TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

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Sonntag, 15. November 2009

Rechte Rechenkünste Teil II

Das mit der Mathematik ist so eine diffizile Sache, die nicht jedem liegt.

Insbesondere norddeutsche Unionsminister und Senatoren stehen mit den eigenartigen Lehren Adam Rises auf Kriegsfuß.

Wie unter Aufsicht von sogenannten „Finanzpolitkern“ der CDU die ein oder andere Milliarde verloren geht, haben die Landesbank-Beispiele aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin gezeigt.

Von den Folgen des Berliner Bankenskandals von 2001, den CDU-Urgestein Klaus-Rüdiger Landowsky der Hauptstadt eingebrockt hat, wird man sich auf Generationen nicht erholen.

Es ist zu befürchten, daß die zweistelligen Milliardenrisiken, die sich unter der Ägide der Pannenhaushälter in Hamburg und Kiel im Zuge des HSH-Desasters auftürmten, ähnlich katastrophal entwickeln.

Die Christenunionsler der Waterkant sind aber auch bei sehr viel weniger Nullen hoffnungslos überfordert:

Zu Zeiten, als In Schleswig Holstein Heide Simonis rot/grün regierte, empörte sich die oppositionelle CDU-Fraktion über die Ausgaben des Kultusministeriums:
Es wären 2,5 MILLIONEN D-MARK für Kleidung und dann auch noch 6,7 MILLIONEN D-MARK für Telephonkosten angefallen – das wären ungeheuerlich hohe Zahlen.

Nach Berechnungen der CDU könnte man dort erheblich einsparen.
Also beantragte die CDU die Mittel auf 2 MILLIONEN D-MARK für Kleidung und auf 5,36 MILLIONEN D-MARK für Telephonieren zu SENKEN.

Heide Simonis soll angeblich vor Lachen vom Stuhl gekippt sein, als sie die Eingabe las – die CDU hatte nämlich ein paar Kommata vertauscht – in Wirklichkeit lagen die Ausgaben der Kulturbehörde in dem Jahr bei 2500 DM für Kleidung und 6700 DM für Telephon.

Da sahen die CDU-Rechenkünstler dann allerdings sehr alt aus – es waren die Haushaltsexperten der Fraktion.


Die Unionsgrößen von der Elbe kalkulieren ähnlich wirr - allerdings sind sie unglücklicherweise nicht in der Opposition, sondern bevölkern die Regierungsbank.

Für den Bürger ist eine solche Konstellation nicht zu empfehlen, wie ein Blick auf die Schuldenberge zeigt, die allein Ole von Beust als Hamburger Bürgermeister in jüngster Zeit aufgetürmt hat:

Ticktack. Die Schuldenuhr tickt unerbittlicher denn je. Um 335 Euro pro Sekunde! Täglich wächst der Schuldenberg um 29 Millionen Euro. Allein die Zinszahlungen drohen die nächsten Generationen zu erdrücken. Schon jetzt gibt die Stadt jeden zehnten Euro für Zinsen aus. Eine Milliarde pro Jahr! Mittelfristig wird diese Summe noch mal um 250 Millionen Euro steigen - dank des neuen 5,2 Milliarden-Euro-Kreditpakets von CDU und GAL.

Was machen die Leute mit all der Kohle?

Dazu ergab eine große Anfrage der Abgeordneten Dr. Peter Tschentscher, Thomas Böwer, Elke Badde, Dr. Andreas Dressel, Metin Hakverdi, Dr. Mathias Petersen, Andrea Rugbarth, Dr. Monika Schaal, Dr. Martin Schäfer, Dr. Dorothee Stapelfeldt, Thomas Völsch (SPD) und Fraktion vom 13.07.09 in Hamburg eine erhellende Auskunft.

Gegenstand ist der aktuelle Kostenstand von Baumaßnahmen und man erfährt in der Antwort des Senats (Drucksache 19/3574 11.08.09) von verblüffenden Differenzen zwischen der ursprünglich von der CDU kalkulierten Kosten und den aktuellen tatsächlichen Kosten.

Ein paar Beispiele der Ausgaben

[Geplant, Aktuell jeweils in Millionen €]

Neubau Haus der Jugend Kirchdorf in der Krieterstraße 3,6 6,2

Sanierung Schule am Falkenberg 2,4 15,1

Neubau Grundschule Barlsheide 6,6 17,8

Neubau Polizeischließanlage 10,0 30,0

Elbphilharmonie 114,3 323,0

Ortsumgehung Finkenwerder: 34,5 55,0

U-Bahn zur Hafencity (3,4 km): 255,0 333,0

Hammer Straße 33,0 42,0

Umbau ZOB Bergedorf: 21,0 42,0

Naja, man kann sich ja mal vertun.

