TAMMOX IST UMGEZOGEN / AUS TAMMOX WURDE "TAMMOX-II"

Um die beklagte Seitenaufbaugeschwindigkeit zu verbessern, bin ich auf einen zweiten Blog umgezogen. Und zwar hierhin. Ich bin dankbar für ein Feedback!

Mittwoch, 15. August 2007

DIE VAGE

Heute muß ich mich schon wieder von Umfragen nerven lassen.
Die SPD ist am Arsch und alle lieben Merkel.
Der Trick ist ganz klar – sie präsidiert, statt zu regieren. Das Prinzip Ole von Beust, oder Köhler – gar nicht erst in die Niederungen der Politik einmischen und stets oberhalb der Reichweite des Konkreten schweben.
Hat ja auch in Heiligendamm und Brüssel bei der Außenpolitik geklappt.
Alles Strittige wurde gar nicht erst erwähnt und Merkel reüssierte damit alle wichtigen Themen der Welt einfach von der Tagesordnung zu streichen – Irak? Terror? Afghanistan? Egal, Deutschland mischt sich einfach nicht mehr ein und kümmert sich nicht. Die EU ist beruhigt worden mit ein paar großzügigen Milliardenspritzen aus dem deutschen Staatshaushalt – wir haben es ja!

Nahostpolitik machen jetzt Großbritannien, Frankreich und die USA allein. Die dankenswerten Mühen der Schröder-Fischer-Regierung, die Deutschland zu enormen internationalen Ansehen verholfen hatten, sind pulverisiert. Berlin wird gar nicht erst gefragt, wenn Sarkozy, Putin oder Frau Rice irgendetwas lostreten. Kaum zu glauben, daß es erst zwei Jahre her ist, daß Moskau und Paris die Regierung in Berlin noch als engsten Partner betrachteten, sich abstimmten, sich gegenseitig vertraten und stets konsultierten.
Der Lohn dieser Nichtpolitik ist klar: Die Welt geht den Bach runter, Merkel sonnt sich im Urlaub und wird dafür von der Presse gefeiert.

Dagegen war ja noch das Kohl’sche Aussitzen geradezu hektischer Aktionismus!

Die Süddeutsche überschrieb ihren Leitartikel zur Legislatur-Halbzeit mit „Die Kanzlerin des Ungefähren“ – Untertitel: „Das klare Wort sucht man vergeblich in den ersten Jahren der Kanzlerschaft!“

Und genau so ist es auch – nach dem allgemein als Murx empfundenen Änderungen des Gesundheitssystems und der Sinnlosigkeit der Föderalismusreform, gibt es gar keine Meinung der Kanzlerin mehr.
Rentenreform, Rentenkürzung, Rente mit 67 – soll das doch Müntefering machen.
Mindestlohn? Man kann nur rätseln ob die Kanzlerin dazu eine Meinung hat.
Pflegeversicherung? Wir gar nicht erst angefangen!
Innere Sicherheit? Da gibt es einen meinungsfreudigen und verfassungsfeindlichen Innenminister, der reichlich Gegenwind bekommt – aber seine Chefin laviert – man weiß einfach nicht, ob sie ihn stützt, oder nicht.

Aber so ist das bei den Deutschen – schließlich war ja Kohl 16 Jahre im Amt, während man jemanden, der wie Schröder endlich mal Reformen durchführte schnell wieder wegjagte.
Änderungen des Status Quo sind hier nicht beliebt, man sitzt lieber bräsig im eigenen Saft und ignoriert die Realität.
Ich befürchte langsam, daß das Merkel doch noch zwei Dekaden regieren könnte, solange wir nicht wirtschaftlich ganz untergehen.
Ab und an kann man sich mal darüber amüsieren, daß Angie mal behauptete „Deutschland ist ein Sanierungsfall“ – assistiert von ihrem Appendix Köhler, der 2005 mit wackelnden Kopfe raunte, daß es fünf vor zwölf sei und eine Krise wie Weimar bevorstünde. ROFL!

Kaum saß aber der Merkelsche Hintern im Kanzlersessel war all das vergessen, plötzlich gibt es überhaupt nirgends mehr Handlungsbedarf und da die deutschen Wähler sich prinzipiell nie länger als eine Woche zurück erinnern können und sich ohnehin sehr viel mehr für Fußball und Unterschichten-TV interessieren, wird auch nicht nachgefragt.

Keine Kommentare: