TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Montag, 28. September 2009

Rechter Vorteil

Jens Berger schrieb kürzlich in seiner Begründung für den Wahlaufruf zugunsten der LINKEn, daß er den Grünen „Hartz-IV und den Kosovokrieg noch immer nicht verziehen“ habe.

Daß hier also ein Ex-Grünenwähler volle elf Jahre später immer noch grollt, ist symptomatisch für die Misere des „linken Lagers“.

Vergleicht man den Bürgerlichen und den Linken zugeneigte Wählerschichten, sind Erwartungshaltung, Aufmerksamkeit und Kritikfreude fundamental unterschiedlich.

Ich wage die These, daß diese tiefsitzenden soziokulturellen Differenzen der Hauptgrund für die Dominanz der konservativen Kräfte in den westlichen Demokratien sind.

Die veröffentlichte Meinung spottet seit einem halben Jahrhundert über den „Kanzlerwahlverein“ CDU, deren Mitglieder unkritisch stets die Wünsche der Parteiführung abnicken, während Sozis und Grüne auf ihren Parteitagen mit Vorliebe endlose Diskussionen starten.

Was für die Parteichefs der Rechten bei internen Wahlen lediglich ein praktisches Element ist, entwickelt die eigentliche Wirkung erst zwischen den Wahlen.

Konservative Parteianhänger möchten, daß „ihre Leute“ die wichtigen Ämter im Staate besetzen und nicht die verhassten Sozen.
Ist dieser Zustand erst einmal erreicht, verfallen sie in intellektuelle Bescheidenheit, respektieren die Spitzen und vertrauen der Obrigkeit.
CDU/FDP-Regierungen können dann mit freiem Rücken schalten und walten.

Im linken Lager verhält es sich genau umgekehrt - wird auf Parteitagen oder auch einfach im Distriktsverein nach ewiger Diskussion ein Kompromiss erzielt, sind die Mandatsträger keineswegs vom Haken.
Ihre Unterstützer verfolgen ihr Tun außerordentlich kritisch und erwarten nichts weniger als ein totales Umkrempeln alle Missstände der Welt, quasi die Weltrevolution.
Sie sind dabei voller Ungeduld und entziehen ein einmal gegebenes Vertrauen in atemberaubendem Tempo.

Das erlebt Barack Obama derzeit - obwohl jedem schon vor seiner Wahl klar war, daß er vor so gigantischen Problemen stehen würde, daß eine Präsidentschaft von vier Jahren gar nicht ausreichen wird, alles anzupacken, haben sie nun bereits nach sechs Monaten die Geduld verloren und lassen ihren Potus in Umfragen auf Bush-Niveau abstürzen.

Eine andere Seite derselben Medaille ist die gewaltig große Lügentoleranz auf der konservativen Seite.
Ich halte das für ein Christliches Erbe.

Wer a priori davon überzeugt ist auf dem höchsten moralischen Ross zu sitzen, indem er beispielsweise die Zehn Gebote immer wieder hochhält, braucht es mit der Befolgung Derselben nicht so eng zu sehen.

Während ein sozialdemokratischer Ministerpräsident wie Björn Engholm schon wegen einer geradezu lächerlichen Petitesse zurück treten muß - er hatte lediglich nicht rechtzeitig öffentlich bekannt seit wann er von den Barschel-Machenschaften wußte - sind dreiste und perfide Lügen für einen CDU-Regierungschef fast gar kein Hindernis.

Roland Koch log immer wieder, daß sich die Balken bogen und ist bis heute MP.

Auch der gemütliche dicke Hohlkopf von der Waterkant, CDU-MP Carstensen, ist noch vor ein paar Wochen einer ganzen Kaskade von Lügen überführt worden.
Seine Wähler störte es nicht - er grinst schon wieder über sämtliche Pausbacken, weil er gestern wiedergewählt wurde.

