TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Mittwoch, 15. Februar 2012

Abschaum - IV


Zum Einstieg noch einmal in etwas ausführlicherer Version Michael Schmidt-Salomon über „religiöse Idiotie.“
 In seinem neuen, äußerst empfehlenswerten Buch „Keine Macht den Doofen“ räumt MSS ein,  der Begriff möge verletzend klingen, beschreibe aber andererseits eins der zentralen Probleme treffend:

Solange nämlich Religioten das Sagen auf unserem Planeten haben - und das haben sie leider, Mensch sei’s geklagt, in vielen Teilen der Welt -, sind alle Versuche, das Zusammenleben der Menschen vernünftiger, freier, gerechter zu gestalten, notwendigerweise zum Scheitern verurteilt. (Denken Sie nur an die muslimischen Extremisten in Somalia, die 2011 dringend benötigte internationale Hilfe für die hungernde Bevölkerung nicht zuließen.) Versuchen wir also angesichts der Bedeutung dieses Phänomens eine kurze Definition des religiotischen Syndroms:
Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht. Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind). Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen.

Die weit überwiegende Anzahl der Bischöfe und Priester, die mir in TV und Internet begegnen, sind auf den ersten Blick schon extrem unsympathisch.
 Es ist für mich auch schwer vorstellbar, daß irgendjemand Kanaillen wie Krenn, Groer, Laun, TVE, Overbeck, Meisner, Mixa, Ratzinger, Wölki und Co nicht persönlich abstoßend findet.

Da stimmt das atheistische Weltbild, wenn diese Typen ihre menschenverachtenden Botschaften unter das Volk bringen.

Aber was ist mit Geistlichen, die eigentlich ganz nett wirken und von denen man auch annehmen kann, daß sie einigermaßen intelligent sind?
Selbst ausgewiesene Kirchenkritiker, die ich bewundere - Hans Küng oder Uta Ranke-Heinemann - sind Mitglied der RKK und glauben an Gott. Bischof Gaillot und Eugen Drewermann sind Geistliche der RKK. Und wie landet ein selbstbewußter, hochgebildeter Schwuler wie David Berger zwischen hochgradig homophoben konservativen Klerikern?
Es gab im 20.Jahrhundert sogar zwei Päpste, nämlich Giovanni XXIII und JP-I, die ich ausgesprochen nett finde. 
Und Altbischof Franz Kamphaus ist doch ein absolut altruistischer, ehrenwerter Mann!
Andere hochrangige Katholen, wie Zollitsch oder Lehmann wirken auf ihre jovial-gemütliche Art auch nicht übermäßig abstoßend.
Wieso kommen Berger und Küng nicht zu der schlichten Erkenntnis, daß das ganze Gott-Konzept Humbug ist, um die Menschen abhängig und fügsam zu machen?
Wieso sparen sie sich nicht die Kirchensteuern?

Zur Klärung dieser Frage bin ich MSS außerordentlich dankbar für die Einführung des Begriffs „Inselverarmung“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).

Mein Lieblings-Religiot ist aber immer noch Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig Müller, der durch und durch und in jeder Hinsicht abstoßend ist. 
Er hat eine unangenehme Visage, hasserfüllte Augen, sorgte persönlich dafür, daß Kinderficker-Priestern neue Kindern zum Ficken vorgesetzt wurden und diffamierte und drangsalierte anschließend auch noch die Opfer!

Nicht ohne Grund habe ich dem Abschaum-Bischof als einzigem bisher eine eigene Posting-Reihe gewidmet, in der ich viele seiner widerlichen Aussagen, Taten und Charakterzüge darstellte.




Während andere Katholen-Fürsten ernsthaft ein bißchen beschämt darüber sind, wie viele Kinder in Heimen, Sakristeien, Beichtstühlen und Schlafsälen von Priestern missbraucht wurden, gehört Müller zu der hardcore-Fraktion à la Kreuznet, die von einer „Hoax“ sprechen, von Jagd auf die Kirche.
Der Regensburger Oberhirte ist aber nicht nur in seinem Bistum und bei seinen Pfarrern regelrecht verhasst - nein sogar seine Brüder im Amte gruseln sich vor dem polternden Zweimeter-Mann der Bösartigkeit.

Gerhard Ludwig Müller ist in vielerlei Hinsicht in Regensburg vollkommen unübersehbar - nicht nur weil er zwei Meter groß ist.
Er ist der vermutlich autokratischste unter den deutschen Bischöfen, der mit Leidenschaft seine Mitarbeiter desavouiert, die er für nicht absolut folg – und fügsam hält.
Die SZ schrieb jüngst über ihn:
Viele Bischöfe verdrehen regelrecht die Augen, wenn die Rede auf den Amtsbruder aus Regensburg kommt.
Harsch und grob beharrt er stets so unnachgiebig auf seiner Autorität, daß nicht nur fast alle seine Untergebenen entsetzt sind, sondern inzwischen auch nicht gerade als liberal bekannte Gestalten wie Kardinal Wetter öffentlich auf eine Distanzierung bestehen.

 Stefan Aigner erinnerte letzte Woche noch einmal daran wie außerordentlich schäbig sich Bischof Müller gegenüber den traumatisierten Opfern priesterlicher Gewalt äußert.

„Wir haben keinen umfassenden Missbrauchskomplex, sondern wir haben verteilt über Jahrzehnte Einzelfälle – die schauen jetzt aus wie ein monolithischer Block.“
Es bemerkenswert, dass gerade Müller so etwas sagt. Was sind „Einzelfälle“? Und wie viele „Einzelfälle“ braucht es, um von einem Komplex sprechen zu dürfen? Es wäre schön, diese Frage anhand genauer Fakten diskutieren zu können.
Doch just in der Diözese Regensburg ist das nicht möglich. Hier geizt man mit Informationen zu diesen „Einzelfällen“. Beispiellos. Keine Diözese ist so verschwiegen.
Nach wie vor gibt es keine konkreten Zahlen zu Tätern und Opfern. Man hört nichts über Entschädigungsanträge oder eventuelle Auszahlungen.
Der „Zwischenbericht“, den Müllers Sprecher Clemens Neck (einigen ausgewählten Journalisten) vor etwa einem Jahr vorgestellt hat, ist eine Frechheit. Ein knapp gehaltenes Dokument voller Allgemeinplätze, ohne jede Offenheit. Ganz anders handelt beispielsweise die Erzdiözese München.
Nicht, dass Priester Kinder und Jugendliche vergewaltigt, geprügelt und gedemütigt haben, ist dessen Kern, sondern das bewusste Verschweigen dieser Straftaten. Das Versetzen der Täter.
In der Diözese Regensburg wurden allein zwischen dem Jahr 2000 und 2007 drei Fälle öffentlich, in denen die Diözese nicht durch übermäßigen Eifer beim Schutz von Kindern aufgefallen ist. 
[…] Hier wurden mehrfach kriminelle Priester erneut auf Kinder und Jugendliche losgelassen. Auch unter Müllers Verantwortung.

Bischof Müller ist der Bodensatz des deutschen Episkopats - gegen ihn wirken sogar Prügel-Mixa und Homohetzer Overbeck wie freundliche Gesellen.

Selbst ein Papst mit lediglich winzigen, rudimentären Resten von Anstand würde so einen Oberhirten wie Müller aus dem Verkehr ziehen und ihn exkommunizieren.
 Allerdings sucht man Anstand sicher vergeblich in der römischen Kurie und so kommt es passend zur Närrischen Zeit in Bayern zu einem vorgezogenen Aprilscherz der Extraklasse:

Bischof Müller scheint tatsächlich beste Chancen zu haben demnächst den zweitwichtigsten Posten in der 1,2 Milliarden Mitglieder zählenden RKK zu bekommen. 
Chef der heiligen Inquisitionsbehörde! 
Den Posten also, der heute euphemistisch „Präfekt der Glaubenskongregation“ genannt wird und den Joseph Ratzinger selbst 25 Jahre innehatte.

Die Regensburger sind hin und her gerissen - einerseits würden sie alles dafür geben Müller loszuwerden, andererseits würde er als Quasi-Vizepapst über eine enorme Macht verfügen.

Der konservative Kirchenmann gilt als Hardliner unter den deutschen Bischöfen. Bei der Kirchenbasis wird er teilweise sehr kritisch gesehen.
„In Rom richtet er womöglich noch mehr Schaden an als in Regensburg“, sagt die Regensburger Vorsitzende der Vereinigung „Wir sind Kirche“, Sigrid Grabmeier. Sie befürchtet, die katholische Kirche werde mit steigendem Einfluss Müllers restriktiver und rückwärtsgewandter werden.
Theologisch liege Müller ganz auf der Linie des Papstes, meint „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner. Es sei aber die Frage, ob dieses sehr traditionelle Kirchenverständnis in die heutige Zeit der katholischen Weltkirche passe und zukunftsfähig sei.

Ist Ratzinger nicht großartig?

Keiner hat bisher vermocht die Katholiken schneller aus der Kirche zu treiben als er. 
Benedikt ist der größte Garant des atheistischen Erfolges.
 Mit der Megabeförderung eines Kinderfickerschützers mit Fußpilz-artigen Sympathiewerten, könnte der Papst weitere Millionen entsetzte Gläubige aus der RKK treiben.

Die Süddeutsche Zeitung rät dem Regensburger Rabulisten allerdings noch nicht die Möbelwagen zu bestellen; es gäbe im Vatikan auch Widerstände gegen die Personalie Müller.
Hautgrund: Der ultrakonservative Rechtsaußen des deutschen Episkopats ist der Kurie noch zu liberal!

Bishop Alvarez said that there are children who want to be abused:

Den Holocaustleugnern um Richard Williamson wird im Vatikan der rote Teppich ausgerollt und falls irgendwelche Opfergruppen um Gehör bitten, ist das auch nur Blabla. 
Papst Benedikt XVI. hatte bei den Osterfeiern 2010 in Rom zu den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche geschwiegen. 
Der Dekan des Kardinalskollegs, Angelo Sodano, betonte zu Beginn der Ostermesse 2010  das "Volk Gottes" lasse sich nicht vom "Geschwätz des Augenblicks" beeindrucken.

Zwischen solchen Typen wirkt selbst Müller ein bißchen lasch.

In Deutschland mag er der Krawallbischof sein, der sich ständig mit den Reformern von 'Wir sind Kirche' oder mit den katholischen Verbänden streitet, die Medien beschimpft, Konflikte auf die Spitze treibt. In Rom gilt so etwas schlimmstenfalls als lässliche Sünde. […]
Müller [hat] mächtige Gegner in der Kurie: die Konservativen. 
[…] Sie misstrauen seiner Universitätstheologie und seinem Eintreten für das deutsche Kirchensteuersystem. Sie ärgert die Härte, mit der Müller gegen die traditionalistische Piusbruderschaft vorgegangen ist, die in Zaitzkofen in seinem Bistum ein Priesterseminar unterhält. Und so tauchen in den italienischen Medien Berichte auf, die Müller als gefährlichen Linken darstellen.
(Matthias Drobinski 15.02.12)

Bei Kreuznet und in der Römischen Kurie sieht man offenbar alles, was nicht voll auf NPD- und Piusbruderschaftlinie ist, als linksextremistisch an.

Samstag, 7. Januar 2012

Analsexsüchtige.

Nahezu jeder erwachsene Mensch auf der Erde dürfte schon von der ein oder anderen Sexpraktik „gehört“ haben, die ihm nicht unbedingt zusagt.
Bei einigen Dingen mag man skeptisch sein und sich möglicherweise überreden lassen. Bei anderen könnte eine Neugier auftreten, so daß man es vielleicht einmal versuchen möchte.

Und dann gibt es noch ganz viel, das einem definitiv nicht gefällt.

Glücklicherweise handelt es sich dabei um ein Nichtproblem. Denn man muß im Bett nichts tun, das man nicht will.
Viel schlimmer sind beispielsweise Modesünden.

Ich hasse beispielsweise Hawaii-Hemden, Baggyshorts und Männersandalen.
Natürlich bin ich froh, daß ich derlei ästhetischen Abschaum nicht anziehen muß. ABER unglücklicherweise komme ich nicht drum herum solche Auswüchse der Scheußlichkeit zu sehen!

Da ist es mit den Sexpraktiken wesentlich angenehmer - die ähnlich Perversen wie Baggyshorts werden nicht vor meinen Augen praktiziert.
Und was außerhalb der Öffentlichkeit passiert, kann mir egal sein.
Seien wir doch mal ehrlich: So ziemlich jeder Sex ist ekelig für den Zuschauer - zumindest wenn man die beteiligten Protagonisten unsympathisch findet.
Nehmen wir die Missionarsstellung, die sogar von katholischen Moraltheologen (für verheiratete Paare) gestattet wird.
So etwas ist doch absolut widerlich - WENN man sich beispielsweise Helmut Kohl und Maike Richter als handelnde Personen dabei vorstellt.

Daß ich dennoch nicht die Missionarsstellung in Grund und Boden verdamme, bzw nach einem Verbot für diese widerliche Körperflüssigkeitenausstauschaktion plädiere, liegt daran, daß ich üblicherweise eben nicht meine Phantasien damit belaste mir Helmut Kohl dabei vorzustellen.
Dabei gibt es diese Praktiken durchaus. Ich bin mir sicher, daß weltweit Paare in Missionarsstellung kopulieren und zwar nicht zu knapp, wenn man sich die explosionsartige Bevölkerungsvermehrung ansieht. Sieben Milliarden sind wir schon.

Und ganz sicher finde ich die allermeisten davon sexuell völlig unattraktiv.
Aber so what? Aus den Augen, aus dem Sinn.
Ich bin doch nicht die Kama-Sutra-Gestapo.

Ob es die Leute auf dem Kopf stehen, schaukelnd oder mit Reißzwecken im Gesäß treiben, interessiert mich nicht.
Es würde mich erst dann interessieren, wenn ich mitmachen müßte und dazu kann mich - Dank des Grundgesetzes - niemand zwingen. Problem gelöst.

In die psychologischen Abgründe gelangen wir bei Menschen, welche das Glück haben ohnehin asexuell zu leben.
Katholische Geistliche brauchen sich Dank des Zölibats und Papstes niemals davor zu fürchten, daß ihnen im Bett jemals etwas abverlangt würde, das ihnen zuwider ist.

Eine schöne Sache.
Sie sind raus aus dem Spiel.
Eigentlich.

Uneigentlich hegen sie alle eine bizarre Vorliebe für Analsex, der ihnen gar nicht aus dem Kopf geht.
Sie grübeln scheinbar Tag und Nacht darüber nach und kommen zu den beiden Trugschlüssen, daß a) nur Homosexuelle Analsex betreiben und daß b) alle Homosexuelle pausenlos Analsex betreiben.

Wer ein bißchen die fundametalkatholischen deutschen Websites wie Kreuznet und Kathnet verfolgt, wer eine kleine Ahnung davon hat, was die amerikanischen Evangelikalen umtreibt, weiß was ich meine.
Dort werden ununterbrochen Warnungen vor dem Analverkehr publiziert, die sich aber so gut wie nie auf sachlich-notwendige Beschreibungen beschränken, sondern mit einer ganz offensichtlichen Faszination in die Details gehen.

Die Sodomisierung, wie sie bei Homo-Gestörten üblich ist, führt zur Erschlaffung des Analmuskels und zur Inkontinenz. Dann müssen die Homos Windeln tragen.
Bei dem von Homo-Gestörten praktizierten Analverkehr wird der Widerstand des zweifachen Analringes am Enddarm durchbrochen. Dieser Ring befähigt uns alle, den Stuhl zu halten. Die gewohnheitsmäßige Duldung eines solch devianten Verkehrs führt beim sodomisierten Unzüchtigen häufig zu Inkontinenz.
Mit anderen Worten: Er verliert die Fähigkeit, den Stuhl zu halten und ist auf Windeln angewiesen. Es werden auch sehr schmerzhafte Friktionsbewegungen im Mastdarm des sodomisierten Partners durchgeführt.
[…] Daß gesundheitliche Schäden bei diesem widernatürlichen Tun nicht ausbleiben, versteht sich von selber.
[…] In dem im Eichstätter ‘Franz Sales Verlag’ neu aufgelegten Buch „Homosexualität aus katholischer Sicht“ von Weihbischof Andreas Laun, kann man auf den Seiten auch Hilfsadressen in Österreich und der Schweiz nachlesen.
(Martin Humer 18.03.2011)

Das gesamte Kreuznet ist weniger ein religiöses Blog als eine Analverkehr-Diskussionsplattform.

Man könnte diese manische Beschäftigung mit dem maskulinem Rektum durchaus als typisch für konservative Christen beschreiben.

Immerhin widmet sich auch der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) in seiner neuesten Version ausführlich dem Analverkehr.
Analsex treibt den Papst so sehr um, daß er in dem berühmt-berüchtigten Interviewbuch mit Peter Seewald sogar Ausnahmen des Kondomverbots zuläßt.

Für Strichjungen.

Daß es auch HETEROSEXUELLE Prostitution gibt, kommt dem in klinisch frauenfreier Umgebung hausendem Heiligen Vater offensichtlich gar nicht in den Sinn.

2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet [Vgl. Gen 19, 1-29; Röm 1,24-27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10.], hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind" (CDF, Erkl. „Persona humana" 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.
(KKK)

Übrigens ist auch die Masturbation (pfui bäh) schon sehr schlimm:

2352 Masturbation ist die absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel, geschlechtliche Lust hervorzurufen. „Tatsache ist, daß sowohl das kirchliche Lehramt in seiner langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu brandmarken", weil „der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht". Der um ihrer selbst willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt „die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert"
(KKK. Zitiert nach vatican.va)

In Amerikas Vorwahlkampf der GOP könnte gerade der Haupt-Homosex-Fanatiker Rick Santorum auf den Schild gehoben werden.
Die Christen scharen sich aus Angst vor einem Durchmarsch des Mormonen Romney um ihn.

Führende Christkonservative wollen angeblich am Wochenende in Texas Kriegsrat halten, um sich zu verständigen. Es ist die Suche nach dem konservativen Einheitskandidaten. Könnte das Rick Santorum sein? Der erzkonservative Katholik, der in Iowa überraschend nur acht Stimmen hinter dem Erstplatzierten Romney mit seiner Multi-Millionen-Kampagnenkraft landete?
Im Wahlkampf von New Hampshire jedenfalls sind die neuen Fronten längst zu spüren. Gingrich lobt Santorum und attackiert Romney ("Lügner"). Durchaus möglich, dass sich Gingrich und Santorum noch zusammenschließen. Es sind vor allem diese beiden, die - anders als der texanische Gouverneur Perry - den Neuengland-Staat beackern, zig Auftritte absolvieren. Gelingt es ihnen, hier den Abstand auf Romney zu verkürzen, könnten sie seiner Kampagne den Schwung nehmen und dann im konservativeren South Carolina besser mobilisieren. Romney ist sich dieser Gefahr wohlbewusst: Umfragen, mahnt er im Internat von Tilton, "können sich über Nacht auflösen". Und fügt hinzu: "Bitte gebt mir einen größeren Vorsprung als acht Stimmen." Rick Santorum, der sich selbst einen "Jesus-Kandidaten" nennt, sagt: "Bei der letzten Umfrage lag ich 39 Prozentpunkte hinter Romney. Aber ich habe das Gefühl, dass es so nicht ausgehen wird."
(Sebastian Fischer 07.01.12)

Santorum hetzt nicht nur gewohnheitsmäßig gegen Analsex-Liebhaber, nein, es ist geradezu sein einziges Anliegen dem amerikanischen Volk davon zu berichten was in den Betten schwuler Männer passiert. Bekanntlich will ja Obama die gesamte Welt systematisch verschwulen - davor warnt Santorum.
Andere Interessen scheint er nicht zu haben.

Lieber einen Vater, der im Gefängnis sitzt, als zwei schwule Papas - mit solchen Aussagen will Rick Santorum Präsidentschaftskandidat für die US-Republikaner werden. Der konservative Hardliner lässt keine Gelegenheit aus, gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Homosexualität zu wettern.
(Hanna Beitzer 07.01.12)

So will Santorum auch unbedingt verhindern, daß Homosexuelle in der US-Army dienen. Man weiß ja, daß sie ihre Kollegen unter der Dusche belästigen und dadurch die Armee kampfunfähig wird.



