TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Montag, 21. März 2011

Wortklauerei


Unsere beiden Regierungsspitzen habe ich schon äußerst scharf kritisiert, bevor sie in die Regierung kamen (so viel Selbstlob muß sein), aber ihr fortlaufendes Unterschreiten ihres eigenen Niveaus und die katastrophal dümmlich-falsche Egoisten-Politik, die sie betreiben, bringt mich verbal immer mehr in die Bredouille.
Welche Worte soll ich denn da noch finden, die dem Versagen dieser beiden feigen selbstsüchtigen Horrorpolitiker angemessen sind?
Obwohl ich mich in einer permanenten Blog-Koprolalie befinde, gehen mir inzwischen die Vokabeln aus, um die schwarzgelben Kabinetts-Kaspers zu beschreiben.


Aus reiner Hilflosigkeit werde ich heute mal stehlen und einige andere Stimmen zitieren.

Gestern gab es eine außerordentlich prominent besetzte Feier zu Siegfried Lenz‘ 85. Geburtstag im Rolf-Liebermann-Studio des NDR in Hamburg. Bundespräsident und Altkanzler ehrten den Top-Literaten. Angesprochen auf die aktuelle Politik charakterisierte Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass unseren Außenminister treffend.
Nachdem er Westerwelle schon vor der Wahl einen "großmäuligen Schaumschläger" genannt hatte, echauffierte er sich gestern über das „Herumgeeiere“ Westerwelles zu der überraschenden Freiheitsbewegung in den Maghrebstaaten.
Wir hätten ja schon eine ganze Reihe von merkwürdigen Außenministern gehabt, aber einen so Miesen wie den Gegenwärtigen noch niemals, führte der Großliterat sachlich aus.
Westerwelle sei mit seiner „Maulhurerei über Menschenrechte eine Zumutung ohne Gleichen.“ Da komme es zum Schwur und Westerwelle durchbreche „den ohnehin nur mühsam erreichten europäischen Konsens. Er blamiert die deutsche Außenpolitik - mit Folgen!“
(Zitiert nach eigenen Notizen während der TV-Übertragung. Leider habe ich keinen Link dazu gefunden und wäre dankbar, wenn jemand eine Quelle nennen könnte!)

In einem Gastkommentar für die Hamburger Morgenpost schreibt Heiner Geissler, Westerwelle habe „völlig versagt:“
Westerwelle der Desaster-Minister
Vor einiger Zeit hat Außenminister Westerwelle den deutschen Sozialstaat mit der spätrömischen Dekadenz verglichen, in der vor 2000 Jahren die Damen der besseren Gesellschaft in Eselsmilch badeten und die Superreichen sich bei ihren Völlereien mit Hilfe von Pfauenfedern künstlich übergaben, um anschließend weiter fressen zu können. Dieser Vergleich hat dem Ansehen des Ministers schwer geschadet und Wohlmeinende gaben ihm den Rat, sich auf die Außenpolitik zu konzentrieren. Leider kann es kaum einen Zweifel geben, dass er auch in diesem Regierungsamt ein Desaster angerichtet hat. Er hat mit der Weigerung, sich an der Luftüberwachung Libyens zu beteiligen, unser Land in die Kumpanei mit Russland und China und in die Isolation gegenüber den arabischen Staaten und unseren westlichen Verbündeten geführt. Kein Außenminister vor Westerwelle hat es so weit kommen lassen. Selbst bei der Ablehnung des Irak-Krieges durch Gerhard Schröder hatte Deutschland Frankreich an seiner Seite. Einhelliger Beifall für Westerwelle kommt nur von der Linkspartei.
[…]
(berlinonline.de)


Der Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr und Ex-Vorsitzende des NATO-Militärrates Klaus Naumann schreibt in einem Gastkommentar für die heutige Süddeutsche Zeitung:

Deutschland hat der Militäraktion gegen Libyen nicht zugestimmt - eine historische Fehlentscheidung.
Mit der Resolution 1973 des Sicherheitsrates ist die Frage des Eingreifens entschieden. Die Einrichtung einer Flugverbotszone hat begonnen, Luftangriffe zum Schutz bedrohter Menschen sind erlaubt und werden geflogen, nur der Einsatz von Besatzungstruppen in Libyen ist ausgeschlossen. Es greift nicht der Westen ein, sondern die zivilisierte Welt, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar werden sich beteiligen. Das ist ein wichtiges Signal, denn damit wird Gaddafis Behauptung, der Aufstand sei ein Produkt des Westens, zur Lüge.

Auch die in der arabischen Welt beliebten Verschwörungstheorien sind durchkreuzt: Es geht nicht um Öl, es stehen weder al-Qaida noch Israel dahinter, nein, es geht um den Schutz von Muslimen, die Freiheit wollen und die ein brutaler Diktator und seine Armee deshalb bekämpfen. Deutschland hat sich in seiner ersten Bewährungsprobe als nicht-ständiges Mitglied des Sicherheitsrates gegen die USA, seine europäischen Verbündeten und die Arabische Liga entschieden und sich zusammen mit Russland, China, Indien und Brasilien der Stimme enthalten. Eine historische Fehlentscheidung. […] Deutschland hat gesagt, es wolle nicht beitragen, und so zählt allein die deutsche Entscheidung, sich bei einer Abstimmung über den Schutz der Freiheit zu enthalten. Das Militärische ist Nebensache, denn ein Mitglied des Sicherheitsrates kann zustimmen, ohne sich an der Durchführung zu beteiligen. Hier wurde nicht deutsches Interesse gewahrt, sondern geschädigt. […]
Die Rechtsgrundlage ist eindeutig und die breite Beteiligung gesichert. Die Gefahr, das Niederschlagen Gaddafis könne zu einem Aufflammen antiwestlicher Stimmung führen, besteht nicht. Nun muss die Welt handeln, will sie nicht als Hampelmann vor einem Diktator in die Knie gehen oder sich von vergiftetem Lob für weise Zurückhaltung betören lassen.
[…] So bleibt zu bedenken, dass der Druck, mehr zu tun, nach einem Eingreifen rasch wachsen wird, wenn der schnelle Erfolg ausbleibt. Auch das wäre für die Nato kein militärisches Problem, wohl aber ein politisches.
Doch rechtfertigt das Gesagte die Enthaltung Deutschland im Sicherheitsrat? Ich meine: Nein.
Ich schäme mich für diese Haltung meines Landes, das seine Freiheit und seinen Wohlstand auch der Bereitschaft seiner Verbündeten verdankt, für die Deutschen einzutreten und das noch nicht einmal den Traum der Einheit ohne sie hätte verwirklichen können.

So disqualifiziert man sich als Mitglied des UN-Sicherheitsrates, man isoliert sich in Europa und man verhindert, dass Europa mit einer Stimme spricht.
Man tut also alles, um die unersetzliche Verbindung mit den USA zu beschädigen. Es ist nicht weise, sich von German Angst leiten zu lassen und zu Sankt Florian zu beten.
Beten muss man jetzt nur um eines: Dass Deutschland nie wieder in die Lage kommen möge, zu seinem Schutz die Hilfe anderer zu brauchen.

(SZ 21.03.11)


Nun geschieht es nicht das erste mal, daß ein Minister kritisiert wird.
NOCH sind wir schließlich eine Demokratie.

Westerwelle scheint das aber nicht begriffen zu haben.
Wie schon bei der Kritik auf seine „spätrömische Dekadenz“-Rede, die er als ungehörig zurückwies und fiese Homophobie als Motiv ausmachte, ist man in der FDP auch diesmal empört, daß es überhaupt jemand wagt den heiligen Guido zu kritisieren.

Die Demokratie sei in Gefahr, meint Guido Westerwelles Generalsekretär - weil sein Chef kritisiert wird. In Wahrheit verhält sich der Außenminister trotzig wie ein unreifer Halbstarker.
Oh je. Das auch noch. Die deutsche Demokratie ist in Gefahr, die Republik wankt, und das alles bloß, weil es einige finstere Gesellen wagen, Kritik am Unfehlbaren zu äußern, an Guido Westerwelle, dem Außenminister. Findet Christian Lindner.
[…] Lindner kann man eigentlich keinen Vorwurf machen, dass er so einen Unsinn verbreitet. […] Und so können auch Lindners rhetorische Entlastungsangriffe nicht von dem Kern des Problems ablenken, das immer deutlicher zu Tage tritt: Westerwelle mangelt es schlicht an der Ernsthaftigkeit, die das Amt des Außenministers verlangt. Er bestärkt den Eindruck des Unseriösen. […] Der Eindruck der Seriosität ist mittlerweile verflogen. Es scheint, als habe Westerwelle die Ernsthaftigkeit nur gespielt. Immer wieder blitzte in den vergangenen Wochen stattdessen ein erstaunlicher Mangel an Reife durch. So war es schon bei den Äußerungen zu Hartz IV: Spätrömische Dekadenz? Mein Gott, selbst wenn er inhaltlich Recht gehabt hätte, so war die Form der Attacken beleidigend, pennälerhaft. Ein Generalsekretär darf so pöbeln, möglicherweise auch noch ein Parteichef in der Opposition - ein Minister, ein Vizekanzler gar, der muss sich solche Ausfälle verbieten. Und nun die Diskussion über die Zusammensetzung der Delegation für die Lateinamerikareise. Nein, es ist kein Problem, dass Westerwelles Partner Michael Mronz mitgefahren ist. Im Zweifel sollte das sogar auf Staatskosten drin sein - Deutschland ist im Umgang mit Homosexuellen an der Macht längst entspannter, als manche Kritiker-Kritiker das jetzt unterstellen. Ein Problem, sogar ein gewaltiges, ist jedoch die geschäftliche Nähe von Westerwelles Bruder Kai zu einem der Mitreisenden. Ähnliches gilt für andere Mitglieder von Westerwelles Entourage. Selbst wenn dahinter keine Begünstigung steckt, muss ein Politikprofi wie Westerwelle wissen, dass hier der Anschein von Vermischung von Amt und privaten Interessen entsteht - und allein diesen muss ein vernünftiger Politiker zu vermeiden suchen.
Aber Westerwelle ist derzeit nicht vernünftig. Im Gegenteil: Er ist trotzig, unreif, wirkt völlig losgelöst von der politischen Wirklichkeit.

