Posts mit dem Label Florida werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Florida werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 13. September 2009
Der Christ des Tages Teil IX
Charles Joseph Crist fehlt ein “h” an entscheidender Stelle des Nachnamens.
Dieses Manko kompensiert er aber mit „Vitamin B“.
Als Parteifreund des GOP-Mannes Jeb Bush zog er 2003 als Minister in das Kabinett Floridas ein.
Einige werden sich noch erinnern; der Gouverneur der Jahre 1999 - 2007 hat einen leidlich bekannten älteren Bruder, dem er im Jahr 2000 in einen nicht ganz unwichtigen Job verhalf, indem er dieses lästig demokratische Stimmen-Auszählen stoppte.
Man hilft sich eben in der Familie.
Charles Crist wurde 2006 gewählt und folgte Jeb Bush 2007 ins Gouverneur-Amt.
Auch er greift zu familiärer Hilfe. Ein mächtiger (Namens-)Vetter steht ihm zur Seite:
Jesus Christ!
Denn er war es, der Florida seit dem Amtsantritt von Hurricanes verschont hat!
Zu verdanken hat man das natürlich nur dem republikanischen Gouverneur, der extra dafür Zettelchen in die Jerusalemer Klagemauer steckte:
Crist said he isn't trying to take credit, but he told a group of real estate agents Friday that he's had prayer notes placed in the Western Wall in Jerusalem each year and no major storms have hit Florida. Crist noted that just before his election in 2006, Florida had been affected by a total of eight hurricanes in 2004 and 2005.
Ein genialer Kniff des Christlichen Crist, der auf die Effektivität seiner Gebete hinweist.
Acht schlimme Stürme in Florida von 2004 bis 2005 und seitdem Crist seinen Namensvetter einbezieht, kein Einziger mehr.
Da bauen andere Regierungen umständlich Dämme und beginnen womöglich noch aktiv gegen den Klimawandel zu kämpfen, während es doch auch ein simpler kleiner Zettel mit der Aufschrift "Dear God, please protect our Florida from storms and other difficulties. Charlie." tut!
Keine Wetterkatastrophen mehr seit dem.
Der schlaue Crist ließ auch in den folgenden Jahren diese effektiven Zettel in die Klagemauer stecken - wieder mit Erfolg.
Und wie bescheiden er ist - die Verschonung Floridas von großen Katastrophen heftet er sich nicht einmal ans eigene Revers:
Afterward, he said he's not taking credit for the lack of storms in this hurricane-prone state. "I give that to God," Crist said. "But it's nice."
Dieses Manko kompensiert er aber mit „Vitamin B“.
Als Parteifreund des GOP-Mannes Jeb Bush zog er 2003 als Minister in das Kabinett Floridas ein.
Einige werden sich noch erinnern; der Gouverneur der Jahre 1999 - 2007 hat einen leidlich bekannten älteren Bruder, dem er im Jahr 2000 in einen nicht ganz unwichtigen Job verhalf, indem er dieses lästig demokratische Stimmen-Auszählen stoppte.
Man hilft sich eben in der Familie.
Charles Crist wurde 2006 gewählt und folgte Jeb Bush 2007 ins Gouverneur-Amt.
Auch er greift zu familiärer Hilfe. Ein mächtiger (Namens-)Vetter steht ihm zur Seite:
Jesus Christ!
Denn er war es, der Florida seit dem Amtsantritt von Hurricanes verschont hat!
Zu verdanken hat man das natürlich nur dem republikanischen Gouverneur, der extra dafür Zettelchen in die Jerusalemer Klagemauer steckte:
Crist said he isn't trying to take credit, but he told a group of real estate agents Friday that he's had prayer notes placed in the Western Wall in Jerusalem each year and no major storms have hit Florida. Crist noted that just before his election in 2006, Florida had been affected by a total of eight hurricanes in 2004 and 2005.
Ein genialer Kniff des Christlichen Crist, der auf die Effektivität seiner Gebete hinweist.
Acht schlimme Stürme in Florida von 2004 bis 2005 und seitdem Crist seinen Namensvetter einbezieht, kein Einziger mehr.
Da bauen andere Regierungen umständlich Dämme und beginnen womöglich noch aktiv gegen den Klimawandel zu kämpfen, während es doch auch ein simpler kleiner Zettel mit der Aufschrift "Dear God, please protect our Florida from storms and other difficulties. Charlie." tut!
Keine Wetterkatastrophen mehr seit dem.
Der schlaue Crist ließ auch in den folgenden Jahren diese effektiven Zettel in die Klagemauer stecken - wieder mit Erfolg.
Und wie bescheiden er ist - die Verschonung Floridas von großen Katastrophen heftet er sich nicht einmal ans eigene Revers:
Afterward, he said he's not taking credit for the lack of storms in this hurricane-prone state. "I give that to God," Crist said. "But it's nice."
Donnerstag, 6. November 2008
Rassistische Betrachtung.
Wie nicht anders zu erwarten, sind heute weltweit alle Zeitungen voll mit Obama-Berichten.
Die deutsche Presse macht da keine Ausnahme.
Verblüffend ist manchmal die aufklärerische Attitüde, mit der dem Leser erklärt werden soll „wer eigentlich dieser Obama ist“.
Das nach zwei Jahren Dauerwahlkampf, in dem jedes erdenkliche Detail aus der Vita Obamas durchgekaut wurde. Seinen Lebenslauf kenne ich besser als meinen eigenen.
Ich hatte den künftigen amerikanischen Präsidenten mehrfach dafür kritisiert, daß er für meinen Geschmack zu vage ist.
In seinen Ansprachen klang es mir immer, als ob er zwar Probleme aufzeigt und formuliert, welche Ziele wünschenswert wären, aber WIE das zu erreichen ist, sagte er nicht.
Wer hätte den auch nicht gerne Frieden zwischen Israel und Palästina? Wer wünschte sich keinen Abzug der US-Truppen aus dem Irak und eine stabile friedliche Zukunft in Bagdad?
Wer erhofft sich nicht die Rettung des Weltklimas?
Es gibt zu diesen Fragen aber keine einfachen Antworten und es wäre auch nicht realistisch sie von Obama zu erwarten.
Schwer zu beurteilen, ob er überhaupt konkreter hätte sein können.
Es ist schon auffällig, daß er bei Abstimmungen sowohl im US-Senat, als auch im Senat von Illinois oft keine Position bezog, nur „present“ klickte, statt „yes“ oder „no“.
Er hat auch nie einen Senatsausschuß geleitet - üblicherweise DIE Politwaffe schlechthin für einen Senator. Aber mit jeder Festlegung schafft man sich auch Feinde.
In einigen weltanschaulichen Positionen überzeugt mich der Nochsenator aus Illinois ebenfalls nicht.
Alles Positionen, die ich diametral anders sehe.