Dies ist kein neues Phänomen - Bundeskanzler Kohl und sein Innenminister „Old Schwurhand“ Zimmermann taten sich schon vor einem Vierteljahrhundert mit Falschaussagen und Eid hervor und wurden brav immer wieder gewählt.

Kohl fiel bei zentralen Versprechen („keine Steuererhöhungen für die Deutsche Einheit“) in jede Richtung um - seine Wähler verziehen ihm alles. Unnötig zu erwähnen, daß Derjenige, der als Kanzlerkandidat 1990 ehrlich die Zukunft skizzierte, vom Wähler abgestraft wurde.

Das achte Gebot gilt nur für die andern.

Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
2. Mose 20,16

Auf dem höchsten moralischen Ross sitzt traditionell der Papst.
Als Stellvertreter Gottes hält er sich für die Inkarnation der Moral und ist genau deswegen gefeit vor der Anwendung von Gottes Geboten.

Bis ins 20 Jahrhundert tat sich der Vatikan mit dem Ersinnen von Foltergeräten und Kriegssegnungen hervor; keine Organisation dürfte so viele Tote auf dem Gewissen haben, wie die RKK, die von anderen verlangt „Du sollst nicht töten“.

Im 21. Jahrhundert gelten immer noch Bischöfe als moralische Autorität, obwohl sie fortwährend faustdicke Lügen verbreiten.

Als Beispiel sei Mixas Erkenntnis genannt, daß der Atheismus die Nazis hervorgebracht hätte, sei Ratzingers Erkenntnis genannt, daß Kondome die Ausbreitung von HIV förderten und sei Kreuznets Erkenntnis genannt, daß „Sozialisten den Kindermord befürworteten“.

Ein anderer Vertreter der „moral majority“, der von seiner Mutter „the chosen one“, genannt wurde, ist George W. Bush.

Seine Administration hat schon in der ersten Amtszeit die Amerikaner und die Welt fast eintausend mal belogen:

Wissenschaftler um den Gründer des Center for Public Integrity, Charles Lewis, wiesen in einer Studie acht US-Spitzenbeamten 935 "unwahre Behauptungen" in den zwei Jahren vor dem Waffengang nach.
Bush und Powell seien mit 260 und 254 bewussten Falschaussagen die Spitzenreiter dieser unrühmlichen Riege, besagt die Studie.

Der Dank: Wiederwahl im Jahr 2004 mit besserem Ergebnis.

Ich vermute sehr stark, daß einem liberalerem potus dieses Kunststück nicht gelungen wäre.


Wie kommt es nun also, daß grade auf konservativer politischer Seite besonders viel gelogen und betrogen wird, ohne daß die Wähler das übel nehmen?

Ist es nicht auffällig, daß es die Republikaner in den USA sind, die mit einem Sexskandal nach dem nächsten Schlagzeilen machen?
Ausgerechnet?
Hunderte rechte Heuchler listen Blogs auf.

Wieso sind es gerade die katholischen Priester, die permanent und weltweit mit Sexskandalen auffallen?

Warum gerade erklärte Moralisten oft zu sexuellen Eskapaden, Rassismus und Betrug neigen“ Erklärt SZ-Journalist Sebastian Herrmann in seinem Artikel „Die Lizenz zur Sünde“.

Das Phänomen sei Psychologen schon lange bekannt:

„So zeigt sich in zahlreichen Studien, dass Menschen, die sich öffentlich als moralisch besonders integer profilieren, eher dazu neigen, gegen genau diese Normen zu verstoßen. Ganz so, als brauchten sie den Kitzel einer besonderen Fallhöhe”

Der Hintergrund scheint zu sein, daß die sich selbst als besonders moralisch verstehende Menschen annehmen, sich aus ihrem „Bessersein“ das Recht für ein paar Ausrutscher ableiten:

Der Psychologe Benoît Monin von der Universität Stanford hat dafür den Begriff "Moral Credentials" geprägt. Zusammen mit Dale Miller zeigte er schon 2001 in einer Studie im Journal of Personality and Social Psychology, dass Menschen eher sexistische oder rassistische Ansichten vertreten, wenn ihnen zuvor die Gelegenheit gegeben worden war, sich als vorurteilsfreie Menschen zu gerieren.

