Sonntag, 11. September 2011
Der arme Wolli
Schäuble als Chef?
Das ist ungefähr so verlockend wie ein Fußbad in Schwefelsäure.
Es ist schon seit Jahrzehnten bekannt, daß auch CDU-Abgeordnete es wann immer möglich meiden mit Schäuble zusammen zu treffen. Ehrfürchtig weichen sie davon und warten auf den nächsten Fahrstuhl, wenn im Parlamentsgebäude der Giftblick des bösen Mannes im Rollstuhl einen der verachteten Co-Parlamentarier trifft.
Vor laufenden Kameras stauchte Finanzminister Schäuble im November 2010 seinen Sprecher Michael Offer zusammen und demütigte ihn dermaßen, daß dieser die Kündigung einreichte.
Es gibt wenige Jobs, die unangenehmer sind, als ein Schäuble-Mitarbeiter zu sein.
Beim Landesparteitag der schleswig-holsteinischen FDP hatte der Fraktionschef im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki, über das öffentliche Auftreten Schäubles gesagt: "Der Mann steht unter Drogen." Insofern sollten die Jungen Liberalen des Landes ihren Antrag noch einmal überdenken, die zulässige Menge an Rauschgift für den Eigenbedarf wieder zu erhöhen.
(STERN 06.11.2010)
Neben den menschlichen Abgründen, die sich in dem I-Gitt-Minister auftun, sind es aber auch seine fachlichen Wirrnisse, die Zuarbeitern das Leben schwer machen.
So plädieren der deutsche Vizekanzler und der Finanzminister heute für eine Griechenland-Pleite und heizen damit das eigentlich Drama an - nämlich das ZINSDRAMA, statt des Schuldendramas.
So geben sie den Ländern, die Opfer der Weltfinanzkrise wurden den Todesstoß.
Denn die Signale aus der deutschen Regierung verstehen die Banker und die Märkte als „Achtung, es wird noch risikoreicher, die Zinsen müssen noch mehr erhöht werden“.
Griechenland und Co werde noch mehr unter der Zinslast ächzen.
Aber die Griechen im Stich zu lassen, obwohl sie vorher die deutsche Exportwirtschaft beispielsweise durch den Kauf von 400 Panzern gefördert hatten, fällt den Merkel-Luschen leicht.
In der schwarz-gelben Koalition ist das Mitleid begrenzt, denn eine Pleite des Landes würde auch manche innenpolitische Verwerfung begradigen. Berlins harte Linie soll vor allem denjenigen Parlamentariern in Union und FDP, die Griechenland für ein Fass ohne Boden halten, die Zustimmung zu dem aufgemöbelten und mit neuen Kompetenzen versehenen Rettungsschirm EFSF Ende September erleichtern.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion Peter Altmaier spaltet das Pleite-Land schon mal rhetorisch vom Rest der Eurozone ab. "Griechenland ist ein absoluter Sonderfall. Kein anderes Land ist so in der Patsche."
(Spiegel 37/2011)
(Irland hingegen gewinnt wieder Vertrauen an den Finanzmärkten. Ablesbar ist dies an den Risikoprämien für Staatsanleihen, sie sind in den vergangenen Wochen deutlich gesunken.)
Aber Janus-köpfig wie die ganze Bundesregierung handelt, wurde gleichzeitig die Unabhängigkeit der EZB de facto ausgehebelt.
Die Banker wurden der Kontrolle der EU-Regierungen unterstellt und damit entmannt.
Die Europäische Zentralbank ist zu einer Art allgemeiner „Bad Bank“ verkommen. Inzwischen hat die EZB Anleihen im Wert von 129 Milliarden Euro in ihren Büchern. Das passt am Allerwenigsten den EZB-Zentralbankern selbst, die nun in dramatischer Weise öffentlich machen, was von der Bundespolitik zu halten ist - nämlich nichts.
Am Freitag gab der EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark auf.
„Er hielt den gesamten Umgang der Zentralbank mit der Finanz- und Schuldenkrise für falsch.“ (SZ) Er will nicht mehr länger seinen Kopf hinhalten.
Ein schwarzer Freitag für den Euro.
Nach Axel Weber wirft nun auch Jürgen Stark, der zweite deutsche Notenbanker, die Brocken hin. Starks Rücktritt reiht sich an jenen des Bundesbank-Präsidenten Axel Weber, des Bundespräsidenten Horst Köhler und anderer Spitzenpolitiker - sie flüchten, wenn es schwierig wird.
(Marc Beise, 10.09.2011)
Die Merkelregierung ist unglücklicherweise nicht nur selbst ohne finanzpolitischen Sachverstand, sondern hat durch Schäubles Pest-Aura auch kaum noch Berater in ihren Reihen.
Eine Menge Posten sind unbesetzt, weil seit dem Leichtmatrosen Steffen Seibert niemand mehr auf dem sinkenden Schiff anheuern möchte.
Die schwarz-gelbe Koalition hat Schwierigkeiten, zentrale Posten in den Ministerien und obersten Bundesbehörden neu zu besetzen. Allein Finanzminister Wolfgang Schäuble sucht derzeit nach Kandidaten für vier Spitzenämter, darunter das des Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und das des Vizepräsidenten des Bundesrechnungshofs (BRH). Zudem fehlen ihm im eigenen Haus ein Leiter der wichtigen Grundsatzabteilung sowie ein neuer Chef für die ebenso bedeutsame Abteilung Finanzmarktpolitik.
[…] Vor allem das Gerangel um den Job des BRH-Vizepräsidenten trägt dabei zunehmend Züge einer Posse. […] Schon aufgrund der gesetzlichen Fristen ist […] eine Wahl des neuen BRH-Vizepräsidenten im Bundesrat frühestens im November möglich. Aus dem Bundestagshaushaltsausschuss verlautete, der Rechnungshof werde damit ausgerechnet während der parlamentarischen Beratungen über die Milliarden-Pläne zur Euro-Rettung im Herbst 'nicht vollständig arbeitsfähig' sein.
Auch für die Bafin gibt es bisher keine Lösung. Ihr Chef Jochen Sanio hatte bereits vor Monaten angekündigt, im Sommer in den Ruhestand gehen zu wollen. […] Zwei weitere Abteilungsleiterposten im Finanzressort [sind] vakant […]. So sucht Schäuble schon seit vielen Wochen nach einem Leiter der Grundsatzabteilung, die als 'Denkfabrik' des Ministeriums gilt. […] Auch für die Abteilung Finanzmarktpolitik, die unter anderem für die Vorbereitung der G-7- und der G-20-Treffen sowie für die Bankenregulierung zuständig ist, muss der Minister ausgerechnet auf dem Höhepunkt der Eurokrise einen neuen Leiter finden.
(Claus Hulverscheidt 09.08.2011)
Was für ein Treppenwitz - der letzte Finanzfachmann der schwarzgelben Desastertruppe ist mit dem 45-Jährigen Staatssekretär Jörg Asmussen ein SPD-Mitglied.
Er muß jetzt Jürgen Stark ersetzen.
Für gute Laune sorgte die Kür nicht. "Ein SPD-Mann auf dem wichtigsten Posten, den Deutschland in der internationalen Finanzwelt zu vergeben hat, ist mindestens so falsch wie ein Genosse als Staatssekretär im CDU-geführten Finanzministerium", sagt Georg Nüßlein, wirtschaftspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe. Die FDP-Spitze stimmte der Personalie zu.
(Spiegel 12.09.2011)
Nun ist die Wespenkoalition in Berlin ganz allein zu Haus. Sachverstand a.D.
Asmussen, und auch das ist traurig, ist so ziemlich der letzte Beamte, den die Bundesregierung für Wirtschafts-Spitzenpositionen noch anzubieten hat - so weit ist es unter der Kanzlerin Angela Merkel nun gekommen.
(Marc Beise, 10.09.2011)
Wenn bei der Bundestagsabstimmung über den Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) die Bundesregierung zerbricht, hat es immerhin den Vorteil, daß nicht so viele Pensionen gezahlt werden müssen, wenn ohnehin das halbe Finanzministerium vakant ist.
Asmussen weilte am Freitag beim Treffen der G-7-Finanzminister und Notenbankchefs in Marseille. Sein Wechsel wäre ein herber Schlag für Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU), der sich wie Amtsvorgänger Peer Steinbrück (SPD) gerade in internationalen Fragen auf Asmussen gestützt hatte. Hinzu kommt, dass Schäuble zeitgleich den zuständigen Abteilungsleiter für Internationales verliert, der in der Hierarchie unmittelbar unter Asmussen rangiert.
[…] Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider bezeichnete Starks Rücktritt als 'Donnerschlag für die Bundeskanzlerin'. 'Ich hoffe, sie wacht nun endlich auf und befreit die EZB aus der Zwangslage, in die sie durch die Politik gedrängt wurde', sagte er.
(SZ 10.09.2011)
Das ist ungefähr so verlockend wie ein Fußbad in Schwefelsäure.
Es ist schon seit Jahrzehnten bekannt, daß auch CDU-Abgeordnete es wann immer möglich meiden mit Schäuble zusammen zu treffen. Ehrfürchtig weichen sie davon und warten auf den nächsten Fahrstuhl, wenn im Parlamentsgebäude der Giftblick des bösen Mannes im Rollstuhl einen der verachteten Co-Parlamentarier trifft.
Vor laufenden Kameras stauchte Finanzminister Schäuble im November 2010 seinen Sprecher Michael Offer zusammen und demütigte ihn dermaßen, daß dieser die Kündigung einreichte.
Es gibt wenige Jobs, die unangenehmer sind, als ein Schäuble-Mitarbeiter zu sein.
Beim Landesparteitag der schleswig-holsteinischen FDP hatte der Fraktionschef im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki, über das öffentliche Auftreten Schäubles gesagt: "Der Mann steht unter Drogen." Insofern sollten die Jungen Liberalen des Landes ihren Antrag noch einmal überdenken, die zulässige Menge an Rauschgift für den Eigenbedarf wieder zu erhöhen.
(STERN 06.11.2010)
Neben den menschlichen Abgründen, die sich in dem I-Gitt-Minister auftun, sind es aber auch seine fachlichen Wirrnisse, die Zuarbeitern das Leben schwer machen.
So plädieren der deutsche Vizekanzler und der Finanzminister heute für eine Griechenland-Pleite und heizen damit das eigentlich Drama an - nämlich das ZINSDRAMA, statt des Schuldendramas.
So geben sie den Ländern, die Opfer der Weltfinanzkrise wurden den Todesstoß.
Denn die Signale aus der deutschen Regierung verstehen die Banker und die Märkte als „Achtung, es wird noch risikoreicher, die Zinsen müssen noch mehr erhöht werden“.
Griechenland und Co werde noch mehr unter der Zinslast ächzen.
Aber die Griechen im Stich zu lassen, obwohl sie vorher die deutsche Exportwirtschaft beispielsweise durch den Kauf von 400 Panzern gefördert hatten, fällt den Merkel-Luschen leicht.
In der schwarz-gelben Koalition ist das Mitleid begrenzt, denn eine Pleite des Landes würde auch manche innenpolitische Verwerfung begradigen. Berlins harte Linie soll vor allem denjenigen Parlamentariern in Union und FDP, die Griechenland für ein Fass ohne Boden halten, die Zustimmung zu dem aufgemöbelten und mit neuen Kompetenzen versehenen Rettungsschirm EFSF Ende September erleichtern.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion Peter Altmaier spaltet das Pleite-Land schon mal rhetorisch vom Rest der Eurozone ab. "Griechenland ist ein absoluter Sonderfall. Kein anderes Land ist so in der Patsche."
(Spiegel 37/2011)
(Irland hingegen gewinnt wieder Vertrauen an den Finanzmärkten. Ablesbar ist dies an den Risikoprämien für Staatsanleihen, sie sind in den vergangenen Wochen deutlich gesunken.)
Aber Janus-köpfig wie die ganze Bundesregierung handelt, wurde gleichzeitig die Unabhängigkeit der EZB de facto ausgehebelt.
Die Banker wurden der Kontrolle der EU-Regierungen unterstellt und damit entmannt.
Die Europäische Zentralbank ist zu einer Art allgemeiner „Bad Bank“ verkommen. Inzwischen hat die EZB Anleihen im Wert von 129 Milliarden Euro in ihren Büchern. Das passt am Allerwenigsten den EZB-Zentralbankern selbst, die nun in dramatischer Weise öffentlich machen, was von der Bundespolitik zu halten ist - nämlich nichts.
Am Freitag gab der EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark auf.
„Er hielt den gesamten Umgang der Zentralbank mit der Finanz- und Schuldenkrise für falsch.“ (SZ) Er will nicht mehr länger seinen Kopf hinhalten.
Ein schwarzer Freitag für den Euro.
Nach Axel Weber wirft nun auch Jürgen Stark, der zweite deutsche Notenbanker, die Brocken hin. Starks Rücktritt reiht sich an jenen des Bundesbank-Präsidenten Axel Weber, des Bundespräsidenten Horst Köhler und anderer Spitzenpolitiker - sie flüchten, wenn es schwierig wird.
(Marc Beise, 10.09.2011)
Die Merkelregierung ist unglücklicherweise nicht nur selbst ohne finanzpolitischen Sachverstand, sondern hat durch Schäubles Pest-Aura auch kaum noch Berater in ihren Reihen.
Eine Menge Posten sind unbesetzt, weil seit dem Leichtmatrosen Steffen Seibert niemand mehr auf dem sinkenden Schiff anheuern möchte.
Die schwarz-gelbe Koalition hat Schwierigkeiten, zentrale Posten in den Ministerien und obersten Bundesbehörden neu zu besetzen. Allein Finanzminister Wolfgang Schäuble sucht derzeit nach Kandidaten für vier Spitzenämter, darunter das des Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und das des Vizepräsidenten des Bundesrechnungshofs (BRH). Zudem fehlen ihm im eigenen Haus ein Leiter der wichtigen Grundsatzabteilung sowie ein neuer Chef für die ebenso bedeutsame Abteilung Finanzmarktpolitik.
[…] Vor allem das Gerangel um den Job des BRH-Vizepräsidenten trägt dabei zunehmend Züge einer Posse. […] Schon aufgrund der gesetzlichen Fristen ist […] eine Wahl des neuen BRH-Vizepräsidenten im Bundesrat frühestens im November möglich. Aus dem Bundestagshaushaltsausschuss verlautete, der Rechnungshof werde damit ausgerechnet während der parlamentarischen Beratungen über die Milliarden-Pläne zur Euro-Rettung im Herbst 'nicht vollständig arbeitsfähig' sein.
Auch für die Bafin gibt es bisher keine Lösung. Ihr Chef Jochen Sanio hatte bereits vor Monaten angekündigt, im Sommer in den Ruhestand gehen zu wollen. […] Zwei weitere Abteilungsleiterposten im Finanzressort [sind] vakant […]. So sucht Schäuble schon seit vielen Wochen nach einem Leiter der Grundsatzabteilung, die als 'Denkfabrik' des Ministeriums gilt. […] Auch für die Abteilung Finanzmarktpolitik, die unter anderem für die Vorbereitung der G-7- und der G-20-Treffen sowie für die Bankenregulierung zuständig ist, muss der Minister ausgerechnet auf dem Höhepunkt der Eurokrise einen neuen Leiter finden.
(Claus Hulverscheidt 09.08.2011)
Was für ein Treppenwitz - der letzte Finanzfachmann der schwarzgelben Desastertruppe ist mit dem 45-Jährigen Staatssekretär Jörg Asmussen ein SPD-Mitglied.
Er muß jetzt Jürgen Stark ersetzen.
Für gute Laune sorgte die Kür nicht. "Ein SPD-Mann auf dem wichtigsten Posten, den Deutschland in der internationalen Finanzwelt zu vergeben hat, ist mindestens so falsch wie ein Genosse als Staatssekretär im CDU-geführten Finanzministerium", sagt Georg Nüßlein, wirtschaftspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe. Die FDP-Spitze stimmte der Personalie zu.
(Spiegel 12.09.2011)
Nun ist die Wespenkoalition in Berlin ganz allein zu Haus. Sachverstand a.D.
Asmussen, und auch das ist traurig, ist so ziemlich der letzte Beamte, den die Bundesregierung für Wirtschafts-Spitzenpositionen noch anzubieten hat - so weit ist es unter der Kanzlerin Angela Merkel nun gekommen.
(Marc Beise, 10.09.2011)
Wenn bei der Bundestagsabstimmung über den Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) die Bundesregierung zerbricht, hat es immerhin den Vorteil, daß nicht so viele Pensionen gezahlt werden müssen, wenn ohnehin das halbe Finanzministerium vakant ist.
Asmussen weilte am Freitag beim Treffen der G-7-Finanzminister und Notenbankchefs in Marseille. Sein Wechsel wäre ein herber Schlag für Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU), der sich wie Amtsvorgänger Peer Steinbrück (SPD) gerade in internationalen Fragen auf Asmussen gestützt hatte. Hinzu kommt, dass Schäuble zeitgleich den zuständigen Abteilungsleiter für Internationales verliert, der in der Hierarchie unmittelbar unter Asmussen rangiert.
[…] Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider bezeichnete Starks Rücktritt als 'Donnerschlag für die Bundeskanzlerin'. 'Ich hoffe, sie wacht nun endlich auf und befreit die EZB aus der Zwangslage, in die sie durch die Politik gedrängt wurde', sagte er.
(SZ 10.09.2011)
Samstag, 10. September 2011
Wie Schwarzgelb wieder Wahlen gewinnen will.
Jutta Ditfurth saß Ende der 80er Jahre (kann auch 1990 gewesen sein) mal in einer der legendären monothematischen Kirchenrunden Freitagabends bei Lea Rosh (eine der letzten guten Moderatorinnen für Talkshows).
Für die Kirche sprachen dort üblicherweise Elisabeth Motschmann, Frau Waschbüsch oder der damals noch als kommender Superstar der Konservativen geltende Weibischof Kurt Krenn.
Damals war er noch fett und (selbst-)zufrieden. Noch nicht von Pädo-Pornoaffären und Krankheit gezeichnet. Dennoch verstand er es wunderbar sich um Kopf und Kragen zu reden.
Er wurde zum Aushängeschild für all diejenigen, die sich endgültig von der RKK lösten.
Schon vor 20 Jahren rannten der Kirche die Mitglieder weg und auf Lea Roshs Frage an Ditfurth, was sie dem Bischof raten würde, damit die Gläubigen der Institution Kirche wieder mehr vertrauten, lehnte sie sich zurück und sagte: „Gar nichts.“
Sie habe gar kein Interesse daran der Kirche zu helfen und begrüße es, wenn diese Mitglieder verliere.
Das war damals noch ziemlich starker Tobak!
Die meisten Kritiker bischöflicher Widerlinge à la Krenn meinten es schließlich gut mit „der Kirche“ und rieten zum Wohl des Christentums zu weniger aggressiven Tönen.
Es war auch deshalb eine schöne Antwort Ditfurths, weil es ohnehin so offensichtlich war, was man tun müsste, um die Kirche sympathischer erscheinen zu lassen.
Nämlich das Gegenteil all dessen, was Krenn sagte.
Mit geht es mit den sogenannten bürgerlichen Parteien ganz ähnlich.
Was sie alles falsch machen ist offensichtlich.
Ich maße mir an, daß ich durchaus einige Ratschläge geben könnte, wie FDP und CDU es anstellen könnten wieder sympathischer und erfolgreicher zu werden.
Aber da ich ein schlechter Mensch bin, werde ich das natürlich nicht tun.
Ich begrüße schließlich die Entwicklung der Wahlumfragen für Schwarzgelb.
Die FDP will sich selbst abschaffen? Perfekt!
Ich bin heute ganz Ditfurth und lehne mich genüßlich zurück während die Röslers, Pofallas, Westerwelles, Merkels, Friedrichs, Söders, Niebels und Schäubles mit ihrem kollektiven Parteien-Suizid auf Raten beschäftigt sind.
(Außerdem ist das ausgleichende Gerechtigkeit! Wie lange gibt es schon die automassakrierenden Tendenzen in der SPD!)
Aus dem niedersächsischen Kommunalwahlkampf erreichen mich allerdings zwei schöne eigene Ideen der Wespenfarbigen, die ich als bemerkenswert erachte.
Da haben CDU und FDP immerhin mal klar analysiert wie ihre Lage ist und womit man den Wähler noch locken könnte.
Beispiel FDP:
Die Ratsfrau Brigitte Glinka aus Schwanewede weiß womit sie noch punkten kann:
„152 cm. Wählen Sie das kleinere Übel. Brigitte Glinka. FDP“
Dass man zumindest versuchen kann, den Wahlkampf mit Humor zu nehmen, zeigt eine liberale Kandidatin in Schwanewede, die - auf ihre Körpergröße von 152 Zentimetern anspielend - für sich als das "kleinere Übel" wirbt. Das offenbart tiefe psychologische Selbsterkenntnis, Brigitte Glinka! Doch ob klein oder groß - Übel bleibt Übel, oder nicht?
(Michael Rabba 03.09.2011)
Beispiel CDU:
Selbst in einer der bundesweit stärksten CDU-Hochburgen Vechta dämmert es der Jungen Union, daß ihre Partei so abstoßend ist, daß man sie nur unter Drogen ertragen kann.
Daher füllt sie nun Erstwähler mit Alkohol ab.
CDU schöntrinken - der letzte Rettungsanker?
Die CDU in Steinfeld lockt junge Wähler mit Freibier. Am Abend vor der Kommunalwahl am Sonntag laden der Ortsverband und die Junge Union zur Erstwählerparty. Die Unabhängige Wählergemeinschaft kritisierte die Feier: Der CDU sei beim Stimmenfang jedes Mittel recht. "Der Einsatz von Alkohol als Wahlkampfmittel bei Jugendlichen ist wirklich das Allerletzte."
(dpa, 09.09.2011)
Freitag, 9. September 2011
Der Christ des Tages - Teil LII
Zu Stuttgart21 sind die Argumente ausgetauscht.
Das Projekt ist der blanke Irrsinn.
Selbst wenn alles gutgeht, so wie es die Planer prophezeien, hat man nur eine minimale Verbesserung gegenüber des vorherigen Zustandes - dafür aber viele, viele Milliarden Euro raus geblasen, die mit Sicherheit besser angelegt werden könnten.
Tatsächlich ist Stuttgart 21 samt der Schnellbahnstrecke nach Ulm Deutschlands teuerstes und dümmstes Großprojekt. Aber nicht etwa deshalb, weil dafür die Seitenflügel des alten Hauptbahnhofs oder Bäume weichen müssen. All dies wäre mehr als gerechtfertigt, wenn dem gigantischen Aufwand ein entsprechender Nutzen gegenüberstünde.
Im monatelangen Drama um Demonstrationen, die letztlich gescheiterte Schlichtung oder den Machtverlust der CDU sind ein paar Fakten untergegangen, die allesamt gegen das Projekt sprechen. Daran ändert auch der zumindest in den Augen der Deutschen Bahn halbwegs erfolgreiche "Stresstest" nichts. Dass der neue Stuttgarter Bahnhof eine höhere Kapazität hat als der alte, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dafür ist schon jetzt absehbar, dass die meisten Verheißungen der Befürworter nicht in Erfüllung gehen werden: Stuttgart 21, das am besten kalkulierte Infrastrukturprojekt aller Zeiten, die Jobmaschine für Baden-Württemberg - von wegen. Eine im Juli veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass dadurch gerade einmal 2500 Arbeitsplätze geschaffen werden, und nicht etwa 24.000, wie in den ursprünglichen Plänen behauptet. Während der wirtschaftliche Nutzen nach unten korrigiert werden muss, steigen die Kosten. Zuletzt wurden sie vor einem Jahr mit knapp sieben Milliarden Euro für die Neubaustrecke samt Tunnelbahnhof beziffert. Das sind 860 Millionen mehr als 2004 veranschlagt. Dabei wird es nicht bleiben.
