Montag, 15. September 2008
schon.....
Charles Robert Darwin (1809-1882) ist ein Symbol geworden.
Sein Name markiert zum einen die grundlegende Wende in der biologischen Erkenntnis über die Entstehung des Lebens und steht zum anderen noch 150 Jahre später - sein Hauptwerk On the Origin of Species (Die Entstehung der Arten) wurde am 24. November 1859 veröffentlicht - als Trigger für religiöse Fundamentalisten weltweit.
Bei Darwin lassen sie ihrem Hass freien Lauf.
Das Verblüffende daran ist, daß die Evolutionstheorie eigentlich kaum noch als Theorie zu bezeichnen ist - kaum ein Prinzip wurde dermaßen fundiert und untermauert.
Sämtliche Zweige der Wissenschaft häuften seit Darwin Belege en masse an.
Dabei konnte Darwin schlechterdings ahnen, welche Möglichkeiten der Erkenntnis beispielsweise die Molekulargenetik noch möglich machen würde.
Sich heute noch gegen die Evolutionstheorie zu stemmen, ist ungefähr so sinnvoll, wie das Opponieren gegen Tag und Nacht. Ewig gestrig sind nur noch geistig entrückte Fundamentalchristen aus Nordamerika und einzelne erratisch-bizarre Vakuumköpfe von Gaga-Plattformen wie Kreuznet.
Bei den offiziellen Kirchen dauert es üblicherweise immer etwas länger bis sie eingestehen fürchterlichen Unsinn verbreitet zu haben.
Am 2. November 1992 wurde Galileo Galilei von der römisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert nachdem die Kirche 1632 ein formales Verfahren gegen ihn eröffnet hatte.
Verglichen damit reagierte die Anglikanische Kirche PROMT:
Nur 126 Jahre nach dem Tode Charles Darwins ließ sie auf einer ihrer Websites ein mea culpa veröffentlichen:
"The statement will read: Charles Darwin: 200 years from your birth, the Church of England owes you an apology for misunderstanding you and, by getting our first reaction wrong, encouraging others to misunderstand you still. We try to practise the old virtues of 'faith seeking understanding' and hope that makes some amends."
Will heißen:
"Charles Darwin, die Kirche von England schuldet Ihnen eine Entschuldigung, dass wir Sie falsch verstanden haben."
Andrew Darwin, der Ur-Ur-Enkel findet das zwar reichlich zwecklos - aber immerhin könnte man sagen, daß sich die Anglikanische Kirche nun formal gegen die Gaga-Ideologie des Kreationismus gestellt hat.
Besser spät als nie.
Immerhin ist nun die Englische Kirche schon mal weiter als die Intelligenz-Antagonisten nordamerikanischer Fundamentalprägung des Typs Sarah Palin.
Sein Name markiert zum einen die grundlegende Wende in der biologischen Erkenntnis über die Entstehung des Lebens und steht zum anderen noch 150 Jahre später - sein Hauptwerk On the Origin of Species (Die Entstehung der Arten) wurde am 24. November 1859 veröffentlicht - als Trigger für religiöse Fundamentalisten weltweit.
Bei Darwin lassen sie ihrem Hass freien Lauf.
Das Verblüffende daran ist, daß die Evolutionstheorie eigentlich kaum noch als Theorie zu bezeichnen ist - kaum ein Prinzip wurde dermaßen fundiert und untermauert.
Sämtliche Zweige der Wissenschaft häuften seit Darwin Belege en masse an.
Dabei konnte Darwin schlechterdings ahnen, welche Möglichkeiten der Erkenntnis beispielsweise die Molekulargenetik noch möglich machen würde.
Sich heute noch gegen die Evolutionstheorie zu stemmen, ist ungefähr so sinnvoll, wie das Opponieren gegen Tag und Nacht. Ewig gestrig sind nur noch geistig entrückte Fundamentalchristen aus Nordamerika und einzelne erratisch-bizarre Vakuumköpfe von Gaga-Plattformen wie Kreuznet.
Bei den offiziellen Kirchen dauert es üblicherweise immer etwas länger bis sie eingestehen fürchterlichen Unsinn verbreitet zu haben.
Am 2. November 1992 wurde Galileo Galilei von der römisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert nachdem die Kirche 1632 ein formales Verfahren gegen ihn eröffnet hatte.
Verglichen damit reagierte die Anglikanische Kirche PROMT:
Nur 126 Jahre nach dem Tode Charles Darwins ließ sie auf einer ihrer Websites ein mea culpa veröffentlichen:
"The statement will read: Charles Darwin: 200 years from your birth, the Church of England owes you an apology for misunderstanding you and, by getting our first reaction wrong, encouraging others to misunderstand you still. We try to practise the old virtues of 'faith seeking understanding' and hope that makes some amends."
Will heißen:
"Charles Darwin, die Kirche von England schuldet Ihnen eine Entschuldigung, dass wir Sie falsch verstanden haben."
Andrew Darwin, der Ur-Ur-Enkel findet das zwar reichlich zwecklos - aber immerhin könnte man sagen, daß sich die Anglikanische Kirche nun formal gegen die Gaga-Ideologie des Kreationismus gestellt hat.
Besser spät als nie.
Immerhin ist nun die Englische Kirche schon mal weiter als die Intelligenz-Antagonisten nordamerikanischer Fundamentalprägung des Typs Sarah Palin.
Sonntag, 14. September 2008
Mutmaßungen über die Dummheit.
Im Januar zitierte ich den Spruch eines Taxifahrers - „Die Amis sind das dümmste Volk der Welt“ - und habe seitdem immer größere Probleme mich von dem Satz zu distanzieren.
Die derzeitige Palin-Hysterie scheint doch ein vortrefflicher Beweis zu sein - obwohl täglich mehr entblättert wird wie unfähig und verblödet die Frau ist.
Der weltberühmte Ökonom Paul Robin Krugman von der Princeton University schreibt in seiner aktuellsten NYT-Kolumne entgeistert davon, daß ihm ein derartiger Wust von Lügen, wie sie die McCain/Palin-Kampagne auftischt, noch nie begegnet sei.
But I can’t think of any precedent, at least in America, for the blizzard of lies since the Republican convention.
Das wirklich Erschreckende daran ist aber, daß es sich nicht etwa um besonders geschickt eingefädelte Propaganda handelt, die man schwer widerlegen könnte.
Nein, was die GOPse von sich gegen, ist nicht nur gelogen, sondern auch noch dummdreist - mit ein paar Gehirnzellen und einer Minute Recherchearbeit, kann jeder die Republikanerlügen leicht als solche entlarven. Es würden wüste Behauptungen aufgestellt, die
„anyone with an Internet connection can disprove in a minute“.
Fragt sich, wieso das „die Amerikaner“ aber nicht tun.
Wieso also das Desinteresse?
Wieso kann man sieben Jahre nach 9/11 den Amerikanern immer noch den absurden Quatsch verkaufen, daß der Irak hinter der Al Qaida steckte?
Obwohl jeder Hinterwäldler inzwischen gemerkt hat, daß das Gegenteil richtig ist: Al Qaida wurde erst durch den US-Angriff auf den Irak in das Land gelassen und Saddam hatte weder Massenvernichtungswaffen, noch irgendeine Verbindung zu den Attentaten auf NY und Washington.
Aber selbst die einfachsten Informationen - wo und wann waren eigentlich die Attentate? - sind scheinbar schon aus den löcherigen Hirnen der Durchschnittsamis entfleucht.
(Danke Jakester für das Video)
Aber ich krieche doch ein bißchen zu Kreuze - Dank des SZ-Gesprächs mit Richard Sennett - "Amerika im Niedergang".
Es lohnt sich immer dem Mann zuzuhören und er empört sich über die überheblichen Deutschen, die sich über die Dummheit der Amerikaner beklagen.
(Den Schuh muß ich mir wohl anziehen).
„Aber die Amerikaner sind nicht dümmer, sie haben nur keine Weiterbildungsmöglichkeiten.“
Hier verschwimmen dann also die Begriffe „Dummheit“, „fehlende Intelligenz“, „fehlende Bildung“ und „Phlegma“.
Von den „dummen“ oder „doofen“ Amerikanern zu sprechen ist doch etwas wohlfeil, wenn man bedenkt, daß das Bildungssystem derart mies ist, daß nahezu ein Drittel des Volkes nicht schreiben und lesen können.
Sennett: Die USA haben eine effektive Analphabeten-Quote von 28 Prozent. Es geht um effektiven Analphabetismus, und der liegt dann vor, wenn jemand einen einfachen Vertrag oder einen längeren Text nicht lesen kann. Das Ausbildungsniveau ist sehr niedrig.
Ich bin der letzte, der so philanthropisch wäre, daß ich erwartete Menschen würden von ganz allein und in Massen auf die Idee kommen sich hehre Bildungsziele zu setzen.
Wenn ein Schulsystem nur auf Sport setzt und klassische Fächer fast komplett vernachlässigt - wie naiv ist es dann anzunehmen die Schüler kämen von allein in ihrer Freizeit auf die Idee sich mit Mathematik und Literatur zu befassen?
Sennett: Im vergangenen Jahr gaben unsere Schuldistrikte 600-mal mehr für Sport aus als für Naturwissenschaften - können Sie sich das vorstellen?
Man könnte gewissermaßen sagen - denn sie wissen nicht was sie tun.
Ganz ohne die Anleitung zum schulischen Lernen geht es eben nicht - ginge es auch hier nicht - und wir sind Dank der CDU-Bildungspolitik, die kürzt und kürzt, allerdings auf dem Wege es der USA nachzumachen.
Die Amerikanische Dummheit des Wählers wird also begünstigt durch miserable Schulformen.
Es kommt aber ein Zweites dazu, das womöglich noch schwerwiegender ist:
Die Religiosität, die die Menschen dazu bringt Fakten zu negieren und den „gesunden Menschenverstand“ auszuschalten, wenn politische Irrtümer ganz offen zu Tage treten.
Kommen wir dafür noch mal zur GOP-Kandidatin für die Vizepräsidentschaft zurück - für
Sennett „eine dekadente Figur. Sarah Palin träumt von der Rückkehr zur heilen Welt der amerikanischen Kleinstädte. …Wenn die Republikaner die Wahl gewinnen, wird sich die Krise vermutlich noch verschärfen."
Zur „Heile-Welt“-Phantasie gehören an erster Selle die sogenannten „moral values“ - also eine rigide Sexualmoral, die vor allem eins ist; nämlich: Durch und durch bigott und verlogen.
Das Land, das gegen das öffentliche Nippelzeigen strafrechtlich vorgeht, hat gleichzeitig die größte Pornoindustrie der Welt.
Das Land, in dem ein Krieg gegen weibliche Selbstverantwortung bei der Abtreibungsfrage geführt wird, ignoriert, daß alle internationalen Untersuchungen zeigen, daß es je weniger Abtreibungen gibt, desto liberaler die Regelungen sind.
Das Land, das gegen Sexualaufklärung und Verhütung zu Felde zieht, hat aber die mit Abstand höchste Zahl von Teenagerschwangerschaften.
Ich bleibe bei letzterem Beispiel, weil das etwas ist, daß die oberste Alaskanerin aus ihrer eigenen Familie kennt und dennoch hartnäckig sämtliche Augen - inklusive Hühneraugen vor der Realität verschließt.
Ein Milliarde Dollar hat sich die US-Regierung das Erziehungsprogramms "Creating Positive Relationships" kosten lassen - "Abstinence only".
Keine Aufklärung, Verhütungsmittel weg von den Kindern und Abschreckung predigen.
Nach zehn Jahren der vorsätzlichen Kinderverdummung in Amerika ist das „verblüffende“ Ergebnis:
Amerikas Jugend hat Sex wie eh und je - allerdings wissen sie weder über ihren Körper noch über Verhütung Bescheid. Sexuell übertragene Krankheiten sind auf Rekordniveau - ebenso wie die Teenagerschwangerschaften - was’n Wunder!
Laut einer Studie des National Center for Health Statistics haben 70 Prozent der US-Teenager vor ihrem 18. Geburtstag Oralsex, über 45 Prozent haben bis dahin mindestens einmal Geschlechtsverkehr. Und fast die Hälfte aller Neuinfektionen mit Geschlechtskrankheiten pro Jahr tritt bei Jugendlichen auf.
Es ist vollkommen offensichtlich, dass "abstinence only"total gescheitert ist - siehe Britsol Palin. Es wird fröhlich gepoppt, cunnilungiert und fellationiert - ohne irgendwelche biologischen Fakten zu kennen.
Die USA sind trotz - oder wegen - ihrer Prüderie die westliche Industrienation mit den meisten Teenagerschwangerschaften. Im Jahr 2006 kamen hier laut offizieller Statistik auf 1000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren 41,9 Geburten, mehr als 80 Prozent dieser Schwangerschaften waren ungeplant. In Deutschland waren es nur 10,7 Geburten, in Kanada 13,4.
Dazu würde ich schon gerne noch mal Richard Sennett fragen: Man muß doch auch ohne Intelligenz und/oder ohne Bildung fähig sein Konsequenzen zu ziehen, wenn sich gezeigt hat, daß eine Ansicht oder eine politische Strategie TOTAL gescheitert ist.
Das kann doch auch der Doofste jeden Tag feststellen, daß die republikanischen Neocon-Pläne für den Irak und Afghanistan ein einziges Desaster sind und sich keine der Vorhersagen („Dominoeffekt der Demokratie“) bewahrheitet hat.
Das kann doch auch der Doofste jeden Tag feststellen, daß die republikanischen „moralischen“ Kindersexualerziehungsmethoden das Gegenteil von dem bewirkt haben, was sie sollten. Müßten das nicht auch die 28 % Analphabeten verstehen?
Wieso wollen dennoch ~ 50 % der USA’ler McCain/Palin wählen?
Es bleibt rätselhaft für mich.
NACHTRAG:
KLICK
KLICK
KLICK
Die derzeitige Palin-Hysterie scheint doch ein vortrefflicher Beweis zu sein - obwohl täglich mehr entblättert wird wie unfähig und verblödet die Frau ist.
Der weltberühmte Ökonom Paul Robin Krugman von der Princeton University schreibt in seiner aktuellsten NYT-Kolumne entgeistert davon, daß ihm ein derartiger Wust von Lügen, wie sie die McCain/Palin-Kampagne auftischt, noch nie begegnet sei.
But I can’t think of any precedent, at least in America, for the blizzard of lies since the Republican convention.
Das wirklich Erschreckende daran ist aber, daß es sich nicht etwa um besonders geschickt eingefädelte Propaganda handelt, die man schwer widerlegen könnte.
Nein, was die GOPse von sich gegen, ist nicht nur gelogen, sondern auch noch dummdreist - mit ein paar Gehirnzellen und einer Minute Recherchearbeit, kann jeder die Republikanerlügen leicht als solche entlarven. Es würden wüste Behauptungen aufgestellt, die
„anyone with an Internet connection can disprove in a minute“.
Fragt sich, wieso das „die Amerikaner“ aber nicht tun.
Wieso also das Desinteresse?
Wieso kann man sieben Jahre nach 9/11 den Amerikanern immer noch den absurden Quatsch verkaufen, daß der Irak hinter der Al Qaida steckte?
Obwohl jeder Hinterwäldler inzwischen gemerkt hat, daß das Gegenteil richtig ist: Al Qaida wurde erst durch den US-Angriff auf den Irak in das Land gelassen und Saddam hatte weder Massenvernichtungswaffen, noch irgendeine Verbindung zu den Attentaten auf NY und Washington.
Aber selbst die einfachsten Informationen - wo und wann waren eigentlich die Attentate? - sind scheinbar schon aus den löcherigen Hirnen der Durchschnittsamis entfleucht.
(Danke Jakester für das Video)
Aber ich krieche doch ein bißchen zu Kreuze - Dank des SZ-Gesprächs mit Richard Sennett - "Amerika im Niedergang".
Es lohnt sich immer dem Mann zuzuhören und er empört sich über die überheblichen Deutschen, die sich über die Dummheit der Amerikaner beklagen.
(Den Schuh muß ich mir wohl anziehen).
„Aber die Amerikaner sind nicht dümmer, sie haben nur keine Weiterbildungsmöglichkeiten.“
Hier verschwimmen dann also die Begriffe „Dummheit“, „fehlende Intelligenz“, „fehlende Bildung“ und „Phlegma“.
Von den „dummen“ oder „doofen“ Amerikanern zu sprechen ist doch etwas wohlfeil, wenn man bedenkt, daß das Bildungssystem derart mies ist, daß nahezu ein Drittel des Volkes nicht schreiben und lesen können.
Sennett: Die USA haben eine effektive Analphabeten-Quote von 28 Prozent. Es geht um effektiven Analphabetismus, und der liegt dann vor, wenn jemand einen einfachen Vertrag oder einen längeren Text nicht lesen kann. Das Ausbildungsniveau ist sehr niedrig.
Ich bin der letzte, der so philanthropisch wäre, daß ich erwartete Menschen würden von ganz allein und in Massen auf die Idee kommen sich hehre Bildungsziele zu setzen.
Wenn ein Schulsystem nur auf Sport setzt und klassische Fächer fast komplett vernachlässigt - wie naiv ist es dann anzunehmen die Schüler kämen von allein in ihrer Freizeit auf die Idee sich mit Mathematik und Literatur zu befassen?
Sennett: Im vergangenen Jahr gaben unsere Schuldistrikte 600-mal mehr für Sport aus als für Naturwissenschaften - können Sie sich das vorstellen?
Man könnte gewissermaßen sagen - denn sie wissen nicht was sie tun.
Ganz ohne die Anleitung zum schulischen Lernen geht es eben nicht - ginge es auch hier nicht - und wir sind Dank der CDU-Bildungspolitik, die kürzt und kürzt, allerdings auf dem Wege es der USA nachzumachen.
Die Amerikanische Dummheit des Wählers wird also begünstigt durch miserable Schulformen.
Es kommt aber ein Zweites dazu, das womöglich noch schwerwiegender ist:
Die Religiosität, die die Menschen dazu bringt Fakten zu negieren und den „gesunden Menschenverstand“ auszuschalten, wenn politische Irrtümer ganz offen zu Tage treten.
Kommen wir dafür noch mal zur GOP-Kandidatin für die Vizepräsidentschaft zurück - für
Sennett „eine dekadente Figur. Sarah Palin träumt von der Rückkehr zur heilen Welt der amerikanischen Kleinstädte. …Wenn die Republikaner die Wahl gewinnen, wird sich die Krise vermutlich noch verschärfen."
Zur „Heile-Welt“-Phantasie gehören an erster Selle die sogenannten „moral values“ - also eine rigide Sexualmoral, die vor allem eins ist; nämlich: Durch und durch bigott und verlogen.
Das Land, das gegen das öffentliche Nippelzeigen strafrechtlich vorgeht, hat gleichzeitig die größte Pornoindustrie der Welt.
Das Land, in dem ein Krieg gegen weibliche Selbstverantwortung bei der Abtreibungsfrage geführt wird, ignoriert, daß alle internationalen Untersuchungen zeigen, daß es je weniger Abtreibungen gibt, desto liberaler die Regelungen sind.
Das Land, das gegen Sexualaufklärung und Verhütung zu Felde zieht, hat aber die mit Abstand höchste Zahl von Teenagerschwangerschaften.
Ich bleibe bei letzterem Beispiel, weil das etwas ist, daß die oberste Alaskanerin aus ihrer eigenen Familie kennt und dennoch hartnäckig sämtliche Augen - inklusive Hühneraugen vor der Realität verschließt.
Ein Milliarde Dollar hat sich die US-Regierung das Erziehungsprogramms "Creating Positive Relationships" kosten lassen - "Abstinence only".
Keine Aufklärung, Verhütungsmittel weg von den Kindern und Abschreckung predigen.
Nach zehn Jahren der vorsätzlichen Kinderverdummung in Amerika ist das „verblüffende“ Ergebnis:
Amerikas Jugend hat Sex wie eh und je - allerdings wissen sie weder über ihren Körper noch über Verhütung Bescheid. Sexuell übertragene Krankheiten sind auf Rekordniveau - ebenso wie die Teenagerschwangerschaften - was’n Wunder!
Laut einer Studie des National Center for Health Statistics haben 70 Prozent der US-Teenager vor ihrem 18. Geburtstag Oralsex, über 45 Prozent haben bis dahin mindestens einmal Geschlechtsverkehr. Und fast die Hälfte aller Neuinfektionen mit Geschlechtskrankheiten pro Jahr tritt bei Jugendlichen auf.
Es ist vollkommen offensichtlich, dass "abstinence only"total gescheitert ist - siehe Britsol Palin. Es wird fröhlich gepoppt, cunnilungiert und fellationiert - ohne irgendwelche biologischen Fakten zu kennen.
Die USA sind trotz - oder wegen - ihrer Prüderie die westliche Industrienation mit den meisten Teenagerschwangerschaften. Im Jahr 2006 kamen hier laut offizieller Statistik auf 1000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren 41,9 Geburten, mehr als 80 Prozent dieser Schwangerschaften waren ungeplant. In Deutschland waren es nur 10,7 Geburten, in Kanada 13,4.
Dazu würde ich schon gerne noch mal Richard Sennett fragen: Man muß doch auch ohne Intelligenz und/oder ohne Bildung fähig sein Konsequenzen zu ziehen, wenn sich gezeigt hat, daß eine Ansicht oder eine politische Strategie TOTAL gescheitert ist.
Das kann doch auch der Doofste jeden Tag feststellen, daß die republikanischen Neocon-Pläne für den Irak und Afghanistan ein einziges Desaster sind und sich keine der Vorhersagen („Dominoeffekt der Demokratie“) bewahrheitet hat.
Das kann doch auch der Doofste jeden Tag feststellen, daß die republikanischen „moralischen“ Kindersexualerziehungsmethoden das Gegenteil von dem bewirkt haben, was sie sollten. Müßten das nicht auch die 28 % Analphabeten verstehen?
Wieso wollen dennoch ~ 50 % der USA’ler McCain/Palin wählen?
Es bleibt rätselhaft für mich.
NACHTRAG:
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Samstag, 13. September 2008
Entwirrung
Das Süddeutsche Zeitung Magazin von gestern (Nr 37, 12. September 2008) ist irgendwie eigenartig.
Das Cover ist monochromatisch ocker-farbig.
Unten steht lediglich in weiß „Das Männerheft“ mit einer Skala, die 21 cm anzeigt.
Honi soit qui mal y pense.
Was mag wohl mit 21 cm gemeint sein? Ist der Stapel Bücher, den ein Mann im Monat liest, 21 cm hoch? Vielleicht ist es auch die durchschnittliche Jahresbartwuchslänge eines Mannes. Kann ein Mann auf 21 cm genau einparken? Was ist sonst 21 cm lang? Füße sind größer, oder? Man weiß es nicht. Vielleicht ist eine durchschnittliche Männerzahnbürste 21 cm lang. (Ich benutze allerdings elektrische - die sind viel kleiner) Ach, jetzt merke ich es doch: Meine HAND ist 21 cm lang - sogar exakt. DAS wird es sein.
Was drin steht?
Nun ja, auf Seite 7 küsst einen Benjamin von Stuckrad-Barre an - pfui bäh - hab‘ schnell weiter geblättert; nur eben mitbekommen, daß er der drittbestangezogene Mann Deutschlands sein soll.
Ich weiß nicht wozu man das wissen muß.
Dann werden die Artikel aber besser.
Es geht um das „Prinzip Paul Potts“ und die „Gewissensfrage“ betrifft mich ganz persönlich:
Darf man auf einem Pop/Rock-Konzert auch als sehr großer Mann nach vorn gehen, wo man die beste Sicht hat? Damit versperrt man anderen doch die Sicht, die sich zu Recht ärgern. Ist man also verdammt dazu immer ganz hinten zu stehen? Ist das gerecht, obwohl man doch den gleichen Eintrittspreis wie alle zahlt?
Fragen über Fragen. Es folgt eine länglichere Reportage aus Hamburg zum Thema „Schwule werden immer spießiger“. Wohl wahr - Schwule sind doch schon lange der neue Traum der Schwiegermütter.
Aber DANN, auf Seite 18 und 19 ist eine meisterhafte Graphik.
Deswegen schreibe ich dieses Posting.
Die Illustration von Jens Uwe Meyer zeigt wie die Vorstände und Aufsichtsräte der deutschen Topp-Unternehmen verflochten sind. Was man schon immer wußte, wird hier deutlich - jeder kontrolliert und begünstigt jeden.
Daher stürzen auch totale Flachpfeifen nicht - wie Herr Klaus Esser (Mannesmann, zerschoss den Konzern, um ihn an Vodaphone zu verlieren, nahm dann 60 Mio Mark Abfindung mit) oder der Ruinierer von Karstadt Wolfgang Urban, der stets anfing zu weinen, wenn man ihm Zahlen präsentieren wollte - allerdings dann gerne die Millionenabfindung kassierter, als er das Unternehmen zu Grund gerichtet hatte.
Es ist einfach so, daß die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. der Münchner BWL-Professor Manuel René Theisen erklärt, daß man in diesem Netzwerk immer untereinander bleibt - und zwar schön homogen - alle Mitglieder dieses teutonischen Oligopols sind, weiß, deutsch und männlich.
Ob ich die Graphik in meinen Block setzen darf?
Hier steht gar nichts zum Urheberrecht.
Ich mache das mal ganz klein.

Für einen besseren Blick möge man hier klicken und dann noch mal auf die Graphik klicken.
Das Cover ist monochromatisch ocker-farbig.
Unten steht lediglich in weiß „Das Männerheft“ mit einer Skala, die 21 cm anzeigt.
Honi soit qui mal y pense.
Was mag wohl mit 21 cm gemeint sein? Ist der Stapel Bücher, den ein Mann im Monat liest, 21 cm hoch? Vielleicht ist es auch die durchschnittliche Jahresbartwuchslänge eines Mannes. Kann ein Mann auf 21 cm genau einparken? Was ist sonst 21 cm lang? Füße sind größer, oder? Man weiß es nicht. Vielleicht ist eine durchschnittliche Männerzahnbürste 21 cm lang. (Ich benutze allerdings elektrische - die sind viel kleiner) Ach, jetzt merke ich es doch: Meine HAND ist 21 cm lang - sogar exakt. DAS wird es sein.
Was drin steht?
Nun ja, auf Seite 7 küsst einen Benjamin von Stuckrad-Barre an - pfui bäh - hab‘ schnell weiter geblättert; nur eben mitbekommen, daß er der drittbestangezogene Mann Deutschlands sein soll.
Ich weiß nicht wozu man das wissen muß.
Dann werden die Artikel aber besser.
Es geht um das „Prinzip Paul Potts“ und die „Gewissensfrage“ betrifft mich ganz persönlich:
Darf man auf einem Pop/Rock-Konzert auch als sehr großer Mann nach vorn gehen, wo man die beste Sicht hat? Damit versperrt man anderen doch die Sicht, die sich zu Recht ärgern. Ist man also verdammt dazu immer ganz hinten zu stehen? Ist das gerecht, obwohl man doch den gleichen Eintrittspreis wie alle zahlt?
Fragen über Fragen. Es folgt eine länglichere Reportage aus Hamburg zum Thema „Schwule werden immer spießiger“. Wohl wahr - Schwule sind doch schon lange der neue Traum der Schwiegermütter.
Aber DANN, auf Seite 18 und 19 ist eine meisterhafte Graphik.
Deswegen schreibe ich dieses Posting.
Die Illustration von Jens Uwe Meyer zeigt wie die Vorstände und Aufsichtsräte der deutschen Topp-Unternehmen verflochten sind. Was man schon immer wußte, wird hier deutlich - jeder kontrolliert und begünstigt jeden.
Daher stürzen auch totale Flachpfeifen nicht - wie Herr Klaus Esser (Mannesmann, zerschoss den Konzern, um ihn an Vodaphone zu verlieren, nahm dann 60 Mio Mark Abfindung mit) oder der Ruinierer von Karstadt Wolfgang Urban, der stets anfing zu weinen, wenn man ihm Zahlen präsentieren wollte - allerdings dann gerne die Millionenabfindung kassierter, als er das Unternehmen zu Grund gerichtet hatte.
Es ist einfach so, daß die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. der Münchner BWL-Professor Manuel René Theisen erklärt, daß man in diesem Netzwerk immer untereinander bleibt - und zwar schön homogen - alle Mitglieder dieses teutonischen Oligopols sind, weiß, deutsch und männlich.
Ob ich die Graphik in meinen Block setzen darf?
Hier steht gar nichts zum Urheberrecht.
Ich mache das mal ganz klein.
Für einen besseren Blick möge man hier klicken und dann noch mal auf die Graphik klicken.
Freitag, 12. September 2008
Das ging schnell.
Wie zu erwarten war, begann Sarah Palin recht fix damit die menschliche Intelligenz zu verbalinjurieren, nachdem man sie ungefiltert reden hören konnte.
Außenpolitische Unerfahrenheit hin oder her - nun zeigt sich, daß sie auch ganz allgemein geistig auf dem Wissensstand eines durchschnittlich begabten 10-Jährigen Hilfsschülers ist.
Als Bewerberin für den Vizevorsitz des Karnevalvereins von Buxtehude wäre das ja auch nicht weiter schlimm - wobei ich nichts gegen Buxtehude sagen möchte. Der Unterschied ist aber, daß der Einfluss eines hypothetischen Buxtehuder Karnevalvereins auf die Weltpolitik mit JEDEM Vorsitzenden eher marginal wäre.
Leider trifft das aber nicht auf die Okkupanten des Weißen Hauses zu - im Gegenteil; 6 Milliarden Homo Sapiens haben ja anschaulich die Auswirkungen von 8 Jahren Buch mitbekommen.
Mich verblüfft ein wenig, daß sich so schnell die Palin-Verteidiger auch in unseren Breiten aufplustern! Es sei nicht politisch korrekt vermelden heute die deutschsprachigen Zeitungen von links bis rechts mit erhoben Zeigefinger, daß Matt Damon * an ihr zweifelt:„Wenn sie Wladimir Putin gegenübersteht, setzt sie das volkstümliche Zeug ein, das sie am Rand des Hockey-Feldes gelernt hat.“
Die Parteichefin der Demokraten in South Carolina, Carol Fowler, sagte am Mittwoch in einem Interview, Palins „größte Qualifikation scheint zu sein, dass sie keine Abtreibung hatte“.
Hach!
Das mußte inzwischen natürlich zurück genommen und mit blumigen Entschuldigungen versehen werden. Springers rechter „WELT“ kullern schon die Krokodilstränen hinunter:
„Demokraten diffamieren Palin als unfähige Hausfrau“
Ich wundere mich da schon über die Empfindlichkeiten.
Sowohl Damons, wie auch Fowlers Überlegungen sind schließlich nicht von der Hand zu weisen.
Dazu auch noch vergleichsweise harmlos - ich will jetzt nicht das Fass mit den Lügen und Diffamierungen aufmachen, die ÜBLICHERWEISE von den Republikanern ausgegossen werden.
Ich lasse auch der Sachlichkeit halber die Gerüchte weg, die es sonst so über die Palin-Familie gibt.
(Apparently the pregnant daughter is a full fledged whore who drinks, smokes pot and fucks every guy she sees, and her oldest son is a drug addict who fucks any girl he sees. The list goes on and on....)
In Amerika gehört das allerdings zu den wahlentscheidenden Dingen - it’s „personality“ und nicht die „issues“.
Davon zeugen die großen presidental debates der letzten beiden Wahlen: G.W. Blöd hatte alle sechs - die drei gegen Gore und die drei gegen Kerry nach Umfragen verloren - stets wurde dem Gegner größere Sachkunde attestiert. Gewählt haben sie dann aber doch Bush - weil er der verblödeten amerikanischen Majorität mehr als einer von ihnen erschien.
Schlimm genug ist es allerdings auch, wenn man „deutsch“ an die Sache heran geht und mal auf Palins politische Performance eingeht.
Sagenhaft geradezu, was sie volle SIEBEN Jahre nach 9/11 vor US-Soldaten in Alaska rausplapperte: Die US-Truppen im Irak, sagte sie gestern bei ihrem ersten Solo-Auftritt nach der Nominierung, "verteidigen die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben".
OK, man WEISS ja, daß immer noch 40 % der Amis der Bush-Lüge glauben, daß Saddam irgendwas mit der WTC-Anschlag zu tun hatte.
Nur: Es war, ist und bleibt eine dreiste Lüge - ein Vorwand, um einen Krieg vom Zaun zu brechen.
Daß auch die Polit-Elite der USA das noch ungeniert raushaut, ist schon bezeichnend für den Zustand der Nation und der Medien.
In einem großen ABC-Interview zeigte sich die Bärentöterin aus Alaska völlig frei von Selbstzweifeln - sie habe zur Vizekandidatur an der Seite John McCains ohne Zögern «Ja» gesagt. «Ich habe das Vertrauen, dass ich vorbereitet bin.» Sie wisse, «dass man nicht mit der Wimper zucken darf», um das Amt in der richtigen Weise auszuüben. «Man muss entsprechend verdrahtet sein, um der Mission, auf der wir uns befinden, der Reform des Landes und dem Sieg im Krieg (gegen den Terrorismus) so verpflichtet zu sein, man kann nicht mit der Wimper zucken.»
Auch wenn sie nicht wußte, was eigentlich die „Bush-Doktrin“ ist, war sie doch schon mal generell für weitere Militäraktionen zu haben.
So würde sie Israel bei einem Militärschlag gegen den Iran unterstützen.
«Wir können nicht die Schritte infrage stellen, die Israel für notwendig erachtet, sich selbst zu schützen.»
Im Übrigen habe Georgien Russland keineswegs provoziert, gehöre genau wie die Ukraine in NATO und EU und auch einen Militärschlag gegen Russland kann sich McCains Vize gut vorstellen.
McCain wird schon wissen wieso er bisher dafür gesorgt hat, daß Palin alle Interview-Wünsche abgelehnt hat. Auch bei dem jetzt in Anchorage durchgeführten Interview war sie bestens von gleich vier McCain-Spindoktoren umringt:
Sein Wirtschaftsexperte Douglas Holtz-Eakin, sein außenpolitischer Berater Randy Scheunemann, die Kommunikationsspezialistin Nicolle Wallace und Joe Donoghue aus McCains Senatsbüro.
Selbst die GOPse sehen wohl ein, daß man die Frau Gouverneurin vor sich selber schützen muß.
Fragt sich nur, wer den Rest der Welt vor diesen Gaga-Wählern schützen soll, die derzeit mehrheitlich Das GOP-Duo ins Weiße Haus schicken wollen?
Außenpolitische Unerfahrenheit hin oder her - nun zeigt sich, daß sie auch ganz allgemein geistig auf dem Wissensstand eines durchschnittlich begabten 10-Jährigen Hilfsschülers ist.
Als Bewerberin für den Vizevorsitz des Karnevalvereins von Buxtehude wäre das ja auch nicht weiter schlimm - wobei ich nichts gegen Buxtehude sagen möchte. Der Unterschied ist aber, daß der Einfluss eines hypothetischen Buxtehuder Karnevalvereins auf die Weltpolitik mit JEDEM Vorsitzenden eher marginal wäre.
Leider trifft das aber nicht auf die Okkupanten des Weißen Hauses zu - im Gegenteil; 6 Milliarden Homo Sapiens haben ja anschaulich die Auswirkungen von 8 Jahren Buch mitbekommen.
Mich verblüfft ein wenig, daß sich so schnell die Palin-Verteidiger auch in unseren Breiten aufplustern! Es sei nicht politisch korrekt vermelden heute die deutschsprachigen Zeitungen von links bis rechts mit erhoben Zeigefinger, daß Matt Damon * an ihr zweifelt:„Wenn sie Wladimir Putin gegenübersteht, setzt sie das volkstümliche Zeug ein, das sie am Rand des Hockey-Feldes gelernt hat.“
*It's like a really bad Disney movie, "The Hockey Mom.' Oh, I'm just a hockey mom from Alaska, and she's the president," the actor said. "She's facing down Vladimir Putin and using the folksy stuff she learned at the hockey rink. It's absurd. "I don't understand why more people aren't talking about how absurd it is. It's a really terrifying possibility. The fact that we have gotten that close to this being a reality is crazy
Noch böser und empörter geriert man sich über Frau Fowler.Die Parteichefin der Demokraten in South Carolina, Carol Fowler, sagte am Mittwoch in einem Interview, Palins „größte Qualifikation scheint zu sein, dass sie keine Abtreibung hatte“.
Hach!
Das mußte inzwischen natürlich zurück genommen und mit blumigen Entschuldigungen versehen werden. Springers rechter „WELT“ kullern schon die Krokodilstränen hinunter:
„Demokraten diffamieren Palin als unfähige Hausfrau“
Ich wundere mich da schon über die Empfindlichkeiten.
Sowohl Damons, wie auch Fowlers Überlegungen sind schließlich nicht von der Hand zu weisen.
Dazu auch noch vergleichsweise harmlos - ich will jetzt nicht das Fass mit den Lügen und Diffamierungen aufmachen, die ÜBLICHERWEISE von den Republikanern ausgegossen werden.
Ich lasse auch der Sachlichkeit halber die Gerüchte weg, die es sonst so über die Palin-Familie gibt.
(Apparently the pregnant daughter is a full fledged whore who drinks, smokes pot and fucks every guy she sees, and her oldest son is a drug addict who fucks any girl he sees. The list goes on and on....)
In Amerika gehört das allerdings zu den wahlentscheidenden Dingen - it’s „personality“ und nicht die „issues“.
Davon zeugen die großen presidental debates der letzten beiden Wahlen: G.W. Blöd hatte alle sechs - die drei gegen Gore und die drei gegen Kerry nach Umfragen verloren - stets wurde dem Gegner größere Sachkunde attestiert. Gewählt haben sie dann aber doch Bush - weil er der verblödeten amerikanischen Majorität mehr als einer von ihnen erschien.
Schlimm genug ist es allerdings auch, wenn man „deutsch“ an die Sache heran geht und mal auf Palins politische Performance eingeht.
Sagenhaft geradezu, was sie volle SIEBEN Jahre nach 9/11 vor US-Soldaten in Alaska rausplapperte: Die US-Truppen im Irak, sagte sie gestern bei ihrem ersten Solo-Auftritt nach der Nominierung, "verteidigen die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben".
OK, man WEISS ja, daß immer noch 40 % der Amis der Bush-Lüge glauben, daß Saddam irgendwas mit der WTC-Anschlag zu tun hatte.
Nur: Es war, ist und bleibt eine dreiste Lüge - ein Vorwand, um einen Krieg vom Zaun zu brechen.
Daß auch die Polit-Elite der USA das noch ungeniert raushaut, ist schon bezeichnend für den Zustand der Nation und der Medien.
In einem großen ABC-Interview zeigte sich die Bärentöterin aus Alaska völlig frei von Selbstzweifeln - sie habe zur Vizekandidatur an der Seite John McCains ohne Zögern «Ja» gesagt. «Ich habe das Vertrauen, dass ich vorbereitet bin.» Sie wisse, «dass man nicht mit der Wimper zucken darf», um das Amt in der richtigen Weise auszuüben. «Man muss entsprechend verdrahtet sein, um der Mission, auf der wir uns befinden, der Reform des Landes und dem Sieg im Krieg (gegen den Terrorismus) so verpflichtet zu sein, man kann nicht mit der Wimper zucken.»
Auch wenn sie nicht wußte, was eigentlich die „Bush-Doktrin“ ist, war sie doch schon mal generell für weitere Militäraktionen zu haben.
So würde sie Israel bei einem Militärschlag gegen den Iran unterstützen.
«Wir können nicht die Schritte infrage stellen, die Israel für notwendig erachtet, sich selbst zu schützen.»
Im Übrigen habe Georgien Russland keineswegs provoziert, gehöre genau wie die Ukraine in NATO und EU und auch einen Militärschlag gegen Russland kann sich McCains Vize gut vorstellen.
McCain wird schon wissen wieso er bisher dafür gesorgt hat, daß Palin alle Interview-Wünsche abgelehnt hat. Auch bei dem jetzt in Anchorage durchgeführten Interview war sie bestens von gleich vier McCain-Spindoktoren umringt:
Sein Wirtschaftsexperte Douglas Holtz-Eakin, sein außenpolitischer Berater Randy Scheunemann, die Kommunikationsspezialistin Nicolle Wallace und Joe Donoghue aus McCains Senatsbüro.
Selbst die GOPse sehen wohl ein, daß man die Frau Gouverneurin vor sich selber schützen muß.
Fragt sich nur, wer den Rest der Welt vor diesen Gaga-Wählern schützen soll, die derzeit mehrheitlich Das GOP-Duo ins Weiße Haus schicken wollen?
Donnerstag, 11. September 2008
Hoch die Tassen!
Die Natur hat sich schon einige schicke Dinge ausgedacht.
Richtig ausgetüftelt ist zum Beispiel die Plazentaschranke. Während der Schwangerschaft sorgt sie dafür, daß das Blag mit allem versorgt wird, das es braucht, hält aber Giftstoffe aus dem Körper der Mutter davon ab in den Babykreislauf zu kommen.
Sehr selektiv und sehr raffiniert.
Leider ist aber nichts auf der Welt perfekt und daher erkennt die doofe Plazenta keinen Alkohol und dessen Abbauprodukte.
Ethanol ist ein starkes Zellgift, das sich problemlos durch Mutter und Kind bewegt.
Der Embryo hat also denselben Promillegehalt wie die saufende Mutter.
Aber dann wird es fatal für den vollen Fötus - er baut nämlich den Alkohol zehnmal langsamer ab, wie die Profileber der Alten.
Ein werdender Mensch, der im Uterus umher schwimmt, hat natürlich noch eine Menge Organe und Gliedmaßen zu entwickeln bis er phänotypische Ähnlichkeit mit seinen Erzeugern erlangt.
Zunächst einmal sehen diese Zellklumpen ja alle gleich aus - egal ob später daraus ein Schwein, Frosch, Hai, Mensch oder Lurch wird.
Wie sang einst Nina Hagen in ihrem Song Gloria Halleluja Amen (1995)?
Lurch- und Schweinemamis sind vermutlich weniger oft Alkoholiker, als Menschmütter.
Läßt man so ein prämenschuellen Fötus in einer Alkoholladung metamorphosieren, kann er ein Fetales Alkoholsyndrom (FASD) entwickeln.
Das ist dann suboptimal - es kann zu körperlichen Behinderungen des Ungeborenen führen oder aber das zentrale Nervensystems angreifen.
Verschiedene kognitive und Verhaltensstörungen sind die Folge.
Nicht gut ist außerdem, daß man in Deutschland zwar einen Führerschein für ein Mofa, eine Genehmigung für einen Glühweinstand und eine Eignungsprüfung für die Hundezucht braucht - aber das gilt nicht für’s Kinderkriegen.
Poppen und Gebären kann jeder schwachsinnige Depp - wenn er/sie auch noch so ungeeignet und mit Drogen vollgepumt ist.
Nach dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht raucht immer noch ein Drittel der Erwachsenen, 9,5 Millionen Menschen trinken in riskanter Weise Alkohol und etwa 1,3 Millionen sind alkoholabhängig.
Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, präsentierte dazu just recht unangenehme Zahlen. Bei einer Befragung von Schwangeren in der Berliner Charité erklärten fast 60 % während der Schwangerschaft (gelegentlich) Alkohol zu trinken.
Das führt jährlich zu 10.000 Kindern, die in Deutschland mit dem Fetalen Alkoholsyndrom geboren werden. 4.000 davon kommen gleich mit dem Vollbild - also schweren geistigen und körperlichen Behinderungen - auf die Welt.
Im Vergleich zum Down-Syndrom tritt FASD damit doppelt so häufig auf.
Nett ham‘ sie’s hier.
Also das Kinderkriegen um jeden Preis, wie es CDU’ler und Kirchen propagieren, scheint mir nicht gerade so eine dolle Idee zu sein.
Richtig ausgetüftelt ist zum Beispiel die Plazentaschranke. Während der Schwangerschaft sorgt sie dafür, daß das Blag mit allem versorgt wird, das es braucht, hält aber Giftstoffe aus dem Körper der Mutter davon ab in den Babykreislauf zu kommen.
Sehr selektiv und sehr raffiniert.
Leider ist aber nichts auf der Welt perfekt und daher erkennt die doofe Plazenta keinen Alkohol und dessen Abbauprodukte.
Ethanol ist ein starkes Zellgift, das sich problemlos durch Mutter und Kind bewegt.
Der Embryo hat also denselben Promillegehalt wie die saufende Mutter.
Aber dann wird es fatal für den vollen Fötus - er baut nämlich den Alkohol zehnmal langsamer ab, wie die Profileber der Alten.
Ein werdender Mensch, der im Uterus umher schwimmt, hat natürlich noch eine Menge Organe und Gliedmaßen zu entwickeln bis er phänotypische Ähnlichkeit mit seinen Erzeugern erlangt.
Zunächst einmal sehen diese Zellklumpen ja alle gleich aus - egal ob später daraus ein Schwein, Frosch, Hai, Mensch oder Lurch wird.
Wie sang einst Nina Hagen in ihrem Song Gloria Halleluja Amen (1995)?
Gloria Halleluja Amen,
Da kommt er ja der Samen
Und die Gebärmutti ruft: Hallo hier bin ich,
Komm doch rein!
Und die Seele wird zum Mensch und nicht zum Schwein
Da kommt er ja der Samen
Und die Gebärmutti ruft: Hallo hier bin ich,
Komm doch rein!
Und die Seele wird zum Mensch und nicht zum Schwein
Lurch- und Schweinemamis sind vermutlich weniger oft Alkoholiker, als Menschmütter.
Läßt man so ein prämenschuellen Fötus in einer Alkoholladung metamorphosieren, kann er ein Fetales Alkoholsyndrom (FASD) entwickeln.
Das ist dann suboptimal - es kann zu körperlichen Behinderungen des Ungeborenen führen oder aber das zentrale Nervensystems angreifen.
Verschiedene kognitive und Verhaltensstörungen sind die Folge.
Nicht gut ist außerdem, daß man in Deutschland zwar einen Führerschein für ein Mofa, eine Genehmigung für einen Glühweinstand und eine Eignungsprüfung für die Hundezucht braucht - aber das gilt nicht für’s Kinderkriegen.
Poppen und Gebären kann jeder schwachsinnige Depp - wenn er/sie auch noch so ungeeignet und mit Drogen vollgepumt ist.
Nach dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht raucht immer noch ein Drittel der Erwachsenen, 9,5 Millionen Menschen trinken in riskanter Weise Alkohol und etwa 1,3 Millionen sind alkoholabhängig.
Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, präsentierte dazu just recht unangenehme Zahlen. Bei einer Befragung von Schwangeren in der Berliner Charité erklärten fast 60 % während der Schwangerschaft (gelegentlich) Alkohol zu trinken.
Das führt jährlich zu 10.000 Kindern, die in Deutschland mit dem Fetalen Alkoholsyndrom geboren werden. 4.000 davon kommen gleich mit dem Vollbild - also schweren geistigen und körperlichen Behinderungen - auf die Welt.
Im Vergleich zum Down-Syndrom tritt FASD damit doppelt so häufig auf.
Nett ham‘ sie’s hier.
Also das Kinderkriegen um jeden Preis, wie es CDU’ler und Kirchen propagieren, scheint mir nicht gerade so eine dolle Idee zu sein.
Mittwoch, 10. September 2008
Wenn ich groß bin, werde ich Prophet.
Als Blogger, der sich vor allem und politische und religiöse Dinge kümmert, hat man so selten Gelegenheit mal etwas zu loben.
Da bleibt mir mangels Alternative nur mir selbst auf die Schulter zu klopfen.
Vor genau einem Jahr schrieb ich unter der Überschrift „Hurra, wir verblöden“ über die KATASTROPHALE Bildungssituation in Deutschland.
Ich zietierte damals:
Als „verblüffend“ und „besorgniserregend“ bezeichnete es der Pariser OECD-Generalsekretär Angel Gurría, dass in Deutschland nur 21 Prozent der 15-Jährigen für sich ein Studium überhaupt in Betracht ziehen. Im OECD-Schnitt sind dies 57 Prozent.
Es sei eine Katastrophe was die CDU-Landespolitiker da anrichteten.
Ich schloss dann ob der totalen Versagens Schavans und Merkels:
Summa summarum: Es gibt keinen Ausweg, keine Hoffnung auf Besserung. Deutschland wird zunehmend geistig pauperisieren, bis wir uns alle dem Gerichtsshow-glotzenden Prekariat angeschlossen haben.
BEDAUERLICHERWEISE hatte ich vollkommen Recht.
Im vergangenen Jahr ist Deutschland unter bildungspolitischer CDU-Führung noch weiter abgerutscht. Die OECD schlägt entgeistert die Hände über dem Kopf zusammen. Frau Schavan ist zwar inzwischen mal in Erscheinung getreten - allerdings nur mit exzessiver Verwendung der Flugbereitschaft.
Bleibt Merkel, die nun eine Bildungsreise zu Wahlkampfzwecken absolvierte.
Allerdings droppte sie nur kurz in die Eliteeinrichtungen und mied alle Problemfelder - ganz wie in ihrer sonstigen Politik auch.
Die Zahlen sprechen selbstverständlich eine andere Sprache - unter der Ägide der weit überwiegend CDU-geführten Bildungspolitik wurde alles dafür getan die geistige Austrocknung des gemeinen Deutschen voran zu treiben.
Obwohl wir ohnehin schon ganz hinten in allen Vergleichen liegen, kürzten die CDU’ler fröhlich weiter an den Bildungsausgaben - scheiß auf die Zukunft - nach uns die Sintflut!
Das Abendblatt ("Deutschland fällt weiter zurück") berichtet von der Studie "Bildung auf einen Blick"; also den neuesten OSZE-Keulenschlägen:
So gaben die OECD-Länder 2005 6,1 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die Finanzierung ihrer Bildungseinrichtungen aus, Deutschland aber nur 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Während der Anteil der Bildungsausgaben an den Gesamtausgaben der öffentlichen Hand zwischen 2000 und 2005 im Mittel von 12,8 auf 13,2 Prozent stieg, sank er in Deutschland von 9,9 auf 9,7 Prozent. Die Verlagerung weg von strategischen Zukunftsinvestitionen könne "auf lange Sicht die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gefährden", warnte die für Bildung zuständige OECD-Direktorin Barbara Ischinger.
Wichtiger sind doch allemal kurzfristig verpuffende Wahlgeschenke.
Die CSU will unbedingt 30 Cent mehr Pendlerpauschale, die dann einem SIEBTEL der pendelnden Bayern zugute kommt, Wirtschaftsminister Glos entdeckt, daß wir noch ein bißchen zu wenig Subventionen haben und will den Kauf neuer Kühlschränke mit €150 bezuschussen und die Bildungsministerin Schavan…naja, die macht was Schavan eben immer tut: NICHTS!
Qualifizierte scheinen wir im CDU-Weltbild nicht zu benötigen:
Pro 100 000 Erwerbstätige im Alter von 25 bis 34 Jahren gibt es im OECD-Schnitt 1649 Hochqualifizierte mit naturwissenschaftlich-technischem Studium. Der DURCHSCHNITT einer Ländergruppe, zu denen Mexiko, Ungarn, Portugal und die Türkei gehören.
Deutschland liegt mit 1423 Hochqualifizierten massiv UNTER dem Schnitt.
Generell kacken die Deutschen bei der Akademikerquote im internationalen Vergleich ab:
Im OECD-Durchschnitt erwerben bereits 37 Prozent eines Jahrgangs einen Hochschulabschluss - Deutschland schafft gerade mal gut 20 %.
Ob dieses totalen politischen Versagens hat die große K.O.alition gleich am Anfang dafür gesorgt, daß die Länder die völlige Kontrolle über die Bildungspolitik bekommen.
Das ist Merkel-Politik und wir können schon mal darauf anstoßen, daß wir bald im OSCD-Vergleich das dümmste Volk sind.
Lange kann das nicht mehr dauern - Lediglich Slowenien, Griechenland und die Türkei bilden weniger Akademiker.
Sogar die Blitzbirnen in Amerika sind schon besser ausgebildet als wir.
Der Schlussgag:
Obwohl Deutschland bildungstechnisch rapide weiter abstürzt und Millionen Jugendliche verblödet, verwahrlost einem Hartz-IV-Schicksal entgegen dämmern, findet die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Saarlands Schulministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dass Deutschland trotz weiterer notwendiger Anstrengungen bereits auf einem guten Weg sei.
Q.e.d.
Es ist geschafft - die totale Verblödung ist offenbar eingetreten.
In Umfragen liegt die CDU immer noch 10 - 15 % vor der SPD - also gefällt den tumben Teutonen offensichtlich diese Politik.
Vielleicht hat es Deutschland einfach nicht besser verdient, als einer Zukunft der geistigen Verwahrlosung entgegen zu sehen.
Dann werden wir eine einzige bildungsferne Schicht aus Mäc-Jobbern, Bettlern und im THC-Nebel prügelnden Glatzköpfen.
Einen möglichen Ausweg aus diesem germanisch-morialogischen Dilemma versuchte ich vor einem Monat mit meinem RUDIMENTÄRKONZEPT ZUR RETTUNG DEUTSCHLANDS aufzuzeigen -
Aber auf mich hört ja keiner!
Da bleibt mir mangels Alternative nur mir selbst auf die Schulter zu klopfen.
Vor genau einem Jahr schrieb ich unter der Überschrift „Hurra, wir verblöden“ über die KATASTROPHALE Bildungssituation in Deutschland.
Ich zietierte damals:
Als „verblüffend“ und „besorgniserregend“ bezeichnete es der Pariser OECD-Generalsekretär Angel Gurría, dass in Deutschland nur 21 Prozent der 15-Jährigen für sich ein Studium überhaupt in Betracht ziehen. Im OECD-Schnitt sind dies 57 Prozent.
Es sei eine Katastrophe was die CDU-Landespolitiker da anrichteten.
Ich schloss dann ob der totalen Versagens Schavans und Merkels:
Summa summarum: Es gibt keinen Ausweg, keine Hoffnung auf Besserung. Deutschland wird zunehmend geistig pauperisieren, bis wir uns alle dem Gerichtsshow-glotzenden Prekariat angeschlossen haben.
BEDAUERLICHERWEISE hatte ich vollkommen Recht.
Im vergangenen Jahr ist Deutschland unter bildungspolitischer CDU-Führung noch weiter abgerutscht. Die OECD schlägt entgeistert die Hände über dem Kopf zusammen. Frau Schavan ist zwar inzwischen mal in Erscheinung getreten - allerdings nur mit exzessiver Verwendung der Flugbereitschaft.
Bleibt Merkel, die nun eine Bildungsreise zu Wahlkampfzwecken absolvierte.
Allerdings droppte sie nur kurz in die Eliteeinrichtungen und mied alle Problemfelder - ganz wie in ihrer sonstigen Politik auch.
Die Zahlen sprechen selbstverständlich eine andere Sprache - unter der Ägide der weit überwiegend CDU-geführten Bildungspolitik wurde alles dafür getan die geistige Austrocknung des gemeinen Deutschen voran zu treiben.
Obwohl wir ohnehin schon ganz hinten in allen Vergleichen liegen, kürzten die CDU’ler fröhlich weiter an den Bildungsausgaben - scheiß auf die Zukunft - nach uns die Sintflut!
Das Abendblatt ("Deutschland fällt weiter zurück") berichtet von der Studie "Bildung auf einen Blick"; also den neuesten OSZE-Keulenschlägen:
So gaben die OECD-Länder 2005 6,1 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die Finanzierung ihrer Bildungseinrichtungen aus, Deutschland aber nur 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Während der Anteil der Bildungsausgaben an den Gesamtausgaben der öffentlichen Hand zwischen 2000 und 2005 im Mittel von 12,8 auf 13,2 Prozent stieg, sank er in Deutschland von 9,9 auf 9,7 Prozent. Die Verlagerung weg von strategischen Zukunftsinvestitionen könne "auf lange Sicht die globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gefährden", warnte die für Bildung zuständige OECD-Direktorin Barbara Ischinger.
Wichtiger sind doch allemal kurzfristig verpuffende Wahlgeschenke.
Die CSU will unbedingt 30 Cent mehr Pendlerpauschale, die dann einem SIEBTEL der pendelnden Bayern zugute kommt, Wirtschaftsminister Glos entdeckt, daß wir noch ein bißchen zu wenig Subventionen haben und will den Kauf neuer Kühlschränke mit €150 bezuschussen und die Bildungsministerin Schavan…naja, die macht was Schavan eben immer tut: NICHTS!
Qualifizierte scheinen wir im CDU-Weltbild nicht zu benötigen:
Pro 100 000 Erwerbstätige im Alter von 25 bis 34 Jahren gibt es im OECD-Schnitt 1649 Hochqualifizierte mit naturwissenschaftlich-technischem Studium. Der DURCHSCHNITT einer Ländergruppe, zu denen Mexiko, Ungarn, Portugal und die Türkei gehören.
Deutschland liegt mit 1423 Hochqualifizierten massiv UNTER dem Schnitt.
Generell kacken die Deutschen bei der Akademikerquote im internationalen Vergleich ab:
Im OECD-Durchschnitt erwerben bereits 37 Prozent eines Jahrgangs einen Hochschulabschluss - Deutschland schafft gerade mal gut 20 %.
Ob dieses totalen politischen Versagens hat die große K.O.alition gleich am Anfang dafür gesorgt, daß die Länder die völlige Kontrolle über die Bildungspolitik bekommen.
Das ist Merkel-Politik und wir können schon mal darauf anstoßen, daß wir bald im OSCD-Vergleich das dümmste Volk sind.
Lange kann das nicht mehr dauern - Lediglich Slowenien, Griechenland und die Türkei bilden weniger Akademiker.
Sogar die Blitzbirnen in Amerika sind schon besser ausgebildet als wir.
Der Schlussgag:
Obwohl Deutschland bildungstechnisch rapide weiter abstürzt und Millionen Jugendliche verblödet, verwahrlost einem Hartz-IV-Schicksal entgegen dämmern, findet die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Saarlands Schulministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dass Deutschland trotz weiterer notwendiger Anstrengungen bereits auf einem guten Weg sei.
Q.e.d.
Es ist geschafft - die totale Verblödung ist offenbar eingetreten.
In Umfragen liegt die CDU immer noch 10 - 15 % vor der SPD - also gefällt den tumben Teutonen offensichtlich diese Politik.
Vielleicht hat es Deutschland einfach nicht besser verdient, als einer Zukunft der geistigen Verwahrlosung entgegen zu sehen.
Dann werden wir eine einzige bildungsferne Schicht aus Mäc-Jobbern, Bettlern und im THC-Nebel prügelnden Glatzköpfen.
Einen möglichen Ausweg aus diesem germanisch-morialogischen Dilemma versuchte ich vor einem Monat mit meinem RUDIMENTÄRKONZEPT ZUR RETTUNG DEUTSCHLANDS aufzuzeigen -
Aber auf mich hört ja keiner!
Dienstag, 9. September 2008
Asis Abad
Bedauerlich fand es die US-Armee, daß fast Einhundert Frauen und Kinder in Afghanistan gekillt wurden.
„Koalitionstruppen“ hatten am 22. August in der westlichen Provinz Herat mal wieder ein wenig rum bombardiert und anschließend lag das Dorf Asis Abad voller Leichen.
Das afghanische Innenministerium hatte am vorvergangenem Freitag gemeldet, bei einem Luftangriff seien 50 Kinder, 19 Frauen und 8 Männer getötet worden.
So ganz genau kennt man die Zahlen aber nicht.
50 Kinder, 60 Kinder hingemetzelt,...... - kommt ja nicht so drauf an.
Nach Angaben des Dachverbandes von rund 100 Hilfsorganisationen in Afghanistan (ACBAR) sind seit Januar 2008 schon deutlich mehr als 1000 Zivilisten in Afghanistan ums Leben gekommen.
Human Rights Watch erklärte, daß sich die Zahl unschuldig Getöteter in Afghanistan zwischen 2006 und 2007 verdreifacht habe.
Präsident Karzai fordert denn auch von den internationalen Truppen mehr Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung - freilich ohne Effekt.
Karzai erklärte: Alle unsere Anstrengungen, zivile Opfer zu vermeiden, haben keine positiven Ergebnisse gebracht, und unsere unschuldigen Landsleute werden immer noch bei Anti- Terrorismus-Operationen getötet.
Er kündigte an, die Regierung werde in Kürze einen Massnahmenkatalog bekanntgeben, um künftig den Tod von Zivilisten möglichst zu vermeiden.
Der Uno-Koordinator für Afghanistan, Kai Eide, übte sich im Ausbrüten von euphemistischen Worthülsen.
„Zivile Opfer untergraben das Vertrauen und die Zuversicht des afghanischen Volkes“.
Ach was????
Tatsächlich?
Sag bloß die Afghanen mögen es irgendwie nicht, wenn fremde Truppen im Land unschuldige Frauen, Kinder und Männer massakrieren??
Wieso denn nicht?
Ist das nicht ein bißchen pingelig?
Wenn Myriaden Irakische oder Afghanische Soldaten und Söldner in den USA rumrockern würden und ab und an mal ein paar Dutzend Amerikaner killten, wären die friedlichen christlichen Amis sicher viel verständnisvoller und würden sich mit einem
„Huppps. Sorry“ sicher gleich zufrieden geben.
A propos pingelig - man soll sich auch nicht so anstellen, nur weil die US-Armee ab und an mal in anderen Ländern ein paar Familien ausradiert - wie gestern in dem Pakistanischen Dorf Dorf Dandi Darpakheil, als ein paar von US-Drohnen abgeschossene Raketen mindestens 20 unschuldige Dorfbewohner killten.
Was sind schon territoriale Integrität und Grenzen, wenn es um die Sache geht?
Außer natürlich die Russen machen das (wie in Georgien); dann ist das Pfuipfui bähbäh und Merkel findet das auch sofort „absolut inakzeptabel“. Wenn Amerikaner das gleiche tun, ist Merkel hingegen ganz ganz still und stimmt demütig schweigend zu.
Diese Pakistanis sind aber auch genauso pingelig, wie ihre westlichen Nachbarn - so protestierte die Regierung scharf ob der Souveränitätsverletzung und bestellte die US-Botschafterin Anne Patterson ein. Überreaktion!
John McInsane, der neuerdings in Umfragen wie zum Beispiel von Gallup einige Prozentpunkte vor Barak Obama liegt, findet ja nicht, daß man die Kriege in Afghanistan und im Irak beenden sollte.
„Lasst unsere Jungs doch einfach gewinnen“ verkündet der debil grinsende Kugelkopf allenthalben.
Amerikaner wissen eben wie man sich Freunde macht - immer mehr Übergriffe auf Unschuldige, die man dann anschließend auch noch plump auflaufen läßt, falls sich jemand zu beschweren wagt.
Bei den Präsidentschaftswahlen gilt derjenige, der mal so langsam die Kriege beenden will als lasch und unpatriotisch.
Der Kriegslüsterne McCain, der möglicherweise noch 100 Jahre im Irak bleiben will, steht in der Gunst der US-Wähler vorn. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup für die Zeitung "USA Today" sah McCain bei 50, Obama bei 46 Prozent.
Fall McShame/Palin gewinnen im November, kann sich jedenfalls einer so richtig freuen:
Osama bin Laden - denn das bringt seine Rekrutierungsbemühungen für neue Terroristen sicher wieder in Schwung.
„Koalitionstruppen“ hatten am 22. August in der westlichen Provinz Herat mal wieder ein wenig rum bombardiert und anschließend lag das Dorf Asis Abad voller Leichen.
Das afghanische Innenministerium hatte am vorvergangenem Freitag gemeldet, bei einem Luftangriff seien 50 Kinder, 19 Frauen und 8 Männer getötet worden.
So ganz genau kennt man die Zahlen aber nicht.
50 Kinder, 60 Kinder hingemetzelt,...... - kommt ja nicht so drauf an.
Nach Angaben des Dachverbandes von rund 100 Hilfsorganisationen in Afghanistan (ACBAR) sind seit Januar 2008 schon deutlich mehr als 1000 Zivilisten in Afghanistan ums Leben gekommen.
Human Rights Watch erklärte, daß sich die Zahl unschuldig Getöteter in Afghanistan zwischen 2006 und 2007 verdreifacht habe.
Präsident Karzai fordert denn auch von den internationalen Truppen mehr Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung - freilich ohne Effekt.
Karzai erklärte: Alle unsere Anstrengungen, zivile Opfer zu vermeiden, haben keine positiven Ergebnisse gebracht, und unsere unschuldigen Landsleute werden immer noch bei Anti- Terrorismus-Operationen getötet.
Er kündigte an, die Regierung werde in Kürze einen Massnahmenkatalog bekanntgeben, um künftig den Tod von Zivilisten möglichst zu vermeiden.
Der Uno-Koordinator für Afghanistan, Kai Eide, übte sich im Ausbrüten von euphemistischen Worthülsen.
„Zivile Opfer untergraben das Vertrauen und die Zuversicht des afghanischen Volkes“.
Ach was????
Tatsächlich?
Sag bloß die Afghanen mögen es irgendwie nicht, wenn fremde Truppen im Land unschuldige Frauen, Kinder und Männer massakrieren??
Wieso denn nicht?
Ist das nicht ein bißchen pingelig?
Wenn Myriaden Irakische oder Afghanische Soldaten und Söldner in den USA rumrockern würden und ab und an mal ein paar Dutzend Amerikaner killten, wären die friedlichen christlichen Amis sicher viel verständnisvoller und würden sich mit einem
„Huppps. Sorry“ sicher gleich zufrieden geben.
A propos pingelig - man soll sich auch nicht so anstellen, nur weil die US-Armee ab und an mal in anderen Ländern ein paar Familien ausradiert - wie gestern in dem Pakistanischen Dorf Dorf Dandi Darpakheil, als ein paar von US-Drohnen abgeschossene Raketen mindestens 20 unschuldige Dorfbewohner killten.
Was sind schon territoriale Integrität und Grenzen, wenn es um die Sache geht?
Außer natürlich die Russen machen das (wie in Georgien); dann ist das Pfuipfui bähbäh und Merkel findet das auch sofort „absolut inakzeptabel“. Wenn Amerikaner das gleiche tun, ist Merkel hingegen ganz ganz still und stimmt demütig schweigend zu.
Diese Pakistanis sind aber auch genauso pingelig, wie ihre westlichen Nachbarn - so protestierte die Regierung scharf ob der Souveränitätsverletzung und bestellte die US-Botschafterin Anne Patterson ein. Überreaktion!
John McInsane, der neuerdings in Umfragen wie zum Beispiel von Gallup einige Prozentpunkte vor Barak Obama liegt, findet ja nicht, daß man die Kriege in Afghanistan und im Irak beenden sollte.
„Lasst unsere Jungs doch einfach gewinnen“ verkündet der debil grinsende Kugelkopf allenthalben.
Amerikaner wissen eben wie man sich Freunde macht - immer mehr Übergriffe auf Unschuldige, die man dann anschließend auch noch plump auflaufen läßt, falls sich jemand zu beschweren wagt.
Bei den Präsidentschaftswahlen gilt derjenige, der mal so langsam die Kriege beenden will als lasch und unpatriotisch.
Der Kriegslüsterne McCain, der möglicherweise noch 100 Jahre im Irak bleiben will, steht in der Gunst der US-Wähler vorn. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup für die Zeitung "USA Today" sah McCain bei 50, Obama bei 46 Prozent.
Fall McShame/Palin gewinnen im November, kann sich jedenfalls einer so richtig freuen:
Osama bin Laden - denn das bringt seine Rekrutierungsbemühungen für neue Terroristen sicher wieder in Schwung.
Montag, 8. September 2008
Pupsende Kühe.
Es kursieren jede Menge bizarre Vergleiche darüber wie viel Methan Australiens und Neuseelands Schafe ausfurzen.
Da unten kann man nämlich lange lange Schäfchenzählen:
100 Mio Tiere in Australien und 39 Millionen in Neuseeland.
Über drei MILLIONEN TONNEN Methan jährlich entlassen Australiens Viehherden anal in die Luft. Ich würde in Sydney also besser kein Streichholz entzünden - es könnte gewaltig knallen; ganz ohne nukleare Sprengköpfe.
Die Forscher von der Commonwealth Scientific Industrial Research Organisation (CSIRO) berichteten sogar, sie hätten einen Impfstoff entwickelt, um die notorisch rülpsenden und unter Flatulenz leidenden Schafe down under zu davon abzuhalten den Planten mit Treibhausgasen zuzupupen.
Immerhin 20 % des irdischen Treibhauseffektes ist auf den einfachsten Kohlenwasserstoff Methan, CH-4 zurück zu führen. Bei Schafen wird das während der Verdauung entstehende Methan zu 80 Prozent von Mikroben verursacht. Das Gas kommt zwar nur in geringem Maße in der Atmosphäre vor, trägt aber 23 Mal stärker als Kohlendioxid zum Treibhauseffekt bei.
So ein Schaf bläht ganze 25 Liter Methan pro Tag aus - und das ist noch bescheiden gegen gewaltige 280 Liter Methan, die einer Kuh in 24 Stunden aus dem Hintern kriechen.
Rinder gibt es auf der anderen Seite der Welt nämlich auch jede Menge: Etwa 25 Millionen in Australien und noch einmal 5 Millionen in Neuseeland.
Kängurus furzen übrigens kein Methan aus; sie verdauen das Gras auf andere Weise, insofern wäre es sinnig in Australien von Rinder- und Schafzucht auf die landestypischen Beuteltiere umzusatteln.
Da die Bundesregierung noch nie so recht auf die Idee gekommen ist mal auszurechnen, wie es mit der Flatulenz der deutschen Viehherden aussieht, hat foodwatch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) beauftragt.
Die Wissenschaftler haben untersucht, wie die herkömmliche und die ökologische Landwirtschaft zum Treibhauseffekt beitragen.
Deutschland kann zwar bei Kühen („nur“ 15 Millionen) und Schafen (3 Mio) nicht so recht mithalten, aber dafür wimmelt es hier mit den Superpupsern von der Borstenviehfraktion (28 Millionen Schweine, die pro Stück und pro Tag gut und gern 180 Liter Methan ausfurzen).
Im Jauche und Gülle produzieren ist Deutschland also Spitze.
Die wichtigsten Jauchegase sind Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2). Lecker.
Ergebnis der Studie, die foodwatch am 25. August 2008 in Berlin präsentiert hat:
Die Landwirtschaft in Deutschland verursacht annähernd soviel klimaschädliche Gase wie der Straßenverkehr, nämlich 13 Prozent der Treibhausgase insgesamt. Sowohl konventionelle als auch ökologische Landwirtschaft tragen dabei erheblich zum Treibhauseffekt bei.
Das sind allerdings Ergebnisse, die prinzipiell nicht neu sind.
Der Leiter des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Ernst U. v. Weizsäcker, stellte fest:
Die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt sind ähnlich groß wie die des gesamten Autoverkehrs, wenn wir die Waldrodung für Rinder und für Futtermittel einbeziehen...
Global blähen Milliarden Rinder ununterbrochen den Planeten zu - kein Wunder, daß die Erde heiß wird.
Das ZDF berichtet:
Es gibt derzeit weltweit etwa 1,33 Milliarden Rinder, die täglich 300 Liter Methan verursachen können, was fast 400 Millionen Tonnen pro Tag und 146 Milliarden Tonnen pro Jahr entspricht. Die gesamte Viehhaltung (plus Schweine, Schafe) produziert wahrscheinlich 280 Milliarden Tonnen Methan pro Jahr.
Puh! Das stellte auch die Enquete-Kommission, eine Untersuchungs-Kommission des Deutschen Bundestages zum Schutz der Erdatmosphäre, fest:
Durch die Senkung des Fleischkonsums auf ein auch der Gesundheit förderliches Maß könnten ein Viertel oder mehr der klimarelevanten Emissionen vermieden werden. Der Übergang zu einer stärker pflanzlich orientierten Ernährung eröffnet somit das mit Abstand größte Einsparpotential (bis zu 100 Mio. t CO2-Äquivalente) im Ernährungssystem. Darüber hinaus würden die volkswirtschaftlichen Folgekosten der ernährungsbedingten Krankheiten (25 Mrd. EUR/Jahr) erheblich reduziert.
In dieses Horn tutet daher auch der Vorsitzende des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC), Rajendra Kumar Pachauri und fordert dazu auf weniger Fleisch zu essen.
Die Argumente
„den Tieren zu Liebe“ oder
„der Gesundheit zu Liebe“ haben bisher offenbar noch nichts genützt, um die Massen zu Vegetariern zu machen.
Aber vielleicht „dem Klima zu Liebe“?
Anhang; Zitate:
Ein Kilo Fleisch - schädlich wie 250 km Autofahrt: Wussten Sie, dass Steakliebhaber ähnlich große Klimasünder sind wie Autofahrer? Forscher haben ausgerechnet, dass der Klimaschaden von nur einem Kilo Fleisch rund 36 Kilogramm Kohlendioxid entspricht - wobei noch nicht einmal Energieverbrauch der Rinderfarm und Transport berücksichtigt sind.
(WELT online, 18.7.2007)
Kampf den Rülpsern: Ein Zürcher Forscher will Rindern und Schafen die Blähungen abgewöhnen, denn die Wiederkäuer tragen zur Erderwärmung bei.
300 bis 500 Liter Methangas stößt die Kuh jeden Tag aus. Und auch das ist vor allem eines: schlecht fürs Klima.
Weil die Menschen überall auf der Welt mehr und mehr Fleisch essen wollen, ist die Methankonzentration in der Atmosphäre seit 1900 um rund hundert Prozent gestiegen.
(Spiegel Online, 29.06.2007)
Da unten kann man nämlich lange lange Schäfchenzählen:
100 Mio Tiere in Australien und 39 Millionen in Neuseeland.
Über drei MILLIONEN TONNEN Methan jährlich entlassen Australiens Viehherden anal in die Luft. Ich würde in Sydney also besser kein Streichholz entzünden - es könnte gewaltig knallen; ganz ohne nukleare Sprengköpfe.
Die Forscher von der Commonwealth Scientific Industrial Research Organisation (CSIRO) berichteten sogar, sie hätten einen Impfstoff entwickelt, um die notorisch rülpsenden und unter Flatulenz leidenden Schafe down under zu davon abzuhalten den Planten mit Treibhausgasen zuzupupen.
Immerhin 20 % des irdischen Treibhauseffektes ist auf den einfachsten Kohlenwasserstoff Methan, CH-4 zurück zu führen. Bei Schafen wird das während der Verdauung entstehende Methan zu 80 Prozent von Mikroben verursacht. Das Gas kommt zwar nur in geringem Maße in der Atmosphäre vor, trägt aber 23 Mal stärker als Kohlendioxid zum Treibhauseffekt bei.
So ein Schaf bläht ganze 25 Liter Methan pro Tag aus - und das ist noch bescheiden gegen gewaltige 280 Liter Methan, die einer Kuh in 24 Stunden aus dem Hintern kriechen.
Rinder gibt es auf der anderen Seite der Welt nämlich auch jede Menge: Etwa 25 Millionen in Australien und noch einmal 5 Millionen in Neuseeland.
Kängurus furzen übrigens kein Methan aus; sie verdauen das Gras auf andere Weise, insofern wäre es sinnig in Australien von Rinder- und Schafzucht auf die landestypischen Beuteltiere umzusatteln.
Da die Bundesregierung noch nie so recht auf die Idee gekommen ist mal auszurechnen, wie es mit der Flatulenz der deutschen Viehherden aussieht, hat foodwatch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) beauftragt.
Die Wissenschaftler haben untersucht, wie die herkömmliche und die ökologische Landwirtschaft zum Treibhauseffekt beitragen.
Deutschland kann zwar bei Kühen („nur“ 15 Millionen) und Schafen (3 Mio) nicht so recht mithalten, aber dafür wimmelt es hier mit den Superpupsern von der Borstenviehfraktion (28 Millionen Schweine, die pro Stück und pro Tag gut und gern 180 Liter Methan ausfurzen).
Im Jauche und Gülle produzieren ist Deutschland also Spitze.
Die wichtigsten Jauchegase sind Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2). Lecker.
Ergebnis der Studie, die foodwatch am 25. August 2008 in Berlin präsentiert hat:
Die Landwirtschaft in Deutschland verursacht annähernd soviel klimaschädliche Gase wie der Straßenverkehr, nämlich 13 Prozent der Treibhausgase insgesamt. Sowohl konventionelle als auch ökologische Landwirtschaft tragen dabei erheblich zum Treibhauseffekt bei.
Das sind allerdings Ergebnisse, die prinzipiell nicht neu sind.
Der Leiter des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Ernst U. v. Weizsäcker, stellte fest:
Die Beiträge der Rinderhaltung zum Treibhauseffekt sind ähnlich groß wie die des gesamten Autoverkehrs, wenn wir die Waldrodung für Rinder und für Futtermittel einbeziehen...
Global blähen Milliarden Rinder ununterbrochen den Planeten zu - kein Wunder, daß die Erde heiß wird.
Das ZDF berichtet:
Es gibt derzeit weltweit etwa 1,33 Milliarden Rinder, die täglich 300 Liter Methan verursachen können, was fast 400 Millionen Tonnen pro Tag und 146 Milliarden Tonnen pro Jahr entspricht. Die gesamte Viehhaltung (plus Schweine, Schafe) produziert wahrscheinlich 280 Milliarden Tonnen Methan pro Jahr.
Puh! Das stellte auch die Enquete-Kommission, eine Untersuchungs-Kommission des Deutschen Bundestages zum Schutz der Erdatmosphäre, fest:
Durch die Senkung des Fleischkonsums auf ein auch der Gesundheit förderliches Maß könnten ein Viertel oder mehr der klimarelevanten Emissionen vermieden werden. Der Übergang zu einer stärker pflanzlich orientierten Ernährung eröffnet somit das mit Abstand größte Einsparpotential (bis zu 100 Mio. t CO2-Äquivalente) im Ernährungssystem. Darüber hinaus würden die volkswirtschaftlichen Folgekosten der ernährungsbedingten Krankheiten (25 Mrd. EUR/Jahr) erheblich reduziert.
In dieses Horn tutet daher auch der Vorsitzende des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC), Rajendra Kumar Pachauri und fordert dazu auf weniger Fleisch zu essen.
Die Argumente
„den Tieren zu Liebe“ oder
„der Gesundheit zu Liebe“ haben bisher offenbar noch nichts genützt, um die Massen zu Vegetariern zu machen.
Aber vielleicht „dem Klima zu Liebe“?
Anhang; Zitate:
Ein Kilo Fleisch - schädlich wie 250 km Autofahrt: Wussten Sie, dass Steakliebhaber ähnlich große Klimasünder sind wie Autofahrer? Forscher haben ausgerechnet, dass der Klimaschaden von nur einem Kilo Fleisch rund 36 Kilogramm Kohlendioxid entspricht - wobei noch nicht einmal Energieverbrauch der Rinderfarm und Transport berücksichtigt sind.
(WELT online, 18.7.2007)
Kampf den Rülpsern: Ein Zürcher Forscher will Rindern und Schafen die Blähungen abgewöhnen, denn die Wiederkäuer tragen zur Erderwärmung bei.
300 bis 500 Liter Methangas stößt die Kuh jeden Tag aus. Und auch das ist vor allem eines: schlecht fürs Klima.
Weil die Menschen überall auf der Welt mehr und mehr Fleisch essen wollen, ist die Methankonzentration in der Atmosphäre seit 1900 um rund hundert Prozent gestiegen.
(Spiegel Online, 29.06.2007)
Sonntag, 7. September 2008
Mal kurz ein ganz anderes Thema…..
Die Halacha (hebräisch הלכה; auf Deutsch „Gehen“, „Wandeln“) ist jener Teil des Talmuds - das „Religionsgesetz“ - welcher das tägliche Leben eines gläubigen Juden bestimmt.
Das ist NICHT mein Spezialgebiet. Dennoch kurz einige Anmerkungen zu dieser causa, die ich schon lange mit großen Interesse beobachte.
Offensichtlich handelt es sich um ein „Recht“, das direkt von dem lieben Gott gegeben wurde.
Es ist kein von Menschen gemachter Konsens und hat daher auch keine staatliche Autorität nötig. Nach der Halacha sollen sich alle Juden und zwar überall richten.
Das finde ich alles schön und gut, Katholiken sollen sich auch nach den vatikanischen Regeln richten. Es sei denn, daß die katholischen Regeln denen des Staates, in dem der Gläubige lebt, widersprechen. Dann hat das staatliche Gerüst Vorrang.
In Israel ist aber ein doppelt umgekehrtes Phänomen erwähnenswert.
Der Staat hat bis heute kein klassisches Grundgesetz - für die Einhaltung der Halacha sind seit 60 Jahren die orthodoxen Religiösen zuständig.
Obwohl sich heute fast die Hälfte der Israelis als „säkular“ verstehen (nur sieben Prozent sind streng religiös), sind aber alle in der bizarren Situation, daß sie grundlegende Personenstandsangelegenheiten ausschließlich nach der Halacha regeln können.
Es gibt keine zivile Ehe, es gibt kein gleichberechtigtes Scheidungsverfahren.
Israelischen Atheisten bleibt nur die Möglichkeit das Land zu verlassen, wenn sie heiraten wollen ohne sich den Regeln von Rabbinern zu unterwerfen.
Israel ist toppmodern, Tel Aviv soll das abgedrehteste Nachleben überhaupt haben, es setzt Trends und ist auch noch als „San Francisco des Mittelmeers“ so etwas wie das Schwulen-Mekka.
Israel ist ein Hightech-Land der Extraklasse, ökonomisch erfolgreich und wissenschaftlich in vielen Gebieten führend - übrigens ausgerechnet in der Gentechnik, die in Deutschland von CDU und Grünen aus religiösen Erwägungen massiv behindert wird.
Das alles ist möglich trotz der massiven Beschränkungen der Steinzeitreligiösen:
Am Schabbat stehen öffentliche Verkehrsmittel still, die Maschinen der israelischen Fluglinie El-Al dürfen von Sonnenuntergang am Freitagabend bis Sonnenuntergang am Samstagabend nicht fliegen - obwohl das natürlich Millionenverluste für die Airline bedeutet.
Ehen, Scheidungen, Staatsbürgerschaftsangelegenheiten - alles Monopole der ultrareligösen Rabbiner.
Pech für die Frauen: Ohne Unterschrift ihres Mannes können sie sich nicht scheiden lassen, also auch nicht erneut heiraten. Für Männer gilt dies nicht. Auch religiöse Mischehen werden nicht zugelassen.
Hochhäuser haben seit einem Gesetz von 2001 sogenannte Schabbat-Aufzüge; sie fahren ununterbrochen, so daß Ultraorthodoxe sie benutzen können, ohne einen Knopf zu betätigen (die Arbeit einen Knopf zu betätigen ist ihnen streng verboten am Schabbat).
Schweinezucht ist verboten.
Autos dürfen nicht fahren.
Gay-Pride in Jerusalem - undenkbar.
Frauen sollen in orthodoxen Gegenden nur hinten im Bus sitzen - damit bloß kein Religiöser ihren Anblick ertragen muß.
Interessant ist, daß der Anteil der Ultraorthodoxen trotz ihrer durchschnittlich 8-10 Kindern nicht wesentlich anwächst. Ganz offensichtlich haben auch eine Menge ihrer Kinder keine Lust selbst den Steinzeitregelungen zu folgen.
Ich bin gespannt, ob diese weltweit einmalige Situation noch weitere 60 Jahre aufrecht zu erhalten ist.
Immerhin gibt es auch über eine Million Araber mit Israelischem Pass in dem Land.
Das ist NICHT mein Spezialgebiet. Dennoch kurz einige Anmerkungen zu dieser causa, die ich schon lange mit großen Interesse beobachte.
Offensichtlich handelt es sich um ein „Recht“, das direkt von dem lieben Gott gegeben wurde.
Es ist kein von Menschen gemachter Konsens und hat daher auch keine staatliche Autorität nötig. Nach der Halacha sollen sich alle Juden und zwar überall richten.
Das finde ich alles schön und gut, Katholiken sollen sich auch nach den vatikanischen Regeln richten. Es sei denn, daß die katholischen Regeln denen des Staates, in dem der Gläubige lebt, widersprechen. Dann hat das staatliche Gerüst Vorrang.
In Israel ist aber ein doppelt umgekehrtes Phänomen erwähnenswert.
Der Staat hat bis heute kein klassisches Grundgesetz - für die Einhaltung der Halacha sind seit 60 Jahren die orthodoxen Religiösen zuständig.
Obwohl sich heute fast die Hälfte der Israelis als „säkular“ verstehen (nur sieben Prozent sind streng religiös), sind aber alle in der bizarren Situation, daß sie grundlegende Personenstandsangelegenheiten ausschließlich nach der Halacha regeln können.
Es gibt keine zivile Ehe, es gibt kein gleichberechtigtes Scheidungsverfahren.
Israelischen Atheisten bleibt nur die Möglichkeit das Land zu verlassen, wenn sie heiraten wollen ohne sich den Regeln von Rabbinern zu unterwerfen.
Israel ist toppmodern, Tel Aviv soll das abgedrehteste Nachleben überhaupt haben, es setzt Trends und ist auch noch als „San Francisco des Mittelmeers“ so etwas wie das Schwulen-Mekka.
Israel ist ein Hightech-Land der Extraklasse, ökonomisch erfolgreich und wissenschaftlich in vielen Gebieten führend - übrigens ausgerechnet in der Gentechnik, die in Deutschland von CDU und Grünen aus religiösen Erwägungen massiv behindert wird.
Das alles ist möglich trotz der massiven Beschränkungen der Steinzeitreligiösen:
Am Schabbat stehen öffentliche Verkehrsmittel still, die Maschinen der israelischen Fluglinie El-Al dürfen von Sonnenuntergang am Freitagabend bis Sonnenuntergang am Samstagabend nicht fliegen - obwohl das natürlich Millionenverluste für die Airline bedeutet.
Ehen, Scheidungen, Staatsbürgerschaftsangelegenheiten - alles Monopole der ultrareligösen Rabbiner.
Pech für die Frauen: Ohne Unterschrift ihres Mannes können sie sich nicht scheiden lassen, also auch nicht erneut heiraten. Für Männer gilt dies nicht. Auch religiöse Mischehen werden nicht zugelassen.
Hochhäuser haben seit einem Gesetz von 2001 sogenannte Schabbat-Aufzüge; sie fahren ununterbrochen, so daß Ultraorthodoxe sie benutzen können, ohne einen Knopf zu betätigen (die Arbeit einen Knopf zu betätigen ist ihnen streng verboten am Schabbat).
Schweinezucht ist verboten.
Autos dürfen nicht fahren.
Gay-Pride in Jerusalem - undenkbar.
Frauen sollen in orthodoxen Gegenden nur hinten im Bus sitzen - damit bloß kein Religiöser ihren Anblick ertragen muß.
Interessant ist, daß der Anteil der Ultraorthodoxen trotz ihrer durchschnittlich 8-10 Kindern nicht wesentlich anwächst. Ganz offensichtlich haben auch eine Menge ihrer Kinder keine Lust selbst den Steinzeitregelungen zu folgen.
Ich bin gespannt, ob diese weltweit einmalige Situation noch weitere 60 Jahre aufrecht zu erhalten ist.
Immerhin gibt es auch über eine Million Araber mit Israelischem Pass in dem Land.
Samstag, 6. September 2008
Es geht immer noch irrer bei den GOPsen.
Der Katholik Patrick J. Buchanan, 69, mehrfach (erfolgloser) Präsidentschaftskandidat in den USA ist ein vielfach ausgezeichneter Politiker, Journalist und Kommentator.
Der Ritter des Malteserordens ist derartig homophob, antisemitisch und rassistisch, daß er selbst seine eigene Partei, die GOP, für zu lasch hält.
Erstaunlich irgendwie, wenn man bedenkt, daß den GOPserichen im Bible-belt auch ein McCain schon viel zu linksliberal erscheint, um ihn wählen zu können - und wenn, dann nur mit Zahnschmerzen und Bauchgrimmen.
Pat Buchanan rückt aber alles ins wirklich RECHTE Licht.
Auf seiner Website (Counter steht bei über 10 Mio Klicks) erklärt er beispielsweise nach dem Parteitag der GOPse in St. Paul zufrieden: „the Culture War and Right to Life — are back on the table.“
Sarah Palin ist so recht nach seinem Geschmack; „Palin’s beautifully crafted and delivered acceptance speech…. will rank as a night to remember in convention history.”
Buchanan ist aber auch Historiker und außenpolitischer Durchblicker, so fragt er kryptisch an, ob seine GOP-Freunde bereit wären jederzeit einen Krieg in Georgien gegen Russland zu führen - natürlich ggf gegen Pakistan und Iran. This is a direct challenge to administration and neocon plans to bring Georgia and Ukraine into NATO. John McCain may declare, “We are all Georgians now!” — but, are Americans, or Europeans, truly willing to go to war with a nuclear-armed Russia to keep Joseph Stalin’s birthplace under a regime led by an erratic hothead who launched what may be the dumbest war in history, which he lost within 24 hours?
Mit Kriegen kennt sich die Blitzbirne nämlich aus, wie ein Blick auf sein neuestes Buch zeigt: Churchill, Hitler, and "The Unnecessary War": How Britain Lost Its Empire and the West Lost the World (May 27, 2008)
Hier hat der historische Analytiker endlich erkannt, was sich vorher noch nie so klar dargestellt hatte:
Der arme Hitler war doch halb so wild! Der echte Kriegstreiber war Churchill, der alles falsch gemacht hatte und daher an den Folgen - Ausschwitz und Errichtung des Warschauer Pakts - die Schuld trägt.
Was jedem Menschen mit mehr als einer Gehirnzelle wie der blanke Hohn und allenfalls schlechte Satire erscheinen muß, meint der amerikanischen Christ ganz ernst.
Franziska Augstein führt dazu aus:
Buchanan hasst den Kommunismus mehr als alles andere. Hätte Churchill im März 1939 nicht zugesagt, Polen militärisch zu Hilfe zu kommen, wenn es von Deutschland angegriffen werde, dann hätte die Sowjetunion allein gegen Hitler kämpfen müssen. Und dann, so meint Buchanan, wäre der Kommunismus weltweit wohl erledigt gewesen: "Der Bolschewismus hätte vernichtet werden können. Mit dem Kommunismus hätte es 1940 zu Ende sein können." Und so wäre es nicht zur "Versklavung von hundert Millionen Christen" gekommen. Der Katholik Buchanan meint die Völker der ehemaligen Sowjetunion.
Nun war auch der Wannseekonferenz die Vernichtung von 11 Millionen Juden beschlossen worden, den naheliegenden Einwand, daß Deutschland ohne den Kriegseintritt Englands und Amerikas dann noch exzessiver diesen Massenmord vorangetrieben hätte, kontert der streng gläubige Christ so:
Die Einrichtung von Vernichtungslagern sei überhaupt erst eine Folge des Weltkriegs gewesen, der wiederum ohne die britische Kriegserklärung nicht begonnen hätte. Ja, so wäre denn letztlich Churchill verantwortlich für die Vernichtung der Juden.
Angesichts solcher „Analysen“ von den extrem gläubigen Republikanern in den USA sollte man sich nun wirklich über gar nichts mehr wundern, das aus dem Weißen Haus verbreitet wird.
Sollte ab Januar 2009 Buchanans Freundin Palin erst dort einziehen, wäre zu erwägen prophylaktisch gleich zum Zyankali zu greifen.
Der Ritter des Malteserordens ist derartig homophob, antisemitisch und rassistisch, daß er selbst seine eigene Partei, die GOP, für zu lasch hält.
Erstaunlich irgendwie, wenn man bedenkt, daß den GOPserichen im Bible-belt auch ein McCain schon viel zu linksliberal erscheint, um ihn wählen zu können - und wenn, dann nur mit Zahnschmerzen und Bauchgrimmen.
Pat Buchanan rückt aber alles ins wirklich RECHTE Licht.
Auf seiner Website (Counter steht bei über 10 Mio Klicks) erklärt er beispielsweise nach dem Parteitag der GOPse in St. Paul zufrieden: „the Culture War and Right to Life — are back on the table.“
Sarah Palin ist so recht nach seinem Geschmack; „Palin’s beautifully crafted and delivered acceptance speech…. will rank as a night to remember in convention history.”
Buchanan ist aber auch Historiker und außenpolitischer Durchblicker, so fragt er kryptisch an, ob seine GOP-Freunde bereit wären jederzeit einen Krieg in Georgien gegen Russland zu führen - natürlich ggf gegen Pakistan und Iran. This is a direct challenge to administration and neocon plans to bring Georgia and Ukraine into NATO. John McCain may declare, “We are all Georgians now!” — but, are Americans, or Europeans, truly willing to go to war with a nuclear-armed Russia to keep Joseph Stalin’s birthplace under a regime led by an erratic hothead who launched what may be the dumbest war in history, which he lost within 24 hours?
Mit Kriegen kennt sich die Blitzbirne nämlich aus, wie ein Blick auf sein neuestes Buch zeigt: Churchill, Hitler, and "The Unnecessary War": How Britain Lost Its Empire and the West Lost the World (May 27, 2008)
Hier hat der historische Analytiker endlich erkannt, was sich vorher noch nie so klar dargestellt hatte:
Der arme Hitler war doch halb so wild! Der echte Kriegstreiber war Churchill, der alles falsch gemacht hatte und daher an den Folgen - Ausschwitz und Errichtung des Warschauer Pakts - die Schuld trägt.
Was jedem Menschen mit mehr als einer Gehirnzelle wie der blanke Hohn und allenfalls schlechte Satire erscheinen muß, meint der amerikanischen Christ ganz ernst.
Franziska Augstein führt dazu aus:
Buchanan hasst den Kommunismus mehr als alles andere. Hätte Churchill im März 1939 nicht zugesagt, Polen militärisch zu Hilfe zu kommen, wenn es von Deutschland angegriffen werde, dann hätte die Sowjetunion allein gegen Hitler kämpfen müssen. Und dann, so meint Buchanan, wäre der Kommunismus weltweit wohl erledigt gewesen: "Der Bolschewismus hätte vernichtet werden können. Mit dem Kommunismus hätte es 1940 zu Ende sein können." Und so wäre es nicht zur "Versklavung von hundert Millionen Christen" gekommen. Der Katholik Buchanan meint die Völker der ehemaligen Sowjetunion.
Nun war auch der Wannseekonferenz die Vernichtung von 11 Millionen Juden beschlossen worden, den naheliegenden Einwand, daß Deutschland ohne den Kriegseintritt Englands und Amerikas dann noch exzessiver diesen Massenmord vorangetrieben hätte, kontert der streng gläubige Christ so:
Die Einrichtung von Vernichtungslagern sei überhaupt erst eine Folge des Weltkriegs gewesen, der wiederum ohne die britische Kriegserklärung nicht begonnen hätte. Ja, so wäre denn letztlich Churchill verantwortlich für die Vernichtung der Juden.
Angesichts solcher „Analysen“ von den extrem gläubigen Republikanern in den USA sollte man sich nun wirklich über gar nichts mehr wundern, das aus dem Weißen Haus verbreitet wird.
Sollte ab Januar 2009 Buchanans Freundin Palin erst dort einziehen, wäre zu erwägen prophylaktisch gleich zum Zyankali zu greifen.
Freitag, 5. September 2008
Kein Posting heute
Nachdem ich schon soviel Party-convention gehört hatte, blieb ich auch letzte Nacht wach, um mir McShames Rede in St. Paul anzuhören.
In der Nacht zuvor habe ich mir schon die Zähne an der Schreitischplatte ausgebissen, als die orgiastisch kreischende Masse der Enthirnten Palins Hexenjagd auf die Linke bejubelte.
Aber zu viel ist zu viel; mein persönliches Fass dessen was ich noch ertragen kann, ohne Magengeschwüre zu entwickeln, ist übergelaufen!
Was war denn DAS für eine Gruselshow des Wahnsinns?
Zunächst einmal ein schwülstiger Wahlfilm, der Gaga-John mit den Worten "Was für ein Leben. Was für ein Glauben. Was für eine Familie. Country First. John McCain" huldigt.
Politische Aussagen und Konzeptionen für die nächsten vier Jahre wurden erst gar nicht erwähnt, stattdessen betete die Debilen-Versammlung, verfluchte die Toleranz und skandierte manisch „USA! USA! USA!“
McSame dankte George W. für seine großartige Führung im Kampf gegen den Terror und wieder jauchzte die Bande von Grenzdebilen, als ob sie just alle einen Lottohauptgewinn gemacht hätten.
Besonders die myriadenfach ausgewalzte Geschichte McInsanes in vietnamesischer Haft ließ die Gomulken von der Gay Old Party in Verzückung geraten!
America First.
Die gemeinen Vietnamesen, die den Helden aus God Owns Country einsperrten... Unerhört.
Daß Millionen Vietnamesen von den Amerikanern mit Bomben und Napalm abgeschlachtet wurden, die den Amerikanern nun wirklich nichts getan hatten, ist offensichtlich vergessen.
Man könnte meinen, daß McCain damals als UN-Blauhelm oder humanitärer Helfer unterwegs war.
War er aber NICHT, nein er war BOMBERPILOT und hat sich professionell dem Massenmord gewidmet.
Nein, ich KANN nicht darüber schreiben, wie ich die Vorstellung finde, daß Amerika möglicherweise ab 2009 von McCain/Palin regiert wird.
Ich kriege Brechdurchfall.
Wer einen weniger empfindlichen Magen hat, sollte den Stimmungsbericht von Marc Pitzke lesen. Offensichtlich war er ja der einzige kritische Journalist dort. Die US-Medien sind vom Nationalpathos übermannt und sind in kollektiver Verzückung über die GOP’se erstarrt:
Die Scheinheiligsten von allen aber waren die US-Medien. Weitgehend kritiklos käuten sie die vorgesetzte Wahlkampfkost wieder. Und wenn sie mal forsch nachhakten, wie Campbell Brown von CNN, ließen sie sich widerspruchslos vom McCain-Team abstrafen.
In der Nacht zuvor habe ich mir schon die Zähne an der Schreitischplatte ausgebissen, als die orgiastisch kreischende Masse der Enthirnten Palins Hexenjagd auf die Linke bejubelte.
Aber zu viel ist zu viel; mein persönliches Fass dessen was ich noch ertragen kann, ohne Magengeschwüre zu entwickeln, ist übergelaufen!
Was war denn DAS für eine Gruselshow des Wahnsinns?
Zunächst einmal ein schwülstiger Wahlfilm, der Gaga-John mit den Worten "Was für ein Leben. Was für ein Glauben. Was für eine Familie. Country First. John McCain" huldigt.
Politische Aussagen und Konzeptionen für die nächsten vier Jahre wurden erst gar nicht erwähnt, stattdessen betete die Debilen-Versammlung, verfluchte die Toleranz und skandierte manisch „USA! USA! USA!“
McSame dankte George W. für seine großartige Führung im Kampf gegen den Terror und wieder jauchzte die Bande von Grenzdebilen, als ob sie just alle einen Lottohauptgewinn gemacht hätten.
Besonders die myriadenfach ausgewalzte Geschichte McInsanes in vietnamesischer Haft ließ die Gomulken von der Gay Old Party in Verzückung geraten!
America First.
Die gemeinen Vietnamesen, die den Helden aus God Owns Country einsperrten... Unerhört.
Daß Millionen Vietnamesen von den Amerikanern mit Bomben und Napalm abgeschlachtet wurden, die den Amerikanern nun wirklich nichts getan hatten, ist offensichtlich vergessen.
Man könnte meinen, daß McCain damals als UN-Blauhelm oder humanitärer Helfer unterwegs war.
War er aber NICHT, nein er war BOMBERPILOT und hat sich professionell dem Massenmord gewidmet.
Nein, ich KANN nicht darüber schreiben, wie ich die Vorstellung finde, daß Amerika möglicherweise ab 2009 von McCain/Palin regiert wird.