Tatsache ist aber auch, daß jemand, der atheistisch daher kommt, oder generell privaten Waffenbesitz verbieten will, (…) nicht den Hauch einer Chance hätte US-Präsident zu werden.
Realistisch gesehen hatte also kein Kandidat die Möglichkeit diese Positionen nicht zu beziehen.
Was davon Taktik war und was echte Überzeugungen, werden wir möglicherweise peu à peu die nächsten Jahre merken.
Unterm Strich fand ich die heutigen Wahlberichterstattungen der deutschen Zeitungen fast alle recht gut - Ausnahmen wie der peinlich-gönnerische „Yes we can Freunde werden“ BILD-Titel bestätigen die Regel.
Es ist müßig die Problemfelder in diesem Blog en detail durch zu deklinieren; dazu gibt es heute ohnehin eine Millionen ausführliche Artikel.
In 95% davon steht richtigerweise:
1.) Ohne die Megafinanzkrise der letzten Wochen hätte es womöglich nicht für Obama gereicht - Ökonomie was DAS Thema.
2.) Ohne die extreme Unbeliebtheit Bushs hätten es die GOPse erheblich leichter gehabt.
3.) So ein Erdrutsch, wie es die Wahlmännermehrheit suggeriert, war es nun auch wieder nicht.
Da war viel Glück im Spiel: Die 11 Wahlmänner aus Indiana gewann Obama mit 1,367,264 zu 1,341,101 Stimmen. In Florida waren es 4,1 zu 3,9 Mio Stimmen, um Obama die 27 Wahlmänner zu verschaffen. Virginia (13 e.v.) 1,7 zu 1,6 Mio zugunsten Obamas. Etc.
Die Erwartungen der Amerikaner und der ganzen Welt, die nun auf dem 44. Präsidenten liegen, sind gigantisch und höchstwahrscheinlich unerfüllbar.
Nahezu jeder Politreporter schreibt über Obama, daß er zuhören könne. Wenn das stimmen sollte, wäre es allerdings ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem Vorgänger.
Bush war ja nicht nur beratungsresistent, sondern realitätsresistent.
Ganz offensichtlich hat er bis heute die größten Probleme des Planeten nicht zur Kenntnis genommen und sie dadurch noch verschärft.
Da kann es nur besser werden.
Ein Zahlenpaar, das in fast allen Artikel vorkommt, ist 55:43 Prozent für McCain bei den weißen Wählern.
Das wird sowohl als Contra, als auch als Pro-Argument für den Einfluss des „Rassenarguments“ bei der Wahlentscheidung angeführt:
Ja, die Weißen waren die einzige Gruppe, die mit deutlicher Mehrheit gegen Obama stimmte.
Nein, im Vergleich zu Gore und Kerry hat Obama in dieser Gruppe sogar mehr Stimmen geholt.
Aber ist es nicht auch irgendwie Rassismus, wenn 95 % der Farbigen FÜR den Demokraten stimmten?
Oder hatten etwa ZUFÄLLIG nur 5 % der Schwarzen mehr Sympathien für das GOP-Wahlprogramm?
Betrachtet man die Hispanics/Latinos als homogene Gruppe (wieso ist das eigentlich zulässig?), stimmten 2/3 für Obama.
Weil ihnen das demokratische Wirtschaftsprogramm besser gefiel?
Weil sie alle Palin nicht mochten?
Oder war es nicht eher eine quasi blinde Solidarität mit einem Mann, der ebenfalls einer Minderheit angehört?
Geht es in unserem grenzenlosen deutschen Obama-Jubel nicht auch um eine Portion Rassismus, wenn auch sogenannten „positiven Rassismus“?
Ich muß mir wohl den Schuh anziehen; ja ich gebe zu, daß ich es toll finde, daß ein Schwarzer Präsident der USA wird. Obwohl ich gleichzeitig behaupte, daß die Rasse überhaupt kein Kriterium für die Eignung ist.
Also, wieso ist es dann gut, daß Obama kein Weißer ist?
Wegen der Symbolik natürlich, wird da die Antwort lauten.
Der Unterschied zu GWB ist so besonders deutlich.
Der Demokrat aus Ohio, mehrfach schon Präsidentschaftskandidat, wäre ein tatsächliches Kontrastprogramm.
Ein wirklicher Liberaler nämlich, der sich was traut, der kompromisslos für Frieden eintritt, Rechte für Schwule einfordert, gegen Kriegseinsätze stimmt, etc .
Lauter nette Züge. Er ist sogar Veganer.
Aber weiß und 62 Jahre alt - in etwa wie Bush also.
Und zum Schluß eine Frage, die ich auch nicht recht beantworten kann:
Demnach steht es 50:50 und man könnte doch mit demselben Recht Obama als weiß bezeichnen.
Was ist denn das überhaupt wieder für ein Schwachsinn?
Weiß ist man nur, wenn beide Eltern weiß sind, alle Mischlinge gelten automatisch als schwarz?
Ab wann wird man denn wieder weiß?
Wenn drei von vier Großelternteilen weiß sind?
Oder müssen es gar 7 von 8 Urgroßelternteilen sein?
Ab wie viel Prozent Erbmasse ist „das Schwarze“ zu vernachlässigen?
Oder bleibt man für immer „unrein“?
Wieso sehen wir stundenlang Berichte über Obamas Herkunftsort Kogelo in Kenia?
Das sind seine Wurzeln? Genauso berechtigt wäre es doch aus Kansas zu berichten - wo seine Mutter herkommt.
Dies scheint mir nun wirklich RASSISMUS zu sein, weil hier schwarz und weiß unterschiedlich definiert werden.
Können wir uns nicht endlich damit abfinden, daß die nazistische Rassenlehre ein kompletter SCHWACHSINN war und wir alle nicht „rein“ sind?
Ich stamme beispielsweise aus einem binationalen Elternhaus.
Es ist sogar bikontinental.
Laut CDU kann ich aber keine zwei Staatsbürgerschaften haben, weil das „schizophren“ wäre; man könne nicht zwei Solidaritäten haben, hieß es aus dem Hause Schäuble.
Also habe ich nur eine Staatsbürgerschaft und das ist nicht die des Landes, in dem ich geboren wurde und in dem ich lebe.
Bullshit! Aus welchen dumpfen Tiefen kommen solche Ideen?
Wieso muß man das in eine Schablone pressen und sich zu einer Herkunft "bekennen"?
Stimmte die CDU-Ansicht müßte jeder schizophren sein, da man immer das Erbe von Mutter UND Vater in sich trägt. Nicht notwendigerweise sind diese beiden genetischen Erbsätze sehr ähnlich. Im Gegenteil, wenn sie sich SEHR ähnlich sind, Mutter und Vater zum Beispiel Geschwister sind, ist es auch nicht wirklich ideal!
Idiotisch, daß diese Etiketten nach Staatsbürgerschaft und Rasse verlangt werden.
Die deutsche Presse macht da keine Ausnahme.
Verblüffend ist manchmal die aufklärerische Attitüde, mit der dem Leser erklärt werden soll „wer eigentlich dieser Obama ist“.
Das nach zwei Jahren Dauerwahlkampf, in dem jedes erdenkliche Detail aus der Vita Obamas durchgekaut wurde. Seinen Lebenslauf kenne ich besser als meinen eigenen.
Ich hatte den künftigen amerikanischen Präsidenten mehrfach dafür kritisiert, daß er für meinen Geschmack zu vage ist.
In seinen Ansprachen klang es mir immer, als ob er zwar Probleme aufzeigt und formuliert, welche Ziele wünschenswert wären, aber WIE das zu erreichen ist, sagte er nicht.
Wer hätte den auch nicht gerne Frieden zwischen Israel und Palästina? Wer wünschte sich keinen Abzug der US-Truppen aus dem Irak und eine stabile friedliche Zukunft in Bagdad?
Wer erhofft sich nicht die Rettung des Weltklimas?
Es gibt zu diesen Fragen aber keine einfachen Antworten und es wäre auch nicht realistisch sie von Obama zu erwarten.
Schwer zu beurteilen, ob er überhaupt konkreter hätte sein können.
Es ist schon auffällig, daß er bei Abstimmungen sowohl im US-Senat, als auch im Senat von Illinois oft keine Position bezog, nur „present“ klickte, statt „yes“ oder „no“.
Er hat auch nie einen Senatsausschuß geleitet - üblicherweise DIE Politwaffe schlechthin für einen Senator. Aber mit jeder Festlegung schafft man sich auch Feinde.
In einigen weltanschaulichen Positionen überzeugt mich der Nochsenator aus Illinois ebenfalls nicht.
Euphemistisch formuliert.
Ja zur Todesstrafe, wohlwollende Überlegungen die Grenzen Pakistans oder Syriens zu verletzen, kein Waffenverbot in den USA, Nein zu vollen Rechten für gays, Betonung der eigenen christlichen Gläubigkeit, etc.Alles Positionen, die ich diametral anders sehe.
Tatsache ist aber auch, daß jemand, der atheistisch daher kommt, oder generell privaten Waffenbesitz verbieten will, (…) nicht den Hauch einer Chance hätte US-Präsident zu werden.
Realistisch gesehen hatte also kein Kandidat die Möglichkeit diese Positionen nicht zu beziehen.
Was davon Taktik war und was echte Überzeugungen, werden wir möglicherweise peu à peu die nächsten Jahre merken.
Unterm Strich fand ich die heutigen Wahlberichterstattungen der deutschen Zeitungen fast alle recht gut - Ausnahmen wie der peinlich-gönnerische „Yes we can Freunde werden“ BILD-Titel bestätigen die Regel.
Es ist müßig die Problemfelder in diesem Blog en detail durch zu deklinieren; dazu gibt es heute ohnehin eine Millionen ausführliche Artikel.
In 95% davon steht richtigerweise:
1.) Ohne die Megafinanzkrise der letzten Wochen hätte es womöglich nicht für Obama gereicht - Ökonomie was DAS Thema.
2.) Ohne die extreme Unbeliebtheit Bushs hätten es die GOPse erheblich leichter gehabt.
3.) So ein Erdrutsch, wie es die Wahlmännermehrheit suggeriert, war es nun auch wieder nicht.
Da war viel Glück im Spiel: Die 11 Wahlmänner aus Indiana gewann Obama mit 1,367,264 zu 1,341,101 Stimmen. In Florida waren es 4,1 zu 3,9 Mio Stimmen, um Obama die 27 Wahlmänner zu verschaffen. Virginia (13 e.v.) 1,7 zu 1,6 Mio zugunsten Obamas. Etc.
Die Erwartungen der Amerikaner und der ganzen Welt, die nun auf dem 44. Präsidenten liegen, sind gigantisch und höchstwahrscheinlich unerfüllbar.
Nahezu jeder Politreporter schreibt über Obama, daß er zuhören könne. Wenn das stimmen sollte, wäre es allerdings ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem Vorgänger.
Bush war ja nicht nur beratungsresistent, sondern realitätsresistent.
Ganz offensichtlich hat er bis heute die größten Probleme des Planeten nicht zur Kenntnis genommen und sie dadurch noch verschärft.
Da kann es nur besser werden.
Ein Zahlenpaar, das in fast allen Artikel vorkommt, ist 55:43 Prozent für McCain bei den weißen Wählern.
Das wird sowohl als Contra, als auch als Pro-Argument für den Einfluss des „Rassenarguments“ bei der Wahlentscheidung angeführt:
Ja, die Weißen waren die einzige Gruppe, die mit deutlicher Mehrheit gegen Obama stimmte.
Nein, im Vergleich zu Gore und Kerry hat Obama in dieser Gruppe sogar mehr Stimmen geholt.
Aber ist es nicht auch irgendwie Rassismus, wenn 95 % der Farbigen FÜR den Demokraten stimmten?
Oder hatten etwa ZUFÄLLIG nur 5 % der Schwarzen mehr Sympathien für das GOP-Wahlprogramm?
Betrachtet man die Hispanics/Latinos als homogene Gruppe (wieso ist das eigentlich zulässig?), stimmten 2/3 für Obama.
Weil ihnen das demokratische Wirtschaftsprogramm besser gefiel?
Weil sie alle Palin nicht mochten?
Oder war es nicht eher eine quasi blinde Solidarität mit einem Mann, der ebenfalls einer Minderheit angehört?
Geht es in unserem grenzenlosen deutschen Obama-Jubel nicht auch um eine Portion Rassismus, wenn auch sogenannten „positiven Rassismus“?
Ich muß mir wohl den Schuh anziehen; ja ich gebe zu, daß ich es toll finde, daß ein Schwarzer Präsident der USA wird. Obwohl ich gleichzeitig behaupte, daß die Rasse überhaupt kein Kriterium für die Eignung ist.
Also, wieso ist es dann gut, daß Obama kein Weißer ist?
Wegen der Symbolik natürlich, wird da die Antwort lauten.
Der Unterschied zu GWB ist so besonders deutlich.
Hanebüchen eigentlich.
Wäre Dennis John Kucinich jetzt „president - elect“, könnten wir wirklich staunen.Der Demokrat aus Ohio, mehrfach schon Präsidentschaftskandidat, wäre ein tatsächliches Kontrastprogramm.
Ein wirklicher Liberaler nämlich, der sich was traut, der kompromisslos für Frieden eintritt, Rechte für Schwule einfordert, gegen Kriegseinsätze stimmt, etc .
Lauter nette Züge. Er ist sogar Veganer.