Es genügt sich selbst für besonders moralisch zu halten, um in der Realität weniger moralisch zu sein.
Ein Beispiel:

Kürzlich berichteten Sonya Sachdeva und ihre Kollegen von der Northwestern University in Chicago, dass Menschen, die sich selbst als moralische Wesen betrachten, weniger Geld spenden als andere, die ein tendenziell negatives Selbstbild haben (Psychological Science, Bd.20, S. 523, 2009). […] Diejenigen, die sich zuvor als moralisch integere Menschen beschrieben hatten, spendeten lediglich ein Fünftel dessen, was die Vergleichsgruppe gab.

Um zu meiner Ausgangsthese zurück zu kommen, daß diese tiefsitzenden soziokulturellen Differenzen der Hauptgrund für die Dominanz der konservativen Kräfte in den westlichen Demokratien sind:

Was mir als eher Linkem befremdlich vorkommt, daß jemand, der sooft und so dreist gelogen hat wie Westerwelle und dem offenbar auch von seinen eigenen Wählern 70 % nicht seine Versprechen abnehmen, dennoch mit einem derartigen Rekordwahlergebnis gesegnet wurde, liegt an dem glücklichen Umstand, daß sich seine rechten Wähler so überlegen fühlen, daß sie für sich selbst keine tatsächlich moralischen Maßstäbe ansetzen.

Man konnte diesen Zusammenhang auch schon bei dem „Pro-Reli“-Volksbegehren in Berlin erkennen.
Nachdem klar erwiesen war, daß die Pro-Reli-Front durchgängig Lügen als Argumentation bedienten, sprangen CDU und FDP auf den Zug.

Moralisch zu ERSCHEINEN ist den rechten Parteien wichtiger, als tatsächlich moralisch zu sein.

Insofern sieht auch die Zukunft für die FDP einigermaßen rosig aus.

Natürlich wird sie ihre Versprechen nicht halten, natürlich wird sie umfallen - wie es die FDP immer tut.

Glücklicherweise hat sie aber Claqueure, die es ihr nicht übel nehmen.

Daß ein enttäuschter FDP-Wähler wie Jens Berger gegenüber den Grünen auch noch Dekaden später grollt, ist nicht anzunehmen.

Pech für die Linke - ihnen werden Fehler ewig anhängen.

Rechte können aufgrund ihrer sich selbst gewährten "Moral Credentials" Nazisprüche klopfen, bei Lügen ertappt werden und Versprechen brechen, wie sie wollen.

Ihnen verzeiht man alles.

Kommentare:

Vogel hat gesagt…

Zitat: >>Daß hier also ein Ex-Grünenwähler volle elf Jahre später immer noch grollt, ist symptomatisch für die Misere des „linken Lagers“. [...]<<
Gewagt das an einer Person, Jens Berger, festzumachen ... doch auch ich habe denselben Eindruck seit mindestens 20 Jahren: Per Saldo sind die Grünen, Linken, Sozialen die ehrlichen, wohlmeinenden und eher altruistischen Menschen - und die Christlichen, Freien, Nationalen (das gehört zusammen!!) die verlogenen, übelwollenden und eher egoistischen Menschen. Wie gesagt: Per Saldo!! Ausnahmen gibt's im Himmel also auch auf Erden! (Amen! ;))
Zitat: >>[...] Kohl fiel bei zentralen Versprechen („keine Steuererhöhungen für die Deutsche Einheit“) in jede Richtung um [Anmerkung: ... oder hatte einen Blackout] - seine Wähler verziehen ihm alles. Unnötig zu erwähnen, dass Derjenige, der als Kanzlerkandidat 1990 ehrlich die Zukunft skizzierte, vom Wähler abgestraft wurde.<< Das war so und wird so bleiben: Der Überbringer schlechter Nachrichten wird gehängt, der Überbringer guter Nachrichten auf's Schild gehoben! Das Problem ist der Mensch an sich (meine Kommentare hierzu kennst Du sicher).