Blöd nur für den 53-Jährigen Katholiken, daß die etwas liberaleren Kräfte sich die Hasstieraden des hässlichen Christen nicht einfach so gefallen lassen, sondern sich durchaus zu wehren wissen, indem sie beispielswiese eine „Google-Bombe“ zündeten.

Ein Suchbegriff, wie zum Beispiel eben "Santorum", wird dabei von möglichst vielen Nutzern gezielt mit einer bestimmten Webseite verlinkt - so dass diese weit oben bei Google erscheint, wenn nach dem Begriff gesucht wird.
(Hanna Beitzer 07.01.12)

Es funktioniert!

Der erste Treffer, den man bei der Suche „Santorum“ erhält lautet „Spreadingsantorum.com“.

Verantwortlich für spreadingsantorum.com ist der Schwulen-Aktivist Dan Savage. Er hatte die Domain 2003 angemeldet, nachdem der erzkonservative Santorum den Kindesmissbrauch katholischer Priester mit Homosexualität unter Männern gleichsetzte. Er habe grundsätzlich „ein Problem mit homosexuellen Handlungen“ sagte er damals auf die Missbrauchsfälle angesprochen. Santorum befürwortet, ausgelebte Homosexualität unter Strafe zu stellen.
Die Rache der Schwulen-Aktivisten folgte schnell:
Santorum, so behaupten sie auf der Website, sei eine Bezeichnung für eine bestimmte Nebenwirkung des Analsex.
Die Google-Bombe zündete, weil zahlreiche Mitglieder der Schwulenszene teilnahmen und auf ihren Websites und Blogs den Namen Santorum auf die Website spreadingsantorum.com verweisen ließen. Von 2006 datiert der erste Medienbericht, der über die hohe Google-Platzierung der Website berichtet.

(Stephan Dörner 06.01.2012)

Dan Savage ist nicht der größte Santorum-Fan:

Montag, 2. Januar 2012

Noch ein paar Umdrehungen.

Man kann den Menschen immer aus der Provinz holen,
man kann selten die Provinz aus dem Menschen holen.

Es gibt Politiker, die aus allerkleinsten Verhältnissen stammen und so wie das Ehepaar Helmut und Loki Schmidt nie über ein winziges Reihenhaus im Arbeiterstadtteil Hamburg- Bergedorf hinauskamen.
Dennoch ist der bodenständige und heimatverwurzelte Schmidt das glatte Gegenteil von Provinzialität. Nicht mal seine schärfsten Gegner würden ihm oder seiner Frau unterstellen Kleingeister zu sein. Loki, die als Hannelore Glaser mit ihrer gesamten Familie in einer 27-Quadratmeter-Wohnung in bitterster Armut aufwuchs, war aber schon als kleines Kind eine Denkerin, Kämpferin und Forscherin. Ihr Geist war frei.

Der kleine Josef Fischer wurde kurz nach Kriegsende als Metzgerssohn in armen Verhältnissen in Gerabronn geboren. Seine Eltern waren Vertriebene aus Ungarn und fingen bei Null an.
Der kleine „Joschka“ hatte einen wachen Geist, er war umtriebig und hochinteressiert. Obwohl er nie eine klassische akademische Ausbildung genoß - Fischer hat kein Abitur - ereignete er sich als Autodidakt und Gasthörer ein beindruckendes Wissen an.

Auch Gerhard Schröder stammt aus geradezu erbärmlich kleinen Verhältnissen.
Vattern war Hilfsarbeiter auf dem Rummel und starb im Krieg. Anschließend brachte die Mutter als Putzfrau ihre fünf Kinder durch.
Der kleine Gerd „Acker“ Schröder hatte aber auch diese angeborene geistige Unabhängigkeit und machte die ganz lange Ochsentour über jede Menge Jobs, Ausbildungen, Abendgymnasium, Uni bis zum Regierungschef.
Was auch immer man auch von dem Politiker Schröder halten mag - eins ist er gewiss nicht: Provinziell. Er ist nämlich erstens intelligent, zweitens hochinteressiert an vielen Dingen (insbesondere moderne Kunst) und drittens ein begnadeter Zuhörer, der stets dazulernt.

Nicht weit entfernt von Schröder wuchs eine Generation später in Osnabrück der kleine Christian Wulff auf.
Auch er stammt aus tiefster Provinz aus kleinen Verhältnissen.
Nicht so klein allerdings, wie die Verhältnisse der Glasers oder Schröders.
Vater Wulff besaß immerhin eine Tankstelle, die heute noch im Familienbesitz ist.
Auch Wulff stieg kontinuierlich auf, wurde etwas in der Osnabrücker und später Hannoverischen CDU. Brachte es (nach einigen krachenden Niederlagen) zum Ministerpräsidenten, zum Merkel-Vize und erklomm 2010 sogar das allerhöchste Staatsamt.

Im Gegensatz zu den genannten Bundeskanzlern blieb Wulff aber bis heute zutiefst provinziell.

Sein Denken ist niemals über das einen mittelmäßigen Osnabrücker Landrates hinausgewachsen. Seine Persönlichkeit blieb stets so uninteressant, daß er sich mit seinen reichen Freunden schmücken mußte, um sich auch mal wichtig zu fühlen.
Hier ein kostenloser Urlaub, da ein Flug-upgrade, hier ein billiger Kredit und da eine Parteispende. Die ganze Person Wulff ist immer ein erbärmlicher Kleinbürger geblieben, dessen Verstand einfach nicht in der Lage ist über das Klein-Klein Osnabrücks hinauszudenken.

Glückliche Umstände und reiche Gönner vermochten es ihn in höchste Ämter zu katapultieren, aber gut gehen kann das nicht auf die Dauer. Wulff ist zu klein dafür.

Eine frappierende Parallele ist übrigens Guido Westerwelle, der genau wie Wulff den größten Teil seines Lebens in einem Provinzort verankert war.
Das Westerwellesche Osnabrück heißt Bonn-Bad Honnef und so wie Wulffs einziger Umzug von Osnabrück ins nächstgrößer Hannover führte, wechselte auch der Außenminister nur einmal seine Heimatbasis - von Bad Honnef nach Berlin.
Westerwelle hatte unbestritten stets ein großes Maul. Aber seine Provinzialität haftet ihm bis heute an.
Als Außenminister fremdelt er, ist verloren, da er desinteressiert und faktenunsicher ist. Das Amt ist einfach zu groß für ihn, er konnte es nie ausfüllen und wird das auch nie lernen, weil er einfach ein Kleingeist ist.

Was für ein Unterschied zu Joschka Fischer, der nach intensiver Vorbereitung auf das diplomatische Parkett geschmissen von der ersten Sekunde an funktionierte.

Die Klasse der Provinzpolitiker, die es zufällig in hohe Ämter verschlagen hat, ist grundsätzlich affärengeplagter, weil ihr der innere Kompass fehlt ein Problem zu „bewältigen“.

Christian Wulffs Kredit- und Pöbel-Affäre ist dafür ein Parade-Beispiel.

Jedes winzige Details aus dem Handbuch „wie man es auf gar keinen Fall machen darf“ setzt er um: Salamitaktik, Larmoyanz, leere Drohungen, Halbwahrheiten, peinliches Schweigen und Unbesonnenheit.

Nach den Veröffentlichungen vom Wochenende, mit denen sich der Bundespräsident sein eigenes Grab noch ein großes Stück tiefer ausgehoben hat, sehe ich eigentlich nicht mehr wie er noch zu retten sein sollte.

Daß er noch im Amt ist, liegt einzig und allein an der ungeheuer knappen Mehrheit in der Bundesversammlung.

Merkels Händchen bei Bundespräsidenten ist genau so schlecht wie das bei ihren Generalsekretären.
Man erinnert sich an den damals frisch berufenen Laurenz Meyer, der nach seiner Erhebung zum CDU-General losplapperte das Gute sei, Merkel könne sich nicht noch einen Fehlgriff leisten. Und in der Sekunde wußte die daneben stehende CDU-Chefin, daß Meyer ein Fehlgriff war.

Wen sollte Merkel nach ihren persönlichen Kandidaten Köhler und Wulff zum dritten Merkel-Präsidenten küren?
Schon die Wahl Wulffs geriet trotz fast 50 Stimmen starker schwarzgelber Mehrheit um ein Haar zum Fiasko. Über 40 der eigenen Leute gingen ihr von der Fahne.
Daß Wulff überhaupt Bundespräsident wurde ist einzig und allein Gysi und Lafontaine zu verdanken, die im dritten Wahlgang durchpaukten, daß keine LINKEn-Stimmen an Gauck gingen.

Inzwischen hat Merkel in der Bundesversammlung nach der Kette der Wahlpleiten von 2011 aber nur noch drei Stimmen Mehrheit. Damit ist es bei der massiven Unzufriedenheit der rachedurstigen FDP ausgeschlossen einen CDU-Mann glatt durchzubringen.

Ein Wulff-Nachfolger kann derzeit nur ein überparteilicher Mensch sein.

So erklärt sich übrigens auch die entlarvende Zurückhaltung der SPD zur Causa Wulff.
Normalerweise müßten sie einen Präsidenten, der sich so nachhaltig blamiert hat, mehrfach log und auch noch die Pressefreiheit demontieren wollte mit allen Rohren unter Beschuss nehmen.
Aber auch der linken Seite fehlt die Mehrheit.
Daher möchte Gabriel unbedingt Wulff bis zum 06.Mai 2012 im Amt halten. Dann wird nämlich in Schleswig-Holstein gewählt und die zu erwartenden dramatischen schwarz-gelben Verluste dürften die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung drehen.

In der Zwischenzeit bleibt viel Zeit für die Koalitionspolitiker sich weiter mit Wulff zu blamieren.

Hanebüchen was sich ausgerechnet zwei der eher gemäßigten Schwarzgelben schon geleistet haben.