(Stern 12.03.2011)

Daniel Brössler stellt für die Süddeutsche Zeitung ungerührt fest:

Womit und ob überhaupt Guido Westerwelle, der Außenminister, Geschichte schreiben würde, war seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren ungewiss. Nun ist es klar. Auf Westerwelles Geheiß hin hat Deutschland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einer Flugverbotszone über Libyen seine Zustimmung versagt. Erstmals seit ihrem Bestehen hat die Bundesrepublik somit jenen Anker gelichtet, der sie an den Westen bindet. Kein Außenminister vor Westerwelle hat es so weit kommen lassen. Auch nicht 2003, als Deutschland "Nein" sagte zum Irak-Krieg des George W. Bush. […] Am meisten Applaus spendet dem Außenminister nun die Linkspartei. Das hat er verdient, denn er macht es sich so leicht wie sie. Als ein Land, das sich aus der Affäre zieht, wird Deutschland aber viel Vertrauen seiner Verbündeten einbüßen. Von der Liste ernsthafter Kandidaten für einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat ist es vermutlich schon gestrichen. Das hat Westerwelle geschafft.
Viele Politiker wachsen an ihren Ämtern. Manchmal läuft es umgekehrt. Dann schrumpft das Amt mit dem Mann.

(SZ 19.03.2011)

Nur wenig milder geht die internationale Presse mit dem deutschen Vizekanzler um. Man ist wenig überrascht von seiner Unfähigkeit und nimmt achselzuckend zur Kenntnis, daß das deutsche Außenministerium eben nach Wahlchancen in der Provinz und nicht nach internationalen Notwendigkeiten entscheidet.

Ebenfalls innenpolitisch motiviert handelt Deutschlands Kanzlerin Merkel - und steht in Libyen abseits. Ihre bürgerliche Regierung gibt sich nicht nur atomkritisch, sondern auch pazifistisch. Das soll wohl bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg helfen. In der EU schwächt es die Bedeutung Deutschlands eher. Macht bleibt international nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch fundiert.
NZZ AM SONNTAG (Zürich).

'Das fehlende Engagement Deutschlands in der Libyenaffäre offenbart eine Zögerlichkeit, die die Partner der Bundesrepublik als mangelnde Solidarität oder fehlende Reife interpretieren könnten.
LE MONDE (Paris)

'Sowohl die plötzliche Wende der schwarz-gelben Koalition in der Atompolitik als auch die demonstrative Ablehnung der Teilnahme an einer Aktion in Libyen sind auf die bevorstehenden Landtagswahlen zurückzuführen. ... Einerseits will Deutschland in der Politik als "Global Player" agieren, anderseits handelt die Regierungskoalition sogar aus Anlass einer lokalen Wahl populistisch.
RZECZPOSPOLITA (Warschau)



Es ist Deutschland hier…..




Sonntag, 20. März 2011

Das kleinere Übel.

Vor fast jeder Wahl sagen uns die Demoskopen zwar wie sie die Chancen der Parteien einschätzen, betonen dabei aber es gäbe noch einen hohen Anteil der Unentschlossenen.

Diese politisch Irrlichternden gilt es bis zuletzt zu überzeugen. Deswegen „kämpfen“ die Parteien noch den ganzen Samstag bis ein paar Stunden vor der Wahl.

Offenbar glauben sie daran, daß diese ominösen Unentschlossenen, die sich die letzten vier oder fünf Jahre keine Meinung gebildet hatten doch noch angesichts ein paar Plattitüden aus heiserer Kehle auf dem Marktplatz plötzlich eine Entscheidung treffen.

Als Parteimitglied weiß ich wie stark der Glaube der Parteizentralen an das „Give-away“ ausgeprägt ist. Der SPD-shop „Image“ bietet Kugelschreiber, Bleistifte, Luftballons, Bonsches, Bierdeckel und vieles andere mehr en Gros an.

Ich gebe zu; ich stehe auf den Kram und habe mir schon öfter einen ganzen Karton mit Servietten, Taschentüchern, Tassen etc bestellt. Besonders toll sind die SPD-Lippenpflegestifte. Ich bin schon seit meiner Kindheit abhängig von dem Zeug und kenne alle Marken - aber die SPD-Fettstifte sind super; schmecken nach Vanille, sehen gut aus und sind ideal in der Handhabung. Man muß das ja auch mal lobend erwähnen, denn die SPD-Taschentücher sind zum Beispiel großer Mist, kratzig und instabil. Nicht so wie man das von der bekannten Marke in blau gewöhnt ist. Dekorativ und angenehm dezent sind die emaillierten SPD-Anstecker für das Revers. Mittelprächtig sind die SPD-Einkaufstaschen. Die sehen schon gut aus, knallrot und man soll ja schließlich wiederverwertbare Stofftaschen der Plastiktüte vorziehen. Blöderweise sind die SPD-Modelle aber etwas lütsch; viel mehr als drei Liter Milch bekommt man da nicht hinein und dann reißt auch schon bald mal der Henkel ab.

Ich befürchte allerdings, daß ich mit meinen Give-aways noch nicht viele Wähler davon überzeugt habe, ihr Kreuz bei der „SPD“ zu machen - was auch daran liegt, daß ich die Give-Aways fast nie away gebe.

Stattdessen horte ich den ganzen Klump lieber in einer Schublade in meinem Abstellraum. Schließlich habe ich Schamgefühl. So sehr ich es mir vornehme; letztendlich ist es mir doch zu peinlich mich irgendwo hinzustellen und Plastikkugelschreiber oder SPD-Karamellbonbons zu verteilen. Das wäre doch die absolute Kapitulation; Bestechung für die nicht argumentativ Empfänglichen.
Sind die Wähler so blöd, daß sie sich von einem kostenlosen Luftballon am Ende überzeugen lassen?
Fast kann man das annehmen. Mir ist und bleibt es unerklärlich wie ein Mensch mit mehr als drei Gehirnzellen nicht wissen kann, was er wählen soll!
Ich gebe zu, der Idealfall, daß man positiv entscheidet, weil einem eine der Parteien oder einer der Kandidaten besonders gut gefällt, kommt nicht oft vor.
Aber es sollte doch einfach möglich sein herauszufinden, wenn oder welche Konstellation man nicht (mehr) an der Macht haben will.
Dann bedarf es noch einer kurzen taktischen Überlegung wie man den anderen Block am besten hilft und fertig ist die Wahlentscheidung.
Angesichts der derzeitigen Bundespolitik ist das Wählen sogar extrem leicht geworden. CDU, CSU und FDP haben so nachhaltig ihre Verkommenheit bewiesen, daß man nur „links“ wählen kann. Also Linke, SPD oder Grüne.
Welche der drei Parteien man wählen sollte, hängt vom Bundesland ab. In Hamburg hatte ich beispielsweise dringend von der GAL abgeraten.

Kommen wir zu Sachsen-Anhalt.

Da gibt es nun, Blockweise betrachtet, einen Landtag mit sehr deutlichen Mehrheitsverhältnissen.
Nach derzeitigen Hochrechnungen (ARD 20.12 Uhr) hat der Landtag in Magdeburg 97 Sitze.
Auf den bürgerlichen Block entfallen 37 Sitze und auf den linken Block 60 Mandate.

Wir haben also ein gutes Drittel Rechte und fast zwei Drittel Linke.

Und nun wird es lustig:
Der Ministerpräsident wird höchstwahrscheinlich einer der 37 CDU-Männer werden.
Politisches Gagatum hoch drei!

Der Grund liegt in einem bösartigen Morbus Ausschließritis-Leiden der Spezialdemokraten.
Wie schon in Thüringen lassen sie sich auch 22 Jahre nach dem Fall der Mauer von den Megaheuchlern Christian Lindner und Herman Gröhe, deren Parteien jeweils gleich zwei DDR-Blockparteien (die vorher Mauer und Schießbefehl unterstützt hatten) wegfusioniert hatten, ins Bockshorn jagen.

Die sogenannte „Berliner Runde“, diesmal ausgestrahlt von der ARD und moderiert von Schnarchnase Deppendorf (der dringend ins Altersheim muß), lieferte mal wieder eine halbe Stunde lang den Beweis dafür, wie das SPD-Ausschließeritis-Konzept auf ganzer Linie scheitert.

Die Wahlverlierer-Generalsekretäre (CDU = -3%, FDP= -3%) grillten die joviale Nahles nach Belieben. Nils Schmid (BW) habe aber nicht ganz ausgeschlossen mit der Linken zusammen zu arbeiten, Bullerjahn drücke sich um eine klare Aussage zugunsten der CDU und die Linke mache unverhohlen Angebote.
Da haben Gröhe, Lindner und Dobrindt sogar Recht: Tatsächlich ist die inhaltliche Nähe der SPD zur Linken viel größer als zur CDU.
Mindestlohn, Schulpolitik, Sozialpolitik, Atomausstieg - all das gelänge bei rot-rot im Konsens.

Die stramme Katholikin Nahles saß in der selbstgebastelten Falle.

Statt über irgendetwas Konstruktives zu reden und den schwarzen Peter in das Feld der drei rechts sitzenden Männer zu schieben, war Frau Nahles ebenso überheblich wie defensiv.
Die Auschließeritis-Position, die etwas kategorisch verneint, was in anderen Bundesländern kategorisch bejaht wird, ist ein toter Gaul.
Wer auf das Pferd setzt, kann keine Diskussion gewinnen - selbst wenn die oppositionellen Diskutanten geistig so unterbelichtet sind wie der CSU-Generalsekretär.