Aber weiß und 62 Jahre alt - in etwa wie Bush also.
Und zum Schluß eine Frage, die ich auch nicht recht beantworten kann:
Wieso ist Obama eigentlich für jeden
Schreiberling der Welt ein Schwarzer?
Ein Elternteil ist weiß, einer schwarz.Schreiberling der Welt ein Schwarzer?
Demnach steht es 50:50 und man könnte doch mit demselben Recht Obama als weiß bezeichnen.
Was ist denn das überhaupt wieder für ein Schwachsinn?
Weiß ist man nur, wenn beide Eltern weiß sind, alle Mischlinge gelten automatisch als schwarz?
Ab wann wird man denn wieder weiß?
Wenn drei von vier Großelternteilen weiß sind?
Oder müssen es gar 7 von 8 Urgroßelternteilen sein?
Ab wie viel Prozent Erbmasse ist „das Schwarze“ zu vernachlässigen?
Oder bleibt man für immer „unrein“?
Wieso sehen wir stundenlang Berichte über Obamas Herkunftsort Kogelo in Kenia?
Das sind seine Wurzeln? Genauso berechtigt wäre es doch aus Kansas zu berichten - wo seine Mutter herkommt.
Dies scheint mir nun wirklich RASSISMUS zu sein, weil hier schwarz und weiß unterschiedlich definiert werden.
Können wir uns nicht endlich damit abfinden, daß die nazistische Rassenlehre ein kompletter SCHWACHSINN war und wir alle nicht „rein“ sind?
Ich stamme beispielsweise aus einem binationalen Elternhaus.
Es ist sogar bikontinental.
Laut CDU kann ich aber keine zwei Staatsbürgerschaften haben, weil das „schizophren“ wäre; man könne nicht zwei Solidaritäten haben, hieß es aus dem Hause Schäuble.
Also habe ich nur eine Staatsbürgerschaft und das ist nicht die des Landes, in dem ich geboren wurde und in dem ich lebe.
Bullshit! Aus welchen dumpfen Tiefen kommen solche Ideen?
Wieso muß man das in eine Schablone pressen und sich zu einer Herkunft "bekennen"?
Stimmte die CDU-Ansicht müßte jeder schizophren sein, da man immer das Erbe von Mutter UND Vater in sich trägt. Nicht notwendigerweise sind diese beiden genetischen Erbsätze sehr ähnlich. Im Gegenteil, wenn sie sich SEHR ähnlich sind, Mutter und Vater zum Beispiel Geschwister sind, ist es auch nicht wirklich ideal!
Idiotisch, daß diese Etiketten nach Staatsbürgerschaft und Rasse verlangt werden.
Mittwoch, 5. November 2008
Glückwunsch
Na, das war ja eine Nacht!
Ich befürchte, daß ich das ein oder andere mal in diesem Blog nicht voller Enthusiasmus und Bewunderung über Amerika geschrieben habe.
Was die Wähler 2004 verzapft haben, ist auch nach wie vor unverzeihlich.
Wie konnte man die GOP’se nur bestätigen, nachdem Bush schon vier Jahre gezeigt hatte, wie er regiert?
Wieso war da keine Einsicht?
Aber besser spät als nie.
Heute haben Bush und die seinen einen richtigen Schlag mit dem Vorschlaghammer auf den Kopf bekommen. Tout Amerika jubelt und man meint, daß es vor allem der Jubel darüber ist, daß die elenden letzten acht Jahre abgeschlossen sind.
Ein Rumgezittere an den maroden Wahlmaschinen wie 2000 in Florida und 2004 in Ohio wollte man sich diesmal erst gar nicht antun.
Die Demokraten jagten der Bush-Partei gleich mehrere Staaten ab: Ohio, Florida, Virginia, Iowa, Colorado, Nevada, New Mexico. Womöglich auch Indiana, North Carolina und Montana - dort ist noch nicht ganz ausgezählt; aber überall führt Obama knapp.
Um den Neocons und Hassstrategen wie Steve Schmidt und Karl Rove zu verdeutlichen, daß es hier nicht nur um eine Personalentscheidung ging, wurde ebenfalls in beiden Parlamentskammern die GOP geschrumpft.
Ich würde gerne einmal die Gesichter der alten Haudegen wie Rumsfeld, Cheney, Kagan, Wolfowitz, Perle, etc sehen.
Diejenigen, die noch vor sieben Jahren dachten nun für immer an der Macht zu sein und sich alles erlauben zu können. Von republikanischer Dominanz für Generationen wurde gefaselt.
So kann man sich irren.
Natürlich ist Amerika nicht über Nacht ein liberales Land geworden.
Man sieht das unter anderem daran, daß in den Staaten, in denen es Ballot Measures gab, also Abstimmungen zu bestimmten Themen, sich die konservative Linie weitgehend durchsetzte. Spezielle Eingaben, um die Homoehe zu verbieten (ban on gay marriage) wurden mit deutlichen Mehrheiten in Arizona, Arkansas, Kalifornien und Florida klar bestätigt.
(Prop. 8 in Kalifornien ist allerdings noch nicht ausgezählt)
Obamas außenpolitischen Ansichten, die man bisher kennt, sind ebenfalls nicht alle Begeisterung auslösend. Populistische antirussische Töne, sowie die (wahnsinnige) Idee Pakistan anzugreifen, hörte man auch von ihm.
Ich hoffe, daß Joe Biden davor ist.
Ich hoffe auch, daß Obama nicht beratungsresistent ist, wie ein gewisser Vorgänger.
Auf Amerika und die Politik des Weißen Hauses werde ich auch zukünftig ein waches Auge haben und sicherlich eine Menge kritisieren.
Für heute ziehe ich aber ausnahmsweise mal den Hut dafür, daß Palin zurück nach Alaska geschickt wurde, daß McCain ins Altersheim kommt, daß der Bradley-Effekt ad absurdum geführt wurde und daß etwas Neues gewagt wurde. Es kann nur besser werden.
Daher auch Schluß mit den Palin-Bildern auf meinem Blog!
Ich befürchte, daß ich das ein oder andere mal in diesem Blog nicht voller Enthusiasmus und Bewunderung über Amerika geschrieben habe.
Was die Wähler 2004 verzapft haben, ist auch nach wie vor unverzeihlich.
Wie konnte man die GOP’se nur bestätigen, nachdem Bush schon vier Jahre gezeigt hatte, wie er regiert?
Wieso war da keine Einsicht?
Aber besser spät als nie.
Heute haben Bush und die seinen einen richtigen Schlag mit dem Vorschlaghammer auf den Kopf bekommen. Tout Amerika jubelt und man meint, daß es vor allem der Jubel darüber ist, daß die elenden letzten acht Jahre abgeschlossen sind.
Ein Rumgezittere an den maroden Wahlmaschinen wie 2000 in Florida und 2004 in Ohio wollte man sich diesmal erst gar nicht antun.
Die Demokraten jagten der Bush-Partei gleich mehrere Staaten ab: Ohio, Florida, Virginia, Iowa, Colorado, Nevada, New Mexico. Womöglich auch Indiana, North Carolina und Montana - dort ist noch nicht ganz ausgezählt; aber überall führt Obama knapp.
Um den Neocons und Hassstrategen wie Steve Schmidt und Karl Rove zu verdeutlichen, daß es hier nicht nur um eine Personalentscheidung ging, wurde ebenfalls in beiden Parlamentskammern die GOP geschrumpft.
Ich würde gerne einmal die Gesichter der alten Haudegen wie Rumsfeld, Cheney, Kagan, Wolfowitz, Perle, etc sehen.
Diejenigen, die noch vor sieben Jahren dachten nun für immer an der Macht zu sein und sich alles erlauben zu können. Von republikanischer Dominanz für Generationen wurde gefaselt.
So kann man sich irren.
Natürlich ist Amerika nicht über Nacht ein liberales Land geworden.
Man sieht das unter anderem daran, daß in den Staaten, in denen es Ballot Measures gab, also Abstimmungen zu bestimmten Themen, sich die konservative Linie weitgehend durchsetzte. Spezielle Eingaben, um die Homoehe zu verbieten (ban on gay marriage) wurden mit deutlichen Mehrheiten in Arizona, Arkansas, Kalifornien und Florida klar bestätigt.
(Prop. 8 in Kalifornien ist allerdings noch nicht ausgezählt)
Obamas außenpolitischen Ansichten, die man bisher kennt, sind ebenfalls nicht alle Begeisterung auslösend. Populistische antirussische Töne, sowie die (wahnsinnige) Idee Pakistan anzugreifen, hörte man auch von ihm.
Ich hoffe, daß Joe Biden davor ist.
Ich hoffe auch, daß Obama nicht beratungsresistent ist, wie ein gewisser Vorgänger.
Auf Amerika und die Politik des Weißen Hauses werde ich auch zukünftig ein waches Auge haben und sicherlich eine Menge kritisieren.
Für heute ziehe ich aber ausnahmsweise mal den Hut dafür, daß Palin zurück nach Alaska geschickt wurde, daß McCain ins Altersheim kommt, daß der Bradley-Effekt ad absurdum geführt wurde und daß etwas Neues gewagt wurde. Es kann nur besser werden.
Daher auch Schluß mit den Palin-Bildern auf meinem Blog!
Sonntag, 26. Oktober 2008
Was jetzt wirklich wichtig ist.
Ist das nicht der beschissenste und undankbarste Job der Welt?
Ein Land zu regieren, das im Rest der Welt so verhasst ist wie kaum ein Anderes?
Das Image ist im weltweiten Negativranking noch hinter Nordkorea abgerutscht.
Einen Staatshaushalt zu übernehmen, der beispiellos gegen die Wand gefahren ist?
A. Woltersdorf: Es ist ein Hohn, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain nicht müde wird, die Demokraten als "big spender" und als Verkörperung des aufgeblähten und Geld verschwendenden Staates zu porträtieren. Denn nach acht Jahren republikanischer Administration steigt das Staatsdefizit nun auf ein Rekordniveau von 454,8 Milliarden US-Dollar.
In nicht gewinnbare Kriege verstrickt zu sein?
Einem Volk vorzustehen, das von Waffen besessen ist, mehrheitlich glaubt die Erde sei vor 6000 Jahren geschaffen worden und unter dem Begriff „Moral“ versteht, daß man Frauen und Schwule kriminalisiert?
Völlig ineffektive und marode Sozial- , Bildungs- und Gesundheitssysteme zu erben?
Nicht zu vergessen, daß es mit der persönlichen Sicherheit und der der ganzen Familie für immer vorbei ist - gerne werden politische Führer erschossen.
Verblüffend, daß überhaupt jemand diesen Job machen will. Obwohl vorm Oval Office schon die globalen Katastrophen Schlange stehen.
Aber vielleicht sehen die Damen und Herren Bewerber das ja auch etwas anders als ich. Prioritäten werden jenseits des Atlantiks bekanntlich ganz anders gesetzt.
Ein Beispiel ist der höchst ehrenwerte Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court of the United States. Hier werden nur die absolut Staats-relevanten Wichtigkeiten verhandelt.
Die Obersten Richter können jedes Anliegen ohne Begründung ablehnen - nur weil sie persönlich den Gegenstand als nicht absolut richtungsweisend ansehen - es gibt schließlich noch in jedem einzelnen Bundesstaat einen „Supreme Court“ - 50 weitere Höchste Gerichte, die auch etwas zu tun haben sollen.
Kommt es zu Verhandlungen, sind diese höchst zeremoniell.
Nur speziell zugelassene Anwälte dürfen sprechen nachdem ein oberster Marshall hammerschlagend eine Sitzung eröffnet:
Die neun Superrichter sind echte Ikonen - unkündbar und ernannt auf Lebenszeit.
John Paul Stevens beispielsweise, 88 Jahre alt, wurde noch von Gerald Ford ernannt.
Vier wurden von einem Bush ernannt, zwei von Reagan, zwei von Clinton.
Welche Angelegenheiten sind nun aber dermaßen immens übermäßig wichtig und bedeutend, daß sich diese Gremium der edelsten Juristen dazu herab lässt sich mit Ihnen zu beschäftigen?
Rund um die Welt kennt man einige der Urteile, so zum Beispiel Roe v. Wade vom 22. Januar 1973 , als die Richter entschieden Schwangerschaftsabbruch sei ein Grundrecht als Folge des in der Verfassung implizierten Rechts auf Privatsphäre. Ein Urteil, dessen Verdammung in keiner GOP-Wahlkampfrede seit 35 fehlt. Der Stachel im Fleisch der Republikaner.
Ein anderes berühmtes Urteil, gefiel den GOPsen da schon bedeutend besser: Im Jahr 2000 entschieden die Richter im Fall Bush v. Gore, daß ersterer US-Präsident wird, obwohl in Florida das Wahlchaos ausgebrochen war und Gore landesweit 550.000 Stimmen mehr als Bush bekommen hatte.
Und im Jahr der allgemeinen Giga-Krisen?
Was verhandeln die neun Lichtgestalten des Rechts im Jahr 2008?
Es geht um "Fleeting expletives" ("flüchtige Kraftausdrücke") im täglichen Leben!
Darf ein Amerikaner öffentlich sagen „that was fucking good“, ohne daß die zuständige Kontrollbehörde, die Federal Communications Commission (FCC) das als Straftat maßregelt?
Nippel gehen ja schon mal nicht.
Aber was ist mit „fuck“?