Ich kriege Brechdurchfall.
Wer einen weniger empfindlichen Magen hat, sollte den Stimmungsbericht von Marc Pitzke lesen. Offensichtlich war er ja der einzige kritische Journalist dort. Die US-Medien sind vom Nationalpathos übermannt und sind in kollektiver Verzückung über die GOP’se erstarrt:
Die Scheinheiligsten von allen aber waren die US-Medien. Weitgehend kritiklos käuten sie die vorgesetzte Wahlkampfkost wieder. Und wenn sie mal forsch nachhakten, wie Campbell Brown von CNN, ließen sie sich widerspruchslos vom McCain-Team abstrafen.
Donnerstag, 4. September 2008
Nichts Neues, Nirgends
Das Tridentinum, von dem konservativste Katholiken immer noch schwer begeistert sind, war ein Konzil im 16. Jahrhundert. Die von Papst Paul III einberufene Kirchenversammlung fand in Trient statt, begann am 13. Dezember 1545 und wurde am 4. Dezember 1563 abgeschlossen.
Der Beginn fiel fast mit dem Tode Martin Luthers zusammen, die Reformation brodelte und so hatte die katholische Kirche einiges zu regeln.
Die Schäfchen sprangen zu Millionen von der Schippe - kein Wunder, daß die Frage des Nachwuchses eine besondere Rolle spielte.
Gemeint war und ist selbstverständlich der männliche Nachwuchs. Frauen haben bis heute nichts in der katholischen Kirche zu melden und sollen in der Gemeinde schweigen, wie man weiß.
Die „Knaben“ gefallen dem Klerus offensichtlich bis heute sehr viel besser - wenn sie auch anfällig für „schlechte Einflüsse“ (= lüsterne Weibsbilder) sind.
Im Deutschland des Jahres 2008 sieht man das einen Tick liberaler. So dürfen Frauen heutzutage Ärztinnen oder Professorinnen sein (allerdings nicht gerade Chefin eines DAX-Unternehmens). Eine von ihnen soll gar Bundeskanzlerin geworden sein.
Das war im Jahr 2005 - also nur 17 Jahre nachdem im islamischen Staat Pakistan Benazir Bhutto Regierungschefin wurde und 12 Jahre nachdem in der islamischen Türkei Tansu Çiller Ministerpräsidentin wurde.
Die römischen Katholen sind strenger (und übrigens auch menschenrechtswidrig); Frauen mögen sie bis heute nicht in ihren Reihen haben.
Die Indoktrinierung aus ihren Priesterseminaren sitzt tief.
Ohne Penis kein Kirchenamt!
Zurück zum Tridentinum:
Die Kirchenmänner verfassten ein Dekret über die Schaffung von „Seminarien“ (Sess. 23, Can. 18 aus De reformatione):
Bastarde waren selbstverständlich qua Geburt schon versaut - wie die unreinen Frauen.
„In diesem Kolleg sollen solche Knaben Aufnahme finden, die wenigstens zwölf Jahre alt sind und aus einer rechtmäßigen Ehe stammen“
Daß auch ein unehelich geborener Mann jemals Priester werden kann, wurde allerdings nur 425 Jahre später, 1970, abgeschafft - seit dem drückt man bei der RKK sämtliche Augen; inkl Hühneraugen, zu. Penis ist also wichtiger als eheliche Geburt!
Eins dieser schicken Jungsseminare ist das Ottonianum, das erzbischöfliche Knabenseminar des Erzbistums Bamberg, gegründet im Jahr 1828.
Um den Teenagern die „weltlichen Vergnügungen“ auszutreiben, gab es einen vollgepackten stringenten Tagesablauf.
Was man aber unter „kirchlichen Zucht“ zu verstehen hat, scheint offenbar interpretierbar zu sein.
Der ehemalige Leiter des Ottonianums Otto Münkemer, zum Beispiel, hat laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seine Jungs vergewaltigt und sexuell belästigt.
Der Mann steht im Verdacht, sich während seiner Tätigkeit in einem katholischen Internat von 1976 bis 1991 an Schülern vergangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben von wenigstens fünf Fällen aus.
Einigen Opfern wurde später vom Bistum Bamberg Schweigegeld (20.000 DM an die Eltern) gezahlt, andere ermöglichten eine für die katholische Kirche billigere Lösung, indem sie sich vor Gram umbrachten.
Ein früherer Mitschüler habe den Verdacht geäußert, dass sich der 23-Jährige aus Verzweiflung das Leben genommen habe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Domkapitular Münkemer, inzwischen 63 Jahre alt, hat von der Staatsanwaltschaft allerdings nichts mehr viel zu befürchten - seine heilige Mutter Kirche hat so lange alles unter der Decke gehalten und verschwiegen, bis die strafrechtlichen Folgen verjährt waren.
Praktisch, daß Münkemer neben seiner ephebophilen Tätigkeit zum engsten Führungsstab um Erzbischof Ludwig Schick gehört.
Gestraft ist der inzwischen zum Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal aufgestiegene Geistliche aber doch:
Mangels Interesses wurde das Ottomanium 1999 geschlossen. Der „Nachwuchs“ blieb aus, die Bamberger Jungs verloren das Interesse sich unter die Fittiche von Münkemer zu begeben.
Warum bloß?
Honi soit qui mal y pense
Der Beginn fiel fast mit dem Tode Martin Luthers zusammen, die Reformation brodelte und so hatte die katholische Kirche einiges zu regeln.
Die Schäfchen sprangen zu Millionen von der Schippe - kein Wunder, daß die Frage des Nachwuchses eine besondere Rolle spielte.
Gemeint war und ist selbstverständlich der männliche Nachwuchs. Frauen haben bis heute nichts in der katholischen Kirche zu melden und sollen in der Gemeinde schweigen, wie man weiß.
Die „Knaben“ gefallen dem Klerus offensichtlich bis heute sehr viel besser - wenn sie auch anfällig für „schlechte Einflüsse“ (= lüsterne Weibsbilder) sind.
Im Deutschland des Jahres 2008 sieht man das einen Tick liberaler. So dürfen Frauen heutzutage Ärztinnen oder Professorinnen sein (allerdings nicht gerade Chefin eines DAX-Unternehmens). Eine von ihnen soll gar Bundeskanzlerin geworden sein.
Das war im Jahr 2005 - also nur 17 Jahre nachdem im islamischen Staat Pakistan Benazir Bhutto Regierungschefin wurde und 12 Jahre nachdem in der islamischen Türkei Tansu Çiller Ministerpräsidentin wurde.
Die römischen Katholen sind strenger (und übrigens auch menschenrechtswidrig); Frauen mögen sie bis heute nicht in ihren Reihen haben.
Die Indoktrinierung aus ihren Priesterseminaren sitzt tief.
Ohne Penis kein Kirchenamt!
Zurück zum Tridentinum:
Die Kirchenmänner verfassten ein Dekret über die Schaffung von „Seminarien“ (Sess. 23, Can. 18 aus De reformatione):
„Da die Jugend, wenn sie nicht in der rechten Weise unterwiesen wird, dazu neigt, weltlichen Vergnügungen zu folgen, und da sie niemals ohne sehr große und beinahe außerordentliche Hilfe des allmächtigen Gottes in vollkommener Weise bei der kirchlichen Zucht bleibt, wenn sie nicht von frühem Alter an - bevor noch der Hang zum Bösen den ganzen Menschen erfasst - zu Frömmigkeit und Religion angehalten wird, setzt die Heilige Versammlung Folgendes fest: Die einzelnen Kathedral- und Metropolitankirchen, sowie die diesen übergeordneten Kirchen sollen gehalten sein, entsprechend ihren Möglichkeiten und der Größe der Diözese, eine bestimmte Zahl von Knaben aus ihrer Stadt und ihrer Diözese oder - wenn man dort nicht so viele finden kann - aus derselben Provinz in einem Kolleg, das dazu in der Nähe dieser Kirchen oder an einem anderen passenden Ort vom Bischof auszuwählen ist, zu verköstigen, religiös zu erziehen und in den kirchlichen Wissenschaften zu unterweisen."
Als Priester kam natürlich nur ein ehelich geborener Knabe in Betracht.Bastarde waren selbstverständlich qua Geburt schon versaut - wie die unreinen Frauen.
„In diesem Kolleg sollen solche Knaben Aufnahme finden, die wenigstens zwölf Jahre alt sind und aus einer rechtmäßigen Ehe stammen“
Daß auch ein unehelich geborener Mann jemals Priester werden kann, wurde allerdings nur 425 Jahre später, 1970, abgeschafft - seit dem drückt man bei der RKK sämtliche Augen; inkl Hühneraugen, zu. Penis ist also wichtiger als eheliche Geburt!
Eins dieser schicken Jungsseminare ist das Ottonianum, das erzbischöfliche Knabenseminar des Erzbistums Bamberg, gegründet im Jahr 1828.
Um den Teenagern die „weltlichen Vergnügungen“ auszutreiben, gab es einen vollgepackten stringenten Tagesablauf.
Was man aber unter „kirchlichen Zucht“ zu verstehen hat, scheint offenbar interpretierbar zu sein.
Der ehemalige Leiter des Ottonianums Otto Münkemer, zum Beispiel, hat laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seine Jungs vergewaltigt und sexuell belästigt.
Der Mann steht im Verdacht, sich während seiner Tätigkeit in einem katholischen Internat von 1976 bis 1991 an Schülern vergangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben von wenigstens fünf Fällen aus.
Einigen Opfern wurde später vom Bistum Bamberg Schweigegeld (20.000 DM an die Eltern) gezahlt, andere ermöglichten eine für die katholische Kirche billigere Lösung, indem sie sich vor Gram umbrachten.
Ein früherer Mitschüler habe den Verdacht geäußert, dass sich der 23-Jährige aus Verzweiflung das Leben genommen habe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Domkapitular Münkemer, inzwischen 63 Jahre alt, hat von der Staatsanwaltschaft allerdings nichts mehr viel zu befürchten - seine heilige Mutter Kirche hat so lange alles unter der Decke gehalten und verschwiegen, bis die strafrechtlichen Folgen verjährt waren.
Praktisch, daß Münkemer neben seiner ephebophilen Tätigkeit zum engsten Führungsstab um Erzbischof Ludwig Schick gehört.
Gestraft ist der inzwischen zum Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal aufgestiegene Geistliche aber doch:
Mangels Interesses wurde das Ottomanium 1999 geschlossen. Der „Nachwuchs“ blieb aus, die Bamberger Jungs verloren das Interesse sich unter die Fittiche von Münkemer zu begeben.
Warum bloß?
Honi soit qui mal y pense
Mittwoch, 3. September 2008
Huch?
Wie ich möglicherweise schon das ein oder andere mal dezent durch die Blume angedeutet haben mag, gibt es tatsächlich deutsche Politiker, die ich nicht unbedingt mit Lobeshymnen überschütte. Man könnte sogar sagen, daß ich schon an der ein oder anderen Stelle ein wenig Kritik geäußert habe, wenn Merkel (gefährlich), Huber (dummdreist) oder Schäuble (perfide) politisch in Aktion treten.
Tatsächlich halte ich mich seit einiger Zeit mit Guido W. zurück, da er meiner Meinung nach so ein hohles Windei ist, daß man den einfach nicht mehr ernst nehmen kann.
Bei ihm kommt erschwerend hinzu, daß er ein geradezu pathologisches Verhältnis zur Wahrheit hat und lügt wie ein Großer - ganz ohne rot zu werden.
Da beklagt die FDP als hartnäckigste Protagonistin von planwirtschaftlichen Rudimenten, wie dem Apothekenfilialverbot, des Erhalts von Meisterzwängen, des Verbots von Reimportmedikamenten oder den Abrechnungsmethoden von Anwälten und Maklern die Marktfeindlichkeit der anderen Parteien. LOL.
Westerwelle ist geradezu die Inkarnation des politischen Münchhausentums - inkl der langen Pinocchio-Nase.
Ich würde grundsätzlich jedem abraten sich mit dem FDP-Chef zu befassen. Es ist die reinste Zeitverschwendung.
Interessant erscheint mir aber doch, wie sich inzwischen auch der Wind der einst Guido-devoten Presseberichte gedreht hat.
Zwar schafft es der Ober-FDP’ler seit Jahren und bis heute JEDE WOCHE im Register der BUNTEn aufzutauchen, weil er wie der Trommelhase mit Duracell-Batterie manisch zu jedem halbseidenen PR-Event hoppst, aber die seriöse Presse entzieht ihm mittlerweile doch die Gunst.
Eine Gunst, die Gabor Steingart ihm treu gewährte, als er noch im lustigen quietschgelben „Guido-Mobil“ mit der „18“ unter den Schuhsohlen zum Big Brother-Container kurvte.
Im September 2008 ist aber Gabor S. nach Amerika verbannt und der SPIEGEL’sche Respekt vor dem Bonner Luftikus ist dahin.
Genüßlich zitieren die Herren aus der Brandtstwiete Westerwelles Aussage aus dem ZDF-Sommerinterview -
»Zehn Jahre lang haben wir jetzt nur Steuererhöhungen gehabt. Das ist genug.«
und machen ihm dann im Münchhausentest den Garaus.
Verpasst wurde ihm die höchstmögliche Lügenstufe, denn Rot/Grün hatte immerhin die größte Steuersenkungsaktion aller Zeiten durchgeführt - 60 Milliarden Entlastung in drei Stufen.
Westerwelle hat aber nicht nur klar etwas vollkommen Falsches gesagt, sondern es ist auch noch besonders perfide, da die vorherigen extremen Steuererhöhungen von seiner Partei stammen.
Zur Erinnerung: Die Einkommensteuer lag mal unter Kohl bei Eingangssteuersatz 25,9 % (ab 1996) und Spitzensteuersatz 56%.
Als Schröder 2005 ging, waren wir bei 15 % und 42 % und das bei höheren Freibeträgen!
Das hat Rot/Grün durchgeprügelt und zwar gegen eine Merkel und Westerwelle, die im Bundesrat hockten und alle ihre Schäfchen immer nur ein „Njet“ aufsagen ließen.
Hochgetrieben wurden die Steuern dagegen in den vorherigen 29 Jahren Dauerregierungsbeteiligung der FDP.
Daran können ja nun schwerlich die SPD oder gar die Grünen Schuld gewesen sein.
Noch verblüffter war ich aber, als ich in Springers rechtestem Blatt, der „WELT“, die ja immerhin im Springer-Kosmos die Spitze der Qualität darstellt, den Kommentar von Antje Hildebrandt über das Westerwelle-Sommerinterview las.
Zwar hat sie die faktischen Lügen des FDP-Obermuftis großzügig übersehen, aber der Tenor ist noch vernichtender:
Ihm falle international „außer vagen Plänen zur Abrüstung nichts ein“.
Verdient habe er eine Regierungsbeteiligung keinesfalls: „Falls der FDP-Chef tatsächlich ans Ziel seiner Träume gelangen sollte, dann dank der Gnade einer höheren Gewalt, aber ohne eigenes Zutun. Das wurde im Gespräch mit Peter Hahne deutlich.“
Westerwelles Profil bleibe „weiterhin ebenso nebulös wie sein Kurs“.
Dagegen verspreche er in hanebüchener Weise Geldsegen für alle: „Westerwelle gefällt sich in der Rolle des Spendieronkels, der enttäuschte Wähler der CDU und der SPD mit der Aussicht auf Steuersenkungen zu ködern versucht. Wie er das dadurch entstehende Loch von schätzungsweise 37 Milliarden Euro stopfen will, bleibt jedoch sein Geheimnis.“
Der Interviewer Pastor Hahne hätte keinerlei konkrete Vorstellungen der FDP aus ihrem Boss herausbekommen - „allerdings hatte er auch so schon genug erfahren, um den FDP-Chef als Hasardeur zu entlarven. Als einen wetterfühligen Gesellen, der nur darauf wartet, dass sich der Wind dreht, um seine Fahne rechtzeitig in die richtige Richtung drehen zu können“
Es ist doch immerhin zu begrüßen, daß sich auch notorisch schwarze Blätter unmissverständlich und deutlich zu einem Parteichef ihres Gustos äußern, wenn er eine derart lächerliche Performance abliefert, wie Spaß-Guido.
In Umfragen steht die FDP derzeit bei über 10 %.
Ok - auch Rechte sind mit der großen K.O.alition unzufrieden - aber FDP?
Das verstehe wer will - ich nicht!
Tatsächlich halte ich mich seit einiger Zeit mit Guido W. zurück, da er meiner Meinung nach so ein hohles Windei ist, daß man den einfach nicht mehr ernst nehmen kann.
Bei ihm kommt erschwerend hinzu, daß er ein geradezu pathologisches Verhältnis zur Wahrheit hat und lügt wie ein Großer - ganz ohne rot zu werden.
Da beklagt die FDP als hartnäckigste Protagonistin von planwirtschaftlichen Rudimenten, wie dem Apothekenfilialverbot, des Erhalts von Meisterzwängen, des Verbots von Reimportmedikamenten oder den Abrechnungsmethoden von Anwälten und Maklern die Marktfeindlichkeit der anderen Parteien. LOL.
Westerwelle ist geradezu die Inkarnation des politischen Münchhausentums - inkl der langen Pinocchio-Nase.
Ich würde grundsätzlich jedem abraten sich mit dem FDP-Chef zu befassen. Es ist die reinste Zeitverschwendung.
Interessant erscheint mir aber doch, wie sich inzwischen auch der Wind der einst Guido-devoten Presseberichte gedreht hat.
Zwar schafft es der Ober-FDP’ler seit Jahren und bis heute JEDE WOCHE im Register der BUNTEn aufzutauchen, weil er wie der Trommelhase mit Duracell-Batterie manisch zu jedem halbseidenen PR-Event hoppst, aber die seriöse Presse entzieht ihm mittlerweile doch die Gunst.
Eine Gunst, die Gabor Steingart ihm treu gewährte, als er noch im lustigen quietschgelben „Guido-Mobil“ mit der „18“ unter den Schuhsohlen zum Big Brother-Container kurvte.
Im September 2008 ist aber Gabor S. nach Amerika verbannt und der SPIEGEL’sche Respekt vor dem Bonner Luftikus ist dahin.
Genüßlich zitieren die Herren aus der Brandtstwiete Westerwelles Aussage aus dem ZDF-Sommerinterview -
»Zehn Jahre lang haben wir jetzt nur Steuererhöhungen gehabt. Das ist genug.«
und machen ihm dann im Münchhausentest den Garaus.
Verpasst wurde ihm die höchstmögliche Lügenstufe, denn Rot/Grün hatte immerhin die größte Steuersenkungsaktion aller Zeiten durchgeführt - 60 Milliarden Entlastung in drei Stufen.
Westerwelle hat aber nicht nur klar etwas vollkommen Falsches gesagt, sondern es ist auch noch besonders perfide, da die vorherigen extremen Steuererhöhungen von seiner Partei stammen.
Zur Erinnerung: Die Einkommensteuer lag mal unter Kohl bei Eingangssteuersatz 25,9 % (ab 1996) und Spitzensteuersatz 56%.
Als Schröder 2005 ging, waren wir bei 15 % und 42 % und das bei höheren Freibeträgen!
Das hat Rot/Grün durchgeprügelt und zwar gegen eine Merkel und Westerwelle, die im Bundesrat hockten und alle ihre Schäfchen immer nur ein „Njet“ aufsagen ließen.
Hochgetrieben wurden die Steuern dagegen in den vorherigen 29 Jahren Dauerregierungsbeteiligung der FDP.
Daran können ja nun schwerlich die SPD oder gar die Grünen Schuld gewesen sein.
Noch verblüffter war ich aber, als ich in Springers rechtestem Blatt, der „WELT“, die ja immerhin im Springer-Kosmos die Spitze der Qualität darstellt, den Kommentar von Antje Hildebrandt über das Westerwelle-Sommerinterview las.
Zwar hat sie die faktischen Lügen des FDP-Obermuftis großzügig übersehen, aber der Tenor ist noch vernichtender:
Ihm falle international „außer vagen Plänen zur Abrüstung nichts ein“.