Einerseits: Denk' auch an die SED/PDS/Gysi/Stasi/Kommunisten-Hetze ... ich begreif's nich, das wirkt immer noch, da steckt immer noch einem Großteil der Bevölkerung etwas diffuses in den Knochen - bloß was? Bürgerliche Propaganda! Verwechselung von Diktat und Willkür mit ... ja womit den eigentlich? Man kann den Menschen am besten Angst machen mit etwas, was keiner so genau kennt, was man etwas im Unklaren, im Nebulösen lassen kann und doch den Eindruck erweckt: "Da iss was dran!" Nach dem Motto: Hmhm? Hm!

Aber andererseits: Niemand denkt daran (mehr), dass die CDU/CSU Nachfolger des Zentrums und -naher, bürgerlicher Parteien der Weimarer Republik ist. Diese haben z. B. '33 das Ermächtigungsgesetz unterstützt:
Zitat: >>Wenn ohne nähere Kennzeichnung vom Ermächtigungsgesetz gesprochen wird, ist jenes gemeint, das am 23. März 1933 beschlossen und am 24. März verkündet wurde, das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich. Es wurde von den Nationalsozialisten um Adolf Hitler beantragt und vom Zentrum und weiteren bürgerlichen Parteien unterstützt; letztere hofften, damit weitergehende Machtansprüche der Nationalsozialisten eindämmen zu können. Gegen das Gesetz stimmten nur die 94 anwesenden Abgeordneten der SPD. Abgeordnete von SPD und KPD, die bereits verhaftet worden waren, wurden als „unentschuldigt fehlend“ betrachtet.<< Und wie haben die CDU/CSU/F.D.P Ihre Blöckflöten aus der Ex-SED/DDR eingemeindet ... und was für ein Zirkus wird mit/bei den Linken veranstaltet, immer noch, auch nach 20 Jahren noch!
Wie kläglich ist die Aufarbeitung der braunen Vergangenheit gelaufen - bis auf wenige, weil zu spektakuläre Fälle (und etwas Feigenblatt braucht auch das bürgerliche Lager)?! Und heute noch warten die letzten Greise auf die Aufhebung von Nazischandurteilen zu ihren Lasten, wirkt brauenes Unrecht immer noch weiter!! ... und?

Die Aktion 100 Blogs für Die LINKE hat mich 'mal wieder zum Stöbern veranlasst, allein dafür bin ich dem(n) Initiator(en) dankbar. Werde auch hier immer wieder 'mal vorbei schauen!

Allerbeste Grüße

jakebaby hat gesagt…

"Der Überbringer schlechter Nachrichten wird gehängt, der Überbringer guter Nachrichten auf's Schild gehoben!"

Gerade im 90ger Fall kann man den Spruch ganz eindeutig realisieren:

"Der Ueberbringer guter Nachrichten wird gehaengt, der Ueberbringer offensichtlicher Luegen auf's Schild gehoben!"

Bestaetigt!

Gruss
Jake

Tammo Oxhoft hat gesagt…

@Vogel!

Das mit den Blockflöten und den Vorgängerparteien der CDU vor 1949, was Du hier erwähnst, ist genau das was ich meine: Bei den eigenen (viel heftigeren Verfehlungen) werden bei den Bürgerlichen alle Augen, inkl Hühneraugen zugekniffen.
Da gilt immer noch das biblische Motto: Den Balken im eigenen Auge erkennen sie nicht, echauffieren sich aber über einen Splitter im Auge der anderen.

Dafür gibt es unendlich viele Beispiele:
Ich erinnere nur noch mal an Otto Graf Lambsdorff, der wegen Steuerhinterziehung und Untreue rechtskräftig verurteilt wurde und anschließend von der FDP zum EHRENVORSITZENDEN erkoren wurde.
DAS sollte sich mal die SPD erlauben - da wäre aber was los!