ERSTENS:

Der zweite Mann im Staate fühlt sich bemüßigt, dem ersten beizustehen: Norbert Lammert, der als Präsident des Bundestages im offiziellen Protokoll direkt hinter dem Bundespräsidenten rangiert, kritisiert die Medien für deren Umgang mit Staatsoberhaupt Christian Wulff. Sie hätten "Anlass zu selbstkritischer Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierten Berichterstattung", moniert der CDU-Politiker.
(stuttgarter-zeitung.de 02.01.12)

Nun sollen also die Medien schuld sein am Ansehensverlust des Bundespräsidenten. Auch ihre "nicht nur an Aufklärung interessierte Berichterstattung" und die "Art und Dauer der Auseinandersetzung" hätten "das Amt und seine Autorität" beschädigt, erklärte Bundestagspräsident Norbert Lammert zum Jahreswechsel.
Dieser absurde Angriff offenbart, dass auch den Parteifreunden von Bundespräsident Christian Wulff die Argumente ausgehen. Dass das Amt beschädigt ist, stimmt ohne Frage. Aber daran sind nun wirklich nicht die Medien schuld, sondern der Präsident selbst. Nicht nur wegen seiner fragwürdigen Kreditgeschäfte, sondern vor allem wegen der Lügen und Halbwahrheiten, die er darüber verbreitet hat. Dass die Wahrheit überhaupt ans Licht kommt, ist allein der Hartnäckigkeit der Medien zu verdanken - dass es so lange dauert, liegt an Wulffs Taktik, immer nur das einzuräumen, was sich nicht mehr bestreiten lässt.
(Malte Kreutzfeld 01.01.12)

ZWEITENS:

Noch grotesker die Justizministerin, die von Amts wegen besonders auf die Einhaltung der Pressefreiheit achten sollte.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Wir sollten jetzt keinerlei Diskussion mehr über das höchste Staatsamt und über die Person des Bundespräsidenten führen. Das richtet nur Schaden an.
Welt am Sonntag: Wir dachten, die Justizministerin sei um Aufklärung bemüht.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Deshalb ist es gut, dass Herr Wulff und sein Anwalt die Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Regierung und Opposition sind nun gleichermaßen in der Verantwortung, das Amt nicht zu beschädigen.
Welt am Sonntag: Die Glaubwürdigkeit des Staatsoberhauptes hat bereits gelitten.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Herr Wulff zeigt mit seiner klaren Haltung zu gesellschaftlichen Fragen Glaubwürdigkeit. Ich bin zuversichtlich, dass ihm das auch weiterhin gelingen wird.
(WamS 01.01.12)

Ein Armutszeugnis - aber what else is new bei dieser Bundesregierung?

Dass die schwarz-gelbe Koalition fordert, die Debatte müsse enden, geschenkt. Dass aber eine FDP-Justizministerin das Argument vertritt, die Wahrnehmung von Grundrechten könne eine staatliche Institution beschädigen, ist bemerkenswert. Und was Wulff selbst geritten hat, sich schon im Dezember über Recherchen persönlich zu beschweren, bleibt einstweilen das Geheimnis des Bundespräsidenten.
(Nico Fried 01.01.12)

Es zeugt von merkwürdigem Demokratieverständnis ausgerechnet der liberalen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, wenn sie nun Diskussionen über das höchste Staatsamt und die Person des Bundespräsidenten erst gar nicht zulassen will.
(Jörg Brandscheid 02.01.12)

Es gibt heute bei Spon, SZ, taz und Co eine Menge guter Kommentare zur neuen Entwicklung der causa Wulff; ich werde das nicht alles wiederholen.

Spannend und hervorhebenswert erscheint mir aber das Verhältnis Wulffs zum Springer-Konzern, der lange Zeit wie eine Wulff-PR-Agentur gewirkt hatte.

Stefan Niggemeier dröselt das auf.

Mittlerweile ist Wulffs heißer Draht zu Springer deutlich abgekühlt.

Doch spätestens seit Angela Merkel nicht verhinderte, dass die damals konzerneigenen Mitarbeiter des PIN-Auslieferungsdienstes einen Mindestlohn beziehen (was dem Verlag einen dreistelligen Millionenverlust bescherte), sind die Beziehungen zu dem Pressekonzern nicht mehr die alten. Dass sich die Kanzlerin nicht persönlich in der Befreiung von zwei im Iran inhaftierten BILD-Reportern engagierte, stieß Döpfner übel auf. Er beklagte ihre „Eiseskälte.“
(Michael Naumann 02.1.12)

Daß Wulff offenbar von allen guten Geistern verlassen ist, zeigt sein Telefonterror.

Als BILD die erste Veröffentlichung plante, erfuhr Christian Wulff – auf Staatsreise unterwegs im arabischen Raum – von dem journalistischen Scoop und bellte dem Chefredakteur Kai Diekmann eine Art Kriegserklärung auf die Mail-Box. Es war nicht der einzige Versuch des Bundespräsidenten, der „Vierten Macht“ das Handwerk zu legen. Der nächste Anruf galt dem Vorstandsvorsitzenden des Axel-Springer Verlags, Mathias Döpfner. Seine lautstarken Vorhaltungen aus der Ferne verhallten frucht- und sinnlos. Ein dritter Anruf, diesmal bei der Mehrheitsaktionärin Friede Springer, so heißt es, soll mit ihrer kühlen Auskunft geendet haben, dass die Witwe des Verlagsgründers keinen Einfluss auf ihre Chefredakteure zu nehmen pflege.
(Michael Naumann 02.1.12)

Wulff wähnt sich übrigens nicht das erste mal über dem Gesetz und der Pressefreiheit.
Schon einmal versuchte er mit massiven Drohungen Berichterstattungen Springers zu unterbinden.

Die „Welt am Sonntag“ hatte im Sommer vergangenen Jahres bei einer Recherche ganz ähnliche Erfahrungen wie nun die „Bild“-Zeitung gemacht. Um eine Veröffentlichung zu verhindern, intervenierte das Bundespräsidialamt massiv – nicht nur beim Chefredakteur, sondern auch an höchsten Verlagsstellen. Einer der Autoren wurde in dieser Sache ins Schloss Bellevue gebeten, wo der Bundespräsident persönlich mit unangenehmen und öffentlichkeitswirksamen Konsequenzen im Fall einer Veröffentlichung drohte.
(Die Welt 02.01.12)

Weswegen reagiert das Staatsoberhaupt eigentlich so dermaßen dünnhäutig auf Kritik?

Liegt es nur daran, daß noch weitere Lügen des größten Heuchlers der Bundesrepublik aufgedeckt werden könnten?

Doch die Kritik an Wulffs unsouveräner Intervention ist nur Auftakt neuer Auseinandersetzungen um den Präsidenten. Im niedersächsischen Landtag droht ihm in den nächsten Wochen viel Ungemach: Die Opposition will mit Anfragen und Debatten Ungereimtheiten bei der Kreditvergabe und vermuteten Falschinformationen nachgehen, selbst die CDU mahnt Wulff jetzt zu "lückenloser Aufklärung der Vorwürfe."
Die SPD etwa hat den Verdacht, dass die von Wulff vorgelegte Liste der Urlaubsaufenthalte in Ferienquartieren von Freunden nicht vollständig war. "Wir haben entsprechende Hinweise", sagt Fraktionsgeschäftsführer Cornelius Schley unserer Zeitung. "Wulff verschleiert, so lange es geht, danach räumt er stückweise die Fakten ein".
Unter die Lupe nehmen wollen SPD und Grüne auch Verbindungen des damaligen Ministerpräsidenten zu Unternehmen, die über einen niedersächsischen CDU-Spendensammelverein seit Jahren die Parteikasse füllen.

(Der Westen 02.01.12)

Fürchtet Wulff so massiv weitere Details über Urlaube oder Kreditkonditionen?
Meiner Ansicht nach hat die BILD noch einiges mehr im Köcher.
Es gibt massenhaft Gerüchte über Recherchen bezüglich der Vergangenheit der First Lady, die schon seit geraumer Zeit von Kreuznet hartnäckig als „die Kebse Fräulein Körner“ genannt wird und angeblich den MP Wulff in einem Osnabrücker Puff kennengelernt haben soll.

Dass die Bild das unschuldige Opfer eines Präsidenten auf Kriegspfad ist, daran glauben tatsächlich die wenigsten in der [CDU].
Aber, auch das geben viele zu bedenken, wisse man eben nicht, worum es in dem Streit zwischen Wulff und der Bild-Zeitung tatsächlich gehe. Womöglich sei der Kredit nur einer der Gründe für den Dissens. Viele weisen darauf hin, dass die Bild für ihre oft grenzwertigen Recherchemethoden bekannt sei.
Lasse Becker, der Vorsitzende der Jungliberalen, deutete an diesem Montag auf Twitter an, was viele sich nur zuraunen: Dass es in dem Streit Wulff-Bild womöglich nicht nur um "um den Kredit gegangen sein" könnte. Über eine weitere Enthüllungsgeschichte, die die Bild angeblich zu Wulff in der Hinterhand hat, kursieren seit längerem Gerüchte in Berlin.

(Michael Schlieben 02.01.12)

Sollte es stimmen, daß Frau Wulff früher Prostituierte war, würde Wulffs Verhalten erneut seine Provinzialität zeigen.
Ich bin ziemlich überzeugt davon, daß Deutschland längst soweit ist über die Familie Wulff deshalb nicht den Stab zu brechen.
Wir haben immerhin schon lange einen schwulen Außenminister.
Weder das eine, noch das andere wird als verwerflich angesehen - außer in einigen ultrafundamentalistischen Katholenkreisen.

Deutschland ist aber nicht so weit sich einen Bundespräsidenten gefallen zu lassen, der andauernd lügt, vertuscht und verschleiert.

Montag, 26. Dezember 2011

Neues von Eva Braun

Eine unangenehme Eigenschaft des Internets ist die Unverschwindbarkeit der Peinlichkeiten und Fehlleistungen.
Bachmann, Perry, Gingrich und Co erleben das gerade in Form eines immerwährenden Youtube-Alptraumes.
Ich will zwar einräumen, daß die sieben Top-GOPer mit einer zuvor scheinbar nicht gekannten Ignoranz und Dummheit gesegnet sind, aber natürlich weiß man über frühere Politikergenerationen auch nicht so viele Intimitäten.

