TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Mittwoch, 3. August 2011

Sauteuer.

Vom Jahr 2000, als das US-Verteidigungsressort 341 Milliarden Dollar ausgab, bis zu den aktuellen Ausgaben von 910 Milliarden Dollar stiegen die Militärkosten um 167%.

Die amerikanische Staatsverschuldung stieg von einem Minimum 1981 unter den GOP-Präsidenten Reagan und Bush sen. KONTINUIERLICH AN.
Erst der Demokrat Clinton konnte ab ca. 1997 den Trend umkehren und das sagenhafte Schuldenmachen zurückführen.
Ab dem ersten Jahr Bush II ging der Anstieg dann rapide weiter.

Allein GWB ist für 43 % der amerikanischen Schulden verantwortlich.

Es ist also ein Treppenwitz, daß ausgerechnet rechte GOPer sich als Gralshüter der US-Finanzen aufführen und den Demokraten im Weißen Haus bis aufs Blut bekämpfen.



Die Hauptursache für die weltgefährdende amerikanische Finanzlage ist eindeutig die Kriegspolitik, die der Ober-GOPer Bush verfolgte.

Ein weiterer Treppenwitz ist die inzwischen fast vergessene Planung der damaligen US-Regierung, daß der Irak-Krieg so gut wie gar nichts kosten würde, da man sich anschließend aus den sprudelnden Öl- Quellen des Iraks bedienen könnte.

Auch das war, wie so ziemlich alles, das Angela Merkels Busenfreund anfasste ein großer Haufen Lügen.

Der Congressional Research Service, der unabhängige wissenschaftliche Dienst des US-Parlaments, beziffert die direkten Ausgaben fürs Militär bisher auf nicht weniger als 1,3 Billionen Dollar. 800 Milliarden davon wurden in den Irak-Krieg gesteckt, gut 440 Milliarden kostete die Operation in Afghanistan, der Rest wurde für den Ausbau von Stützpunkten rund um den Globus sowie für Hilfsprogramme in Afghanistan und Irak ausgegeben.
(Reymer Klüver, 28.07.2011)

Selbst wenn Obamas Abzugs-Planungen gut gehen sollten, werden noch mindestens weitere 500 Milliarden US-Dollar im Wüstensand versickern.
Berücksichtigt sind dabei allerdings nur die reinen Kosten für das Militär.
Insgesamt sind die Kriege noch wesentlich teurer.

Der Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz taxiert die Ausgaben auf mittlerweile mehr als drei Billionen Dollar. Forscher der Brown University prognostizieren sogar, dass die Kriegskosten sich am Ende auf etwa 3,7 Billionen Dollar belaufen werden - Zinszahlungen noch nicht mit einbezogen.
Hinzu kommt, was Stiglitz, 'ernüchternde Opportunitätskosten' nennt: 'Wären wir zum Beispiel ohne die Irak-Invasion noch immer in Afghanistan? Wären die Ölpreise ohne den Krieg in Irak auch so in die Höhe geschnellt? Wäre die Verschuldung so hoch? Wäre die Wirtschaftskrise so heftig ausgefallen?' Alle Fragen dürften mit einem klaren Nein beantwortet werden, so der Ökonom. Eine Truppenverstärkung, wie sie schließlich Präsident Obama im Dezember 2009 anordnete, hätte sechs Jahre zuvor wohl das Wiedererstarken der Taliban verhindert. Und ohne das Irak-Abenteuer wäre der Ölpreis heute mindestens zehn Dollar niedriger, meint Stiglitz. Zwischen 2003 und dem Beginn der Weltwirtschaftskrise 2008 stiegen die US-Schulden von 6,4 auf zehn Billionen Dollar. Fast eine Billion davon gehen nach Stiglitz" Einschätzung direkt auf das Kriegskonto. Und schließlich habe der Krieg gegen den Terror indirekt auch zur Krise beigetragen, weil die US-Regierung unter Präsident Bush sich zu einer 'desaströs lockeren Geld- und Regulierungspolitk' veranlasst sah, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. 'Ohne diesen Krieg ginge es unser Wirtschaft heute besser.'
(Reymer Klüver, 28.07.2011)

Ein weiterer Treppenwitz: Der damalige Senator Obama hatte als einer der ganz wenigen gegen den Irakkrieg votiert und muß nun die Suppe auslöffeln, die er verhindern wollte.

Falls sich jemand nicht vorstellen kann, wie man solche gigantischen Summen ausgeben konnte - eine BILLION US-Dollar sind 1000 Milliarden; also eine Million Millionen - für den habe ich zur Illustration eine Zahl.

