….
Verantwortlich waren zwei der größten und prestigeträchtigsten Konzerne hierzulande - Daimler und Telekom.
Ein schönes Geschäft hatten die beiden Großverdiener da mit der Regierung abgeschlossen; für zwölf Jahre sollten sie jährlich rund 650 Millionen Euro für den Betrieb des Systems erhalten - 7,8 Milliarden Euro und dazu noch die Aussicht das System in Dutzende andere Länder zu exportieren.
Losgehen sollte es 2003 - blöd nur, daß Telekom und Daimler im neoliberalen Sparwahn zwischenzeitlich derartig viele Mitarbeiter und Ingenieure rausgeworfen hatten, daß sie schlicht mehr in der Lage waren das Know How zu entwicklen.
Tarnen, tricksen und Täuschen hieß fortan das Motto von Toll Collect und so stümperte man über drei Jahre von einer technischen Panne zur nächsten.
(Die 650 Millionen hat man aber trotzdem schon mal kassiert)
Statt 2003 gab es die LKW-Maut dann erst ab 2006.
Einige Aufgaben sind offenbar zu schwierig für deutsche Ingenieurskunst.
Das gilt auch für die Königsdisziplin; den Autobau, auf den alle so stolz sind.
Hybridtechnik, Diesel-Rußfilter, Kraftstoffsparsysteme - all das konnten nichtdeutsche Hersteller längst, als man bei Daimler, BMW und VW noch mit Nasebohren, Geldzählen und Eierschaukeln beschäftigt war.
Glücklicherweise gibt es noch die Spitzentechnologie-Ikone Siemens - den größten Elektronikkonzert Europas.
Angela Merkel holte gleich den Oberboss von Pierer als ihren Berater in die Bundesregierung.
Blöd nur, daß sich anschließend herauskristallisierte, daß man im Siemens-Vorstand vor allem mit Schmiergeldzahlungen, Betrug und Bespitzelungen beschäftigt war.
Andererseits hat Merkel auch den Vattenfall-Chef zum Klimaberater der Bundesregierung ernannt - die beliebteste Politikerin Deutschlands weiß, wo man Rat bekommt!
Da kamen dann solch extrem hochkomplizierten Exoten-Technologien wie der Bau von Handys unter die Räder.
Ein mobiles Telefon können Deutsche scheinbar auch nicht bauen.
Ist vielleicht auch nur ein Nischenprodukt - wer benutzt schon sowas?
Da freut es einen doch zu hören, daß ausgerechnet der Siemens-Konzern, der seine Handysparte resigniert an BenQ verscherbeln mußte, inzwischen mit Mobilfunknetzen wieder ordentlich verdient.
Ganz allein haben sie es nicht geschafft - aber in Partnerschaft mit NOKIA - einem anderen insbesondere in Bochum sehr beliebten Elektronik-Konzern - schufen sie NSN - Nokia-Siemens-Networks.
Verdient hat man so richtig im Iran - jaja, auch 53 Millionen Iraner besitzen Handys.
Klar, die Handys selbst kann Siemens natürlich nicht liefern - aber was die Deutschen immer gut trainiert haben ist die Sparte bespitzeln, zensieren und überwachen und so half NSN dem persischen Mobilfunkmonopolisten TCI (Telecommunications Company of Iran) im Auftrag von Achmadinedschad Mobiltelefonate zu überwachen zu manipulieren und sogar Internetfilter zu installieren - nicht, daß die Opposition noch frei an Informationen kommt, die das Regime ihnen nicht zugestehen will.
Dank Siemens sitzen nun die Mullahs etwas fester im Sattel und können gezielter gegen die Opposition vorgehen, die da offenbar die ein oder anderen Zweifel an den Ergebnissen der letzten Präsidentschaftswahl hatte.
Blöd nur, daß jetzt rausgekommen ist, wer dem Regime die Zensur- und Bespitzelungstechnik liefert.
Nokia-Handys liegen seitdem wie Blei in den iranischen Läden.
Um 50 % soll der Umsatz laut eines Berichts des Guardians schon zurück gegangen sein.
Aber das dürfte ja wohl kein neues Problem sein - die Finnen wissen eben wie man sich beliebt macht!
Siemens wird wohl nicht boykottiert - Handys können die ohnehin nicht herstellen und Deutsche sind dann doch zu desinteressiert, um beim Kauf von Wasserkochern oder Staubsaugern zu einer anderen Marke zu greifen…….
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