(Sebastian Beck, SZ, 29.07.2011)
Während schon Summen von 11 Milliarden Euro errechnet werden, die der Bau tatsächlich am Ende kosten könne, stehen auf der Internetseite des SPD-Fraktionschefs noch Angaben von acht Millionen Euro pro Jahr:
Völlig unsinnig sei die Behauptung, man könnte das Geld besser für Bildung ausgeben. "Das ist das alte Verwirrspiel, bei dem man Äpfel mit Birnen vergleicht und etwas Gutes gegen etwas gleich Gutes ausspielt", so [SPD-Landtagsvizepräsident und S21-Experte Wolfgang] Drexlers Vorwurf. Das Land Baden-Württemberg gibt für S21 insgesamt 371 Mio. Euro aus. Davon sind 285 Mio. Euro zweckgebundene Mittel für den Nahverkehr. Dies wiederum entspricht 12 Prozent der in diesem Zeitraum insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel.
"Für ein Projekt dieser Größenordnung, von dem letztlich knapp die Hälfte aller Baden-Württemberger direkt profitiert, ist das ein angemessener Betrag." Die restlichen 86 Mio. Euro der Landesbeteiligung kämen aus dem Haushalt, pro Jahr also ca. acht Mio. Euro. "Das ist eine vertretbare Summe, die uns ein Infrastrukturprojekt dieser landespolitischen Bedeutung schon wert sein muss", unterstrich Drexler.
(claus-schmiedel.de 03.12.2008)
Gebaut wird der größte Schildbürgerstreich der Geschichte Baden Württembergs höchstwahrscheinlich dennoch, weil aus der elenden Angelegenheit eine reine Machtfrage geworden ist.
Angela Merkel mit ihrem untrüglichen Sinn für das Falsche hatte im Herbst 2010 im Bundestag das finale Fass Öl ins Feuer gegossen, indem sie den Bahnhofsbau zur Grundsatzfrage über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands aufbauschte und die Landtagswahl in Stuttgart zum Mega-Plebiszit hochjazzte.
Am 27.03.2011 bekam die Kanzlerin die eingeforderte Antwort in Form eines schweren Keulenschlages der Schwäbischen Wähler in das CDU-Kontor - Machtverlust nach 57 Jahren CDU-Dauerherrschaft!
Die Grünen holten in der Herzkammer des Konservatismus sogar neun Direktmandate!
Das war nicht schön für Stefan Mappus und Tanja Gönner, die durch rabiate Stuttgart21-Ideologie ihre Jobs verloren.
Das war nicht schön für Angela Merkel, die nach NRW schon das zweite 6-Stimmen-Land im Bundesrat die Seiten wechseln sah.
Das war aber auch nicht schön für die Grünen, die zwar jetzt einen Ministerpräsidenten stellen, aber dafür einen Atomstromkonzern (EnBW) und einen Megaproblembahnhof geerbt haben.
Für die Grün-Rote Koalition entpuppt sich das Milliardendesaster-Projekt immer mehr zur No-Win-Situation. Es wird viel politisch verbrannte Erde zurückbleiben.
Die taktisch debakuliernde SPD, die sich ohne Not schon lange Stuttgart-21-ideologisch an die CDU und FDP verkauft hatte, kann sich auch nur kurzfristig damit trösten das Schwarzer-Peter-Ministerium „Verkehr“ dem grünen Hermann auf’s Auge gedrückt zu haben.
[SPD-Fraktionschef] Claus Schmiedel: "Auch wenn es die Gegner nicht wahrhaben wollen: Stuttgart 21 ist menschenfreundlich, umweltfreundlich und relativ schnell realisierbar. S21 wird kommen und am Ende eine breite Zustimmung bei den Menschen im Raum Stuttgart und in ganz Baden-Württemberg finden."
(claus-schmiedel.de 03.12.2008)
Guter Witz.
So rutschte die SPD auf Platz drei der Parteien durch und erlangte das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten in BW.
Aber irgendwann wird sich entscheiden was mit dem Unterweltbahnhof passiert und dann ist entweder der Koalitionspartner angeschlagen, oder die eigene Strategie ad absurdum geführt. Auf jeden Fall aber werden die Finanzen ruiniert sein.
SPD-Chef und Superminister Nils Schmid wird noch das ein oder andere Magengeschwür generieren.
Für die SPD-Landtagsfraktion ist das Neubauprojekt Stuttgart 21 (S21) verkehrlich ohne Alternative und finanziell in trockenen Tüchern. Diese Position vertraten Fraktionschef Claus Schmiedel und der für S21 zuständige Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler am Montag vor der Landespresse. S21 ist nach ihren Worten die beste Lösung zur Neuordnung des Stuttgarter Knotens und komme "so sicher wie das Amen in der Kirche".
(claus-schmiedel.de 03.12.2008)
Vielleicht beneiden Drexler und Schmiedel schon ihre Co-S21-Fans von CDU und FDP, die es sich in der Opposition gemütlich machen können und sich nicht mehr mit der schnöden Realität abärgern müssen.
Politische, finanzielle, wirtschaftliche und technische Argumente konnten nicht nur nicht überzeugen, sondern spülten den S21-Gegner Kretschmann ins MP-Amt.
Wirklichkeitsverweigerer Schmiedel greift jetzt zur ultimativen Argumentationskeule - DES LO VULT!
Über dem Bahnprojekt Stuttgart 21 liegt Gottes Segen - für diese Aussage muss SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel heftige Kritik aus den eigenen Reihen einstecken.
SPD-Landesvize Leni Breymaier nannte die Äußerungen Schmiedels bei einer Stuttgart-21-Kundgebung Ende August „unglücklich und nicht witzig“. „Wenn man schon höhere Mächte für ein Bahnprojekt in Anspruch nehmen muss, kann es mit den Befürwortern von Stuttgart 21 nicht weit her sein“, sagte Breymaier am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.
Dagegen verteidigte Protestant Schmiedel seine Aussagen, die zuerst vom „Gesprächskreis Christen und SPD“ kritisiert worden waren.
In einer Mitteilung der Gruppierung, die unter anderem vom ehemaligen SPD-Landeschef Erhard Eppler und dem Wissenschaftler und früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst-Ulrich von Weizsäcker unterschrieben ist, heißt es: „Eine demokratische Auseinandersetzung kann kein Kampf zwischen Gut und Böse sein.“ Immer wenn Politiker Gottes Willen mit dem ihren verwechselten, sei Unheil entstanden. Die Unterzeichner fügen hinzu: „Der Versuchung, politische Sachkonflikte religiös aufzuladen, haben in letzter Zeit sogar die meisten CDU-Leute widerstanden. Muss nun ein Sozialdemokrat wieder damit anfangen?“
(Stimme.de, Freitag, 9. September 2011)
Claus Schmiedel ernenne ich hiermit offiziell zum Christen des Tages Nummer 52.
Eine Ehre, die er sich durch fortgesetzte Doofheit und notorische Religiotie redlich verdient hat.
Gott bezieht eben endlich auch Stellung in dem bundesweit bekannten Stuttgarter Konflikt, in dem es keine Neutralität geben kann.
So inbrünstig wird dort über Stuttgart 21 gestritten, dass man als in der Bahnhofsfrage Bekenntnisloser sein Sozialleben zumindest in der Landeshauptstadt besser gleich freiwillig einstellt. Der Neutralität im Ringen von Gut und Böse begegnen die Schwaben mit Argwohn, weshalb es etwas misslich ist, dass ausgerechnet der Herrgott es bisher verpasst hat, zur Zukunft des Bahnknotens Stuttgarts klar Position zu beziehen.
Seinen Erdenbürgern bleibt also nur, über die himmlischen Präferenzen in Verkehrspolitik und Stadtplanung zu mutmaßen. Unlängst tat sich dabei SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel hervor, der bei einer Kundgebung von Tiefbahnhof-Befürwortern seine Überzeugung bekanntmachte, dass 'über Stuttgart 21 Gottes Segen liegt'.
[…] Schmiedel möchte seine Aussage nun als Reaktion auf Versuche der S21-Gegner verstanden wissen, den Bau des Tiefbahnhofs als unchristliches Vorhaben zu diskreditieren. Das empfinde er als 'eine ziemliche Anmaßung'. Schmiedel bezieht sich auf die Gruppe 'Pfarrer-/innen gegen Stuttgart 21', die S21 als 'Projekt menschlicher Überheblichkeit' geißelt, immer mittwochs zum 'Parkgebet' lädt und den Herrn darum bittet, seine 'Hand schützend über das Kleinod unseres Parks' zu halten sowie der Protestbewegung 'Kraft' zu geben. Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann übrigens, dem ein guter Draht zu Gott nachgesagt wird, hofft bei der Volksabstimmung über den Bahnhof auf ein 'Wunder'.
(Roman Deininger 09.09.11)
Das Projekt ist der blanke Irrsinn.
Selbst wenn alles gutgeht, so wie es die Planer prophezeien, hat man nur eine minimale Verbesserung gegenüber des vorherigen Zustandes - dafür aber viele, viele Milliarden Euro raus geblasen, die mit Sicherheit besser angelegt werden könnten.
Tatsächlich ist Stuttgart 21 samt der Schnellbahnstrecke nach Ulm Deutschlands teuerstes und dümmstes Großprojekt. Aber nicht etwa deshalb, weil dafür die Seitenflügel des alten Hauptbahnhofs oder Bäume weichen müssen. All dies wäre mehr als gerechtfertigt, wenn dem gigantischen Aufwand ein entsprechender Nutzen gegenüberstünde.
Im monatelangen Drama um Demonstrationen, die letztlich gescheiterte Schlichtung oder den Machtverlust der CDU sind ein paar Fakten untergegangen, die allesamt gegen das Projekt sprechen. Daran ändert auch der zumindest in den Augen der Deutschen Bahn halbwegs erfolgreiche "Stresstest" nichts. Dass der neue Stuttgarter Bahnhof eine höhere Kapazität hat als der alte, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Dafür ist schon jetzt absehbar, dass die meisten Verheißungen der Befürworter nicht in Erfüllung gehen werden: Stuttgart 21, das am besten kalkulierte Infrastrukturprojekt aller Zeiten, die Jobmaschine für Baden-Württemberg - von wegen. Eine im Juli veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass dadurch gerade einmal 2500 Arbeitsplätze geschaffen werden, und nicht etwa 24.000, wie in den ursprünglichen Plänen behauptet. Während der wirtschaftliche Nutzen nach unten korrigiert werden muss, steigen die Kosten. Zuletzt wurden sie vor einem Jahr mit knapp sieben Milliarden Euro für die Neubaustrecke samt Tunnelbahnhof beziffert. Das sind 860 Millionen mehr als 2004 veranschlagt. Dabei wird es nicht bleiben.
(Sebastian Beck, SZ, 29.07.2011)
Während schon Summen von 11 Milliarden Euro errechnet werden, die der Bau tatsächlich am Ende kosten könne, stehen auf der Internetseite des SPD-Fraktionschefs noch Angaben von acht Millionen Euro pro Jahr:
Völlig unsinnig sei die Behauptung, man könnte das Geld besser für Bildung ausgeben. "Das ist das alte Verwirrspiel, bei dem man Äpfel mit Birnen vergleicht und etwas Gutes gegen etwas gleich Gutes ausspielt", so [SPD-Landtagsvizepräsident und S21-Experte Wolfgang] Drexlers Vorwurf. Das Land Baden-Württemberg gibt für S21 insgesamt 371 Mio. Euro aus. Davon sind 285 Mio. Euro zweckgebundene Mittel für den Nahverkehr. Dies wiederum entspricht 12 Prozent der in diesem Zeitraum insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel.
"Für ein Projekt dieser Größenordnung, von dem letztlich knapp die Hälfte aller Baden-Württemberger direkt profitiert, ist das ein angemessener Betrag." Die restlichen 86 Mio. Euro der Landesbeteiligung kämen aus dem Haushalt, pro Jahr also ca. acht Mio. Euro. "Das ist eine vertretbare Summe, die uns ein Infrastrukturprojekt dieser landespolitischen Bedeutung schon wert sein muss", unterstrich Drexler.
(claus-schmiedel.de 03.12.2008)
Gebaut wird der größte Schildbürgerstreich der Geschichte Baden Württembergs höchstwahrscheinlich dennoch, weil aus der elenden Angelegenheit eine reine Machtfrage geworden ist.
Angela Merkel mit ihrem untrüglichen Sinn für das Falsche hatte im Herbst 2010 im Bundestag das finale Fass Öl ins Feuer gegossen, indem sie den Bahnhofsbau zur Grundsatzfrage über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands aufbauschte und die Landtagswahl in Stuttgart zum Mega-Plebiszit hochjazzte.
Am 27.03.2011 bekam die Kanzlerin die eingeforderte Antwort in Form eines schweren Keulenschlages der Schwäbischen Wähler in das CDU-Kontor - Machtverlust nach 57 Jahren CDU-Dauerherrschaft!
Die Grünen holten in der Herzkammer des Konservatismus sogar neun Direktmandate!
Das war nicht schön für Stefan Mappus und Tanja Gönner, die durch rabiate Stuttgart21-Ideologie ihre Jobs verloren.
Das war nicht schön für Angela Merkel, die nach NRW schon das zweite 6-Stimmen-Land im Bundesrat die Seiten wechseln sah.
Das war aber auch nicht schön für die Grünen, die zwar jetzt einen Ministerpräsidenten stellen, aber dafür einen Atomstromkonzern (EnBW) und einen Megaproblembahnhof geerbt haben.
Für die Grün-Rote Koalition entpuppt sich das Milliardendesaster-Projekt immer mehr zur No-Win-Situation. Es wird viel politisch verbrannte Erde zurückbleiben.
Die taktisch debakuliernde SPD, die sich ohne Not schon lange Stuttgart-21-ideologisch an die CDU und FDP verkauft hatte, kann sich auch nur kurzfristig damit trösten das Schwarzer-Peter-Ministerium „Verkehr“ dem grünen Hermann auf’s Auge gedrückt zu haben.
[SPD-Fraktionschef] Claus Schmiedel: "Auch wenn es die Gegner nicht wahrhaben wollen: Stuttgart 21 ist menschenfreundlich, umweltfreundlich und relativ schnell realisierbar. S21 wird kommen und am Ende eine breite Zustimmung bei den Menschen im Raum Stuttgart und in ganz Baden-Württemberg finden."
(claus-schmiedel.de 03.12.2008)
Guter Witz.
So rutschte die SPD auf Platz drei der Parteien durch und erlangte das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten in BW.
Aber irgendwann wird sich entscheiden was mit dem Unterweltbahnhof passiert und dann ist entweder der Koalitionspartner angeschlagen, oder die eigene Strategie ad absurdum geführt. Auf jeden Fall aber werden die Finanzen ruiniert sein.
SPD-Chef und Superminister Nils Schmid wird noch das ein oder andere Magengeschwür generieren.
Für die SPD-Landtagsfraktion ist das Neubauprojekt Stuttgart 21 (S21) verkehrlich ohne Alternative und finanziell in trockenen Tüchern. Diese Position vertraten Fraktionschef Claus Schmiedel und der für S21 zuständige Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler am Montag vor der Landespresse. S21 ist nach ihren Worten die beste Lösung zur Neuordnung des Stuttgarter Knotens und komme "so sicher wie das Amen in der Kirche".
(claus-schmiedel.de 03.12.2008)
Vielleicht beneiden Drexler und Schmiedel schon ihre Co-S21-Fans von CDU und FDP, die es sich in der Opposition gemütlich machen können und sich nicht mehr mit der schnöden Realität abärgern müssen.
Politische, finanzielle, wirtschaftliche und technische Argumente konnten nicht nur nicht überzeugen, sondern spülten den S21-Gegner Kretschmann ins MP-Amt.
Wirklichkeitsverweigerer Schmiedel greift jetzt zur ultimativen Argumentationskeule - DES LO VULT!
Über dem Bahnprojekt Stuttgart 21 liegt Gottes Segen - für diese Aussage muss SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel heftige Kritik aus den eigenen Reihen einstecken.
SPD-Landesvize Leni Breymaier nannte die Äußerungen Schmiedels bei einer Stuttgart-21-Kundgebung Ende August „unglücklich und nicht witzig“. „Wenn man schon höhere Mächte für ein Bahnprojekt in Anspruch nehmen muss, kann es mit den Befürwortern von Stuttgart 21 nicht weit her sein“, sagte Breymaier am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.
Dagegen verteidigte Protestant Schmiedel seine Aussagen, die zuerst vom „Gesprächskreis Christen und SPD“ kritisiert worden waren.
In einer Mitteilung der Gruppierung, die unter anderem vom ehemaligen SPD-Landeschef Erhard Eppler und dem Wissenschaftler und früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst-Ulrich von Weizsäcker unterschrieben ist, heißt es: „Eine demokratische Auseinandersetzung kann kein Kampf zwischen Gut und Böse sein.“ Immer wenn Politiker Gottes Willen mit dem ihren verwechselten, sei Unheil entstanden. Die Unterzeichner fügen hinzu: „Der Versuchung, politische Sachkonflikte religiös aufzuladen, haben in letzter Zeit sogar die meisten CDU-Leute widerstanden. Muss nun ein Sozialdemokrat wieder damit anfangen?“
(Stimme.de, Freitag, 9. September 2011)
Claus Schmiedel ernenne ich hiermit offiziell zum Christen des Tages Nummer 52.
Eine Ehre, die er sich durch fortgesetzte Doofheit und notorische Religiotie redlich verdient hat.
Gott bezieht eben endlich auch Stellung in dem bundesweit bekannten Stuttgarter Konflikt, in dem es keine Neutralität geben kann.
So inbrünstig wird dort über Stuttgart 21 gestritten, dass man als in der Bahnhofsfrage Bekenntnisloser sein Sozialleben zumindest in der Landeshauptstadt besser gleich freiwillig einstellt. Der Neutralität im Ringen von Gut und Böse begegnen die Schwaben mit Argwohn, weshalb es etwas misslich ist, dass ausgerechnet der Herrgott es bisher verpasst hat, zur Zukunft des Bahnknotens Stuttgarts klar Position zu beziehen.
Seinen Erdenbürgern bleibt also nur, über die himmlischen Präferenzen in Verkehrspolitik und Stadtplanung zu mutmaßen. Unlängst tat sich dabei SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel hervor, der bei einer Kundgebung von Tiefbahnhof-Befürwortern seine Überzeugung bekanntmachte, dass 'über Stuttgart 21 Gottes Segen liegt'.
[…] Schmiedel möchte seine Aussage nun als Reaktion auf Versuche der S21-Gegner verstanden wissen, den Bau des Tiefbahnhofs als unchristliches Vorhaben zu diskreditieren. Das empfinde er als 'eine ziemliche Anmaßung'. Schmiedel bezieht sich auf die Gruppe 'Pfarrer-/innen gegen Stuttgart 21', die S21 als 'Projekt menschlicher Überheblichkeit' geißelt, immer mittwochs zum 'Parkgebet' lädt und den Herrn darum bittet, seine 'Hand schützend über das Kleinod unseres Parks' zu halten sowie der Protestbewegung 'Kraft' zu geben. Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann übrigens, dem ein guter Draht zu Gott nachgesagt wird, hofft bei der Volksabstimmung über den Bahnhof auf ein 'Wunder'.
(Roman Deininger 09.09.11)
Donnerstag, 8. September 2011
Die gemeinsamen Wurzeln.
Auf Facebook las ich vorhin eine wichtige Meldung.
Das ist schon richtig - Ratzis Moralvorstellungen stammen aus grauer Vorzeit; jedenfalls von vor der Aufklärung, vor Kant.
Gleichberechtigung, Toleranz, Demokratie, Minderheitenrechte - all das passt dem Pontifex so gar nicht.
Wenn der Papst eine Zeitmaschine besäße, würde er sich aber womöglich nicht ganz 500 Jahre in die Zeit des hochperversen, hypersexuellen Sadisten-Papstes Alexander VI (Rodrigo Borgia) zurückbeamen.
Für den Liebhaber edelster Materialien dürfte das beginnende 16. Jahrhundert etwas zu unkomfortabel gewesen sein.
Aber die Zeit seiner Kindheit, so ungefähr vor 75 Jahren, dürfte Ratzinger zusagen.
In Europa herrschte nicht der böse „Relativismus“, sondern es strebten überall faschistische Diktatoren an die Macht.
Faschisten, die Linke einfach umbrachten und dafür dem Vatikan jene Privilegien zu schanzten, an denen Benedikt XVI bis heute eisern festhält.
Insbesondere die Lateranverträge vom 11. Februar 1929, abgeschlossen zwischen dem Heiligen Stuhl und Benito Mussolini, sowie das Reichskonkordat zwischen Hitler und dem Papst, mit dem Pius XII der neuen NSdAP-Regierung als erste ausländische Macht den diplomatischen Segen gab.
Pius kooperierte mit den Faschisten und genau diesen Papst möchte Ratzinger jetzt seligsprechen. Nachdem er schon hunderte faschistische Priester, die den Spanischen Diktator Franco unterstützten in der größten Massenseligsprechung der letzten 2000 Jahre geehrt hatte. Überzeugen Sie Benedikt XVI. davon, dass es eine Geschmacklosigkeit sondergleichen wäre, wenn ausgerechnet er als „deutscher Papst“ die Seligsprechung von Pius XII. vornehmen würde! Eugenio Pacelli (der spätere Pius XII.) hat nicht nur das verhängnisvolle Reichskonkordat des Vatikans mit Nazideutschland in die Wege geleitet, sondern auch dafür gesorgt, dass die katholische Zentrumspartei Hitlers Ermächtigungsgesetz zustimmte, was die Nazityrannei erst möglich machte. Pacelli/Pius unterstützte tragischerweise alle Faschisten seiner Zeit, von Hitler über Mussolini und Franco bis hin zu Ante Pavelic, dem Führer des mörderischen, katholisch-faschistischen Ustascha-Regimes in Kroatien. Erklären Sie dem Papst, dass Sie statt der Seligsprechung eines Steigbügelhalters des Faschismus ein klares Schuldbekenntnis der Katholischen Kirche erwarten! Die Evangelische Kirche Deutschlands hat bereits 1945 eingestanden, dass sie in weiten Teilen die Gräueltaten des Nationalsozialismus unterstützte. Vonseiten der katholischen Kirche Deutschlands, die ähnlich treu zu „Gott und dem Führer“ stand, ist ein vergleichbares Schuldbekenntnis seit mehr als 65 Jahren überfällig.
(aus dem Offenen Brief der GBS an die Bundeskanzlerin)
Zu Ratzis Kindertagen passte alles noch besser zusammen.
Papst und Bischöfe beteten für Adolf Hitler und die SA-Schläger gingen das Horst-Wessel-Lied grölend jeden Sonntag in die Kirche!
Bei den Nazis klappte es noch mit der Symbiose aus Staat und Kirche - 95% der Deutschen waren Christen, Hitler war Katholik und die Gottesdienste waren stets voll.
Kein Vergleich zu den von Ratzi so gescholtenen Zeiten der „Diktatur des Relativismus“ im Jahr 2011, in dem nur noch gut zwei Prozent der Deutschen wöchentlich die katholische Messe besuchen und homoperverse Politiker wie Wowereit und Westerwelle frei rumlaufen dürfen!
Horst Wessel, DIE große Ikone des Nationalsozialismus stammte natürlich aus einem Pfarrershaushalt.
Religion und NSdAP verquickte er zu einer perfekten Einheit - alles unter der geschickten PR des aus einem streng katholischen Elternhauses stammenden Goebbels.
Manfred Gailus, einer der Herausgeber der Horst-Wessel-Autobiographie, stellt das in einem Gespräch mit der ZEIT klar.
DIE ZEIT: Herr Gailus, die Erinnerungen des Nazihelden Horst Wessel sind ein bizarres Dokument: eine »politische Autobiografie«, verfasst von einem gerade 21-Jährigen. Was hat Sie und ihren Kollegen Daniel Siemens gereizt, dieses Buch herauszugeben?
Manfred Gailus: Der SA-Führer war eine der wichtigsten Kultfiguren der Nazizeit. Sein Lied Die Fahne hoch wurde nach 1933 zur zweiten Nationalhymne. Wessel lebte da schon nicht mehr; Anfang 1930 war er von einer Gruppe Berliner Kommunisten unter nicht restlos geklärten Umständen erschossen worden. […]
ZEIT: Der Horst Wessel der NS-Propaganda ist eine Schöpfung des damaligen Berliner Gauleiters Joseph Goebbels. Er stilisierte den jungen Mann zu einem Märtyrer, zu einem nationalrevolutionären »Christussozialisten«. Was hat dieser Mythos mit der Realität zu tun?