Die SPD-Generalin versuchte es schon vor der „Berliner Runde“ mit viel politischem Pathos.
Der Gewinner des heutigen Wahltages hieße „demokratische Kultur“, weil die Wahlbeteiligung heraufgegangen und die NDP nicht in den Landtag gekommen wäre.

Wie armselig Frau Nahles!

Bei der Volkskammerwahl 1990, der ersten Möglichkeit demokratisch abzustimmen, gab es in Sachsen Anhalt eine Wahlbeteiligung von 97%, heute waren es 52%!
Jeder zweite Wähler signalisierte also ein „Null Bock auf Demokratie!“
Die NPD ist gerade so mal eben an der 5%-Hürde vorbeigeschrammt; hat also gute 4,5 Prozentpunkte hinzugewonnen.
Das ist mehr als SPD und Grüne zusammen an Zuwachs hatten.

Frau Nahles‘ Gehirn ist von ihrer Religiotie* offenbar schwerer geschädigt, als bisher angenommen.

Die Wähler heute waren indolent, phlegmatisch, taktisch miserabel und zudem auch noch fast bereit die Nazis in den Landtag zu schicken.
Alles andere als ein Grund die demokratische Kultur Sachsen-Anhalts zu bejubeln. Schon gar nicht im Namen einer Partei, die durch schwere Ausschlussiotie dafür sorgen möchte, daß die mit breiter Mehrheit gewählten linken Positionen in den Wind geschossen werden und dafür ein Mann Merkels zum MP gemacht wird.

Diese Wahl war keine gute. Nur jeder Zweite ging hin, die Parteien erreichen generell immer weniger Menschen - eine wichtige Lehre aus Sachsen-Anhalt ist: Für einen Wahlsieg in Deutschland reicht es, sehr wenige Stimmen aus der Gesamtbevölkerung zu bekommen. Gar nicht zu reden von den fast fünf Prozent für die NPD. Damit kann ein Demokrat nicht zufrieden sein. […] Da ist vor allem eine noch immer schmerzlich niedrige Wahlbeteiligung, die diesmal nur deshalb nicht so schmerzt, weil sie bei der letzten Landtagswahl desaströs war. Da ist eine zu geringe Bindungskraft der demokratischen Parteien. Da ist ein gewisser Erfolg der Rechtsextremisten, die sich in die Mittelschicht hineingeschlichen haben - was leider nur dann als beunruhigend gilt, wenn das den Einzug in den Landtag zur Folge hat; auf kommunaler und regionaler Ebene ist die NPD schon lang erschreckend präsent.
[…] Seit Jahrzehnten ist es nämlich so: Wahlsieger in Deutschland siegen mit immer weniger Stimmen. Die Prozentergebnisse täuschen darüber hinweg, dass sie sich aus schmaler Basis errechnen. Diese Prozentzahlen, auf die am Wahlabend alle schauen, sind eine Potemkin'sche Fassade; dahinter schlummert die halbe Demokratie.
[…] Eine Demokratie, in der nur zwei Drittel oder gar nur die Hälfte der Bürger wählen, ist eine defizitäre Demokratie. Mit einer halben Demokratie kann sich ein Demokrat nicht zufriedengeben, auch in Sachsen-Anhalt nicht.
(Heribert Prantl 20.03.11)

Die SPD ist mit ihrer „Bähbäh, die Linken dürfen nicht stärker als wir sein, sonst rutschen wir lieber ins CDU-Bettchen“ bei gerade mal gut 20% gelandet.
Das alles in einem Umfeld, in dem der populäre CDU-MP abtrat und die CDU-FDP-Koalition im Bund eine Bauchlandung nach der nächsten hinlegt.
Will die SPD etwa wie bisher schon in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zukünftig nur noch auf den dritten Platz abzielen?
In Baden-Württemberg könnte es nächsten Sonntag ebenfalls soweit sein.
Damit wäre in Westdeutschland ein neues Zeitalter eingeläutet. Byebye Volkspartei, willkommen Pünktchenpartei S.P.D.

Genossen, wir haben ein Problem und zwar ein strategisches Problem.
Eigentlich das Aufgabenfeld für den Parteistrategen, als den Generalsekretär. Auf dem Posten sitzt bei uns aber unglücklicherweise die Nahles.


*(Religiotie definiert nach MSS: Darunter verstehe ich eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Religiotie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht – etwa um das Anerkennen der empirischen Belege der Evolutionsbiologie. Religiotie ist sicherlich die am leichtesten zu erkennende Form einer weltanschaulich bedingten, partiellen Denkschwäche.)


Samstag, 19. März 2011

Kirche bequem und kompakt.

Vor einigen Jahren, als mal wieder die peinliche Situation auftrat, daß meine katholischen amerikanischen Verwandten zu Besuch in Deutschland waren und selbstverständlich sonntags in die Kirche gehen mußten - während wir in der deutschen Diaspora Lebenden noch nicht einmal wußten wo überhaupt katholische Kirchen sind, geschweige denn wann dort Gottesdienste stattfinden.
Man hatte aber einen modus vivendi gefunden - keiner versucht mehr den anderen zu überzeugen. Einer der Besucher löste nach dem Gottesdienstbesuch die etwas verkrampfte Situation auf, indem er lachend bemerkte, er wisse jetzt wieso „you Germans“ nicht in die Kirche gehen.
Die Bänke auf denen man hier kniet wären nämlich unglaublich unbequem. Blankes Holz. Da wäre das Beten eine echte Qual. Zu Hause in den USA wären die katholischen Kirchen viel Rentner-freundlicher mit komfortablen Polsterungen auf den Bänken.

Liegt hier der Schlüssel für den zunehmenden Atheismus in Deutschland?

Dümpelt die westeuropäische RKK im Religioten-Abklingbecken, weil der Katholizismus den Gläubigen einfach zu sperrig und unbequem geworden ist?

(Religiotie definiert nach MSS: Darunter verstehe ich eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Religiotie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht – etwa um das Anerkennen der empirischen Belege der Evolutionsbiologie. Religiotie ist sicherlich die am leichtesten zu erkennende Form einer weltanschaulich bedingten, partiellen Denkschwäche.)

Müßten die Bischöfe ihre Kirchenschiffe einfach zu gemütlichen Chill-out-Lounges umbauen und die Kunden wie in modernen Kinos auf ultrabequemen Fauteuils in halbliegender Position bepredigen, während attraktive Hostessen Snacks und Cocktails reichen?
Wird die Kirche der Zukunft eine Wellness-Oase für Pediküre und Thai-Massage mit dem Pfarrer als Zusatzangebot?

Vielleicht ist der Gedanke gar nicht so abwegig - zu offensichtlich liegt der Erfolg des Katholizismus in der Show begründet. Für’s Auge bietet der Vatikan so viel wie keine andere Religion.
Man sieht die Konservativ-Klerikalen schon schäumen bei solchen Vorschlägen. Kirche reduziert auf Show für Festtage wie Weihnachten und Hochzeit?

„Was nützen mir 2 Millionen Besucher beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages, wenn anschließend der Platz voller Kondome liegt?“ ätzte einst ein gewisser Kardinal Ratzinger über die ultraerfolgreichen Teenager-Papstmessen des Johannes Paul II.

Der Kampf gegen den „Relativismus“ und die „religiöse Beliebigkeit“ ist wenig überraschend das Hauptcharakteristikum des gegenwärtigen Pontifikats.
Benedikts Alptraum ist das Motto „anything goes“ für einen Katholizismus, der Frauen zu Priestern macht, Homosexuelle segnet, Abendmahl mit den minderwertigen Protestanten zuläßt und auf den Zölibat verzichtet.

Ein verwässerter Glaube ist für die Koalition aus Kreuznet, Piusbrüdern, Meisner, Ratzinger und Overbeck der Grund für die jährlichen Austrittszahlen in Hundertausenderschritten.

Offensichtlich ziehen Kirchenführung und Kirchenfußvolk dabei nicht an einem Strang, da die Laien in diametral entgegengesetzter Einschätzung der Lage gerade die Starrheit des Kirchenadels als Austrittsgründe ausmachen.*

Tatsächlich erscheint es mir psychologisch einleuchtend zu sein, daß einige Gläubige die „Heiligkeit“ ihrer Hirten (die sich ehrfürchtig mit "Hochwürden" anreden) bröckeln sehen würden, wenn diese auf einmal auf Unbequemlichkeiten wie die Enthaltsamkeit verzichteten.

Unterstreicht es nicht die Gläubigkeit und die eigene Überzeugung, wenn man bereit ist für das Priestertum eine Menge Nachteile in Kauf zu nehmen? Sonst könnte ja jeder Priester werden.

Im Gegensatz zu normalen Menschen denken Katholiken immerhin, daß wir alle grundsätzlich mit Erbsünde geboren werden und deshalb fortlaufend demütig und büßend auf den Knien rutschend den Gott um Gnade anbetteln müssen.
Das Leiden gilt vielen Katholiken daher schon an sich als Ausweis von besonderer Spiritualität.

Manche Fanatiker wie die Opus Dei-Mitglieder peitschen und matern sich tagtäglich, um Jesus näher zu sein.
Der vorherige Papst hat extra eine Enzyklika des Leidens verfasst.

Die Masochistenfraktion der Soutanenträger sieht explizit darin eine Wertschätzung des Sadisten (vulgo: Gott), der das alles verursacht.
Immerhin hat er schon seinen eigenen geliebten Sohn bestialisch foltern und töten lassen - natürlich nur AUS LIEBE zu den Menschen.
Wenn es dem heutigen Homo Sapiens ähnlich ergeht, soll man dankbar sein.

Insbesondere die körperlichen Qualen, die ein Mensch erLEIDen kann - Schmerzen - sind den Christenexperten hochwillkommen.
Unter Schmerzen wurdest du geboren, unter Schmerzen musst du sterben“ - das erklärte schon Gott persönlich in Gen, 3:

16 Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. Unter Schmerzen gebierst du Kinder. Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen.
17 Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühsal wirst du von ihm essen alle Tage deines Lebens.
18 Dornen und Disteln lässt er dir wachsen, und die Pflanzen des Feldes musst du essen.
19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.