Wichtig zu wissen ist, daß „to fuck“ nicht etwa mit „ficken“ übersetzt werden sollte - wie schon MRR gelegentlich im ZDF ausführte, ist „to fuck“ im angelsächsischem Sprachraum derart geläufig, daß es höchsten „vögeln“ entspricht.
Aber mit den losen Sitten ist es nun vorbei seit GW Bush regiert.
Die Welt belügen, Kriege anzetteln, Hundertausende Unschuldige killen, den Staatshaushalt ruinieren, KZ-artige rechtsfreie Gefangenenlager errichten, systematisch foltern - nun ja, das sind doch alles Petitessen, die einen moralisch anständigen Menschen nicht schrecken sollten.
Aber für alles gibt es eine Grenze, wie die SZ schreibt:
Die FCC wurde unter George W. Bush konservativer, die Gangart härter. 2006 rügte die Behörde den Sender Fox, weil dort bei den Billboard Music Awards in den Jahren 2002 und 2003 die Sängerin Cher und die Reality-Schauspielerin Nicole Richie "fuck" beziehungsweise "shit" und "fucking" gesagt haben. Nachdem ein New Yorker Appellationsgericht dieses Vorgehen 2007 für "willkürlich" erklärt hatte, riefen die Sittenwächter den Supreme Court an. Ausgerechnet am Tag der Präsidentenwahl, am 4. November, wird die erste mündliche Verhandlung stattfinden. Man könnte meinen, dass Amerika an diesem Tag Wichtigeres zu entscheiden habe; aber die Wahlhelfer, ja Millionen von Wählern des unterlegenen Kandidaten werden wohl an diesem Tag das F-Wort oder das S-Wort so oft ausrufen, wie es die Wallstreet-Broker in den letzten Wochen getan haben, und den Fernsehsendern wird sich auch an diesem Tag die Frage stellen, ob sie diese Ausrufe dokumentieren dürfen oder nicht.
Wie vorbildlich! Es macht ja nichts, daß jedes Kind in Amerika pro Tag Dutzende Morde und andere Scheußlichkeiten im TV vorgeführt bekommt, es ist auch sakrosankt daran zu rütteln, daß jeder Amerikaner seinen Kindern im Windelalter das Schießen mit Maschinengewehren zu ermöglichen.
Aber WEHE wenn sei einmal „shit“ hören sollten.
Da sei der Supreme Court vor.
Oh DANKE Du moralisches Amerika, daß Du uns verrohten sozialistischen Europäern zeigst, was wirklich wichtig ist!
Ein Land zu regieren, das im Rest der Welt so verhasst ist wie kaum ein Anderes?
Das Image ist im weltweiten Negativranking noch hinter Nordkorea abgerutscht.
Einen Staatshaushalt zu übernehmen, der beispiellos gegen die Wand gefahren ist?
A. Woltersdorf: Es ist ein Hohn, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain nicht müde wird, die Demokraten als "big spender" und als Verkörperung des aufgeblähten und Geld verschwendenden Staates zu porträtieren. Denn nach acht Jahren republikanischer Administration steigt das Staatsdefizit nun auf ein Rekordniveau von 454,8 Milliarden US-Dollar.
In nicht gewinnbare Kriege verstrickt zu sein?
Einem Volk vorzustehen, das von Waffen besessen ist, mehrheitlich glaubt die Erde sei vor 6000 Jahren geschaffen worden und unter dem Begriff „Moral“ versteht, daß man Frauen und Schwule kriminalisiert?
Völlig ineffektive und marode Sozial- , Bildungs- und Gesundheitssysteme zu erben?
Nicht zu vergessen, daß es mit der persönlichen Sicherheit und der der ganzen Familie für immer vorbei ist - gerne werden politische Führer erschossen.
Verblüffend, daß überhaupt jemand diesen Job machen will. Obwohl vorm Oval Office schon die globalen Katastrophen Schlange stehen.
Aber vielleicht sehen die Damen und Herren Bewerber das ja auch etwas anders als ich. Prioritäten werden jenseits des Atlantiks bekanntlich ganz anders gesetzt.
Ein Beispiel ist der höchst ehrenwerte Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court of the United States. Hier werden nur die absolut Staats-relevanten Wichtigkeiten verhandelt.
Die Obersten Richter können jedes Anliegen ohne Begründung ablehnen - nur weil sie persönlich den Gegenstand als nicht absolut richtungsweisend ansehen - es gibt schließlich noch in jedem einzelnen Bundesstaat einen „Supreme Court“ - 50 weitere Höchste Gerichte, die auch etwas zu tun haben sollen.
Kommt es zu Verhandlungen, sind diese höchst zeremoniell.
Nur speziell zugelassene Anwälte dürfen sprechen nachdem ein oberster Marshall hammerschlagend eine Sitzung eröffnet:
„The Honorable, the Chief Justice and the Associate Justices of the Supreme Court of the United States. Oyez, Oyez, Oyez, all persons having business before the Honorable, the Supreme Court are admonished to draw near and give their attention, for the Court is now sitting. God save the United States and this Honorable Court.“
Die neun Superrichter sind echte Ikonen - unkündbar und ernannt auf Lebenszeit.
John Paul Stevens beispielsweise, 88 Jahre alt, wurde noch von Gerald Ford ernannt.
Vier wurden von einem Bush ernannt, zwei von Reagan, zwei von Clinton.
Welche Angelegenheiten sind nun aber dermaßen immens übermäßig wichtig und bedeutend, daß sich diese Gremium der edelsten Juristen dazu herab lässt sich mit Ihnen zu beschäftigen?
Rund um die Welt kennt man einige der Urteile, so zum Beispiel Roe v. Wade vom 22. Januar 1973 , als die Richter entschieden Schwangerschaftsabbruch sei ein Grundrecht als Folge des in der Verfassung implizierten Rechts auf Privatsphäre. Ein Urteil, dessen Verdammung in keiner GOP-Wahlkampfrede seit 35 fehlt. Der Stachel im Fleisch der Republikaner.
Ein anderes berühmtes Urteil, gefiel den GOPsen da schon bedeutend besser: Im Jahr 2000 entschieden die Richter im Fall Bush v. Gore, daß ersterer US-Präsident wird, obwohl in Florida das Wahlchaos ausgebrochen war und Gore landesweit 550.000 Stimmen mehr als Bush bekommen hatte.
Und im Jahr der allgemeinen Giga-Krisen?
Was verhandeln die neun Lichtgestalten des Rechts im Jahr 2008?
Es geht um "Fleeting expletives" ("flüchtige Kraftausdrücke") im täglichen Leben!
Darf ein Amerikaner öffentlich sagen „that was fucking good“, ohne daß die zuständige Kontrollbehörde, die Federal Communications Commission (FCC) das als Straftat maßregelt?
Nippel gehen ja schon mal nicht.