Gailus: Da ist zum einen Wessels Herkunft aus einem Pfarrhaus. Der Vater – er stirbt, als der Sohn 14 Jahre alt ist – war ein frommer, deutschnationaler Mann. Spätestens seit dem Ersten Weltkrieg hing Pfarrer Wessel der aggressiven, heilsgeschichtlichen Vision eines großdeutschen Reiches an, das Europa dominieren sollte. Er war als Feldprediger im Einsatz gewesen, hielt Siegesund Durchhalte predigten.
[…] In der Tat lässt sich sein Text als eine Art Bewerbungsschreiben für höhere Aufgaben verstehen. Vor allem aber handelt es sich um die Selbstversicherung eines nach Erlösung Strebenden. So spielt das Religiöse, die Pfarrhausherkunft, zwar keine unmittelbare Rolle. Aber die Politik selbst ist für Wessel ganz offensichtlich etwas Religiöses. Sie ist ein Heilsversprechen, eine Ersatzreligion.
ZEIT: Wie kommt es, dass Goebbels genau diesen religiösen Subtext so sehr hervorhob?
Gailus: Womöglich rührt das daher, dass Goebbels selbst aus einem sehr religiösen Elternhaus kam, allerdings aus einem rheinisch-katholischen.
[…] Wenn Wessel sonntags mit seinen SA-Jungs ausrückte, gehörte der gemeinsame Kirchgang zum Programm. Der Wessel-Mythos war auch ein Versuch, Nationalsozialismus und christliche Tradition teilweise miteinander zu versöhnen.
ZEIT: Sie haben sich immer wieder mit Wessel beschäftigt. Was macht ihn für Sie zu einer so interessanten Gestalt der frühen NS-Zeit?
Gailus: Die Tatsache, dass seine Familiengeschichte ein Stück deutscher Protestantismusgeschichte ist. Im 19. Jahrhundert hat sich der Protestantismus mit der größten Massenbewegung seiner Zeit gemein gemacht: dem Nationalismus. Und wie die Geschichte von Horst Wessels Vater beispielhaft zeigt, etablierte sich in der Folge eine völkisch aufgeladene Theologie.
ZEIT: Aber es gab doch auch die Bekennende Kirche.
Gailus: Schon im Ersten Weltkrieg hätte es eine Bekennende Kirche geben müssen! Denken Sie nur an all die grauenhaften Kriegspredigten. 1933 formiert sich dann die Bewegung der hitlerfrommen Deutschen Christen. Bald repräsentierten sie etwa ein Drittel aller Protestanten. Ein weiteres Drittel blieb neutral oder hängte sein Fähnchen in den Wind. Bis 1945 gehörte deutlich mehr als die Hälfte aller Parteimitglieder der Kirche an. Die NSDAP war so gesehen durchaus eine christliche Partei.
(ZEIT Printausgabe 08.09.11)
ACHTUNG ZEITUMSTELLUNG !!!!
Am 22.09.2011 werden in Berlin die Uhren um 500 Jahre zurück gedreht!
Am 22.09.2011 werden in Berlin die Uhren um 500 Jahre zurück gedreht!
Das ist schon richtig - Ratzis Moralvorstellungen stammen aus grauer Vorzeit; jedenfalls von vor der Aufklärung, vor Kant.
Gleichberechtigung, Toleranz, Demokratie, Minderheitenrechte - all das passt dem Pontifex so gar nicht.
Wenn der Papst eine Zeitmaschine besäße, würde er sich aber womöglich nicht ganz 500 Jahre in die Zeit des hochperversen, hypersexuellen Sadisten-Papstes Alexander VI (Rodrigo Borgia) zurückbeamen.
Für den Liebhaber edelster Materialien dürfte das beginnende 16. Jahrhundert etwas zu unkomfortabel gewesen sein.
Aber die Zeit seiner Kindheit, so ungefähr vor 75 Jahren, dürfte Ratzinger zusagen.
In Europa herrschte nicht der böse „Relativismus“, sondern es strebten überall faschistische Diktatoren an die Macht.
Faschisten, die Linke einfach umbrachten und dafür dem Vatikan jene Privilegien zu schanzten, an denen Benedikt XVI bis heute eisern festhält.
Insbesondere die Lateranverträge vom 11. Februar 1929, abgeschlossen zwischen dem Heiligen Stuhl und Benito Mussolini, sowie das Reichskonkordat zwischen Hitler und dem Papst, mit dem Pius XII der neuen NSdAP-Regierung als erste ausländische Macht den diplomatischen Segen gab.
Pius kooperierte mit den Faschisten und genau diesen Papst möchte Ratzinger jetzt seligsprechen. Nachdem er schon hunderte faschistische Priester, die den Spanischen Diktator Franco unterstützten in der größten Massenseligsprechung der letzten 2000 Jahre geehrt hatte. Überzeugen Sie Benedikt XVI. davon, dass es eine Geschmacklosigkeit sondergleichen wäre, wenn ausgerechnet er als „deutscher Papst“ die Seligsprechung von Pius XII. vornehmen würde! Eugenio Pacelli (der spätere Pius XII.) hat nicht nur das verhängnisvolle Reichskonkordat des Vatikans mit Nazideutschland in die Wege geleitet, sondern auch dafür gesorgt, dass die katholische Zentrumspartei Hitlers Ermächtigungsgesetz zustimmte, was die Nazityrannei erst möglich machte. Pacelli/Pius unterstützte tragischerweise alle Faschisten seiner Zeit, von Hitler über Mussolini und Franco bis hin zu Ante Pavelic, dem Führer des mörderischen, katholisch-faschistischen Ustascha-Regimes in Kroatien. Erklären Sie dem Papst, dass Sie statt der Seligsprechung eines Steigbügelhalters des Faschismus ein klares Schuldbekenntnis der Katholischen Kirche erwarten! Die Evangelische Kirche Deutschlands hat bereits 1945 eingestanden, dass sie in weiten Teilen die Gräueltaten des Nationalsozialismus unterstützte. Vonseiten der katholischen Kirche Deutschlands, die ähnlich treu zu „Gott und dem Führer“ stand, ist ein vergleichbares Schuldbekenntnis seit mehr als 65 Jahren überfällig.
(aus dem Offenen Brief der GBS an die Bundeskanzlerin)
Zu Ratzis Kindertagen passte alles noch besser zusammen.
Papst und Bischöfe beteten für Adolf Hitler und die SA-Schläger gingen das Horst-Wessel-Lied grölend jeden Sonntag in die Kirche!
Bei den Nazis klappte es noch mit der Symbiose aus Staat und Kirche - 95% der Deutschen waren Christen, Hitler war Katholik und die Gottesdienste waren stets voll.
Kein Vergleich zu den von Ratzi so gescholtenen Zeiten der „Diktatur des Relativismus“ im Jahr 2011, in dem nur noch gut zwei Prozent der Deutschen wöchentlich die katholische Messe besuchen und homoperverse Politiker wie Wowereit und Westerwelle frei rumlaufen dürfen!
Horst Wessel, DIE große Ikone des Nationalsozialismus stammte natürlich aus einem Pfarrershaushalt.
Religion und NSdAP verquickte er zu einer perfekten Einheit - alles unter der geschickten PR des aus einem streng katholischen Elternhauses stammenden Goebbels.
Manfred Gailus, einer der Herausgeber der Horst-Wessel-Autobiographie, stellt das in einem Gespräch mit der ZEIT klar.
DIE ZEIT: Herr Gailus, die Erinnerungen des Nazihelden Horst Wessel sind ein bizarres Dokument: eine »politische Autobiografie«, verfasst von einem gerade 21-Jährigen. Was hat Sie und ihren Kollegen Daniel Siemens gereizt, dieses Buch herauszugeben?
Manfred Gailus: Der SA-Führer war eine der wichtigsten Kultfiguren der Nazizeit. Sein Lied Die Fahne hoch wurde nach 1933 zur zweiten Nationalhymne. Wessel lebte da schon nicht mehr; Anfang 1930 war er von einer Gruppe Berliner Kommunisten unter nicht restlos geklärten Umständen erschossen worden. […]
ZEIT: Der Horst Wessel der NS-Propaganda ist eine Schöpfung des damaligen Berliner Gauleiters Joseph Goebbels. Er stilisierte den jungen Mann zu einem Märtyrer, zu einem nationalrevolutionären »Christussozialisten«. Was hat dieser Mythos mit der Realität zu tun?
Gailus: Da ist zum einen Wessels Herkunft aus einem Pfarrhaus. Der Vater – er stirbt, als der Sohn 14 Jahre alt ist – war ein frommer, deutschnationaler Mann. Spätestens seit dem Ersten Weltkrieg hing Pfarrer Wessel der aggressiven, heilsgeschichtlichen Vision eines großdeutschen Reiches an, das Europa dominieren sollte. Er war als Feldprediger im Einsatz gewesen, hielt Siegesund Durchhalte predigten.
[…] In der Tat lässt sich sein Text als eine Art Bewerbungsschreiben für höhere Aufgaben verstehen. Vor allem aber handelt es sich um die Selbstversicherung eines nach Erlösung Strebenden. So spielt das Religiöse, die Pfarrhausherkunft, zwar keine unmittelbare Rolle. Aber die Politik selbst ist für Wessel ganz offensichtlich etwas Religiöses. Sie ist ein Heilsversprechen, eine Ersatzreligion.
ZEIT: Wie kommt es, dass Goebbels genau diesen religiösen Subtext so sehr hervorhob?
Gailus: Womöglich rührt das daher, dass Goebbels selbst aus einem sehr religiösen Elternhaus kam, allerdings aus einem rheinisch-katholischen.
[…] Wenn Wessel sonntags mit seinen SA-Jungs ausrückte, gehörte der gemeinsame Kirchgang zum Programm. Der Wessel-Mythos war auch ein Versuch, Nationalsozialismus und christliche Tradition teilweise miteinander zu versöhnen.
ZEIT: Sie haben sich immer wieder mit Wessel beschäftigt. Was macht ihn für Sie zu einer so interessanten Gestalt der frühen NS-Zeit?
Gailus: Die Tatsache, dass seine Familiengeschichte ein Stück deutscher Protestantismusgeschichte ist. Im 19. Jahrhundert hat sich der Protestantismus mit der größten Massenbewegung seiner Zeit gemein gemacht: dem Nationalismus. Und wie die Geschichte von Horst Wessels Vater beispielhaft zeigt, etablierte sich in der Folge eine völkisch aufgeladene Theologie.
ZEIT: Aber es gab doch auch die Bekennende Kirche.
Gailus: Schon im Ersten Weltkrieg hätte es eine Bekennende Kirche geben müssen! Denken Sie nur an all die grauenhaften Kriegspredigten. 1933 formiert sich dann die Bewegung der hitlerfrommen Deutschen Christen. Bald repräsentierten sie etwa ein Drittel aller Protestanten. Ein weiteres Drittel blieb neutral oder hängte sein Fähnchen in den Wind. Bis 1945 gehörte deutlich mehr als die Hälfte aller Parteimitglieder der Kirche an. Die NSDAP war so gesehen durchaus eine christliche Partei.
(ZEIT Printausgabe 08.09.11)
Mittwoch, 7. September 2011
Abstimmung mit den Füßen
Daß katholische Geistliche kleine Jungs vergewaltigen ist inzwischen eindeutig bewiesen ein weltweites Problem.
Die Nachrichten zu Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche reißen nicht ab. Jahrzehntelang haben katholische Geistliche in den USA Kinder missbraucht, genauso lange haben viele Vorgesetzte weggeschaut. […] Das Aufdecken und sich als Opfer zu outen scheint kein Ende zu nehmen. Es wiederholen sich zumeist dieselben psychologischen Mechanismen - der Priester als Freund und Vorbild, die Einschüchterung, das Ausgeliefertsein und dann die Angst, der Wahrheit ins Auge zu sehen.
(3Sat.de)
Der massenhafte sexuelle Missbrauch von Kindern, der unzählige Seelen zerstörte und eine unbekannte Zahl von Menschen in den Selbstmord trieb, ist das zweitschlimmste Verbrechen, dessen sich die Katholische Kirche seit den von ihr angezettelten Massenmorden (Inquisition, Mission, Kreuzzüge, Hexenverbrennungen,..) schuldig gemacht hat.
Noch widerlicher ist lediglich das Verhalten der Bischöfe und vor Allem des Vatikans, die den Schutz ihrer Päderasten-Priester über den Schutz der Kinder stellten.
Systematisch wurden Opfer eingeschüchtert, mit Drohungen und Klagen überschüttet.
Der Missbrauch wurde sogar durch Typen wie Kardinal Law gefördert, indem sie über Jahrzehnte bekannte Kinderficker-Priester in ihrer Diözese von Pfarrei zu Pfarrei schickten.
Bischöfe ließen es geschehen, während der nahezu allmächtige Joseph Ratzinger sogar ausdrücklich anwies bekannte Jungsvergewaltiger NICHT der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu melden.
Unter Androhung von schwersten Kirchenstrafen befahl Ratzinger das ewige Schweigen zu bewahren.
Mit der Autorität des Papstvertrauten und obersten Glaubenswächter von 1,2 Milliarden Katholiken missbrauchte er die Opfer noch einmal.
Allein die US-amerikanische Bischöfliche Kommission von 2002 listete inzwischen 4.392 kinderfickende Priester und 10.667 Opfer namentlich auf.
Dem damaligen Papst und seinem starken Mann an der Spitze der Inquisitionsbehörde erschien das nicht als Anlass irgendwie zu handeln.
Myriaden vergewaltigte Kinder? Macht ja nichts.
Kann ja jedem Priester mal passieren.
Rom konzentrierte sich lieber auf die „schlimmeren Fälle“, wenn sich nämlich ein Priester oder Mönch dazu bekannte eine Frau zu lieben.
Solche Typen werden natürlich sofort rausgeschmissen.
Auch im September 2011 hat die RKK nichts dazu gelernt:
Ein "sehr vielgestaltiges und sogar dramatisches Ereignis" - mit diesen Worten aus der Webseite der Gemeinde ist tatsächlich beschreibbar, was am Sonntag in der Göttinger St.-Michael-Kirche vorgefallen ist: Der Jesuitenpater Theo Schneider (64) wurde bei einem Gottesdienst in sein Amt als Superior, eine Art Abt, seiner Ordensgemeinschaft eingeführt.
Dagegen gab es im Kirchenschiff massive Proteste, ein Flugblatt wurde verlesen. Der Vorwurf: Schneider habe in seiner vorherigen Funktion als Leiter des Jesuitengymnasiums Aloisiuskolleg in Bonn über Jahre die Missbrauchstaten eines Mitbruders und Freundes an Schülern geduldet, ja vertuscht.
[....] Schneider war im Februar 2010 als Rektor des Aloisiuskollegs zurückgetreten, nachdem infolge des Missbrauchsskandals Strafanzeige gegen ihn gestellt worden war. In Schneiders Zeit am Kolleg hatte es einem unabhängigen Gutachten zufolge über 30 Fälle (sexueller) Übergriffe, Grenzverletzungen und Entwürdigungen gegeben. Matthias Katsch von der Opfervereinigung "Eckiger Tisch" kritisierte hinsichtlich Schneider "Mitwisserschaft und Führungsversagen". Seit etwa anderthalb Jahren verschließe sich Schneider einem Gespräch mit Vertretern des "Eckigen Tisches": "Mit so einer Schweigemauer kann man nicht umgehen."
(taz 06.09.2011)
Pädophil, na und?
So kann man auch eine Twitter-Botschaft des Abtes von Einsiedel verstehen.
Auch pädophile Priester sind ein Geschenk Gottes. Dies twitterte der Abt Martin Werlen, Vorsteher des Klosters Einsiedeln, sinngemäss, wie die "Luzerner Zeitung" berichtet.
[...]
Rickli, die sich im Kampf gegen Pädophile engagiert hatte, fragte Abt Werlen: "Sind für Sie die pädophilen Priester auch ein Geschenk Gottes?" Die Antwort des Abtes lautete dann: "Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes! Durch die Weise, wie wir uns begegnen, können wir helfen, als Geschenk Gottes zu leben." In der Replik fragte die die Politikerin dann: "Das heisst, die Kirche begegnet den Pädophilen nur, statt dafür zu sorgen, dass sie verurteilt und aus dem Verkehr gezogen werden?". Abt Werlens erklärte dann: "Wir werden keinem einzigen Menschen gerecht, wenn wir sie nur in Gute und Böse einteilen."
(Kathnet 05.06.2011)
Auch der neue Papst kommt damit durch, weil er es kann.
Die Regierungen sehen es nämlich ganz ähnlich.
Lieber überhäufen sie Kirchen und Bischöfe mit Wohltaten und Milliardensummen, als den Opfern ihrer Machenschaften beizustehen.
Die Giordano-Bruno-Stiftung schreibt in ihrem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, daß sie „realistischerweise“ nicht annähmen Frau Merkel würde ihre kirchenfreundliche und Opfer-feindliche Haltung aufgeben.
Fordern Sie den Papst zu einer lückenlosen Aufklärung der von Priestern und Ordensleuten begangenen Verbrechen an Heim- und Internatskindern auf! Hierzu müssen nicht nur die Bistümer und Orden ihre Archive öffnen, auch der Vatikan, bei dem ein Großteil der kircheninternen Verfahren aufliefen, muss bereit sein, Einblick in die entsprechenden Dokumente zu geben! Überzeugen Sie den Papst davon, dass sich seine Kirche angemessen an der finanziellen Entschädigung der Opfer beteiligen muss. Sagen Sie ihm, dass es nicht hinnehmbar ist, wenn sich „kirchliche Würdenträger“ mit Berufung auf „Verjährungsfristen“ ihrer Verantwortung entziehen.
[…] Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, realistischerweise gehen wir davon aus, dass Sie keine Ambitionen haben werden, diese heiklen Punkte mit dem Papst zu besprechen. Doch wir sind sicher: Der Tag wird kommen, an dem einer ihrer Nachfolger bzw. eine ihrer Nachfolgerinnen dem obersten Repräsentanten der Katholischen Kirche mit gestärktem demokratischem Selbstbewusstsein entgegentritt. Denn in der Bevölkerung hat die Kirche ihren Kredit längst verspielt. Schon jetzt sind weniger als 30 Prozent der Deutschen (formal noch) katholisch, in wenigen Jahren werden die Katholiken eine klare Minderheit innerhalb der deutschen Bevölkerung sein.
(GBS 06.09.11)
„Realistischerweise“ ist also von den Toppvertretern aller Parteien, von denen viele sogar selbst Mitglied in den obersten Laiengremien der grundgesetzwidrigen RKK sind, nicht zu erwarten, daß sie für Opfer eintreten.
Auch die Ethik, die der Papst und der Heilige Stuhl vertreten, entspricht nicht unserer Lebenswirklichkeit und nicht den Grundsätzen unserer Verfassung, nämlich:
- Keine wirkliche Gleichheit aller Menschen vor seinem kirchlichen Gesetz.
- Keine rechtliche und soziale Gleichberechtigung von Mann und Frau.
- Diskriminierung von Geschiedenen, Wiederverheirateten und Homosexuellen.
- Widernatürliche Vorstellungen von Sexualität im säkularen und klerikalen Leben.
- Das päpstliche Kondomverbot zum Beispiel begünstigt die Verbreitung von schwersten Krankheiten und Seuchen und hat der globalen Volksgesundheit schon jetzt massiv geschadet.
- Die Zölibatspflicht widerspricht in ihrer Konsequenz unseren Guten Sitten.
- Keine individuelle Selbstbestimmung.
- Gehorsam statt Anstand und Gewissen: Ein Pfarrer, der die Mutter seines Kindes heiratet, wird entlassen und verliert seine Lebensgrundlage, aber ein Pfarrer, der Kinder missbraucht hat, wird beschützt und kann weiter Priester bleiben.
[…] Der Umgang mit den Missbrauchsfällen durch die Kirche, das gezielte Verstecken der Täter und die Einschüchterung der Opfer zeigen deutlich die Missachtung unseres Staates und unserer Gesetze. Dafür trägt der Papst die Verantwortung.
Es ist ein schlimmer Affront für die Opfer dieses verbrecherischen Handelns, aber auch für jeden rechtschaffenen Bürger, wenn der Hauptverantwortliche für dieses kriminelle Verhalten der Kirche jetzt im Deutschen Bundestag reden darf.
Wie sollen wir das unseren Kindern erklären, wenn wir sie zu Anstand und Rechtstreue erziehen wollen?
(aus dem Offenen Brief der GBS-München an die Bundestagsabgeordneten)
Lieber werfen sie deutsche Politiker den obersten Vertretern der Täter an den Hals und maßregeln die ganz wenigen Atheisten - wie Rolf Schwanitz.
ZdK-Mitglieder sind beispielsweise Philipp Rösler, Barbara Stamm, Wolfgang Thierse, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident a.D. Dieter Althaus, Minister Bernd Busemann (NDS), Minister Georg Fahrenschon (BY), Alois Glück, Julia Klöckner, Armin Laschet, Hildegard Müller (Merkel-Intima) und Christa Nickels.
Da sich die Volksvertreter überwiegend so schändlich verhalten, bleibt in diesem Fall dem Volk nur das Mittel der Notwehr.
Sich gegen die Klerikalverbrecher wehren kann man nur effektiv, indem man - gläubig oder nicht - der ORGANISATION Katholische Kirche den Rücken kehrt.
Weniger Mitglieder bedeutet weniger Geld (aus Kirchensteuern - die anderen staatlichen Mittle fließen leider auch weiter in Milliardenhöhe) und weniger Einfluss.
Die Zeichen, die während des Pontifikats des Kinderschändungsvertuscher-Papstes Ratzinger gesetzt wurden, sind beachtlich.
Allein die Tatsache, daß das Hass-Portal Hakenkreuznet Zeter und Mordio schreit, beweist schon die Richtigkeit des massenhaften Kirchenaustritts.
87.4 Prozent der vom Pastoralkonzil befreiten deutschen Katholiken praktizieren ihren Glauben nicht. [… ] Die katholischsten Gebiete Deutschlands befinden sich in der ehemaligen DDR. Aufgrund der äußeren Umstände war die dortige Kirche über lange Jahre von der altliberalen Konzilsdekadenz, der kapitalistischen Verfettung und dem kirchliche Sexwahn bewahrt. Außerdem wurde die Kirche in der DDR von der Politik ausgeschlossen. Sie mußte darum – wohl oder übel – bei ihrem Kerngeschäft bleiben.
(Brechmittelnet 07.09.11)
Die Zahlen übernimmt das anonyme Fundamentalistenportal von der deutschen Bischofskonferenz, die tatsächlich in den „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2010“ schreibt, daß nur noch 12,4% der Kirchenmitglieder regelmäßig Gottesdienste besuchen.
2010 gab es noch 24,6 Millionen Katholiken in Deutschland - also gerade mal drei Millionen Gottesdienstbesucher.
Das entspricht also 2,4% der Gesamtbevölkerung!
Es wurden 252.965 Katholiken beerdigt und 181.193 traten aus der RKK aus.
Dem standen 170.339 Zwangseintritte (vulgo „Taufe“) und 3576 Kircheneintritte (davon 3118 ehemalige Protestanten ~ 87%) gegenüber.
Kreuznets Darstellung des ach so gläubigen Osten Deutschlands ist nur halb wahr.
Tatsächlich ist dort der relative Anteil der Kirchenmitglieder, die auch regelmäßig in die Kirchen gehen hoch.
Aber die absoluten Zahlen der katholischen Kirchenmitglieder sind verschwindend.
Während westdeutsche Großdiözesen wie Köln, Münster, Freiburg oder Stuttgart jeweils über rund 2 Millionen Katholiken gebieten, herrscht in den neuen Bundesländern Diaspora.
Die von Kotz.net gelobten Diözesensind winzig.
(Deutscher Spitzenreiter ist ausgerechnet die Diözese Erfurt. Dort trat der deutsche Apostat Martin Luther im Juli 1505 bei den Augustinern ein. In dem Bistum beträgt die Zahl der praktizierenden Katholiken 21.4 Prozent. In Görlitz und Dresden-Meißen nehmen 20.7 Prozent der Katholiken am kirchlichen Leben teil - Kreuznet)
Erfurt hat 154.000 Katholiken, Görlitz ganze 29.000 und Dresden-Meißen 140.000.