Johannes Paul II, der Große, stellte schon zu einer frühen Phase seines Pontifikats klar, daß Leid generell zu begrüßen sei.
Im

heißt es:

Paulus: »Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage«.(2)
………Die Kirche, die aus dem Geheimnis der Erlösung im Kreuz Christi geboren wird, muß die Begegnung mit dem Menschen vor allem auf dem Weg seines Leidens suchen.
…..6. Die Heilige Schrift ist ein großes Buch über das Leiden………

Stimmt die Theorie, daß erst in Leid und Schmerz eine innige Beziehung zu Gott entsteht, leistet „der Herr“ immerhin ganze Arbeit.

Chapeau, Gott, Du altes Haus, in Ost-Japan und Libyen klappt das ja mal wieder großartig mit der Kotaktaufnahme zu den Schäfchen auf der Erde.

Folgt man dieser Denkrichtung wird das nichts mit einem bequemen Katholizismus mit Wohlfühl-Charakter.

Andererseits lebt die Papst-Kirche auch von Widersprüchen.
Während die einfachen Ordensleute oft mit Gelübden, Verboten und Einschränkungen gematert werden, dürfen die Kirchenfürsten im größten Luxus leben.
Die Kleiderkammer des Papstes ist größer als der Schuhschrank von Imelda Marcos. Getragen wird nur das Teuerste; kaum ein Gewand, welches ohne Perlen und Goldfäden auskommt.
Statt Polyester-Schal von „kik“, muß es eine Hermelinstola sein.

(„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in den Himmel kommt“ - Jesus)

Aber auch die meisten der 4000 Bischöfe wohnen in prächtigen Palais', haben Diener, Privatköche, Sekretäre, Luxuslimousinen samt Fahrern und keinerlei finanziellen Sorgen.

Ist dann nicht doch an der Zeit es auch den einfachen Gläubigen etwas bequemer zu machen?


Die Kollegen von der Protestanten-Sekte gehen diesen Weg. Hier frönen die Pfaffen den Freuden des Ehebetts und Frauen werden Bischöfinnen. Die Gottesdienste sind nicht so elend langweilig und erfordern von den Gläubigen auch keinen Gymnastik-Einsatz (Bekreuzigen, Knien,…).

Der neuste Hit der Wellness-Christen ist das Twitter-Angebot eines Gebetes in 140 Zeichen!

Evangelische Landeskirche in Baden das "Gebet to go" ins vereinseigene Portfolio aufgenommen.
Halleluja! Täglich gegen 12 Uhr erhalten interessierte Jünger das "Twittagsgebet". Initiator Oliver Weidermann erklärt, man verbreite die frohe Botschaft über den Mikroblogging-Dienst Twitter, weil dieser einen "hoch konzentrierten Austausch" ermögliche. Das ist insofern richtig, als dass das erste Gebot lautet: Du darfst nicht mehr als 140 Zeichen absondern. Nun fällt Verzicht schwer, und die Kirche wäre nicht die Kirche, fasste sie nicht Verbote mitunter nur als Empfehlungen auf. Kurz-Nachricht: Schon am ersten Tag setzte die Kirche zu viele Zeichen und sprengte die Beschränkung mit einem Doppel-Tweet. Gut, es gibt schlimmere Sünden.

(HH Abla 17.03.2011)

Welche ein Fortschritt.
Statt der drögen, ollen dicken Bibel, gibt es die frohe Botschaft nun auf’s Handy.

Kostproben:

Essen gibst Du und Getränke, Leben und Zukunft sind Deine Geschenke. Wir danken Dir, Gott, für diese Fülle, in Deine Liebe uns alle hülle.

Die Katastrophe nimmt kein Ende. Wo bist Du, Gott? schreit der Zweifel. Du bist da! sagt zaghaft der Glaube. Lass Deine Welt nicht allein!

Wochenend, vielleicht sogar Sonnenschein – und die Welt kommt nicht zur Ruhe. Lass mich wieder Kraft tanken und bei Dir zur Ruhe kommen.

hina, yuuki, nanami, kaito, ayaka, haruto, shouta, ... so rufen die menschen in japan – suchend - Gott, du kennst sie alle mit namen!

Ganz schöner Trubel um mich herum in der Fußgängerzone, am Imbiss... Du bist lebendig! Dank fürs Essen & die Kamellen - und für mein Leben!

Unverstehbarer Gott, erschreckende Nachrichten erreichen uns aus Japan. Wo bist Du? Erbarme Dich Deiner Menschen und schenke Du Hoffnung!

Essen schenkt uns Leben & ist ein Geschenk des Lebens für uns. Dafür sind wir dankbar. Jeden Tag gibt es hierfür ein Gebet o einen Impuls.

Irgendwie wenig verwunderlich, daß die Protestanten mit noch massiveren Austrittsströmen zu kämpfen haben.




*(Solange weiterhin Scharenweise Gläubige ihre Kirchenmitgliedschaft kündigen sind mir beide Interpretationen recht, obwohl beides Unsinn ist)

Freitag, 18. März 2011

Neue Koalitionen.

Man probiert ja alles mal aus.

Ampel, Jamaika, Rot-rot-grün - strenge Regeln wann was erlaubt ist, gibt es nicht. Was in einem Bundesland unmöglich ist, kann in einem Anderen perfekt harmonieren.
Außerdem unterliegen die K.O.alitionskombinationen Moden.
Im Jahr 2011 sind die klassischen Farbkombinationen wieder hipp.
Mit der Atompolitik hatte Frau Merkel im Herbst 2010 den Graben zu den Grünen um einen Kilometer verbreitert. Das reichte der Kanzlerin noch nicht; also füllte sie den Graben auch noch mit kochender Schwefelsäure auf, indem sie sich als fanatische Suttgart21-Anhängerin outete und sogar die von Mappus‘ zusammengeprügelten Rentner und Schüler als „Dagegen-Partei“ verunglimpfte.
Es scheint ein Jahrhundert her zu sein, daß in Hamburg der schwarze Ole und die Grüne Hajduk in heißer Liebe zueinander entbrannten.
Daß sich nun Stefan Mappus und Winfried Kretschmann zusammen ins Koalitionsbettchen hüpfen, ist ähnlich wahrscheinlich wie eine Schwulenhochzeit zwischen George W. Bush und Kim Jong Il.
Nein, en vogue sind nur schwarz-gelb und rot-grün, alles andere ist im Moment so angesagt wie langgezogene Hemdkragen und Polyacrylpullover mit V-Ausschnitt.

Übermorgen in Sachsen-Anhalt gäbe es eine ganz gute Perspektive für einen Rauschmiss der CDU aus der Regierung durch Rot-Rot.
Magdeburg ist prädestiniert dafür. Die Linke gilt als ausgesprochen zuverlässig; man hat einschlägige Regierungserfahrungen zusammen und Linken-Boss Wulf Gallert gilt als intelligent, verlässlich und SPD-freundlich.
Er „kann“ mit dem SPD-Chef Jens Bullerjahn, der wiederrum ein anerkannter Fachpolitiker ist.

Unterdessen hat sich Bullerjahn in den vergangenen Jahren durch eiserne Haushaltspolitik einen Namen gemacht. Mehrfach gelang es ihm, einen Haushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen. Überdies trieb er die Verabschiedung einer gesetzlich verankerten Schuldenbremse voran, wonach es Regierenden von 2012 an nicht mehr erlaubt ist, neue Schulden zu machen.
(SZ 09.03.2011)

Das große Problem ist die Stärke der Linken, die gagaeske Ausschließeritis-Reflexe der Spezialdemokraten verursacht.
Ja, man würde schon mit der Linken koalieren, aber nur als Seniorpartner.
Die SPD muß nach ihren vielen Ausschließeritis-Bruchlandungen - zuletzt in Hessen, Thüringen und im Saarland - offenbar weiterhin mit dem Kopf auf eine Betonwand zielen.
So könnte - wieder einmal - trotz deutlicher linker Mehrheit ein CDU-Mann im Chefsessel landen. Dummheit und Feigheit der Sozis machen es möglich.

Eigentümliche Koalitionen gibt es aber auf den übergeordneten Ebenen.

Im Bundestag lobt die Linke ausdrücklich Herrn Westerwelle, weil Schwarz und Gelb die antimilitärische Politik der Linken durchexerzieren.
Im hohen Haus ging es heute besonders hoch her, weil die Regierung der Weltgemeinschaft nicht helfen will eine Flugverbotszone in Libyen durchzusetzen und stattdessen lieber weiter zusieht, wie Gagagadaffi sein eigenes Volk massakriert.
Applaus kam nur von ganz links.

Wenn man nicht wüßte, daß unser Vize-Guido sich schon vor vielen Jahren operativ das Rückgrat entfernen lassen hat, müßte man seine Biegsamkeit bestaunen.

Noch bizarrer isolierte sich Deutschland im UN-Sicherheitsrat.
Dabei ist die Freiheitsstatue der Bundesrepublik, die nicht als Tourist in kurzen Hosen rumläuft und sagt was zählt doch so stolz auf die wichtige internationale Rolle im Security Council.

Nun findet sich Deutschland an der Seite Chinas und Russlands, aber gegen die europäischen Staaten und die USA.

Nicht einmal eine Stunde lang hatten UN-Diplomaten am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat in New York über die von Frankreich, Großbritannien und dem Libanon beworbene Resolution 1973 diskutiert. Sie fordert in 29 Punkten militärische Maßnahmen zur Unterbindung des Flugverkehrs über dem nordafrikanischen Land und verschärfte Sanktionen. Zehn Mitglieder stimmten dem Papier schließlich zu, das sich auf Kapitel 7 der UN-Charta und dort vorgesehene Maßnahmen im Falle der „Bedrohung des Friedens, des Bruchs des Friedens und Handlungen der Aggression“ beruft.
Es gab keine Gegenstimmen. Aber im mächtigsten Entscheidungsorgan der Weltgemeinschaft enthielten sich die ständigen Mitglieder China und Russland und die derzeitigen Mitglieder Brasilien, Indien und Deutschland.