Man stelle sich vor solche Dampfplauderer wie Lübke, Kohl und Strauß wären in einer Zeit der allgegenwärtigen Handykameras aktiv gewesen.
Man stelle sich vor NS-Marinerichter Filbinger, NSdAP-Mitglied und CDU-Stahlhelm Dregger, NS-Karrierist Theodor Oberländer oder SA- und NSdAP-Mitglied Karl Carstensen wären der Versuchung von 100 wöchentlichen TV-Talkshows ausgesetzt gewesen.

Ich möchte nicht wissen welche Sprüche dann bekannt geworden wären, die sie zu ihrer Zeit nur hinter den verschlossenen Türen der ultrarechten CDU-Zirkel wie dem Schloß Weikersheim von sich gaben.

Neben der Promi-Spezies, die sich mit unfreiwilligem Youtube-Ruhm herumschlagen, gibt es noch die Kategorie der Gescheiterten, die geradezu manisch daran arbeiten ihre Medienpräsenz gezielt mit den „neuen Medien“ zu pushen.
Schließlich ist nicht jeder so steinreich und mit so willigen Großjournalisten wie Baron Guttenberg gesegnet.

Die reaktionäre Fundi-Christin Eva Herman ist so ein unangenehmes Beispiel.
Ganz im Gegensatz zu den immer wieder von rechtsradikalen Quellen (Kreuznet und Co) auftauchenden Vorwürfen das politisch korrekte Deutschland habe ihr „Berufsverbot“ erteilt, ist die blonde Braune unglücklicherweise beruflich extrem aktiv.

Wir sind eben eine freie Gesellschaft und daher darf auch ein dunkeldeutsch frömmelndes Kreuznet-Liebchen tun was es will.
Sie publiziert, verkauft fast ein Dutzend Bücher unter ihrem Namen, spricht auf dubiosen Parteineugründungen, wird bei ultrakatholischen Kongressen als Rednerin engagiert und ist nicht zuletzt das mediale Gesicht des Kopp-Verlages.

Dort versammelt sich das Who-Is-Who der rechtsnationalen Verschwörungstheoretiker, Ufologen (z.B. Erich von Däniken), Islamhasser wie Udo Ulfkotte und Esoterik-Freaks.

„Der Verlag bezeichnet sich selbst als Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen und Geheimgesellschaften. Verlegt werden unter anderem Bücher zu Themen der Prä-Astronautik, der Ufologie, des Erfundenen Mittelalters, des Kreationismus, der Astrologie, der Geomantie sowie der Germanischen Mythologie, des Islamismus, der Freiwirtschaftslehre und „Enthüllungen“ wie zu sogenannten „linken Lebenslügen.“
(Wiki)

Wie schön wäre es, wenn Herman tatsächlich mit Berufsverbot belegt wäre.
Aber mit Kopp bildet sie eine perfekte Symbiose.
Der finanzstarke Verlag füttert sie und dafür liefert die angebräunte TV-Frau regelmäßig mit ultrabizarren Ansichten (Loveparade-Katastrophe war Strafe Gottes, etc) die PR für den vorher eher im Schatten vor sich hin modernden rechten Verlag.

Anfang Dezember meldete sie sich in der Causa Ken Jebsen zu Wort.

Der RBB-Journalist und Radio-Fritz-Moderator war zuvor mit den üblichen 9/11-Gaga-Theorien („ein geschickt gestricktes Lügenkonstrukt der USA und der CIA“) und einer antisemitischen Email aufgefallen, die er an einen kritischen Zuhörer geschrieben hatte.

was ist das grösste problem der juden ? ihre führer. also wie in der restwelt auch. henry kissinger selber jude hat für juden überhaupt nichts übrig. er hat selber gesagt als er von russischen juden gebeten wurde ihre ausreise nach israel zu ermöglichen , das für ihn zitat “ eine vergasung der russischen juden höstens ein ökonomisches problem sei “ sie brauchen mir keine holocaus informatinen zukommen lassen. ich habe mehr als sie. ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat. der neffe freuds. bernays. in seinem buch propaganda schrieb er wie man solche kampagnen durchführt. goebbels hat das gelesen und umgesetzt. ich weis wer die rassendatten im NS reich möglich gemacht hat. IBM mit hollerithmachinen. ich weis wer wärend des gesamten krieges deutschland mit bombersprit versorgt hat.standartoil also rockefeller.
(Ken Jebsen im November 2011)

Der RBB hatte dann irgendwann genug von ihrem Radiojournalisten und trennte sich nicht nur wegen seiner Rechtschreibschwäche von ihm.

Dem Sender blieb am Sonntag nur ein Ausweg: „Eine umfassende Klärung der Vorgänge war nicht möglich, darum haben wir uns dazu entschieden, die Radio-Fritz-Sendung KenFM vorerst auszusetzen“, sagte Sendersprecher Volker Schreck dem Tagesspiegel und fügte hinzu: „Das ist aber keine Absetzung.“ Zuvor war Ken Jebsen, Moderator von KenFM, vorgeworfen worden, einem Hörer als Reaktion auf dessen Kritik eine Mail mit antisemitischem Inhalt geschrieben zu haben. „Bei solchen Vorwürfen ist der Sender sehr sensibilisiert“, sagte Schreck. Es werde nun senderinterne Diskussionen, aber auch Gespräche zwischen Jebsen und den Programmverantwortlichen geben.
(Tagesspiegel 19.12.2011)

Ein Fall für Eva Herman, die sich als ebenfalls wegen rechtsextremer Ausfälle gefeuerte NDR-Frau mit ihm in einem Boot wähnt.
Verschwörungstheorien hat sie sofort zur Hand und wendet sich am 05. Dezember 2011 in einem Offen Brief an ihren Gaga-Kollegen.
Juden und Grüne hätten einen armen Moderator, der sich nicht dem linken Meinungsdiktat unterwerfen wolle das Genick gebrochen.

Lieber Herr Jebsen,
nun sind Sie also draußen. Das ging vielleicht schnell, was? Raus aus dem rbb, raus aus dem öffentlich-rechtlichen System, raus aus der politisch-korrekten Gesellschaft. Die rotgrünen Gutmenschen haben gesprochen! […] Die Jüdische Gemeinde zu Berlin begrüßte übrigens die »konsequente Entscheidung des rbb«, sich von seinem langjährigen Moderator zu trennen. »Wir empfinden es als vorbildlich, wie die Leitungsebene des rbb letztlich entschieden hat«, betonte Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde.
Die Leitungsebene, Herr Jebsen, das klingt doch bekannt, oder? Spätestens mit dem Zitat der Jüdischen Gemeinde Berlin war der Stab über Sie gebrochen.
[…] Lieber Ken Jebsen, wenn jemand einen rechten Stempel aufgedrückt bekommt, dann steckt allermeist noch etwas ganz anderes dahinter, das muss man sich immer merken. Der eine macht sich wegen seiner Kritik an der deutschen Migrantenpolitik unbeliebt, der andere prangert die familienzerstörerischen Maßnahmen der Regierung an.
[…] Tja, Herr Jebsen, eins dürfte klar sein, diese besagte Holocaust-Äußerung in der Öffentlichkeit zu machen, war dann nicht sehr klug. Auch wenn es sich nur um einen einzigen Hörer handelte, dem Sie geantwortet hatten. Man kann ja nie wissen, wer hinter »privaten Anfragen« in Wahrheit stecken könnte. Verschwörungstheorie? Sie hatten damit einen politisch unkorrekten Grund geliefert, dass man Sie ohne Bedenken feuern konnte: Die Nazikeule. Denn die funktioniert in Deutschland immer noch wie geschmiert.
Haben Sie nicht die Hetzjagd auf Thilo Sarrazin erlebt? Der Mann lebt doch, wie auch Sie, in Berlin. Oder den Fall Eva Herman? Oder kennen Sie die Geschichte des CDU-Politikers Martin Hohmann? Oder den Ausschluss des Brigadegenerals Reinhard Günzel? Oder die Causa Möllemann?
[…] Wie lange noch, fragen sich immer mehr Leute, wie lange noch wird das so weitergehen in diesem Land? Wie lange noch müssen wir schweigen, wenn es um heikle und unliebsame Themen geht? Wie lange noch müssen wir uns vorgeben lassen, was wir zu denken und zu äußern haben und was nicht? Ich bin der Überzeugung, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird. Denn wir befinden uns in einer schweren Umbruchphase: Falsches fällt, das Licht der Wahrheit durchdringt unseren Raum und entblößt die Lüge. Und die Lügner ahnen es auch schon. Deswegen schlagen Sie noch erbarmungsloser zu.
[…] Halten Sie durch, Herr Jebsen, Sie sind nicht alleine.
Herzliche Grüße
Eva Herman

Der RBB wird froh sein den Irren bereits gefeuert zu haben.
Jebsen, der auch schon im Kopp-Verlag publizierte und jede Menge Verschwörungstheorien parat hat, ist nun genau wie Eva Braun publizistisch nicht totzukriegen.

Er macht jetzt ohne öffentlichen Rundfunk weiter.

Und diese Themen wird sich Jebsen, nun völlig losgelöst, im Internet kaum nehmen lassen. Jebsens Wohnung in Berlin-Mitte beherbergt laut Medienberichten seine kleine Produktionsfirma. Es gibt eine wachsende Fangemeinde auf Facebook, die einen Märtyrerkult um Ken Jebsen beschwört und Zensur wittert. „KenFM“ soll via Youtube-Seite („Willkommen bei KenFM“) zu hören sein, erste Clips hat Jebsen schon ins Netz gestellt („KenFM über: Die Geld Sendung! Eine Sendung, die der RBB unbedingt verhindern wollte!“). Die User sind begeistert: „ja, ken, zeigs den schweinen!“
(Markus Ehrenberg, 19.12.2011)

Das ist eben die deutsche Meinungsfreiheit: Sie tut verdammt weh, denn sie gilt auch für die Sarrazins, Hermans und Jebsen.

Da ist es nur ein ganz geringer Trost, wenn solche Typen wenigstens nicht mehr vom Gebührenzahler direkt ihr Gehalt bekommen.



Die gute Nachricht des Tages:
Offensichtlich wurden die "Kopp-Nachrichten" soeben eingestellt.