Macht ja auch nichts; der Steuerzahler - und sei es der Zukünftige - zahlt ja brav.

Der liest auch ohnehin keine Etatpläne und wählt Ole von Beust gewohnheitsmäßig immer wieder.

Übrigens beeindrucken mich die Ausgaben für die Asklepioskliniken im Etatplan 4 der Behörde für Soziales, Gesundheit, Familie und Verbraucherschutz:

Weil Asplepios-Besitzer Bernhard Broerman, an den Beust die Hamburger Kliniken billig verhökerte nun mit einem Privatvermögen von 1,8 Millarden Euro = 1800 Millionen Euro = 1 800 000 000 Euro ein bißchen knapp ist, schießt ihm der Steuerzahler ein paar Milliönchen für den Unterhalt der Krankenhäuser zu:

Asklepios-Klinik Harburg: 30 Mio Euro

Asklepios-Klinik Altona: 33 Mio Euro

Asklepios-Klinik St. Georg: 16 Mio Euro

Asklepios-Klinik Wandsbek: 8 Mio Euro

Asklepios-Klinik Nord: 36 Mio Euro…..


Ich sag’s ja: Die Hamburger wollen verarscht werden!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, auf Hamburg rollt da ein riesiges, schwarzes Schuldenerbe ganz im Stile Berlins zu.

Aber Schuld daran ist schliesslich und letztlich auch die SPD, die nicht weniger verfilzt und korrupt war/ist wie das schwarze Pendant.

Und mir kommt derzeit immer das Kotzen, wenn sich Helmut Schmidt im Fernsehen blicken lässt, denn der und sein Seeheimer Kreis haben aus dieser SPD einen nicht-lebensfähigen Klon der CDU gemacht - auf Landes- wie Bundesebene.

Erfreulich finde ich da nur, wie sich derzeit die republikanische Partei in den USA systematisch an die Wand fährt. Bei uns wird das noch Jahre dauern, bis die Rechten auch so endgültig abgewirtschaftet haben.

Der Nordstern.

TAMMOX hat gesagt…

Also SO EINEN demokratiefeindlichen Filz, daß man eindeutige Volksbefragungen ignorierte und einfach das Tafelsilber den Schwippschwagern zuschob, hat es in 44 Jahren SPD nicht gegeben.

Außerdem bleibt festzuhalten, daß die SPD-Herrschaft in Hamburg ungeheuer erfolgtreich war.
Hamburg wurde die reichste und fortschrittlichste Region Europas, um nur ein Beispiel zu nennen.

Die CDU ist aber nicht nur korrupt und asouial, sondern auch noch ökonomisch desatrös.
Seitdem Ole am Ruder ist, geht es bergab!

Außerdem ist mir als Hanseat wichtig: Für SPD-Regenten mußte amn sich n ie schämen - die waren fleißig, machten wirklich was her und konnten sich international sehen lassen.

Undenkbar, daß unter SPD-Regentschaft so ein ultrapeinlicher Nazi-Vortrag wie der des Zweiten Bürgermeisters Ronald Schill im Bundestag vorgekommen wäre!!!!!!

LG
T

Anonym hat gesagt…

Mir ist eben noch sehr säuerlich der Voscherau mit seinem Gehabe in Erinnerung geblieben. Ein "Enkel" Schmidts, was gleichbedeutend mit "der CDU nacheifern ohne sie zu überholen" ist.

Und die sog. "Moral" der damaligen Hamburger SPD ist mehr auf die damaligen Zeiten zurückzuführen, als auf eine sonderlich ausgeprägte Prinzipientreue.

Bei der Wirtschaftspolitik muss ich Dir allerdings recht geben, aber auch da sehe ich bei der CDU vor allem einen Generationswechsel von "habgierig, skrupellos und rudimentär kompetent" hin zu "habgierig, skrupellos und völlig unfähig".

Der Nordstern.

TAMMOX hat gesagt…

Man muß ja nicht immer einer Meinung sein. Voscherau fand ich nämlich ganz klasse!
Unter seiner Führung konnte man stolz auf Hamburg sein; ein wirklich hochkompetenter Mann, der zudem auch noch die Mechanik der macht gut begriff.

Übrigens konnte ich ihn einmal persönlich kennenlernen und ein bißchen mit ihm reden. Dabei verstärkte sich mein Eindruck, daß Voscherau auch noch vollkommen unprätentiös ist. Der bildet sich wirklich nichts auf sich ein und lebt auch bis heute in einem wirklich winzigen Häuschen am Stadtrand mit einem Garten, in dem man gerade zwei Bettlaken ausbreiten kann.

Er kommt ja aus einer Schauspielerfamilie und ist schon daher mit allerlei schrägen Kulturvolk vertraut.
Deswegen hat er auch keine Allüren und ist in jeder Hinsicht tolerant.

LG
T