Den verbliebenen 150.000 Soldaten in Afghanistan und im Irak ist in ihren Kampfmonturen sehr warm.
Amerikaner sind es aber - anders als beispielsweise in Europa - gewöhnt in dem Fall die Klimaanlage aufzudrehen. Benzin und Strom war schließlich über viele Jahrzehnte extrem billig und an die Umwelt und das Klima glauben bis heute viele GOPer nicht.
Also werden auch die Soldatenunterkünfte klimatisiert, was pro Jahr etwa 20 MILLIARDEN DOLLAR kostet.
Das ist mehr als der gesamte NASA-Etat.
Die aberwitzige Summe von 20.000 Millionen Dollar für schwitzende US-Soldaten kommt vor allem dadurch zustande, daß die Unterkünfte überhaupt nicht isoliert sind und die Klimaanlagen mit Benzin betrieben werden, welches umständlich in Tanklastern über irgendwelche sandigen Buckelpisten angekarrt werden muß.

Der pensionierte US-General Steven Anderson hat jetzt eine Rechnung aufgestellt, bei der viele Menschen in den USA aufhorchen dürften: Denn es geht bei Andersons Zahlenspiel nicht etwa um Geld für teure Präzisionswaffen - es geht um etwas ganz Profanes: Nämlich um die Frage, wie teuer es ist, dass US-Soldaten im Irak und in Afghanistan in ihren Zelten und Militärbasen nicht schwitzen müssen. Anderson zufolge verschlingt der Betrieb der Klimaanlagen für das US-Militär in den beiden Ländern gigantische Summen: mehr als 20 Milliarden Dollar jedes Jahr. Vor allem das Benzin, mit dem die Anlagen betrieben würden, sei teuer, sagte Anderson in "All things considered", einer Sendung des Rundfunksenders National Public Radio (NPR). Wenn man alles zusammenrechne, angefangen vom Transport des Treibstoffs in abgelegene Regionen mit sämtlichen Sicherheitsvorkehrungen bis hin zu der gesamten erforderlichen Infrastruktur, "dann sprechen wir von mehr als 20 Milliarden Dollar", sagte Anderson.
(SPON 27.06.2011)

Die naheliegende Frage, LOHNT SICH DER GANZE AUFWAND???????, wagt man gar nicht zu stellen; so offensichtlich ist der Irrsinn.

Die Bilanz des Irakkrieges ist aber auch nach offizieller US-Sicht ein Desaster.
Die Sicherheit des Landes hat sich im letzten Jahr wieder dramatisch verschlechtert. Allein in den letzten drei Monaten sind bei Terroranschlägen 248 irakische Zivilisten und 193 Angehörige der irakischen Sicherheitskräfte getötet worden.
Schiitische Milizen haben im Juni insgesamt 15 US-Soldaten getötet und die politische Lage ist so prekär, daß beim völligen Abzug der US-Soldaten ein Bürgerkrieg unausweichlich scheint.
Der Irak würde, wie schon lange prophezeit, in einen Schiitischen, einen Kurdischen und einen Sunnitischen Teil zerfallen und dann die ganze Region weiter destabilisieren.

US-Bericht enthüllt katastrophale Sicherheitslage im Irak Barack.
[...] Obama hat den Irak-Krieg stets als falsch bezeichnet. Als er vor einem Jahr offiziell bekanntgab, alle Soldaten aus dem Land bis Ende 2011 abzuziehen, sagte der US-Präsident dennoch, die amerikanischen Truppen hätten "dem irakischen Volk die Möglichkeit zu einer besseren Zukunft eröffnet". Die Soldaten hätten daher ein großes Lob verdient. Dass auch Obama die Lage im Irak massiv beschönigt, zeigt der neue Vierteljahresbericht des US-Generalinspekteurs für den Wiederaufbau im Irak. Stuart W. Bowen schreibt in seinem Fazit des 172-Seiten-Dokuments (Link hier), nach seiner Bewertung sei die Lage "unsicherer als vor zwölf Monaten".
(Spon 30.07.2011)

In den USA sind die Folgen des Irakkrieges dabei bei weitem nicht nur an den vollkommen zerrütteten Staatsfinanzen ersichtlich.

Mindestens ein Viertel der über zwei Millionen Irak- und Afghanistan-Veteranen leiden an posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), die immer noch nicht adäquat behandelt werden.

Daher bringen sich 18 Ex-Soldaten JEDEN TAG IN DEN USA UM!

Damit machen die jährlich knapp 7000 Selbstmorde von Kriegsveteranen ein Viertel aller US-Suizide aus und übertreffen sie Zahl der „Gefallenen“ deutlich.