Aber was ist mit „fuck“?
Wichtig zu wissen ist, daß „to fuck“ nicht etwa mit „ficken“ übersetzt werden sollte - wie schon MRR gelegentlich im ZDF ausführte, ist „to fuck“ im angelsächsischem Sprachraum derart geläufig, daß es höchsten „vögeln“ entspricht.
Aber mit den losen Sitten ist es nun vorbei seit GW Bush regiert.
Die Welt belügen, Kriege anzetteln, Hundertausende Unschuldige killen, den Staatshaushalt ruinieren, KZ-artige rechtsfreie Gefangenenlager errichten, systematisch foltern - nun ja, das sind doch alles Petitessen, die einen moralisch anständigen Menschen nicht schrecken sollten.
Aber für alles gibt es eine Grenze, wie die SZ schreibt:
Die FCC wurde unter George W. Bush konservativer, die Gangart härter. 2006 rügte die Behörde den Sender Fox, weil dort bei den Billboard Music Awards in den Jahren 2002 und 2003 die Sängerin Cher und die Reality-Schauspielerin Nicole Richie "fuck" beziehungsweise "shit" und "fucking" gesagt haben. Nachdem ein New Yorker Appellationsgericht dieses Vorgehen 2007 für "willkürlich" erklärt hatte, riefen die Sittenwächter den Supreme Court an. Ausgerechnet am Tag der Präsidentenwahl, am 4. November, wird die erste mündliche Verhandlung stattfinden. Man könnte meinen, dass Amerika an diesem Tag Wichtigeres zu entscheiden habe; aber die Wahlhelfer, ja Millionen von Wählern des unterlegenen Kandidaten werden wohl an diesem Tag das F-Wort oder das S-Wort so oft ausrufen, wie es die Wallstreet-Broker in den letzten Wochen getan haben, und den Fernsehsendern wird sich auch an diesem Tag die Frage stellen, ob sie diese Ausrufe dokumentieren dürfen oder nicht.
Wie vorbildlich! Es macht ja nichts, daß jedes Kind in Amerika pro Tag Dutzende Morde und andere Scheußlichkeiten im TV vorgeführt bekommt, es ist auch sakrosankt daran zu rütteln, daß jeder Amerikaner seinen Kindern im Windelalter das Schießen mit Maschinengewehren zu ermöglichen.
Aber WEHE wenn sei einmal „shit“ hören sollten.
Da sei der Supreme Court vor.
Oh DANKE Du moralisches Amerika, daß Du uns verrohten sozialistischen Europäern zeigst, was wirklich wichtig ist!
Dienstag, 24. Juni 2008
Quarante raisons de ne pas avoir d'enfant
Heute blogge ich das erste mal über ein Buch, das ich selbst noch gar nicht gelesen habe – außer der 19-seitigen Leseprobe. Aber es ist so wunderschön inkorrekt:
„ No Kid : 40 Gründe, keine Kinder zu haben“ von Corinne Maier. Dt. von Kerstin Krolak Rowohlt-Taschenbuch-Verl., ISBN: 978-3-499-62387-5, EUR 12.00
Rowohlt ahnt offenbar, daß auch hierzulande jeder Tabubruch willkommen ist. Nach gefühlten 10.000 detaillierten Leitartikeln über die verschieden müffelnden Duftnoten der Vaginalausflüsse Charlotte Roches, könnte doch mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden.
Wie lange sind die Feuchtgebiete jetzt eigentlich schon auf Platz EINS der Bestsellerliste einbetoniert?
Fußball und Analsekrete – das sind die Topp-Themen der deutschen Massen im Sommer 08.
Es ist eigenartig – bei Frauen, die über Frauenthemen sprechen, ist stets der ordnungsgemäße und erwiesene Funktionstüchtigkeit des Uterus‘ entscheidend.
Ein Kind ist dabei schon eher wenig. Was wurden wir nicht damit behelligt wie das Verhältnis von Leibesfrüchten zu Ehemännern beispielsweise bei Eva Herman ist.
Kann eine Frau mit einer 4:1-Quote überhaupt Mutter-Kind-Themen beurteilen?
Und darf eine freche Französin über die nicht zu bestreitenden Nachteile des Daseins mit Kindern schreiben, ohne daß sie selbst geworfen hätte?
Tja Pech, meine Damen. Das sind die Kategorien, die zählen.
Weiß Angie Merkel überhaupt über gesellschaftliche Dinge Bescheid?
Und qualifiziert die Heptamutterschaft einer Von der Leyen sie gleich zur Familienministerin?
Da haben es Männer leichter – die können all diese Dinge auch ohne Erfahrungen „am eigenen Leibe“ beurteilen. Auch Eva Herman trat ja gerne bei den Katholiken auf und wurde von Bischöfen, wie auch von der rechtsradikalen Hetzplattform kreuznet in den Himmel gehoben.
Zölibatäre, eunuchartige Katholenmänner wissen nämlich am allerbesten und mit der höchsten moralischen Autorität über die die Hystera betreffenden Vorgänge Bescheid.
Ich bin gespannt, wie weit es mit der deutschen Tabubrecherfreude her ist.
Wird „No kids“ auch die TV-Laberrunden dominieren?
Werden sich empörte Berufsmütter aus der Windelwelt bei Plasberg mit Mutterkreuzuntüchtigen Karriereweibern fetzen?
Wird Kardinal Meisner die „Kultur des trockenen Uterus“ verdammen und dafür von linken Lesben die erwartete Retour-Verbalkeule erhalten?
Werden aufgeregte Springerjournalisten, die im Privatleben gegen den lärmenden Kindergarten nebenan klagen, das Aussterben Deutschlands beschreien?
Das könnte doch ein netter Sommerlochfüller werden – wenn nicht wieder irgendein CSU-Hinterbänkler fordert Mallorca als 17tes Bundesland zu kaufen.
Der Meier’sche Ansatz ist schließlich nicht zu verachten – auch nur das leiseste Bezweifeln, ob Kinder ein Segen sind, wird schon mit Pranger bestraft.
Zitat: Es gibt nun einmal bestimmte Dinge, die will man aus dem Mund einer gestandenen Mutter nicht hören, weil sie dann wirkt wie ein Monster. Der Standardsatz ist eben : « Ich bin stolz auf meine Kinder, und wenn es in meinem Leben etwas gibt, das ich nicht bereue, so ist es, sie in die Welt gesetzt zu haben.
Was könnte richtiger sein!!!
Zudem erfährt man Spannendes aus anderen Ländern:
Also Florida ist mir zu heiß und zu Bush-lastig, aber über Schottland denke ich nach.
«Nichts ist so unerträglich wie das Geschwätz von Eltern, die völlig baff sind, dass es ihnen gelungen ist, einen Menschen zu erschaffen.
– Verfallen Sie nicht in die Idiotensprache, die man mit Kindern spricht.