Kurz vor Weihnachten hat uns eine gute Nachricht erreicht. Die “Kopp-Nachrichten”, zumeist vorgetragen von der Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Hermann, gibt es ab sofort nicht mehr. Bleibt nur die Frage: Cui bono?
Nun ist es vor­bei. Fast zwei Jahre waren die „Nach­rich­ten“ des rechts­po­pu­lis­ti­schen, eso­te­ri­schen und ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schen „Kopp-​Ver­lags“ zu sehen, die Tag für Tag ins In­ter­net ge­stellt wur­den. Kurz vor Weih­nach­ten wurde das For­mat ein­ge­stellt. Mit den „Kopp-​Nach­rich­ten“ ver­sorg­ten sich die Ver­schwö­rungs­fans mit ihrer täg­li­chen Ra­ti­on Ver­schwö­rungs­theo­rie. Mo­de­riert wur­den die Nach­rich­ten, die die­sen Namen nicht ver­die­nen, durch die An­ti-​Fe­mi­nis­tin Eva Her­man.
(Publicative.org 25.12.2011)

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Wegen der Ausgewogenheit.

Mit der schwarzgelben Bundesregierung und der RKK verfüge ich über eine unerschöpfliche Quelle von Blog-Themen.
Einfach klasse, was einem jeden Tag entgegen springt, wenn man den Computer hochfährt.

Im ständigen Bestreben sich als neuer Mixa zu inkarnieren, brillierte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun mit einer interessanten Variante des „so schlimm waren die Nazis nun auch wieder nicht“-Gedankens.
Die Bücherverbrennung war dem Moralexperten Laun offenbar ganz neu.

Am Vorabend des 1. Mai 1938 initiierten die nationalsozialistischen Lehrer die Bücherverbrennung auf dem Residenzplatz. Bücher jüdischer Schriftsteller wie Stefan Zweig, Arthur Schnitzler oder Franz Werfel, aber auch katholischer Autoren gingen damals in Flammen auf - in einer Art Ritus, begleitet von Feuersprüchen.Nach mehr als 73 Jahren konnte sich die Stadt Salzburg jetzt nicht nur zu einer Gedenkfeier, sondern auch zu einer bleibenden mahnenden Erinnerung durchringen.
[...] Erinnern setzt allerdings voraus, dass man vom Nazi-Feuergericht gewusst hat. Denn Salzburgs Weihbischof Andreas Laun hat erst „jetzt bei der Einladung“ von der Bücherverbrennung erfahren, wie er im „Salzburg heute“-Interview zugab.„Ich habe nicht gewusst, dass das in Salzburg stattgefunden hat. Und jetzt habe ich es gehört und habe mir gedacht: Gut, dass ich’s weiß und schön, dass ich hier eingeladen bin und ein paar Worte sagen darf.“
(Orf.at 25.11.2011)

Dennoch hatte der Bischof mit dem Rauschebart auf seiner ultrafundamentalistischen Lieblingswebseite „Kath.net“ einige Relativierungen parat.

Ich habe eine Bücherverbrennung erlebt, und das war so: Vor einigen Jahren fand in Berlin, wie jedes Jahr im September, eine Pro-Life-Demonstration statt, an der sich über 1000 Menschen beteiligten. Begleitet wurde sie von einer großen Zahl von Polizisten, die eine noch größere Zahl von hasserfüllten Gegnern auf Distanz hielten. Und dann geschah es: Ausgerechnet in der Nähe des Bebel-Platzes, auf dem die Nazis in Berlin jüdische und andere Bücher verbrannt hatten, warf man uns eine brennende Bibel vor die Füße, das heilige Buch der Juden und der Christen! Und wieder waren Juden und Christen vereint im Hass seitens der Gottes-Feinde.
(Bischof Laun 28.11.2011)

Dabei gerierte sich Laun derart rechts, verlogen und geschichtsfälschend, daß ihn sogar sein auch nicht eben liberaler Chef, Erzbischof Kothgasser wieder einfangen mußte - zum Ärger Kreuznets.


Und der Churer Bischof Huonder erklärt mal eben en passant, daß die Menschenrechte für ihn eine nachrangige Bedeutung hätten - zuerst kämen die katholischen Ansichten (Frauen minderwertig, Homosexuelle frönen der Kultur des Todes, etc).

Pünktlich zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember legt der Churer Bischof Vitus Huonder einen Hirtenbrief vor. Dieser soll am Sonntag in sämtlichen Kirchen des Bistums, zu dem auch der Kanton Zürich gehört, verlesen werden. Schon vorab ist klar: Huonders Worte werden zu reden geben. Sie lauten unter anderem: «Die Kirche nimmt die Menschenrechtserklärung zur Kenntnis.» Gleichzeitig, so schreibt Huonder, messe die Kirche deren Aussagen und Forderungen an der «Wahrheit der göttlichen Offenbarung». Den Menschenrechten voraus gehe «immer das göttliche Recht», und sie stünden und fielen letztlich mit dem Respekt vor dem Gottesrecht. Die Kirche nimmt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 durch die Vereinten Nationen zur Kenntnis? Mehr nicht? Die Aussagen des Bischofs seien «beunruhigend», sagt Walter Kälin, Direktor des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte und Professor für Völkerrecht an der Universität Bern. «Ich würde mir angesichts der weltweiten Gefährdung der Menschenrechte wünschen, dass ein Schweizer Kirchenoberhaupt diese nicht infrage stellt, sondern unterstützt.»
(Tagesanzeiger Zürich, 06.12.2011)

Nun quält mich allerdings das schlechte Gewissen wegen der Fokussierung auf Christen und deutsche Politik.
Dies ist eben nur zufällig der Kulturkreis, dem ich angehöre. Aber andere Religionen und Politführer sind natürlich auch großartige Komiker.

Ultraorthodoxe Juden stehen auf der nach oben offenen Geisteskrankheitsskala ebenso hoch wie evangelikale Christen.
Und daß amerikanischen Republikaner es in der Disziplin „Irrsinn verbreiten“ locker mit der FDP aufnehmen können, steht außer Frage.
Seit dem 11. September 2001 tue ich mich ein bißchen schwer damit Muslims ins Visier zu nehmen, da meiner Ansicht nach schon mehr als genug Islamophobie grassiert.
Breivik und die NSU haben davon eindrucksvoll Zeugnis abgelegt.

Heute möchte ich aber doch zwei wunderbare Einsichten Islamischer Kleriker erwähnen.

Prof Subhi prognostizierte in einem Saudi-Arabischen Gutachten, daß sich Sittenverfall und Homosexualität rasant ausbreiteten, wenn man Frauen erlaube Auto zu fahren.

Kamal Subhi [ist] ehemaliger Professor an der King Fahd University in Dhahran. In einem Gutachten, das er kürzlich dem gesetzgebenden Shura-Rat vorlegte, warnt er, es würde in zehn Jahren keine Jungfrauen mehr geben, wenn man das weibliche Geschlecht auf den Straßenverkehr loslasse. Damit nicht genug der absurden Prophezeiungen: "Frauen das Autofahren zu erlauben würde einen Anstieg von Prostitution, Pornografie, Homosexualität und Scheidungsraten provozieren", konkretisierte Subhi seine schlimmsten Befürchtungen laut dem britischen "Telegraph". Er begründet diese Prognose mit dem Sittenverfall, den er in anderen islamischen Ländern beobachtet haben will, wo Frauen das Autofahren erlaubt ist.
(Spon 03.12.11)

Na zum Glück wird in Merkels Lieblingsland des Nahen Ostens - niemand sonst wird so massiv mit deutschen Waffen aufgerüstet - konsequent mit zehn Peitschenhieben gegen Weiber am Steuer vorgegangen.
Wir wollen ja nicht, daß sich das Land der Heiligen Stätten Mekka und Medina in so eine Art arabisches GayRomeo verwandelt.


Der Hort der (sunnitischen) Islamischen Lehre ist immer noch die Universität Kairo.
Aus Ägypten stammt auch ein leider nicht namentlich genannter Kleriker, der sich ebenfalls um das Wohl der muslimischen Frauen sorgt.
Wie die beiden abrahamitischen Schwesterreligionen Judentum und Christentum weiß auch der Islam, daß Frauen minderwertig und geistig etwas zurück geblieben sind.
Insbesondere haben sie aber die Ursünde über uns gebracht und trachten auch heute noch danach keusche Männer zu verführen.
Unersättlich ist der teuflisch-sexuelle Appetit des schwachen Geschlechts.

Um die Weiber nicht noch zusätzlich aufzugeilen wird nun empfohlen ihnen Wurzeln, Zucchini, Gurken, Bananen und andere Lebensmittel, die phallische Assoziationen wecken, zu verbieten.

Präziser: Frauen dürfen schon Gurken essen, aber sie sollten sie nicht in ihrer Ursprungsform SEHEN - daher muß ein Mann dafür sorgen derart liederliches Gemüse vorher unkenntlich klein zu schneiden.

Islamic cleric bans women from touching bananas, cucumbers for sexual resemblance CAIRO: An Islamic cleric residing in Europe said that women should not be close to bananas or cucumbers, in order to avoid any “sexual thoughts.” The unnamed sheikh, who was featured in an article on el-Senousa news, was quoted saying that if women wish to eat these food items, a third party, preferably a male related to them such as their a father or husband, should cut the items into small pieces and serve. He said that these fruits and vegetables “resemble the male penis” and hence could arouse women or “make them think of sex.” He also added carrots and zucchini to the list of forbidden foods for women. The sheikh was asked how to “control” women when they are out shopping for groceries and if holding these items at the market would be bad for them. The cleric answered saying this matter is between them and God. Answering another question about what to do if women in the family like these foods, the sheikh advised the interviewer to take the food and cut it for them in a hidden place so they cannot see it.
(bikyamasr.com 06.12.11)

Hut ab, diese religiösen Moralexperten strotzen vor brillanter Ideen!