Oder mein immer wieder erwähntes LieblingsbeispielWiesheu:

Der damalige CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu säuft sich zu bis Oberkante Unterkiefer, steigt ins Auto, fährt am 29.10.1983 eine Frau TOT und verletzt eine weitere Person lebensgefährlich, begeht Fahrerflucht und wird dann nicht nur NICHT eingesperrt, sondern wird von Stoiber zum Verkehrsminister ernannt. VERKEHRSMINISTER - ausgerechnet!
Ein kleiner Klaps mit DM 20.000 Geldstrafe reicht wohl für einen CSU-Granden.
Stattdessen gab es reichlich Ehrungen; u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.
Er erhielt z.B. 1997 den Deutschen Mittelstandpreis.
Das ist tatsächlich alles Realität – stammt also nicht aus dem Plot eines Horrorfilms.
Mehr als zwölf Jahre lang war er Superminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.
http://tammox.blogspot.com/2009/05/das-ewige-wiederholen-hat-ein-ende.html

Man stelle sich nur mal vor die LINKE würde mit ihrem Geschäftsführer so eine Nummer abziehen!

Was aber aus CDU-Sicht ganz unverzeihlich war, ist zum Beispiel die UNEHELICHE Geburt Willy Brandts, so daß sie über Dekaden immer darauf anspielend „Dieser Frahm…“ agitierten.
Uneheliche Geburt = ganz ganz bähbäh.
Ein Typ wie Hans Globke hingegen, der die Nürnberger Rassegesetze verfasst hatte, war für die CDU so integer, daß er gleich bei Adenauer Staatssekretär werden konnte…

Grrrrrrrrrrrrrrr

LGT

Oberclown hat gesagt…

Die Hühneraugen zukneifen ist untertrieben. Der Westerwelle hat relativ kurz vor der Wahl die von seiner Partei absorbierten Blockparteien in einer Talkshow zu Widerstandsgruppen hochstilisiert, deren Mitglieder wegen ihrer liberalen Gesinnung ständig mit dem Tode bedroht war. Also ich als Moderator hätte bei soviel Geschichtsklitterung nicht an mir halten können, aber die Moderatoren im deutschen Fernsehen reagieren null bei sowas. Ich glaube ich rege mich schon wieder so auf. Meine Freundin hat schon Angebote für Defibrilatoren gelesen. Aber dass der auch von den (groß)Bürgerlichen gerne so bezeichnete Unrechtsstaat DDR derartig viele Widerstandsorganisationen geduldet hätte ist doch wenig glaubhaft. Die DDR war eine Diktatur eine Diktatur duldet keine Widerstandsorganisationen und schreibt sie schon garnicht in die Staatlich genehmigten Wahlvorschläge. Wäre ich in der Talkshow gewesen da wäre was los gewesen.

Etwas näher an der Wahrheit ist die auch gerne von den Bürgerlichen Version, dass man ja nur in die Blockpartei eingetreten sei, um nicht in die SED eintreten zu müssen, bzw. damit die Kinder nicht in die FDJ mussten. Das mag jetzt sogar richtig sein, aber, wenn man gegen die eigene Überzeugung in eine Staatstragende Partei eingetreten ist, nach dem Bekunden der heutigen schwarz gelben, gegen die eigene Überzeugung, dann qualifiziert das zwar für die CDU, oder die FDP, wenn man seine Überzeugungen für Privilegien verkauft, aber das macht nicht zwingend zum Moralischen Vorbild, zu dem diese Leute von CDU und FDP verklärt werden.

Naja, es gäbe eine Interpretation, die auch die Moralisches Vorbild Hypothese stützt. Das wäre die, dass man bei schwarz gelb Moral so definiert, dass sie gleichbedeutend mit um jeden Preis zu Macht und Privilegien kommen identisch ist. Würde einiges erklären. Sollten die vielelicht mal aufschreiben, würde Philosophiegeschichte schreiben.