Verdient habe er eine Regierungsbeteiligung keinesfalls: „Falls der FDP-Chef tatsächlich ans Ziel seiner Träume gelangen sollte, dann dank der Gnade einer höheren Gewalt, aber ohne eigenes Zutun. Das wurde im Gespräch mit Peter Hahne deutlich.“
Westerwelles Profil bleibe „weiterhin ebenso nebulös wie sein Kurs“.
Dagegen verspreche er in hanebüchener Weise Geldsegen für alle: „Westerwelle gefällt sich in der Rolle des Spendieronkels, der enttäuschte Wähler der CDU und der SPD mit der Aussicht auf Steuersenkungen zu ködern versucht. Wie er das dadurch entstehende Loch von schätzungsweise 37 Milliarden Euro stopfen will, bleibt jedoch sein Geheimnis.“
Der Interviewer Pastor Hahne hätte keinerlei konkrete Vorstellungen der FDP aus ihrem Boss herausbekommen - „allerdings hatte er auch so schon genug erfahren, um den FDP-Chef als Hasardeur zu entlarven. Als einen wetterfühligen Gesellen, der nur darauf wartet, dass sich der Wind dreht, um seine Fahne rechtzeitig in die richtige Richtung drehen zu können“
Es ist doch immerhin zu begrüßen, daß sich auch notorisch schwarze Blätter unmissverständlich und deutlich zu einem Parteichef ihres Gustos äußern, wenn er eine derart lächerliche Performance abliefert, wie Spaß-Guido.
In Umfragen steht die FDP derzeit bei über 10 %.
Ok - auch Rechte sind mit der großen K.O.alition unzufrieden - aber FDP?
Das verstehe wer will - ich nicht!
Dienstag, 2. September 2008
Schröder-Bashing.
Nein, die deutschen „Mainstream-Medien“ haben noch nichts verlernt.
Schröder scheint immer noch für viele Journalisten der Antityp zu sein, auf den Pawlow-artig eingehackt wird, wenn er was sagt.
Gerhard Hofmanns „politisches Tagebuch mit Thrillerformat“ - Die Verschwörung der Journaille zu Berlin - in dem der Fernsehjournalist in einer wahren Fleißarbeit die täglichen Szenarien des Niedergangs der Regierung Schröder-Fischer nach dem desaströsen Wahlergebnis für Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen am 22. Mai 2005 bis zur Bundestagswahl im September desselben Jahres aufgezeichnet, sollte mal wieder zur Hand genommen werden.
Was aber in Schröders Regierungszeit den Apologeten des Untergangs Gabor Steingart und Hans-Ulrich Jörges die Innen- und Wirtschaftspolitik war, wird nun zunehmend die Außenpolitik.
Frustriert darüber, daß die von „der Journaille zu Berlin“ adorierte Angela Merkel nichts von dem hielt, was andere in sie hineinprojizierten, wird sie als Außenpolitikerin inszeniert.
Irgendwie muß man ja Recht behalten.
Da können Querschläge von Schröder nur stören und werden dementsprechend scharf pariert. Zusammen mit dem alten Feindbild Russland mixen die Medien-Muftis einen Coctail, über den man nur noch mit gekräuselter Oberlippe in größtmöglicher Abfälligkeit berichtet.
Diesen bösen Russen könne man eh nicht trauen und wenn ein Ex-Regierungschef auf Bitten eines amtierenden Präsidenten Putin eine Stelle in einer für die deutsche Wirtschaft zentralen Organisation einnimmt, ist ihm nur zu mißtrauen.
Die deutsche Abhängigkeit von russischem Erdgas wird zum Schreckensszenario aufgeblasen.
Da nützt Eggert Voscheraus Hinweis nichts, daß es entsprechende Energielieferverträge mit Russland/Sowjetunion seit 40 Jahren gibt, die immer penibel genau und vertrauenswürdig eingehalten wurden.
Offenbar ist den Russland-Allergikern eine Abhängigkeit von Ländern, die so ein Hort der Demokratie sind wie Saudi Arabien, oder die so ein Inbegriff des Friedens sind, wie der Irak, wesentlich lieber.
Der jüngste Anti-Schröder-Reflex wird von SPON noch relativ neutral mit einer als/dpa/Reuters/AP -Meldung übernommen:
Der Westen habe "schwerwiegende Fehler" begangen, etwa mit den US-Plänen für ein Raketensystem in Polen und durch die vorzeitige Anerkennung des Kosovo. "Auf Russland musste so eine Politik wie eine Einkreisung wirken", kritisierte Schröder bei einer Benefizveranstaltung der Arbeiterwohlfahrt International in Berlin. Mit dem georgischen Angriff auf Südossetien vor drei Wochen sei eine "weitere rote Linie" überschritten worden, die eine Gegenreaktion Moskaus ausgelöst habe.
T. Denkler von der Süddeutschen Zeitung berichtet satt dessen schon mit größtmöglicher Häme:
Gerhard Schröder hat 45 Minuten Redezeit. Es werden nur 35. Mehr braucht der Altkanzler nicht, um den Kaukasuskonflikt zu lösen., Russland in der Opferrolle, das ist Schröders Lesart der Krise., Ein Lächeln huscht über sein Gesicht zu, als er das sagt. Schröder ist einer, der am Ende gerne Recht behält. Nur: In der Bewertung der Kaukasus-Krise steht er im Moment ziemlich alleine da. Es ist, als würde der russische Botschafter selbst sprechen. Weil das nicht der Fall ist, kann seine Rede auch als Breitseite gegen die Außenpolitik der christdemokratischen Kanzlerin und damit alle Russlandskeptiker gedeutet werden.
Das Problem an der Sache ist nur, daß Schröder tatsächlich Recht hat, auch wenn es Herrn Denkler nicht passt.
Nach allem, das man inzwischen weiß, hat der Liebling des Westens und insbesondere des Weißen Hauses, Saakashwili, gelogen, daß sich die Balken biegen.
Wie es inzwischen auch in der Printausgabe des SPIEGELs steht, haben Militärberater der OSZE die Darstellung Russlands betätigt, daß Georgien der Aggressor war.
Die Hinweise, daß der ganze Konflikt sogar gezielt von Washington inszeniert wurde, um Russland zu schaden, ein neues Feindbild aufzubauen und vor allem John McCain im Wahlkampf zu helfen, verdichten sich ebenfalls.
Vermutlich war es Dick Cheney, der persönliche Busenfreund Saakashwilis derjenige, der gezündelt hat. Er hatte seinen engsten Berater Joseph R. Wood nach Tiflis geschickt, unmittelbar bevor Georgien losschlug. Cheney war es auch, der sich massiv dafür einsetzte Georgien aufzurüsten. #Außerdem war Cheneys Außenpolitik-Guru Randy Scheunemann bis Mai offizieller Lobbyist der georgischen Regierung.
Ohne, daß man Experte für den Kaukasus sein muß, sollte doch jeder, der eins und eins zusammen zählen kann, einsehen, daß es ein Wahnsinn ist, diese Amok-laufende Georgische Regierung in die NATO zu holen, so daß gleich alle in einen Militärkonflikt mit Russland gezerrt werden, wenn dieser Cheney-Epigone wieder austiltet.
DAS können wir auch mit Sicherheit sagen: In Washington sind die Skrupel Kriege größten Ausmaßes anzuzetteln gering.
Ein Zeugnis der Dummheit ist daher auch der aktuelle EU-Beschluss die Gespräche mit Russland über ein neues Partnerschaftsabkommen auszusetzen.
Nicht mehr miteinander reden ist das letzte, das in so einer massiven außenpolitischen Krise hilft. Das erinnert mich fatal an die Neocon-Idelogie nur mit Regierungen zu sprechen, die einem ohnehin zustimmen.
Das war ja auch im Nahen Osten so ungeheuer erfolgreich.
Wie sagte einst die August-Impudenz Frau Rice?
„Bestraft Frankreich, ignoriert Deutschland und verzeiht Russland”
Außenpolitik mit dem Holzhammer; nur daß sich die amerikanischen Koordinaten willkürlich verschieben können.
Derzeit heißt es wohl: „Bestraft Russland, Ignoriert Schröder und verzeiht Frankreich“ - oder so ähnlich.
Dumm ist das allemal und es ist erfreulich, daß wenigstens Schröder das deutlich ausspricht.
Schröder scheint immer noch für viele Journalisten der Antityp zu sein, auf den Pawlow-artig eingehackt wird, wenn er was sagt.
Gerhard Hofmanns „politisches Tagebuch mit Thrillerformat“ - Die Verschwörung der Journaille zu Berlin - in dem der Fernsehjournalist in einer wahren Fleißarbeit die täglichen Szenarien des Niedergangs der Regierung Schröder-Fischer nach dem desaströsen Wahlergebnis für Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen am 22. Mai 2005 bis zur Bundestagswahl im September desselben Jahres aufgezeichnet, sollte mal wieder zur Hand genommen werden.
Was aber in Schröders Regierungszeit den Apologeten des Untergangs Gabor Steingart und Hans-Ulrich Jörges die Innen- und Wirtschaftspolitik war, wird nun zunehmend die Außenpolitik.
Frustriert darüber, daß die von „der Journaille zu Berlin“ adorierte Angela Merkel nichts von dem hielt, was andere in sie hineinprojizierten, wird sie als Außenpolitikerin inszeniert.
Irgendwie muß man ja Recht behalten.
Da können Querschläge von Schröder nur stören und werden dementsprechend scharf pariert. Zusammen mit dem alten Feindbild Russland mixen die Medien-Muftis einen Coctail, über den man nur noch mit gekräuselter Oberlippe in größtmöglicher Abfälligkeit berichtet.
Diesen bösen Russen könne man eh nicht trauen und wenn ein Ex-Regierungschef auf Bitten eines amtierenden Präsidenten Putin eine Stelle in einer für die deutsche Wirtschaft zentralen Organisation einnimmt, ist ihm nur zu mißtrauen.
Die deutsche Abhängigkeit von russischem Erdgas wird zum Schreckensszenario aufgeblasen.
Da nützt Eggert Voscheraus Hinweis nichts, daß es entsprechende Energielieferverträge mit Russland/Sowjetunion seit 40 Jahren gibt, die immer penibel genau und vertrauenswürdig eingehalten wurden.
Offenbar ist den Russland-Allergikern eine Abhängigkeit von Ländern, die so ein Hort der Demokratie sind wie Saudi Arabien, oder die so ein Inbegriff des Friedens sind, wie der Irak, wesentlich lieber.
Der jüngste Anti-Schröder-Reflex wird von SPON noch relativ neutral mit einer als/dpa/Reuters/AP -Meldung übernommen:
Der Westen habe "schwerwiegende Fehler" begangen, etwa mit den US-Plänen für ein Raketensystem in Polen und durch die vorzeitige Anerkennung des Kosovo. "Auf Russland musste so eine Politik wie eine Einkreisung wirken", kritisierte Schröder bei einer Benefizveranstaltung der Arbeiterwohlfahrt International in Berlin. Mit dem georgischen Angriff auf Südossetien vor drei Wochen sei eine "weitere rote Linie" überschritten worden, die eine Gegenreaktion Moskaus ausgelöst habe.
T. Denkler von der Süddeutschen Zeitung berichtet satt dessen schon mit größtmöglicher Häme:
Gerhard Schröder hat 45 Minuten Redezeit. Es werden nur 35. Mehr braucht der Altkanzler nicht, um den Kaukasuskonflikt zu lösen., Russland in der Opferrolle, das ist Schröders Lesart der Krise., Ein Lächeln huscht über sein Gesicht zu, als er das sagt. Schröder ist einer, der am Ende gerne Recht behält. Nur: In der Bewertung der Kaukasus-Krise steht er im Moment ziemlich alleine da. Es ist, als würde der russische Botschafter selbst sprechen. Weil das nicht der Fall ist, kann seine Rede auch als Breitseite gegen die Außenpolitik der christdemokratischen Kanzlerin und damit alle Russlandskeptiker gedeutet werden.
Das Problem an der Sache ist nur, daß Schröder tatsächlich Recht hat, auch wenn es Herrn Denkler nicht passt.
Nach allem, das man inzwischen weiß, hat der Liebling des Westens und insbesondere des Weißen Hauses, Saakashwili, gelogen, daß sich die Balken biegen.
Wie es inzwischen auch in der Printausgabe des SPIEGELs steht, haben Militärberater der OSZE die Darstellung Russlands betätigt, daß Georgien der Aggressor war.
Die Hinweise, daß der ganze Konflikt sogar gezielt von Washington inszeniert wurde, um Russland zu schaden, ein neues Feindbild aufzubauen und vor allem John McCain im Wahlkampf zu helfen, verdichten sich ebenfalls.
Vermutlich war es Dick Cheney, der persönliche Busenfreund Saakashwilis derjenige, der gezündelt hat. Er hatte seinen engsten Berater Joseph R. Wood nach Tiflis geschickt, unmittelbar bevor Georgien losschlug. Cheney war es auch, der sich massiv dafür einsetzte Georgien aufzurüsten. #Außerdem war Cheneys Außenpolitik-Guru Randy Scheunemann bis Mai offizieller Lobbyist der georgischen Regierung.
Ohne, daß man Experte für den Kaukasus sein muß, sollte doch jeder, der eins und eins zusammen zählen kann, einsehen, daß es ein Wahnsinn ist, diese Amok-laufende Georgische Regierung in die NATO zu holen, so daß gleich alle in einen Militärkonflikt mit Russland gezerrt werden, wenn dieser Cheney-Epigone wieder austiltet.
DAS können wir auch mit Sicherheit sagen: In Washington sind die Skrupel Kriege größten Ausmaßes anzuzetteln gering.
Ein Zeugnis der Dummheit ist daher auch der aktuelle EU-Beschluss die Gespräche mit Russland über ein neues Partnerschaftsabkommen auszusetzen.
Nicht mehr miteinander reden ist das letzte, das in so einer massiven außenpolitischen Krise hilft. Das erinnert mich fatal an die Neocon-Idelogie nur mit Regierungen zu sprechen, die einem ohnehin zustimmen.
Das war ja auch im Nahen Osten so ungeheuer erfolgreich.
Wie sagte einst die August-Impudenz Frau Rice?
„Bestraft Frankreich, ignoriert Deutschland und verzeiht Russland”
Außenpolitik mit dem Holzhammer; nur daß sich die amerikanischen Koordinaten willkürlich verschieben können.
Derzeit heißt es wohl: „Bestraft Russland, Ignoriert Schröder und verzeiht Frankreich“ - oder so ähnlich.
Dumm ist das allemal und es ist erfreulich, daß wenigstens Schröder das deutlich ausspricht.
Montag, 1. September 2008
Impudenz des Monats August
Vorbemerkung 1)
Nach der Will-Causa im Mai hatte ich mir geschworen die Sendung nie wieder anzusehen.
Gestern wurde ich schwach, weil mich das Thema (Kaukasus) sehr interessierte und ich den russischen Botschafter Vladimir Kotenev und insbesondere Egon Bahr noch einmal dazu hören wollte. Glücklicherweise waren Wills Stammgäste Westerwelle und Falter nicht anwesend, so daß ich dachte die 60 Minuten ohne Ohrenbluten überstehen zu können.
Aber: Weit gefehlt! Mein Fehler war, daß ich doch wieder einmal unterschätzt habe, wie unfassbar schlecht Wills Gesprächsführung ist! Gefühlte 99 % der Zeit verschwendete sie mit dem deutlich langweiligsten Gast Jean-Claude Juncker, der nicht nur nichts Erhellendes zu sagen hatte, sondern dies auch noch in endloser Ausschweifung immer wieder wiederholte.
Den mit Abstand fähigsten und erfahrensten Mann der Runde, Egon Bahr, ließ die enthirnte Will dagegen komplett außen vor. Genau zwei mal ließ sie ihn einen Satz von ihm zu; in Sendungsminuten 20 durfte er erstmals knapp zwei Minuten sprechen und seine zweite und letzte einminütige Bemerkung gestattete Plattkopp Will in Sendeminuten 38.
Sounds familiar?, würde Bill Clinton jetzt sagen. In der Tat - genau diese Unverschämtheit ließ Will auch gegen Knobel-Ulrich walten.
Vorbemerkung 2)
2000 sagte Bush über die neue US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice:
„Sie kann mir internationale Politik so erklären, dass auch ich sie verstehe“.
Für Bush-Verhältnisse ein eigentlich sympathischer Satz. So selbstironisch; immerhin wußte schon 2000 jeder auf der Welt, daß Bush nun wirklich nicht den blassesten Schimmer von internationaler Politik hatte.
Inzwischen ist mir aber klar geworden, daß ich den Satz missinterpretiert hatte: Condis Besonderheit ist nicht, daß sie komplizierte Dinge so brillant vereinfachen kann, um sie selbst Erbenshirn George W. verständlich zu machen. Nein. Das Erstaunliche ist, daß sie als Expertin offenbar auch nicht intelligenter als GWB ist und die Gegebenheiten ihres ureigenen Fachgebiets so fundamental falsch einschätzt, wie es Bush ohnehin getan hätte.
Impudenz des Monats August ist Condoleezza Rice.
Wieso die Frau, über die der STERN noch im Juni 2003 devot in Verzückung ausbrach?
Sie ist stets bestens organisiert und vorbereitet, hat Unmengen von Details im Kopf und reduziert sie auf einfache, klare Formeln. Sie ist kultiviert, selbstsicher und charmant, kein bisschen steif oder aufgeblasen. Ihr Lächeln ist breit und ungezwungen, ihr Auftreten angenehm. Keine Frage bringt sie jemals aus der Ruhe. Alles wird fein säuberlich zu einem Päckchen aus Gewissheit und Überzeugung verschnürt.
Als Brent Scowcroft 1989 Sicherheitsberater von Präsident Bush senior wurde, berief er Rice als führende Autorität auf dem Gebiet der Sowjetunion in den Nationalen Sicherheitsrat.
Die russisch sprechende ehemalige Dekanin der Uni Stanford galt nun als die Osteuropa/Russland-.Expertin schlichterdings.
Es stellt sich also die alte Frage:
Was ist schlimmer - versagen aus Doofheit, oder versagen trotz besseren Wissens?
Rice, die Dutzendfach der Lüge überführt wurde, ist aber eben nicht nur unehrlich und sonnt sich im zweifelhaften Ruhm die engste Vertraute GWBs zu sein; nein - sie ist auch noch extrem erfolglos:
Was die USA unter ihrer Ägide außenpolitisch anpackte, misslang.
Nach dem Irakdesaster wurde sie im November 2004 Außenministerin und verschlimmbesserte die Fehler der Regierung GWB-I noch: Als „Outposts of tyranny” bezeichnete sie nun gleich sechs Länder und führte sie die vollkommen verfehlte „Achse des Bösen“-Denke des Weißen Hauses weiter. Die Hitlisten der Tyrannei besteht nun also immer noch aus Iran und Nordkorea - Irak war ja durch die liebevolle Demokratiemaßnahe der Amis schon 2003 in eine Oase des Friedens überführt worden.
Hinzu kamen noch die Neo-Outsider: Kuba, Myanmar, Simbabwe und Weißrussland.
Der Kardinalfehler der zweiten Bush-Legislatur ist wohl der, daß die USA Russland massiv auf die Pelle gerückt sind, den ehemaligen Gegner piesackten, wo es nur ging und auch sonst alles dafür taten eine neue Ost-West-Konfrontation anzuheizen.
Egon Bahr sprach von einer „Umzingelungsstrategie“ der USA gegenüber Russlands, die die Neocons nun fast vollendet hätten.
Die misstrauen Russland grundsätzlich und falls Russland Bedenken formuliert, wie Putin es vor zwei Jahren auf der Münchner Sicherheitskonferenz tat, wird das entweder gar nicht ernst genommen, oder als „Paranoia“ abgetan.