(Welt.de 18.03.11)

Richtig blamabel wurde Guidos Positionierungsverweigerung, als die Resolution gerade mal eine Stunde später die erwünschte Wirkung erzielte.
Das Gaddafi-Regime knickte ein und versprach die militärischen Aktionen einzustellen.

Merkel und Westerwelle können eben nicht in internationalen Dimensionen denken; ihnen sind nur die Landtagswahlen wichtig und Kriegseinsätze sind unpopulär.
Sie passen sich also an die parteipolitischen Bedürfnisse in deutschen Provinzen an statt an die echten Probleme der Welt zu denken.
Kleine Kleingeister eben.

Die Akteure wissen, dass ihre Entscheidung keine wirklich befriedigende Lösung ist, dass Europa und der Westen ein gespaltenes Bild abgeben. Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz bringt das Dilemma auf den Punkt: Die Regierung habe einerseits immer gesagt, Gaddafi müsse weg, der Internationale Strafgerichtshof solle notfalls eingeschaltet werden, doch würden andererseits die von Deutschland befürworteten Sanktionen erst langfristig wirken.
"Da klafft natürlich eine operative Lücke", wendet sich Polenz in der Bundestagsdebatte direkt an Westerwelle.
Was sind die wirklichen Motive von Merkel und Westerwelle?
Der Verdacht liegt nahe, dass sie sich vor allem deshalb militärische Enthaltsamkeit verordnet haben, weil sie genau wissen, wie unpopulär der Einsatz deutscher Soldaten im Ausland in der eigenen Bevölkerung ist.
Gerade jetzt vor den wichtigen Landtagswahlen will man da offenbar kein Risiko eingehen. Hinzu kommt: Die Bundeswehr ist mit dem Einsatz in Afghanistan schon ausreichend beschäftigt und belastet.

(Veit Medick und Severin Weiland 18.03.2011)

Nun muß sich der FDP-Chef-Kämpe mit der großen Klappe aus anderen Ländern Feigheit vorwerfen lassen.
Generell halte ich es nicht für verwerflich von kriegseinsatzfreundlicheren Ländern für feige gehalten zu werden. Wenn mit „feige“ gemeint ist, daß man nicht voller Enthusiasmus in militärische Abenteuer stürmen will.
Das Gegenteil von „feige“ war Schröders und Fischers Haltung zum Irakkrieg, die offensiv, laut und deutlich erklärten weswegen sie GWBs Krieg für kontraproduktiv hielten.
Guido und Angie hingegen haben versucht unter dem Radar durchzufliegen und ihre Meinungen gar nicht erst kenntlich zu machen.

Britische Politiker reagieren verärgert auf Deutschlands Zurückhaltung.
[…] Während auf dem Brüsseler Diplomatenparkett generell Zurückhaltung herrschte, kamen aus einigen Mitgliedstaaten deutliche Reaktionen. In London sorgte die deutsche Enthaltung im Sicherheitsrat für Empörung. Ob man jetzt mit „Obstruktion durch Deutschland“ rechnen müsse, fragte der Tory-Abgeordnete Christopher Chope im Unterhaus. Das glaube er nicht, erwiderte Premierminister Cameron kühl: „Die Gründe für die Skepsis sollten Sie von den Deutschen direkt erfragen.“ Dem angestrebten permanenten Sitz im Sicherheitsrat habe das deutsche Abstimmungsverhalten „nicht weitergeholfen“, so der Konservative Chope zu "Welt Online". Berlin hätte auch zustimmen können, ohne eigene Truppen zu stellen, meint die Labour-Abgeordnete Gisela Stuart: „Die Position der Enthaltung zeugt von einer gewissen Feigheit.“ Wenn die drei größten EU-Länder sich in einer so wichtigen Frage nicht einig seien, könne man „den Traum von der gemeinsamen europäischen Außenpolitik“ begraben. Auch aus Frankreich kamen kritische Stimmen. Deutschland verhalte sich zynisch, sagte der Politologe Gilbert Casasus. „Es will sich nicht zwischen Diktatur und Demokratie entscheiden.“
( S. Bolzen, S. Borger und C. Schiltz, 18.03.2011)

Der Außenminister, wollte gehandicaped von seiner völligen Ahnungslosigkeit partout nicht sagen, was nun zu tun sei.
Stattdessen plapperte er von Nebensächlichkeiten wie Gadaffis Konten.
Herr Brössler von der SZ spricht von „Westerwelles Halbwahrheiten“. Die Position des Außenministers sei „unehrlich“.

( Westerwelle sagt nicht die Wahrheit? Was wird als nächstes enthüllt?
Daß Helmut Kohl dick ist, oder daß Jopi Heesters alt sein soll????
...Oder ist Ratzi am Ende gar katholisch?)


Während die verzweifelten Aufständischen in Libyen einer Niederlage entgegengehen, erweckt der deutsche Außenminister noch den Eindruck, als könne Gaddafi mit Kontosperrungen aus dem Amt getrieben werden. Das ist unehrlich. Westerwelle müsste das enorme Risiko benennen, dass das Regime sich - übrigens mit Militärtechnik auch aus Deutschland - über eine längere Zeit behaupten kann und der Westen zum Zuschauer einer blutigen Abrechnung wird. Weder wäre das anständig, noch würde diese Tragödie Deutschland zum Vorteil gereichen. […] Im Angesicht des libyschen Bürgerkrieges gibt es keinen eindeutig richtigen Weg für Deutschland und die Welt. Westerwelle sollte aufhören so zu tun, als hätte er ihn gefunden.
(SZ 16.03.2011)

Deutschlands Einfluss auf die Bürgerkriegs-Geschehnisse in Libyen ist allerdings auf andere Weise längst gegeben.
Großzügig hat die Bundesregierung Waffen, Überwachsungstechnik und Polizei-Knowhow an den Diktator verkauft.
Die Koalition Tripolis-Berlin steht, wie zum Beispiel das WDR-Magazin „MONITOR“ in seiner letzten Ausgabe berichtete.



2005 - wieder reisen deutsche Spezialisten nach Tripolis, ganz privat. 30 ehemalige Polizisten von der GSG-9, vom SEK. Wieder schulen und trainieren die Deutschen unter den Augen des Bundesnachrichtendienstes.

Hans-Christian Ströbele, Bündnis90/Die Grünen: "Und diese Ausbildung führt jetzt dazu, dass die Spezialtruppen, die Spezialeinheiten von Gaddafi besonders grausam, besonders brutal und besonders wirksam gegen die Aufstandsbewegung, gegen die Demokratiebewegung in Libyen vorgehen können."

Und Waffen wurden natürlich auch geliefert. 2007 - Panzerbrechende Raketen von der EADS im Wert 130 Millionen Euro - geliefert über Frankreich. EADS, das ist ein deutsch-französisches Rüstungsunternehmen. Hauptaktionär: Daimler Benz.

2009 - ganz aktuell, ein Großauftrag für deutsche Unternehmen im Wert von 53 Millionen Euro. Hochmoderne, hochsensible Kommunikationstechnik für Gaddafis Elitetruppen, darunter Störsender, Verschlüsselungstechnik, Überwachungsradar.

Michael Brzoska, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik: "Das sind schon Dinge, die für das Führen einer militärischen Kampagne, für das Führen eines Bürgerkriegs von großer Bedeutung sind. Und das sieht man vermutlich jetzt auch in Libyen, dass diese Geräte für die libyschen Streitkräfte möglicherweise sogar entscheidend für den Ausgang des Krieges sind."

Gestern in Bengasi, im Osten Libyens, der Hochburg des Widerstandes. Von der Front werden Leichen zurückgebracht. Gaddafis hochgerüstete Truppen rücken vor.

Die Führung der Aufständischen in Bengasi sagt zur Rüstungstechnologie aus Deutschland: Abd al Hafiz Ghoqa, Nationalrat für die Übergangzeit (Übersetzung MONITOR): "Seine Waffen sind modern. Sie sind von verschiedenen Ländern geliefert worden. Gaddafi führt jetzt mit modernen Waffen Krieg gegen das libysche Volk. Wir sind militärisch hoffnungslos unterlegen."
(wdr.de/tv/monitor 10.03.2011)

Merkel und Westerwelle schämen sich natürlich nicht - auch nicht, als ihnen die LINKE lautstark applaudiert.

Ich behaupte, daß die deutsche Kanzlerin und der deutsche Vizekanzler so extrem von ihren eigenen Pöstchen besessen sind, daß sie dem nationalen Machterhalt aber auch alles unterordnen.
Ihnen ist es einerlei was RICHTIG ist.
Politik durch Engagement für eine Sache ist ihnen fremd; sie sind gegenüber den Schicksalen anderer zutiefst indolent und mitleidlos.

Die Polittyp-Antipode dazu ist beispielsweise die frühere Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, der es tatsächlich ein inneres Anliegen war den Bedürftigen und Bedrohten zu helfen.
Aber so eine wurde vom Urnenpöbel auf die Oppositionsbank geschickt.