Im gesamten Bistum Görlitz besuchen gerade mal 6.000 Bundesrepublikaner regelmäßig den katholischen Gottesdienst.
Ich bin mir da gewissermaßen mit Kreuznet einig - es ist eine lobenswerte Zahl.
Wenn sich in allen Diözesen die Gottesdienstbesucher auf vierstellige Zahlen runter schrauben, wäre das sehr zu begrüßen.
Die Nachrichten zu Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche reißen nicht ab. Jahrzehntelang haben katholische Geistliche in den USA Kinder missbraucht, genauso lange haben viele Vorgesetzte weggeschaut. […] Das Aufdecken und sich als Opfer zu outen scheint kein Ende zu nehmen. Es wiederholen sich zumeist dieselben psychologischen Mechanismen - der Priester als Freund und Vorbild, die Einschüchterung, das Ausgeliefertsein und dann die Angst, der Wahrheit ins Auge zu sehen.
(3Sat.de)
Der massenhafte sexuelle Missbrauch von Kindern, der unzählige Seelen zerstörte und eine unbekannte Zahl von Menschen in den Selbstmord trieb, ist das zweitschlimmste Verbrechen, dessen sich die Katholische Kirche seit den von ihr angezettelten Massenmorden (Inquisition, Mission, Kreuzzüge, Hexenverbrennungen,..) schuldig gemacht hat.
Noch widerlicher ist lediglich das Verhalten der Bischöfe und vor Allem des Vatikans, die den Schutz ihrer Päderasten-Priester über den Schutz der Kinder stellten.
Systematisch wurden Opfer eingeschüchtert, mit Drohungen und Klagen überschüttet.
Der Missbrauch wurde sogar durch Typen wie Kardinal Law gefördert, indem sie über Jahrzehnte bekannte Kinderficker-Priester in ihrer Diözese von Pfarrei zu Pfarrei schickten.
Bischöfe ließen es geschehen, während der nahezu allmächtige Joseph Ratzinger sogar ausdrücklich anwies bekannte Jungsvergewaltiger NICHT der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu melden.
Unter Androhung von schwersten Kirchenstrafen befahl Ratzinger das ewige Schweigen zu bewahren.
Mit der Autorität des Papstvertrauten und obersten Glaubenswächter von 1,2 Milliarden Katholiken missbrauchte er die Opfer noch einmal.
Allein die US-amerikanische Bischöfliche Kommission von 2002 listete inzwischen 4.392 kinderfickende Priester und 10.667 Opfer namentlich auf.
Dem damaligen Papst und seinem starken Mann an der Spitze der Inquisitionsbehörde erschien das nicht als Anlass irgendwie zu handeln.
Myriaden vergewaltigte Kinder? Macht ja nichts.
Kann ja jedem Priester mal passieren.
Rom konzentrierte sich lieber auf die „schlimmeren Fälle“, wenn sich nämlich ein Priester oder Mönch dazu bekannte eine Frau zu lieben.
Solche Typen werden natürlich sofort rausgeschmissen.
Auch im September 2011 hat die RKK nichts dazu gelernt:
Ein "sehr vielgestaltiges und sogar dramatisches Ereignis" - mit diesen Worten aus der Webseite der Gemeinde ist tatsächlich beschreibbar, was am Sonntag in der Göttinger St.-Michael-Kirche vorgefallen ist: Der Jesuitenpater Theo Schneider (64) wurde bei einem Gottesdienst in sein Amt als Superior, eine Art Abt, seiner Ordensgemeinschaft eingeführt.
Dagegen gab es im Kirchenschiff massive Proteste, ein Flugblatt wurde verlesen. Der Vorwurf: Schneider habe in seiner vorherigen Funktion als Leiter des Jesuitengymnasiums Aloisiuskolleg in Bonn über Jahre die Missbrauchstaten eines Mitbruders und Freundes an Schülern geduldet, ja vertuscht.
[....] Schneider war im Februar 2010 als Rektor des Aloisiuskollegs zurückgetreten, nachdem infolge des Missbrauchsskandals Strafanzeige gegen ihn gestellt worden war. In Schneiders Zeit am Kolleg hatte es einem unabhängigen Gutachten zufolge über 30 Fälle (sexueller) Übergriffe, Grenzverletzungen und Entwürdigungen gegeben. Matthias Katsch von der Opfervereinigung "Eckiger Tisch" kritisierte hinsichtlich Schneider "Mitwisserschaft und Führungsversagen". Seit etwa anderthalb Jahren verschließe sich Schneider einem Gespräch mit Vertretern des "Eckigen Tisches": "Mit so einer Schweigemauer kann man nicht umgehen."
(taz 06.09.2011)
Pädophil, na und?
So kann man auch eine Twitter-Botschaft des Abtes von Einsiedel verstehen.
Auch pädophile Priester sind ein Geschenk Gottes. Dies twitterte der Abt Martin Werlen, Vorsteher des Klosters Einsiedeln, sinngemäss, wie die "Luzerner Zeitung" berichtet.
[...]
Rickli, die sich im Kampf gegen Pädophile engagiert hatte, fragte Abt Werlen: "Sind für Sie die pädophilen Priester auch ein Geschenk Gottes?" Die Antwort des Abtes lautete dann: "Jeder Mensch ist ein Geschenk Gottes! Durch die Weise, wie wir uns begegnen, können wir helfen, als Geschenk Gottes zu leben." In der Replik fragte die die Politikerin dann: "Das heisst, die Kirche begegnet den Pädophilen nur, statt dafür zu sorgen, dass sie verurteilt und aus dem Verkehr gezogen werden?". Abt Werlens erklärte dann: "Wir werden keinem einzigen Menschen gerecht, wenn wir sie nur in Gute und Böse einteilen."
(Kathnet 05.06.2011)
Auch der neue Papst kommt damit durch, weil er es kann.
Die Regierungen sehen es nämlich ganz ähnlich.
Lieber überhäufen sie Kirchen und Bischöfe mit Wohltaten und Milliardensummen, als den Opfern ihrer Machenschaften beizustehen.
Die Giordano-Bruno-Stiftung schreibt in ihrem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, daß sie „realistischerweise“ nicht annähmen Frau Merkel würde ihre kirchenfreundliche und Opfer-feindliche Haltung aufgeben.
Fordern Sie den Papst zu einer lückenlosen Aufklärung der von Priestern und Ordensleuten begangenen Verbrechen an Heim- und Internatskindern auf! Hierzu müssen nicht nur die Bistümer und Orden ihre Archive öffnen, auch der Vatikan, bei dem ein Großteil der kircheninternen Verfahren aufliefen, muss bereit sein, Einblick in die entsprechenden Dokumente zu geben! Überzeugen Sie den Papst davon, dass sich seine Kirche angemessen an der finanziellen Entschädigung der Opfer beteiligen muss. Sagen Sie ihm, dass es nicht hinnehmbar ist, wenn sich „kirchliche Würdenträger“ mit Berufung auf „Verjährungsfristen“ ihrer Verantwortung entziehen.
[…] Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, realistischerweise gehen wir davon aus, dass Sie keine Ambitionen haben werden, diese heiklen Punkte mit dem Papst zu besprechen. Doch wir sind sicher: Der Tag wird kommen, an dem einer ihrer Nachfolger bzw. eine ihrer Nachfolgerinnen dem obersten Repräsentanten der Katholischen Kirche mit gestärktem demokratischem Selbstbewusstsein entgegentritt. Denn in der Bevölkerung hat die Kirche ihren Kredit längst verspielt. Schon jetzt sind weniger als 30 Prozent der Deutschen (formal noch) katholisch, in wenigen Jahren werden die Katholiken eine klare Minderheit innerhalb der deutschen Bevölkerung sein.
(GBS 06.09.11)
„Realistischerweise“ ist also von den Toppvertretern aller Parteien, von denen viele sogar selbst Mitglied in den obersten Laiengremien der grundgesetzwidrigen RKK sind, nicht zu erwarten, daß sie für Opfer eintreten.
Auch die Ethik, die der Papst und der Heilige Stuhl vertreten, entspricht nicht unserer Lebenswirklichkeit und nicht den Grundsätzen unserer Verfassung, nämlich:
- Keine wirkliche Gleichheit aller Menschen vor seinem kirchlichen Gesetz.
- Keine rechtliche und soziale Gleichberechtigung von Mann und Frau.
- Diskriminierung von Geschiedenen, Wiederverheirateten und Homosexuellen.
- Widernatürliche Vorstellungen von Sexualität im säkularen und klerikalen Leben.
- Das päpstliche Kondomverbot zum Beispiel begünstigt die Verbreitung von schwersten Krankheiten und Seuchen und hat der globalen Volksgesundheit schon jetzt massiv geschadet.
- Die Zölibatspflicht widerspricht in ihrer Konsequenz unseren Guten Sitten.
- Keine individuelle Selbstbestimmung.
- Gehorsam statt Anstand und Gewissen: Ein Pfarrer, der die Mutter seines Kindes heiratet, wird entlassen und verliert seine Lebensgrundlage, aber ein Pfarrer, der Kinder missbraucht hat, wird beschützt und kann weiter Priester bleiben.
[…] Der Umgang mit den Missbrauchsfällen durch die Kirche, das gezielte Verstecken der Täter und die Einschüchterung der Opfer zeigen deutlich die Missachtung unseres Staates und unserer Gesetze. Dafür trägt der Papst die Verantwortung.
Es ist ein schlimmer Affront für die Opfer dieses verbrecherischen Handelns, aber auch für jeden rechtschaffenen Bürger, wenn der Hauptverantwortliche für dieses kriminelle Verhalten der Kirche jetzt im Deutschen Bundestag reden darf.
Wie sollen wir das unseren Kindern erklären, wenn wir sie zu Anstand und Rechtstreue erziehen wollen?
(aus dem Offenen Brief der GBS-München an die Bundestagsabgeordneten)
Lieber werfen sie deutsche Politiker den obersten Vertretern der Täter an den Hals und maßregeln die ganz wenigen Atheisten - wie Rolf Schwanitz.
ZdK-Mitglieder sind beispielsweise Philipp Rösler, Barbara Stamm, Wolfgang Thierse, Winfried Kretschmann, Ministerpräsident a.D. Dieter Althaus, Minister Bernd Busemann (NDS), Minister Georg Fahrenschon (BY), Alois Glück, Julia Klöckner, Armin Laschet, Hildegard Müller (Merkel-Intima) und Christa Nickels.
Da sich die Volksvertreter überwiegend so schändlich verhalten, bleibt in diesem Fall dem Volk nur das Mittel der Notwehr.
Sich gegen die Klerikalverbrecher wehren kann man nur effektiv, indem man - gläubig oder nicht - der ORGANISATION Katholische Kirche den Rücken kehrt.
Weniger Mitglieder bedeutet weniger Geld (aus Kirchensteuern - die anderen staatlichen Mittle fließen leider auch weiter in Milliardenhöhe) und weniger Einfluss.
Die Zeichen, die während des Pontifikats des Kinderschändungsvertuscher-Papstes Ratzinger gesetzt wurden, sind beachtlich.
Allein die Tatsache, daß das Hass-Portal Hakenkreuznet Zeter und Mordio schreit, beweist schon die Richtigkeit des massenhaften Kirchenaustritts.
87.4 Prozent der vom Pastoralkonzil befreiten deutschen Katholiken praktizieren ihren Glauben nicht. [… ] Die katholischsten Gebiete Deutschlands befinden sich in der ehemaligen DDR. Aufgrund der äußeren Umstände war die dortige Kirche über lange Jahre von der altliberalen Konzilsdekadenz, der kapitalistischen Verfettung und dem kirchliche Sexwahn bewahrt. Außerdem wurde die Kirche in der DDR von der Politik ausgeschlossen. Sie mußte darum – wohl oder übel – bei ihrem Kerngeschäft bleiben.
(Brechmittelnet 07.09.11)
Die Zahlen übernimmt das anonyme Fundamentalistenportal von der deutschen Bischofskonferenz, die tatsächlich in den „Eckdaten des Kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands 2010“ schreibt, daß nur noch 12,4% der Kirchenmitglieder regelmäßig Gottesdienste besuchen.
2010 gab es noch 24,6 Millionen Katholiken in Deutschland - also gerade mal drei Millionen Gottesdienstbesucher.
Das entspricht also 2,4% der Gesamtbevölkerung!
Es wurden 252.965 Katholiken beerdigt und 181.193 traten aus der RKK aus.
Dem standen 170.339 Zwangseintritte (vulgo „Taufe“) und 3576 Kircheneintritte (davon 3118 ehemalige Protestanten ~ 87%) gegenüber.
Kreuznets Darstellung des ach so gläubigen Osten Deutschlands ist nur halb wahr.
Tatsächlich ist dort der relative Anteil der Kirchenmitglieder, die auch regelmäßig in die Kirchen gehen hoch.
Aber die absoluten Zahlen der katholischen Kirchenmitglieder sind verschwindend.
Während westdeutsche Großdiözesen wie Köln, Münster, Freiburg oder Stuttgart jeweils über rund 2 Millionen Katholiken gebieten, herrscht in den neuen Bundesländern Diaspora.
Die von Kotz.net gelobten Diözesensind winzig.
(Deutscher Spitzenreiter ist ausgerechnet die Diözese Erfurt. Dort trat der deutsche Apostat Martin Luther im Juli 1505 bei den Augustinern ein. In dem Bistum beträgt die Zahl der praktizierenden Katholiken 21.4 Prozent. In Görlitz und Dresden-Meißen nehmen 20.7 Prozent der Katholiken am kirchlichen Leben teil - Kreuznet)
Erfurt hat 154.000 Katholiken, Görlitz ganze 29.000 und Dresden-Meißen 140.000.
Im gesamten Bistum Görlitz besuchen gerade mal 6.000 Bundesrepublikaner regelmäßig den katholischen Gottesdienst.
Ich bin mir da gewissermaßen mit Kreuznet einig - es ist eine lobenswerte Zahl.
Wenn sich in allen Diözesen die Gottesdienstbesucher auf vierstellige Zahlen runter schrauben, wäre das sehr zu begrüßen.
Dienstag, 6. September 2011
Der Sonntagssympath - Teil III
Überall steht heute über die FDP, sie habe kein Programm und keine Konzeption.
Äh, ja - und?
Seit wann interessiert sich der Wähler für Konzeptionen?
Als die FDP endgültig jede konkrete Planung, jedes Thema und jede Realität fahren ließ und zur Unzeit, also noch nach dem Megafinanzcrash von 2008 sinnentleert von Steuersenkungensteuersenkungensteuersenkungen faselte, obwohl JEDER wußte, daß man nicht Steuern senken kann, während der Staat Hunderte von Milliarden Euro in Rettungsschirme pumpt, hat sie das beste Ergebnis aller Zeiten eingefahren.
Frank-Walter Steinmeier hingegen hatte sich hingesetzt und mit dem sogenannten „Deutschlandplan“ ein ernsthaftes Regierungskonzept überlegt.
Dafür gab es dann elf Prozentpunkte MINUS.
Ich glaube nicht, daß Wähler mit Konzeptionen und Programmatik zu holen sind.
Im Gegenteil; das schreckt ab!
Angie Merkel zum Beispiel steht seit 1998 an der CDU-Parteispitze (inkl ihrer Generalsekretärinnen-Zeit) und hat jede Programmdiskussion von Anfang an abgewürgt.
Inzwischen ist die Frau sechs Jahre Kanzlerin und selbst Politprofis rätseln immer noch, für welche Konzeption die CDU-Chefin stehen könnte.
Nur zweimal hatte „Kohls Mädchen“ etwas Konkretes angedacht - die Kopfpauschale bei der Krankenversicherung und die Flattax des Prof. Kirchhof.
Beide Male ging das gewaltig in die Hose. Kostete Wählerstimmen.
Mit konkreten Absichten will der Wähler gar nicht verwirrt werden.
Die beliebtesten Politiker sind doch bisher die Guttenbergs, die nach landläufiger Meinung (ich sehe das ja anders....) gut aussehen und talkshowkompatibel einen Bogen um alle Sachfragen machen.
Von und zu Guttenberg hat nie einen Ton zu den Themen gesagt, die Unionswähler umtreiben - Atom-Aus; Libyen, Euro, Steuersenkungen ja oder nein, dreigliedriges Schulsystem, Studiengebühren, Herdprämie, PKW-Maut, Pendlerpauschale - Guttenberg schwieg eisern zu allem und erklomm damit den 80%-Zustimmungsolymp.
Was auch immer noch Rösler zu den „Brot- und Butter-Themen“ ausklamüstern wird:
Es ist egal.
Selbst wenn der Vizekanzler nun den Stein der Weisen fände - wenn Guido Westerwelle ihn anböte, würden alle Wähler ablehnen. Guido ist der "I-Gitt-Faktor", seine Partei hat "verschissen".
Politiker müssen nett sein; dann werden sie gewählt.
Auf Nebensächlichkeiten wie Konzeptionen und Ehrlichkeit achtet kein Mensch.
Gerade die Regierungschefs, die sich die krassesten Wahllügen leisteten und ihre Versprechungen ins Gegenteil verkehrten, wurden hartnäckig immer wieder gewählt.
Als Ole von Beust noch in der Opposition war, versprach er als Bürgermeisterkandidat 1000 zusätzliche Lehrer einzustellen und schrieb sich das Thema Innere Sicherheit auf die Fahne - es müsse mehr Polizei her.
Kaum war er 2001 mit Hilfe des rechtsradikal-entrückten Koksers Ronald Schill tatsächlich Bürgermeister geworden, baute er 800 Lehrerstellen ab, schloss Schulen, legte Polizeiwachen still und sah zu, wie die Kriminalität anstieg.
Die Hamburger waren entzückt und wählten ihn immer wieder.
Massiv gelogen haben auch Roland Koch („jüdische Vermächtnisse“), Franz-Joseph Strauß („Was schert mich mein dummes Geschwätz von gestern“) und Helmut Kohl („Blackout“).
Koch und Strauß wurden ebenso wie von Beust überhaupt nie abgewählt und bei Kohl dauerte es immerhin 16 Jahre, bis er in Rente geschickt wurde.
Um beim Beispiel Hamburg zu bleiben:
Luftikus Ole war dieser Typ Schwiegermuttertraum, der Wahlen gewinnt.
Daß die CDU anschließend fast 21%-Punkte und damit den höchsten je gemessenen Verlust einer Regierungspartei bei Landtagswahlen einfuhr, lag eben daran, daß sie auf einmal auf Ätztypen à la Wankum und Ahlhaus setzte, denen man noch nicht einmal glauben würde, wenn sie erklärten der Himmel sei blau oder die Sonne sei gelb.
Unter dem Motto „schlimmer geht immer“ holte sich die Elb-CDU dann aber noch den mit Abstand widerlichsten aktiven Politiker in die Fraktion, den Deutschland zu bieten hat:
Walter Scheuerl, den Anführer des Gucci-Protests, der sich erfolgreich dagegen wehrte, daß Kinder aus armen Stadtteilen die gleichen Bildungschancen wie die Millionärs-Söhnchen aus den Elbvororten bekommen.
Scheuerl, der Mann, der mit Verve gegen Tierschützer agitiert und aus Überzeugung für Tierquäler in die Bresche springt.
Scheuerl, der berüchtigte kik-Anwalt, der dem Billigkonzern bei dem Versuch half die Aufdeckung von Kinderarbeit und übelsten Ausbeutermethoden zu unterdrücken.
Wenn es mal richtig abartig wird und übelste amoralische Perversitäten zur Debatte stehen, ist Scheuerl da.
Aktuelles Beispiel: Der Wiesenhof-Skandal.
Auch wenn man schon viele abartige Tierquäler-Geschichten gesehen hat - die ARD-Reportage* "Das System Wiesenhof - Wie ein Konzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet" vom 31.08.2011 hat noch mal alles getoppt.
Dr. Walter Scheuerl schrieb - OHNE DEN BEITRAG ZU KENNEN - einen 41-seitigen geharnischten Programm-Beschwerdebrief an die ARD, mit dem er die Ausstrahlung verhindern wollte. Eins seiner Argumente: Er habe recherchiert, daß einer der Autoren auf Facebook mit einer Person „aus der Tierrechtsszene“ befreundet wäre!
Der Geflügelkonzern Wiesenhof aus Rechterfeld (Landkreis Vechta) macht wieder Schlagzeilen. Am Mittwochabend lief eine ARD-Reportage mit dem bezeichnenden Titel: "Das System Wiesenhof - Wie ein Konzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet". Wiesenhof hatte versucht, die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern, Programmbeschwerde eingelegt und eine außerordentliche Sitzung des Rundfunkrates verlangt. Der SWR sendete den Beitrag aber wie geplant.
(NDR 01.09.2011)
Die CDU zeigt sehr eindeutig wie sie sich positioniert, wenn sie ausgerechnet Scheuerl prominent als „Wahlkampfzugpferd“ auf den Listenplatz vier für die Wahl aufstellt und ihn nun medienwirksam einsetzt.
Da bedarf es keines niedergeschriebenen 50-Seiten-Programms.
Man versteht sehr gut wes Geistes Kind die CDU in Hamburg ist.
Das hat selbst der Urnenpöbel begriffen und sie um 21 Prozentpunkte abstürzen lassen.
*Hier das Wiesenhof-Video - für Leute mit starken Mägen.
Äh, ja - und?
Seit wann interessiert sich der Wähler für Konzeptionen?
Als die FDP endgültig jede konkrete Planung, jedes Thema und jede Realität fahren ließ und zur Unzeit, also noch nach dem Megafinanzcrash von 2008 sinnentleert von Steuersenkungensteuersenkungensteuersenkungen faselte, obwohl JEDER wußte, daß man nicht Steuern senken kann, während der Staat Hunderte von Milliarden Euro in Rettungsschirme pumpt, hat sie das beste Ergebnis aller Zeiten eingefahren.
Frank-Walter Steinmeier hingegen hatte sich hingesetzt und mit dem sogenannten „Deutschlandplan“ ein ernsthaftes Regierungskonzept überlegt.
Dafür gab es dann elf Prozentpunkte MINUS.
Ich glaube nicht, daß Wähler mit Konzeptionen und Programmatik zu holen sind.
Im Gegenteil; das schreckt ab!
Angie Merkel zum Beispiel steht seit 1998 an der CDU-Parteispitze (inkl ihrer Generalsekretärinnen-Zeit) und hat jede Programmdiskussion von Anfang an abgewürgt.
Inzwischen ist die Frau sechs Jahre Kanzlerin und selbst Politprofis rätseln immer noch, für welche Konzeption die CDU-Chefin stehen könnte.
Nur zweimal hatte „Kohls Mädchen“ etwas Konkretes angedacht - die Kopfpauschale bei der Krankenversicherung und die Flattax des Prof. Kirchhof.
Beide Male ging das gewaltig in die Hose. Kostete Wählerstimmen.
Mit konkreten Absichten will der Wähler gar nicht verwirrt werden.
Die beliebtesten Politiker sind doch bisher die Guttenbergs, die nach landläufiger Meinung (ich sehe das ja anders....) gut aussehen und talkshowkompatibel einen Bogen um alle Sachfragen machen.
Von und zu Guttenberg hat nie einen Ton zu den Themen gesagt, die Unionswähler umtreiben - Atom-Aus; Libyen, Euro, Steuersenkungen ja oder nein, dreigliedriges Schulsystem, Studiengebühren, Herdprämie, PKW-Maut, Pendlerpauschale - Guttenberg schwieg eisern zu allem und erklomm damit den 80%-Zustimmungsolymp.
Was auch immer noch Rösler zu den „Brot- und Butter-Themen“ ausklamüstern wird:
Es ist egal.
Selbst wenn der Vizekanzler nun den Stein der Weisen fände - wenn Guido Westerwelle ihn anböte, würden alle Wähler ablehnen. Guido ist der "I-Gitt-Faktor", seine Partei hat "verschissen".
Politiker müssen nett sein; dann werden sie gewählt.
Auf Nebensächlichkeiten wie Konzeptionen und Ehrlichkeit achtet kein Mensch.