Dienstag, 15. November 2011

BAF

In Deutschland gibt es Rechtsextremismus.
Donnerlittchen.
Sogar in Ostdeutschland. Der neue Trigger-Begriff lautet „BAF“ für „Braune Armee Fraktion“ und nun sind alle ganz baff.
Man ist offiziell empört. Auch das muß man erst mal wieder lernen.
Als nach der deutschen Vereinigung Fernsehbilder aus Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerder, Mölln und Solingen zeigten wie Neonazis Asylantenheime abfackelten und türkische Kinder ermordeten, wurde die Empörungsmaschinerie noch mit frischem Elan angefahren.
Man stand auf gegen rechts, versammelte sich zu riesigen Solidaritätslichterketten.
Davon ging aber der Rechtsextremismus nicht weg.
Und so ließen sowohl die Medienmeldungen als auch die Lichterketten nach.

Die Nazis breiteten sich in den Parlamenten aus und da erkannten die bürgerlichen Parteien, daß aus dem braunen Schoß noch ordentlich was wachsen kann.
Statt den Schoß auszutrocknen, wollten FDP, CDU und CSU lieber den braunen Sumpf Parlamentssitze gebären lassen.
Und so ging es los mit der Klaviatur der Menschenfeindlichkeit.
Angela Merkel höchstselbst zettelte zusammen mit Roland Koch die „Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben?“- Kampagne an (Hessen 1999).
Guido Westerwelle bekundete stolz auf Deutschland zu sein und ritt mit Möllemann so lange auf der antisemitischen Welle, bis die letzte echte Liberale der Partei, Hildegard Hamm-Brücher endlich ausgetreten war.
Merz, Meyer und Merkel betonten die „deutsche Leitkultur“ und hätschelten die Stammtische mit Parolen von „missbrauchtem Gastrecht“.
Daß es beide Begriffe juristisch betrachtet gar nicht gibt und dementsprechend auch keine Verstöße dagegen geahndet werden können - machte nichts.
Es ging ohnehin nur darum xenophobe Ressentiments zu aktivieren.

Ein gutes Beispiel für Ausländerfeindlichkeit gab vor vier Jahren eine unbekannte junge blondhirnige Frau namens Kristina Köhler ab.
Von ihr wußte man bis dahin nur, daß sie als Teenager für Helmut Kohl schwärmte und später Roland Koch verehrte.

Sie machte ordentlich Stimmung gegen Ausländer.

„Wir stellen fest, dass es in Deutschland zunehmend auch eine deutschenfeindliche Gewalt von Ausländern gegenüber Deutschen gibt, weil das Deutsche sind. Also dass es nicht zufällig ist, dass sich ein Täter mit Migrationshintergrund ein deutsches Opfer sucht, sondern, dass er sich gezielt ein deutsches Opfer sucht, weil es eben ein Deutscher ist. „Was wir mitbekommen ist, dass dieses Phänomen in immer mehr Fällen ne Rolle spielt. Das sagen uns Polizisten, das sagen uns Staatsanwälte, das sagen uns Richter.“
(O-Ton Kristina Köhler Januar 2008)

Der braune Bodensatz der Hessen-CDU wurde am 24.01.2008 von PANORAMA durchleuchtet.



Fast überflüssig zu erwähnen, daß Kristina Köhler schlicht und ergreifend gelogen hatte.
Es gibt keine Polizisten, keine Staatsanwälte und keine Richter, welche die Thesen von der „zunehmenden Deutschenfeindlichkeit“ bestätigen.

Köhler kochte ihr rechtsextremes Süppchen - Realität schadet da nur.

„Wir haben keine Belege dafür, dass die deutschfeindlichen Gewalttaten zugenommen haben. Wir haben nur unsere Erfahrungswerte und hier können wir nicht behaupten, dass derartige Taten in den letzten 1, 2 Jahren zugenommen hätten.“
(O-Ton, Anton Winkler, Staatanwaltschaft München)

„Die unsinnigsten Anlässe führen dazu, dass im schwersten, bis hin zu Tötungsdelikten, in schwersten Maße Gewalttaten begangen werden. Dass das Motiv aber Deutschenhass wäre, das können wir hier kaum feststellen.“
(O-Ton Richter Gerhard Schaberg vom Richterbund)

Die von PANORAMA aufgefangenen O-Töne der CDU-Basis sind von NDP-Sprüchen kaum zu unterscheiden:

„Wenn irgendwas, dann verschwinden die hier, nicht wahr! Ich muss, wenn ich woanders bin, auch fügen. Und das, was sich die hier alle erlauben hier, nicht wahr, das ist nicht rechtens, nicht wahr. Also wenn irgendwie, weg, nicht wahr, sofort, ohne langes Fackeln hier.“

„Die gehören in ein schönes Arbeitslager mal gesteckt. Oder wir haben in den Wäldern, da haben wir Arbeiten noch und nöcher.“

„Also muss doch einer sagen: „Jungs, passt mal auf, wenn ihr nicht hört, kriegt ihr eins auf die Löffel.“ Wäre ich voll dafür.“

Aber mit solchen xenophoben Lügen kommt man weiter in der CDU.
Köhler heißt nicht nur inzwischen Schröder, sondern ist auch noch zur Bundesministerin aufgestiegen.

Ebenso verfing die Hetze der anderen Hessen-CDU-Größen.
Bis heute stellt sie den MP in Wiesbaden.

„Wir wollen nicht den Eindruck haben, als ob wir unterwandert werden nach und nach hier in unserem Vaterland. Meine Damen und Herrn, das ist die zentrale Botschaft, unter der wir stehen und für die wir eintreten und kämpfen.“
(O-Ton Christean Wagner, CDU-Fraktionsvorsitzender Hessen, Januar 2008)

Die Hessischen Verfassungsschützer sind wie die Thüringer Kollegen offenbar teilweise selbst so ultrarechts, daß man ihre V-Leute nicht von den Neonazis unterscheiden kann.

Verdächtiger Verfassungsschützer: Spitzname „kleiner Adolf“.
Der Verfassungsschützer, der sich am Tatort eines Mordes der Neonazi-Terrorgruppe befand, hegte wohl rechtes Gedankengut. Er war unter dem Spitznamen „kleiner Adolf“ bekannt. In seiner Wohnung wurden Waffen und Auszüge aus Hitlers „Mein Kampf“ gefunden.
(FAZ 15.11.11)

Als Familienministerin hat Köhler/Schröder jetzt die Hand auf den Mitteln gegen Rechtsextremismus und kürzte erst mal ordentlich zusammen.

Wozu sollte sie auch gegen Rechte vorgehen - die töten ja nur billige ausländisch aussehende Menschen und keine teuren deutschen Marken-Autos.

Werden satt Asylantenheimen in den guten Gegenden Hamburgs oder Berlins nachts Mercedesse und BMWs abgefackelt, ist das etwas ganz anderes.
Dann werden Task-Forces mit hunderten Polizisten gebildet und Hubschrauberstaffeln eingesetzt.

Wir brauchen praeventive Arbeit, die dem gesellschaftlichen Umfeld des Rechtsextremismus den Boden entzieht. Deshalb ist es ein Skandal, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung die Mittel fuer die politische und gesellschaftliche Arbeit im Bundeshaushalt um fuenf Millionen Euro kuerzen will.
(PM der SPD-Fraktion Nr 1388 vom 15. November 2011)

Aber Kristina Schröder kommt den Neonazis nicht nur entgegen, indem sie die Mittel zu ihrer Bekämpfung streicht, nein, sie wirft auch noch ganz konkret den Leuten, die sich gegen Nazis engagieren Knüppel zwischen die Beine, wie eine sichtlich empörte Grit Hanneforth vom „mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Sachsen“ heute Morgen erklärte.

Sie beobachte eine zunehmende Normalisierung von rechtsextremen und rassistischen Ansichten.
Seit einem Jahr aber würden die Leute, die in „der ersten Reihe stehen gegen Neonazisten, Rassisten und Menschenfeinde“ gezwungen „erst mal selbst nachzuweisen, daß sie Teil des demokratischen Spektrums sein.“
Wenn man eins sagen könne, dann daß die Extremismusklausel, die die Bundesfamilienministerin letztes Jahr eingeführt habe, dazu da sei den gesellschaftlichen Initiativen gegen Rechtsextremismus die Energie zu entziehen in ihrer Arbeit.
Da sei die Klausel wirklich erfolgreich gewesen.

Rechts ist für die Bürgerlichen nach wie vor „gut“.

Unions-Bundestagsabgeordnete schreiben im Kreuznet-Bruderblatt „Junge Freiheit.“

Die Bayerische Staatsregierung kämpft unterdessen nur gegen Linksextremismus und gibt ihren Bürgern schlaue Tipps.
Innenminister Hermann betreibt extra eine WebPräsenz „Bayern gegen Linksextremismus“ auf der er naiven Eltern erklärt:

Wenn Ihr Kind aber in Kreise gerät, die unseren Rechtsstaat pauschal als „kapitalistisches Fascho- und Bullensystem“ diffamieren, eine Beseitigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung fordern und hierfür auch Gewalt als legitimes Mittel betrachten, sollten Sie hellhörig werden!!!
(„Bayern gegen Linksextremismus“)

Die Titanic fragt übrigens in ihrer neuesten Ausgabe besorgt nach „was aber, wenn der Heranwachsende unseren Rechtsstaat nicht pauschal als „kapitalistisches Fascho- und Bullensystem diffamiert“, sondern ihn differenziert und schlüssig begründet als solches bezeichnet???“

Darauf haben die Bayern keine Antwort.

Sie sind verhaftet in ihrer links=böse und rechts=gut Sicht.

'Die CSU ist auf dem rechten Auge blind' steht heute in der Sueddeutschen Zeitung.