Das menschliche Leid, das der Endloskrieg gegen den Terror über Hunderttausende Amerikaner gebracht hat, lässt sich nur ahnen, wenn man die Statistiken liest und die Doppelseiten mit den Fotos der Gefallenen betrachtet, die die großen Zeitungen des Landes regelmäßig veröffentlichen. 6100 tote Soldaten hat Amerika seit 2001 zu beklagen, fast 4500 von ihnen in Irak. […]
Fast 45000 Soldaten wurden seit 9/11 verwundet, nicht wenige verstümmelt in den Bombenattacken auf Militärfahrzeuge: Beinahe die Hälfte der Verwundeten wird medizinische Betreuung für den Rest ihres Lebens benötigen.
(Reymer Klüver, 28.07.2011)

Ein in jeder Hinsicht teurer Spaß, den die Amerikaner angezettelt haben.
Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausend, das nach dem Zusammenbruch des Kommunismus‘ eine amerikanische Vorherrschaft einläuten sollte, führte tatsächlich in eine neue Ära.

Amerikas Reputation ist dahin, die Armee ist vollkommen überlastet und zudem chronisch erfolglos.
Die Wirtschaft liegt am Boden und ausgerechnet das kommunistische Regime Chinas, welches allein 1,4 Billionen der US-Staatsschulden hält, steht mit erhobenen Zeigefinger da und ermahnt die einstige Mutternation des Kapitalismus zu Haushaltsdisziplin und vernünftigen wirtschaften.

Es verwundert nicht, daß die Seelenlage der stolzen Nation zerrüttet ist.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lieber Tammox,

hier einmal meine Einschätzung der Situation.

Vorweg: Nationale Interessen spielen in der US-Politik nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Die Wirtschaft dominiert alle Entscheidungen ab der Kommunalebene bis hin zum Kongress und natürlich einschliesslich dem Präsidenten.

Historisch: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die US-Wirtschaftselite auf den Trichter gekommen, dass es ohne Kriege keinen Aufschwung respektive höhere Gewinne gibt. Das Gemeinwohl, die Infrastruktur sowie das Ansehen der Nation sind irrelevant.

Nur so kann man sich die endlosen sinnlosen Klein- und Grosskriege (der Kalte in dem Fall) erklären. Nicht Dummköpfe am Ruder, sondern Kriminelle, die Korrupte dazu anstacheln, möglichst vielen Verbrechern Waffen zu verkaufen und sich am Ende dann selber einzumischen. Zum Schaden aller - ausser denen, die die Deals gemacht haben und deren Konten sind sicher.

Unter dem Aspekt muss auch man alle Präsidenten seit Eisenhower bewerten. Seither haben die USA auch nachweisbar keinen Krieg mehr gewonnen. Nicht weil es nicht möglich gewesen wäre, sondern weil es KEINE ROLLE gespielt hat.

Die Bank gewinnt immer - die Waffenlobby kassiert.

Bush jr. war in dieser Hinsicht nur der vorläufige Schlusstrich. Nicht dass Obama weniger eine Marionette der Lobby wäre. Aber unter Bush jr. waren die faulsten Eier der Lobby unter einem Regierungsdach.

Und die Verdoppelung der Schulden ist nicht massgeblich zum Schaden der Nation sondern zum Nutzen der Rüstungslobby und allerlei Grosskonzerne abgelaufen.

Und das Schönste? Die Bevölkerung läuft schon wieder den Republikanern oder der unsäglichen Tea Party hinterher. Letztere ist übrigens nichts anderes als ein perfider Versuch derselben Wirtschaftskreise, durch eine noch radikalere Partei noch mehr Einfluss zum Schaden der Nation zu nehmen.

Aber die US-Bürger wollen es scheint's nicht anders.

http://www.markfiore.com/political-cartoons/watch-midterm-election-democratic-defeat-how-to-survive-post-election-blues-xeth-animated-video-mark-fiore-an

Der Nordstern.

TAMMOX hat gesagt…

@ Nordstern - das sehe ich, weitgehend, ähnlich.

Wobei es eben durchaus beeindruckend ist, wie es rechte Lobbygruppen und sonstige Strippenzieher schaffen diese Teebeutler-Basis aus lauter Kleinbürgern vehement für die Steuerfreiheit von Milliardären und Großkonzernen zu kämpfen.
Das ist ja noch nicht mal im eigenen Interesse des durchschnittlichen Teebeutlers. Die sind aber so effektiv gebrainwashed, daß sie ganze freiwillig auf die Straße gehen und für die Interessen der Großindustrie und damit vor allem der Waffenlobby zu kämpfen.

Das ist so, als ob die Hartz-Empfänger in den Plattenbauten von Marzahn und Co auf die Straße gingen und kollektiv in den Hungerstreik treten würden, damit Herr Ackermann ein höheres Gehalt bekommt.
Das muß man erst mal schaffen!


LGT