Die ehemalige Entwicklungshilfeministerin hat am Freitag einen emotionalen Auftritt. Die Sozialdemokratin, eigentlich als Friedenstaube bekannt, erinnert an die Schutzverpflichtung der internationalen Gemeinschaft gegenüber der Zivilbevölkerung. Sie sagt: "Ich finde es eine Schande, dass sich die Bundesregierung enthalten hat." Gegenüber Despoten könne es keine Enthaltung geben. Auch Außenpolitiker Rolf Mützenich ist ziemlich außer sich. Er wirft der Bundesregierung vor, sich nicht zu trauen, "gegen einen vorzugehen, der ein Mörder ist". Die Linken sind erzürnt. "Kriegstreiber!", schallt es ihm entgegen.
(Spon 18.03.2011)

Donnerstag, 17. März 2011

Der Christ des Tages - Teil XLI

Jede freie Minute, die ich habe, verbringe ich immer noch damit mir Bilder aus Japan anzusehen, bzw. die neue deutsche Atomdebatte zu verfolgen.
Merkel und Mappus lügen in einem Maße, daß selbst hartgesottene Zyniker wie ich zeitweise verstummen.

Nach drei Postings in Folge zu dem Thema, gönne ich mir aber heute eine Auszeit und wende mich einer in Vergessenheit geratenen Frage zu.

Es ist ja immer unbefriedigend, wenn irgendwelche dramatischen Dinge hochgejazzt werden, das Thema dann aber wieder versandet bevor geklärt wurde, wer eigentlich der Schuldige war; ob es irgendwelche Konsequenzen gab.

Es geht um das rätselerregende Fisch- und Vogelsterben, welches Anfang dieses Jahres weltweit Schlagzeilen machte.
Rund 100 Dohlen fielen in Falköping im Südwesten Schwedens tot vom Himmel. In Arkansas stürzten in der Silvesternacht 5000 Rotschulterstärlinge vom Himmel und etwas später im südlichen US-Bundesstaat Louisiana bei Pointe Coupee waren es etwa 500 tote Vögel verschiedener Arten.
Im Wasser war das Sterben sogar noch dramatischer. Zwei Millionen Fische trieben leblos in Marylands Seen an der Wasseroberfläche und weitere 100 000 verendeten im US-Staat Arkansas. An der englischen Küste wurden tausende tote Krebse angespült.
Spooky.

Während hartherzige Wissenschaftler nicht allzu besorgt waren und „natürliche Ursachen“ (extrem kaltes Wasser, Hagelschlag, Virusinfektionen,…) bemühten, hat die Christin des Tages Nr XLI den wahren Grund entdeckt.

Es handelt sich um Cindy Jacobs, die zusammen mit ihrem Gatten Mike die Glaubensvereinigung Generals International gegründet hat.

Frau Jacobs hat in dem Vogelsterben ein Zeichen Gottes entdeckt - und sie muß es ja wissen; schließlich ist sie eine echte Prpophetin!

Cindy Jacobs is a respected prophet who travels the world ministering not only to crowds of people, but to heads of nations. Perhaps her greatest ministry is to world influencers who seek her prophetic advice. Her first calling is and always will be prophetic intercession. Ever since the Lord called her with the scripture, “Ask of me the nations for your inheritance, and the ends of the world for your possession,” she has taken that calling seriously. She describes her call to the nations “an inverted homesickness.” Each year she travels and has spoken on nearly every inhabited continent to tens of thousands. Yet, in her heart is the memory that Jesus left the ninety-and-nine to go to the one. Today, in spite of a demanding schedule, she is willing to go for the one lost soul.
(mikeandcindyjacobs.com)

Es ist aber nicht nur spiritueller Segen, mit dem Frau Jacobs glänzen kann.
Nein, sie ist auch eine echte Autorität in weltlichen Dingen und besitzt zwei Dr.-Titel mehr als Karl Theodor zu Guttenberg:

God has blessed Cindy with many times of being honored for her influence. She has two doctorates. One is her Doctor of Divinity from Christian International in Santa Rosa Beach, FL., and the other from the Asian Theological Association for her work with unreached people groups. Among other things, she is listed in the Who’s Who Among American Women, has written for such publications as Charisma, Ministries Today, Spirit-Led Women. She is a frequent guest on Trinity Broadcasting Network, The 700 Club, and now one can watch her on the God Channel. The television show from her ministry, God Knows, is on nine networks in six languages.
(mikeandcindyjacobs.com)

Die Prophetin hat nun nicht nur die Zeichen Gottes erkannt; nein, sie kann sie auch deuten.

Gott hat die Vögel wegen DADT sterben lassen!

Jaja, schließlich waren es Gouverneure aus Arkansas, welche die homofreundliche „Don’t Ask, Don’t Tell“-Regelung für das US-Militär unterstützt hatten.
Was hätte der arme Gott denn auch sonst tun sollen?
Irgendwie mußte er ja zeigen, daß man nicht ungestraft sündigen kann.
Da er den Schwulen schon AIDS geschickt hat, mußten nun stellvertretend die Rotschulterstärlinge dran glauben. Logisch.
Daß Tunten ungefragt und ungesagt im US-Militär dienen dürfen, oder noch schlimmer, daß sie offen dazu stehen dürfen homopervers zu sein, habe die Konsequenz, "dass die Natur selbst damit beginnt, zu uns zu sprechen", wenn eine Nation Entscheidungen treffe, die gegen Gottes Gesetze seien. "Zum Beispiel mit brutalen Stürmen oder Überflutungen."

According to biblical principles, marriage is between a man and a woman , so we have to say “what happens when a nation makes a decision that’s against God’s principles?” Well, often what happens is that nature itself will begin to talk to us – for instance, violent storms, flooding. And you know there are actually some patterns that you can see where a nation will make a decision that is contrary to the principles of God and after that there is some kind of answer that God gives, being the God of creation, the God who created nature, but we don’t always understand what He’s saying. Well, there’s something interesting we have been watching – let’s talk about this Arkansas pattern and say, could it be a pattern? We’re going to watch and see. But the blackbirds fell to the ground in Beebe, Arkansas, well the Governor of Arkansas’ name is Beebe. And also, there was something put out of Arkansas called Don’t Ask, Don’t Tell by a former Governor, this was proposed, Bill Clinton. As so, could there be a connection between this passage [Hosea 4] and now that we’ve had the repeal of the Don’t Ask, Don’t Tell where people now legally in the United States have broken restraints with the Scripture because the Scripture says in Romans 1 that homosexuality is not allowed. It could be because we have said it’s okay for people who commit these kinds of acts to be recognized in our military for the first time in our history, there is a potential that there is something that actually happened in the land where a hundred thousand drum fish died and also where these birds just fell out of the air.
(zitiert nach dangerousminds.net)



Cindy Schlau hat übrigens auch gute Ratschläge für die internationale Politik:

Angeblich habe Obama Verbindungen zur Muslimbruderschaft oder Sympathie für die Aufständischen im Irak. Cindy Jacobs hielt fest, dass die Ägypter nicht aus den Fehlern der Amerikaner gelernt hätten, die 2008 blind für den „Wandel“ (Change) gestimmt hätten, ungeachtet dessen, was der Wandel mit sich bringe. Keinesfalls dürfe aus Unmut gegenüber Mubarak die Muslimbruderschaft an die Macht kommen.
(hpd.de 01.03.2011)

Und über die vielen Erdbeben sollten sich die Japaner nicht wundern - auch hier kann Frau Jacobs weiterhelfen. Die Insel Hokkaido sehe nämlich aus wie ein Drachenkopf. Das ist schon mal schlecht und außerdem beten die Japaner seit 5000 Jahren Drachen an.
Sie frönen dem abscheulichen Shintoismus und Buddhismus - da mußte GOTT eben auch mal langsam ein Zeichen setzen!

(Whackadoodle "prophet" Cindy Jacobs piles on the growing Christianist claims that God deliberately devastated Japan, where the residents are godless heathens because the country is shaped like a dragon! Or something!)


This island, Hokkaido, looks like the head of a dragon with the body being the rest of Japan. The people of Asia have worshipped the dragon for 5,000 years. If one looks at the place where the earthquake took place, it looks like the soft underbelly of most vulnerable part of the dragon. Let's pray that the deep idolatry and the worship of hundreds of idols under the guise of Shintoism, Buddhism, and allegiances to being "sons of the dragon" will be broken and thousands will turn to the Lord. My interpretation of this is that while God did not want people to perish, He is going to use this to "pierce" the darkness surrounding the Japanese people if we will cry out to God for them in the midst of this crisis ... If we respond correctly, the darkness and the grip of idolatry of all forms that has blinded the eyes of so many in Japan will be broken off of them. The faithful believers in Jesus Christ will be strengthened as they are used for great harvest across Asia and the face of the earth.
(Zitiert nach joemygod.blogspot.com)

Mittwoch, 16. März 2011

Sepps Absturz.

Der berühmteste Gastarbeiter Deutschlands muß sich nicht mit der Forderung nach absolvierten Integrationskursen, Aufenthaltsgenehmigung und nicht geduldeten Familiennachzug herumplagen.
Er hat eine Freundin an einer wichtigen Schaltstelle, die ihm aushilft, wenn ihm der Schuh drückt.
Obwohl diese Gönnerin im Vergleich zu ihm kaum Geld verdient, richtet sie ihm schon mal die private Geburtstagsfeier aus und läßt ihn den speziellen für Staatsgäste vorbehaltenen Aufzug zu ihrem Büro im siebten Stock benutzen.
Der ungeduldige Sepp aus der Schweiz soll nicht wie das gemeine Volk warten.
Seine Freundin Angie möchte eben nicht, daß Ausländer einen schlechten Eindruck von Deutschland bekommen.
Es ist auch richtig und wichtig, daß Angi sich ganz besonders um den 63-Jährigen Sepp aus dem Kanton St. Gallen kümmert.
Der Arztsohn ist nämlich knapp bei Kasse und auf den entwürdigenden dritten Platz im DAX-Gehaltsranking abgestürzt.

Dabei weiß Sepp so gut wie kaum ein anderer, daß Geld wichtig ist; 1977 wurde er über den „Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen“ zum Dr. oec. promoviert.

Mit Geld hat der Schweizer also kein Problem; nur OHNE Geld gerät er ins Schwimmen.