Gerade die Regierungschefs, die sich die krassesten Wahllügen leisteten und ihre Versprechungen ins Gegenteil verkehrten, wurden hartnäckig immer wieder gewählt.
Als Ole von Beust noch in der Opposition war, versprach er als Bürgermeisterkandidat 1000 zusätzliche Lehrer einzustellen und schrieb sich das Thema Innere Sicherheit auf die Fahne - es müsse mehr Polizei her.
Kaum war er 2001 mit Hilfe des rechtsradikal-entrückten Koksers Ronald Schill tatsächlich Bürgermeister geworden, baute er 800 Lehrerstellen ab, schloss Schulen, legte Polizeiwachen still und sah zu, wie die Kriminalität anstieg.
Die Hamburger waren entzückt und wählten ihn immer wieder.
Massiv gelogen haben auch Roland Koch („jüdische Vermächtnisse“), Franz-Joseph Strauß („Was schert mich mein dummes Geschwätz von gestern“) und Helmut Kohl („Blackout“).
Koch und Strauß wurden ebenso wie von Beust überhaupt nie abgewählt und bei Kohl dauerte es immerhin 16 Jahre, bis er in Rente geschickt wurde.
Um beim Beispiel Hamburg zu bleiben:
Luftikus Ole war dieser Typ Schwiegermuttertraum, der Wahlen gewinnt.
Daß die CDU anschließend fast 21%-Punkte und damit den höchsten je gemessenen Verlust einer Regierungspartei bei Landtagswahlen einfuhr, lag eben daran, daß sie auf einmal auf Ätztypen à la Wankum und Ahlhaus setzte, denen man noch nicht einmal glauben würde, wenn sie erklärten der Himmel sei blau oder die Sonne sei gelb.
Unter dem Motto „schlimmer geht immer“ holte sich die Elb-CDU dann aber noch den mit Abstand widerlichsten aktiven Politiker in die Fraktion, den Deutschland zu bieten hat:
Walter Scheuerl, den Anführer des Gucci-Protests, der sich erfolgreich dagegen wehrte, daß Kinder aus armen Stadtteilen die gleichen Bildungschancen wie die Millionärs-Söhnchen aus den Elbvororten bekommen.
Scheuerl, der Mann, der mit Verve gegen Tierschützer agitiert und aus Überzeugung für Tierquäler in die Bresche springt.
Scheuerl, der berüchtigte kik-Anwalt, der dem Billigkonzern bei dem Versuch half die Aufdeckung von Kinderarbeit und übelsten Ausbeutermethoden zu unterdrücken.
Wenn es mal richtig abartig wird und übelste amoralische Perversitäten zur Debatte stehen, ist Scheuerl da.
Aktuelles Beispiel: Der Wiesenhof-Skandal.
Auch wenn man schon viele abartige Tierquäler-Geschichten gesehen hat - die ARD-Reportage* "Das System Wiesenhof - Wie ein Konzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet" vom 31.08.2011 hat noch mal alles getoppt.
Dr. Walter Scheuerl schrieb - OHNE DEN BEITRAG ZU KENNEN - einen 41-seitigen geharnischten Programm-Beschwerdebrief an die ARD, mit dem er die Ausstrahlung verhindern wollte. Eins seiner Argumente: Er habe recherchiert, daß einer der Autoren auf Facebook mit einer Person „aus der Tierrechtsszene“ befreundet wäre!
Der Geflügelkonzern Wiesenhof aus Rechterfeld (Landkreis Vechta) macht wieder Schlagzeilen. Am Mittwochabend lief eine ARD-Reportage mit dem bezeichnenden Titel: "Das System Wiesenhof - Wie ein Konzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet". Wiesenhof hatte versucht, die Ausstrahlung der Sendung zu verhindern, Programmbeschwerde eingelegt und eine außerordentliche Sitzung des Rundfunkrates verlangt. Der SWR sendete den Beitrag aber wie geplant.
(NDR 01.09.2011)
Die CDU zeigt sehr eindeutig wie sie sich positioniert, wenn sie ausgerechnet Scheuerl prominent als „Wahlkampfzugpferd“ auf den Listenplatz vier für die Wahl aufstellt und ihn nun medienwirksam einsetzt.
Da bedarf es keines niedergeschriebenen 50-Seiten-Programms.
Man versteht sehr gut wes Geistes Kind die CDU in Hamburg ist.
Das hat selbst der Urnenpöbel begriffen und sie um 21 Prozentpunkte abstürzen lassen.
*Hier das Wiesenhof-Video - für Leute mit starken Mägen.
Montag, 5. September 2011
Von Arschknirpsen und Verschissenen.
Erich Honecker sagte gern den bekannten Satz:
Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.
Ein einprägsamer Satz.
Gut, inhaltlich betrachtet hat er sich nicht als 100% richtig erwiesen, aber das mit dem „Lauf“ stimmt schon.
In der Politik gibt es diese „Läufe“, die sehr schwer aufzuhalten sind.
1990 hatte Helmut Kohl so einen Lauf.
Es war zwar so ziemlich alles verkehrt, was er behauptete - wir zahlen die Einheit „aus der Portokasse“, wir müssen keine Steuern erhöhen, Rückgabe vor Entschädigung, „blühende Landschaften in zwei Jahren“, Treuhand, 1:1-Umtausch, etc - aber im Vereinigungstrubel war Kohl der allgemeine Held, gegen den andere Stimmen, die zwar weiser und richtiger urteilten, keine Chance hatten.
Karl-Theodor zu Guttenberg hatte auch von 2008-2011 einen Lauf.
Obwohl er nicht politisch aktiv war, keine Meinungen vertrat und diverse Fehlleistungen produzierte, war er unfassbar beliebt. Ihm konnte keiner was.
Man stelle sich nur vor ein Scharping oder Westerwelle wäre mit Eheweib/Mann in Designerkleidchen und JB Kerner nach Afghanistan geflogen, hätte dort eine Kulisse aus Haubitzen und Hubschraubern aufbauen lassen und dort eine Sat1-PR-Show auf Steuerzahlerkosten veranstaltet.
Jeder wäre über sie hergefallen. Guttenberg hingegen wurde nur immer beliebter; es „lief“ nun einmal für ihn.
Läufe müssen aber nicht nur nach oben zeigen; sie können auch konsequent nach unten führen.
So etwas erleben derzeit Guido Westerwelle und die ganze FDP.
Sie ist erledigt.
Sie hat generell verschissen.

Wolfgang Kubicki, Fraktionschef in Schleswig-Holstein, sagte in der „Leipziger Volkszeitung“: Die Meinung der Bürger sei eben, die FDP habe „generell verschissen“. Er sieht keine Perspektiven für die Liberalen. Die FDP habe „kein Westerwelle-Problem, sondern ein Marken-Problem“, so Kubicki. Wer 14 Tage vor einer Landtagswahl eine Diskussion beginne „ohne Sinn und Verstand und damit dokumentiert, dass es vielen in der Partei nur um sich selbst geht und nicht um die gesellschaftliche Mitte, der muss sich dann nicht wundern über eine solche Blamage, bei der die FDP schwächer ist als Linke und Rechtsradikale“. Auf die Frage, für welche Position denn der neue FDP-Chef Philipp Rösler stehe, sagte Kubicki: „Auf diese Frage kann ich keine vernünftige Antwort geben.“
(HHAbla05.09.2011)

Parteichef Rösler denkt gar nicht daran die Frage zu stellen, wie es eigentlich gekommen ist, daß seine Partei von 15% Ende 2009 im Rekordtempo auf unter 5% rutschen konnte.
Diskussionen und Inhalte unerwünscht.
Es lief schon bislang nicht gut für ihn, besonders im Amt des Parteichefs. Aber nun stellt sich die Frage, ob er die FDP führen kann. Zunächst hat er es versäumt, Außenminister Guido Westerwelle aus dem Amt zu drängen, nachdem der den Erfolg der Rebellen und der Nato-Partner in Libyen peinlicherweise auch für die Sanktionspolitik der Bundesregierung reklamiert hatte. Das war am Montag der vorvergangenen Woche. Am Freitag darauf hat sich Rösler bei den Nato-Partnern bedankt, womit der Außenminister bloßgestellt war. Schließlich folgte der Satz zur außenpolitischen Linie, der Westerwelle nicht mehr einen Funken Ehre ließ. "Der Bundesaußenminister ist dieser Linie auch ebenso klar gefolgt", hat Rösler noch ergänzt. Der Außenminister steht nun da wie ein Trottel. Das Außenministerium ist gleichsam zur Unterabteilung des Wirtschaftsministeriums degradiert, und die Richtlinienkompetenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht sich durch Röslers Linienhuberei herausgefordert. Das ist die Bilanz von Röslers Versuch, Führung zu zeigen, nachdem er es versäumt hat, Führung zu zeigen - mit einem Rauswurf Westerwelles, der sich international unmöglich gemacht hatte.
(SPIEGEL 36/2011, s.29)
Auf einem anderen Niveau erlebt auch Renate Künast so einen Lauf.
Von der Spitzenposition in und Beinahe-Bürgermeisterin sackte sie auf Platz 3 durch.
Der Wahlkampf, den sie führt läuft einfach nicht. Politische Inhalte kombiniert mit unterkühlter Persönlichkeit sind nun einmal nicht gefragt in Berlin.
Vermutlich wären Künasts Energie und Ideen hilfreich für das schläfrige Berlin, in dem die Ambitionslosigkeit zur Haltung und das Achselzucken zur typischen Bewegung geworden sind.
[…] Vielleicht aber ist gerade Berlin, dieses Eden des Ausschlafens, nicht der richtige Ort für eine Rastlose wie sie.
(SPIEGEL 36/2011, s.34)
Das politische Umfeld „läuft“ nun einmal gegen Künast seit ihrer Partei schon vor Monaten der Antagonismus mit den Schwarzgelben abhanden gekommen war.
Im Juni, als das Rennen noch offen war, saß Künast teetrinkend im Café Einstein und regte sich mal wieder auf. Sie hatte gerade einen Artikel auf SPIEGEL ONLINE gelesen, in dem Angela Merkels Pläne für den Atomausstieg erläutert wurden. Künast sah die Rolle der Grünen nicht richtig gewürdigt. "Als wären wir kleine Arschknirpse, die mit der Sache nichts zu tun haben", sagte sie, und während sie sprach, hüpfte ihre Hand wie ein Känguru über den Tisch. "Dabei ist das unser Ausstieg." In Künast wohnt die ständige Unruhe, zu kurz zu kommen, die Angst, nicht ausreichend gewürdigt oder schlimmer: nicht wahrgenommen zu werden. Die ständige Angst vor der Arschknirpsigkeit. In guten Momenten wirkt sie dadurch wie eine starke Frau, in den schlechten erinnert sie an Guido Westerwelle. Ihr ständiger Kampf, nicht zu kurz zu kommen, zwingt sie allzu oft in die Ecke der Beleidigten. Und dort sieht niemand vorteilhaft aus.
(SPIEGEL 36/2011, s.33)
So wie die FDP generell „verschissen“ hat, so ist Künast auch mehrfach in den Arsch „geknirpst“.
Zur Unzeit kommen nun auch noch Wikileaks-Dokumente ans Licht, in denen Frau Künast über SchwarzGrün fabuliert.
Die US-Botschaftsdepeschen, in denen ausgerechnet Westerwelles Büroleiter brühwarm Interna aus den Koalitionsverhandlungen zwischen Merkel, Seehofer und Westerwelle an die Amis ausplauderte, aus denen man erfuhr, daß der deutsche Außenminister auch international für ein witzfigürliches Leichtgewicht gehalten wird, treffen nun die Grüne Spitzenkandidatin.
Nun hat Wikileaks ein Schreiben des US-amerikanischen Generalkonsulats in Frankfurt veröffentlicht. Es stammt vom 14. Oktober 2009 und wurde mit der Berliner Botschaft abgestimmt - denn berichtet wird auch von einem Gespräch zwischen Renate Künast und dem US-Botschafter in Berlin am 2. Oktober 2009. Die Grünen sollten sich Künasts Meinung nach nicht darauf beschränken, Teil eines linken Blocks zu sein, heißt es. Vielmehr erkenne Künast, dass die Partei auf ein schwarz-grünes Bündnis auf Bundesebene hinarbeite.
(Tagesspiegel 05.09.2011)
So ist das bei einem echten Lauf nach unten - es kommt alles zusammen und zwar zur Unzeit.
Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.
Ein einprägsamer Satz.
Gut, inhaltlich betrachtet hat er sich nicht als 100% richtig erwiesen, aber das mit dem „Lauf“ stimmt schon.
In der Politik gibt es diese „Läufe“, die sehr schwer aufzuhalten sind.
1990 hatte Helmut Kohl so einen Lauf.
Es war zwar so ziemlich alles verkehrt, was er behauptete - wir zahlen die Einheit „aus der Portokasse“, wir müssen keine Steuern erhöhen, Rückgabe vor Entschädigung, „blühende Landschaften in zwei Jahren“, Treuhand, 1:1-Umtausch, etc - aber im Vereinigungstrubel war Kohl der allgemeine Held, gegen den andere Stimmen, die zwar weiser und richtiger urteilten, keine Chance hatten.
Karl-Theodor zu Guttenberg hatte auch von 2008-2011 einen Lauf.
Obwohl er nicht politisch aktiv war, keine Meinungen vertrat und diverse Fehlleistungen produzierte, war er unfassbar beliebt. Ihm konnte keiner was.
Man stelle sich nur vor ein Scharping oder Westerwelle wäre mit Eheweib/Mann in Designerkleidchen und JB Kerner nach Afghanistan geflogen, hätte dort eine Kulisse aus Haubitzen und Hubschraubern aufbauen lassen und dort eine Sat1-PR-Show auf Steuerzahlerkosten veranstaltet.
Jeder wäre über sie hergefallen. Guttenberg hingegen wurde nur immer beliebter; es „lief“ nun einmal für ihn.
Läufe müssen aber nicht nur nach oben zeigen; sie können auch konsequent nach unten führen.
So etwas erleben derzeit Guido Westerwelle und die ganze FDP.
Sie ist erledigt.
Sie hat generell verschissen.

Wolfgang Kubicki, Fraktionschef in Schleswig-Holstein, sagte in der „Leipziger Volkszeitung“: Die Meinung der Bürger sei eben, die FDP habe „generell verschissen“. Er sieht keine Perspektiven für die Liberalen. Die FDP habe „kein Westerwelle-Problem, sondern ein Marken-Problem“, so Kubicki. Wer 14 Tage vor einer Landtagswahl eine Diskussion beginne „ohne Sinn und Verstand und damit dokumentiert, dass es vielen in der Partei nur um sich selbst geht und nicht um die gesellschaftliche Mitte, der muss sich dann nicht wundern über eine solche Blamage, bei der die FDP schwächer ist als Linke und Rechtsradikale“. Auf die Frage, für welche Position denn der neue FDP-Chef Philipp Rösler stehe, sagte Kubicki: „Auf diese Frage kann ich keine vernünftige Antwort geben.“
(HHAbla05.09.2011)
Parteichef Rösler denkt gar nicht daran die Frage zu stellen, wie es eigentlich gekommen ist, daß seine Partei von 15% Ende 2009 im Rekordtempo auf unter 5% rutschen konnte.
Diskussionen und Inhalte unerwünscht.
Es lief schon bislang nicht gut für ihn, besonders im Amt des Parteichefs. Aber nun stellt sich die Frage, ob er die FDP führen kann. Zunächst hat er es versäumt, Außenminister Guido Westerwelle aus dem Amt zu drängen, nachdem der den Erfolg der Rebellen und der Nato-Partner in Libyen peinlicherweise auch für die Sanktionspolitik der Bundesregierung reklamiert hatte. Das war am Montag der vorvergangenen Woche. Am Freitag darauf hat sich Rösler bei den Nato-Partnern bedankt, womit der Außenminister bloßgestellt war. Schließlich folgte der Satz zur außenpolitischen Linie, der Westerwelle nicht mehr einen Funken Ehre ließ. "Der Bundesaußenminister ist dieser Linie auch ebenso klar gefolgt", hat Rösler noch ergänzt. Der Außenminister steht nun da wie ein Trottel. Das Außenministerium ist gleichsam zur Unterabteilung des Wirtschaftsministeriums degradiert, und die Richtlinienkompetenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht sich durch Röslers Linienhuberei herausgefordert. Das ist die Bilanz von Röslers Versuch, Führung zu zeigen, nachdem er es versäumt hat, Führung zu zeigen - mit einem Rauswurf Westerwelles, der sich international unmöglich gemacht hatte.
(SPIEGEL 36/2011, s.29)
Auf einem anderen Niveau erlebt auch Renate Künast so einen Lauf.
Von der Spitzenposition in und Beinahe-Bürgermeisterin sackte sie auf Platz 3 durch.
Der Wahlkampf, den sie führt läuft einfach nicht. Politische Inhalte kombiniert mit unterkühlter Persönlichkeit sind nun einmal nicht gefragt in Berlin.
Vermutlich wären Künasts Energie und Ideen hilfreich für das schläfrige Berlin, in dem die Ambitionslosigkeit zur Haltung und das Achselzucken zur typischen Bewegung geworden sind.
[…] Vielleicht aber ist gerade Berlin, dieses Eden des Ausschlafens, nicht der richtige Ort für eine Rastlose wie sie.
(SPIEGEL 36/2011, s.34)
Das politische Umfeld „läuft“ nun einmal gegen Künast seit ihrer Partei schon vor Monaten der Antagonismus mit den Schwarzgelben abhanden gekommen war.
Im Juni, als das Rennen noch offen war, saß Künast teetrinkend im Café Einstein und regte sich mal wieder auf. Sie hatte gerade einen Artikel auf SPIEGEL ONLINE gelesen, in dem Angela Merkels Pläne für den Atomausstieg erläutert wurden. Künast sah die Rolle der Grünen nicht richtig gewürdigt. "Als wären wir kleine Arschknirpse, die mit der Sache nichts zu tun haben", sagte sie, und während sie sprach, hüpfte ihre Hand wie ein Känguru über den Tisch. "Dabei ist das unser Ausstieg." In Künast wohnt die ständige Unruhe, zu kurz zu kommen, die Angst, nicht ausreichend gewürdigt oder schlimmer: nicht wahrgenommen zu werden. Die ständige Angst vor der Arschknirpsigkeit. In guten Momenten wirkt sie dadurch wie eine starke Frau, in den schlechten erinnert sie an Guido Westerwelle. Ihr ständiger Kampf, nicht zu kurz zu kommen, zwingt sie allzu oft in die Ecke der Beleidigten. Und dort sieht niemand vorteilhaft aus.
(SPIEGEL 36/2011, s.33)
So wie die FDP generell „verschissen“ hat, so ist Künast auch mehrfach in den Arsch „geknirpst“.
Zur Unzeit kommen nun auch noch Wikileaks-Dokumente ans Licht, in denen Frau Künast über SchwarzGrün fabuliert.
Die US-Botschaftsdepeschen, in denen ausgerechnet Westerwelles Büroleiter brühwarm Interna aus den Koalitionsverhandlungen zwischen Merkel, Seehofer und Westerwelle an die Amis ausplauderte, aus denen man erfuhr, daß der deutsche Außenminister auch international für ein witzfigürliches Leichtgewicht gehalten wird, treffen nun die Grüne Spitzenkandidatin.
Nun hat Wikileaks ein Schreiben des US-amerikanischen Generalkonsulats in Frankfurt veröffentlicht. Es stammt vom 14. Oktober 2009 und wurde mit der Berliner Botschaft abgestimmt - denn berichtet wird auch von einem Gespräch zwischen Renate Künast und dem US-Botschafter in Berlin am 2. Oktober 2009. Die Grünen sollten sich Künasts Meinung nach nicht darauf beschränken, Teil eines linken Blocks zu sein, heißt es. Vielmehr erkenne Künast, dass die Partei auf ein schwarz-grünes Bündnis auf Bundesebene hinarbeite.
(Tagesspiegel 05.09.2011)
So ist das bei einem echten Lauf nach unten - es kommt alles zusammen und zwar zur Unzeit.
Sonntag, 4. September 2011
Kurze Bemerkungen zu MeckPomm.
Das habe ich natürlich schon gerne, wenn es ordentlich und übersichtlich zugeht - bei der Berliner Runde.
Zu Deppendorfs Rechten saßen drei Männer (Generalsekretäre von CDU, FDP und CSU), zu seiner Linken drei Frauen von SPD, Linke und Grünen.
Alle Männer hatten verloren, während alle drei Frauen gewonnen hatten.
(Ausnahme Doofbrindt aus Bayern, dessen Partei nicht zur Wahl stand.)
So soll es sein. Schön, daß auch die NPD gegenüber 2006 verloren hat, wenn sie auch unglücklicherweise knapp über 5% blieb.
So ähnlich war der Wahlausgang auch von allen Umfragen vorausgesehen worden - allerdings hatte man Schwarz/gelb sogar noch überschätzt. Statt den prognostizierten 28-30% kam die CDU im Heimatland der CDU-Bundesvorsitzenden nur auf armselige 23% und die FDP kratzte auch nicht wie erwartet an der 5%-Hürde rum, sondern landete bei verdienten 2, irgendwas %.
Am 13. Mai 2011 war Philipp Rösler mit 95% zum neuen Bundesvorsitzenden seiner Partei gewählt worden.
Die FDP müsse sich endlich wieder den "Brot- und Butterthemen" zuwenden, hatte Rösler bei der Übernahme der FDP-Spitze gefordert.
(Stern 27.07.2011)
Ab heute werde er liefern verkündete er damals.
Der Lieferservice Rösler scheint nach den 2,4% für die FDP bei der Landtagswahl am 22. Mai in Bremen schon wieder seinen Betrieb eingestellt zu haben.
Bei der letzten Landtagswahl des Jahres in zwei Wochen in Berlin, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eine Zwei vorm FDP-Komma stehen.
Der FDP-Chef tat auch heute das, wofür er bisher berühmt geworden ist - nämlich gar nichts.
So wie er schon im Mai zu schwach war Westerwelle aus dem Außenamt zu drängen, so wie er sich die letzten beiden Wochen durch die neue Westerwelle-Krise lavierte, ohne den Mumm aufzubringen seinen Vorgänger vom Hof zu jagen, trat er auch heute gar nicht erst in Erscheinung.
No Rösler at all.
Für die liberalen Loser laberte lediglich Lindi.
Der frisch verheiratete Generalsekretär zeigte stolz überall seinen Ehering in die Kameras - aber daß er offensichtlich doch nicht schwul ist, erweist sich auch nicht als große Hilfe für seine mit dem Tode ringende Partei.
Als rhetorisches Schmankerl plagiierte er heute einen Satz Brüderles, den er ungeniert und unvariert unablässig vor jeder Kamera aufsagte:
Die FDP werde sich jetzt auf die „Brot- und Butter-Themen konzentrieren“ - gemeint sind Eurostabilität, Wirtschaft und Arbeitsplätze.
Aha.
Also mal ganz was Neues.
Nach den Landtagswahl-Desastern von Mainz und Stuttgart Ende März 2011 klang das so:
Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle kritisierte das Erscheinungsbild seiner Partei, ohne Westerwelle namentlich zu nennen. Die Partei müsse sich auf das besinnen, was sie bei der vergangenen Bundestagswahl so stark gemacht habe. "Wir brauchen einen klaren Kurs. Gefragt sind unsere Brot-und-Butter-Themen: Soziale Marktwirtschaft, Bildung, Bürgerrechte und Steuergerechtigkeit", sagte Brüderle der "Bild"-Zeitung.
(Spon 31.03.2011)
Als Schwarzgelb im Bund dann auf insgesamt nur noch 33% sank, hieß es im April 2011:
Brüderle riet seiner Partei, sich auf urliberale Themen zu konzentrieren, um die Krise zu überwinden. "Wir müssen uns auf unsere Brot- und Butter-Themen besinnen - Soziale Marktwirtschaft, Bildung, Bürgerrechte, Steuergerechtigkeit", wiederholte er.
(Ntv.de)
Vor einigen Tagen dann noch nie Gehörtes:
Auf der Fraktionsklausur in Bergisch Gladbach befassten sich die Liberalen laut Parteichef Rainer Brüderle drei Tage lang mit „Brot- und Butterthemen.“.