Sepp Dürr von den Landtags-Grünen sagte zur SZ: 'Der Innenminister will sich nur herauswinden. Er und die CSU haben eine Nähe zu rechtsextremen Einstellungen - deshalb sind sie auf dem rechten Auge blind.'
[…] Ein ungeklärter Fall mit möglicherweise rechtsextremen Hintergrund ist der Messeranschlag auf den damaligen Passauer Polizeichef Alois Mannichl im Jahr 2008. Das Landeskriminalamt soll nun eine Verbindung zur rechtsextremen Terrorserie prüfen. Mannichl hatte damals ausgesagt, ein Unbekannter habe ihn mit den Worten 'Viele Grüße vom nationalen Widerstand' niedergerungen. Als Polizist hatte sich Mannichl gegen die rechte Szene engagiert. Alle Nachforschungen blieben erfolglos, der Täter wurde bis heute nicht gefasst. […] Der Grünen-Abgeordnete Sepp Dürr, Fraktionssprecher für Strategien gegen Rechtsextremismus, fordert nun eine Erklärung des Ministers zu den Hintergründen der Mordserie: 'Wir wollen wissen, ob hier überhaupt in Richtung eines rechtsextremistischen Terrorismus ermittelt wurde.' Besonders empört die Grünen, dass die Opfer als kriminelle Ausländer vorverurteilt worden seien, wogegen die Behörden einen rechtsextremen Hintergrund ausgeblendet hätten: 'In diesem Fall muss sich Minister Herrmann völlig umstellen. Denn die Begriffe kriminell und Ausländer sind für die CSU nicht weit entfernt voneinander.' […] 'Die Blindheit auf dem rechten Auge der CSU-Politiker ist nicht mehr hinnehmbar', sagte [SPD-Mann] Rinderspacher.
(SZ 15. November 2011)

Dienstag, 1. November 2011

Impudenz des Monats Oktober 2011

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Und, Tusch, the winner is schon wieder ein Papst!

Aber nicht Ratzi.
Es wird Zeit nicht immer automatisch an den lustigen atheistophoben Homohasser mit den schrillen Kleidern aus dem Vatikan zu denken, wenn man von „der Papst“ spricht.

Es gibt schließlich noch mehr Päpste und einige davon sind sogar cool, wie zum Beispiel der Literatur-Papst Marcel Reich-Ranicki!

Der Chef der Jesuiten, der katholischen Ordensgemeinschaft Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, SJ) wird gelegentlich als „schwarzer Papst“ bezeichnet.
Gegenwärtig thront auf dem Stuhl des papa negro der Generalobere Adolfo Nicolás Pachón.
Der 75-Jährige Spanier ist der 30. Ordensgeneral.

Papst Raphael Titus Otieno ist der Anführer der Legio Maria, welche vor 50 Jahren durch ein Schisma aus der römisch-katholischen Kirche hervor ging.
Er gebietet inzwischen über rund drei Millionen Gläubige; hauptsächlich Luo in Kenia, Uganda und Tansania.

Im März 2005 wurde der bisherige „Kardinalstaatssekretär“ der Palmarianisch-Katholischen Kirche, Manuel Corral, Papst Petrus II.
Er folgte Papst Gregor XVII.
Gregor, geboren als Clemente Domínguez y Gómez (* 23. April 1946 in Sevilla; † 22. März 2005 in Palmar de Troya) passte wie den Kollegen von der FSSPX das Zweite Vatikanische Konzil nicht und gründete daraufhin die ebenfalls schismatische Heilige, katholische und apostolische palmarianische Kirche.


Seit 1968 hatte der spätere Papst Gregor XVII regelmäßig Marienerscheinungen, erhielt göttliche Botschaften und Stigmatisierungen.
1975 weihte ihn der vietnamesische Alterzbischof Pierre Martin Ngô Đình Thục auf Anweisung des FSSPX-Chefs Bischof Marcel Lefebvre erst zum Priester und dann zum Bischof.
So konnte Bischof Domínguez y Gómez rechtmäßig weitere Bischöfe und Kardinäle weihen, die ihn dann am Todestag Paul VI., dem 06.08. 1978 zum Gegenpapst Gregor XVII. wählten.
Der neue Papst sprach den spanischen Diktator Francisco Franco heilig und bewies damit geistige Nähe zum Kollegen Ratzinger, der ganze Hundertschaften franco-faschistischer Priestern selig sprach.

Ebenfalls Papst ist Theodoros II. vom Griechisch-Orthodoxen Patriarchat von Alexandria.


Erster Patriarch war der Evangelist Markus. Beim Konzil von Chalkedon 451 kam es zum Schisma. Der 57-Jährige Papst Theodoros II. ist seit 2004 im Amt.

On 9th October 2004 he was unanimously elected by the Hierarchs of the Alexandrian Throne as Pope and Patriarch of Alexandria and All Africa. His Enthronement took place on 24th October 2004 at the Holy Church of the Annunciation of the Theotokos in Alexandria, in the presence of many Primate and Representatives of all the Churches, the Cultural and Political Leaders of Greece and Egypt and thousands of Christians. The general missionary activities of His Beatitude, as well as his sweet and gentle character, are the reason for the love of all our African brothers and sisters for him, as well as of the Greeks and Arabs of Egypt and all Africa.
(patriarchateofalexandria.com)

Ebenfalls beim Konzil von Chalcedon 451 spaltete sich die koptische Kirche (christliche altorientalische Kirche Ägyptens) ab, die heute von Papst Shenouda III. geführt wird.

Der 88-Jährige Papst Shenouda III. ist seit 1971 der 117. Nachfolger des Heiligen Markus und außerdem die Impudenz des Monats Oktober.

Der Herrscher über rund zehn Millionen Kopten konnte 1988 einen theologischen modus vivendi mit dem Kollegen Johannes Paul II aushandeln und daher versteht man sich inzwischen ganz gut.
Kopten und Katholiken bilden so etwas wie die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU. Man vertraut sich zwar nicht wirklich, zieht aber an einem Strang, wenn es gegen Andersgläubige geht.
Im postrevolutionären Ägypten ohne die schützende Hand Mubaraks wird es recht brenzlig für die koptische Minderheit.
Da ist es von unschätzbaren Vorteil, daß bei jeder Diskriminierung der große Bruder in Rom mit seinem 1,2 Milliarden-Menschen-Resonanzkörper laut aufheult und von „schlimmer Christenverfolgung“ jammert.

Für Papst Shenouda III. gilt im Moment ein positives Vorurteil in der EU und Amerika.

Die westlichen Gesellschaften verstehen den Islam nicht und fürchten sich vor den Wirrnissen in Nordafrika.
Nach der alten und falschen Formel „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ hält man eisern zu den Kopten.
Sie sind schließlich auch Nordafrikaner und dennoch Christen. Mehr interessiert Merkel und Co gar nicht.
Kein Mensch weiß etwas über die ultraorthodoxe Kirche der Kopten - aber derzeit sind sie im journalistischen Mainstream „die Guten“.

Der Augsburger Friedenspreis 2011 ist an den Kopten-Papst Shenouda III in Vertretung durch Generalbischof S.H. Bischof Anba Damian verliehen worden.
[…] Mit dem Preis für Papst Schenouda III. wolle die Friedensstadt Augsburg „ein Signal des Friedens und der Ermutigung“ nach Ägypten senden. Der Patriarch, der dieser Tage genau 40 Jahre im Amt ist, sei ein weltweit geschätzter Dialogpartner. „Papst Schenouda III. steht mit seinem Leben überzeugend für den Dialog und die Versöhnung“, unterstrich OB Gribl. Eine Laudatio auf den Preisträger aus persönlicher Bekanntschaft mit ihm hielt der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof i.R. Wolfgang Huber. Papst Schenouda III. orientiere sich an dem Leitbild einer religionsübergreifenden, menschenfreundlichen Gesellschaft. „In Konflikten versucht er deshalb immer wieder, seine gewinnende Menschlichkeit wie sein diplomatisches Geschick zur Geltung zu bringen und deeskalierend zu wirken“, sagte Huber.
(AA 30.10.2011)

Diktator Mubarak, der in 30 Jahren Gewaltherrschaft das Volk dermaßen ausgepresst hatte, daß am Ende bis zu 70 Milliarden US-Dollar auf den Privatkonten seiner Familie lagen, fand Papst Schenouda III. ganz toll.
Auch nach der Mubarak-Ära hat sich das nicht geändert.

Papst Schenouda ist Präsident Mubarak sehr menschlich begegnet und es gelang ihm, durch dessen ,Gnade‘ Schutz zu erlangen für seine Kirche“, meinte Damian.
(AA 30.10.2011)

Der stockkonservative Schenouda III. ist everybodys darling; sogar Kreuznet akzeptiert ihn (very telling).

Außer dem o.g. Preis erhielt er noch die Ehrendoktorwürde des Bloomfield College, New Jersey, die Ehrendoktorwürde des Saint Peter's College, New York, die Ehrendoktorwürde des Saint Vincent College, Pittsburgh, die Ehrendoktorwürde der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Ehrenbürgerschaft von sechs US-Städten, Preis für die Förderung von Toleranz und Gewaltlosigkeit der UNESCO, den Internationalen Gaddafi-Preis für Menschenrechte.

Als Freund Mubaraks, Gaddafis und Kreuznets, wundert es wenig, daß koptische Positionen teilweise krass gegen Menschenrechte verstoßen.

Frauen sind minderwertig und dürfen den Altarraum nicht betreten.

Bei der Eucharestie-Begründung hat unser Jesus Christus nur die Aposteln (Männer) eingeladen und keine von den Frauen weder die heilige Jungfrau Maria noch die anderen Frauen trotz ihrer Heiligkeit.
(Kopten.at)

Wer sich nicht bemüht wie ein Heiliger zu leben, wird in der Hölle landen.

Die größte Strafe in der Hölle ist, dass man von Gott zu weit entfernt ist, damit in die Dunkelheit und Verwirrung geworfen wird und ohne Hoffnung auf Verbesserung lebt.
(Kopten.at)

Geistliche müssen zölibatär sein.

Die Mehrheit der Jünger unseres Herrn waren schon verheiratet, als sie von unserem Herrn Jesus einberufen wurden, außer Johannes des Geliebten. Doch in den nächsten Generationen waren die absolute Mehrheit der Bischöfe zölibatär. Es wurde im Konzil von Nicäa einstimmig entschieden, dass alle Bischöfe unbedingt zölibatär sein müssen, die Priester dürfen aber vor der Weihe heiraten. Die Entscheidungen der Apostel, die mit dem Heiligen Geist entschieden wurden, sind sicher unfehlbar, genau so, wie die Entscheidungen der ersten drei Konzile (Nicäa 325, Konstantinopel 381 und Ephesos 431)
(Kopten.at)

Und Schwule sind natürlich die Pest.

Nach der Weihe von Gene Robinson zum ersten homosexuellen anglikanischen Bischof brach Papst Shenouda III. weitere ökumenische Gespräche mit der anglikanischen Kirche ab.


Päpste….