Sehr unschön also, daß unser Lieblingsgastarbeiter inzwischen von gleich zwei Besserverdienenden überholt wurde. Zu allem Übel auch noch von einem Österreicher (Löscher) - welch Blamage für den stolzen Schweizer.

Die Topverdienerliste 2010 nach SZ-Recherchen:

(Anshu Jain, 47, der Vorstand der Deutschen Bank für Investmentbanking taucht in der Liste nicht auf, weil er kein Chef ist - ihm hat das Institut; Boni sei Dank; zwölf Millionen Euro überwiesen - das ist ein Drittel mehr, als sein Chef verdient.)

1) Martin Winterkorn (VW): 9,33 Mio € (+41%)

2) Peter Löscher (Siemens): 8,98 Mio € (+26%)

3) Josef Ackermann (Dt Bk): 8,84 Mio € (-11%)

4) Dieter Zetsche (Daimler): 8,69 Mio € (+105%)

5) Jürgen Großmann (RWE): 8,67 Mio € (-6%)

6) Wolfgang Reizle (Linde): 6,95 Mio € (+12%)

7) J. Hambrecht (BASF): 5,24 Mio € (+55%)

8) H. Hainer (Adidas): 4,83 Mio € (+15%)

9) N. Reithofer (BMW): 4,3 Mio € (+67%)

10) J. Thyssen (Eon): 4,24 Mio €

Wem jetzt das Herz blutet, da von diesen armen Würstchen nicht ein einziger auf einen zweistelligen Millionenverdienst kommt, während in den USA durchaus auch mal in Milliardengrößenordnung verdient* wird, der kann sich damit trösten, daß die hier genannten Summen nur das eine Gehalt im Vorstand einer Firma berücksichtigt ist.

Die üppig bezahlten Jobs in den diversen Aufsichtsräten, welche die DAX-Herren noch nebenbei erledigen, kommen noch hinzu.

*Eine Dekaden-Analyse von 25 börsennotierten Unternehmen des Wall Street Journal und der University of Southern California ergab Erhellendes:
Larry Ellison (Oracle) kassierte in den letzten zehn Jahren 1,84 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) Gesamtgehalt. Barry Diller (Interactive Corp (IAC) und Expedia) verdiente über zehn Jahre verteilt etwa 1,14 Milliarden Dollar. Es folgen Ray Irani (Occidental Petroleum) 857 Millionen Dollar, Steve Jobs (Apple) 749 Millionen Dollar, Richard Fairbank (Capital One Financial) 568 Millionen Dollar.
Usw.
Ein Name fällt auf Platz elf ins Auge: Richard Fuld, EX-Ceo der Pleitebank Lehman Brothers, verdiente etwa 457 Millionen Dollar.
So viel zum Thema „Wo bleibt eigentlich das Geld, das in die Bailouts floss?“

*Es scheint schon lange vergessen zu sein, wer 2008 eigentlich die Megafinanzkrise verursacht hat, die immer noch dazu führt, daß aberwitzige 12-stellige Euro-Summen in Rettungspakete gestopft werden.

Das waren die internationalen Finanzspekulanten und Hedge-Fond-Manager, denen ihr tci-Freund Friedrich Merz das Buch mit dem schönen Titel „Mehr Kapitalismus wagen“ auf den Leib schrieb.

Finanzspekulant Paulson weiß vermutlich noch nicht einmal, daß es so eine Summe wie „fünf Euro“, die Merkel als kategorisch als das Maximum der Hartzerhöhung ansieht, überhaupt gibt.

Der New Yorker Hedgefondsmanager John Paulson verdient in nur einem Jahr fünf Milliarden Dollar. Aus der Finanzkrise hat er ordentlich Kapital geschlagen. Schon einmal hat man John Paulson den Gewinn seines Lebens nachgesagt. Das war 2007, als der Hedgefondsmanager frühzeitig auf den Krach am amerikanischen Häusermarkt wettete und damit 3,7 Milliarden Dollar verdiente. Unter anderem soll er dabei gemeinsam mit der Investmentbank Goldman Sachs ein ziemlich unfeines Spiel auf Kosten der Bankkunden gemacht haben. Die Ermittlungen der amerikanischen Wertpapierbehörde gegen die Bank wurden inzwischen aber gegen eine Zahlung von 550 Millionen Dollar eingestellt. Und gegen Paulson war nicht ermittelt worden. Wie sich jetzt zeigt, war Paulsons damaliger Krisengewinn auch erst der Anfang. Nach einem Bericht des Wall Street Journals hat sich der 55-jährige selbst übertroffen: Mit einem Gewinn von fünf Milliarden Dollar dürfte sich Paulson für alle Zeiten einen Platz im Zocker-Olymp gesichert haben.
(FR 29.01.2011)

Dienstag, 15. März 2011

Mir steh’n die Haare zu Berge, mein Blut fließt zu Tal…

Mein Gehirn befindet sich heute auch kurz vorm GAU. Gut möglich, daß es gleich unter meiner Schädeldecke ebenfalls eine Knallgasreaktion gibt und mich nur noch eine Hubschrauberladung voller kaltem Meerwasser wieder abkühlen kann.
Inzwischen habe ich vom vielen TV glotzen schon quadratische Augen und bin doch mal wieder schwer beeindruckt davon wie groß die Verarschungsbereitschaft des deutschen Wählers ausgeprägt ist.

Ich kann nicht verstehen, daß die Kanzlerin vor die Presse tritt und dort ungehindert von ihr um die Ohren fliegenden faulen Tomaten und Eiern ihre extradurchsichtigen Wahlkampfberuhigungs-Plazebos zum Besten gibt.
Hat sie denn wirklich gar kein Schamgefühl?
Ist die versammelte Hauptstadtpresse so indolent und rückgratamputiert, daß sie sich alles gefallen läßt?
Haben wir nicht schon die letzten 30 oder 40 Jahre über AKW-Sicherheit diskutiert?
Ist darüber nicht alles gesagt - spätestens seit dem 26.04.1986, als dieses Ereignis eintrat, das statistisch nur alle 2 Billionen Jahre vorkommen sollte?
Wie konnte Merkels heutiger Kenntnisstand hinter den der Umweltministerin Merkel (ab 1994) zurück fallen?

Wie passt es eigentlich zusammen, dass Angela Merkel als Umweltministerin noch kräftig – und erfolglos – für den Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) als sicherere Alternative warb und heute Auslaufmodelle, die schon im letzten Jahrhundert technisch überholt waren, als sicherheitstechnische Wunderwerke verkauft? Sowohl der EPR, der momentan in Finnland, Frankreich und China gebaut wird, als auch kanadische, amerikanische und russische Reaktoren der dritten Generation sind bauartbedingt sicherer als die deutschen, die allesamt zur zweiten Generation gezählt werden. Kein einziges deutsches Kernkraftwerk verfügt beispielsweise über einen sogenannten Kernfänger, der einen geschmolzenen Kern im Falle eines Super-GAUs gegebenenfalls auffangen kann. Man kann vortrefflich darüber streiten, wie sicher diese modernen Reaktoren sind – zu behaupten, die deutschen Kernkraftwerke seien die sichersten der Welt ist, in diesem Kontext jedenfalls unlauter. Natürlich wissen auch Unions-Politiker, dass die deutschen Kernkraftwerke keinesfalls so sicher sind, wie man es in Sonntagsreden gerne darstellt. Doch die Union ist Deutschlands Atom-Partei und entscheidet stets im Sinne der Kraftwerksbetreiber.
(Nachdenkseiten 14.03.2011)



Gesagt wurde von Schwarzgelb, daß man die alten Reaktoren der ersten und zweiten Generation nicht abschalten könne, da sonst die Stromversorgung nicht gewährleistet wäre.

Nun geht es ganz problemlos.
Sogar acht von 17 Reaktoren werden jetzt vom Netz gekappt.

Keiner kann mir nachsagen, ich sei bisher ein großer Fan Merkels oder Westerwelles gewesen, aber dieses Maß dreister Lügen verblüfft mich nun doch!

Fukushima hat die atomophile Position von Schwarzgelb POLITISCH ruiniert.
Der Sachstand ist aber schon lange der, daß die Merkel-Regierung die Sicherheit der Atomkraftwerke systematisch ausgehöhlt hat.
Es ist eine glatte Lüge ins Gesicht der versammelten deutschen Öffentlichkeit, wenn nun behauptet wird, die Sicherheit hätte stets Vorrang!

Denn die Betriebsamkeit der Regierenden verschleiert den Grad jahrelanger Untätigkeit. Zum Beispiel, dass für das älteste Kernkraftwerk, Biblis A, seit 1991 schon eine umfängliche, höchstamtliche Liste nötiger Nachrüstungen vorliegt. Bis heute aber ist sie nicht abgearbeitet, und das ohne irgendwelche Konsequenzen für den Betreiber RWE. Oder dass der Bund die längeren Laufzeiten zwar mit einem Katalog nötiger Nachrüstungen verband, dabei aber ausgerechnet die ältesten Kernkraftwerke verschonte: Die Auflagen sind hinreichend gestreckt. Oder dass Notfälle in einigen deutschen Atomkraftwerken immer noch aus dem Innern der Anlage beherrscht werden müssen, gleichsam aus dem Herzen der Havarie. All das war hierzulande möglich, ungeachtet angeblich so hoher Sicherheitsstandards.
[…] Die Katastrophe in Fukushima könnte damit für Deutschland exakt jene Konsequenzen haben, die Schwarz-Gelb noch im Herbst umgangen hatte. Damals fand sich der Schutz vor Terrorangriffen in Entwürfen für ein neues Atomgesetz, verschwand dann aber wieder. Dabei ist dieser Schutz das Mindeste, was eine Regierung für die Sicherheit von Atomanlagen tun kann. Er ist schon längst überfällig.
(Michael Bauchmüller 14.03.2011)

Merkel sei „feige und verlogen“ erklärt der für Atomenergie zuständige
Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Marco Bülow unumwunden zu Merkels Lantagswahlüberbrückungsmoratorium:

„…nichts anderes als eine Beruhigungspille. Es zeigt, wie wenig diese Bundesregierung das Vertrauen der Menschen verdient hat. Es ist naemlich die gleiche Bundesregierung, die erst vor einigen Monaten den rot-gruenen Atomausstieg gekippt und die Laufzeiten aller, auch der gefaehrlichsten deutschen Reaktoren verlaengert hat. Und das nur, um den vier Betreiberunternehmen zusaetzliche Milliardengewinne zu sichern.
Wenn Frau Merkel als ehemalige Ministerin fuer Reaktorschutz jetzt so tut, als wuerde man ploetzlich bei einer Ueberpruefung der Reaktoren moeglicherweise ueberraschende Sicherheitsmaengel feststellen, von denen man im letzten Jahr noch nichts wusste, dann ist das eine gezielte Irrefuehrung der Oeffentlichkeit.
[…] Auf die Sicherheitsmaengel der deutschen AKW wurde auch ausfuehrlich in der oeffentlichen Anhoerung des Umweltausschusses am 21. Oktober 2010 von Seiten der Sachverstaendigen hingewiesen. Union und FDP wollten in der folgenden Ausschusssitzung diese Erkenntnisse aber nicht auswerten. Im Gegenteil, Sie haben alles versucht, um eine Diskussion zu unterbinden.
(SPD-PM Nr 281 vom 15. März 2011)

Und der stellvertretende umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Frank Schwabe ergänzt:

Was soll ein Moratorium einer grundfalschen und gegen massivste gesellschaftliche und politische Widerstaende im letzten Jahr durchgepeitschten Laufzeitverlaengerung? Wer die aeltesten und anfaelligsten Atomkraftwerke abschalten will, kann es jetzt gesetzgeberisch gemeinsam mit der Opposition tun. Ein Moratorium ist rechtlich hoechst zweifelhaft und eine Beruhigungspille fuer kurze Zeit.
Die Auftritte der Politiker von Schwarz-Gelb sind unglaubwuerdig in fast jedem Satz, sie sind oft das genaue Gegenteil von dem was alles im letzten Jahr behauptet wurde. Und man kann ahnen, dass sich das auch bald wieder aendern kann. Gerade Herrn Bruederle war es absurderweise vorbehalten zu erklaeren, dass die Energiesicherheit beim Abschalten von sieben Atomkraftwerken nicht gefaehrdet sei, nachdem genau damit die vermeintliche Brueckenfunktion der Atomenergie im letzten Jahr begruendet wurde. Das ist die Selbstentlarvung und die Offenlegung eines gnadenlosen Lobbyismus.
(SPD-PM Nr 285 vom 15. März 2011)

Fünf Unions-Ministerpräsidenten, die Kanzlerin, sowieso zwei Bundesminister traten heute vor die Presse und zeigten einen beeindruckenden eingesprungenen Rittberger der Meinungsrotation - gut möglich, daß nach den Landtagswahlen dieses Jahres Merkel wieder unter die Rockschöße Jürgen Grossmanns zurück rennt.
In drei Monaten kann alles anders sein, so wie auch VOR drei Monaten alles anders war.

Seinerzeit sollten die Kernkraftwerke länger laufen, gerade um die erneuerbaren Energien auszubauen - so die Argumentation im vorigen Herbst. Nun soll die Öko-Energie ausgebaut werden, damit sich rascher die Reaktoren abschalten lassen. "Japan ändert alles", sagt Bayerns Umweltminister Markus Söder - vor Jahr und Tag noch Anhänger längerer Laufzeiten. Ähnlich geläutert präsentieren sich die Ministerpräsidenten im Kanzleramt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), der sich in gut zehn Tagen neu wählen lassen will, spricht nun von einer "Zäsur", ebenso wie Umweltminister Röttgen. Noch vor einem Jahr hatte er Röttgen heftig angegriffen, weil der zu zögerlich sei bei der Verlängerung der Atom-Laufzeiten. Und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der stets den hohen Sicherheitsstandard bayerischer Reaktoren gelobt hatte, freut sich nun "ausdrücklich" über das bevorstehende Ende.
(Michael Bauchmüller 15.03.2011)

HR-Mann Jens Borchers nennt die 180°-Scheinwende der Kanzlerin korrekt „Merkels durchsichtiges Wahlkampfmanöver“; sie wolle die Wähler verwirren und zerstreuen:

Also wird der zentrale energiepolitische Fehler dieser Regierung in eine Pause geschoben. Nicht korrigiert, nicht zurückgenommen. Nein, nein - wir "halten inne", so hat es der CDU-Generalsekretär gesagt. Es geht aber nicht um "inne halten". Es geht um eine glasklare Entscheidung: Ist diese Bundesregierung bereit, Deutschland unnötig lange dem Restrisiko auszusetzen, dass Kernkraftwerke nun mal sich bringen. Ja oder Nein? Ich will da nichts von pausieren, aussetzen und neuen Arbeitsgruppen hören. Wir haben jetzt innerhalb eines Vierteljahrhunderts in Russland, den USA und Japan gelernt, dass die Sicherheitsvorsorge auch beim besten Willen einfach nur teilweise möglich ist. Gleichzeitig sagen die Deutsche Energieagentur, der Sachverständigenrat für Umwelt und viele andere Experten auch: Die Stromversorgung in Deutschland ist ohne Laufzeitverlängerung sicher. Problemlos. Deshalb noch mal die Frage: Was soll das? Ich fürchte, es ist einfach die Unfähigkeit einzugestehen, dass die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke vollkommen überflüssig war. Es ist der hilflose Versuch, vor wichtigen Landtagswahlen politische Schadensbegrenzung zu betreiben.
(TS 14.03.2011)

Diese Bundesregierung ist nicht nur moralisch ein „Sargnagel für die Demokratie“ (Lammert); sie ist auch die eifrigste Förderin der allgemeinen Volksverdummung:

Professor Edmund Lengfelder; Strahlenbiologe, Physiker und Chef des Otto Hug Strahleninstitutes in München sagt im Deutschlandradio-Interview:

von Billerbeck: Herr Professor Lengfelder, wie ist das eigentlich mit diesen Notfallplänen, die müssten doch eigentlich offen zur Verfügung stehen, jeder müsste wissen, was er in einem solchen Fall zu tun hat, wo er hingehen muss? Man hat aber den Eindruck, die sind eher geheim?

Lengfelder: Da müssen Sie sich aber sehr Mühe geben, damit Sie Zugang zu diesen Notfallplänen haben. Und diese ganze Geheimniskrämerei, einschließlich der zentralen Lagerung der Jodtabletten, die auch nur gegen Schilddrüsenkrebs, aber nicht gegen all die anderen Krebse helfen, diese Geheimniskrämerei soll nach der Strategie unserer Kraftwerksbetreiber und unserer Politik eine Beunruhigung in der Bevölkerung vermeiden helfen und insbesondere den Schluss vermeiden helfen, aha, ich hab Jodtabletten bekommen, die rechnen ja selber mit so einem Unfall. Und dass man das aber nicht tut, zeigt eigentlich in meinem Augen die Verantwortungslosigkeit. Ich hab heute im Radio den Umweltminister Röttgen den Satz aussprechen hören: Jetzt müssen wir all unsere Verantwortung zusammenkratzen, um das Problem zu lösen. Wenn ich etwas zusammenkratze, ist nicht mehr viel davon da. Ich denke, da hat das Unterbewusstsein dem Herrn Röttgen einen Streich gespielt.

von Billerbeck: Herr Professor Lengfelder, Sie befassen sich ja schon lange mit der Atomkraft, haben auch die Folgen des Reaktorunglücks von Tschernobyl beobachtet. Wie kann das sein, dass 25 Jahre nach Tschernobyl es noch immer so ist, dass diese Notfallpläne inklusive Jodtabletten inklusive der Zusammenführung der Verantwortlichen, die da handeln müssen, nicht gegeben ist?

Lengfelder: Das ist einfach die Strategie der Desinformation der Öffentlichkeit, um dort einen Widerstand im Keim zu ersticken. Wenn - und das ist fast eine Werbestrategie, dass man die Informationen, die eigentlich benötigt wären bei der Bevölkerung, um eine sachliche, im Interesse der Einzelnen der Bevölkerung richtige Entscheidung zu fällen, wenn diese Entscheidung aber verhindert wird durch Nichtinformation. Das ist für mich auch ein grober Verstoß gegen jede demokratische Kultur.

von Billerbeck: Was fordern Sie als Strahlenbiologe und Chef Ihres Strahleninstituts in München?

Lengfelder: Ich fordere klar, dass die Politik so vertrauenswürdig agiert, also die Bevölkerung informiert - so was kann passieren. Für diesen Notfall haben Sie Ihre Jodtabletten zu Hause, haben Sie auch ein Kofferradio oder ein kleines Batterieradio zu Hause, damit Sie über Rundfunk erreichbar sind. Wenn man dies in dieser Form thematisiert hätte, dann würde die Bevölkerung viel eher bereit sein, den Politikern zu glauben, wenn sie was sagen, dass es zweckmäßig ist, das zu befolgen. So wie es bisher gelaufen ist - bis vor drei Tagen waren alle deutschen Atomkraftwerke sicher, und dann passiert in Japan etwas, und auf einen Schlag wird überlegt, ob man die sieben unsichersten Kraftwerke stilllegt -, das ist doch eine Lachnummer. Oder ein Beweis für die Unzuverlässigkeit und die mangelnde Vertrauenswürdigkeit in der Politik.

Etwas knapper, aber genauso richtig drückt es Gregor Gysi aus:

Bis jetzt macht die Kanzlerin nur eins: Wahlkampfmanöver, um irgendwie über die Landtagswahlen zu kommen, das ist nicht nur armselig, sondern katastrophal.
Es widerspricht ihrem Amtseid, Schaden von unserem Volk abzuwenden.

(linksfraktion.de)