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Mittwoch, 29. Juli 2009

Deutsche Spitzentechnik.

Toll Collect („Maut einziehen“) hieß das Megaprojekt, das ab 2002 von der Bundesregierung beauftragt neue Maßstäbe setzen sollte.
Verantwortlich waren zwei der größten und prestigeträchtigsten Konzerne hierzulande - Daimler und Telekom.
Ein schönes Geschäft hatten die beiden Großverdiener da mit der Regierung abgeschlossen; für zwölf Jahre sollten sie jährlich rund 650 Millionen Euro für den Betrieb des Systems erhalten - 7,8 Milliarden Euro und dazu noch die Aussicht das System in Dutzende andere Länder zu exportieren.
Losgehen sollte es 2003 - blöd nur, daß Telekom und Daimler im neoliberalen Sparwahn zwischenzeitlich derartig viele Mitarbeiter und Ingenieure rausgeworfen hatten, daß sie schlicht mehr in der Lage waren das Know How zu entwicklen.
Tarnen, tricksen und Täuschen hieß fortan das Motto von Toll Collect und so stümperte man über drei Jahre von einer technischen Panne zur nächsten.
(Die 650 Millionen hat man aber trotzdem schon mal kassiert)
Statt 2003 gab es die LKW-Maut dann erst ab 2006.

Einige Aufgaben sind offenbar zu schwierig für deutsche Ingenieurskunst.
Das gilt auch für die Königsdisziplin; den Autobau, auf den alle so stolz sind.
Hybridtechnik, Diesel-Rußfilter, Kraftstoffsparsysteme - all das konnten nichtdeutsche Hersteller längst, als man bei Daimler, BMW und VW noch mit Nasebohren, Geldzählen und Eierschaukeln beschäftigt war.

Glücklicherweise gibt es noch die Spitzentechnologie-Ikone Siemens - den größten Elektronikkonzert Europas.
Angela Merkel holte gleich den Oberboss von Pierer als ihren Berater in die Bundesregierung.

Blöd nur, daß sich anschließend herauskristallisierte, daß man im Siemens-Vorstand vor allem mit Schmiergeldzahlungen, Betrug und Bespitzelungen beschäftigt war.

Andererseits hat Merkel auch den Vattenfall-Chef zum Klimaberater der Bundesregierung ernannt - die beliebteste Politikerin Deutschlands weiß, wo man Rat bekommt!

Da kamen dann solch extrem hochkomplizierten Exoten-Technologien wie der Bau von Handys unter die Räder.
Ein mobiles Telefon können Deutsche scheinbar auch nicht bauen.
Ist vielleicht auch nur ein Nischenprodukt - wer benutzt schon sowas?

Da freut es einen doch zu hören, daß ausgerechnet der Siemens-Konzern, der seine Handysparte resigniert an BenQ verscherbeln mußte, inzwischen mit Mobilfunknetzen wieder ordentlich verdient.

Ganz allein haben sie es nicht geschafft - aber in Partnerschaft mit NOKIA - einem anderen insbesondere in Bochum sehr beliebten Elektronik-Konzern - schufen sie NSN - Nokia-Siemens-Networks.

Verdient hat man so richtig im Iran - jaja, auch 53 Millionen Iraner besitzen Handys.

Klar, die Handys selbst kann Siemens natürlich nicht liefern - aber was die Deutschen immer gut trainiert haben ist die Sparte bespitzeln, zensieren und überwachen und so half NSN dem persischen Mobilfunkmonopolisten TCI (Telecommunications Company of Iran) im Auftrag von Achmadinedschad Mobiltelefonate zu überwachen zu manipulieren und sogar Internetfilter zu installieren - nicht, daß die Opposition noch frei an Informationen kommt, die das Regime ihnen nicht zugestehen will.

Dank Siemens sitzen nun die Mullahs etwas fester im Sattel und können gezielter gegen die Opposition vorgehen, die da offenbar die ein oder anderen Zweifel an den Ergebnissen der letzten Präsidentschaftswahl hatte.

Blöd nur, daß jetzt rausgekommen ist, wer dem Regime die Zensur- und Bespitzelungstechnik liefert.
Nokia-Handys liegen seitdem wie Blei in den iranischen Läden.

Um 50 % soll der Umsatz laut eines Berichts des Guardians schon zurück gegangen sein.
Aber das dürfte ja wohl kein neues Problem sein - die Finnen wissen eben wie man sich beliebt macht!
Siemens wird wohl nicht boykottiert - Handys können die ohnehin nicht herstellen und Deutsche sind dann doch zu desinteressiert, um beim Kauf von Wasserkochern oder Staubsaugern zu einer anderen Marke zu greifen…….

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