Drei Tage lang habe sich die FDP mit „Brot- und Butterthemen“ befasst und den Kurs für die zweite Hälfte der Legislaturperiode abgesteckt. Dazu gehöre die weitere steuerliche Entlastung der Bürger genauso wie ein klarer Kurs bei der Euro-Rettung.
(Focus 01.09.2011)
In Schwerin senkten die Wähler zu einem derartigen Geschwurbel lieber gleich die Daumen.
Das Portal „liberale.de“ hatte nach dem 2%-Tal-Ergebnis spannende Formulierungen zu bieten:
"Wir haben uns keine Illusionen gemacht." Die Enttäuschung sei trotzdem groß. Lindner kündigte an, dass die FDP sich nun mit "Disziplin und Geschlossenheit und den Brot-und Butterthemen der Liberalen wieder das Vertrauen der Bürger erarbeiten" werde.
(04.09.2011)
In dem letzten halben Jahr haben wir also eine bemerkenswert eindimensionale FDP-Sprachregelung erfahren.
Brot und Butter sollen scheinbar irgendwie volksnah rüberkommen.
Reden alleine reicht aber offenbar doch nicht für eine Partei, die den Außen - und Wirtschaftsminister stellt, aber rein gar nichts damit anzufangen weiß.
Dabei ist jetzt genau die Zeit, in der die Themen besonders wichtig sind - die internationale Eurokrise nämlich erfordert außenpolitisch koordinierte Wirtschaftspolitik.
Das sind allerdings unglücklicherweise Themen, bei den die liberalen Lutscher im höchsten Maße inkompetent sind.
Der FDP ist in den letzten Jahren oft vorgehalten worden, sie sei zur Ein-Thema-Partei verkommen, die nur noch in der Steuerpolitik über Kompetenz verfüge.
Dieser Vorwurf ist falsch - denn die Liberalen verfügen in der Steuerpolitik über gar keine Kompetenz mehr. Das hat diese Woche gezeigt, in der die FDP die Einführung einer Finanztransaktionsteuer in den 17 Euro-Ländern vorerst zum Scheitern brachte, Steuersenkungen für Besserverdiener (Solidaritätszuschlag) ankündigte und die Bereitschaft begüterter Unternehmer, Musiker und Schauspieler, mehr Steuern zu zahlen, ins Lächerliche zog. Wer so eindimensional tickt und Steuererhöhungen unabhängig von der Frage, ob sie sinnvoll wären oder nicht, zum Tabu erklärt, ist als Gesprächspartner nicht mehr ernst zu nehmen.
(Claus Hulverscheidt SZ 03.09.2011)
Die Liberalen sind erledigt und abgesehen davon, daß Kommentatoren von F.A.Z. bis taz mit Genuß und Verve auf Westerwelle eindreschen, ist das einzig Bemerkenswerte an dem selbst verschuldeten Untergang einer der klassischen westdeutschen Nachkriegsparteien nur der Umstand, daß keiner ein Wort des Bedauerns findet.
Nach 60 Jahren FDP in Deutschland wird sie ohne Trauerfeier und ohne Kondolenzbuch auf der Müllhalde der Geschichten landen.
Keine Träne wird fließen, keiner wird sie vermissen.
Sie hat nur noch den politischen Stellenwert eines Furunkels am Arsch oder einer Warze an der Nase - wenn die endlich weg sind, will man auch nicht mehr daran zurückdenken jemals unter so etwas gelitten zu haben.
Zu Deppendorfs Rechten saßen drei Männer (Generalsekretäre von CDU, FDP und CSU), zu seiner Linken drei Frauen von SPD, Linke und Grünen.
Alle Männer hatten verloren, während alle drei Frauen gewonnen hatten.
(Ausnahme Doofbrindt aus Bayern, dessen Partei nicht zur Wahl stand.)
So soll es sein. Schön, daß auch die NPD gegenüber 2006 verloren hat, wenn sie auch unglücklicherweise knapp über 5% blieb.
So ähnlich war der Wahlausgang auch von allen Umfragen vorausgesehen worden - allerdings hatte man Schwarz/gelb sogar noch überschätzt. Statt den prognostizierten 28-30% kam die CDU im Heimatland der CDU-Bundesvorsitzenden nur auf armselige 23% und die FDP kratzte auch nicht wie erwartet an der 5%-Hürde rum, sondern landete bei verdienten 2, irgendwas %.
Am 13. Mai 2011 war Philipp Rösler mit 95% zum neuen Bundesvorsitzenden seiner Partei gewählt worden.
Die FDP müsse sich endlich wieder den "Brot- und Butterthemen" zuwenden, hatte Rösler bei der Übernahme der FDP-Spitze gefordert.
(Stern 27.07.2011)
Ab heute werde er liefern verkündete er damals.
Der Lieferservice Rösler scheint nach den 2,4% für die FDP bei der Landtagswahl am 22. Mai in Bremen schon wieder seinen Betrieb eingestellt zu haben.
Bei der letzten Landtagswahl des Jahres in zwei Wochen in Berlin, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder eine Zwei vorm FDP-Komma stehen.
Der FDP-Chef tat auch heute das, wofür er bisher berühmt geworden ist - nämlich gar nichts.
So wie er schon im Mai zu schwach war Westerwelle aus dem Außenamt zu drängen, so wie er sich die letzten beiden Wochen durch die neue Westerwelle-Krise lavierte, ohne den Mumm aufzubringen seinen Vorgänger vom Hof zu jagen, trat er auch heute gar nicht erst in Erscheinung.
No Rösler at all.
Für die liberalen Loser laberte lediglich Lindi.
Der frisch verheiratete Generalsekretär zeigte stolz überall seinen Ehering in die Kameras - aber daß er offensichtlich doch nicht schwul ist, erweist sich auch nicht als große Hilfe für seine mit dem Tode ringende Partei.
Als rhetorisches Schmankerl plagiierte er heute einen Satz Brüderles, den er ungeniert und unvariert unablässig vor jeder Kamera aufsagte:
Die FDP werde sich jetzt auf die „Brot- und Butter-Themen konzentrieren“ - gemeint sind Eurostabilität, Wirtschaft und Arbeitsplätze.
Aha.
Also mal ganz was Neues.
Nach den Landtagswahl-Desastern von Mainz und Stuttgart Ende März 2011 klang das so:
Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle kritisierte das Erscheinungsbild seiner Partei, ohne Westerwelle namentlich zu nennen. Die Partei müsse sich auf das besinnen, was sie bei der vergangenen Bundestagswahl so stark gemacht habe. "Wir brauchen einen klaren Kurs. Gefragt sind unsere Brot-und-Butter-Themen: Soziale Marktwirtschaft, Bildung, Bürgerrechte und Steuergerechtigkeit", sagte Brüderle der "Bild"-Zeitung.
(Spon 31.03.2011)
Als Schwarzgelb im Bund dann auf insgesamt nur noch 33% sank, hieß es im April 2011:
Brüderle riet seiner Partei, sich auf urliberale Themen zu konzentrieren, um die Krise zu überwinden. "Wir müssen uns auf unsere Brot- und Butter-Themen besinnen - Soziale Marktwirtschaft, Bildung, Bürgerrechte, Steuergerechtigkeit", wiederholte er.
(Ntv.de)
Vor einigen Tagen dann noch nie Gehörtes:
Auf der Fraktionsklausur in Bergisch Gladbach befassten sich die Liberalen laut Parteichef Rainer Brüderle drei Tage lang mit „Brot- und Butterthemen.“.
Drei Tage lang habe sich die FDP mit „Brot- und Butterthemen“ befasst und den Kurs für die zweite Hälfte der Legislaturperiode abgesteckt. Dazu gehöre die weitere steuerliche Entlastung der Bürger genauso wie ein klarer Kurs bei der Euro-Rettung.
(Focus 01.09.2011)
In Schwerin senkten die Wähler zu einem derartigen Geschwurbel lieber gleich die Daumen.
Das Portal „liberale.de“ hatte nach dem 2%-Tal-Ergebnis spannende Formulierungen zu bieten:
"Wir haben uns keine Illusionen gemacht." Die Enttäuschung sei trotzdem groß. Lindner kündigte an, dass die FDP sich nun mit "Disziplin und Geschlossenheit und den Brot-und Butterthemen der Liberalen wieder das Vertrauen der Bürger erarbeiten" werde.
(04.09.2011)
In dem letzten halben Jahr haben wir also eine bemerkenswert eindimensionale FDP-Sprachregelung erfahren.
Brot und Butter sollen scheinbar irgendwie volksnah rüberkommen.
Reden alleine reicht aber offenbar doch nicht für eine Partei, die den Außen - und Wirtschaftsminister stellt, aber rein gar nichts damit anzufangen weiß.
Dabei ist jetzt genau die Zeit, in der die Themen besonders wichtig sind - die internationale Eurokrise nämlich erfordert außenpolitisch koordinierte Wirtschaftspolitik.
Das sind allerdings unglücklicherweise Themen, bei den die liberalen Lutscher im höchsten Maße inkompetent sind.
Der FDP ist in den letzten Jahren oft vorgehalten worden, sie sei zur Ein-Thema-Partei verkommen, die nur noch in der Steuerpolitik über Kompetenz verfüge.
Dieser Vorwurf ist falsch - denn die Liberalen verfügen in der Steuerpolitik über gar keine Kompetenz mehr. Das hat diese Woche gezeigt, in der die FDP die Einführung einer Finanztransaktionsteuer in den 17 Euro-Ländern vorerst zum Scheitern brachte, Steuersenkungen für Besserverdiener (Solidaritätszuschlag) ankündigte und die Bereitschaft begüterter Unternehmer, Musiker und Schauspieler, mehr Steuern zu zahlen, ins Lächerliche zog. Wer so eindimensional tickt und Steuererhöhungen unabhängig von der Frage, ob sie sinnvoll wären oder nicht, zum Tabu erklärt, ist als Gesprächspartner nicht mehr ernst zu nehmen.
(Claus Hulverscheidt SZ 03.09.2011)
Die Liberalen sind erledigt und abgesehen davon, daß Kommentatoren von F.A.Z. bis taz mit Genuß und Verve auf Westerwelle eindreschen, ist das einzig Bemerkenswerte an dem selbst verschuldeten Untergang einer der klassischen westdeutschen Nachkriegsparteien nur der Umstand, daß keiner ein Wort des Bedauerns findet.
Nach 60 Jahren FDP in Deutschland wird sie ohne Trauerfeier und ohne Kondolenzbuch auf der Müllhalde der Geschichten landen.
Keine Träne wird fließen, keiner wird sie vermissen.
Sie hat nur noch den politischen Stellenwert eines Furunkels am Arsch oder einer Warze an der Nase - wenn die endlich weg sind, will man auch nicht mehr daran zurückdenken jemals unter so etwas gelitten zu haben.
Samstag, 3. September 2011
Widerlinge
Wirft man die Begriffe „Kinderficken“, „Raffgier“, „Faschismus“ und „Kirche“ in einen Topf, rührt kräftig um bis es eine einheitlich braune Masse ergibt, bekommt man die Legionäre Christi; LC, die römisch-katholische Kongregation päpstlichen Rechts.
Sie sind ultra-extrem-fundamentalistisch konservative Fanatiker, die 100% papsttreu agieren.
Obwohl ich schon oft damit eine Bauchlandung gemacht habe, sind die katholischen Legionäre ein Verein, bei dem ich die Worte „schlimmer geht’s nimmer“ benutzen möchte. Asoziale homophobe, misogyne, antisemitische Nazis, die paramilitärisch organisiert „Knaben schänden“.
Bevor ich in den Fängen der Sekte der Widerwärtigen lande, möchte ich lieber 24 Stunden pro Tag meine Finger in der Autotür klemmen, während ich von Helmut Kohl vergewaltigt werde und dazu ein Konzert von Fingernagelkratzen auf einer Wandtafel anhöre.
Ratzi hingegen, der alte Mann im Kleid, findet die LC toll.
Kinderfickende Nazis ersetzten auf Geheiß Woytilas und Ratzingers die verhassten südamerikanischen „Befreiungstheologen“, die sich für die Armen einsetzen und den faschistischen Mörder-Diktatoren kritisch gegenüberstanden.
Nachdem das Gespann Woitlya/Ratzinger in Lateinamerika durch den Kampf gegen die Kirche der Armen und die Befreiungstheologie (Ratzingers Angst vor der Kirche der Armen) den Boden für ein explosives Wachstum der Neuevangelikalen bereitet hatte, sollten die Legionäre Christi das Terrain zurückerobern. Diese Ordensmiliz, die man in Lateinamerika ob ihres immensen Reichtums "Millionäre Christi" nennt und der man gewiss keine besondere Liebe zum II. Vatikanum nachsagen kann, wurde unter Johannes Paul II. auf jegliche erdenkliche Weise gefördert und setzt unter Benedikt XVI. ihre Eroberungen in der römischen Zentrale erfolgreich fort.
Der Mexikaner Marcial Maciel, Gründer dieser Vorhut des neuen rückwärts gewandten Katholizismus, war ein gewissenloser bisexueller Priester, der sich ausgiebig als Kinderschänder betätigt hat. Auch an dieser Stelle kommt die Pädosexualität keineswegs aus der konzilstreuen Ecke.
(Peter Bürger 02.04.2010)
Ratzinger, den man sicherlich als notorischen Lügner bezeichnen darf, steht bis heute an der Seite der Täter und behauptet gar nicht gewußt zu haben, was bei Maciel so getrieben wurde.
Tatsächlich aber hatten zehn Opfer, die von Marcial Maciel in den 50er-Jahren im römischen Seminar missbraucht worden waren, den Vatikan schon vor 30 Jahren verständigt. Seit 1983 war auch Papst Johannes Paul II. über die Missbräuche informiert. Doch er schätzte den Ordensgründer und lobte noch 1994 öffentlich dessen «effiziente Führung für die Jugend». 1997 sagte die Gruppe der zehn Opfer vor den Medien, Maciel habe Hunderte Knaben missbraucht.
Ein Jahr später erhob die Gruppe Anklage gegen Maciel bei der Glaubenskongregation, die unter Kardinal Ratzinger für alle schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der Kirche zuständig war. Ratzinger aber war nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören und gegen Maciel etwas zu unternehmen. Worauf sich die Gruppe 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte.
(Tagesanzeiger 02.05.2010)
Der Priester Maciel Marcial Degollado, (1920–2008), Gründer des einflussreichen Ordens "Legionäre Christi" und Multimillionär war der erklärte Liebling des Papstes Johannes-Paul II.
Da er sagenhafte Summen in die Kasse der RKK spülte, drückte der Wächter der Glaubenslehre Ratzinger alle Augen zu.
Maciel Marcial Degollado hatte mindestens fünf Kinder von zwei Frauen und vergewaltigte darüber hinaus mehrere Dutzend (bis zu 100) Jungs.
Die Vorgehensweise war laut STERN immer gleich:
Vater Maciel rief die ca 12-Jährigen Jungs zu sich, klagte über „schmerzhaften Samenstau in den Hoden“, müsse sich zur Abhilfe masturbieren lassen und dabei auch Kinder penetrieren.
Er erklärte dazu, er habe eine persönliche Erlaubnis von Papst Pius XII „die Schmerzen im uro-genitalen Bereich“ derart zu behandeln.
Hochwürden Samenstau bevorzugte dabei blonde und hellhäutige kleine Jungs, die ihm seine „Legionäre“ weltweit suchten und zuführten.
Seit 1976 wurden Berichte über diese Kindesvergewaltigungen nach Rom geschickt.
Man hielt dort immer die schützende Hand über Maciel. JP-II ("Maciel ist ein vorbildlicher Priester") würdigte ihn 2004 mit einem Empfang im Petersdom, Ratzinger stellte die Untersuchungen gegen ihn bereits 1999 ein.
Der Oberlegionär, der Keuschheit geschworen hatte und die Lehre von der Enthaltsamkeit mit militärischer Gründlichkeit in der Welt zu verbreiten trachtete, poppte selbst so ziemlich alles, das einen Puls hatte.
Seit den 1960er Jahren bestanden Vorwürfe gegenüber P. Maciel, drogenabhängig zu sein und Seminaristen sexuell missbraucht zu haben. Opfer waren offensichtlich auch minderjährige Jungen der Apostolischen Schulen (Knabenseminare). Die Vorwürfe bestätigten sich nach und nach. Die Kongregation für die Glaubenslehre verzichtete im Jahr 2006 aufgrund seines hohen Alters auf ein Verfahren und bat den Pater, ein zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße ohne jeglichen öffentlichen pastoralen Dienst zu führen. P. Maciel starb am 30. Januar 2008. Nach seinem Tod wurde bekannt, dass er – obwohl er öffentlich für den Zölibat eintrat – Kinder in Spanien, Mexiko und der Schweiz gezeugt hatte.
Im Rahmen der Apostolischen Visitation wurde bekannt, dass er mindestens zwei weitere Kinder mit einer weiteren Frau hatte. Laut einer Meldung von kath.net wurde Maciel vorgeworfen, „Seminaristen missbraucht“ und „ihnen die Absolution für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen erteilt“ zu haben. Der sexuelle Missbrauch von Jungen in den ordenseigenen Häusern wurde inzwischen auch von den Legionären bestätigt.
(Wiki)
Papst und Kardinäle drücken stets alle Augen zu und hielten ihre schützenden Hände über die LC.
Der Bruch des Zölibatsgelübdes wurde auch von Kardinal Francisco Javier Errázuriz Ossa, Santiago de Chile, eher heruntergespielt und als Ausdruck „von zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten“ interpretiert. Maciel sei „ein armer (natürlich nicht im materiellen Sinne, der Autor!) Mensch gewesen“. Brisant wird die Bedeutung der Visitation durch weitere Dokumente, denen zufolge es innerhalb des Ordens und im Regnum Christi weiterhin ein „Netzwerk von Pädophilen“ geben soll.
[…] Die Zeugnisse der Ex – Legionäre waren seit [1997] in der gesamten Spanisch sprechenden Welt sowie in den USA oder in Irland bekannt. In den USA wurde eine eigene DVD (»Vows of Silence«) zu dem Thema produziert, außerdem gibt es eigene Foren und Internetauftritte der Opfer wie www.exlc.org oder www.exlcesp.com.
Selbstverständlich wusste auch der Vatikan davon! Die Akten wurden schließlich von den römischen Behörden gelesen. Formal wurde eine Verteidigerin der Kläger ernannt, die Kirchenrechtlerin Martha Wegan. Aber von päpstlicher Seite wurde nichts gegen den Generaldirektor unternommen.
(Christian Modehn 13.12.2009)
Der Fisch stinkt aber nicht nur vom Kopfe her - Ausbilder Pater Maciel hat ganze Arbeit geleistet. Die knapp 2000 Ordensmitglieder (darunter knapp 800 Priester) und 70.000 Laien vergewaltigen und quälen ebenfalls gerne heranwachsende Jungs.
Sexueller Missbrauch an minderjährigen Jungen durch LC-Geistliche ist inzwischen in Chile, Italien, Spanien, den USA und Deutschland (Erzbistum Freiburg) bekannt geworden.
Während Ratzingers Amtszeit als oberster Vatikan-Inquisitor überschüttete man den Ordenschef Maciel mit Ehrungen. Die vielen vergewaltigten und gequälten Kinder sind dem jetzigen Papst offenbar zumindest minderwichtig gewesen. Kein Wunder, denn die LC sind steinreich. Und Geld hat Ratzingers Organisation („Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“) am liebsten.
Tatsache ist, dass der Orden mit seinen 800 Priestern weltweit über äußerst erhebliche Geldmittel verfügt. José Barba, als ehemaliger Legionär ein Insider, schätzt den Jahreshaushalt des Ordens auf mehr als 500 Millionen Euros, praktisch das Dreifache das Haushalts des Vatikans. Das gesamte Vermögen des Ordens beziffert es auf mehr als 20 Milliarden Euro, aber dies seien Schätzungen, weil ja auch über das Vermögen dieses Ordens, Geheimhaltung besteht.(14) Dieser unermessliche Reichtum ist Resultat einer langjährigen Verbundenheit mit den ökonomischen „Eliten“ in Mexiko, Spanien, Chile usw. Es ist bekannt, das der mexikanische Multimillionär Carlos Slim, einer der reichsten Männer der Welt, ein alter Freund der Legionäre ist.
(Christian Modehn 13.12.2009)
Passend zum Papstbesuch in Deutschland, breiten sich die bisher im Erzbistum Köln aktiven Christuslegionäre (Kardinal Meisner ist ihr größter Förderer in Deutschland) weiter aus.
Sie werden sich im bayerischen Neuötting (Bistum Passau) ansiedeln.
"Wir hätten auf die verzichten können", heißt es da bis hinauf in die Bistumsleitung. Was man von den Legionären Christi wisse, "hat uns nicht in allen Punkten gefallen".
Die Legionäre sind nicht nur erzkonservativ und in einer Reihe zu nennen mit Opus Dei und den Piusbrüdern. […]
Mit militärischem Eifer - passend zum Namen - täten diese Leute ihren Dienst an Gott, sagt ein katholischer Geistlicher aus Passau. Eine Haltung, die so gar nicht zum heutigen Verständnis von Kirche passe. "Wenn die anfangen sollten zu missionieren, dann wird es problematisch", heißt es in der Diözese.
[…]
Erwin Albrecht, der bis 1993 Stadtseelsorger in Ingolstadt war, berichtete, wie Jugendliche, die mit den Legionären in Kontakt standen "mehr und mehr fanatisch geworden" seien.
Nachzeichnen kann man auch die für Ordensleute ungewöhnlichen Kontakte zu Prominenten und ein ebenfalls ungewöhnliches Streben des Ordens nach Einfluss und vor allem Geld.
[…]
Wieso tut man sich so eine belastete Gruppe an im Bistum Passau? Weil man ihnen eine Chance geben sollte und vielleicht auch viel Gutes in der Gruppe stecke, sagt ein Passauer Geistlicher, der ihnen nicht allzu wohl gesonnen ist. Hat der Umzug vielleicht damit zu tun, dass Bischof Wilhelm Schraml als konservativ gilt?
Soll sein Bistum zu so etwas wie einer reaktionären Zelle werden, wie manche verschwörerisch tuscheln?
(Franziska Brüning und Max Hägler 02.09.2011)
Sie sind ultra-extrem-fundamentalistisch konservative Fanatiker, die 100% papsttreu agieren.
Obwohl ich schon oft damit eine Bauchlandung gemacht habe, sind die katholischen Legionäre ein Verein, bei dem ich die Worte „schlimmer geht’s nimmer“ benutzen möchte. Asoziale homophobe, misogyne, antisemitische Nazis, die paramilitärisch organisiert „Knaben schänden“.
Bevor ich in den Fängen der Sekte der Widerwärtigen lande, möchte ich lieber 24 Stunden pro Tag meine Finger in der Autotür klemmen, während ich von Helmut Kohl vergewaltigt werde und dazu ein Konzert von Fingernagelkratzen auf einer Wandtafel anhöre.
Ratzi hingegen, der alte Mann im Kleid, findet die LC toll.
Kinderfickende Nazis ersetzten auf Geheiß Woytilas und Ratzingers die verhassten südamerikanischen „Befreiungstheologen“, die sich für die Armen einsetzen und den faschistischen Mörder-Diktatoren kritisch gegenüberstanden.
Nachdem das Gespann Woitlya/Ratzinger in Lateinamerika durch den Kampf gegen die Kirche der Armen und die Befreiungstheologie (Ratzingers Angst vor der Kirche der Armen) den Boden für ein explosives Wachstum der Neuevangelikalen bereitet hatte, sollten die Legionäre Christi das Terrain zurückerobern. Diese Ordensmiliz, die man in Lateinamerika ob ihres immensen Reichtums "Millionäre Christi" nennt und der man gewiss keine besondere Liebe zum II. Vatikanum nachsagen kann, wurde unter Johannes Paul II. auf jegliche erdenkliche Weise gefördert und setzt unter Benedikt XVI. ihre Eroberungen in der römischen Zentrale erfolgreich fort.
Der Mexikaner Marcial Maciel, Gründer dieser Vorhut des neuen rückwärts gewandten Katholizismus, war ein gewissenloser bisexueller Priester, der sich ausgiebig als Kinderschänder betätigt hat. Auch an dieser Stelle kommt die Pädosexualität keineswegs aus der konzilstreuen Ecke.