Vogel hat gesagt…

>>Die Rechte kann ohne Utopien leben, die Linke nicht.<<
Hat hier Kermani unser Problem mit den blinden Rechten und den sehenden Linken sehr schön und knapp auf den Punkt gebracht?

Grüße
Vogel

Vogel hat gesagt…

@jakebaby
Yep! In dem einen Fall galt das Original, in den anderen Fällen die Umkehrung!

Danke für die feine Ergänzung!

Beste Grüße

Vogel hat gesagt…

Obergauner Lambsdorff zum EHRENPATEN der F.D.P.-Familie - das passt doch. Wo iss dat Problem ;-) ?

Otto Todfahrer Wiesheu - auch ein Liebling von mir! Dat Ding lief noch viel brutaler ab: Der hat mit voller Beckstein-Dosis im Blut und seinem schweren Dienstwagen den auf leerer Autobahn auf der mittleren Spur fahrenden Kleinwagen der Opfer einfach über den Haufen gemangelt! Da überlebt einer das KZ Dachau nur um sich von OTW todfahren zu lassen!! Seit dem kenn ich den nur unter OTW (s.o.). Und jetzt strullt der seit Jahren wieder mit, bei der CSU und bei der DB (bis 05/09) - ein echtes bayrisches Mannsbild!

Beste Grüße

Tammo Oxhoft hat gesagt…

@Oberclown:

Frau Mronz überhaupt über historische Zusammenhänger parlieren zu hören, ist schon eine sehr clowneske Veranstaltung.

Offenbar ist sein Verständnis der Gegenwart schon derart ungenügend, daß er denkt alle Arbeitslosen leben hier ins Saus und Braus, trinken den ganzen Tag Champagner und essen Kaviar - alles auf Kosten der hart arbeitenden Manager und Banker, die jetzt endlich mal entlastet werden müßten, weil die doch bekanntlich ganz furchtbar darben.
Und das Steuersenken dürfte unproblematisch sein, da bekanntlich der Bund auf gigantischen Überschüssen sitzt und gar nicht weiß, wo er mit all den Geldbergen hin soll.

Wer so ein Weltbild verbreitet, ist wenig überraschenderweise auch für krudeste historische Analysen gut.


LGT

Tammo Oxhoft hat gesagt…

@Vogel - Eigenartigerweise ist es so, daß einige spezielle Politiker ihre Vergangenheit einfach abschütteln können und daß ein geheimer Pakt besteht das alles nie weider zu erwähnen.

Zum Beispiel auch FJ Jung mit den jüdischen Vermächtnissen in hessen.
Das war ja nun ein wirklich jedermann bekannter Megaskandal.
WIESO hat das eigentlich nie wieder jemand erwähnt, als merkel sich den Knilch ins Kabinett holte???

Entsprechndes auch bei Wieheu - das ist ja schließlich kein Geheimwissen, was mit dem mal los war.
Und KEIN MENSCH kommt auf die idee das noch mal zu erwähnen bei all seinen ungehinderten Karrieresprüngen anschließend.

Die Presse ist manchmal schon sehr sehr freundlich.

Siehe auch Althaus, der ja nun immerhin jemanden umgebracht hat und ein paar Kinder zu Halbwaisen gemacht hat - und die BILD stellt ihn tränenrührig als "armes Opfer" da..
GEHT ES NOCH???

L
G
T

Tammo Oxhoft hat gesagt…

PS:

@Vogel:

Der liebe Gott hat auch einen eigenartigen Humor:
Wieheu tötet jemand anderen und wird anschließend mit Bilderbuchkarriere und Millionengehalt belohnt.

Ein anderer rechter Vollsufffahrer wie Haider verletzt keinen anderen Menschen und stirbt dafür selbst, nachdem er hackevoll im Dienstwagen losrauscht....

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