Dabei hatte doch Putin Recht und nicht die US-Neocons, als er vortrug:
"Was ist aber eine monopolare Welt? Wie dieser Begriff auch immer ausgeschmückt werden mag - im Endeffekt bedeutet er in der Praxis nur eines: Ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Kraft und ein Zentrum der Beschlussfassung. Das ist die Welt eines Herrschers, eines Souveräns. Im Endeffekt ist das nicht nur für diejenigen verderblich, die sich im Rahmen dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört. ... Was noch wichtiger ist: Das Modell selbst funktioniert nicht, weil seine Grundlage nicht die moralische Basis der gegenwärtigen Zivilisation enthält und auch nicht enthalten kann. Die einseitigen und des öfteren illegitimen Handlungen haben kein einziges Problem gelöst. Mehr noch: Sie haben zu neuen menschlichen Tragödien und zu neuen Spannungsherden geführt. Urteilen Sie selbst: Die Kriege sowie die lokalen und regionalen Konflikte sind nicht weniger geworden. Herr Teltschik hat gerade das durchaus sanft erwähnt. Dabei sterben in diesen Konflikten nicht weniger, sondern sogar mehr Menschen als früher. Wesentlich mehr - wesentlich mehr!“
Die USA gebärden sich aber direkt vor der Haustür Russlands als Machthaber:
Mehr als 1.000 amerikanische Marines waren bis vor kurzem in Georgien stationiert, um georgische Truppen auszubilden. Georgien hatte bis zu diesem Konflikt wiederum 2.000 Soldaten im Irak im Einsatz, was das drittgrösste Kontingent der Koalition ausmachte, nach den USA und Grossbritannien.
Der georgische Präsident Michail Saakaschwili ist nichts anderes als ein Handlanger der Amerikaner, der in Folge eines von der CIA geförderten Coups, der sogenannten “Rosenrevolution” an die Macht kam und niemals ohne explizite Anweisung seitens der Strippenzieher im Weißen Haus eine Militäraktion anordnen würde.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal ausdrücklich darauf verweisen, daß dies ein Fall ist, bei dem einen die herkömmlichen Medien schlicht im Stich lassen.
Sogar die altehrwürdige ARD kürzt sehr fragwürdig in einem Putin-Interview herum, „säubert“ es gewissermaßen von unliebsamen Passagen. Mein Dank gilt erneut SPIEGELFECHTER, der das publik machte und genug Staub aufwirbelte, um der ARD Beine zu machen.
Dank auch an den Blog Jakester Express, aus dem die Links zu den Aufsätzen von F. William Engdahl stammen, die die mannigfachen hinterhältigen Strippenziehereien des Weißen Hauses aufblättern.
Es ist erschreckend.
Die Informationen über die schändliche Rolle der amerikanischen NGOs in Georgien hat übrigens Egon Bahr und damit eine äußerst seriöse Quelle bestätigt.
Ich weiß nicht genau inwieweit Putins Darstellung zutrifft, daß das Weiße Haus die Georgien-Krise bewußt inszeniert hat, um McShame gegen Obama zu helfen.
Beweisen lässt sich das wohl derzeit nicht - ABER wie ebenfalls Egon Bahr sagte:
Es ist doch sicher, daß die Bush-Administration einen erheblichen Einfluss auf Saakashwili hat - um das mal euphemistisch auszudrücken.
Wußten also Bush und Rice, daß Saakashwiliam 7.8. den Befehl gab, daß Georgiens Armee Zchinwali, die Hauptstadt Südossetiens stürmte und mehr als 1.000 fliehende Zivilisten tötete?
Daß 24 Stunden bevor ein einziger russischer Soldat georgisches Territorium betrat, insgesamt wohl 2000 Südosseten gekillt wurden und weitere 40.000 Osseten von den amerikanophilen Georgiern vertrieben wurden?
Das wäre schlimm.
Wußte Rice nichts davon? Das wäre bei all den Geheimdienstaktivitäten der USA dort ja noch schlimmer.
Rice fuhr aber immer wieder nach Tiflis, versicherte, daß Amerika auf der Seite Georgiens stünde und stellte eine NATO-Mitgliedschaft in Aussicht.
Auch dies eine ungeheuerliche Provokation gegen Russland - nachdem schon die USA Raketenstellungen direkt vor der Nase Moskaus in Tschechien und Polen durchdrückte.
Man möge sich nur mal eine Sekunde vorstellen, wie die USA reagieren würden, wenn ein russisch dominierter Militärpakt rings um die USA ein Land nach dem nächsten mit Militärstellungen überziehen würde!
Dann hätten wir längst einen neuen und vermutlich letzten Weltkrieg.
Ich behaupte also, daß Russland wesentlich besonnener und friedlicher als Amerika agiert.
Man möge sich auch mal kurz die Geschichte ansehen:
Amerika ist nie von Europa angegriffen worden. Es liegt günstigerweise ein Ozean dazwischen. Russland hat diese Erfahrungen immer wieder machen müssen von Napoleon bis Hitler.
Zuletzt kostete es 20 Millionen Russen das Leben. Kaum eine Russische Familie, die nicht von der deutschen Ausrottungsstrategie betroffen war.
Wenn ich mir jetzt ansehe, wie Frau Merkel den Aggressor Saakashwili umarmt, ihm immer und immer wieder erklärt er könne in die NATO kommen, aber Russlands Politik für „absolut unangemessen“ brandmarkt, kriege ich Brechdurchfall.
Das ist genau der fatale kriegstreiberische Unsinn, den Frau Rice vorgemacht hat.
Georgien, der korrupte US-Handlanger mit Hang zum Wahnsinn und Brutalität soll in die NATO und NACHDEM der Präsident mit einem Angriffskrieg geglänzt hat, rast die Merkel da gleich hin und verschärft den Schmusekurs?
Ein Rühmliche Ausnahme zum Politallerlei der deutschen Medien war - mal wieder - Panorama. Dort befragte man auch Bahr:
Der NATO-Beitritt des Kaukasus-Staates berge Gefahren für den Westen, so Bahr. "Wir können doch nicht riskieren, dass Saakaschwili wieder in bekannter Weise vorgeht, und wir müssen ihm dann gegen Russland helfen. Das ist abenteuerlich."
Panorama berichtete auch als eins der wenigen Medienerzeugnisse von der Mutation der Kanzlerin zur „kalten Kriegerin“ Damit stellte sie sich eindeutig auf die Seite des Mannes, der nach allen vorliegenden Informationen den Konflikt mit Russland vom Zaun gebrochen hatte: Georgiens Präsident Michail Saakaschwili, dessen Land vom Westen in den vergangenen Jahren gnadenlos aufgerüstet worden war.
Aufgerüstet - auch das erfuhr man bei PANORAMA - auch von Merkel:
Und dennoch hat der Westen diesen Mann und Georgien massiv aufgerüstet. Nicht nur die Amerikaner – auch Deutschland hat Georgien seit Jahren militärisch unterstützt. Etwa mit diesem Minenjagdboot. Ein Geschenk der Bundeswehr. Auch medizinische Ausrüstung gab es kostenlos für die georgische Armee. Und im November 2006 unterzeichnen beide Staaten ein Kooperationsabkommen. Seitdem schickt die Bundeswehr regelmäßig Ausbilder in den Kaukasus. Selbst wenige Wochen vor dem Krieg.
Unterm Strich bleibt, daß wir jetzt eine massive globale politische Krise haben, die viele Experten für die gefährlichste seit der Kubakrise halten.
Angezettelt unter begeisterter Mithilfe des US-Außenministeriums.
Zwei Kriege in Afghanistan und im Irak, bei denen sich die US-Regierung in eine totale NO WIN-Situation manövriert haben, reichten Frau Rice wohl nicht.
Die Frau muß DRINGEND aus dem Amt verschwinden; genauso dringend wie ihr Chef.
Nach der Will-Causa im Mai hatte ich mir geschworen die Sendung nie wieder anzusehen.
Gestern wurde ich schwach, weil mich das Thema (Kaukasus) sehr interessierte und ich den russischen Botschafter Vladimir Kotenev und insbesondere Egon Bahr noch einmal dazu hören wollte. Glücklicherweise waren Wills Stammgäste Westerwelle und Falter nicht anwesend, so daß ich dachte die 60 Minuten ohne Ohrenbluten überstehen zu können.
Aber: Weit gefehlt! Mein Fehler war, daß ich doch wieder einmal unterschätzt habe, wie unfassbar schlecht Wills Gesprächsführung ist! Gefühlte 99 % der Zeit verschwendete sie mit dem deutlich langweiligsten Gast Jean-Claude Juncker, der nicht nur nichts Erhellendes zu sagen hatte, sondern dies auch noch in endloser Ausschweifung immer wieder wiederholte.
Den mit Abstand fähigsten und erfahrensten Mann der Runde, Egon Bahr, ließ die enthirnte Will dagegen komplett außen vor. Genau zwei mal ließ sie ihn einen Satz von ihm zu; in Sendungsminuten 20 durfte er erstmals knapp zwei Minuten sprechen und seine zweite und letzte einminütige Bemerkung gestattete Plattkopp Will in Sendeminuten 38.
Sounds familiar?, würde Bill Clinton jetzt sagen. In der Tat - genau diese Unverschämtheit ließ Will auch gegen Knobel-Ulrich walten.
Vorbemerkung 2)
2000 sagte Bush über die neue US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice:
„Sie kann mir internationale Politik so erklären, dass auch ich sie verstehe“.
Für Bush-Verhältnisse ein eigentlich sympathischer Satz. So selbstironisch; immerhin wußte schon 2000 jeder auf der Welt, daß Bush nun wirklich nicht den blassesten Schimmer von internationaler Politik hatte.
Inzwischen ist mir aber klar geworden, daß ich den Satz missinterpretiert hatte: Condis Besonderheit ist nicht, daß sie komplizierte Dinge so brillant vereinfachen kann, um sie selbst Erbenshirn George W. verständlich zu machen. Nein. Das Erstaunliche ist, daß sie als Expertin offenbar auch nicht intelligenter als GWB ist und die Gegebenheiten ihres ureigenen Fachgebiets so fundamental falsch einschätzt, wie es Bush ohnehin getan hätte.
Impudenz des Monats August ist Condoleezza Rice.
Wieso die Frau, über die der STERN noch im Juni 2003 devot in Verzückung ausbrach?
Sie ist stets bestens organisiert und vorbereitet, hat Unmengen von Details im Kopf und reduziert sie auf einfache, klare Formeln. Sie ist kultiviert, selbstsicher und charmant, kein bisschen steif oder aufgeblasen. Ihr Lächeln ist breit und ungezwungen, ihr Auftreten angenehm. Keine Frage bringt sie jemals aus der Ruhe. Alles wird fein säuberlich zu einem Päckchen aus Gewissheit und Überzeugung verschnürt.
Als Brent Scowcroft 1989 Sicherheitsberater von Präsident Bush senior wurde, berief er Rice als führende Autorität auf dem Gebiet der Sowjetunion in den Nationalen Sicherheitsrat.
Die russisch sprechende ehemalige Dekanin der Uni Stanford galt nun als die Osteuropa/Russland-.Expertin schlichterdings.
Es stellt sich also die alte Frage:
Was ist schlimmer - versagen aus Doofheit, oder versagen trotz besseren Wissens?
Rice, die Dutzendfach der Lüge überführt wurde, ist aber eben nicht nur unehrlich und sonnt sich im zweifelhaften Ruhm die engste Vertraute GWBs zu sein; nein - sie ist auch noch extrem erfolglos:
Was die USA unter ihrer Ägide außenpolitisch anpackte, misslang.
Nach dem Irakdesaster wurde sie im November 2004 Außenministerin und verschlimmbesserte die Fehler der Regierung GWB-I noch: Als „Outposts of tyranny” bezeichnete sie nun gleich sechs Länder und führte sie die vollkommen verfehlte „Achse des Bösen“-Denke des Weißen Hauses weiter. Die Hitlisten der Tyrannei besteht nun also immer noch aus Iran und Nordkorea - Irak war ja durch die liebevolle Demokratiemaßnahe der Amis schon 2003 in eine Oase des Friedens überführt worden.
Hinzu kamen noch die Neo-Outsider: Kuba, Myanmar, Simbabwe und Weißrussland.
Der Kardinalfehler der zweiten Bush-Legislatur ist wohl der, daß die USA Russland massiv auf die Pelle gerückt sind, den ehemaligen Gegner piesackten, wo es nur ging und auch sonst alles dafür taten eine neue Ost-West-Konfrontation anzuheizen.
Egon Bahr sprach von einer „Umzingelungsstrategie“ der USA gegenüber Russlands, die die Neocons nun fast vollendet hätten.
Die misstrauen Russland grundsätzlich und falls Russland Bedenken formuliert, wie Putin es vor zwei Jahren auf der Münchner Sicherheitskonferenz tat, wird das entweder gar nicht ernst genommen, oder als „Paranoia“ abgetan.
Dabei hatte doch Putin Recht und nicht die US-Neocons, als er vortrug:
"Was ist aber eine monopolare Welt? Wie dieser Begriff auch immer ausgeschmückt werden mag - im Endeffekt bedeutet er in der Praxis nur eines: Ein Zentrum der Macht, ein Zentrum der Kraft und ein Zentrum der Beschlussfassung. Das ist die Welt eines Herrschers, eines Souveräns. Im Endeffekt ist das nicht nur für diejenigen verderblich, die sich im Rahmen dieses Systems befinden, sondern auch für den Souverän selbst, weil es ihn von innen zerstört. ... Was noch wichtiger ist: Das Modell selbst funktioniert nicht, weil seine Grundlage nicht die moralische Basis der gegenwärtigen Zivilisation enthält und auch nicht enthalten kann. Die einseitigen und des öfteren illegitimen Handlungen haben kein einziges Problem gelöst. Mehr noch: Sie haben zu neuen menschlichen Tragödien und zu neuen Spannungsherden geführt. Urteilen Sie selbst: Die Kriege sowie die lokalen und regionalen Konflikte sind nicht weniger geworden. Herr Teltschik hat gerade das durchaus sanft erwähnt. Dabei sterben in diesen Konflikten nicht weniger, sondern sogar mehr Menschen als früher. Wesentlich mehr - wesentlich mehr!“
Die USA gebärden sich aber direkt vor der Haustür Russlands als Machthaber:
Mehr als 1.000 amerikanische Marines waren bis vor kurzem in Georgien stationiert, um georgische Truppen auszubilden. Georgien hatte bis zu diesem Konflikt wiederum 2.000 Soldaten im Irak im Einsatz, was das drittgrösste Kontingent der Koalition ausmachte, nach den USA und Grossbritannien.
Der georgische Präsident Michail Saakaschwili ist nichts anderes als ein Handlanger der Amerikaner, der in Folge eines von der CIA geförderten Coups, der sogenannten “Rosenrevolution” an die Macht kam und niemals ohne explizite Anweisung seitens der Strippenzieher im Weißen Haus eine Militäraktion anordnen würde.
In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal ausdrücklich darauf verweisen, daß dies ein Fall ist, bei dem einen die herkömmlichen Medien schlicht im Stich lassen.
Sogar die altehrwürdige ARD kürzt sehr fragwürdig in einem Putin-Interview herum, „säubert“ es gewissermaßen von unliebsamen Passagen. Mein Dank gilt erneut SPIEGELFECHTER, der das publik machte und genug Staub aufwirbelte, um der ARD Beine zu machen.
Dank auch an den Blog Jakester Express, aus dem die Links zu den Aufsätzen von F. William Engdahl stammen, die die mannigfachen hinterhältigen Strippenziehereien des Weißen Hauses aufblättern.
Es ist erschreckend.
Die Informationen über die schändliche Rolle der amerikanischen NGOs in Georgien hat übrigens Egon Bahr und damit eine äußerst seriöse Quelle bestätigt.
Ich weiß nicht genau inwieweit Putins Darstellung zutrifft, daß das Weiße Haus die Georgien-Krise bewußt inszeniert hat, um McShame gegen Obama zu helfen.
Beweisen lässt sich das wohl derzeit nicht - ABER wie ebenfalls Egon Bahr sagte:
Es ist doch sicher, daß die Bush-Administration einen erheblichen Einfluss auf Saakashwili hat - um das mal euphemistisch auszudrücken.
Wußten also Bush und Rice, daß Saakashwiliam 7.8. den Befehl gab, daß Georgiens Armee Zchinwali, die Hauptstadt Südossetiens stürmte und mehr als 1.000 fliehende Zivilisten tötete?
Daß 24 Stunden bevor ein einziger russischer Soldat georgisches Territorium betrat, insgesamt wohl 2000 Südosseten gekillt wurden und weitere 40.000 Osseten von den amerikanophilen Georgiern vertrieben wurden?
Das wäre schlimm.
Wußte Rice nichts davon? Das wäre bei all den Geheimdienstaktivitäten der USA dort ja noch schlimmer.
Rice fuhr aber immer wieder nach Tiflis, versicherte, daß Amerika auf der Seite Georgiens stünde und stellte eine NATO-Mitgliedschaft in Aussicht.
Auch dies eine ungeheuerliche Provokation gegen Russland - nachdem schon die USA Raketenstellungen direkt vor der Nase Moskaus in Tschechien und Polen durchdrückte.
Man möge sich nur mal eine Sekunde vorstellen, wie die USA reagieren würden, wenn ein russisch dominierter Militärpakt rings um die USA ein Land nach dem nächsten mit Militärstellungen überziehen würde!
Dann hätten wir längst einen neuen und vermutlich letzten Weltkrieg.
Ich behaupte also, daß Russland wesentlich besonnener und friedlicher als Amerika agiert.
Man möge sich auch mal kurz die Geschichte ansehen:
Amerika ist nie von Europa angegriffen worden. Es liegt günstigerweise ein Ozean dazwischen. Russland hat diese Erfahrungen immer wieder machen müssen von Napoleon bis Hitler.
Zuletzt kostete es 20 Millionen Russen das Leben. Kaum eine Russische Familie, die nicht von der deutschen Ausrottungsstrategie betroffen war.
Wenn ich mir jetzt ansehe, wie Frau Merkel den Aggressor Saakashwili umarmt, ihm immer und immer wieder erklärt er könne in die NATO kommen, aber Russlands Politik für „absolut unangemessen“ brandmarkt, kriege ich Brechdurchfall.
Das ist genau der fatale kriegstreiberische Unsinn, den Frau Rice vorgemacht hat.
Georgien, der korrupte US-Handlanger mit Hang zum Wahnsinn und Brutalität soll in die NATO und NACHDEM der Präsident mit einem Angriffskrieg geglänzt hat, rast die Merkel da gleich hin und verschärft den Schmusekurs?
GEHT ES NOCH????????????????
Ein Rühmliche Ausnahme zum Politallerlei der deutschen Medien war - mal wieder - Panorama. Dort befragte man auch Bahr:
Der NATO-Beitritt des Kaukasus-Staates berge Gefahren für den Westen, so Bahr. "Wir können doch nicht riskieren, dass Saakaschwili wieder in bekannter Weise vorgeht, und wir müssen ihm dann gegen Russland helfen. Das ist abenteuerlich."
Panorama berichtete auch als eins der wenigen Medienerzeugnisse von der Mutation der Kanzlerin zur „kalten Kriegerin“ Damit stellte sie sich eindeutig auf die Seite des Mannes, der nach allen vorliegenden Informationen den Konflikt mit Russland vom Zaun gebrochen hatte: Georgiens Präsident Michail Saakaschwili, dessen Land vom Westen in den vergangenen Jahren gnadenlos aufgerüstet worden war.
Aufgerüstet - auch das erfuhr man bei PANORAMA - auch von Merkel:
Und dennoch hat der Westen diesen Mann und Georgien massiv aufgerüstet. Nicht nur die Amerikaner – auch Deutschland hat Georgien seit Jahren militärisch unterstützt. Etwa mit diesem Minenjagdboot. Ein Geschenk der Bundeswehr. Auch medizinische Ausrüstung gab es kostenlos für die georgische Armee. Und im November 2006 unterzeichnen beide Staaten ein Kooperationsabkommen. Seitdem schickt die Bundeswehr regelmäßig Ausbilder in den Kaukasus. Selbst wenige Wochen vor dem Krieg.
Unterm Strich bleibt, daß wir jetzt eine massive globale politische Krise haben, die viele Experten für die gefährlichste seit der Kubakrise halten.
Angezettelt unter begeisterter Mithilfe des US-Außenministeriums.
Zwei Kriege in Afghanistan und im Irak, bei denen sich die US-Regierung in eine totale NO WIN-Situation manövriert haben, reichten Frau Rice wohl nicht.
Die Frau muß DRINGEND aus dem Amt verschwinden; genauso dringend wie ihr Chef.
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