(Peter Bürger 02.04.2010)
Ratzinger, den man sicherlich als notorischen Lügner bezeichnen darf, steht bis heute an der Seite der Täter und behauptet gar nicht gewußt zu haben, was bei Maciel so getrieben wurde.
Tatsächlich aber hatten zehn Opfer, die von Marcial Maciel in den 50er-Jahren im römischen Seminar missbraucht worden waren, den Vatikan schon vor 30 Jahren verständigt. Seit 1983 war auch Papst Johannes Paul II. über die Missbräuche informiert. Doch er schätzte den Ordensgründer und lobte noch 1994 öffentlich dessen «effiziente Führung für die Jugend». 1997 sagte die Gruppe der zehn Opfer vor den Medien, Maciel habe Hunderte Knaben missbraucht.
Ein Jahr später erhob die Gruppe Anklage gegen Maciel bei der Glaubenskongregation, die unter Kardinal Ratzinger für alle schwerwiegenden Missbrauchsfälle in der Kirche zuständig war. Ratzinger aber war nie bereit, die Gruppe der Opfer anzuhören und gegen Maciel etwas zu unternehmen. Worauf sich die Gruppe 2002 bei der UNO Gehör verschaffte und im Genfer Palais des Nations die Medien über die Untätigkeit der Glaubenskongregation informierte.
(Tagesanzeiger 02.05.2010)
Der Priester Maciel Marcial Degollado, (1920–2008), Gründer des einflussreichen Ordens "Legionäre Christi" und Multimillionär war der erklärte Liebling des Papstes Johannes-Paul II.
Da er sagenhafte Summen in die Kasse der RKK spülte, drückte der Wächter der Glaubenslehre Ratzinger alle Augen zu.
Maciel Marcial Degollado hatte mindestens fünf Kinder von zwei Frauen und vergewaltigte darüber hinaus mehrere Dutzend (bis zu 100) Jungs.
Die Vorgehensweise war laut STERN immer gleich:
Vater Maciel rief die ca 12-Jährigen Jungs zu sich, klagte über „schmerzhaften Samenstau in den Hoden“, müsse sich zur Abhilfe masturbieren lassen und dabei auch Kinder penetrieren.
Er erklärte dazu, er habe eine persönliche Erlaubnis von Papst Pius XII „die Schmerzen im uro-genitalen Bereich“ derart zu behandeln.
Hochwürden Samenstau bevorzugte dabei blonde und hellhäutige kleine Jungs, die ihm seine „Legionäre“ weltweit suchten und zuführten.
Seit 1976 wurden Berichte über diese Kindesvergewaltigungen nach Rom geschickt.
Man hielt dort immer die schützende Hand über Maciel. JP-II ("Maciel ist ein vorbildlicher Priester") würdigte ihn 2004 mit einem Empfang im Petersdom, Ratzinger stellte die Untersuchungen gegen ihn bereits 1999 ein.
Der Oberlegionär, der Keuschheit geschworen hatte und die Lehre von der Enthaltsamkeit mit militärischer Gründlichkeit in der Welt zu verbreiten trachtete, poppte selbst so ziemlich alles, das einen Puls hatte.
Seit den 1960er Jahren bestanden Vorwürfe gegenüber P. Maciel, drogenabhängig zu sein und Seminaristen sexuell missbraucht zu haben. Opfer waren offensichtlich auch minderjährige Jungen der Apostolischen Schulen (Knabenseminare). Die Vorwürfe bestätigten sich nach und nach. Die Kongregation für die Glaubenslehre verzichtete im Jahr 2006 aufgrund seines hohen Alters auf ein Verfahren und bat den Pater, ein zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße ohne jeglichen öffentlichen pastoralen Dienst zu führen. P. Maciel starb am 30. Januar 2008. Nach seinem Tod wurde bekannt, dass er – obwohl er öffentlich für den Zölibat eintrat – Kinder in Spanien, Mexiko und der Schweiz gezeugt hatte.
Im Rahmen der Apostolischen Visitation wurde bekannt, dass er mindestens zwei weitere Kinder mit einer weiteren Frau hatte. Laut einer Meldung von kath.net wurde Maciel vorgeworfen, „Seminaristen missbraucht“ und „ihnen die Absolution für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen erteilt“ zu haben. Der sexuelle Missbrauch von Jungen in den ordenseigenen Häusern wurde inzwischen auch von den Legionären bestätigt.
(Wiki)
Papst und Kardinäle drücken stets alle Augen zu und hielten ihre schützenden Hände über die LC.
Der Bruch des Zölibatsgelübdes wurde auch von Kardinal Francisco Javier Errázuriz Ossa, Santiago de Chile, eher heruntergespielt und als Ausdruck „von zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten“ interpretiert. Maciel sei „ein armer (natürlich nicht im materiellen Sinne, der Autor!) Mensch gewesen“. Brisant wird die Bedeutung der Visitation durch weitere Dokumente, denen zufolge es innerhalb des Ordens und im Regnum Christi weiterhin ein „Netzwerk von Pädophilen“ geben soll.
[…] Die Zeugnisse der Ex – Legionäre waren seit [1997] in der gesamten Spanisch sprechenden Welt sowie in den USA oder in Irland bekannt. In den USA wurde eine eigene DVD (»Vows of Silence«) zu dem Thema produziert, außerdem gibt es eigene Foren und Internetauftritte der Opfer wie www.exlc.org oder www.exlcesp.com.
Selbstverständlich wusste auch der Vatikan davon! Die Akten wurden schließlich von den römischen Behörden gelesen. Formal wurde eine Verteidigerin der Kläger ernannt, die Kirchenrechtlerin Martha Wegan. Aber von päpstlicher Seite wurde nichts gegen den Generaldirektor unternommen.
(Christian Modehn 13.12.2009)
Der Fisch stinkt aber nicht nur vom Kopfe her - Ausbilder Pater Maciel hat ganze Arbeit geleistet. Die knapp 2000 Ordensmitglieder (darunter knapp 800 Priester) und 70.000 Laien vergewaltigen und quälen ebenfalls gerne heranwachsende Jungs.
Sexueller Missbrauch an minderjährigen Jungen durch LC-Geistliche ist inzwischen in Chile, Italien, Spanien, den USA und Deutschland (Erzbistum Freiburg) bekannt geworden.
Während Ratzingers Amtszeit als oberster Vatikan-Inquisitor überschüttete man den Ordenschef Maciel mit Ehrungen. Die vielen vergewaltigten und gequälten Kinder sind dem jetzigen Papst offenbar zumindest minderwichtig gewesen. Kein Wunder, denn die LC sind steinreich. Und Geld hat Ratzingers Organisation („Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“) am liebsten.
Tatsache ist, dass der Orden mit seinen 800 Priestern weltweit über äußerst erhebliche Geldmittel verfügt. José Barba, als ehemaliger Legionär ein Insider, schätzt den Jahreshaushalt des Ordens auf mehr als 500 Millionen Euros, praktisch das Dreifache das Haushalts des Vatikans. Das gesamte Vermögen des Ordens beziffert es auf mehr als 20 Milliarden Euro, aber dies seien Schätzungen, weil ja auch über das Vermögen dieses Ordens, Geheimhaltung besteht.(14) Dieser unermessliche Reichtum ist Resultat einer langjährigen Verbundenheit mit den ökonomischen „Eliten“ in Mexiko, Spanien, Chile usw. Es ist bekannt, das der mexikanische Multimillionär Carlos Slim, einer der reichsten Männer der Welt, ein alter Freund der Legionäre ist.
(Christian Modehn 13.12.2009)
Passend zum Papstbesuch in Deutschland, breiten sich die bisher im Erzbistum Köln aktiven Christuslegionäre (Kardinal Meisner ist ihr größter Förderer in Deutschland) weiter aus.
Sie werden sich im bayerischen Neuötting (Bistum Passau) ansiedeln.
"Wir hätten auf die verzichten können", heißt es da bis hinauf in die Bistumsleitung. Was man von den Legionären Christi wisse, "hat uns nicht in allen Punkten gefallen".
Die Legionäre sind nicht nur erzkonservativ und in einer Reihe zu nennen mit Opus Dei und den Piusbrüdern. […]
Mit militärischem Eifer - passend zum Namen - täten diese Leute ihren Dienst an Gott, sagt ein katholischer Geistlicher aus Passau. Eine Haltung, die so gar nicht zum heutigen Verständnis von Kirche passe. "Wenn die anfangen sollten zu missionieren, dann wird es problematisch", heißt es in der Diözese.
[…]
Erwin Albrecht, der bis 1993 Stadtseelsorger in Ingolstadt war, berichtete, wie Jugendliche, die mit den Legionären in Kontakt standen "mehr und mehr fanatisch geworden" seien.
Nachzeichnen kann man auch die für Ordensleute ungewöhnlichen Kontakte zu Prominenten und ein ebenfalls ungewöhnliches Streben des Ordens nach Einfluss und vor allem Geld.
[…]
Wieso tut man sich so eine belastete Gruppe an im Bistum Passau? Weil man ihnen eine Chance geben sollte und vielleicht auch viel Gutes in der Gruppe stecke, sagt ein Passauer Geistlicher, der ihnen nicht allzu wohl gesonnen ist. Hat der Umzug vielleicht damit zu tun, dass Bischof Wilhelm Schraml als konservativ gilt?
Soll sein Bistum zu so etwas wie einer reaktionären Zelle werden, wie manche verschwörerisch tuscheln?
(Franziska Brüning und Max Hägler 02.09.2011)
Freitag, 2. September 2011
Rätsel Wähler.
Vermutlich machen das viele Internet-User ähnlich wie ich - nachdem ich die Startseite (aus alter Gewohnheit immer noch „spiegel.de“) überflogen habe, klicke ich in der immer gleichen Reihenfolge einige gebookmarkte Seiten nach Neuigkeiten durch.
Die erste Anlaufstelle ist für mich www.wahlrecht.de/umfragen.
Darauf bin ich einfach am neugierigsten, wie die politische Stimmung im Bund und in den einzelnen Ländern ist.
Die Topmeldung von heute:
Zwei Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus scheint der Kampf um das Rote Rathaus entschieden. […] Die Grünen fielen laut Umfrage um 5 Punkte auf nur noch 19 Prozent. Das ist der niedrigste Forsa-Wert seit knapp zwei Jahren. Die SPD legte noch einmal um 2 Punkte zu, auf jetzt 32 Prozent. Auch die CDU mit Spitzenkandidat Frank Henkel kletterte auf 21 Prozent (plus 2). Die Linke kommt auf 11 Prozent und verliert 2 Punkte. Die FDP liegt weiterhin unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Liberalen würden mit derzeit 4 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen.
(Spon 02.09.2011)
Das ist ein nachvollziehbares Ergebnis.
Die CDU gewinnt ein klein wenig hinzu, weil die Rösler-Westerwelle-FDP unwählbar ist und Stimmen an die Hauptstadtliberalen höchstwahrscheinlich verschenkt wären, da die Blaugelben ohnehin nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen.
Wenn schon zwei Drittel links wählen, dann soll meine Stimme wenigstens etwas bewirken - mag sich so mancher Rechter denken, der statt FDP nun CDU wählt.
Daß die Grünen im April mit 30% weit vor der SPD lagen scheint lange her zu sein.
Möglich wurde das durch den Atomkurs der CDU, der in der Prä-Fukushima-Ära Schwarz-Grün irrealistisch gemacht hatte.
Nach Merkels Kernkraft-Pirouette allerdings kann sich Renate Künast durchaus vorstellen auch mit den Berliner Schwarzen in die Kiste zu gehen.
Kein Wunder, daß sich die Wähler mit Grausen abwenden.
Wer wählt schon gerne Grün, wenn er befürchten muß damit die CDU in den Senat zu holen?
Verständlich auch, daß die Piratenpartei in Berlin mit 5% an der FDP vorbei gezogen ist.
Immer mehr links-alternativen Wählern fehlt nämlich die politische Heimat, nachdem die LINKEn um die Wette dilettieren und die Grünen anfangen zu merkeln.
Ja, doch, auch wenn ich mir ein anderes Ergebnis wünschen würde (CDU=4%, FDP=0%, NPD=0%,…) finde ich es absolut einleuchtend wie das Umfragebild aussieht in Berlin.
Die zweitaktuellste Umfrage ist der ARD-Deutschlandtrend September, der allerdings den Wähler nur als irrationalen Urnenpöbel erscheinen läßt:
Zum Ende der parlamentarischen Sommerpause hat die CDU/CSU im ARD-Deutschlandtrend deutlich zugelegt. Der Umfrage des Instituts infratest dimap zufolge legt die Union im Vergleich zum Vormonat um drei Punkte auf jetzt 35 Prozent zu. Die SPD bleibt unverändert bei 28 Prozent. Verlierer sind die Grünen, die um drei Punkte auf 20 Prozent zurückfallen. Die FDP wäre mit unverändert vier Prozent nicht mehr im Bundestag vertreten. Die Linke verliert einen Punkt auf sieben Prozent.
(AFP, 02.09.11)
Wofür um alles in der Welt hat es die Krisen-CDU als einzige Partei verdient klar zuzulegen???
An Merkel kann es ja wohl nicht liegen - sinkt doch das Vertrauen in ihre Fähigkeiten kontinuierlich ab.
Die beiden beliebtesten Unionspolitiker sind mit Zufriedenheitswerten von 57%, respektive 52% de Maizière und Schäuble.
Der Verteidigungsminister fällt vermutlich deswegen angenehm auf, weil er gar nicht auffällt - was im Vergleich zum ewig Kamera-geilen Blender, der sein Vorgänger war, eine Wohltat ist.
Aber Schäuble, der notorische Lügner und Unsympath?
Der Mann, der einst fest an der Seite von Mauschler Kohl stand und nun einen finanzpolitischen Kamikaze-Kurs fährt?
Der Mann, der keinerlei eigene Vorstellungen zur Steuervereinfachung hatte, der desinteressiert den größten FDP-Unsinn wie die Hotelsteuerermäßigung exekutierte?
Der Minister, der die größte Verschuldung aller Zeiten anhäufte und dringend überfällige Reformen wie das Mehrwertsteuerchaos aus purer Faulheit absagt?
Der CDU’ler, der es geschafft hat, daß Deutschland in Brüssel zur bestgehassten Nation wurde und auch Freunde durch finanzpolitisches Irrlichtern verwirrt?
Vermutlich überschüttet der Urnenpöbel Schäuble mit positiven Vorurteilen, weil er a) im Rollstuhl sitzt und b) das Ressort führt, in dem die besitzstandbewussten Deutschen am wenigsten einen Stümper haben möchten.
Das könnte so eine Art Zahnarzt-Effekt sein.
Laut Umfragen sind wir am meisten vom Können unserer Dentisten überzeugt. Der Grund ist, daß man Angst vorm Zahnarzt hat und sich bei ihm am wenigsten eingestehen möchte, er könnte ein nur mittelmäßiger Arzt sein.
Das Finanzministerium ist aber nicht nur extrem wichtig, sondern gleichzeitig auch; insbesondere in der jetzigen Krise; extrem unverständlich.
Wer versteht schon so genau, was in Brüssel zum Thema Euro diskutiert wird?
Schäuble begreift vermutlich auch nicht was er tut - sonst würde er nicht in so krasser Weise das Volk belügen, wie er es tagtäglich tut.
Es merken allerdings nur wenige, obwohl man sich informieren könnte.
Aber die Materie schreckt scheinbar zu sehr ab. Besonders chuzpuös ist Schäubles Mantra-artiges Gejammer über die Schuldenmacherei der Südeuropäer, die die Krise verursacht habe.
Das klingt gut, ist aber unwahr.
Tatsächlich ist die Zinslast entscheidend für den Schuldendienst.
Beispiel: Irland zahlt 6% Zinsen, Deutschland nur 2,7%.
Das vermeidliche Problemland Spanien hatte sich unter der Regierung Zapatero bis zur Finanzmarkkrise 2008 vorbildlich entwickelt.
Spanien konnte seine Staatsschuldenquote seit der Einführung des Euros von fast 50% auf 30% im Jahre 2007 reduzieren. Am Vorabend der Krise konnte Spanien in nahezu allen finanzpolitischen Kennzahlen bessere Werte vorweisen, als Deutschland, Frankreich oder Großbritannien – das Wirtschaftswachstum und der Haushaltsüberschuss waren höher, die Staatsverschuldung niedriger. Die Finanz- und Wirtschaftskrise traf Spanien jedoch hart. Auch wenn die Wirtschaft in den zwei Folgejahren mit vier Prozent weniger schrumpfte als in Deutschland, so lief mit der steigenden Arbeitslosigkeit und durch die Kosten der Bankenrettungen der Staatshaushalt aus dem Ruder.
[…] In keinem Staat der Eurozone sind vor der Krise die „öffentlichen Haushalte ausgeufert“, wie es Finanzminister Schäuble wider besseren Wissens behauptet. Mit Behauptungen wie diesen, zündelt Schäuble jedoch am Fundament der Währungsunion. Anstatt den Herdentrieb Einhalt zu gebieten, indem man Spekulanten in die Schranken weist, heizt die deutsche Regierung Spekulationen gegen Euroländer durch ihre ideologische Borniertheit immer wieder an.
(Jens Berger 01.09.2011)
Die Staatsschuldenquote lag in Ländern wie Japan (195% BIP) oder England (86% BIP) viel höher als in den sogenannten Problemländern Irland (61%) oder Spanien (51%).
Auch der Anstieg der Schuldenquote (2008-2010) ist in GB (+43%) und Japan (30%) gewaltiger als in den vermeidlich unseriösen Südländern Europas, wie Italien (+13%) oder Portugal (+21%)
(Alles OECD-Zahlen)
England und Japan sind aber im Unterschied zu Griechenland und Portugal und Italien fiskalisch souverän und können ihre Zentralbanken benutzen, um Geld zu drucken. Beide Länder wären als finanzpolitisch souveräne Staaten wohl auch über die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise hinweggekommen – Staaten wie Israel oder Ungarn weisen ganz ähnliche Schuldenquoten wie Portugal auf, ohne in Turbulenzen geraten zu sein. Dies hätte jedoch für Griechenland und Portugal eine höhere Inflation und eine Abwertung der Landeswährung bedeutet. Dieser Weg ist jedoch durch die Währungsunion versperrt, was durch die Spekulation an den „Finanzmärkten“ quittiert wurde. Zu den – angesichts der realen Gefahr einer Umschuldung keinesfalls unrealistisch hohen – Zinsraten, die von den Spekulanten für griechische und portugiesische Anleihen gefordert werden, kann sich kein Staat der Welt über längere Zeit refinanzieren.
(Jens Berger 01.09.2011)
Die Bankrotteure sind finanzpolitisch ahnungslose Gestalten wie Schäuble und Merkel, die mit Blick auf die verblödeten Wähler zu Hause lieber Vorurteile („die faulen Griechen…“) bedienen, statt zu erklären, was vor sich geht, oder gar etwas gegen die Krise zu unternehmen.
Wenn die europäischen Regierungschefs sich weigern, einen verlässlichen „Rettungsmechanismus“ zu verabschieden, der eine kollektive Haftung für die Schulden eines Mitgliedsstaates übernimmt, besteht immer die Möglichkeit eines realen Zahlungsausfalls, wenn ein einzelnes Land Opfer der Spekulation wird. Das Krisenmanagement der Eurozone hat sich diese Option stets offengehalten – vor allem Angela Merkel und Wolfgang Schäuble schafften und schaffen es nicht, an einem Mikrophon vorbeizugehen, ohne den unkritischen Medien zu vermelden, dass die Option einer Umschuldung zwar nicht angestrebt, aber keinesfalls auszuschließen ist. Daher ist es auch gar kein Wunder, wenn die Spekulanten einen Risikoaufschlag verlangen und ihn auch bekommen. Die Angst vor einem Staats-Bankrott wird auf diese Art und Weise zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung.
(Jens Berger 01.09.2011)
Schäuble belügt entweder massiv wider besseren Wissens die Öffentlichkeit, oder er hat einfach keine Ahnung von Finanzpolitik.
Durchschaut wird er vom Gros der Wähler jedenfalls nicht. Trotz seiner notorisch verfassungs-antagonistischen Einstellung, die er in allen Politikfeldern an den Tag legte.
Seine Sicherheitsvorstellungen mußten immer wieder vom Verfassungsgericht gestoppt werden, er ist ein glühender Anhänger verfassungswidriger Einsätze der Bundeswehr im Inneren und der totalen Ausspähung der Deutschen durch „Bundestrojaner“, Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung und Lauschangriffe.
Sein neuestes Projekt ist eine Art „Ermächtigungsgesetz“ für die Regierung Merkel, mit dem sich das Parlament, der Souverän also, selbst kastrieren soll.
Jakob Augstein sieht durch Schäubles Parlamentsphobie bereits das Ende der Demokratie nahen.
Unser parlamentarisches System ist bereits vorgeschädigt: zermürbt vom achselzuckenden Desinteresse, das viele dem Parlament entgegenbringen, und ausgehöhlt vom sogenannten demokratischen Defizit der europäischen Einigung. Lammert setzt wieder und wieder an, um die Rechte des Parlaments gegenüber der Regierung zu verteidigen und wird dabei immer mehr zum parlamentarischen Ritter von der traurigen Gestalt, zum letzten Yedi der alten Republik. Aber die Antwort der Macht ist eindeutig: Es müsse eine vernünftige Balance gefunden werden zwischen der Ausgestaltung des Rettungsschirms und dem berechtigten Bedürfnis der Mitsprache des Bundestags, hat Bundesfinanzminister Schäuble gesagt, "so dass die Märkte keine Zweifel an der Handlungsfähigkeit Europas haben können". Wer demokratisch handelt, den halten die Märkte nicht für handlungsfähig? Was für eine Botschaft an die Parlamentarier und ihre Wähler: Besser ginge es ohne euch. Ja, schlimmer noch: Ihr schadet. Das ist das antirepublikanische Denken.
(Spon 01.09.2011)
Und 52% der Deutschen äußern sich „zufrieden“ mit Schäubles Arbeit.
Die erste Anlaufstelle ist für mich www.wahlrecht.de/umfragen.
Darauf bin ich einfach am neugierigsten, wie die politische Stimmung im Bund und in den einzelnen Ländern ist.
Die Topmeldung von heute:
Zwei Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus scheint der Kampf um das Rote Rathaus entschieden. […] Die Grünen fielen laut Umfrage um 5 Punkte auf nur noch 19 Prozent. Das ist der niedrigste Forsa-Wert seit knapp zwei Jahren. Die SPD legte noch einmal um 2 Punkte zu, auf jetzt 32 Prozent. Auch die CDU mit Spitzenkandidat Frank Henkel kletterte auf 21 Prozent (plus 2). Die Linke kommt auf 11 Prozent und verliert 2 Punkte. Die FDP liegt weiterhin unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Liberalen würden mit derzeit 4 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen.
(Spon 02.09.2011)
Das ist ein nachvollziehbares Ergebnis.
Die CDU gewinnt ein klein wenig hinzu, weil die Rösler-Westerwelle-FDP unwählbar ist und Stimmen an die Hauptstadtliberalen höchstwahrscheinlich verschenkt wären, da die Blaugelben ohnehin nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen.
Wenn schon zwei Drittel links wählen, dann soll meine Stimme wenigstens etwas bewirken - mag sich so mancher Rechter denken, der statt FDP nun CDU wählt.
Daß die Grünen im April mit 30% weit vor der SPD lagen scheint lange her zu sein.
Möglich wurde das durch den Atomkurs der CDU, der in der Prä-Fukushima-Ära Schwarz-Grün irrealistisch gemacht hatte.
Nach Merkels Kernkraft-Pirouette allerdings kann sich Renate Künast durchaus vorstellen auch mit den Berliner Schwarzen in die Kiste zu gehen.
Kein Wunder, daß sich die Wähler mit Grausen abwenden.
Wer wählt schon gerne Grün, wenn er befürchten muß damit die CDU in den Senat zu holen?
Verständlich auch, daß die Piratenpartei in Berlin mit 5% an der FDP vorbei gezogen ist.