– Eltern-Kind-Dialoge sind wie Dinner für Spinner – und das siebenmal die Woche.
– Warum sich für eine zukünftige Randgestalt der Gesellschaft den Arsch aufreißen?
– Ein Kind ist nicht immer nur Liebestöter, sondern oft auch Lusttöter.
– Wenn ich das Wort Pädaogik höre, hole ich gleich die Knarre raus (oder meinen Kugelschreiber). Pädagogik ist die Kunst, jemanden übers Ohr zu hauen, ohne dass er es merkt …
Die 12 Euro sind sicherlich gut investiert.
NACHTRAG:
Wie lange Frau Roche auf Platz 1 der Spiegelbestsellerliste steht, weiß ich übrigens schon:
Im Moment (30.Juni 08) sind es 14 Wochen.
Über 650.000 Exemplare hat sie verkauft.
Ihr Verlag Du Mont hat Lizenzen in 16 Länder verkauft - die Übersetzer in Korea, Taiwan und USA brüten schon über dem Text mit so lyrischen Stellen wie:
"Einmal rund um die Rosette sind jetzt wolkenförmige Hautlappen, die so aussehen wie die Fangarme einer Seeanemone"
Allerliebst - SOOOO macht man richtig Geld!
„ No Kid : 40 Gründe, keine Kinder zu haben“ von Corinne Maier. Dt. von Kerstin Krolak Rowohlt-Taschenbuch-Verl., ISBN: 978-3-499-62387-5, EUR 12.00
Rowohlt ahnt offenbar, daß auch hierzulande jeder Tabubruch willkommen ist. Nach gefühlten 10.000 detaillierten Leitartikeln über die verschieden müffelnden Duftnoten der Vaginalausflüsse Charlotte Roches, könnte doch mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden.
Wie lange sind die Feuchtgebiete jetzt eigentlich schon auf Platz EINS der Bestsellerliste einbetoniert?
Fußball und Analsekrete – das sind die Topp-Themen der deutschen Massen im Sommer 08.
Halleluja!
Schade, daß sich Rowohlt bei der Veröffentlichung so sehr beeilt zu versichern, daß die französische Autorin selbst Mutter zweier Kinder ist und damit sofort etwas Brisanz reduziert.Es ist eigenartig – bei Frauen, die über Frauenthemen sprechen, ist stets der ordnungsgemäße und erwiesene Funktionstüchtigkeit des Uterus‘ entscheidend.
Ein Kind ist dabei schon eher wenig. Was wurden wir nicht damit behelligt wie das Verhältnis von Leibesfrüchten zu Ehemännern beispielsweise bei Eva Herman ist.
Kann eine Frau mit einer 4:1-Quote überhaupt Mutter-Kind-Themen beurteilen?
Und darf eine freche Französin über die nicht zu bestreitenden Nachteile des Daseins mit Kindern schreiben, ohne daß sie selbst geworfen hätte?
Tja Pech, meine Damen. Das sind die Kategorien, die zählen.
Weiß Angie Merkel überhaupt über gesellschaftliche Dinge Bescheid?
Und qualifiziert die Heptamutterschaft einer Von der Leyen sie gleich zur Familienministerin?
Da haben es Männer leichter – die können all diese Dinge auch ohne Erfahrungen „am eigenen Leibe“ beurteilen. Auch Eva Herman trat ja gerne bei den Katholiken auf und wurde von Bischöfen, wie auch von der rechtsradikalen Hetzplattform kreuznet in den Himmel gehoben.
Zölibatäre, eunuchartige Katholenmänner wissen nämlich am allerbesten und mit der höchsten moralischen Autorität über die die Hystera betreffenden Vorgänge Bescheid.
Ich bin gespannt, wie weit es mit der deutschen Tabubrecherfreude her ist.
Wird „No kids“ auch die TV-Laberrunden dominieren?
Werden sich empörte Berufsmütter aus der Windelwelt bei Plasberg mit Mutterkreuzuntüchtigen Karriereweibern fetzen?
Wird Kardinal Meisner die „Kultur des trockenen Uterus“ verdammen und dafür von linken Lesben die erwartete Retour-Verbalkeule erhalten?
Werden aufgeregte Springerjournalisten, die im Privatleben gegen den lärmenden Kindergarten nebenan klagen, das Aussterben Deutschlands beschreien?
Das könnte doch ein netter Sommerlochfüller werden – wenn nicht wieder irgendein CSU-Hinterbänkler fordert Mallorca als 17tes Bundesland zu kaufen.
Der Meier’sche Ansatz ist schließlich nicht zu verachten – auch nur das leiseste Bezweifeln, ob Kinder ein Segen sind, wird schon mit Pranger bestraft.
Zitat: Es gibt nun einmal bestimmte Dinge, die will man aus dem Mund einer gestandenen Mutter nicht hören, weil sie dann wirkt wie ein Monster. Der Standardsatz ist eben : « Ich bin stolz auf meine Kinder, und wenn es in meinem Leben etwas gibt, das ich nicht bereue, so ist es, sie in die Welt gesetzt zu haben.
Was könnte richtiger sein!!!
Zudem erfährt man Spannendes aus anderen Ländern:
Also Florida ist mir zu heiß und zu Bush-lastig, aber über Schottland denke ich nach.
«Nichts ist so unerträglich wie das Geschwätz von Eltern, die völlig baff sind, dass es ihnen gelungen ist, einen Menschen zu erschaffen.
– Verfallen Sie nicht in die Idiotensprache, die man mit Kindern spricht.
– Eltern-Kind-Dialoge sind wie Dinner für Spinner – und das siebenmal die Woche.
– Warum sich für eine zukünftige Randgestalt der Gesellschaft den Arsch aufreißen?
– Ein Kind ist nicht immer nur Liebestöter, sondern oft auch Lusttöter.
– Wenn ich das Wort Pädaogik höre, hole ich gleich die Knarre raus (oder meinen Kugelschreiber). Pädagogik ist die Kunst, jemanden übers Ohr zu hauen, ohne dass er es merkt …
Die 12 Euro sind sicherlich gut investiert.
NACHTRAG:
Wie lange Frau Roche auf Platz 1 der Spiegelbestsellerliste steht, weiß ich übrigens schon:
Im Moment (30.Juni 08) sind es 14 Wochen.
Über 650.000 Exemplare hat sie verkauft.
Ihr Verlag Du Mont hat Lizenzen in 16 Länder verkauft - die Übersetzer in Korea, Taiwan und USA brüten schon über dem Text mit so lyrischen Stellen wie:
"Einmal rund um die Rosette sind jetzt wolkenförmige Hautlappen, die so aussehen wie die Fangarme einer Seeanemone"
Allerliebst - SOOOO macht man richtig Geld!
Abonnieren
Posts (Atom)