Immer mehr links-alternativen Wählern fehlt nämlich die politische Heimat, nachdem die LINKEn um die Wette dilettieren und die Grünen anfangen zu merkeln.
Ja, doch, auch wenn ich mir ein anderes Ergebnis wünschen würde (CDU=4%, FDP=0%, NPD=0%,…) finde ich es absolut einleuchtend wie das Umfragebild aussieht in Berlin.
Die zweitaktuellste Umfrage ist der ARD-Deutschlandtrend September, der allerdings den Wähler nur als irrationalen Urnenpöbel erscheinen läßt:
Zum Ende der parlamentarischen Sommerpause hat die CDU/CSU im ARD-Deutschlandtrend deutlich zugelegt. Der Umfrage des Instituts infratest dimap zufolge legt die Union im Vergleich zum Vormonat um drei Punkte auf jetzt 35 Prozent zu. Die SPD bleibt unverändert bei 28 Prozent. Verlierer sind die Grünen, die um drei Punkte auf 20 Prozent zurückfallen. Die FDP wäre mit unverändert vier Prozent nicht mehr im Bundestag vertreten. Die Linke verliert einen Punkt auf sieben Prozent.
(AFP, 02.09.11)
Wofür um alles in der Welt hat es die Krisen-CDU als einzige Partei verdient klar zuzulegen???
An Merkel kann es ja wohl nicht liegen - sinkt doch das Vertrauen in ihre Fähigkeiten kontinuierlich ab.
Die beiden beliebtesten Unionspolitiker sind mit Zufriedenheitswerten von 57%, respektive 52% de Maizière und Schäuble.
Der Verteidigungsminister fällt vermutlich deswegen angenehm auf, weil er gar nicht auffällt - was im Vergleich zum ewig Kamera-geilen Blender, der sein Vorgänger war, eine Wohltat ist.
Aber Schäuble, der notorische Lügner und Unsympath?
Der Mann, der einst fest an der Seite von Mauschler Kohl stand und nun einen finanzpolitischen Kamikaze-Kurs fährt?
Der Mann, der keinerlei eigene Vorstellungen zur Steuervereinfachung hatte, der desinteressiert den größten FDP-Unsinn wie die Hotelsteuerermäßigung exekutierte?
Der Minister, der die größte Verschuldung aller Zeiten anhäufte und dringend überfällige Reformen wie das Mehrwertsteuerchaos aus purer Faulheit absagt?
Der CDU’ler, der es geschafft hat, daß Deutschland in Brüssel zur bestgehassten Nation wurde und auch Freunde durch finanzpolitisches Irrlichtern verwirrt?
Vermutlich überschüttet der Urnenpöbel Schäuble mit positiven Vorurteilen, weil er a) im Rollstuhl sitzt und b) das Ressort führt, in dem die besitzstandbewussten Deutschen am wenigsten einen Stümper haben möchten.
Das könnte so eine Art Zahnarzt-Effekt sein.
Laut Umfragen sind wir am meisten vom Können unserer Dentisten überzeugt. Der Grund ist, daß man Angst vorm Zahnarzt hat und sich bei ihm am wenigsten eingestehen möchte, er könnte ein nur mittelmäßiger Arzt sein.
Das Finanzministerium ist aber nicht nur extrem wichtig, sondern gleichzeitig auch; insbesondere in der jetzigen Krise; extrem unverständlich.
Wer versteht schon so genau, was in Brüssel zum Thema Euro diskutiert wird?
Schäuble begreift vermutlich auch nicht was er tut - sonst würde er nicht in so krasser Weise das Volk belügen, wie er es tagtäglich tut.
Es merken allerdings nur wenige, obwohl man sich informieren könnte.
Aber die Materie schreckt scheinbar zu sehr ab. Besonders chuzpuös ist Schäubles Mantra-artiges Gejammer über die Schuldenmacherei der Südeuropäer, die die Krise verursacht habe.
Das klingt gut, ist aber unwahr.
Tatsächlich ist die Zinslast entscheidend für den Schuldendienst.
Beispiel: Irland zahlt 6% Zinsen, Deutschland nur 2,7%.
Das vermeidliche Problemland Spanien hatte sich unter der Regierung Zapatero bis zur Finanzmarkkrise 2008 vorbildlich entwickelt.
Spanien konnte seine Staatsschuldenquote seit der Einführung des Euros von fast 50% auf 30% im Jahre 2007 reduzieren. Am Vorabend der Krise konnte Spanien in nahezu allen finanzpolitischen Kennzahlen bessere Werte vorweisen, als Deutschland, Frankreich oder Großbritannien – das Wirtschaftswachstum und der Haushaltsüberschuss waren höher, die Staatsverschuldung niedriger. Die Finanz- und Wirtschaftskrise traf Spanien jedoch hart. Auch wenn die Wirtschaft in den zwei Folgejahren mit vier Prozent weniger schrumpfte als in Deutschland, so lief mit der steigenden Arbeitslosigkeit und durch die Kosten der Bankenrettungen der Staatshaushalt aus dem Ruder.
[…] In keinem Staat der Eurozone sind vor der Krise die „öffentlichen Haushalte ausgeufert“, wie es Finanzminister Schäuble wider besseren Wissens behauptet. Mit Behauptungen wie diesen, zündelt Schäuble jedoch am Fundament der Währungsunion. Anstatt den Herdentrieb Einhalt zu gebieten, indem man Spekulanten in die Schranken weist, heizt die deutsche Regierung Spekulationen gegen Euroländer durch ihre ideologische Borniertheit immer wieder an.
(Jens Berger 01.09.2011)
Die Staatsschuldenquote lag in Ländern wie Japan (195% BIP) oder England (86% BIP) viel höher als in den sogenannten Problemländern Irland (61%) oder Spanien (51%).
Auch der Anstieg der Schuldenquote (2008-2010) ist in GB (+43%) und Japan (30%) gewaltiger als in den vermeidlich unseriösen Südländern Europas, wie Italien (+13%) oder Portugal (+21%)
(Alles OECD-Zahlen)
England und Japan sind aber im Unterschied zu Griechenland und Portugal und Italien fiskalisch souverän und können ihre Zentralbanken benutzen, um Geld zu drucken. Beide Länder wären als finanzpolitisch souveräne Staaten wohl auch über die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise hinweggekommen – Staaten wie Israel oder Ungarn weisen ganz ähnliche Schuldenquoten wie Portugal auf, ohne in Turbulenzen geraten zu sein. Dies hätte jedoch für Griechenland und Portugal eine höhere Inflation und eine Abwertung der Landeswährung bedeutet. Dieser Weg ist jedoch durch die Währungsunion versperrt, was durch die Spekulation an den „Finanzmärkten“ quittiert wurde. Zu den – angesichts der realen Gefahr einer Umschuldung keinesfalls unrealistisch hohen – Zinsraten, die von den Spekulanten für griechische und portugiesische Anleihen gefordert werden, kann sich kein Staat der Welt über längere Zeit refinanzieren.
(Jens Berger 01.09.2011)
Die Bankrotteure sind finanzpolitisch ahnungslose Gestalten wie Schäuble und Merkel, die mit Blick auf die verblödeten Wähler zu Hause lieber Vorurteile („die faulen Griechen…“) bedienen, statt zu erklären, was vor sich geht, oder gar etwas gegen die Krise zu unternehmen.
Wenn die europäischen Regierungschefs sich weigern, einen verlässlichen „Rettungsmechanismus“ zu verabschieden, der eine kollektive Haftung für die Schulden eines Mitgliedsstaates übernimmt, besteht immer die Möglichkeit eines realen Zahlungsausfalls, wenn ein einzelnes Land Opfer der Spekulation wird. Das Krisenmanagement der Eurozone hat sich diese Option stets offengehalten – vor allem Angela Merkel und Wolfgang Schäuble schafften und schaffen es nicht, an einem Mikrophon vorbeizugehen, ohne den unkritischen Medien zu vermelden, dass die Option einer Umschuldung zwar nicht angestrebt, aber keinesfalls auszuschließen ist. Daher ist es auch gar kein Wunder, wenn die Spekulanten einen Risikoaufschlag verlangen und ihn auch bekommen. Die Angst vor einem Staats-Bankrott wird auf diese Art und Weise zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung.
(Jens Berger 01.09.2011)
Schäuble belügt entweder massiv wider besseren Wissens die Öffentlichkeit, oder er hat einfach keine Ahnung von Finanzpolitik.
Durchschaut wird er vom Gros der Wähler jedenfalls nicht. Trotz seiner notorisch verfassungs-antagonistischen Einstellung, die er in allen Politikfeldern an den Tag legte.
Seine Sicherheitsvorstellungen mußten immer wieder vom Verfassungsgericht gestoppt werden, er ist ein glühender Anhänger verfassungswidriger Einsätze der Bundeswehr im Inneren und der totalen Ausspähung der Deutschen durch „Bundestrojaner“, Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung und Lauschangriffe.
Sein neuestes Projekt ist eine Art „Ermächtigungsgesetz“ für die Regierung Merkel, mit dem sich das Parlament, der Souverän also, selbst kastrieren soll.
Jakob Augstein sieht durch Schäubles Parlamentsphobie bereits das Ende der Demokratie nahen.
Unser parlamentarisches System ist bereits vorgeschädigt: zermürbt vom achselzuckenden Desinteresse, das viele dem Parlament entgegenbringen, und ausgehöhlt vom sogenannten demokratischen Defizit der europäischen Einigung. Lammert setzt wieder und wieder an, um die Rechte des Parlaments gegenüber der Regierung zu verteidigen und wird dabei immer mehr zum parlamentarischen Ritter von der traurigen Gestalt, zum letzten Yedi der alten Republik. Aber die Antwort der Macht ist eindeutig: Es müsse eine vernünftige Balance gefunden werden zwischen der Ausgestaltung des Rettungsschirms und dem berechtigten Bedürfnis der Mitsprache des Bundestags, hat Bundesfinanzminister Schäuble gesagt, "so dass die Märkte keine Zweifel an der Handlungsfähigkeit Europas haben können". Wer demokratisch handelt, den halten die Märkte nicht für handlungsfähig? Was für eine Botschaft an die Parlamentarier und ihre Wähler: Besser ginge es ohne euch. Ja, schlimmer noch: Ihr schadet. Das ist das antirepublikanische Denken.
(Spon 01.09.2011)
Und 52% der Deutschen äußern sich „zufrieden“ mit Schäubles Arbeit.
Donnerstag, 1. September 2011
Impudenz des Monats August 2011
Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.
Und, Tusch, the winner is schon wieder etwas Teebeutlerisches.
Diesmal nicht der ökonomische Unverstand, sondern
Damit meine ich, daß nicht mehr nur berufliche Prediger, Kleriker oder private Fundis den abstrusesten Glaubensvorstellungen frönen, sondern daß nun sogar Top-Politiker einen erschreckend naiven Kinderglauben an den Tag legen.
Mit Bachmann und Perry sind die beiden Top-Favoriten auf die Republikanische Präsidentschaftskandidatur nicht nur übliche Religioten, die aus Fanatismus Evolution, Schwulenrechte und Sexualaufklärung ablehnen, sondern hochgradig enthirnte Geistesgestörte, denen man noch nicht mal die heimische Modelleisenbahn zum Kommandieren überlassen sollte.
Frau Bachmann, die Spitzen-GOPerin, ist mit einem (vorsichtig formuliert) nicht besonders heterosexuell wirkendem Mann verheiratet, der eine Schwulen-Heilungsklinik betreibt.
Homosexualität nennt er „barbarisch“ und verlangt, daß Schwule diszipliniert und erzogen werden müssen. Pray away the gay.
Dafür erhält seine Klinik Hunderttausende Dollar staatliche Zuschüsse. An dieser Stelle können wir auch aufhören und darüber zu wundern, daß das amerikanische Gesundheitssystem das weltweit mit Abstand teuerste und ineffizienteste ist.
Frau Bachmann hat inzwischen erkannt, daß auch Ex-Hurricane Irene eine von Gott geschickte Warnung an die Ostküste war.
"Ich weiß nicht, was Gott noch tun muss, damit ihm die Politiker ihre Aufmerksamkeit schenken" , lästerte Bachmann in Florida vor vorwiegend älterem Publikum. "Wir hatten ein Erdbeben, wir hatten einen Wirbelsturm. Gott sagte: ‚Hört ihr mir jetzt endlich zu?‘" Der Allmächtige, so die Abgeordnete aus Minnesota, habe eine Botschaft nach Washington senden wollen. Denn statt sich endlich auf eine Schlankheitskur zu besinnen, setze der Staat immer mehr Fett an.
(Standart.at 30.08.2011)
Als Bachmann zu sehr mit Häme übergossen wurde, behauptete sie plötzlich, sie habe das eigentlich ironisch gemeint.
Dennoch spielt sie geschickt mit den tiefen Überzeugungen konservativer evangelikaler Christen in den USA, die sie ohne große Einschränkungen teilt. So dürfte den meisten Evangelikalen in Amerika der Gedanke nicht fern liegen, dass - wie in der Bibel - Naturkatastrophen Ausdruck des Zorns Gottes sind. Auch die Wirtschafts- und Schuldenkrise wird von nicht wenigen als Strafgericht Gottes für das Fehlverhalten ihres Landes gedeutet. In ihren Augen haben die Demokraten die Verantwortung für die - in biblischer Formulierung - Sünden Amerikas: Wächst nicht unter einem demokratischen Präsidenten die Staatsverschuldung in astronomische Höhen (nebensächlich, dass die Grundlagen dieses Anstiegs unter George W. Bush gelegt wurden)? Sind es nicht Demokraten, die sich immer wieder einer weiteren Verschärfung des Abtreibungsrechts in den Weg stellen? Und sind es nicht demokratische Gouverneure, die zusehends gleichgeschlechtliche Ehe in den Bundesstaaten zulassen? Derlei Gedanken sind das ideologische Unterfutter für Bachmanns Geplauder.
(SZ 31.08.2011)
Perry, der andere extrem aussichtsreiche und hier bereits portraitierte Kandidat, ist keinen Deut besser.
Social Security hält er für eine „monströse Lüge“.
Immerhin hat auch Perry schon einen Weg parat, wie der die US-Wirtschaftskrise stoppen kann.
Er will sie wegbeten.
Rund 30.000 Texaner rief der Gouverneur am 06. August 2011 in ein Football-Stadium zusammen (klimatisiert natürlich. Energie sparen muß er nicht, da die globale Erwärmung nur eine Erfindung der linken Fanatiker ist).
Dort gab Perry persönlich den Prediger und skandierte den Myriaden zu: „Heiliger Vater, unsere Herzen bluten für Amerika!“
Das nenne ich mal Wirtschaftspolitik!
Was ärgern sich Merkel und Co eigentlich mit Rettungsfonds ab? Dabei kann man doch Krisen viel besser wegbeten.
Und überhaupt sind existientielle Krisen eine feine Sache! Gott hat sie geschickt, um uns wieder auf den RECHTEN Weg zu bringen.
Statt so einen Mann, wie es sich gehört, in eine Gummizelle zu stecken und den Schlüssel wegzuwerfen, denken die Amis ernsthaft daran ihn zum Präsidenten zu machen.
Und Michele Bachmann, so populär sie auch ist, muss noch immer den Spott irritierter Geschichtslehrer ertragen. Die Gründerväter der Republik, verkündete sie im Juli, hätten unermüdlich auf ein Ende der Sklaverei hingearbeitet. In Wahrheit hielten George Washington und Thomas Jefferson selber Sklaven.
(Standart.at 30.08.2011)
Ich nenne solche Typen nicht einfach religiös oder fundamental, sondern brandgefährlich. Gemeingefährlich.
In Amerika sieht man es anders - dort gelten Atheisten als gefährlich. Niemand ist so unbeliebt wie Atheisten.
Pastor Mike Stahl fordert ein zentrales Verzeichnis für alle Atheisten. Schließlich gebe es auch solche Verzeichnisse für Sexualtrafstäter, ehemalige Häftlinge, Islamisten und Nazis. Schon zum Schutz der normalen Bevölkerung.
Damit niemand aus Versehen neben so einem bösen Atheisten wohnen muß.
Brothers and Sisters , I have been seriously considering forming a ( Christian ) grassroots type of organization to be named “The Christian National Registry of Atheists” or something similar . I mean , think about it . There are already National Registrys for convicted sex offenders , ex-convicts , terrorist cells , hate groups like the KKK , skinheads , radical Islamists , etc.. This type of “National Registry” would merely be for information purposes . To inform the public of KNOWN ( i.e., self-admitted) atheists . For example , let’s say you live in Colorado Springs , Colorado , you could simply scroll down ( from the I-Net site /Blog ) I would have , to the State of Colorado , and then when you see “Colorado Springs” , you will see the names of all the self-admitted atheist(s) who live there ( e.g., if an atheist’s name happened to be “Phil Small” ) .
The individual’s physical address , and other known personal information would NOT be disclosed ( though , perhaps a photo could be ). […] Now , many (especially the atheists ) , may ask “Why do this , what’s the purpose ?” Duhhh , Mr. Atheist , for the same purpose many States put the names and photos of convicted sex offenders and other ex-felons on the I-Net – to INFORM the public ! I mean , in the City of Miramar , Florida , where I live , the population is approx. 109,000 . My family and I would sure like to know how many of those 109,000 are ADMITTED atheists !
(Freethoughtblogs)
Und, Tusch, the winner is schon wieder etwas Teebeutlerisches.
Diesmal nicht der ökonomische Unverstand, sondern
der Gottesglaube neuen naiven Typs.
Damit meine ich, daß nicht mehr nur berufliche Prediger, Kleriker oder private Fundis den abstrusesten Glaubensvorstellungen frönen, sondern daß nun sogar Top-Politiker einen erschreckend naiven Kinderglauben an den Tag legen.
Mit Bachmann und Perry sind die beiden Top-Favoriten auf die Republikanische Präsidentschaftskandidatur nicht nur übliche Religioten, die aus Fanatismus Evolution, Schwulenrechte und Sexualaufklärung ablehnen, sondern hochgradig enthirnte Geistesgestörte, denen man noch nicht mal die heimische Modelleisenbahn zum Kommandieren überlassen sollte.
Frau Bachmann, die Spitzen-GOPerin, ist mit einem (vorsichtig formuliert) nicht besonders heterosexuell wirkendem Mann verheiratet, der eine Schwulen-Heilungsklinik betreibt.
Homosexualität nennt er „barbarisch“ und verlangt, daß Schwule diszipliniert und erzogen werden müssen. Pray away the gay.
Dafür erhält seine Klinik Hunderttausende Dollar staatliche Zuschüsse. An dieser Stelle können wir auch aufhören und darüber zu wundern, daß das amerikanische Gesundheitssystem das weltweit mit Abstand teuerste und ineffizienteste ist.
Frau Bachmann hat inzwischen erkannt, daß auch Ex-Hurricane Irene eine von Gott geschickte Warnung an die Ostküste war.
"Ich weiß nicht, was Gott noch tun muss, damit ihm die Politiker ihre Aufmerksamkeit schenken" , lästerte Bachmann in Florida vor vorwiegend älterem Publikum. "Wir hatten ein Erdbeben, wir hatten einen Wirbelsturm. Gott sagte: ‚Hört ihr mir jetzt endlich zu?‘" Der Allmächtige, so die Abgeordnete aus Minnesota, habe eine Botschaft nach Washington senden wollen. Denn statt sich endlich auf eine Schlankheitskur zu besinnen, setze der Staat immer mehr Fett an.
(Standart.at 30.08.2011)
Als Bachmann zu sehr mit Häme übergossen wurde, behauptete sie plötzlich, sie habe das eigentlich ironisch gemeint.
Dennoch spielt sie geschickt mit den tiefen Überzeugungen konservativer evangelikaler Christen in den USA, die sie ohne große Einschränkungen teilt. So dürfte den meisten Evangelikalen in Amerika der Gedanke nicht fern liegen, dass - wie in der Bibel - Naturkatastrophen Ausdruck des Zorns Gottes sind. Auch die Wirtschafts- und Schuldenkrise wird von nicht wenigen als Strafgericht Gottes für das Fehlverhalten ihres Landes gedeutet. In ihren Augen haben die Demokraten die Verantwortung für die - in biblischer Formulierung - Sünden Amerikas: Wächst nicht unter einem demokratischen Präsidenten die Staatsverschuldung in astronomische Höhen (nebensächlich, dass die Grundlagen dieses Anstiegs unter George W. Bush gelegt wurden)? Sind es nicht Demokraten, die sich immer wieder einer weiteren Verschärfung des Abtreibungsrechts in den Weg stellen? Und sind es nicht demokratische Gouverneure, die zusehends gleichgeschlechtliche Ehe in den Bundesstaaten zulassen? Derlei Gedanken sind das ideologische Unterfutter für Bachmanns Geplauder.
(SZ 31.08.2011)
Perry, der andere extrem aussichtsreiche und hier bereits portraitierte Kandidat, ist keinen Deut besser.
Social Security hält er für eine „monströse Lüge“.
Immerhin hat auch Perry schon einen Weg parat, wie der die US-Wirtschaftskrise stoppen kann.
Er will sie wegbeten.
Rund 30.000 Texaner rief der Gouverneur am 06. August 2011 in ein Football-Stadium zusammen (klimatisiert natürlich. Energie sparen muß er nicht, da die globale Erwärmung nur eine Erfindung der linken Fanatiker ist).
Dort gab Perry persönlich den Prediger und skandierte den Myriaden zu: „Heiliger Vater, unsere Herzen bluten für Amerika!“
Das nenne ich mal Wirtschaftspolitik!
Was ärgern sich Merkel und Co eigentlich mit Rettungsfonds ab? Dabei kann man doch Krisen viel besser wegbeten.
Und überhaupt sind existientielle Krisen eine feine Sache! Gott hat sie geschickt, um uns wieder auf den RECHTEN Weg zu bringen.
Statt so einen Mann, wie es sich gehört, in eine Gummizelle zu stecken und den Schlüssel wegzuwerfen, denken die Amis ernsthaft daran ihn zum Präsidenten zu machen.
Und Michele Bachmann, so populär sie auch ist, muss noch immer den Spott irritierter Geschichtslehrer ertragen. Die Gründerväter der Republik, verkündete sie im Juli, hätten unermüdlich auf ein Ende der Sklaverei hingearbeitet. In Wahrheit hielten George Washington und Thomas Jefferson selber Sklaven.
(Standart.at 30.08.2011)
Ich nenne solche Typen nicht einfach religiös oder fundamental, sondern brandgefährlich. Gemeingefährlich.
In Amerika sieht man es anders - dort gelten Atheisten als gefährlich. Niemand ist so unbeliebt wie Atheisten.
Pastor Mike Stahl fordert ein zentrales Verzeichnis für alle Atheisten. Schließlich gebe es auch solche Verzeichnisse für Sexualtrafstäter, ehemalige Häftlinge, Islamisten und Nazis. Schon zum Schutz der normalen Bevölkerung.
Damit niemand aus Versehen neben so einem bösen Atheisten wohnen muß.
Brothers and Sisters , I have been seriously considering forming a ( Christian ) grassroots type of organization to be named “The Christian National Registry of Atheists” or something similar . I mean , think about it . There are already National Registrys for convicted sex offenders , ex-convicts , terrorist cells , hate groups like the KKK , skinheads , radical Islamists , etc.. This type of “National Registry” would merely be for information purposes . To inform the public of KNOWN ( i.e., self-admitted) atheists . For example , let’s say you live in Colorado Springs , Colorado , you could simply scroll down ( from the I-Net site /Blog ) I would have , to the State of Colorado , and then when you see “Colorado Springs” , you will see the names of all the self-admitted atheist(s) who live there ( e.g., if an atheist’s name happened to be “Phil Small” ) .
The individual’s physical address , and other known personal information would NOT be disclosed ( though , perhaps a photo could be ). […] Now , many (especially the atheists ) , may ask “Why do this , what’s the purpose ?” Duhhh , Mr. Atheist , for the same purpose many States put the names and photos of convicted sex offenders and other ex-felons on the I-Net – to INFORM the public ! I mean , in the City of Miramar , Florida , where I live , the population is approx. 109,000 . My family and I would sure like to know how many of those 109,000 are ADMITTED atheists !
(Freethoughtblogs)
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